Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Melatonin und weitere Antioxidantien · Kapitel 16 von 24 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Russisch bis Türkisch

Russisch

Die russischsprachige Literatur (42 Quellen mit der Marke Russisch, aus Russland und der Ukraine) besteht überwiegend aus Studien zu Fertigpräparaten und ist zu großen Teilen in einer einzigen Fachzeitschrift konzentriert: „Urologiia“ (Moskau). Die Präparate tragen Markennamen: SpermActin (Acetyl-L-Carnitin, L-Carnitinfumarat, Alpha-Liponsäure), Speroton, Androdoz, BESTFertil, Superlymph und Prostatilen. Einzelsubstanzstudien zu Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Magnesium oder Glutathion fehlen in diesem Fund; Glutathion und Vitamin B12 kommen nur als Bestandteil von Komplexen oder als Messgröße vor. Im Index erscheinen die russischen Artikel mit einer in eckige Klammern gesetzten englischen Titelübersetzung; die russischen Originale konnten nicht eingesehen werden, und in den Abstracts fehlen teilweise vollständige Zahlen wie p-Werte. Die Zuordnung der ukrainischen Arbeiten [s193, s183, s303, s270] zum russischsprachigen Raum ist eine Festlegung der Recherche und kein Befund der Studien.

Klinische Studien. Methodisch häufig sind offene oder halboffene Designs, kleine Gruppen, ungleiche Gruppengrößen (20 gegen 60 bei Gamidov 2019 [s216]; 60 gegen 20 bei Popova 2019 [s223]), selten Placebo und Endpunkte mit Surrogatcharakter; Schwangerschaftsdaten stammen meist aus Befragungen. Die Studie von Gamidov (2017) an 114 Männern nach Varikozelenoperation verglich drei Gruppen zu je 38 offen (SpermActin forte, dasselbe mit Vitaminkomplex, keine Zusatztherapie): Unter SpermActin forte stieg die Kategorie-A-Beweglichkeit um 76,7 %, die DNA-Fragmentierung sank um 22,3 % [s260]. Bei Gamidov (2019) bleibt unklar, ob die Studie doppelblind oder offen war: Der Titel nennt „doppelblind“, der Methodenteil „open-label“; berichtet werden ein Rückgang freier Sauerstoffradikale um 86 % und 13 Schwangerschaften gegenüber einer in der Placebogruppe, ohne Signifikanzangabe für die Schwangerschaftsraten [s216]. Der Titel lautet in der Übersetzung des Index: „[Double-blind, randomized placebo-controlled study of efficiency and safety of complex acetyl-L-carnitine, L-carnitine f…]“ (deutsch: Doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie zu Wirksamkeit und Sicherheit des Komplexes aus Acetyl-L-Carnitin, L-Carnitinfumarat und …; in der Quellenliste abgeschnitten). Ein klarer negativer Befund steht bei Bozhedomov (2017): In einer randomisierten Studie an 173 Männern brachten zusätzliche Carnitine zu Clomifen und einem Vitamin-Spurenelement-Komplex einen Effekt auf die Konzentration, aber keine Verbesserung von Morphologie, progressiver Beweglichkeit und Schwangerschaftsrate [s255]. Die methodisch stärkste Studie des Raums ist die ukrainische von Kopets (2020, Lemberg): randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, acht Zentren, 83 Männer, Kombinationspräparat mit L-Carnitin, L-Arginin, Glutathion, Coenzym Q10, Zink, Vitamin B9, Vitamin B12 und Selen über sechs Monate; nach vier Monaten hatten 29 von 42 Männern (69,0 %) ein normales Spermiogramm gegenüber 9 von 41 (22,0 %) unter Placebo (P < 0,001), Spontanschwangerschaften 10 von 42 (23,8 %) gegenüber 2 von 41 (4,9 %; P = 0,017) [s193]. Glutathion und B12 lassen sich darin nicht einzeln beurteilen. Weitere Präparatestudien betreffen Speroton (60 Männer [s239], 30 Männer ohne Placebo [s259], 113 Paare [s292], 102 Männer mit metabolischem Syndrom [s58]), Androdoz (32 Männer retrospektiv [s94]), DHA (109 Männer, doppelblind, placebokontrolliert, Zahlen im Abstract nicht genannt [s229]), Selen (Nikolaev 1999, ohne Zahlen im Abstract, kontrolliert mit Fertilen statt mit Placebo [s409]) und L-Carnitin (23 % Schwangerschaften bei 60 Männern ohne Kontrollgruppe [s319]). Zwei Arbeiten aus Irkutsk untersuchen nicht näher benannte Antioxidantienkomplexe nach COVID-19, gemessen im Blutplasma statt im Ejakulat [s125, s54]. Bei einer Studie an 98 Männern mit chronischer abakterieller Prostatitis, die den Zinkzusatz isoliert prüfte, beträgt die Therapie nur zehn Tage [s134].

Zink, Rauchen, Region, Ethnie. Eine häufige Fragestellung ist Zink als Marker: In Nowosibirsk fand eine bevölkerungsbasierte Studie an 626 jungen Männern (Median 22,5 Jahre) einen Seminalzinkwert (Median 1.571,8 µmol/l) weit über dem im Serum (23,6 µmol/l) und positive Korrelationen mit Gesamtzahl, Konzentration, progressiver Beweglichkeit und Normalformen (Spearman 0,183 bis 0,286; jeweils p < 0,001) [s170]. Eine Folgestudie an 1.222 Männern, davon 450 Raucher, fand die Effekte starken Rauchens (geringere Samenqualität, niedrigeres Zink, mehr DNA-Fragmentierung) nur bei Slawen (n = 654), nicht bei Burjaten (n = 191); bei Jakuten (n = 125) fand sich ein mäßiger Testosteronabfall [s95]. Die Autoren vermuten eine unterschiedliche Aktivität des seminalen Antioxidanssystems, ohne dass das geprüft wäre. Die Ethnie-Befunde sind eine Besonderheit, die in der westlichen Literatur selten erscheint und nur beschreibend belegt ist. Eine Querschnittsstudie aus Irkutsk, Ulan-Ude und Nowosibirsk beschreibt regionale Unterschiede bei Spermienzahl und α-Tocopherol (Wohnort und Ökologie als Erklärung der Autoren, kein Kausalbeleg) [s277]. Vitamin B12 im Seminalplasma war in Rjasan bei Männern mit chronischer Prostatitis und Asthenozoospermie 3,6-fach, bei Varikozele und Asthenozoospermie 4,4-fach niedriger als in der Kontrollgruppe, ohne Fallzahl im Abstract [s122].

Genetik des Glutathionsystems. Die Glutathion-S-Transferase-Gene sind ein eigener Forschungsstrang: GSTT1 (203 infertile und 227 fertile Männer in Kursk; der Nichtdeletions-Genotyp war stark mit idiopathischer Infertilität und Asthenozoospermie verbunden) [s342], GSTP1 [s165, s195] und Folatstoffwechselgene (275 Männer mit idiopathischer Infertilität gegen 349 Kontrollen in Nowosibirsk; nach Bonferroni-Korrektur kein Polymorphismus signifikant) [s308]. Alle diese Studien zeigen Assoziationen und sagen nichts über die Wirksamkeit von Supplementen.

Übersichten und Experimente. Mehrere russische Übersichten stammen aus dem Umfeld der Präparate: eine zur Teratozoospermie [s258], eine zur Rolle von Antioxidantien mit Hinweis auf mögliche Komplikationen und die Notwendigkeit, oxidativen Stress labordiagnostisch zu sichern [s186], zwei von Korneyev, von denen die jüngere russische Studien zu BESTFertil zusammenfasst und wegen des Produktbezugs in ihrer Sichtweise eingeschränkt ist [s124, s25], eine zu Zink [s171], eine zu Melatonin (bis zu 80 % infertiler Männer hätten erhöhte reaktive Sauerstoffspezies; klinische Studien stünden aus) [s31] und eine zu Lipidperoxidation [s166]. Die früheste Übersicht (1994) behandelt Vitamine und Spermienstoffwechsel [s416]. Experimentell sind Rattenmodelle [s234], Kaninchenversuche nach Bestrahlung und im Varikozelenmodell [s303, s09], ein In-vitro-Versuch zur physiologischen Rolle geringer Mengen reaktiver Sauerstoffspezies [s285] und die einzige Astaxanthin-Arbeit des Raums, die an Lymphozyten von vier Freiwilligen nach Gammabestrahlung keinen Effekt auf Chromosomenaberrationen fand und keine Spermien betrifft [s270].

Erreichbarkeit. CyberLeninka lieferte auf die Suchseite den Statuscode 200, die robots.txt untersagt aber automatisierte Abfragen von /search und /api; nach einer einzelnen Testabfrage wurden keine weiteren Suchanfragen gestellt und keine Treffer übernommen. Abfragen bei eLIBRARY.ru wurden umgeleitet („Object moved“); Suchergebnisse waren nicht erreichbar. Alle russischsprachigen Quellen der Liste stammen deshalb aus dem MEDLINE-Bestand; russische Dissertationen und Regionalzeitschriften fehlen. Der Sprachfilter Russisch in Europe PMC lieferte in der Recherche 121 Datensätze mit Spermien- oder Antioxidantienbezug bei grober Suche, bei der breiten Abfrage der Einleitung 103 rohe Treffer. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.

Arabisch

Im arabischen Raum (76 Quellen mit der Marke Arabisch) erscheinen im Index fast ausschließlich englischsprachige Arbeiten arabischer Institutionen. Arabischsprachige PubMed-Titel zu diesem Thema gibt es praktisch nicht: Europe PMC enthielt einen einzigen Datensatz mit der Sprachkennung Arabisch zu Sperma oder Infertilität, arabische Suchbegriffe blieben ohne Treffer, und der Sprachfilter Arabisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung null Treffer. Die Sprachmarke der Quellenliste bezeichnet hier also die Herkunft der Institution, nicht die Sprache der Veröffentlichung. Dominant sind Ägypten (Kairo, Sohag, Qena, Zagazig), der Irak (Babylon, Bagdad, Hilla), Saudi-Arabien, Jordanien, Kuwait, Katar, Tunesien, Marokko, Algerien, Libyen, der Libanon und Gaza.

Studienserie aus Babylon. Die dichteste Einzelsubstanzliteratur des Raums stammt von einer Gruppe: Alahmar prüfte Coenzym Q10 in zwei Dosen (200 und 400 mg; 35 und 30 Männer, Konzentration stieg von 8,22 auf 12,53 beziehungsweise von 7,58 auf 12,33 Mio./ml; keine Placebogruppe) [s214], bei 50 Männern mit idiopathischer Oligo-Astheno-Teratozoospermie gegen 50 Fertile [s151], bei 65 Patienten gegen 40 Fertile [s148], gegen Selen bei 70 Patienten [s150], in der Dosis 300 mg bei 50 Patienten [s107] und gegen ein Multivitaminpräparat bei 130 Männern, wobei Konzentration und Beweglichkeit unter dem Multivitaminpräparat stärker stiegen [s109]; eine Nachbeobachtung von 178 Männern und 84 Fertilen ergab Schwangerschaftsraten von 24,2 % gegenüber 95,2 %, ohne dass daraus ein Wirksamkeitsbeleg folgt [s108]. Auch Selen 200 µg über sechs Monate (65 Männer, 50 Fertile) wurde geprüft [s70]. Alle Arbeiten stammen vom selben Erstautor und derselben Patientenpopulation der Region; es sind keine unabhängigen Wiederholungen, und eine Mehrfachzählung von Teilnehmern lässt sich aus den Abstracts nicht ausschließen. Dasselbe gilt für die Studien aus Oujda (Marokko): 420 Männer mit SP-Power-Tabletten ohne Kontrollgruppe, mit auf 19,01 Mio./ml steigender Konzentration nach sechs Monaten [s62], und die Folgeauswertung bei Varikozele [s34]. Auch die Gruppe um Mostafa in Kairo trägt mehrere Messstudien bei.

Randomisierte Studien aus Ägypten, Tunesien und dem Maghreb. Higazy (2026, Kairo) prüfte in einer doppelblinden placebokontrollierten Studie an 200 Männern Coenzym Q10, L-Carnitin, beide und Placebo (174 beendeten); unter Mono- und Kombinationstherapie besserten sich alle Samenparameter und die DNA-Fragmentierung, unter Placebo nicht, Zahlen nennt der Abstract nicht [s06]. Elnashar (2025, Kairo) führte eine doppelblinde placebokontrollierte Cross-over-Studie an 100 Patienten durch; auffällig ist, dass die Besserung in der zuerst behandelten Gruppe in den folgenden Placebomonaten anhielt, was sich als Nachwirkung oder zeitliche Entwicklung deuten lässt [s21]. Lahimer (2023, Sousse, Tunesien) schloss 263 Teilnehmer ein (131 Behandlung, 132 Placebo; drei Monate L-Carnitin plus Mikronährstoffe, danach IVF/ICSI); DNA-Fragmentierung (p = 0,01), Beweglichkeit (p = 0,02), klinische Schwangerschaft (p = 0,01) und Lebendgeburt (p = 0,031) besserten sich [s88]. Das ist die einzige doppelblinde randomisierte Studie dieses Funds mit Lebendgeburtenendpunkt innerhalb der drei Räume Russisch, Arabisch und Türkisch. Die Region liefert zudem die einzige Metaanalyse aus diesen drei Räumen: Melhem (2026, Jordanien) wertete 41 RCT mit 3.615 Männern mit idiopathischer Infertilität aus; Antioxidantien waren mit höherer Konzentration (SMD 1,09), progressiver Beweglichkeit (SMD 1,11), Gesamtbeweglichkeit (SMD 0,69) und Normalformen (SMD 0,43) verbunden, aber die Vorhersageintervalle schlossen für alle vier Endpunkte den Nullwert ein, die Heterogenität lag über 80 %, die Sicherheit der Evidenz wurde als sehr niedrig eingestuft (PROSPERO CRD420261289976) [s10]. Antioxidantien sind darin als Klasse zusammengefasst; einzelne Substanzen sind im Abstract nicht getrennt.

Die sieben Hauptsubstanzen im arabischen Raum. Myo-Inositol: Die einzige Humanstudie der drei Räume Russisch, Arabisch und Türkisch ist eine In-vitro-Arbeit aus Sohag (Saleh 2018, Ejakulate von 41 infertilen Männern): Die Kryoüberlebensrate der Beweglichkeit lag mit Inositol bei 40 % gegenüber 30 % (p = 0,041), bei den 26 Proben mit auffälligen Ausgangswerten bei 38 % gegenüber 23 % (p = 0,031); es ist ein gepaartes Laborexperiment mit einer Konzentration ohne Aussage zur Einnahme [s247]. Dazu kommt eine Nanoemulsion im Hengstsperma [s08]. NAC: nur Tier- und Frauenstudien [s42, s172, s337]; eine Pilotstudie an zehn Männern mit Beta-Thalassämie major, die L-Carnitin plus NAC erhielten, zeigte steigende Missbildungsindizes (1,90 auf 2,46), was die Autoren gegen den Einsatz bei Thalassämie deuten; zehn Patienten, keine Kontrollgruppe, Eisenüberladung als besondere Ausgangslage, ein Warnsignal und mehr nicht [s238]. Astaxanthin: nur eine Studie an Büffelbullen, in der Chitosan-Nanopartikel stärker wirkten als freies Astaxanthin und die Schwangerschaftsrate um 24,28 % gegenüber der Kontrolle stieg [s13]. Melatonin: Messstudien (niedrigere Spiegel in Serum und Samen bei Infertilität, in Kairo bei 120 Männern; nach nächtlicher Lichtexposition in Qena) [s371, s187], ein Laborversuch an aufgetauten Humanspermien (ROS minus 12 %, Fragmentierungsindex minus 11 %) [s17] und viele Tierversuche [s106, s135, s04, s197, s157, s110, s61]; eine randomisierte Studie mit eingenommenem Melatonin bei Männern wurde nicht gefunden. Glutathion: Messgröße (niedrigeres reduziertes Glutathion bei Teratozoospermie in Monastir [s181], Zusammenhang mit Vitamin-B6-Mangel in Jordanien [s46]), Bestandteil eines Mediums [s84] und Tierversuche. Magnesium: ausschließlich Messstudien (niedrigeres Seminalmagnesium bei Infertilen in Bagdad bei 78 infertilen und 41 fertilen Männern, bei Varikozele in Gizeh, in Riad) [s333, s154, s153, s403]; ein Magnesium-Supplement wurde nicht untersucht. Vitamin B12: Übersicht [s254], Folat-Cobalamin-Studie aus Batna (Algerien), in der Serumfolat mit progressiver Beweglichkeit und mit dem DNA-Fragmentationsindex korrelierte und die Autoren zu Vorsicht bei Folatpräparaten mahnen; der Cobalamin-Befund steht nicht im Abstract [s75].

Besonderheiten. Die Region ist von Varikozele-Studien geprägt (Operation gegen Antioxidantien [s158, s12], Marker nach Operation [s154, s402]), von Studien zu Spurenelementen und Rauchen (Kuwait, Saudi-Arabien, Ägypten [s415, s357, s374]) und von traditionellen Stoffen: In den Trefferlisten, die nicht in die Quellenliste aufgenommen wurden, fielen viele Tierstudien zu Schwarzkümmel, Honig, Propolis, Gelée Royale und Pflanzenextrakten auf. Auffällig ist der hohe Anteil von Nanoformulierungen in Veterinärstudien aus Ägypten und Saudi-Arabien [s08, s13]. Registrierungen finden sich vereinzelt (NCT05847257 bei [s79], NCT03361618 bei [s180]). Mehrere Übersichten aus Katar, Ägypten, dem Libanon und Saudi-Arabien fassen die Datenlage zusammen und nennen sie uneinheitlich (zum Beispiel 112 ausgewertete Arbeiten aus der Region Östliches Mittelmeer [s36]; Dosierung, Kombination, Dauer und Patientengruppen unklar [s63]).

Erreichbarkeit. Die Arab World Research Source (EBSCO) leitet die Suche auf eine Anmeldeseite um, ebenso die ergänzend getestete Datenbank Mandumah (Startseite erreichbar, Suche nur mit Anmeldung). Arabischsprachige Zeitschriften sind deshalb nicht erfasst; die Abwesenheit solcher Studien im Bestand bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.

Türkisch

Die türkische Literatur (50 Quellen mit der Marke Türkisch) umfasst beides: einige klinische Studien am Menschen und eine sehr große Zahl von Tierversuchen an Ratte, Maus, Widder, Bulle und Fisch, oft mit Melatonin, Vitamin C und E, Carnitinen, Lycopen oder Pflanzenextrakten. Die Auswahl ist ein Ausschnitt; die Literatur aus der Türkei zu diesem Thema ist deutlich größer, als hier abgebildet ist. Die türkischen Veterinärfakultäten (Elazığ, Konya, Ankara, Aydın, Harran) bilden ein eigenes Forschungsumfeld mit standardisierten Modellen (Cisplatin, Ischämie und Reperfusion, Bisphenol A, Strahlung); die Befunde sind überwiegend positiv, aber Schadstoffmodelle am Tier sind für die Frage nach der Spermienqualität beim gesunden oder subfertilen Mann nur begrenzt übertragbar.

Klinische Studien. Zu NAC liegt eine randomisierte placebokontrollierte Studie vor (Ciftci 2009, Harran-Universität, Şanlıurfa; 120 Männer, 600 mg täglich über drei Monate): Volumen, Beweglichkeit und Viskosität besserten sich, Spermienzahl und Morphologie nicht; der oxidative Status wurde im Plasma statt im Ejakulat gemessen [s348]. Nach Varikozelenoperation prüften drei Studien Antioxidantien: Vitamin E bei 45 Männern über zwölf Monate ohne signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (Ankara) [s274]; orale Antioxidantien bei 90 Patienten (62 gegen 28; Izmir) mit einer klinischen Schwangerschaftsrate von 29 % gegenüber 17,9 % (p = 0,029), bei stark ungleichen Gruppen und unklarer Zusammensetzung [s221]; und 48 subfertile Männer (Samsun; Registrierung NCT06042738), bei denen DNA-Fragmentierung (p = 0,003) und Histon-Protamin-Verhältnis (p < 0,001) in der Behandlungsgruppe sanken, ohne Placebo und mit im Abstract nicht genannter Zusammensetzung [s64]. Ein Präparat mit Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 (Mersin; 100 Männer, sechs Monate) veränderte die Gesamtzahl beweglicher Spermien nicht signifikant, wohl aber FSH, LH und Testosteron gegenüber dem Ausgangswert [s203]; zwei Antioxidantienkombinationen (Diyarbakır; 122 Männer) unterschieden sich nach sechs Monaten nicht, beide ohne Placebo- oder Nullgruppe [s142]. Bemerkenswert sind diese negativen oder unentschiedenen Humanstudien [s274, s203, s142]. Ein neues Spermienwaschmedium mit Serotonin, L-Carnitin und Coenzym Q10 senkte bei 98 Freiwilligen Apoptose, Nekrose und ROS; es ist eine Präparationsstudie in vitro, keine Einnahmestudie [s49].

Messstudien. Die Türkei trägt viele Messstudien zu oxidativem Stress bei: Thiol-Disulfid-Gleichgewicht [s129], antioxidative Kapazität und Zink im Seminalplasma [s388], Carnitin im Seminalplasma (65 Infertile gegenüber 14 Fertile) [s386], Selen und Coenzym Q10 [s298], Kupfer und Eisen [s372], Carnitinprofile [s72], Malondialdehyd, Proteincarbonyle und Nitrotyrosin [s310], Sialinsäure [s128] und Vitamin D bei Infertilen [s244, s118, s23]. Zu Magnesium stammt die älteste Studie des Fundes aus Erzurum (1988): Seminalmagnesium 11,9 ± 3,0 mg/100 ml bei 37 Fertilen gegenüber 6,9 ± 2,1 bei 45 Infertilen; die Autoren sehen es als Kriterium der Prostatafunktion, der Abstract nennt keinen p-Wert [s421]. Zu Glutathion beobachtete eine Studie an 34 Medizinstudenten vor und nach den Abschlussprüfungen niedrigeres Glutathion im Seminalplasma, niedrigeren Beweglichkeitsindex und mehr abnorme Formen während des Prüfungsstresses [s380]; das ist eine Assoziation mit psychischer Belastung, keine Wirkung einer Glutathiongabe.

In-vitro-Studien und Tierversuche. Zu Astaxanthin gibt es einen Gefrierversuch an Proben von 30 normozoospermen Männern (Bolu; 0, 50, 100 und 500 µM; kleinster Beweglichkeitsverlust bei 100 µM, ohne Zahlenwerte im Abstract; keine Aussage zur Einnahme) [s112] und eine Rattenstudie unter Bisphenol A, in der die Oxidationsmarker im Blut nicht signifikant verändert wurden [s02]. Zu Myo-Inositol gibt es nur eine Studie an Fischsperma [s155]. Zu Melatonin liegt eine Reihe von Rattenstudien vor: Varikozele (30 Ratten, Elazığ) [s389], Homocystein [s367], Cisplatin [s370], Hodentorsion [s339, s320], Diabetes [s355], Radiojod, wobei Melatonin nicht alle Parameter besserte [s236], und Hochfrequenzstrahlung [s97]; dazu Widder und Ziegen [s401, s48] und Fischsperma [s198]. Zu NAC gibt es eine Rattenstudie nach Hodentorsion [s334], zu Glutathion zwei Tierstudien [s74, s344]. Zu Coenzym Q10, Carnitinen, Folsäure und den Vitaminen C und E liegen weitere Rattenstudien vor [s217, s11, s311, s362, s218, s350]. Eine Übersicht zu Dattelpalmen-Produkten zeigt, dass türkische Autoren DergiPark, Ulakbim und Akademik Dizin durchsuchen [s249].

Übersichten. Mehrere türkische Übersichten bewerten die Lage zurückhaltend: Wegen schwacher, kleiner Studien fehle für die meisten Nahrungsergänzungen wissenschaftliche Stützung, auch wenn die Literatur einen günstigen Effekt von Antioxidantien beim Mann nahelege [s307]; weitere behandeln die medikamentöse Behandlung der idiopathischen Infertilität [s299] und Carnitine [s379].

Erreichbarkeit. Die türkischsprachige Literatur (DergiPark, TR Dizin) ist in PubMed und Europe PMC kaum abgebildet: Es fanden sich nur sieben türkischsprachige Datensätze zu Sperma oder Samen, keiner zu Antioxidantien; bei der breiten Abfrage der Einleitung ergab der Sprachfilter Türkisch einen einzigen Treffer, einen Tierversuch zu Carnitin bei Hodentorsion (2009; PubMed-ID 20037868), der nicht in der Quellenliste steht. DergiPark leitete die Suche auf eine Verifizierungsseite um; bei TR Dizin war die Startseite erreichbar (Statuscode 200), die Suchseite lieferte nur das Gerüst einer Webanwendung, und die Such-Schnittstelle antwortete mit einem JSON-Syntaxfehler. Die türkischen Hochschulzeitschriften fehlen deshalb in der Zusammenstellung. Mit türkischen Begriffen ergab die Freitextsuche nur Rauschen aus englischen Wörtern in den Abstracts. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.

Alle Kapitel und Anhänge (29)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Lesehinweise und Abgrenzung bis Übersichten und Metaanalysen zu Antioxidantien allgemein
  5. Metaanalysen zu einzelnen Wirkstoffen und Narrative Übersichtsartikel nach Substanz
  6. Übersichten zu Antioxidantien insgesamt und Gesamtbild der Metaanalysen und Übersichten
  7. Lesehinweise bis Glutathion, glutathionabhängige Enzyme und Selen
  8. Totale antioxidative Kapazität und Marker des oxidativen Stresses bis Vitamin D und Carnitine
  9. Genetische Beobachtungsstudien und Mendelsche Randomisierung bis Gesamtbild der Beobachtungsstudien
  10. Leitlinien und Konsensdokumente bis Melatonin
  11. Glutathion bis Selen, Omega-3, Lycopin, Vitamin D, weitere
  12. Tierversuche und Laborarbeiten im Überblick und Zusammenschau und Grenzen der Studienlage
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Koreanisch
  16. Russisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 3)
  23. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 3)
  24. Quellenverzeichnis (Teil 3 von 3)
  25. Diagramme
  26. Quellen s01–s140
  27. Quellen s141–s281
  28. Quellen s282–s428
  29. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle