Antispermien-Antikörper und immunologische Infertilität · Kapitel 16 von 23 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Russisch bis Türkisch

Russisch

Umfang und Charakter. 19 Quellen tragen die Kennzeichnung Russisch, hinzu kommen englischsprachige Arbeiten russischer Zentren, vor allem aus Moskau. Die Recherche erschloss die muttersprachliche Literatur über CyberLeninka (Volltexte gelesen); die russischsprachigen Titel sind unten mit deutscher Übersetzung angegeben. Der Raum reicht über Russland hinaus: Usbekistan [s80, s17] und Kirgisistan [s130] publizieren russischsprachig. Im Mittelpunkt steht der MAR-Test, der nach dem Erlass Nr. 107n des Gesundheitsministeriums vom 30. August 2012 für Männer in Infertilitätsfällen vorgesehen sei, so die Angabe in [s91]; entsprechend häufig sind große MAR-Kohorten.

Eigene Kohorten. Die Moskauer Gruppe um Božedomov (Bozhedomov) und Nikolaeva liefert die umfangreichsten Datensätze. In einer multizentrischen Querschnitts-Fall-Kontroll-Studie mit 1060 infertilen Männern mit normaler Spermienzahl, -beweglichkeit und -morphologie und 107 fertilen Männern hatten 16 % der infertilen, aber 2 % der fertilen Männer eine MAR-IgG-Positivität von mindestens 50 % (p < 0,0001) [s118]. ASA-positive infertile Männer hatten 2,1-fach häufiger Störungen der Akrosomreaktion (p < 0,02), eine 1,6-fach häufigere DNA-Fragmentierung gegenüber Fertilen und eine 3,7-fach höhere Bildung reaktiver Sauerstoffspezies der gewaschenen Spermien (p < 0,00001). Die Studie ist ein Querschnitt; Ursache und Wirkung sind nicht ableitbar, die fertile Kontrollgruppe ist vergleichsweise klein, und die Korrelationen sind mittelstark (R = 0,2 bis 0,5). In der multizentrischen prospektiven Studie zur Varikozele mit 1639 Männern aus infertilen Paaren und 90 fertilen Männern liegt die Prävalenz der varikozelenassoziierten immunologischen Infertilität bei etwa 15 %; die Varikozele sei keine unmittelbare Ursache, aber ein Kofaktor, und die Odds Ratio für immunologische Infertilität nach Hodentrauma verdopple sich bei Varikozele [s127]. In der Kohorte von 99 Patienten mit Varikozele [s126] hatten 33 anfangs eine MAR-IgG-Positivität von mindestens 10 %; nach mikrochirurgischer Operation lag die Schwangerschaftsrate im ersten Jahr bei 39 % (25 von 65) der anfangs ASA-negativen gegenüber 14 % (4 von 28) der ASA-positiven Männer (p < 0,05). Die Studie ist teilweise retrospektiv, ohne Kontrollgruppe ohne Operation. Die Analyse der Ätiopathogenese von Božedomov und Kollegen 2012 [s148] (Ätiopathogenese autoimmuner Reaktionen gegen Spermien; 536 Männer aus infertilen Paaren, 82 fertile Kontrollen) fand einen Zusammenhang zwischen MAR-IgG und Skrotaltrauma (Median 15 % mit Trauma gegenüber 0 % ohne; p = 0,002), ein absolutes Risiko, ASA zu finden, von 59 % nach subklinischem Trauma, 78 % nach traumatischer und 63 % nach infektiöser Orchitis, und eine Odds Ratio von 4,0 für Orchitis in der Vorgeschichte bei immunologischer Infertilität; Chlamydien zeigten eine Korrelation, die nach Ausschluss von Männern mit Orchitis, Trauma oder Varikozelenoperation verschwand. Das multivariate Modell war nach Angabe der Autoren statistisch unbefriedigend. In der Kemerowoer Studie von Šmelev und Kollegen 2024 [s48] waren 116 von 1827 Männern (6,35 %) im MAR-IgG-Test positiv (Schwelle über 40 %); die Autoren geben an, keine vergleichbaren Daten anderer Regionen Russlands gefunden zu haben. Počernikov und Kollegen 2019 [s91] (45 Paare, Frauen mit Fehlgeburten in der Vorgeschichte, Gruppen von 17 und 28) fanden eine termingerechte Geburt in 41 % bei ASA-Positivität (MAR mindestens 10 %) gegenüber 82,3 % (p < 0,05) und eine Odds Ratio für Schwangerschaftsverlust von 6,57 (1,67 bis 25,78); die Gruppengrößen im Text sind widersprüchlich (45 gegenüber 46), und die Autoren bewerben im Diskussionsteil ein Präparat. Für Jugendliche mit linksseitiger Varikozele wurden zwei Studien gefunden: Pičugova und Kollegen 2020 [s86] (92 Jugendliche mit Varikozele, 20 ohne) fanden bei keinem Untersuchten Serum-ASA über dem zulässigen Wert und keine Unterschiede nach Varikozelengrad; Kanevskaja und Kollegen 2010 [s163] (75 Jugendliche, davon 34 mit Verlauf) sahen keinen signifikanten postoperativen ASA-Anstieg. Beide Studien nutzen Serum-ASA, die wenig spezifisch für Ejakulat-ASA sind. Die Prozentangaben in [s86] sind zum Teil rechnerisch nicht stimmig (3 von 20 entsprechen 15 %, nicht 11,1 %). Die usbekische Studie aus Fergana [s17] (Diagnostische Bedeutung des MAR-Tests bei Behandlung und Prophylaxe der immunologischen Infertilität bei Männern im Ferganatal) berichtet bei 56 Männern 37 positive (66,1 %, Schwelle über 50 %) – die höchste Rate aller hier erfassten Arbeiten, bei fehlender Kontrollgruppe und vermutlicher Überweisungsselektion; die Daten sind niedrig belastbar. Aus Bischkek stammt die Katamnese von 57 Patienten nach Mumpsorchitis [s130] mit Hodenatrophie bei 29,8 %; Antikörper wurden nicht gemessen, „autoimmun“ ist dort Vermutung. Eine Studie bei 40 Männern mit akuter Epididymoorchitis aus Uljanowsk [s144] fand bei intraskrotaler Hypertension nach 105 Tagen einen weiterhin hohen MAR-Wert (59,4 % gegenüber 20,2 % ohne Hypertension); interne Zahlenabweichungen und ein hoher MAR-Mittelwert bei „gesunden“ Kontrollen (13,3 %) mindern die Belastbarkeit.

Frauenseitige Studien aus dem russischsprachigen Raum. Unigovskaja und Kollegen 2010 [s164, s165] (Tscheljabinsk) untersuchten 108 Frauen mit Infertilität, davon 74 mit Serum-ASA über 65 E/ml, und 23 Kontrollen; die beiden Texte beschreiben dieselbe Kohorte. Khikmatova und Kollegen 2020 [s80] (Buchara, Usbekistan) fanden spezifisches IgE gegen Spermienantigene bei 7 von 40 Frauen mit entzündlich bedingter Infertilität (17,5 %); der Befund betrifft die Allergie gegen Sperma beim weiblichen Partner und nicht die männliche Autoimmunität.

Methodenarbeiten und Übersichten. Nikolaeva und Kollegen verwendeten die Durchflusszytometrie zur ASA-Messung und untersuchten deren Messfehler: Der indirekte Durchflusszytometrietest sei zur quantitativen Bestimmung begrenzt, weil Antigen-Antikörper-Komplexe während der Versuchsmanipulation abgestoßen werden können [s216]; ein Vergleich mit MAR an 76 Ejakulat- und 20 Serumproben [s260], ein In-vitro-Befund zur blockierenden Wirkung weiblicher Seren [s234] und eine Übersicht [s211] ergänzen das. Čerešnev (Chereshnev) und Kollegen 2021 [s65] (Jekaterinburg, englischsprachig) geben einen Überblick zur Pathogenese autoimmuner Infertilität; die Literaturübersicht von Ibišev und Kollegen 2020 [s85] (Immunologische Aspekte der männlichen Unfruchtbarkeit: Literaturübersicht 2016-2020) stützt sich auf nur 10 Quellen ohne systematische Methodik. Die klinische Übersicht „Posttraumatischer Orchitis“ [s98] befasst sich vor allem mit antibakterieller Therapie; Zahlen zur ASA-Bildung enthält sie laut Abstract nicht.

Behandlungsberichte mit Herstellerbeteiligung. Einzelne russische Praxisarbeiten berichten über Präparate und Verfahren; sie werden hier ohne Wirksamkeitsaussage genannt: eine einarmige Auswertung zu einem Nahrungsergänzungsmittel bei 41 Patienten [s107] ohne Kontrollgruppe, mit Herstellerwerbung am Textende; eine Vergleichsstudie zu zwei Zubereitungen bei chronischer abakterieller Prostatitis mit 98 Männern, bei der Mitverfasser aus der Herstellerfirma stammen und die Gruppen zu Beginn nicht gleich waren [s117], sowie die Konferenzzusammenfassung derselben Studie mit abweichend berechneten Kennzahlen [s116]; und eine unkontrollierte Fallserie mit 87 Männern zur Plasmapherese [s92] ohne Messmethode, Nachbeobachtung und Schwangerschaftsraten. Die Qualität schwankt stark. Studentische Kurzbeiträge zu Acetaldehyd und Ethanol [s61, s62] beruhen auf nur zehn Männern ohne Kontrollgruppe; die mechanistische Schlussfolgerung folgt nicht aus den Daten, und die Texte tragen nichts zur Beweislage bei.

Leitlinien. Eigene russische Leitlinien wurden nicht abgerufen; sie sind nur indirekt über Zitate bekannt (der Erlass Nr. 107n in [s91], Andrologie-Leitlinien) und deshalb nicht Teil der Quellenliste.

Register. Ein russisches Register zu ASA wurde nicht gefunden; die Autoren in Kemerowo geben an, keine vergleichbaren Daten anderer Regionen Russlands gefunden zu haben [s48].

Fachzeitschriften. In den Fundstellen erscheinen unter anderem Andrologija i genital'naja chirurgija (Andrologie und Genitalchirurgie), Urologičeskie vedomosti, Vestnik urologii, Medicinskaja immunologija, Medicinskij sovet, Vestnik novych medicinskich technologij, Medicina v Kuzbasse, Pediatričeskaja farmakologija, Vrač und Medicina Kyrgyzstana sowie die Zeitschrift Čelovek. Sport. Medicina; daneben das Journal of Reproductive Immunology und Human Reproduction für die englischsprachigen Arbeiten russischer Zentren.

Erreichbarkeit der Datenbanken. CyberLeninka war erreichbar; die Suchschnittstelle lieferte Treffer mit Kurzfassung, Volltexte der Artikelseiten waren abrufbar, die Zugriffsrate wurde jedoch gedrosselt (HTTP 503 bei schneller Folge). eLIBRARY.ru war nicht erreichbar; Such- und Startseite führten zu einer Fehlerseite. Die muttersprachlichen Suchbegriffe in Europe PMC lieferten praktisch keine Treffer. Weitere CyberLeninka-Treffer (unter anderem zur MAR-abhängigen Spermienbeweglichkeit, zur DNA-Fragmentierung und zur Reproduktionsgesundheit operierter Jungen) wurden nicht ausgewertet.

Arabisch

Umfang. Es liegt keine arabischsprachige Primärliteratur im Fundus vor: Alle erfassten Arbeiten aus dem arabischen Raum sind englischsprachig in PubMed indexiert. Arabische Suchbegriffe wurden eingesetzt („الأجسام المضادة للحيوانات المنوية“, „العقم المناعي“, „التهاب الخصية المناعي“), lieferten aber in Europe PMC praktisch keine Treffer. Vertreten sind Ägypten, Irak, Jordanien, Palästina, Saudi-Arabien und Kuwait. Aussagen über arabischsprachige Zeitschriftenliteratur sind nicht möglich.

Eigene Kohorten. Aus Ägypten stammen klinische Studien zu bestimmten Konstellationen: Abouelgreed und Kollegen 2024 [s36] (Kairo) fanden nach Vasektomie-Umkehr bei 145 Patienten (60 mit niedrigem, 85 mit hohem ASA-Spiegel) keinen signifikanten Zusammenhang zwischen ASA und Schwangerschaft: 13 von 19 (68,4 %) gegenüber 21 von 29 (72,4 %) bei den nur 48 telefonisch erreichten Männern (Fisher-Test p = 0,2). El-Sherbiny und Kollegen 2021 [s67] (Kairo) fanden bei 184 nichtazoospermen Männern vor ICSI keinen Unterschied in Befruchtung (56,3 gegenüber 66,7 %; p = 0,091) oder Schwangerschaft (31,4 gegenüber 32,2 %; p = 0,98), bei niedrigerer Spermienzahl, Motilität und Morphologie der ASA-Positiven. Al-Adl und Kollegen 2014 [s125] (Benha) fanden bei 82 Männern mit Varikozele vor der Operation ASA im Samenplasma bei 17 (21 %); ASA-Positivität war kein Prädiktor der Besserung der Gesamtzahl beweglicher Spermien (Besserung um mindestens 50 % bei 52 Patienten, 63 %), im Gegensatz zu [s126] aus Moskau, mit anderen Endpunkten und anderer Methodik. Hussein und Kollegen 2017 [s101] (Alexandria) fanden bei 30 Männern mit Hepatitis C höhere IgG- und IgA-ASA im Ejakulat als bei 30 Kontrollen. Siam und Hefzy 2011 [s155] (El-Minya) fanden bei 90 infertilen Frauen ASA in 20 % gegenüber 5 % bei 80 gesunden Frauen (p = 0,04), ohne Korrelation zu Chlamydieninfektion; die p-Angabe für Chlamydien-IgG im Abstract (0,87) passt nicht zur Aussage „signifikant höher“. Aus dem Irak berichten Mahdi und Kollegen 2011 [s153] (Bagdad) ASA im Zervikovaginalsekret bei 62,2 % und im Serum bei 64,4 % von 45 infertilen Frauen gegenüber je 3,3 % bei 30 fertilen Kontrollen; die Raten sind weit höher als in den meisten übrigen Quellen, Gründe nennt der Abstract nicht. Die einzige randomisierte Kortikosteroidstudie mit 241 Männern stammt aus Irakisch-Kurdistan [s106] (Erbil). Aus Jordanien kommt die Studie [s158] mit 66 Männern mit und 84 ohne Varikozele, in der ASA bei 26,47 %, 38,46 % und bei Fertilen bei 32,0 % gefunden wurden; die Prozentwerte passen rechnerisch nicht zu den genannten Gruppengrößen (18 von 66 wären 27,3 %), und die hohe Rate bei Fertilen spricht für Testprobleme. Aus Palästina stammt die Studie an 42 Paaren mit unerklärter Infertilität (ASA 14,3 %, 6 von 42) [s114]. Saudi-Arabien liefert Zaki und Kollegen 2023 [s53] (Rattenmodell der testikulären Spermienaspiration) und Alkireidmi und Kollegen 2025 [s18] (Dschidda, 133 Samenproben und In-silico-Modellierung), in der die Schlussfolgerung, IgA verursache nach COVID-19-Impfung oder -Infektion immunogene Infertilität, durch die berichteten Daten nicht gedeckt ist; weder ein Antikörperbefund an den Proben noch ein Vergleich Geimpfter und Ungeimpfter wird im Abstract genannt. Aus Riad stammen eine Studie zu antipaternalen Antikörpern bei habituellen Aborten [s207] (24 Frauen, 6 Kontrollpaare; kein wesentlicher Unterschied) und eine Rattenstudie zur LPS-induzierten Orchitis [s41].

Kuwait. Die Kuwait-Arbeiten von Omu und Kollegen [s235, s237, s238, s229, s222] bilden einen eigenen Strang und überlappen vermutlich in der Studienpopulation. In der Studie an 250 infertilen Paaren und 100 Wöchnerinnen betrug die Inzidenz zirkulierender ASA 18,8 % bei Männern, 17,6 % bei Frauen und 4 % bei Kontrollfrauen (p < 0,02) [s235]; in der Kohorte [s229] 18,8 % der infertilen Männer und 17,7 % der Frauen gegenüber 3,9 % der fertilen Frauen (p < 0,01), ohne ABO-Zusammenhang außer einem Überwiegen von B+/O+-Paaren bei den Fertilen. Die HLA-Typisierungen [s238, s222] fanden bei Frauen mit ASA häufiger die Klasse-II-Haplotypen DR4, DR6 und DQW3, bei Männern DR6 und DQ7, mit nur 15 Kontrollpaaren beziehungsweise 9 fertilen Paaren. Die Prednisolonstudie [s237] (40 Männer behandelt, 37 Kontrollen; Schwangerschaftsrate 20 gegenüber 5 %, p < 0,01) ist als randomisiert indiziert, eine Randomisierung wird im Abstract aber nicht beschrieben, und eine p-Angabe widerspricht der Aussage „signifikant“. Das ist ein Bericht, keine Therapieaussage.

Iran (nicht arabisch, englischsprachig). Iran gehört nicht zum arabischen Sprachraum und wird hier als Nachbarregion geführt, weil die iranische Literatur einen großen Teil der englischsprachigen ASA-Forschung zwischen Türkei und Golf stellt. Die Arbeiten betreffen die Varikozele (Operation: Djaladat und Kollegen 2006 [s181] mit 81 Männern, bei 60 anfangs ASA-negativen stieg bei 48 mindestens ein ASA-Typ an; Bonyadi und Kollegen 2013 [s132] mit 90 Patienten: Serum-ASA 13,6 vor, 21,7 % nach der Operation, p = 0,033, im Samen kein Unterschied), die Genetik (PD-1-Polymorphismus [s123]: ein p-Wert von 0,00001 bei 145 Probanden ist ungewöhnlich und nicht repliziert), Methodenentwicklung [s173] und Proteomik [s115] (Tektin-2 und Triosephosphat-Isomerase als mögliche Antikörperziele), HPV [s83], COVID-19-Obduktionen mit IgG-Ablagerung im Hoden [s37] und eine Fallserie zur Brucellen-Epididymoorchitis mit 50 Patienten ohne ASA-Endpunkt [s50]. Die systematische Übersicht von Haratian und Kollegen 2025 [s22] hat iranische Autoren (Affiliation in Kanada).

Leitlinien und Register. Leitlinien oder Register zu ASA aus dem arabischen Raum wurden nicht gefunden.

Fachzeitschriften. Genannt werden Arab Journal of Urology (Benha), Therapeutic Advances in Urology, Andrologia, Archives of Andrology, Journal of Reproduction & Infertility, Biochemistry Research International, African Journal of Reproductive Health, Veterinary World und weitere internationale Zeitschriften; keine arabischsprachige Zeitschrift ist im Fundus vertreten.

Muster und Grenzen. Ägyptische Gruppen finden bei Vasektomie-Umkehr und ICSI keinen klaren Einfluss der ASA auf Schwangerschaftsraten [s36, s67]. Die Spanne der Raten bei Frauen (Irak 62,2 und 64,4 % [s153], Palästina 14,3 % der Paare [s114]) spricht für Methoden- und Selektionsunterschiede. Hodenentzündung erscheint nur als Tiermodell [s41] oder als Obduktions- und Fallserie [s37, s50].

Erreichbarkeit der Datenbanken. Arab World Research Source (Mandumah) war nicht erreichbar: Die Suchanfrage an search.mandumah.com wurde umgeleitet und mit HTTP 429 beantwortet, arabworld.mandumah.com antwortete nicht; ein weiterer arabischer Index (ASJP, Algerien) antwortete ebenfalls nicht. Europe PMC und die NCBI-E-utilities waren erreichbar. Für den arabischen Raum liegen deshalb ausschließlich englischsprachige PubMed-Arbeiten vor.

Türkisch

Umfang. Sieben Quellen tragen die Kennzeichnung Türkisch; hinzu kommen rund ein Dutzend englischsprachige Arbeiten türkischer Zentren in PubMed-indizierten Zeitschriften (überwiegend 1990er Jahre). Die türkischsprachigen Beiträge aus TR Dizin sind ältere, kleine Studien (1996 bis 2003) und Veterinärarbeiten: Dündar und Ekerbiçer 1997 [s230] (Untersuchung der Häufigkeit der Antispermien-Antikörper-Positivität bei Infertilität) fanden mit ELISA hohe ASA-Titer bei 13,6 % der Männer und 18,1 % der Frauen aus infertilen Paaren, jeweils signifikant mehr als bei fertilen Paaren (p < 0,01); Balcı und Kollegen 2003 [s199] (Vergleich von ELISA und indirekter Immunfluoreszenz beim Nachweis von Antispermien-Antikörpern) fanden bei 71 infertilen Patienten ASA-Raten von 23,9 % (ELISA) und 28,2 % (Immunfluoreszenz) gegenüber 11 % und 7,4 % bei Kontrollen, wobei die ELISA-Rate von 11 % bei Fertilen die Spezifität in Frage stellt; Mertoglu und Kollegen 2021 [s66] (Pilotstudie an 90 Frauen) fanden Serum-ASA bei primärer Infertilität häufiger, in der Peritonealflüssigkeit keinen Unterschied. Veterinärmedizinisch sind Yavaş und Kollegen 2018 [s94] (Untersuchung der immunologischen Infertilität bei Kühen, die trotz wiederholter Besamung nicht trächtig wurden; 50 Kühe, ASA 14,33 %, ein Wert, der sich bei 50 Tieren nicht als Anzahl erklären lässt), Gürbulak und Yıldız 2005 [s189] (Ein Überblick über immunologische Infertilität bei Männern; bezieht sich trotz Titel auf Tiere) und Liman und Fidan 2023 [s51] (Bestandteile der Blut-Hoden-Schranke im Säugetierhoden und ihre Beziehungen zur Fortpflanzung). Ulubay und Kollegen 1997 [s233] (Einsetzen einer Knochenwachs-Prothese nach subkapsulärer Orchiektomie bei Kaninchen und Wirkung auf den Antispermien-Antikörper-Spiegel) fanden keinen signifikanten Unterschied der ASA zwischen den Gruppen. Namlı Kalem und Açar Eser 2016 [s113] (Kontrazeptive Impfstoffe) beschreiben die absichtliche Auslösung antispermaler Immunität als Ziel der Immunkontrazeption.

Englischsprachige Arbeiten türkischer Zentren. Der Schwerpunkt liegt auf experimentellen Modellen von Hodentorsion, Orchitis und Orchiektomie bei Ratte und Kaninchen, die die Kette Schädigung der Blut-Hoden-Schranke, ASA und kontralaterale Schädigung untersuchen: Cesur und Kollegen 2013 [s133] (36 Ratten) sahen nach Orchitis durch E. coli in allen Orchitis-Gruppen erhöhte ASA-Spiegel (p < 0,05); Koşar und Kollegen 1999 [s220] (75 Ratten) fanden nach Hodentorsion Anti-Ratten-IgG gegen Spermienantigene im kontralateralen Hoden; Lekili und Kollegen 1992 [s267] (18 Kaninchen, 20 Kontrollen) berichten, die akute Orchitis sei ein Auslöser der ASA-Bildung, wobei der Kausalschluss aus dem Design nicht belegt ist. Menschliche Daten sind dünn: Öztürk und Kollegen 2011 [s154] fanden bei 37 Paaren nach Mikro-TESE keine signifikanten ASA; Cetinkaya und Kollegen 1994 [s251] sahen nach Varikozelenoperation bei 4 von 25 Männern (16 %) positive Serum-ASA; Isitmangil und Kollegen 1999 [s219] fanden mit zwei Tests bei 15 von 30 Männern mit Varikozele (50 %) ASA und bei keiner der Kontrollen; Sengül und Kollegen 1996 [s239] fanden bei 5 von 18 Männern mit Klinefelter-Syndrom (27,7 %) erhöhte Serum-ASA; Bahraminejad und Kollegen 1991 [s270] fanden bei 109 Prostituierten ELISA-ASA von 43,1 % gegenüber 5 % bei 40 Kontrollen; Taşdemir und Kollegen 1996 [s240] zeigten in vitro eine verminderte Akrosomreaktion durch immobilisierende Seren; Kaleli und Kollegen 2000 [s213] fanden bei Leukozytospermie keine Verschlechterung einzelner Spermienfunktionen; Vural und Kollegen 1999 [s224] fanden bei Trägerinnen einer Kupferspirale keinen signifikanten Unterschied der Serum-ASA (20,7 gegenüber 30,0 %). Falcone und Kollegen 2025 [s21] (Turin, türkische Koautoren) ist die Metaanalyse zur Varikozele.

Leitlinien, Register, Zeitschriften. Eine türkische Leitlinie oder ein Register zu ASA wurde nicht gefunden. Die Suche nach „otoimmün orşit“ in TR Dizin lieferte 7 Treffer, von denen nach Titel keiner die autoimmune Orchitis betraf; „immünolojik infertilite“ lieferte 11 Treffer. Genannt werden Üroloji Bülteni, İnfeksiyon Dergisi, Gülhane Askeri Tıp Akademisi Bülteni, Annals of Medical Research, Harran Üniversitesi Veteriner Fakültesi Dergisi, Kafkas Üniversitesi Veteriner Fakültesi Dergisi, Erciyes Üniversitesi Veteriner Fakültesi Dergisi und Türkiye Klinikleri Jinekoloji Obstetrik Dergisi sowie englischsprachig International Urology and Nephrology, Urologia Internationalis, European Urology und Journal of Pediatric Surgery.

Erreichbarkeit der Datenbanken. TR Dizin (API) war erreichbar, mit Trefferlisten samt türkischem und englischem Abstract; Volltexte wurden nicht abgerufen. DergiPark war nur teilweise erreichbar: Die Suche wurde auf eine Verifikationsseite umgeleitet, eine Trefferliste war nicht abrufbar. Muttersprachliche Anfragen in Europe PMC lieferten praktisch keine Treffer. Die Aussage, die türkischsprachige Literatur sei dünn, gilt daher nur für die erreichten Quellen.

Alle Kapitel und Anhänge (27)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Überblick über die Evidenzlage auf der Ebene der Zusammenfassungen bis Erzählende Übersichtsarbeiten zu Klinik, Diagnostik und Behandlungsstand
  5. Übersichten zur Immunologie von Hoden und Nebenhoden
  6. Vorbemerkung zur Lesart und Häufigkeit von ASA und Zusammenhang mit Samenparametern
  7. Varikozele und ASA und Infektion, Entzündung und Prostatitis
  8. Trauma, Operationen, Samenwegsobstruktion und Kindheit bis Studien an Frauen und Paaren
  9. Diagnostische Vergleichs- und Methodenstudien am Menschen bis Zusammenfassende Einordnung der Beobachtungsstudien
  10. Leitlinien und Standards bis Randomisierte und kontrollierte Studien zu Behandlungsansätzen (nur Wiedergabe)
  11. Kohorten und Beobachtungsstudien am Menschen
  12. Tierversuche und Veterinärstudien
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Koreanisch
  16. Russisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 2)
  23. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 2)
  24. Diagramme
  25. Quellen s01–s143
  26. Quellen s144–s287
  27. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle