Dieses Kapitel ordnet die Literatur nach Sprach- und Herkunftsraum. Die Zuordnung folgt zwei Merkmalen: der Sprache der Veröffentlichung und dem Land der Arbeitsgruppe. Arbeiten, die in englischer Sprache aus einem anderen Land stammen, werden dort besprochen, wo ihr regionaler Zusammenhang für den Leser am nützlichsten ist; Querverweise zeigen Doppelnennungen an. Alle Angaben beruhen auf den Abstracts beziehungsweise, bei den russischsprachigen Texten aus CyberLeninka, auf den gelesenen Volltexten; Volltexte der übrigen Arbeiten wurden nicht ausgewertet. Die Datenbankabfragen fanden am 5. Oktober 2026 statt. Pro Raum werden eigene Kohorten, Register, Leitlinien, Fachzeitschriften, regionale Besonderheiten und die Erreichbarkeit der Datenbanken behandelt. Wo kein Register oder keine Leitlinie gefunden wurde, steht das ausdrücklich da. Das Kapitel gibt Befunde wieder und enthält keine Therapieempfehlung; wo Behandlungsstudien genannt werden, ist nur berichtet, was gemessen wurde.
Zur Größenordnung: Die Quellenliste umfasst 287 Einträge. Nach der Sprachkennzeichnung der Quellen entfallen auf Englisch 243, Chinesisch 67, Japanisch 49, Russisch 19, Türkisch 7, Spanisch 6, Koreanisch 4, Französisch 4, Deutsch 2 und Italienisch 1; Arabisch und Portugiesisch sind nicht belegt (einzelne Quellen tragen mehr als eine Kennzeichnung). Die Verteilung spiegelt weniger die tatsächliche Forschungsleistung der Räume wider als die Erreichbarkeit: Wo Datenbanken geschlossen oder durch Schutzseiten gesperrt waren, fehlt die Literatur im Fundus.
Englisch
Umfang und Rolle. Englisch ist die Sprache der überwältigenden Mehrheit der Fundstellen (243 von 287 Quellen). Das gilt auch für Arbeiten aus Ländern mit eigener Sprache: Aus den Abstracts ergeben sich englischsprachige Studien aus Italien [s79, s88], Brasilien [s178], Polen [s200], dem Iran [s83, s123], Palästina [s114], Indien [s145], Nigeria [s20], der Demokratischen Republik Kongo [s11, s26] und China [s102]. Das Englische ist damit zugleich Sprachraum und Vermittlungssprache der gesamten Forschung. Die Studien verwenden unterschiedliche Tests: Die gemischte Antiglobulinreaktion (MAR) steht bei [s15, s30, s88, s95], der ELISA bei [s67, s114, s145, s20]; Immunfluoreszenz, Agglutination und Immobilisation herrschen in älteren Arbeiten vor [s286, s158, s153]. Prävalenzangaben reichen deshalb von 1,03 % [s15] bis über 30 % [s145] und sind nicht unmittelbar vergleichbar.
Leitlinien. Die am besten abrufbare Leitlinienlage ist englischsprachig. Die AUA/ASRM-Leitlinie in der Webfassung [s78] trägt den Vermerk „Published 2020“ und „Amended 2024“. Statement 19 lautet wörtlich: „Clinicians should not perform antisperm antibody (ASA) testing in the initial evaluation of male infertility“; die Evidenzstufe ist Expert Opinion. Der Diskussionstext nennt als mögliche Auslöser Trauma, Mumpsorchitis, Hodenmalignom, Samenwegsobstruktion und Vasektomie, stellt fest, dass ASA ohne Agglutination vorliegen können, und führt IgA und IgG als vorherrschende Klassen im Ejakulat an. Nach Vasektomie-Umkehr gebe es „no significant associations between levels of ASA and pregnancy outcomes“; die Interpretation sei wegen fehlender Standardisierung und fehlender einheitlicher Normbereiche schwierig. Die beiden PubMed-Abstracts derselben Leitlinie [s71, s72] nennen ASA nicht; sie beschreiben nur die Recherche (PubMed, Embase, Medline von Januar 2000 bis Mai 2019, Evidenzstufen A bis C). Das EAU-Kapitel „Male Infertility“ (Ausgabe 2026) [s04] führt „sperm antibodies“ unter den erweiterten Untersuchungen auf; in der Tabelle der Referenzwerte steht für den MAR-Test und den Immunobead-Test jeweils, es gebe keine evidenzbasierten Referenzwerte, jedes Labor solle eigene Normbereiche an fertilen Männern festlegen. Im Abschnitt Infektionen heißt es, Mykoplasmen könnten die Beweglichkeit vermindern und zur Bildung von Antispermien-Antikörpern führen. Ein eigenes Kapitel zu immunologischer Infertilität fand sich auf der abgerufenen Seite nicht. Die WHO-Leitlinie zur Infertilität [s14] (Entwicklungsgruppe n = 30, GRADE, 40 Empfehlungen und sechs Good-Practice-Aussagen) und der Leitlinienvergleich von Achermann und Kollegen [s01] enthalten in den Abstracts keine Aussage zu ASA; beide sind für die Fragestellung nur indirekt aussagekräftig.
Systematische Übersichten. Mehrere Metaanalysen stützen die englischsprachige Evidenz, mit gemischter Belastbarkeit. Falcone und Kollegen 2025 [s21] fanden bei Männern mit Varikozele mit MAR im Ejakulat 61 von 153 (39,8 %) ASA-positiv gegenüber 22 von 129 Kontrollen (17 %), OR 4,34 (95-%-KI 1,09 bis 17,28), und im Serum-ELISA 33 von 89 (37,1 %) gegenüber 9 von 57 (15,8 %), OR 7,87 (2,39 bis 25,89); für den Immunobead-Test schloss das Intervall mit OR 3,57 (0,81 bis 15,68) die Eins ein. Es gingen nur sechs Studien ein. Zini und Kollegen 2011 [s157] (16 Studien) fanden für das Ausbleiben einer Schwangerschaft nach IVF oder ICSI bei positiven Samen-ASA kombiniert eine OR von 1,08 (0,85 bis 1,38). Haratian und Kollegen 2025 [s22] schlossen 51 Studien mit 23 108 Personen ein (22 702 infertile Männer, 406 fertile Kontrollen); die Vasektomie war der am häufigsten untersuchte und am deutlichsten korrelierte Faktor. Jiang und Kollegen 2016 [s111] berichteten für chronische Prostatitis eine gepoolte OR von 3,26 (1,86 bis 5,71) bei 721 Fällen und 160 Kontrollen. Die Metaanalyse von Cui und Kollegen 2015 [s119] (acht Studien, 238 ASA-positive, 929 ASA-negative Männer) nennt standardisierte Mittelwertdifferenzen von −23,64 für die Konzentration und −16,40 für die Motilität; solche Beträge liegen weit außerhalb des üblichen Wertebereichs standardisierter Differenzen, und der Abstract erklärt das nicht (beim Abruf des Abstracts bestätigt, dass die Zahlen dort so stehen). Ein Cochrane-Review zu ASA wurde nicht gefunden (40 Treffer der Zeitschrift Cochrane Database Syst Rev geprüft, keine einschlägige).
Eigene Kohorten. Die größte berichtete Einzelserie stammt aus Italien: Barbonetti und Kollegen 2019 [s88] werteten 12 296 aufeinanderfolgende Männer einer andrologischen Universitätsambulanz aus; nach Ausschluss von Azoospermie und schwerer Oligoasthenozoospermie blieben 10 025. Die Prävalenz positiver IgG-MAR-Tests betrug 4 %, 3,4 % und 2 % bei Grenzwerten von 10 %, 50 % und 100 %; im Postkoitaltest war nur die 100-%-Positivität unabhängiger Bestimmungsfaktor eines negativen Ergebnisses. Dieselbe Gruppe [s79] verfolgte 108 Männer mit mindestens 50 % IgG-MAR-Positivität (84 erreicht): Die natürliche Lebendgeburtenrate lag bei 4,5 % bei den 44 Männern mit 100 % Positivität und bei 30,0 % bei den 40 Männern mit 50 bis 99 %. Silva und Kollegen 2025 [s30] (2727 Männer, MAR) berichten eine Prävalenz von 1,4 %. Lotti und Kollegen 2018 [s95] fanden positive MAR bei 20 von 181 Männern aus infertilen Paaren (11 %) gegenüber vier von 109 fertilen Männern (3,7 %) und eine Verbindung zu Ultraschallbefunden des Nebenhodens, nicht des Hodens. Negri und Kollegen 2022 [s59] sahen bei 2258 infertilen Männern nach Leistenhernienoperation eine 2,45-fach höhere ASA-Positivität (95-%-KI 1,01 bis 5,99), nach andrologischen Eingriffen eine 3,48-fach höhere (1,70 bis 7,10) im Vergleich zur unselektierten infertilen Gruppe. Eine große Fallzahl bedeutet hier nicht automatisch hohe Aussagekraft: Alle genannten Serien sind retrospektiv, bei schwerer Oligoasthenozoospermie ist der MAR-Test nicht auswertbar, und der Ausschluss dieser Fälle erzeugt eine Selektion.
Widersprüche in der englischsprachigen Literatur. Zum Zusammenhang zwischen ASA und Schwangerschaft nach assistierter Reproduktion liegen gegenläufige Befunde vor. Keine Assoziation zeigen [s157, s67, s192, s114]; niedrigere Befruchtungs- beziehungsweise Schwangerschaftsraten zeigen [s89, s15]. Bei der Varikozele ist die ASA-Rate in der Metaanalyse erhöht [s21], in der jordanischen Studie nicht [s158]. Die Kortikosteroidstudien sind ebenso uneinheitlich: Positive Ergebnisse berichten [s237, s106, s11], negative [s236, s264, s282]; die Gruppen sind klein (n = 10, 14, 20, 36, 46 und 241 in den Studien mit Kortikosteroiden).
Polnische Beiträge. Die erste Häufigkeitsangabe für Polen stammt aus einer englischsprachigen Pilotstudie von 2003 [s200]: Im indirekten Immunobead-Test waren 4,1 % der Frauenseren (n = 194), 7 % der Männerseren (n = 186) und 3,2 % der Zervixschleimproben (n = 155) positiv; 10,4 % der 202 Samenproben trugen Antikörper, bei den Kontrollen gab es keinen positiven Fall. Eine polnischsprachige Durchflusszytometriestudie von 2010 [s161] (Wykorzystanie cytometrii przepływowej do oceny występowania przeciwciał przeciwplemnikowych …; deutsch: Anwendung der Durchflusszytometrie zur Beurteilung des Vorkommens von Antikörpern gegen Spermien im Serum infertiler Erwachsener und präpubertärer Jungen) fand bei Erwachsenen keinen signifikanten Unterschied zu Gesunden, bei Jungen mit Gonadenstörungen dagegen signifikante Unterschiede für alle Isotypen; Immunobead-Test und Durchflusszytometrie korrelierten für IgG nur bei infertilen Erwachsenen (r = 0,507; p = 0,012).
Fachzeitschriften. Genannt werden in den Fundstellen unter anderem Andrology, Andrologia, Fertility and Sterility, Human Reproduction, American Journal of Reproductive Immunology, Journal of Reproductive Immunology, World Journal of Men's Health, Frontiers in Endocrinology und Frontiers in Immunology. Eine Auswertung der Zeitschriftenreichweite wurde nicht vorgenommen; die Liste zeigt nur, wo die Fundstellen erschienen sind.
Register. In keiner der gelesenen englischsprachigen Quellen wurde ein nationales oder internationales Register zu Antispermien-Antikörpern beschrieben. Die Daten stammen aus Einzelzentren, Mehrzentrenstudien und Aktenanalysen; das Fehlen eines Registers ist ein Befund der Recherche, keine Aussage über die tatsächliche Existenz solcher Register.
Erreichbarkeit der Datenbanken. Europe PMC (REST-Schnittstelle) war erreichbar und lieferte Volltextsuche mit Abstracts; die NCBI-E-utilities (esearch, esummary, efetch) waren erreichbar. Die PubMed-Webseite war nach Auftragslage gesperrt (ein Test lieferte HTTP 200, sie wurde aber nicht verwendet). Die Cochrane-Suchseite lieferte HTTP 200, aber Ergebnisse nur per JavaScript. Die Zeitschriftenseiten der AUA (auajournals.org) antworteten mit HTTP 403; die Webfassung der Leitlinie auf auanet.org und das EAU-Kapitel auf uroweb.org waren abrufbar. Eine ESHRE-Leitlinienseite wurde nicht abgerufen.
Tiermodelle und Veterinärstudien mit englischsprachigem Material. Ein großer Teil der englischsprachigen Fundstellen betrifft Tiermodelle der experimentellen Autoimmunorchitis (EAO) und Veterinärstudien. Bei Hunden fanden Goericke-Pesch und Kollegen 2022 [s55] unter zehn azoospermen Tieren in neun Fällen eine nichtobstruktive Azoospermie und bei einem Tier eine chronische immunvermittelte Orchitis; Ferrer und Kollegen 2026 [s05] fanden bei 67 Hunden 14,9 % (10 von 67) IgA-positiv und ASA bei 17,9 % der unbefriedigenden Zuchttiere gegenüber 0 % der befriedigenden. Bei Rindern berichten Ahuja und Kollegen 2026 [s02] eine Fläche unter der Kurve von 0,799 (IgG) und 0,806 (IgA) für die Unterscheidung konzeptiver von nichtkonzeptiven Zyklen bei 58 Kreuzungskühen. Solche Befunde zeigen Mechanismen, ersetzen aber keine Humanstudien.
Deutsch
Umfang. Die deutschsprachige Literatur ist in diesem Feld dünn und alt. Im Fundus stehen genau zwei deutschsprachige Arbeiten mit abrufbarem Abstract: Meisel und Kollegen 1994 in der Zeitschrift Zentralblatt für Gynäkologie unter dem Titel „Spermienantikörper – ein geeigneter Parameter für die Fertilitätsdiagnostik?“ [s253] und Maucher und Kollegen 1975 im Archiv für dermatologische Forschung, „Studie über Spermienantikörper in menschlichen Seren anhand der Immunfluoreszenztechnik“ [s286]. Beide Texte sind im Abstract kurz; Zahlen nennt nur der ältere.
Kohorten. Meisel und Kollegen [s253] fanden keine signifikante Erhöhung der Serumantikörper bei infertilen Frauen und ihren Partnern; die Werte entsprachen denen von Schwangeren oder von Frauen im Klimakterium, und die Bestimmung trage nach Ansicht der Autoren nicht zu einer besseren Diagnostik bei. Der Abstract nennt keine Fallzahlen, die Studie ist als Querschnittstudie gekennzeichnet. Maucher und Kollegen [s286] fanden Antikörper gegen Spermien in den Seren von 6 von 35 Partnerinnen und 5 von 35 Partnern von Paaren mit unerklärter Infertilität, bei 8 von 40 Prostituierten und bei 8 von 18 Männern nach Orchitis und Vasoresektion; bei 20 fertilen Frauen, 25 fertilen Männern und 20 Jungfrauen waren die Seren negativ. Der Antigenort lag überwiegend am Flagellum, an zweiter Stelle am Äquatorialsegment; vorherrschend war IgG, danach IgA. Die Methodik ist veraltet und die Gruppen sind klein, auffällig bleibt der hohe Anteil nach Orchitis (8 von 18). Damit liegt aus dem deutschen Sprachraum ein früher Hinweis auf die Hodenentzündung als Auslöser vor, aber keine Studie neueren Datums.
Leitlinien. In PubMed existieren die Einträge „[Guideline. Immunologic infertility]“ (Krause W, Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft 2005) und ein weiterer Eintrag „[Immunologic infertility]“ (2008) derselben Zeitschrift. Beide Datensätze enthalten keinen Abstract; sie wurden deshalb nicht als Quelle aufgenommen und können hier nicht inhaltlich bewertet werden. Dasselbe gilt für einen Beitrag von 1978 zu Spermaantikörpern und chronisch-entzündlichen männlichen Adnexerkrankungen. Eine AWMF-Leitlinie zum Thema konnte nicht abgerufen werden: Das AWMF-Leitlinienregister lieferte nur eine JavaScript-Hülle von 6,9 KB ohne verwertbaren Inhalt, und auch die Suchschnittstelle gab dieselbe Hülle zurück. Ob eine aktuelle deutschsprachige Leitlinie zum Thema besteht, lässt sich aus den Abrufen deshalb nicht beantworten.
Register. Ein deutsches, österreichisches oder schweizerisches Register zu Antispermien-Antikörpern wurde in den Abrufen nicht gefunden.
Fachzeitschriften. Die beiden auswertbaren Texte stammen aus einer gynäkologischen und einer dermatologischen Zeitschrift (Zentralblatt für Gynäkologie; Archiv für dermatologische Forschung), die einschlägigen Leitlinieneinträge aus dem Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. Eine eigene urologische oder andrologische Fachzeitschrift des Sprachraums erscheint im Fundus nicht.
Regionale Besonderheit. Die deutschsprachige Eigenliteratur im Fundus endet praktisch bei zwei alten Abstracts. Ob deutschsprachige Arbeitsgruppen zum Thema heute vorwiegend auf Englisch publizieren, lässt sich aus den Eingabedateien nicht beantworten, weil sie bei den englischsprachigen Quellen kein Herkunftsland ausweisen; eine Zuordnung wird deshalb nicht behauptet.
Erreichbarkeit der Datenbanken. Europe PMC und die NCBI-E-utilities waren erreichbar und fanden die beiden deutschsprachigen Arbeiten sowie die Einträge ohne Abstract. Das AWMF-Register war nicht auswertbar (siehe oben). Weitere deutschsprachige Datenbanken wurden nicht abgefragt.
Französisch
Umfang. Vier Quellen des Fundus tragen die Sprachkennzeichnung Französisch: ein Übersichtsartikel von 1984 [s283], ein Artikel von 1995 [s247], eine Dissertation aus HAL von 2014 [s128] und eine HPV-Übersicht von 2024 [s40]. Weitere französische PubMed-Einträge (1983 und 1995) enthielten keinen Abstract und blieben unberücksichtigt. Wesentliche Primärdaten zu eigenen französischsprachigen Kohorten enthalten diese Quellen nicht.
Inhalte. De Muylder und Kollegen 1984, „La stérilité d'origine immunologique“ (Die Sterilität immunologischen Ursprungs) [s283] in einer kanadischen Zeitschrift, stellten dar, dass Antispermien-Antikörper bei Frau, Mann oder beiden bei einer kleinen Zahl von Paaren die Ursache nichtorganischer Infertilität sein könnten; die Diagnose gelinge über Postkoitaltest und Labortests, beim Mann bestehe ein Zusammenhang zwischen hohen Samenspiegeln und Infertilität. Behandlungen seien vorgeschlagen worden, es fehlten prospektive Studien. Verpillat und Kollegen 1995, „Auto-anticorps antispermatozoïdes et fertilité“ (Antispermatozoen-Autoantikörper und Fertilität) [s247] in der Reihe Contraception, fertilité, sexualité, schätzen die Häufigkeit von ASA auf 3 bis 15 % bei nicht ausgewählten infertilen Männern, auf 35 % bei Männern mit Symptomen oder Vorgeschichte und auf unter 1 % bei fertilen Männern; MAR-Test und Immunobead-Test werden als Methoden der Wahl genannt, Behandlungsergebnisse als „enttäuschend“ bezeichnet; IVF nach Abtrennung antikörperfreier beweglicher Spermien könne die Aussichten verbessern. Diese Prozentangaben sind Schätzungen einer Übersicht, keine Messungen einer Kohorte. Die Dissertation von Brazdova 2014 [s128] (HAL; Titel: Study of immunological properties of sperm and seminal plasma antigens …, französische Parallelfassung vorhanden) behandelt weibliche Isoimmunisierung: Auto- und Isoimmunisierung könnten bis zu 30 % der berichteten Infertilitätsfälle ausmachen; IgG4 sei die wichtigste Unterklasse gegen Spermienproteine, IgG1 gegen Samenplasmaproteine; neu mit weiblicher Isoimmunisierung verbunden wurden unter anderem Hitzeschockprotein 70 1A/1B, das Hitzeschock-Cognate-Protein 71 kDa und α-Enolase. Es handelt sich um eine Laborstudie ohne klinische Endpunkte. Die HPV-Übersicht [s40] (Chenafi-Adham und Kollegen, Pathogens) beschreibt, dass HPV die Bildung von Antispermien-Antikörpern induzieren kann.
Leitlinien und Register. Französische Leitlinien oder Register zu ASA wurden nicht gefunden. Die Suche in HAL lieferte kein einschlägiges Fachgesellschaftsdokument.
Fachzeitschriften. In den Fundstellen erscheinen das Canadian Medical Association Journal (das den französischsprachigen Beitrag von 1984 veröffentlichte) und die Reihe Contraception, fertilité, sexualité; die französische Fachpresse im Übrigen war nicht erreichbar.
Erreichbarkeit der Datenbanken. HAL war per Programmschnittstelle erreichbar: Die Suche nach „antisperm antibodies“ ergab acht Treffer, die Suche nach „anticorps spermatozoïdes“ neun Treffer, überwiegend ohne Bezug; „anticorps anti-spermatozoïdes“ und „orchite auto-immune“ ergaben keine Treffer. Aus HAL wurden fünf Dokumente aufgenommen [s20, s54, s76, s128, s40], die nicht alle französischsprachig sind. Cairn, die wichtigste französischsprachige Sammlung, antwortete mit HTTP 403 (Schutzseite, die JavaScript verlangt) und war nicht auswertbar. Die Aussage, die französischsprachige Literatur sei dünn, ist daher nur eingeschränkt belegt.
Italienisch
Umfang. Es gibt eine einzige italienischsprachige Quelle mit Abstract: Beretta und Kollegen 1993, „Anticorpi antispermatozoo nelle dispermie di pazienti mielolesi“ (Antispermatozoen-Antikörper bei Dispermie von Patienten mit Rückenmarkverletzung) [s257], im Archivio italiano di urologia, andrologia. Untersucht wurden 29 anejakulatorische Männer mit Querschnittlähmung: ASA fanden sich bei 12 % der 16 Patienten ohne Harnwegsinfektion und bei 38 % der 13 Patienten mit Infektion. Der Abstract ist knapp; die Autoren erwägen, dass der Rückstau von Spermien den Druck im Genitaltrakt erhöht und eine Autoimmunreaktion auslösen kann wie bei der Vasektomie.
Leitlinie. Die italienische NICE-adaptierte Leitlinie der Società Italiana della Riproduzione Umana [s45] (Palomba und Kollegen 2024) beschreibt im Abstract den Adaptationsprozess nach AGREE II durch eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus fünf Fachgesellschaften. Aussagen zu ASA enthält der Abstract nicht. Wichtig für den Sprachraum ist der Hinweis, dass Italien bis dahin keine nationale Infertilitätsleitlinie hatte.
Kohorten. Die bedeutendsten italienischen Datensätze stehen in englischsprachigen Zeitschriften und gehören zu den am besten gestützten Befunden des gesamten Fundus: die Serie von 12 296 Männern von Barbonetti und Kollegen [s88] und die Folgestudie zu Lebendgeburten [s79], die Nebenhodenstudie von Lotti und Kollegen [s95], die Auswertung nach Leistenhernienoperation von Negri und Kollegen mit 2258 Männern [s59] und die Hodentumorserie von Paoli und Kollegen 2009 (190 Patienten, ASA bei 11, also 5,8 %) [s168]. Die Metaanalyse zur Varikozele [s21] wurde unter italienischer Federführung erstellt (Turin) mit türkischen Koautoren. Diese Arbeiten sind sprachlich dem Englischen zugeordnet, regional aber italienisch; sie machen Italien trotz einer einzigen muttersprachlichen Quelle zu einem der aktivsten Forschungsräume im Fundus.
Register und Fachgesellschaft. Ein italienisches Register zu ASA wurde nicht gefunden. Die Startseite der Società Italiana di Andrologia (andrologiaitaliana.it) war erreichbar, die Abfrage mit Suchbegriff lieferte jedoch nur dieselbe Startseite ohne Trefferliste, und der erste Versuch unter andrologia.it scheiterte mit einem Verbindungsfehler. Es wurden keine Dokumente der Fachgesellschaft abgerufen.
Fachzeitschriften. Als muttersprachliche Quelle erscheint das Archivio italiano di urologia, andrologia [s257]. Die Auswertung von Abouelgreed und Kollegen 2024 zur Vasektomie-Umkehr [s36] erschien im Archivio Italiano di Urologia e Andrologia, stammt aber aus Kairo und gehört zur arabischen Region (siehe dort).
Portugiesisch
Zu diesem Raum liegt keine Arbeit in portugiesischer Sprache vor. Die Europe-PMC-Suche in portugiesischer Sprache ergab in beiden Läufen null Treffer. SciELO und LILACS, die beiden naheliegenden Quellen für lateinamerikanische und iberische Literatur, antworteten mit HTTP 403 und einer Schutzseite („Establishing a secure connection“) und waren nicht auswertbar. Daraus folgt nur, dass die portugiesischsprachige Literatur im Fundus nicht abgebildet ist; es folgt nicht, dass es sie nicht gibt. Beiträge aus portugiesischsprachigen Ländern liegen auf Englisch vor: Garcia und Kollegen 2007 [s178] aus São Paulo fanden im direkten und indirekten MAR bei 18,18 % der infertilen Männer ASA, bei fertilen Männern keinen Fall, mit erhöhter Leukozytenzahl und niedrigerem Ergebnis im hypoosmotischen Schwelltest; die Stichprobengröße ist im Abstract nicht beziffert. Als portugiesischer Beitrag wird in der Recherche außerdem die retrospektive Zehnjahreskohorte von Silva und Kollegen 2025 [s30] geführt (2727 Männer, MAR-Test, Prävalenz 1,4 %; bei ≥ 50 % ASA waren Agglutinate, Leukozyten und Hodenvolumen höher), ebenfalls auf Englisch. Die Übersicht von Silva und Kollegen 2021 [s74] nennt eine Prävalenz von 2,6 bis 6,6 % bei infertilen Männern; ein Herkunftsland weisen die Eingabedateien dafür nicht aus. Ein Register, eine Leitlinie oder eine Fachzeitschrift aus dem portugiesischsprachigen Raum wurde nicht gefunden.
Spanisch
Umfang. Sechs Quellen tragen die Kennzeichnung Spanisch: fünf Dokumente aus Dialnet [s134, s139, s180, s273, s287] und ein Abstract zu einem Testkit aus Argentinien [s217]. Die Texte sind Übersichten oder kleine Studien; das Herkunftsland nennen die Abstracts nur für Rosario in Argentinien [s217].
Inhalte. Gonzales Enders 1971, „Estudios sobre los mecanismos inmunológicos de la infertilidad“ (Studien zu den immunologischen Mechanismen der Infertilität) [s287] in der Revista Peruana de Ginecología y Obstetricia, ist der älteste Beleg des Fundus: Bei Kaninchen ließen sich antiseminale Antikörper erzeugen, die Infertilität verursachten; Ovulation und Befruchtung liefen bis zur dritten Zellteilung normal ab, die Störung liege in der Präimplantation oder frühen Implantation. Martínez Gómez 1990, „Infertilidad inmunológica“ [s273] (Revista CES Medicina) gibt an, bis zu 30 % der unerklärten Infertilitäten hätten einen immunologischen Ursprung, und betont den In-vitro-Zervixschleim-Penetrationstest. Solís und Kollegen 2000, „Ventajas de un nuevo kit para la determinación de auto anticuerpos antiespermáticos“ (Vorteile eines neuen Kits zur Bestimmung von Spermien-Autoantikörpern) [s217], untersuchten in Rosario 645 Samenproben von Infertilitätspatienten und 30 fertile Kontrollen; der Kit TAC II erreichte gegenüber MAR-Screen eine Sensitivität von 87 %, eine Spezifität von 100 %, einen positiven Vorhersagewert von 100 % und einen negativen von 98 %. Die Validierung erfolgte durch die Entwickler selbst („developed and validated by our staff“) und nur gegen einen Referenztest. Somolinos und Kollegen 2007, „Estudio de la presencia de leucocitos en muestras de semen posvasectomía“ (Untersuchung auf Leukozyten in Samenproben nach Vasektomie) [s180], fanden in 137 Samenproben nach Vasektomie bei 33 (24 %) eine Leukospermie nach WHO-Kriterien; die Kultur war in 72,7 % negativ, in 18,2 % mit pathologischen Keimen; ASA wurden in 23 Proben bestimmt und waren in 4,3 % positiv. Díaz-García und Flores-Medina 2013 [s134] (Perinatología y Reproducción Humana) beschreiben, dass Mykoplasmen lebende bewegliche Spermien adhärieren und invadieren und durch Membranschäden Autoantigene freilegen können, mit der Möglichkeit einer Autoimmunantwort; das stützt die EAU-Randbemerkung zu Mykoplasmen [s04]. Restrepo und Cardona Maya 2013 [s139] (Actas Urológicas Españolas) und die englische Fassung [s140] fassen die Literatur über 45 Jahre in Spanisch und Englisch zusammen (PubMed, Medline, SciELO, Bücher, graue Literatur): ASA im Blut, Samen oder in Zervixsekreten stören die Funktion der Spermien und damit die Befruchtung.
Leitlinien und Register. Spanischsprachige Leitlinien oder Register zu ASA wurden nicht gefunden.
Fachzeitschriften. Genannt sind Actas Urológicas Españolas, Archivos españoles de urología, Revista Internacional de Andrología, Perinatología y Reproducción Humana, Revista CES Medicina und Revista Peruana de Ginecología y Obstetricia. Das zeigt eine breite Streuung kleiner Zeitschriften, nicht eine zentrale Fachliteratur.
Regionale Besonderheit. Die Quellen betonen die Zervixschleim-Penetrationsprüfung [s273], den Mykoplasmenbezug [s134] und das Verhalten nach Vasektomie [s180]. Die Übersicht von Restrepo und Cardona Maya verweist auf SciELO als wichtige Literaturquelle des Raums, die für diese Recherche nicht zugänglich war.
Erreichbarkeit der Datenbanken. Dialnet war mit HTML-Suche und Artikelseiten erreichbar; fünf Dokumente mit Abstract wurden aufgenommen. Ein weiterer Treffer (Codigo 8493742, Effekt von ASA auf die Spermienmembran) enthielt keinen auslesbaren Abstract und wurde nicht aufgenommen. SciELO und LILACS (BVS) antworteten mit HTTP 403 und waren nicht auswertbar. Die Europe-PMC-Abfragen in spanischer Sprache lieferten nur wenige Treffer; der Abstract zum Testkit [s217] ist über PubMed erreichbar.
Chinesisch
Umfang und Charakter. 67 Quellen tragen die Kennzeichnung Chinesisch. Die klinische Literatur wird von der Zeitschrift Zhonghua Nan Ke Xue (Nationale Zeitschrift für Andrologie) und von Zeitschriften der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) getragen. Von dort stammen zahlreiche kleinere Studien [s99, s97, s129, s203, s185, s183, s100, s184, s204], bei PubMed mit englischem Abstract und englisch übersetztem Titel erfasst; die Volltexte sind chinesisch. Die Terminologie unterscheidet sich: „Immuninfertilität“ wird in chinesischen Arbeiten oft synonym mit ASA-Positivität verwendet, und das Protokoll von Jiang und Kollegen 2021 [s68] stellt fest, es gebe keine einheitliche diagnostische Norm für immunologische Infertilität; als Ausgangsannahme nennt es, 10 bis 20 % der Infertilität seien immunologisch bedingt. Je nach Studie wird die Diagnose über Serum-ASA, Samen-ASA (IBT oder MAR), den Tray-Agglutinationstest oder den Spermienimmobilisationstest gestellt, die Positivraten sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Leitlinien. Eine Leitlinie zu ASA oder immunologischer Infertilität aus dem chinesischen, japanischen oder koreanischen Raum wurde nicht gefunden; der Hinweis auf eine fehlende einheitliche Diagnosenorm steht in [s68]. In den Trefferlisten tauchten Leitlinien aus anderen Ländern nur als Titel auf.
Register. Ein Register zu ASA oder Immuninfertilität wurde im chinesischen Sprachraum nicht gefunden.
Eigene Kohorten. Die große Einzelserie zur Prävalenz stammt aus Shijiazhuang: Zhang und Kollegen 2026 [s15] untersuchten 8265 Ejakulatproben im MAR-Test (Positivität etwa 1,03 %) und verglichen 934 IVF/ICSI-Zyklen; ASA schwächten laut Autoren die Normalbefruchtungsrate in IVF-Zyklen, in ICSI-Zyklen bei einem Grenzwert von 50 % die Normalbefruchtungsrate und die Rate guter Embryonen an Tag 3; Zahlen dazu nennt der Abstract nicht, und die Autoren verweisen auf Rescue-ICSI als mögliche Ursache. Lu und Kollegen 2019 [s89] (Jinan) untersuchten 554 Paare (IVF 399, ICSI 155) mit Serum-ASA des Mannes: In der IVF-Gruppe waren bei Positivität Befruchtungsrate 41,7 gegenüber 54,8 % (P = 0,03), Schwangerschaftsrate 38,5 gegenüber 59,4 % und Lebendgeburtenrate 25,8 gegenüber 42,5 % niedriger; nach Adjustierung für das follikelstimulierende Hormon der Frau und das Alter nennt der Abstract für Schwangerschaft eine OR von 0,630 (0,425 bis 0,932) und für Lebendgeburt eine OR von 1,409 (1,084 bis 1,831), also in entgegengesetzte Richtungen; die Kodierung wird im Abstract nicht aufgelöst. Xu und Kollegen 2020 [s84] fanden mit einem Protein-Biochip bei 368 Patienten mit Infertilität 20,92 % (77 von 368) und bei 116 gesunden Spendern 1,72 % (2 von 116) positiv; die natürliche Schwangerschaftsrate lag bei 6,5 % bei ASA-positiven und 18,9 % bei ASA-negativen Patienten. Der Biochip ist eine Eigenentwicklung, Fallzahlen der Nachbeobachtung fehlen im Abstract. Liu und Kollegen 2017 [s102] (Harbin) untersuchten 981 gesunde Männer nach Schlafdauer und Zubettgehzeit: Der Anteil ASA-positiver Teilnehmer war bei Kurzschläfern erhöht (P < 0,05); die Aussage, der Effekt laufe über vermehrte ASA-Bildung, geht über das Beobachtungsdesign hinaus. Bei Infektionen finden sich große Unterschiede: Bei 3124 infertilen Männern fanden Bei und Kollegen 2017 [s99] eine Immuninfertilität (über den IBT festgestellt) bei 20,3 % der Hepatitis-B-positiven gegenüber 3,3 % der Hepatitis-B-negativen Männer; Zhang und Kollegen 2018 [s97] fanden bei 662 infertilen Männern keinen Unterschied der Gesamt-ASA-Rate zwischen Ureaplasma-positiven und -negativen Männern (43,4 gegenüber 36,5 %), außer bei Serum-IgA (23,6 gegenüber 17,0 %), bei nur 25 Kontrollen. Weitere Kohorten: Liu und Kollegen 2003 [s203] (3432 infertile Männer, 65 fertile Freiwillige) fanden eine ASA-Positivrate von 10,20 % und keinen Einfluss der ASA auf die Akrosinaktivität; Shi und Kollegen 2014 [s129] fanden bei 41 Männern mit Immuninfertilität höhere Interleukin-6- und sICAM-1-Werte im Samenplasma als bei 31 fertilen Kontrollen; Wei und Kollegen 2015 [s122] fanden in einer Kohorte der Li-Volksgruppe in Hainan (136 Personen, 68 Paare) keinen Unterschied der Serum-ASA zwischen fertilen und infertilen Paaren (15,5 gegenüber 18,0 U/ml). Operations- und Verletzungsfolgen: Fu und Kollegen 2006 [s183] sahen bei zehn Patienten nach Entfernung eines durch akute Torsion geschädigten Hodens Serum-ASA, die mindestens 26 Wochen erhöht blieben (ohne Kontrollgruppe, Zahlenwerte nicht im Abstract); Hu und Kollegen 2017 [s100] randomisierten 210 azoosperme Männer auf vier Verfahren der Spermiengewinnung und sahen einen Anstieg der IgM-ASA-Positivrate nach einem Monat bei TESE von 0,00 auf 14,00 % und bei Mikro-TESE von 2,50 auf 15,00 % (jeweils P < 0,05); Lu und Kollegen 2006 [s185] fanden bei 88 Männern keine Änderung der ASA-Rate durch die Vasovasostomie und keinen Einfluss von Positivrate, Intensität und Typ auf die Schwangerschaft, wohl aber eine höhere Schwangerschaftsrate bei Spermienkonzentration über 20 × 10⁶/ml. Hodenmikrolithiasis [s136] und Kryptorchismus nach Orchidopexie vor der Pubertät [s135] erhöhten das ASA-Risiko laut den Studien aus Jinan nicht; Wang und Kollegen 2013 [s142] sahen bei Frauen, die während der Menstruation Verkehr hatten, 6 von 27 subpositiv gegenüber 1 von 30 in der Kontrollgruppe (P < 0,05).
Systematische Übersichten und Metaanalysen mit chinesischen Datenbanken. Die Metaanalyse zur Varikozelenoperation von Li und Kollegen 2026 [s07] durchsuchte unter anderem CNKI, VIP, Wanfang und SinoMed bis zum 30. April 2026 und fand in zehn Vorher-nachher-Studien (13 Vergleiche, 722 Patienten) ein gepooltes Risikoverhältnis der ASA-Positivität nach Operation von 0,42 (0,35 bis 0,52); die mikrochirurgische Untergruppe lag bei 0,32. Drei Studien mit kontinuierlichen Werten wurden wegen extremer Heterogenität (I² = 98 %) nicht gepoolt. Das Design ohne Kontrollgruppe lässt Regression zur Mitte und Messschwankungen offen, und die Autoren halten den klinischen Nutzen der ASA-Testung für Operationsentscheidungen für unklar. Die Prostatitis-Metaanalyse von Jiang und Kollegen 2016 [s111] (Xi'an) und die Metaanalyse von Cui und Kollegen 2015 [s119] (Dritte Militärmedizinische Universität; mit CNKI) sind oben im Englischen genannt.
Traditionelle Chinesische Medizin als eigenes Genre. Auffällig ist der große Anteil an Behandlungsstudien mit Dekokten und Akupunktur, die auf ASA-Negativierung und Schwangerschaft zielen und oft Prednison als Vergleich nutzen [s186, s184, s188, s197, s198, s232]. Hier wird nur berichtet, was die Autoren fanden. Sun und Bao 2006 [s186] (100 Männer mit Yikang-Dekokt, 100 mit Prednison) berichten stärkere ASA-Senkung, höhere Spermiendichte und Schwangerschaftsrate in der Dekokt-Gruppe (P < 0,01), ohne absolute Zahlen der Schwangerschaften im Abstract; Lu und Kollegen 2006 [s184] (90 Männer, 60 mit Huzhangdanshenyin, 30 mit Prednison, drei Monate) eine höhere ASA-Negativierungsrate in der TCM-Gruppe; Fu und Kollegen 2005 [s188] (100 Männer, je 50 in Akupunktur plus Liuwei Dihuang Wan und Prednison) eine Gesamtwirksamkeitsrate von 90 gegenüber 64 % (P < 0,05) ohne definierte Wirksamkeitskriterien; Li und Kollegen 1995 [s244] (Zhibai-Dihuang-Pillen) eine Antikörpernegativierung bei 81,3 % der Paare ohne Kontrollarm. Die Kaninchenserie von Cui und Kollegen und Dai und Kollegen 2003 [s197, s198] (75 Paare) und die Mausstudie von Lai und Kollegen 1997 [s232] sind Tierversuche. Die Metaanalyse von Fan und Kollegen 2024 [s42] (Kunming) fasst 25 randomisierte Studien mit 2563 Fällen zusammen und nennt eine Gesamtwirksamkeits-OR von 6,35 (4,96 bis 8,13), eine Schwangerschafts-OR von 3,53 (2,68 bis 4,63) und eine Negativierungs-OR im Samenplasma von 4,52 (2,72 bis 7,51); die Metaanalyse von Bai und Kollegen 2021 [s64] (13 Studien, 1298 Patienten, Männer und Frauen zusammengefasst) nennt ein Risikoverhältnis der Gesamtwirksamkeit von 1,38 (1,30 bis 1,47) und der Schwangerschaft von 2,04 (1,73 bis 2,40) und räumt die unbefriedigende methodische Qualität der eingeschlossenen Studien selbst ein; beim Wert für Nebenwirkungen (RR 0,24) steht ein Intervall, das den Punktwert nicht einschließt und offenbar vom Schwangerschaftswert übernommen wurde. Die Effektgrößen sind außergewöhnlich groß, die Studien klein, überwiegend unverblindet und einheitlicher Herkunft; ein hochwertiger verblindeter Placebovergleich zu irgendeiner Behandlung fand sich nicht. Eine Therapieaussage folgt daraus nicht.
Grundlagenforschung. Chinesische Gruppen lieferten Biomarker- und Antigenarbeiten: Anti-GAPDHS-Antikörper an 175 immuninfertilen und 237 fertilen Seren [s109] und Anti-ACTL7a-Antikörper mit einer Fläche unter der Kurve von 0,9899 bei männlichen Seren [s110]; die infertile Gruppe wurde aus Tray-Agglutinations-positiven Seren zusammengestellt, was Zirkularität bedeutet. Shi und Kollegen 2007 [s179] zeigten ein Kreuzreaktionsmodell zwischen Ureaplasma urealyticum (UreG) und einem menschlichen Spermienprotein (NASP) im Mausmodell. Hinzu kommen Knockout-Studien zur Toleranz gegenüber Keimzellantigenen [s120, s121] und Hongkonger Arbeiten zu Th17-Zellen, Glukose und Stoffwechsel der Nachkommen [s32, s09, s33]. Diese Befunde stammen aus Tiermodellen.
Fachzeitschriften. Zhonghua Nan Ke Xue ist der zentrale Ort der klinischen Immunologie des Raums; daneben erscheinen Journal of Traditional Chinese Medicine und Zhongguo Zhong Xi Yi Jie He Za Zhi (Chinesische Zeitschrift für integrierte traditionelle chinesische und westliche Medizin) sowie englischsprachige internationale Zeitschriften.
Erreichbarkeit der Datenbanken. CNKI war nicht erreichbar (Verbindungsversuch scheiterte beziehungsweise Weiterleitung), Wanfang antwortete nur mit dem Gerüst einer skriptgesteuerten Seite ohne Trefferdaten. Die chinesischsprachigen Originalquellen in CNKI und Wanfang konnten damit nicht durchsucht werden; sie sind nur indirekt über die Metaanalysen erfasst, die sie ausgewertet haben [s07, s42, s64]. Europe PMC lieferte PubMed-Datensätze mit englischem Abstract; Originaltitel in Schriftzeichen standen dort nicht zur Verfügung.
Japanisch
Umfang und Charakter. 49 Quellen tragen die Kennzeichnung Japanisch, überwiegend Tierstudien zur experimentellen autoimmunen Orchitis sowie Test- und Diagnostikarbeiten. Ein wesentlicher Teil liegt nur auf J-STAGE vor, teils mit englischem, teils nur mit japanischem Abstract. Klinisch prägend ist die Gruppe um Shibahara (Jichi-Universität, Hyogo): Immunobead-Test, Spermienimmobilisationstest, Hemizona-Assay und Postkoitaltest stehen im Mittelpunkt, und die Frage, wann spermiengebundene Antikörper die Befruchtung tatsächlich hemmen. Frauenseitige ASA (spermienimmobilisierende Antikörper) sind stärker im Fokus als in China.
Kohorten und Testarbeiten. Shibahara und Kollegen 2002 [s210] fanden im direkten Immunobead-Test an 275 Ejakulatproben bei 9 Männern (3,3 %) Antikörper auf der Spermienoberfläche (IgG 2,5 %, IgA 1,8 %, IgM 0,4 %); der direkte Immobilisationstest war bei 4 von 6 getesteten Fällen positiv. Shibahara und Kollegen 2003 [s206] fanden an 509 Ejakulatproben bei 18 Männern (3,54 %) ASA; bei 4 von 7 Männern (57,1 %) mit mindestens 80 % beladenen Spermien war die Befruchtungsfähigkeit gehemmt, bei keinem von 8 mit weniger als 80 % (P = 0,01). Koriyama und Kollegen 2013 [s137] bestimmten mit dem Postkoitaltest einen Grenzwert des direkten Immunobead-Tests an 26 positiven und 140 negativen Männern: 20 % unterschied signifikant (P = 0,02), 50 % nicht (P = 0,084); die Gruppe der Positiven ist klein. Takahashi und Kollegen 1992 [s268, s269] (japanischsprachig, englischer Abstract; deutsch: Klinische Bedeutung des direkten Immunobead-Tests beziehungsweise Vergleich von indirektem Immunobead-Test und Spermienimmobilisationstest) fanden bei 290 infertilen Männern IgG-Bindung an mehr als 50 % der Spermien bei 21 (7,2 %) und IgA bei 10 (3,4 %) und bei 75 Patienten 23 im indirekten IBT, davon 14 auch im Immobilisationstest. Shiraishi und Kollegen 2009 [s170] fanden bei 70 Männern mit systemischen Autoimmunerkrankungen fünf mit ASA (7,1 %), bei 80 Kontrollen keinen (P = 0,020). Nakagawa und Kollegen 1999 [s221] sahen bei 20 Frauen mit spermienimmobilisierenden Antikörpern eine niedrigere Befruchtungsrate (57,6 gegenüber 72,4 % bei tubarer Infertilität) und eine höhere Implantationsrate (23,6 gegenüber 8,6 %). Matsuda und Kollegen 1993 [s259] fanden bei 13 Männern mit Samenleiterverschluss nach kindlicher Leistenbruchoperation indirekte IgG-ASA bei 7 (54 %).
Methodenarbeiten. Aus dem Journal Sanfujinka no Shinpo (産婦人科の進歩; Fortschritte der Geburtshilfe und Gynäkologie) stammen Methodenarbeiten zum Spermienimmobilisationstest: ein Mikro-Test [s281] (deutsch: Einfache Messung von Antispermien-Antikörpern im Serum mit einem Mikro-Spermienimmobilisationstest), ein Test mit eingefrorenen Spermien [s280] (deutsch: Spermienimmobilisationstest mit eingefrorenen Spermien; die Beweglichkeit der eingefrorenen Spermien sank über drei Monate von 90 auf 30 %), eine Studie zu Immunglobulinklassen mit Einfluss von IgG4 [s274] (deutsch: Studie zur Immunglobulinklasse und -subklasse spermienimmobilisierender Antikörper im Serum infertiler Frauen und zur neutralisierenden Wirkung von IgG4 auf die Immobilisierungsaktivität). Wakimoto und Kollegen 2021 [s77] bestätigten für 50 Serumproben, dass kryokonservierte Spermien im Immobilisationstest ähnlich reagierten wie frische. Komori und Kollegen 1993 [s263] (deutsch: Analyse des spermienbeschichtenden Antigens, das vom humanen spermienimmobilisierenden monoklonalen Antikörper H6-3C4 erkannt wird) und der Symposiumsbeitrag von Tanaka 2012 [s150] (deutsch: Die Rolle der Zielantigene von Antispermien-Antikörpern) behandeln das Antigen mrt-CD52 und die Hypothese einer Störung der Komplementkontrolle.
Autoimmunorchitis im Tiermodell. Japan hat das Modell in den 1990er Jahren geprägt: Itoh und Kollegen 1991 [s271] (Kagawa) erzeugten bei C3H/He-Mäusen mit bis zu 100 % Inzidenz eine EAO durch Immunisierung mit lebenden syngenen Hodenkeimzellen allein, ohne Adjuvans; Soramoto und Kollegen 1993 [s262] zeigten, dass Keimzellen 6 Wochen alter Mäuse erstmals EAO auslösten, und die japanischsprachige Parallelfassung [s256] ist inhaltlich deckungsgleich (deutsch: Untersuchung der Entwicklung der Autoimmunogenität von Hodenzellen der Maus im Verlauf der postnatalen Entwicklung); beide zählen nicht als unabhängige Evidenz. Itoh und Kollegen 1992 [s265] übertrugen die Erkrankung mit CD4+-T-Zellen. Zur Rolle der Zytokine liegen gegensätzliche Befunde vor: Rekombinantes menschliches Interleukin-6 minderte die EAO [s208], Interleukin-10 verstärkte sie bei Gabe an den Tagen 15 bis 20 [s201], während eine Gentherapie mit humanem Interleukin-10 die Orchitis verminderte [s193]; die Wirkung hängt offenbar von Zeitpunkt und Art der Gabe ab. Naito und Kollegen 2012 [s146, s147] beschrieben das Spätstadium mit bleibendem Reifungsarrest und Nur-Sertoli-Zell-Bild nach abgeklungener Infiltration und stellten die Hypothese auf, die Histopathologie idiopathischer Spermatogenesestörungen könne dem Postentzündungsstadium der Autoimmunorchitis entsprechen. Nagahori und Kollegen [s70, s58] identifizierten mit Phagendisplay 20 hodenzellspezifische Autoantigene, bei GIT1 und HSPA4L führte die Immunisierung in 66 % beziehungsweise 100 % zu EAO. Kongressbeiträge von Noguchi und Kollegen zum Rattenmodell [s124, s131, s93] (deutsch: Autoimmune Orchitis der Ratte durch Spermienimmunisierung; Wirkung der Immunisierung mit Spermien als Antigen auf die Hodenfunktion der Ratte; TNFα-positive Zellen und Störung der Spermatogenese) sind Kongressabstracts mit sehr kleinen Tierzahlen (4 bis 8) ohne Statistik. Sakamoto und Kollegen beschrieben die „sympathische Orchitis“ nach einseitiger Hodenquetschung bei Mäusen [s249, s225]; nach 3 Monaten waren 50 % der Mäuse unfruchtbar, nach 9 Monaten 70 % (keine Gruppengrößen im Abstract).
Humanpathologie und Fallberichte. Nagasawa und Kollegen 2022 [s63] berichten einen Einzelfall: primärer Hypogonadismus nach wiederholter Hodentorsion bei einem 30-Jährigen mit autoimmunem polyglandulärem Syndrom Typ 4; der Fall legt einen autoimmunen Mechanismus nahe, belegt ihn aber nicht allgemein. Sakuma und Den 2001 [s212] stellten 20 in Japan berichtete Fälle granulomatöser Orchitis zusammen (Alter 29 bis 79 Jahre, die präoperative Diagnose gelang nie); einen Immunbefund enthält die Arbeit nicht. Hirai und Itoh 2012 [s149] zitieren nach einer Übersicht von 1984 Autopsiebefunde von Hatakeyama (397 Autopsien): Kein Organ zeige so häufig autoimmune Entzündung wie der Hoden, und etwa 70 % der idiopathischen Spermatogenesestörungen hingen mit Autoimmunität zusammen; die Zahlen wurden an der Originalquelle nicht geprüft.
Leitlinien und Register. Weder eine Leitlinie noch ein Register zu ASA wurde im japanischen Sprachraum gefunden.
Fachzeitschriften. Genannt werden Nihon Sanka Fujinka Gakkai Zasshi (Zeitschrift der Japanischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie), Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi (Japanische Zeitschrift für Urologie), Reproductive Medicine and Biology, Reproductive Immunology and Biology, Sanfujinka no Shinpo und die Jahrestagungsbände der Japanischen Gesellschaft für Fortpflanzungsbiologie.
Erreichbarkeit der Datenbanken. J-STAGE war erreichbar; die Programmschnittstelle lieferte Suchtreffer (149 für 抗精子抗体, 89 für 精巣炎 自己免疫, 16 für 免疫性不妊), und die Artikelseiten mit Abstract waren abrufbar. Viele Treffer sind Tagungsbände ohne Abstract und wurden nicht aufgenommen. CiNii Research war über die offene Suchschnittstelle erreichbar (162 Treffer für 抗精子抗体), die Datensätze enthalten aber keine Abstracts; deshalb wurden keine CiNii-Treffer als Quellen aufgenommen, obwohl sie Titel wie „抗精子抗体と不妊“ (Antispermien-Antikörper und Infertilität; 2002) nachweisen. Die japanische Literatur ist damit nur teilweise abgebildet.
Koreanisch
Die Ausbeute ist sehr gering. Vier Quellen tragen die Kennzeichnung Koreanisch, alle mit englischem Abstract: Lee, Kim und Kim 1987 [s279] (Seoul National University) untersuchten Serum-ASA im Gelatine- und Tray-Agglutinationstest bei koreanischen Männern vor und nach Vasektomie, Vasovasostomie und Epididymovasostomie: Spermienagglutinierende Antikörper (Titer mindestens 1:32) lagen bei 3 % der normospermen Kontrollen und 27 % der vasektomierten Männer vor; vor der Vasovasostomie waren 35 %, zwölf Monate nach erfolgreicher Reanastomose 29 % positiv; das Agglutinationsmuster war zu 56 % Flagellum-zu-Flagellum, 30 % Kopf-zu-Kopf und 14 % gemischt. Fallzahlen nennt der Abstract nicht. Jun und Kollegen 1997 [s231] (Samsung Cheil Hospital, Seoul) verglichen in 60 Zyklen von 44 immunologisch infertilen Patienten Befruchtungsraten: 60,3 % bei ICSI und 60,7 % bei Halb-ICSI gegenüber 42,6 % bei konventioneller IVF; in der männlichen Immuninfertilitätsgruppe 60,7 und 66,7 % gegenüber 27,4 % bei IVF (P < 0,01), mit klinischen Schwangerschaftsraten von 54,5, 33,3 und 25,0 % ohne p-Wert. Die Studie ist retrospektiv, klein und nutzt Zyklen als Analyseeinheit. Han und Kollegen 2010 [s159] (Korea University Ansan) prüften bei 86 älteren Personen, ob ASA mit Alzheimer-Krankheit oder Sprachstörungen zusammenhängen, und fanden keinen Unterschied; ein Randthema. Kim und Kollegen 2026 [s06] (Clinical and Experimental Reproductive Medicine, Seoul) fanden in einer Pilotstudie an 67 gesunden Männern HPV-DNA im Samen bei 10 (14,9 %); ASA (MAR) und DNA-Fragmentationsindex waren bei HPV-Positiven höher, aber nicht signifikant. Leitlinien oder Register zu ASA wurden nicht gefunden. Die koreanischen Datenbanken blieben unzugänglich: KCI zeigte auf der Startseite Erreichbarkeit, die Suchadresse lieferte jedoch eine Fehlermeldung (404); KoreaMed war erreichbar, die Suchabfrage lieferte keine auswertbaren Treffer; DBpia war nicht erreichbar. Eine koreanischsprachige Originalarbeit zu ASA konnte daher nicht abgerufen werden. Dass die koreanische Literatur dünn ist, lässt sich nur eingeschränkt behaupten, weil es an der Erreichbarkeit liegen könnte.