Dieser Abschnitt fragt, ob mit höherem Antikörpergrad (Dosis im Sinne von Beladung) oder höherer Medikamentendosis die Wirkung zunimmt, welche Subgruppen sich unterscheiden und ob sich Befunde zurückbilden. Die Tabellen geben die berichteten Zahlen wieder; sie sind kein Hinweis auf eine empfohlene Dosierung oder Vorgehensweise. Zahlen aus verschiedenen Studien sind wegen unterschiedlicher Tests, Grenzwerte und Materialien nicht direkt vergleichbar.
Antikörpergrad und Ergebnis
Ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang im engeren Sinn (je höher die Beladung, desto schlechter das Ergebnis) ist am besten für den Postkoitaltest und die natürliche Lebendgeburt belegt, für IVF und ICSI dagegen uneinheitlich. Auffällig ist, dass mehrere Arbeiten gerade am oberen Ende der Skala eine Schwelle (100 % oder ≥ 80 %) finden und nicht einen linearen Verlauf.
| Studie | Test, Material | Grenzwerte oder Gruppen | Ergebnis laut Abstract |
|---|---|---|---|
| Barbonetti 2019 [s88] | IgG-MAR, 10 025 Männer | Positiv ab 10 %, 50 %, 100 % | Prävalenz 4 %, 3,4 %, 2 %; 100 % positiv: konsistenter über die Zeit, häufiger gemischtes Bindungsmuster und IgA, niedrigere Gesamtzahl und progressive Motilität; im PCT (120 Paare) war 100 % der einzige unabhängige Bestimmungsfaktor eines negativen PCT |
| Barbonetti 2020 [s79] | IgG-MAR, 84 Männer erreicht | 100 % (n = 44) gegen 50 bis 99 % (n = 40) | Natürliche Lebendgeburtenrate 4,5 % gegen 30,0 % (p = 0,00001); Lebendgeburtenrate nach IUI 36,8 % (100 %-Gruppe, 38 Paare behandelt, 14 Geburten) gegen 26,9 % (50 bis 99 %) |
| Koriyama 2013 [s137] | D-IBT, 26 positive und 140 negative Männer | Grenzwerte 20 % und 50 % | Abnorme PCT unterschieden sich zwischen < 20 % und ≥ 20 % (p = 0,02), nicht zwischen < 50 % und ≥ 50 % (p = 0,084) |
| Shibahara 2003 [s206] | D-IBT, 509 Proben, 18 positive | < 80 % und ≥ 80 % beladene Spermien | Befruchtungsfähigkeit gehemmt bei 4 von 7 (≥ 80 %) gegen 0 von 8 (< 80 %); p = 0,01 |
| Zhang 2026 [s15] | MAR, 934 IVF/ICSI-Zyklen | Grenzwerte 10 % und 50 % | IVF: Normalbefruchtung durch ASA vermindert. ICSI: bei 10 % kein Unterschied, bei 50 % niedrigere Normalbefruchtung und Rate guter Day-3-Embryonen (Zahlen fehlen im Abstract; Rescue-ICSI als mögliche Störgröße) |
| Takahashi 1992 [s268] | D-IBT, 290 infertile Männer | IgG > 50 %: 7,2 %; IgA > 50 %: 3,4 % | Bei Männern mit nachgewiesener Fertilität lag die Bindungsrate unter 60 % (IgG) beziehungsweise 40 % (IgA); Kopfbindung unter 40 % nicht als Ursache angesehen |
| Šmelev 2024 [s48] | MAR-IgG, Kemerowo | Normal (n = 51), erhöht (n = 51), 90 bis 100 % (n = 20) | Kein Unterschied im Spermiogramm zwischen normal und erhöht; bei 90 bis 100 % niedrigere Konzentration (p = 0,019) und progressive Beweglichkeit (p = 0,002) |
| Božedomov 2014 [s126] | MAR-IgG, Varikozele | Mittlerer ASA-Spiegel 48 % gegen 92 % | Bei ASA-positiven besserte sich das Spermiogramm bei niedrigerem ASA-Spiegel (48 %) eher als bei hohem (92 %; p < 0,01) |
| Božedomov 2012 [s148] | MAR-IgG, Varikozelen-Operation, 28 Männer | ASA-Anteil 41,1 % gegen 74,8 % | Verbesserung der beweglichen Spermien bei niedrigerem Ausgangs-ASA (p < 0,01); nach Chlamydienbehandlung: je höher die Ausgangsaktivität, desto schlechter das Ergebnis |
| Kipersztok 2003 [s202] | Schnelltest gegen Standard-IBT, 53 Proben | Schwelle ≥ 12 % (Schnelltest) gegen ≥ 20 % (Standard) | Sensitivität, Spezifität, positiver und negativer Vorhersagewert jeweils 100 %; sehr kleine Probenzahl |
| Matson 1989 [s276] | Indirekter IBT, Samenplasma, nach Vasovasostomie | Keine ASA, nur IgA, IgG, IgA plus IgG | Konzeptionsraten 12 von 18 (66,7 %), 2 von 3, 1 von 9 (11,1 %; p < 0,05), 3 von 15 (20,0 %; p < 0,01) |
| Parslow 1983 [s284] | Serumagglutinine, 130 Männer | Titer unter und ab 512 | Signifikant weniger Schwangerschaften bei präoperativem Titer von 512 oder mehr |
| Abouelgreed 2024 [s36] | ASA im ersten Ejakulat nach Vasovasostomie | < 50 % (n = 19 erreicht) gegen ≥ 50 % (n = 29 erreicht) | Schwangerschaft 68,4 % gegen 72,4 %; p = 0,2 |
| Nagy 1995 [s245] | MAR, ICSI, 55 Zyklen | ≥ 80 % beladene Spermien | Normalbefruchtung 75,7 % gegen 69,2 % bei MAR-negativen (1767 Zyklen); unabhängig vom ASA-Anteil, Antikörpertyp und Bindungsort |
Lesart. Für PCT und natürliche Konzeption zeigt sich bei den höchsten Beladungsgraden ein deutlicher Abfall (4,5 % gegen 30,0 % Lebendgeburten [s79]); im selben Datensatz ist die Lebendgeburtenrate nach IUI bei 100 % mit 36,8 % nicht schlechter als bei geringerer Positivität. Für ICSI [s245, s67, s157] und nach Vasektomie-Umkehr [s36, s185] ist kein Gradienteffekt erkennbar, während ältere Kohorten nach Vasovasostomie einen Titer- und Klassenzusammenhang berichten [s276, s284]. Die Grenzwerte (10 %, 20 %, 40 %, 50 %, 80 %, 100 %) sind nicht standardisiert; die EAU [s04] hält ausdrücklich fest, dass es keine evidenzbasierten Referenzwerte gibt.
Medikamentendosis in klinischen Studien (nur Wiedergabe)
Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung lässt sich aus den Studien nicht ableiten, weil Dosis, Dauer, Einschlusskriterium und Zielgröße gleichzeitig variieren. Niedrig dosierte Dauertherapie und hochdosierte zyklische Therapie liegen nicht in derselben Studie vor.
| Studie | Wirkstoff und Schema | n | Zielgröße und Ergebnis |
|---|---|---|---|
| De Almeida 1985 [s282] | Prednisolon 1 mg/kg/Tag über 9 Tage, 3 Zyklen, gegen Placebo, doppelblind | 10 Männer | Kein signifikanter Effekt auf Fertilität, Serumantikörper, Samenparameter |
| De Almeida 1981 [s285] | Dexamethason über 13 oder 9 Wochen | 14 Männer | Serumtoxizität bei 67 % und Samenagglutinine bei 58 % unter der Nachweisgrenze; drei Schwangerschaften in antikörperfreien Phasen; keine Kontrolle |
| Bals-Pratsch 1992 [s264] | Prednisolon 40 mg/Tag, Tage 1 bis 10, gegen Placebo, 3 Zyklen, doppelblind, Cross-over | 20 Männer | Keine Schwangerschaft unter Prednisolon oder Placebo; Titer sanken bei 7 von 16; Nebenwirkungen bei 8 Patienten (7 unter Verum) |
| Omu 1996 [s237] | Prednisolon 5 mg täglich über 3 bis 6 Monate | 40 behandelt, 37 Kontrollen | Motilität +13 %, hypoosmotischer Schwelltest +15 %; Schwangerschaft 20 % gegen 5 % (p < 0,01); Randomisierung im Abstract nicht beschrieben |
| Lähteenmäki 1995 [s243] | Zyklisches Prednisolon 20 mg (Verkehr) gegen IUI, Cross-over | 46 Paare | 9 Schwangerschaften unter IUI gegen 1 unter Prednisolon (p = 0,04) |
| Grigoriou 1996 [s236] | Prednisolon plus IUI gegen IUI allein, Cross-over, 3 Zyklen je Arm | 36 Paare | 5 Schwangerschaften in 77 Zyklen (16,13 % pro Paar) gegen 7 (21,2 % pro Paar); p > 0,10 |
| Robinson 1995 [s246] | Steroidtherapie, IUI gegen Verkehr, Cross-over, 4 Zyklen | 30 Männer | Kumulative Schwangerschaftsrate 39,4 % (IUI) gegen 4,8 % (Verkehr) |
| Taiyeb 2017 [s106] | Prednisolon, 3 Zyklen zu je 21 Tagen, gegen keine Behandlung; danach IVF oder ICSI nach Penetrationstest | 241 Männer | Motilität besser (p < 0,001); bei konventioneller IVF höhere Befruchtung (p = 0,04), klinische Schwangerschaft (p = 0,04); bei ICSI kein Unterschied; keine absoluten Raten im Abstract |
| Maindo Alongo 2026 [s11] | Prednisolon oder Zinkazetat gegen Placebo, nach Antibiotika (Frauen mit ASA) | 123 Frauen | Klinische Schwangerschaft 36,59 % (Prednisolon), 40,48 % (Zink), 12,5 % (Placebo); aHR 2,75 und 3,46 |
| Katsoff 1995 [s242] | Chymotrypsin-Galaktose-Behandlung der Spermien gegen Medium vor IVF | Nicht angegeben | Befruchtung 47 % gegen 27 % (p < 0,05); klinische Schwangerschaft 21 % gegen 9,5 % (nicht signifikant) |
| Byrd 1994 [s250] | Serummedium (50 % mütterliches Serum) gegen trocken | 16 Paare | Antikörperbeladene Spermien IgA 54,8 % gegen 83,5 %, IgG 60,0 % gegen 87,7 % (p < 0,01); Schwangerschaft pro Zyklus 3,1 % gegen 6,7 % |
| Verheyen 1994 [s254] | Pentoxifyllin 3,6 mM, Geschwistereizellen | 37 Zyklen, 28 Paare | Kein Unterschied von Befruchtung, Teilung, Embryoqualität |
Sieben der zwölf Arbeiten [s282, s285, s264, s236, s243, s246, s250] umfassen höchstens 46 Paare oder Männer, vier davon höchstens 20. Positive klinische Endpunkte berichten vor allem eine Studie mit unklarer Randomisierung [s237] und eine mit Befund nur in einer Untergruppe [s106]. Bals-Pratsch [s264] und Grigoriou [s236] fanden bei hoher Dosis beziehungsweise bei Prednisolon plus IUI keinen Nutzen; Omu [s237] mit niedriger Dauerdosis einen. Die Übersichten halten dazu fest, die systemische Immunsuppression gelte als weitgehend verlassen [s12], beziehungsweise Kortikosteroide seien die vielversprechendste, aber begrenzt entwickelte Option [s74].
Dosisabhängigkeit im Tier. In Tierversuchen sind Dosisstufen berichtet, die Effekte aber nicht an menschliche Dosierungen koppelbar.
| Studie | Tier und Modell | Dosisstufen | Befund |
|---|---|---|---|
| Fijak 2011 [s151] | Ratte, EAO | Niedrige und hohe Testosterondosis | EAO bei 17 % (niedrig), 33 % (hoch), 80 % (Kontrolle) |
| Wu 2019 [s90] | Maus (100 Tiere), Fluorid | 25, 50, 100 mg/l über 150 Tage | IL-17A, IL-6, IFN-γ, TNF-α im Hoden erhöht; Autoantikörper in NaF- und EAO-Gruppen (Abstract ohne Zahlen je Dosis) |
| Lai 1997 [s232] | Maus, Immuninfertilität | Tai-bao 46,8 und 31,2 g/kg/Tag | Schwangerschaft 70,00 % (hoch), 75,00 % (niedrig), 38,89 % (Kochsalz), 47,06 % (Prednison); die höhere Dosis war nicht besser als die niedrige |
| Cui 2003, Dai 2003 [s197, s198] | Kaninchen, 75 Paare | Yi Kang Ling niedrig, mittel, hoch | Serum-ASA-Rückbildung am Tag 45 100 % (niedrig, hoch, Prednison), unbehandelt 20 %; Sterilitätsraten uneinheitlich gruppiert |
| Sun 2021 [s75] | Ratte, LPS-Immuninfertilität (6 Tiere je Gruppe) | 15,12, 30,24, 45,36 g/kg | Mit der Dosis bessere Histologie, höhere Spermienzahl, niedrigere ASA, TNF-α, IL-1β |
| Nagahori 2022 [s58] | Maus, EAO | GIT1 200 µg | Optimale Dosis für höchste EAO-Inzidenz |
| Itoh 1998 [s227] | Maus, EAO | Einmalig Anti-IFN-γ an Tag 15, 20 oder 25 | Wirkung nur bei Gabe an Tag 20; das Zeitfenster entscheidet |
| Zaki 2023 [s53] | Ratte, ASA-Modell, 72 Tiere | Vier Behandlungen über zehn Wochen | Azathioprin senkte den ASA-Index in Woche 2 und 4, Dexamethason nie, Weihrauch in Woche 6 und 8, Sekundärantikörper außer in Woche 4 |
| Itoh 1991 [s271] | Maus, EAO | 1 × 10⁷ Keimzellen, 2 bis 3 Injektionen | Inzidenz bis 100 % (C3H/He); DBA/2 erkrankte nicht |
Reaktion auf die Expositionsdosis im Tier. Die Zahl übertragener T-Zellen (1 × 10⁵ bei B.T.1 [s265]; 3 × 10⁶ bei spermienspezifischen Lymphoblasten [s272]) und die Zahl injizierter Keimzellen [s271] bestimmen, ob EAO entsteht. Ein einziges Immunisierungsereignis genügt bei Axl/Mer-Knockouts, aber nicht bei Wildtypen [s120]; bei Tlr2/Tlr4 verringert sich die Anfälligkeit stufenweise (Einzel-, Doppel-Knockout) [s121]. Dies ist eine Dosis-Wirkung auf der Ebene der Krankheitsentstehung.
Subgruppen
Besamungsverfahren: IVF gegenüber ICSI.
| Studie | Gruppe | IVF | ICSI | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Lu 2019 [s89], Serum-ASA | ASA positiv gegen negativ (IVF) | Befruchtung 41,7 % gegen 54,8 %; gute Embryonen 18,9 % gegen 35,2 %; Schwangerschaft 38,5 % gegen 59,4 %; Lebendgeburt 25,8 % gegen 42,5 % | Ähnliche Ergebnisse in beiden Gruppen; bei ASA-positiven Lebendgeburt 25,8 % (IVF) gegen 47,4 % (ICSI), p = 0,07 | OR-Richtung im Abstract ungeklärt (0,630 und 1,409) |
| Zini 2011 [s157], Metaanalyse | Samen-ASA, Ausbleiben der Schwangerschaft | OR 1,22 (0,84 bis 1,77) | OR 1,00 (0,72 bis 1,38) | Gesamt 1,08 (0,85 bis 1,38) |
| Jun 1997 [s231] | Männliche Immuninfertilität | Befruchtung 27,4 % | 60,7 % (ICSI), 66,7 % (Halb-ICSI) | Klinische Schwangerschaft 25,0 %, 54,5 %, 33,3 %; kleine Zahl |
| Taiyeb 2017 [s106] | ASA, Prednisolon gegen keine Behandlung | Vorteil für Behandelte | Kein Vorteil | Zuteilung zu IVF oder ICSI nach Penetrationstest |
| El-Sherbiny 2021 [s67] | Seminalplasma-ASA, ICSI | – | Befruchtung 56,3 % gegen 66,7 %; Schwangerschaft 31,4 % gegen 32,2 % | Nicht signifikant |
| Zhang 2026 [s15] | MAR, 10 % und 50 % | Normalbefruchtung durch ASA vermindert | Bei 10 % kein Unterschied, bei 50 % niedriger | Rescue-ICSI als Störgröße |
| Vujisić 2005 [s192] | Samen-MAR-IgG < 20 % gegen > 20 % | Befruchtung 73,2 % gegen 71,5 %; Schwangerschaft 28,9 % gegen 28,57 % | – | 52 Paare |
Die Gesamtschau ist uneinheitlich: Die Metaanalyse [s157] und mehrere Einzelstudien finden keinen Zusammenhang, drei Arbeiten [s89, s15, s231] finden bei konventioneller IVF schlechtere Ergebnisse, die bei ICSI nicht oder weniger auftreten. Die Leitlinie [s78] gibt an, die ICSI habe höhere Schwangerschaftsraten pro Zyklus als eine IUI mit Spermienaufbereitung.
Auslöser und absolute ASA-Häufigkeit.
| Auslöser | Befund | Quelle |
|---|---|---|
| Subklinisches Skrotaltrauma | Absolutes Risiko ASA 59 %; OR 1,84 für immunologische Infertilität | [s148] |
| Traumatische Orchitis | 78 % ASA | [s148] |
| Infektiöse Orchitis | 63 % ASA | [s148] |
| Orchitis in der Vorgeschichte | 12 % gegen 3 %, OR 4,0 | [s148] |
| Chlamydieninfektion | 29 % ASA; Korrelation verschwand nach Ausschluss anderer Auslöser | [s148] |
| Varikozele (Metaanalyse) | OR 4,34 (MAR), 3,57 (Immunobead), 7,87 (ELISA Serum) | [s21] |
| Varikozele-assoziierte immunologische Infertilität | Etwa 15 %, unabhängig vom Grad | [s127] |
| Chronische Prostatitis | OR 3,26; NIH III OR 2,46 | [s111] |
| Andrologische Operation / Leistenhernienoperation | OR 3,48 / 2,45 gegenüber unselektierten Infertilen | [s59] |
| Hepatitis B | Immuninfertilität 20,3 % gegen 3,3 % | [s99] |
| Systemische Autoimmunerkrankung | 7,1 % gegen 0 % | [s170] |
| Klinefelter-Syndrom | 27,7 % über Normgrenze | [s239] |
| Vasektomie | 27 % Serum-Agglutinine (3 % in Kontrollen) | [s279] |
| Hodentumor | 5,8 % | [s168] |
| Kryptorchismus nach Orchidopexie, Mikrolithiasis | Kein Mann mit WHO-Kriterium (n = 48); keine signifikanten ASA (n = 22) | [s135, s136] |
| Keine bekannten Faktoren | 41 % der ASA-Positiven ohne identifizierbaren Faktor | [s148] |
Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Tests und Grenzwerten und sind untereinander nicht vergleichbar; die Spanne reicht von „kein Zusammenhang“ bis zu einem mehrfach erhöhten Risiko. Bei [s148] ist die Varikozele ein Kofaktor: Tritt ein Trauma bei Varikozele auf, entsteht immunologische Infertilität 1,4-fach und Orchitis 4,1-fach häufiger als bei Trauma ohne Varikozele; bei Männern, bei denen nach Skrotaltrauma eine Orchitis auftrat, bestand in 87 % gleichzeitig eine Varikozele.
Antikörperklasse, Bindungsort, Geschlecht, Alter, Begleitfaktoren.
| Merkmal | Befund | Quelle |
|---|---|---|
| IgA gegen IgG im Ejakulat | IgA und IgG vorherrschend, IgM selten; 100-%-Positivität häufiger mit IgA | [s78, s88] |
| Serum-ASA bei Obstruktion | AUC IgG 0,92, IgA 0,85, IgM 0,67 | [s167] |
| Bindungsort | IgG gegen Flagellum AUC 0,92, Kopf 0,87, Mittelstück 0,79; Kopfbindung < 40 % nicht als Ursache gewertet; Agglutinationsmuster 56 % Flagellum, 30 % Kopf, 14 % gemischt | [s167, s268, s279] |
| Männer gegen Frauen, Klasse | Bei Latex-positiven Personen Männer seltener IgA (27,8 % gegen 72,2 %) und IgM (26,1 % gegen 73,9 %) als Frauen, IgG gleich | [s20] |
| Frauen: IgG-Unterklassen | IgG4 wichtigste Unterklasse gegen Spermienproteine, IgG1 gegen Samenplasmaproteine; bei 14 Seren überwiegend IgG (2 überwiegend IgM), von 8 mit IgG-Dominanz 6 mit IgG1 | [s128, s274] |
| Alter, Jugendliche | Serum-ASA stiegen von 14 bis 17 Jahren in beiden Gruppen; Varikozele 29,25 gegen 26,77 E/ml mit 17 Jahren | [s86] |
| Rauchen | In der ≥-50-%-Gruppe häufiger als bei 10 bis 49 %; Chance auf pathologische Spiegel etwa doppelt | [s30] |
| Adipositas | BMI korreliert mit IgA-ASA (p = 0,006) | [s160] |
| Ethnische Gruppe | sMICA/sMICB bei ASA-Positiven niedriger; keine Prävalenz nach Ethnie | [s122] |
| Menstruationsverkehr bei Frauen | Subpositiv 22,2 % gegen 3,3 % (p < 0,05) | [s142] |
| Fertile Kontrollen | 0 % bis 5 % in den meisten Studien, 32 % bei Al-Daghistani | [s170, s178, s118, s158] |
Die Spanne der berichteten Prävalenz (1,03 % [s15] bis 66,1 % [s17]) spiegelt Test, Grenzwert und Auswahl, nicht Populationen; die Kemerowo-Studie [s48] (6,35 %) und die Fergana-Studie [s17] (66,1 %) liegen mit gleichem Testprinzip um das Zehnfache auseinander.
Reversibilität
Die Frage, ob ASA nach Beseitigung eines Auslösers zurückgehen, ist uneinheitlich beantwortet. Das Bild: Nach Varikozelenoperation sinken ASA in der Metaanalyse, aber nicht verlässlich in den Einzelstudien; nach Vasovasostomie bleiben sie; im Tier sind Spontanerholung und Verlauf über Monate beschrieben.
| Situation | Befund | Quelle |
|---|---|---|
| Varikozelenoperation, Metaanalyse | RR der ASA-Positivität nach gegenüber vor der Operation 0,42 (0,35 bis 0,52); mikrochirurgisch 0,32; I² = 98 % bei kontinuierlichen Werten (nicht gepoolt) | [s07] |
| Varikozelenoperation, Moskau | Von 33 ASA-positiven sank der Spiegel bei 16 (p > 0,05); 16 % der anfangs Negativen entwickelten ASA (max. MAR-IgG 12 %) | [s126] |
| Varikozelenoperation, Tabris | Samen-ASA 13,7 % vor, 15,7 % nach drei Monaten (p = 0,881); Serum 13,6 % auf 21,7 % (p = 0,033) | [s132] |
| Varikozelenoperation, Teheran | Titer sank bei 15 von 21 anfangs Positiven; von 60 Negativen stieg bei 48 mindestens ein ASA-Typ | [s181] |
| Varikozelenoperation, Ankara | 4 von 25 (16 %) neu positiv | [s251] |
| Varikozelenoperation, Jugendliche | Kein signifikanter ASA-Anstieg; Operation sei kein Auslöser (Autoren) | [s163, s86] |
| Vasovasostomie, Mensch | ASA nicht gesenkt (88 Männer); 35 % vor, 29 % nach zwölf Monaten; Samenplasma-ASA 9,5 % vor, 29,5 % nach der Operation | [s185, s279, s284] |
| Vasovasostomie, Tier | ASA im Serum höher als bei bleibender Vasektomie; Vasovasostomie verminderte ASA nicht | [s275, s241] |
| Akute Epididymoorchitis | MAR nach 30 Tagen 31,6 %, nach 105 Tagen 20,2 % (ohne Hypertension); 58,4 % und 59,4 % (mit intraskrotaler Hypertension) | [s144] |
| Orchitis, GnRH-Agonist | Drei von elf mit persistierender ASA-Positivität und Atrophie (Standardtherapie), keiner von 13 (Kombination) | [s248] |
| Hodentorsion | ASA nach Operation mindestens 26 Wochen erhöht | [s183] |
| Testikuläre Spermiengewinnung | IgM-ASA nach einem Monat 14 % und 15 %; keine neue ASA nach zwölf Monaten (andere Studien) | [s100, s195, s154] |
| Chlamydienbehandlung | Anteil ASA-positiver Spermien nach einem Monat im Mittel 22 % relativ niedriger (n = 35); max. Senkung MAR-IgG 60 % | [s148] |
| Ureaplasmenbehandlung, bakterielle Prostatitis | Keine Änderung (n = 56); keine signifikante Senkung (n = 29) | [s148] |
| Steroide | Titer sanken bei 7 von 16 (hochdosiert, kein Effekt auf Schwangerschaft); Serumtoxizität bei 67 % unter der Nachweisgrenze | [s264, s285] |
| Nahrungsergänzungsmittel (einarmig) | ASA-Anteil 36,6 % auf 26,9 %, 1,5 Monate nach Ende erhalten | [s107] |
| Plasmapherese (unkontrolliert) | 78 von 87 nach fünf, 9 nach sieben Sitzungen auf Normalwerte | [s92] |
| Frauen, Verkehr in der Menstruation | 3 von 6 subpositiven Frauen nach sechsmonatiger Kondomtherapie in zwei Jahren schwanger | [s142] |
| Mausmodell Immunisierung | Kontrazeptiver Zustand reversibel; Fertilität kehrte nach Verschwinden der Antikörper vollständig zurück; beim Peptid reversibel | [s108, s179] |
| Mausmodell Fluorid | IL-17A-Knockout milderte 29 von 35 Veränderungen; Selbsterholung stellte die Befunde allmählich wieder her | [s52] |
| EAO, Spätstadium | Nach 365 Tagen keine Infiltration, aber dauerhafter Reifungsarrest, Nur-Sertoli-Bild | [s146] |
| Sympathische Orchitis | Unfruchtbarkeit stieg im Verlauf: 50 %, 60 %, 70 % nach 3, 6, 9 Monaten | [s225] |
| Hodenbiopsie im Kindesalter | Keine zusätzlichen ASA nach Biopsie | [s190] |
Lesart. Unter den Metaanalysen deutet [s07] auf Rückgang nach Operation, doch das Vorher-nachher-Design ohne Kontrollgruppe lässt Regression zur Mitte und Messschwankung zu, und die Einzelstudien widersprechen teils (neue ASA nach der Operation [s126, s132, s181, s251]; keine neuen ASA nach Hodenbiopsie [s190, s154, s195]). Beim Mumps und nach Orchitis bleibt die Entwicklung offen: Nach akuter Epididymoorchitis bessern sich MAR und Beweglichkeit bei normalem intraskrotalem Druck, bei intraskrotaler Hypertension nicht [s144]. Beim Menschen gibt es keine Daten, die zeigen, dass das Verschwinden der Antikörper allein die Fertilität wiederherstellt; zu sehen ist nur, dass bei den Männern mit anfangs niedrigerem Antikörperspiegel die Spermienparameter nach Operation eher besser wurden [s126, s148]. Im Tier ist Reversibilität unter definierten Bedingungen gezeigt (Selbsterholung [s52]; Wegfall der Antikörper [s108]), ebenso dauerhafter Schaden nach früher Autoimmunität [s146, s225]. Ob die Folgen der Autoimmunorchitis beim Menschen reversibel sind, kann aus der vorliegenden Literatur nicht beantwortet werden.
Grenzen dieses Abschnitts. Die Tabellen stellen berichtete Zahlen nebeneinander, sie sind keine Metaanalyse. Die Evidenz zu Dosis, Subgruppen und Reversibilität besteht überwiegend aus kleinen Beobachtungsstudien und wenigen kleinen randomisierten Studien (Kortikosteroide mit n = 10, 14, 20, 36, 46 und 241); eine Cochrane-Übersicht zu ASA wurde nicht gefunden. Wo Abstracts keine Fallzahlen oder Konfidenzintervalle nennen, bleibt die Unsicherheit unquantifiziert. Das Fehlen eines Befundes in dieser Literatur ist nicht mit seiner Abwesenheit gleichzusetzen.