Antispermien-Antikörper und immunologische Infertilität · Kapitel 21 von 23

Glossar

Adjuvans. Stoff, der die Immunantwort bei einer Immunisierung verstärkt, etwa komplettes Freund-Adjuvans in Tiermodellen [s138].

Akrosom, Akrosomreaktion. Das Akrosom ist die Kappe am Spermienkopf mit Enzymen; bei der Akrosomreaktion werden sie freigesetzt, was für das Eindringen in die Eizelle nötig ist [s240, s118].

Antispermien-Antikörper (ASA, englisch ASA, in chinesischen Arbeiten AsAb). Antikörper, die an Spermienbestandteile binden; sie finden sich im Ejakulat (an Spermien gebunden oder frei), im Blutserum und bei Frauen im Zervixschleim [s78, s141].

Autoimmunität. Immunreaktion gegen körpereigene Bestandteile; bei ASA gegen Spermien oder Keimzellantigene [s65].

Blut-Hoden-Schranke. Struktur aus Sertoli-Zellen, die Keimzellen im Hoden von Blut und Immunsystem trennt und ein immunologisch geschütztes Milieu schafft [s51, s65].

CASA (computerassistierte Spermienanalyse). Automatisierte Auswertung von Beweglichkeit und Konzentration [s118, s77].

D-IBT, I-IBT (direkter und indirekter Immunobead-Test). Beim direkten Test binden mit Antikörpern beschichtete Kügelchen an Spermien aus dem Ejakulat, die schon Antikörper tragen; beim indirekten Test werden Spermien eines Spenders mit Serum oder Seminalplasma vorbehandelt [s141, s78].

EAO (experimentelle autoimmune Orchitis). Tiermodell, in dem die Immunisierung mit Hodenzellen oder Spermien eine Hodenentzündung mit gestörter Spermienbildung auslöst [s147, s271].

ELISA. Laborverfahren zum Nachweis von Antikörpern in Serum oder Seminalplasma; misst nicht unbedingt die an Spermien gebundenen Antikörper [s67, s214].

Epididymoorchitis. Entzündung von Nebenhoden und Hoden [s144, s50].

Flagellum. Geißelfortsatz der Spermie (Hauptstück und Endstück), der die Fortbewegung antreibt; ASA können dort oder am Kopf oder Mittelstück binden [s78, s167].

Hemizona-Assay. Funktionsprüfung, bei der die Bindung von Spermien an die Zona pellucida geprüft wird [s191, s206].

HLA. Humane Leukozytenantigene; Gewebemerkmale, deren Varianten mit der Neigung zur ASA-Bildung diskutiert werden [s238, s152, s60].

ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Verfahren der assistierten Reproduktion, bei dem eine einzelne Spermie in die Eizelle injiziert wird [s157, s89].

IgG, IgA, IgM. Antikörperklassen; im Ejakulat überwiegen IgA und IgG, IgM ist selten [s78].

IUI (intrauterine Insemination). Einbringen aufbereiteter Spermien in die Gebärmutter [s79, s166].

IVF (In-vitro-Fertilisation). Befruchtung von Eizellen mit Spermien im Labor [s157, s89].

Kapazitation. Reifungsprozess der Spermien im weiblichen Genitaltrakt, der sie befruchtungsfähig macht [s118, s255].

Konfidenzintervall (KI). Wertebereich, der bei einem 95-%-Intervall den wahren Effekt in 95 von 100 gleichartigen Studien einschließt; ein Intervall, das 1 einschließt, bedeutet bei Odds Ratio und Risikoverhältnis: kein gesicherter Unterschied [s157, s21].

Leukospermie (Leukozytospermie). Erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen im Ejakulat [s180, s213].

MAR (gemischte Antiglobulinreaktion). Schnelltest, der den Anteil beweglicher Spermien mit anhaftenden Partikeln bestimmt; es gibt IgG- und IgA-Varianten [s88, s04].

Mikro-TESE, TESE, TESA. Chirurgische Verfahren zur Spermiengewinnung aus dem Hoden (TESE: Extraktion, TESA: Aspiration; Mikro-TESE unter dem Operationsmikroskop) [s100, s195].

Odds Ratio (OR), Risikoverhältnis (RR), Hazard Ratio (HR). Maße für das Verhältnis von Chancen, Risiken oder Ereignisraten zwischen Gruppen; 1 bedeutet kein Unterschied [s21, s07, s11].

Orchitis. Entzündung des Hodens (infektiös, etwa Mumps, oder autoimmun) [s47, s130].

Postkoitaltest (PCT). Untersuchung des Zervixschleims nach Verkehr auf bewegliche Spermien [s88, s266].

Randomisierte kontrollierte Studie (RCT). Studie, bei der Teilnehmer zufällig auf Behandlungs- und Vergleichsgruppe verteilt werden [s106, s100].

Regression zur Mitte. Statistischer Effekt, durch den auffällig hohe Messwerte bei Wiederholung von selbst niedriger ausfallen [s07, s107].

SIT (Spermienimmobilisationstest). Komplementabhängiger Test auf Antikörper im Serum, die Spermien bewegungsunfähig machen; bei Frauen gebräuchlich [s141, s60, s77].

Th17-Zellen, Treg. Untergruppen von T-Lymphozyten; Th17-Zellen fördern Entzündung, regulatorische T-Zellen (Treg) dämpfen Immunreaktionen [s33, s151].

Tray-Agglutinationstest (TAT). Test auf Antikörper, die Spermien verklumpen [s109, s110].

Varikozele. Erweiterung der Venen des Hodens [s21, s127].

Alle Kapitel und Anhänge (27)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Überblick über die Evidenzlage auf der Ebene der Zusammenfassungen bis Erzählende Übersichtsarbeiten zu Klinik, Diagnostik und Behandlungsstand
  5. Übersichten zur Immunologie von Hoden und Nebenhoden
  6. Vorbemerkung zur Lesart und Häufigkeit von ASA und Zusammenhang mit Samenparametern
  7. Varikozele und ASA und Infektion, Entzündung und Prostatitis
  8. Trauma, Operationen, Samenwegsobstruktion und Kindheit bis Studien an Frauen und Paaren
  9. Diagnostische Vergleichs- und Methodenstudien am Menschen bis Zusammenfassende Einordnung der Beobachtungsstudien
  10. Leitlinien und Standards bis Randomisierte und kontrollierte Studien zu Behandlungsansätzen (nur Wiedergabe)
  11. Kohorten und Beobachtungsstudien am Menschen
  12. Tierversuche und Veterinärstudien
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Koreanisch
  16. Russisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 2)
  23. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 2)
  24. Diagramme
  25. Quellen s01–s143
  26. Quellen s144–s287
  27. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle