Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Melatonin und weitere Antioxidantien · Kapitel 10 von 24 · Studienlage: Klinische Studien, Leitlinien und Tierversuche

Leitlinien und Konsensdokumente bis Melatonin

Dieser Abschnitt stellt die Arbeiten einzeln vor, soweit sie am Menschen entstanden sind oder Leitliniencharakter haben. Tierversuche und Laborarbeiten sind nach Modell und Substanz gebündelt, weil sie zahlreich sind und für die Frage nach der Wirkung einer Einnahme beim Mann nur indirekt beitragen. Alle Zahlen stammen aus den Abstracts beziehungsweise den abgerufenen Leitlinientexten; Volltexte wurden nicht ausgewertet. Wo ein Abstract abbricht oder in sich widersprüchlich ist, steht das ausdrücklich dabei. Aussagen wie „die Autoren befürworten“ sind Aussagen der jeweiligen Autoren und keine Empfehlung dieser Studie.

Leitlinien und Konsensdokumente

EAU-Leitlinie, Ausgabe 2021 [s169]. Die Zusammenfassung der Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie hält fest, es gebe „insufficient evidence to support the widespread use of other empirical treatments and surgical interventions in clinical practice (such as antioxidants and surgical sperm retrieval in men without azoospermia)“. Die Autoren sprechen von „low-quality evidence supporting the use of empirical treatments“ und fordern große randomisierte Studien. Methodisch beruht die Fassung auf einer strukturierten Literaturübersicht bis Januar 2021 mit Stärkegrad je Empfehlung. Der Abstract enthält keine Zahlen zu einzelnen Wirkstoffen.

EAU-Leitlinie, Ausgabe 2025 [s29, s20]. Der Abstract der Aktualisierung [s29] nennt als Neuerungen zwei Abschnitte (Exomsequenzierung, probiotische Behandlung) und eine überarbeitete Diagnostik; Antioxidantien erscheinen dort nicht. Der Volltext des Kapitels zur männlichen Infertilität auf der EAU-Webseite [s20] wurde abgerufen. Im Abschnitt „Antioxidant treatment“ steht: „Evidence for the role of antioxidant therapy in male infertility is still conflicting.“ Genannt werden der Cochrane-Review mit 34 RCT und 2.876 Paaren [s329] sowie eine Auswertung mit 61 Studien und 6.264 Männern [s228] mit dem Zusatz „The quality of the reported studies is poor.“ Die MOXI-Studie [s205] habe gezeigt, dass Antioxidantien Spermienparameter und DNA-Integrität gegenüber Placebo nicht verbesserten; die kumulativen Lebendgeburten nach sechs Monaten lagen bei 15 % gegenüber 24 %. „No clear conclusions were possible regarding the specific antioxidants to use.“ Zur Messung reaktiver Sauerstoffspezies sagt das Kapitel, es gebe keine standardisierten Verfahren; die Routinemessung solle experimentell bleiben, bis Tests in randomisierten Studien validiert seien. Zur Leukozytospermie heißt es, die Daten reichten nicht aus, um zu beurteilen, ob Antibiotika und Antioxidantien die Fertilitätsergebnisse verbessern. Einschränkung: Die Webseite nennt kein Stichdatum je Absatz und verweist teils auf ältere Übersichten.

AUA/ASRM-Leitlinie, Aktualisierung 2024 [s47] und Leitlinientext [s44]. Der Abstract der Aktualisierung [s47] beschreibt 4.093 neue Abstracts, 125 eingeschlossene Studienabstracts und 22 Studien in der endgültigen Evidenzbasis; Neuerungen betreffen Y-Chromosom-Mikrodeletionen, MRT des Beckens und Hodensperma bei Nicht-Azoospermie, Antioxidantien erscheinen im Abstract nicht. Der abgerufene Leitlinientext [s44] enthält Statement 45: „Clinicians should counsel patients that the benefits of supplements (e.g., antioxidants, vitamins) are of questionable clinical utility in treating male infertility. Existing data are inadequate to provide recommendation for specific agents to use for this purpose. (Moderate Recommendation; Evidence Level: Grade B)“. In der Erläuterung steht, die Daten ließen vermuten, dass solche Präparate wahrscheinlich nicht schädlich seien, ihr greifbarer Nutzen für die Fertilität aber fraglich sei. Als Beleg wird die 2020 veröffentlichte RCT des NIH Reproductive Medicine Network mit 174 Männern genannt (MOXI [s205]). Aus dem abgerufenen Text ist nicht eindeutig ablesbar, aus welcher Fassung der Leitlinie der Statementtext stammt.

AFU und SALF [s162]. Die gemeinsamen französischen Empfehlungen (Suche in PubMed bis 1. Januar 2020, Evidenzgrade nach HAS 2013) betreffen die Abklärung, nicht die Behandlung: systematische Anamnese, körperliche Untersuchung, zwei Spermiogramme nach WHO-Vorgaben bei Auffälligkeit des ersten, Hodensonografie. Zu Antioxidantien trifft der Abstract keine Aussage.

Global Andrology Forum, Delphi-Leitlinie 2026 [s01]. An der ersten Phase nahmen 151 internationale Fachleute mit mehr als fünf Jahren Erfahrung teil; Aussagen mit mehr als 80 % Zustimmung (Wert über 7 von 10) galten als angenommen. Die ursprünglich acht Aussagen wurden auf 19 erweitert und auf 18 gekürzt. In der zweiten Phase bewerteten 84 erfahrene Ärzte (mehr als zehn Jahre) die Aussagen nach dem GRADE-Ansatz. Vier von 18 Aussagen erreichten keinen Konsens; von den verbleibenden 14 wurden sieben (50 %) als „stark“ und sieben (50 %) als „schwach“ eingestuft. Inhaltlich fasst der Abstract zusammen: Antioxidantientherapie könne oxidativen Stress senken, die Spermienqualität verbessern und möglicherweise Fortpflanzungsergebnisse verbessern; der Nutzen variiere je nach Wirkstoff, Schema und Patientengruppe. Die Leitlinie betone, oxidativen Stress zu dokumentieren und zugrunde liegende Faktoren zu prüfen, bevor eine Antioxidantientherapie beginnt, und warne vor unterschiedsloser oder verlängerter Anwendung. Die Texte der 14 einzelnen Aussagen stehen im Abstract nicht und konnten nicht wiedergegeben werden. Einordnung: Es handelt sich um eine Expertenkonsens-Leitlinie eines internationalen Gremiums, nicht um die Leitlinie einer urologischen Fachgesellschaft; die Daten einer Umfrage unter praktizierenden Ärzten dienten als Bezugspunkt.

Systematische Übersicht als Leitlinienvorschlag, Agarwal 2022 [s147]. 97 Artikel; 52 (53,6 %) waren unkontrollierte offene Studien, 12 (12,4 %) unverblindete RCT, 33 (34,0 %) verblindete RCT. 44 Artikel (45,4 %) prüften Einzelsubstanzen, 31 (32,0 %) Kombinationen, 22 (22,6 %) registrierte Antioxidantienpräparate. Die Autoren schließen, Antioxidantiengabe verbessere Spermienparameter, und leiten Indikationen für Varikozele, unklare und idiopathische Infertilität und veränderte Samenqualität ab. Es ist ein Vorschlag einer Autorengruppe, die in diesem Feld auch eigene Arbeiten veröffentlicht, keine Leitlinie einer Fachgesellschaft. Das MOSI-Konzept [s213] (Male Oxidative Stress Infertility) schlägt vor, infertile Männer mit auffälligem Sperma und oxidativem Stress so zu benennen. Es nennt 30 % bis 80 % infertile Männer mit erhöhten reaktiven Sauerstoffspezies im Sperma und hält fest: „Current treatment protocols for OS, including the use of antioxidants, are not evidence-based and have the potential for complications and increased healthcare-related expenditures.“ Das Oxidations-Reduktions-Potenzial wird als möglicher Messwert genannt, um einer Überdosierung vorzubeugen.

Weitere Stellungnahmen. Eine französische urologische Übersicht [s93] (Literatursuche bis Mai 2023) fasst zusammen, Antioxidantiengabe scheine „certain spermogram parameters“ zu verbessern und „an impact on pregnancy and live birth rates“ zu haben. Eine dänische Stellungnahme zum Cochrane-Review [s326] widerspricht der Schlussfolgerung zu Lebendgeburt und Schwangerschaft: Publikationsverzerrung sei nicht auszuschließen, die meisten Studien seien auf die Samenqualität als Zielgröße angelegt gewesen, Typ und Dosis der Antioxidantien ließen sich aus den vielen Kombinationen nicht ableiten; künftig seien große randomisierte placebokontrollierte Studien nötig. Der deutschsprachige Überblick von Nieschlag [s313] hält fest, dass „most empirical treatments have been demonstrated to be ineffective“; Antioxidantien nennt der abgerufene Abstract nicht. Die Übersicht von Ko [s304] sieht in der Messung reaktiver Sauerstoffspezies eine mögliche prognostische Zusatzinformation, empfiehlt sie aber nicht als Routine; ihr Einfluss auf Befruchtung und Schwangerschaft sei umstritten, auch wegen fehlender Standardisierung.

Nicht prüfbar. Die ESHRE führt auf ihrer Leitlinienseite keine eigene Leitlinie zur männlichen Infertilität (gelistet waren unter anderem „Unexplained infertility 2023“ und „Add-ons 2023“; der Abstract der Add-on-Empfehlungen enthält keine Aussage zu Antioxidantien beim Mann). Das AWMF-Leitlinienregister ließ sich ohne Skriptausführung nicht abfragen; ob eine deutsche S-Leitlinie zu Antioxidantien bei männlicher Infertilität existiert, konnte weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Die Empfehlungen der Società Italiana di Andrologia waren nicht auswertbar.

Zusammenschau der Leitlinien. Die beiden urologischen Fachgesellschaften (EAU, AUA) sehen keine ausreichende Grundlage für die Empfehlung bestimmter Wirkstoffe; die EAU nennt die Evidenz „conflicting“, die AUA stuft den Nutzen als „questionable“ ein. Das Konsensdokument des Global Andrology Forum fällt in der Tonalität zugunsten einer rational begründeten Anwendung aus, verlangt aber die Dokumentation oxidativen Stresses vorab, was die EAU mangels standardisierter Messverfahren als noch nicht routinetauglich beschreibt. Beide Positionen berufen sich auf dieselbe Literatur und kommen zu unterschiedlicher Gewichtung.

Cochrane-Review „Antioxidants for male subfertility“: vier Fassungen

Die vier Fassungen sind keine unabhängigen Replikationen; die Studienmengen überlappen. Ausschlaggebend für die Lesart ist, dass der Schätzer für die Lebendgeburt von Fassung zu Fassung sinkt (OR 4,85; 4,21; 1,79; 1,43).

Showell 2011 [s329]. 34 RCT mit 2.876 Paaren, ausschließlich Männer in Paaren mit assistierter Reproduktion. Lebendgeburt in drei Studien: gepoolte OR 4,85 (95 %-KI 1,92 bis 12,24; P = 0,0008; I² = 0 %), gestützt auf 20 Lebendgeburten bei 214 Paaren. Schwangerschaft in 15 Studien mit 964 Paaren und 96 Schwangerschaften: OR 4,18 (2,65 bis 6,59; P < 0,00001; I² = 0 %). Keine Studie berichtete schädliche Nebenwirkungen. Die Ereigniszahlen für die Lebendgeburt sind winzig; die Autoren verlangen Kopf-an-Kopf-Vergleiche.

Showell 2014 [s306]. 48 RCT mit 4.179 Männern, Dauer 3 bis 26 Wochen, Alter 20 bis 52 Jahre. Lebendgeburt: OR 4,21 (2,08 bis 8,51; P < 0,0001; 4 RCT, 277 Männer; I² = 0 %; 44 Lebendgeburten). Klinische Schwangerschaft: OR 3,43 (1,92 bis 6,11; P < 0,0001; 7 RCT, 522 Männer). Fehlgeburt: OR 1,74 (0,40 bis 7,60; P = 0,46; 3 RCT). Magen-Darm-Beschwerden: OR 1,60 (0,47 bis 5,50; P = 0,46; 6 RCT, 429 Männer). Qualität „very low“ bis „low“ (GRADE). Von 15 Studien mit Finanzierungsangabe nannten vier kommerzielle Quellen, bei 33 fehlte die Angabe. Nur drei von 25 Studien zu Spermienparametern berichteten auch Lebendgeburt oder Schwangerschaft.

Smits 2019 [s228]. 61 Studien, 6.264 Männer, 18 Antioxidantien; in der Metaanalyse 44 Studien, davon nur 12 mit Lebendgeburt oder klinischer Schwangerschaft. Lebendgeburt: OR 1,79 (1,20 bis 2,67; P = 0,005; 7 RCT, 750 Männer; I² = 40 %; 124 Lebendgeburten; „low-quality“). Nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko: Peto-OR 1,38 (0,89 bis 2,16; P = 0,15; 5 RCT, 540 Männer), also kein Nachweis mehr. Klinische Schwangerschaft: OR 2,97 (1,91 bis 4,63; P < 0,0001; 11 RCT, 786 Männer; I² = 0 %). Fehlgeburt: OR 1,74 (0,40 bis 7,60; P = 0,46). Leichte Magen-Darm-Beschwerden: OR 2,51 (1,25 bis 5,03; P = 0,010; 11 RCT, 948 Männer; I² = 50 %; 35 Ereignisse; „very low“).

de Ligny 2022 [s111]. 90 Studien, 10.303 Männer, 20 Antioxidantien; in der Metaanalyse 67 Studien, nur 20 mit klinischer Schwangerschaft und 12 mit Lebendgeburt. Lebendgeburt: OR 1,43 (1,07 bis 1,91; P = 0,02; 12 RCT, 1.283 Männer; I² = 44 %; 246 Lebendgeburten; „very low“); nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko Peto-OR 1,22 (0,85 bis 1,75; P = 0,27; 8 RCT, 827 Männer). Klinische Schwangerschaft: OR 1,89 (1,45 bis 2,47; 20 RCT, 1.706 Paare; I² = 3 %; 327 Schwangerschaften; „low“). Fehlgeburt: OR 1,46 (0,75 bis 2,83; P = 0,27; 6 RCT). Magen-Darm-Beschwerden: OR 2,70 (1,46 bis 4,99; P = 0,002; 16 RCT, 1.355 Männer; 46 Ereignisse; „low“). Die Autoren halten die Gesamtlage wegen Verzerrungsrisiko, lückenhafter Berichte und kleiner Fallzahlen für nicht belastbar.

Weitere Übersichten und Metaanalysen zu Antioxidantien allgemein

Ross 2010 [s343]. 17 RCT, 1.665 Männer. 14 von 17 Studien (82 %) zeigten eine Verbesserung von Samenqualität oder Schwangerschaftsrate; von zehn Studien zur Schwangerschaftsrate sechs mit signifikanter Verbesserung. Nur 11 von 17 berichteten Zuteilungsverdeckung, drei (18 %) eine Intention-to-treat-Auswertung.

Salas-Huetos 2018 [s246]. 28 RCT qualitativ, 15 quantitativ. Mittlere Differenzen der Spermienkonzentration (95 %-KI): Selen 3,91 x 10⁶/mL (3,08; 4,73), Zink 1,48 (0,69; 2,27), Omega-3 10,98 (10,25; 11,72), Coenzym Q10 5,93 (5,36; 6,51). Gesamtmotilität: Selen 3,30 % (2,95; 3,65), Zink 7,03 % (6,03; 8,03), Omega-3 7,55 % (7,09; 8,01), CoQ10 5,30 % (4,98; 5,62), Carnitin 7,84 % (6,54; 9,13); progressive Motilität nur durch Carnitin 7,45 % (6,24; 8,67). Die Autoren warnen vor kleinen Stichproben und „considerable observed interstudy heterogeneity“; die sehr schmalen Intervalle trotz dieser Heterogenität sind auffällig.

Su 2022, Netzwerk-Metaanalyse [s138]. 18 RCT, 1.790 subfertile Männer, acht Wirkstoffe. Konzentration: CoQ10 MD 5,95 (0,05; 10,79), SUCRA 79,4 %. Motilität: Carnitin MD 12,43 (4,07; 20,26), SUCRA 88,7 %; CoQ10 MD 7,33 (0,35; 14,17). Morphologie: Vitamin C höchster Rang (SUCRA 93,6 %), aber nicht signifikant (MD 7,73; -0,94 bis 16,33).

Li 2022, Netzwerk-Metaanalyse [s126]. 23 RCT, 1.917 Patienten, zehn Antioxidantien: L-Carnitin lag bei Motilität (WMD 6,52 %; KI 2,55 bis 10,05) und Morphologie (WMD 4,96 %; KI 0,20 bis 9,73) vorn, Omega-3-Fettsäuren bei der Konzentration (WMD 9,89 x 10⁶/ml; KI 7,01 bis 12,77); auf die Schwangerschaftsrate hatte keiner der Stoffe einen signifikanten Effekt.

Agarwal 2023 [s69]. 45 RCT, 4.332 Männer. Höhere Schwangerschaftsrate unter Antioxidantien ohne relevante Heterogenität; kein Effekt auf Lebendgeburt oder Fehlgeburt (vier Studien) und auf DNA-Fragmentierung (drei Studien); höhere Konzentration, Motilität und normale Morphologie. Der Abstract nennt keine Effektgrößen; die Autoren räumen ein, dass zu Lebendgeburt, Fehlgeburt und Fragmentierung zu wenige RCT vorliegen.

Sharma 2022 [s136]. 20 Studien zu Selen, Carnitin und CoQ10. Schwangerschaftsrate 69/426 (16,2 %) gegenüber 45/401 (11,2 %); P = 0,05. Motilität MD 5,05 (2,77; 7,34), progressive Motilität MD 5,72 (2,77; 8,66), Konzentration MD 6,58 (3,22; 9,93). Die Autoren: Unterschiede klein, Studienqualität schlecht.

Michaelsen 2025 [s28]. 50 RCT mit mindestens zwölf Wochen Behandlung gegen Placebo, bewertet mit RoB 2 und GRADE. Kein Effekt auf Schwangerschaft und Lebendgeburt. Zink, Folsäure und Mehrstoffpräparate (mindestens drei Substanzen) verbesserten die Konzentration; Selen, Carnitin und CoQ10 die Motilität; Alpha-Liponsäure die Morphologie; Vitamin D, Vitamin E und Omega-3 keinen Parameter. Schluss der Autoren: „no convincing evidence of an effect of any dietary supplements on male infertility“. Es ist die jüngste und strengste der abgerufenen Übersichten.

Melhem 2026 [s10]. 41 RCT mit 3.615 Männern mit idiopathischer Infertilität (PubMed, Embase, Scopus, Cochrane CENTRAL, ClinicalTrials.gov, Google Scholar; Januar 2010 bis Januar 2026; PROSPERO CRD420261289976; Drei-Ebenen-Modelle mit Knapp-Hartung-Korrektur; GRADE). Antioxidantien waren mit höherer Spermienkonzentration (SMD 1,09; 95 %-KI 0,10 bis 2,08), progressiver Beweglichkeit (SMD 1,11; 0,32 bis 1,90), Gesamtbeweglichkeit (SMD 0,69; 0,26 bis 1,13) und normal geformten Spermien (SMD 0,43; 0,05 bis 0,82) verbunden. Die Vorhersageintervalle schlossen für alle vier Endpunkte den Nullwert ein. PDE-Hemmer: Konzentration SMD 1,96 (-2,25 bis 6,17), Morphologie SMD 1,28 (-0,47 bis 3,02); Methylgruppen-Donatoren: DNA-Fragmentation SMD -1,17 (-2,82 bis 0,47); alle drei Intervalle schließen den Nullwert ein. Die Heterogenität war erheblich (I² über 80 %). Die Autoren stufen die Sicherheit der Evidenz als sehr niedrig ein und fordern größere Studien mit Lebendgeburten. Antioxidantien sind als Klasse zusammengefasst; einzelne Substanzen wie Myo-Inositol, NAC oder Astaxanthin sind im Abstract nicht getrennt ausgewiesen.

Weitere. Noegroho 2022 [s131]: neun Artikel zur DNA-Fragmentierung, vier mit signifikanter, fünf mit nichtsignifikanter Senkung, keine gepoolten Zahlen. Majzoub und Agarwal 2018 [s242]: 26 Studien mit signifikant positivem Effekt auf Basisparameter, Spermienfunktion, Ergebnisse der assistierten Reproduktion und Lebendgeburtenrate; der Abstract nennt nur die positiven Studien, nicht die Gesamtzahl der geprüften und keine Prüfung auf Publikationsverzerrung. Ioannidou 2022 [s121] (Varikozele ohne Operation): Konzentration WMD +5,86 x 10⁶/mL (1,47 bis 10,24; sechs Studien, 213 Patienten), Gesamtmotilität +3,76 % (0,18 bis 7,34), progressive Motilität +6,38 % (3,04 bis 9,71), Volumen +0,55 mL (0,06 bis 1,04); Morphologie nicht signifikant (+3,89 %; -0,14 bis 7,92); Evidenz „limited“. Eine Mendelsche Randomisierung (Zhang 2025 [s40]) wird im Mechanismenabschnitt behandelt.

Marktanalysen, Garolla 2020 und 2021 [s185, s160]. 21 beziehungsweise 24 in Italien vermarktete Präparate; Zink war mit 70 % der Produkte der häufigste Inhaltsstoff. 2021: drei (12,5 %) hoch, neun (37,5 %) niedrig, zwölf (50,0 %) ohne erwartete Wirksamkeit eingestuft; 15 Präparate (65,2 %) enthielten mindestens einen Stoff ohne Wirksamkeitsbeleg, 21 dosierten wirksame Stoffe unter der minimalen wirksamen Tagesdosis. Die Einstufung beruht auf einer eigenen Bewertungsformel, nicht auf klinischen Ergebnissen.

Metaanalysen aus dem chinesischen Sprachraum. Alle 18 als Metaanalyse geführten Arbeiten stammen von chinesischen Gruppen und durchsuchten überwiegend PubMed, Embase und Cochrane; ausdrücklich chinesische Datenbanken nannten nur [s209] (CNKI, Wanfang, VIP, CBM), [s145] (CBMdisc) und [s113] (CNKI, CBM). Die chinesischsprachige Primärliteratur ist damit nur indirekt erfasst. Die jüngste, 101 Publikationen mit 11.889 Männern umfassende Auswertung [s14] ergab gepoolte SMD von 2,33 (KI 1,73 bis 2,94) für die Konzentration und 1,62 (KI 1,20 bis 2,04) für die Gesamtmotilität; Behandlungen über mehr als sechs Monate wirkten stärker als solche unter drei Monaten, die Autoren lehnen eine definitive Empfehlung ab. Niu [s33] berichtet für Carnitin und CoQ10 bei unerklärter Infertilität aus 16 Studien eine SMD von 2,98 (KI 1,13 bis 7,87) für CoQ10 (Konzentration) und 4,19 (KI 1,60 bis 10,95) für L-Carnitin (progressive Motilität); die weiten Intervalle zeigen große Unsicherheit.

Myo-Inositol

Die Datenlage zu Myo-Inositol beim Mann ist dünn und überwiegend methodisch schwach. Die Treffer zu „inositol sperm“ betrafen meist Inositoltrisphosphat-Signalwege in Spermien und Eizellen oder Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom und wurden nicht aufgenommen. Aus China, Japan und Korea liegt keine Interventionsstudie am Menschen mit Spermienparametern vor; die einzige chinesische Arbeit mit klinischen Endpunkten ist eine Netzwerk-Metaanalyse bei Frauen mit PCOS [s55], die für die Spermienqualität nichts aussagt. Aus dem russischen, türkischen und arabischen Raum fand sich keine Studie mit Einnahme von Myo-Inositol durch Männer; als einzige Humanarbeit aus diesen Räumen gilt die Laborstudie [s247].

Ghaemi 2024, Metaanalyse [s52]. 16 Humanstudien aus 2.240 Treffern (PubMed, Web of Science, Embase); der Abstract wurde im Original geprüft. Gesamtmotilität SMD 0,90 (95 %-KI 0,34 bis 1,46; I² = 0 %; p = 0,001); progressive Motilität SMD 1,48 (0,37 bis 2,59; I² = 0 %; p = 0,008); Testosteron bei Männern mit Oligo-Astheno-Teratozoospermie SMD 0,54 (0,34 bis 0,73; I² = 0 %; p < 0,0001); Spermien mit DNA-Fragmentierung SMD -1,37 (-2,43 bis -0,32; I² = 85 %; p = 0,01). Die Autoren nennen die Datenlage selbst „controversial“. Wie viele der 16 Studien in jede einzelne Analyse eingingen, steht im Abstract nicht; der Titel nennt auch IVF-Ergebnisse, zu denen der Abstract keine Zahl berichtet. Die hohe Heterogenität bei der DNA-Fragmentierung begrenzt die Aussage, und die weiten Intervalle bei den Motilitätsendpunkten trotz I² = 0 % legen kleine Einzelstudien nahe (Vermutung, der Abstract nennt die Studienzahlen nicht).

Gulino 2016 [s276]. Interventionsstudie an 62 Männern in drei Gruppen (gesunde fertile Männer, Männer mit Oligoasthenozoospermie, Kontrollgruppe) im IVF-Zyklus; 4.000 mg Myo-Inositol und 400 µg Folsäure täglich über zwei Monate. Bei Oligoasthenozoospermie stieg die Spermienkonzentration signifikant (nativ und nach Dichtegradient), bei den Gesunden die Zahl nach Dichtegradient; die Motilität besserte sich in keiner Gruppe. Schwächen: Vorher-nachher-Vergleich mit t-Test, Kombination mit Folsäure, kleine Gruppen; im Abstract nicht als randomisiert beschrieben.

Canepa 2018 [s235]. Multizentrische Vorher-nachher-Studie an 143 subfertilen Männern, von denen 100 abschlossen; Myo-Inositol, Alpha-Liponsäure, Folsäure, Betain und Vitamine (Handelspräparat Sinopol®) über 90 Tage. Zunahmen von Konzentration (p = 0,0009), Spermienzahl (p = 0,0017), progressiver Motilität (p = 0,0047), Gesamtzahl motiler Spermien (p = 0,0010) und normaler Morphologie (p < 0,0001). Ausfälle: 8,4 % verloren, 6,8 % durch spontane Schwangerschaft der Partnerin. Keine Kontrollgruppe; der Beitrag des Myo-Inositols ist nicht isolierbar.

Artini 2017 [s253]. Laborstudie: Inkubation von Samenproben normozoospermer und OAT-Männer mit Myo-Inositol (15 µl/ml) verbesserte die progressive Motilität in beiden Gruppen gegenüber Standardmedium. Das betrifft die Aufbereitung im Labor, nicht die Einnahme.

Saleh 2018 [s247]. Ejakulate von 41 infertilen Männern, jede Probe geteilt (1 mg Myo-Inositol in 10 µl gegen 10 µl Medium), 20 Minuten Inkubation vor dem Einfrieren. Kryoüberlebensrate 40 % (25 bis 70 %) gegen 30 % (13 bis 58 %), p = 0,041; bei den 26 Proben mit auffälligen Ausgangswerten 38 % (20 bis 50 %) gegen 23 % (12 bis 30 %), p = 0,031. Gepaartes Design; nur Motilität als Endpunkt, nur eine Konzentration, in vitro.

Übersichten [s208, s256]. Vazquez-Levin und Verón [s208] berichten von „discrete improvement in sperm motility in fresh and frozen-thawed semen“, merken aber an, mehrere Studiendesigns ließen angemessene Kontrollen oder Datenanalysen vermissen; größere randomisierte Studien seien nötig. Condorelli [s256] begründet Myo-Inositol als antioxidativ und die Motilität fördernd und schlägt einen klinischen Algorithmus für Asthenozoospermie vor (keine Zahlen im Abstract). Die Metaanalysen zu NAC und Carnitin [s176, s27] enthalten kein Inositol.

Tier- und Laborarbeiten. Hundespermien: 1 mg/ml im Einfriermedium (1 oder 2 mg/ml geprüft) verbesserte nach dem Auftauen Motilität (57,9 ± 0,4 % gegen 47,8 ± 0,2 %), Vitalität (57,5 ± 0,5 % gegen 44,6 ± 0,6 %), Plasmamembran (56,6 ± 0,4 % gegen 46,2 ± 0,6 %) und Akrosom (59,3 ± 0,5 % gegen 51,8 ± 0,5 %); BAX und ROMO1 waren niedriger, BCL2, PRM2 und PRM3 höher [s224]. Eberspermien: 0,5 mg/ml im Gefriermedium (0,5 bis 2 mg/ml geprüft) verbesserte Motilität, Akrosomintegrität und Befruchtungsfähigkeit [s96]; in der Flüssiglagerung bei 17 °C ergaben 2 mg/ml (2 bis 8 mg/ml geprüft) die beste Motilität und Überlebenszeit [s83]. Eine Übersicht derselben Gruppe beschreibt die Wirkung als dosis- und stadienabhängig und Myo-Inositol eher als „Redox- und Stoffwechselmodulator“ denn als klassisches Antioxidans [s07]. Fischsperma: 5 bis 40 mg im Verdünner verbesserten linear Beweglichkeit und Beweglichkeitsdauer, senkten MDA und TOS und erhöhten TAS und Glutathion [s155]. Hengstsperma: eine Nanoemulsion (1 und 2 mg/ml) verbesserte nach 72 Stunden Kühlung progressive Motilität, Vitalität und Membranintegrität (p < 0,05) und senkte Fehlformen (p < 0,01); Docking-Rechnungen zeigten Bindungsenergien von -4,0 bis -2,31 kcal/mol an mitochondriale Proteine [s08]. Die optimale Konzentration unterscheidet sich zwischen Spezies und Studien.

Einordnung. Eine Metaanalyse mit hoher Heterogenität, zwei Vorher-nachher-Studien (eine mit Kombinationspräparat), mehrere Laborarbeiten und zwei Übersichten. Eine große placebokontrollierte Studie mit Lebendgeburt als Endpunkt wurde nicht gefunden. Die Aussagen beziehen sich auf Samenparameter, nicht auf Geburten.

Astaxanthin

Comhaire 2005 [s378]. Doppelblinde randomisierte Studie an 30 Männern; zusätzlich zur konventionellen Behandlung 16 mg Astaxanthin täglich (Präparat AstaCarox) oder Placebo über drei Monate. Reaktive Sauerstoffspezies und Inhibin B sanken in der Astaxanthin-Gruppe (n = 11) signifikant, die lineare Spermiengeschwindigkeit stieg; in der Placebogruppe (n = 19) nicht. Der Hamster-Oozyten-Test tendierte zur Besserung ohne Signifikanz. Schwangerschaftsraten: Placebo 10,5 % gesamt und 3,6 % je Zyklus, Astaxanthin 54,5 % und 23,1 % (P = 0,028; P = 0,036). Schwächen: sehr kleine, ungleiche Gruppen (11 gegen 19), viele Endpunkte, Schwangerschaft als Nebenergebnis; die Autoren fordern eine größere Studie.

Kumalic 2020 [s194]. Randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Studie an 80 Männern mit Oligo-(Astheno-/Terato-)Zoospermie; 16 mg täglich über drei Monate; 72 schlossen ab (37 gegen 35). Der Abstract wurde im Original geprüft: keine signifikante Änderung von Gesamtzahl, Konzentration, Gesamtmotilität, Morphologie, DNA-Fragmentierung, mitochondrialem Membranpotenzial oder FSH unter Astaxanthin; unter Placebo stiegen Gesamtzahl und Konzentration signifikant. Schluss der Autoren: kein Einfluss auf die Samenparameter. Placebo, Doppelblindung, mitochondriale und DNA-Endpunkte sprechen für die Studie, die Dauer von drei Monaten und das Fehlen von Schwangerschaftsdaten dagegen.

Ayub Mohammed Salih 2024 [s45]. Dreifach verblindete randomisierte Studie an 40 Männern mit klinischer Varikozele und auffälligem Spermiogramm; nach der Operation drei Monate lang 6 mg Astaxanthin täglich oder Placebo. Gesamt- und progressive Motilität stiegen in der Behandlungsgruppe (p < 0,05); die Expression von NRF2, Keap1, SOD2, SOD3 und BCL2 nahm zu (SOD3 nicht signifikant), BAX nahm ab; die Gesamtantioxidantienkapazität im Samenplasma stieg (p < 0,05), der oxidative Gesamtstatus unterschied sich nicht (p > 0,05); TNF-α, IL-1β und IL-6 sanken (p < 0,05). Der Abstract nennt keine Konzentrations- oder Morphologieergebnisse und keine Effektgrößen. Die Operation allein verbessert die Samenqualität, weshalb nur der Vergleich mit Placebo zählt.

Dehpahni 2026, Metaanalyse [s03]. Zehn Studien (drei klinische, sieben Tierstudien; SYRCLE und RoB 2); Abstract im Original geprüft. Beim Menschen keine statistisch signifikante Verbesserung irgendeines Samenparameters gegenüber Placebo („very limited and low-certainty clinical evidence“). In den Tierstudien Verbesserungen von Spermienzahl (MD 27,15), Motilität (MD 11,29 %), Viabilität (MD 15,98 %) und Morphologie (MD -6,78 %; der Abstract zählt dies unter die Verbesserungen und erklärt das Vorzeichen nicht) sowie sinkende Oxidationsmarker. Schwangerschaftsraten wurden nicht erfasst; die Zahlen aus Comhaire [s378] gingen somit nicht ein. Schluss der Autoren: Die humane Evidenz stütze keine klinische Wirksamkeit.

Kombinationspräparate. Li (Foshan, China) behandelte 73 Männer mit idiopathischer Oligozoospermie und 220 mit Asthenozoospermie drei Monate lang mit einer L-Carnitin-Astaxanthin-Kombination (ein Beutel zweimal täglich) [s167]. Bei Oligozoospermie stiegen (Ausgangswert gegen Monat 3) die Konzentration von 10,96 ± 6,09 auf 20,56 ± 14,7 × 10⁶/ml, die Gesamtzahl von 29,78 ± 17,48 auf 66,35 ± 55,91 × 10⁶, die progressive Motilität von 39,8 ± 11,66 auf 49,24 ± 13,45 % und die normale Morphologie von 1,71 ± 1,07 auf 2,59 ± 0,93 %; bei Asthenozoospermie die progressive Motilität von 19,23 ± 8,32 auf 29,11 ± 13,58 %. Der DNA-Fragmentationsindex sank bei Oligozoospermie von 25,87 ± 13,76 % auf 16,48 ± 11,46 % und bei Asthenozoospermie von 26,40 ± 12,28 % auf 15,32 ± 10,89 %. Keine Kontrollgruppe; die Wirkung ist weder von L-Carnitin noch von Spontanverlauf trennbar. Terai (Juntendo) randomisierte 31 Männer auf eine Kombination aus L-Carnitin, Zink, Astaxanthin, CoQ10, Vitamin C, B12 und E oder auf das Kampo-Mittel Hochu-ekki-to für zwölf Wochen [s207]: In der Supplementgruppe besserte sich die Gesamtzahl motiler Spermien signifikant, nicht aber Volumen, Konzentration oder Motilität allein; unter dem Kampo-Mittel kein Parameter. Sehr kleine Stichprobe, kein Placebo, Zahlen nicht im Abstract. Eine Frauenstudie mit Astaxanthin-Kombination bei PCOS vor IVF/ICSI [s51] sagt nichts über männliche Fertilität.

Übersichten. Liu (Nanjing) beschreibt in einer Übersicht, Astaxanthin schütze Spermienmitochondrien, mindere Hitze- und Giftschäden, fördere Kapazitation und Akrosomenreaktion; Zahlen nennt der Abstract nicht [s280].

Tier- und Laborarbeiten. Ratten mit Ornidazol-induzierter Oligoasthenozoospermie, 20 mg/kg und Tag über drei Wochen: Motilität von 45,3 ± 8,7 auf 66,3 ± 8,9 % (niedrige Ornidazoldosis) beziehungsweise von 17,9 ± 3,5 auf 27,3 ± 5,3 % (hohe Dosis), Nebenhoden-SOD von 116,7 ± 25,3 auf 146,1 ± 23,8 U/mg, MDA von 1,68 ± 0,45 auf 1,19 ± 0,42 nmol/mg [s263]. Diabetische KKAy-Mäuse (10, 50, 100 mg/kg): Blutzucker sank, Spermiendichte und Morphologie verbesserten sich, Zahlen im Abstract fehlen [s188]. Mäuse unter Hitzestress: 50 und 100 mg/kg/Tag minderten die Einbußen bei Motilität, Vitalität und Morphologie [s37]. Alternde Hähne (96 Tiere, 0, 25, 50, 100 mg/kg, sechs Wochen): bessere Samenqualität und höhere MAPK/Nrf2-Expression bei 50 bis 100 mg/kg [s159]; dosisabhängig höhere Hormonspiegel, Atmungskettenaktivität und mitochondriales Membranpotenzial, niedrigere ROS [s116]. Hahnensperma in der Kryokonservierung: 1 µg/ml am wirksamsten [s68]; Eberspermien bei 17 °C: 0,25 µg/ml verbesserte die Motilität am fünften Tag [s120]. Minischweinsperma (10 bis 500 µM) [s240] und Hundesperma (1 µM am besten; intakte Membranen 55,7 ± 0,6 % gegen 51,3 ± 0,9 %, aktive Mitochondrien 54,9 ± 0,5 % gegen 42,6 ± 0,6 %) [s199]. Eine japanische Fütterungsstudie an Zuchtebern (3 Kontrolltiere, 4 mit Astaxanthin, zwei Monate) fand keinen Effekt auf Samenparameter vor Lagerung, nach sieben Tagen Flüssiglagerung bei 15 °C jedoch höhere Motilität [s271]. Humanes Gefriersperma von 30 normozoospermen Männern (0, 50, 100, 500 µM): geringster Motilitätsverlust bei 100 µM, Zahlen nicht im Abstract [s112]. Lymphozyten von vier Freiwilligen, 20 µg/ml nach Bestrahlung mit 1,0 Gy: kein Effekt auf Chromosomenaberrationen (72,35 ± 1,17 gegen 2,46 ± 0,30 je 100 Metaphasen ohne Bestrahlung) oder Comet-Test; keine Spermien [s270]. Ratten unter Bisphenol A (je 8 Tiere): Johnsen-Score und Tubulusdurchmesser besserten sich, Bax normalisierte sich (p < 0,001), Bcl-2 nicht (p = 0,487); die Oxidationsmarker im Blut änderten sich nicht signifikant, ein antioxidativer Mechanismus ist damit in dieser Studie nicht belegt [s02]. Büffelbullen (40 Ejakulate von fünf Bullen): Astaxanthin-Chitosan-Nanopartikel wirkten stärker als freies Astaxanthin (127 µM); die Schwangerschaftsrate lag um 24,28 % über der Kontrolle [s13].

Einordnung. Zwei kleine RCT mit gegensätzlichem Ergebnis, eine kleine postoperative RCT, eine Metaanalyse ohne signifikanten Effekt beim Menschen und unkontrollierte Kombinationsstudien. Lebendgeburtsdaten fehlen. Die Tierdosen (zum Beispiel 10 bis 100 mg/kg bei Mäusen) sind nicht auf Menschen übertragbar.

N-Acetylcystein (NAC)

Safarinejad und Safarinejad 2009 [s349]. Randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Studie an 468 Männern mit idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie, vier Gruppen: Selen 200 µg täglich (n = 116), NAC 600 mg täglich (n = 118), beide (n = 116) oder Placebo (n = 118); 26 Wochen Behandlung, 30 Wochen Nachbeobachtung. FSH sank, Testosteron und Inhibin B stiegen; alle Samenparameter verbesserten sich signifikant, die Kombination wirkte additiv. Die Summe der Konzentrationen von Selen und NAC im Samenplasma korrelierte mit Konzentration (r = 0,67), Motilität (r = 0,64) und Morphologie (r = 0,66; jeweils p = 0,01). Die Autoren „advocate their use“, was ihre Aussage ist. Stärke: Größe und Dauer. Schwächen: keine Effektgrößen oder Konfidenzintervalle im Abstract; eine einzelne Arbeitsgruppe, dieselbe wie bei der Omega-3-Studie [s328].

Ciftci 2009 [s348]. 120 Männer mit idiopathischer Infertilität, 600 mg NAC täglich oder Placebo über drei Monate (je 60). Besserung von Volumen, Motilität und Viskosität des Ejakulats; im Serum höhere Gesamtantioxidantienkapazität, niedrigere Peroxide und niedrigerer oxidativer Stressindex; kein Unterschied bei Zahl oder Morphologie. Der oxidative Status wurde im Serum, nicht im Ejakulat gemessen; Zahlenwerte stehen nicht im Abstract.

Jannatifar 2019 [s220]. 50 Männer mit Asthenoteratozoospermie, 600 mg NAC täglich über drei Monate, Vergleich mit dem Zustand vor der Behandlung (kein Placebo, obwohl PubMed die Arbeit als randomisierte Studie einordnet). Nach der Behandlung stiegen Zahl und Motilität, abnorme Morphologie, DNA-Fragmentierung (TUNEL) und Protamindefizit (CMA3) sanken (P < 0,05); FSH und LH sanken, Testosteron stieg; Gesamtantioxidantienkapazität stieg, Malondialdehyd sank. Ohne Parallelkontrolle nicht von Spontanschwankungen abgrenzbar.

Metaanalysen [s176, s27, s178]. Wei 2021 [s176]: sieben Artikel mit 621 Patienten; Carnitin/Acetylcarnitin und NAC verbesserten die Motilität (p = 0,03 beziehungsweise p < 0,0001) und die normale Morphologie (p = 0,006 beziehungsweise p = 0,0002); NAC erhöhte zusätzlich Konzentration (p < 0,00001) und Ejakulatvolumen (p = 0,002); Serumhormone änderten sich unter NAC nicht. Zhou 2021 [s178] (drei RCT, 431 Männer mit idiopathischer Infertilität): NAC erhöhte die Konzentration (MD 3,80; p < 0,00001), das Volumen (MD 0,69; p = 0,002), die Motilität (MD 4,69; p < 0,0001) und die normale Morphologie (MD 1,68; p = 0,0002); keine Unterschiede bei Testosteron (MD 1,35; p = 0,21), LH, FSH und Prolaktin. Ma 2025 [s27] (sieben RCT, vier zu Carnitin, drei zu NAC): Carnitin erhöhte Konzentration (p < 0,001), Morphologie (p = 0,03), Motilität (p = 0,02) und Testosteron (p < 0,001); NAC die ersten drei Parameter und das Volumen (p = 0,002). Die Arbeiten überschneiden sich vermutlich stark; die NAC-Aussagen beruhen auf nur drei RCT, ohne Konfidenzintervalle im Abstract, und keine enthält Schwangerschaftsdaten.

Ethylcystein, kein NAC. Akiyama (Okayama): zehn Männer, randomisierte Überkreuzstudie, 600 mg/Tag Ethylcystein gegen 600 mg/Tag Vitamin E, je drei Monate mit vier Wochen Auswaschphase [s408]. Dichte und Motilität besserten sich nicht; die ROS-Spiegel sanken nur unter Ethylcystein; beide Stoffe erhöhten den Serum-, nicht den Seminalplasmaspiegel. Die Substanz ist ein verwandter Cysteinabkömmling, und der Schluss auf Wirksamkeit aus der ROS-Senkung bei unveränderten klassischen Parametern ist eine Deutung des Autors.

Warnsignal und Frauenstudie. Elsedfy 2018 [s238]: Pilotstudie bei Männern mit Beta-Thalassämie major (20 Männer, davon 10 azoosperm; 10 analysiert), sechs Monate L-Carnitin plus NAC; der Missbildungsindex stieg von 1,90 ± 0,33 auf 2,46 ± 0,61, der Teratozoospermie-Index von 1,59 ± 0,22 auf 1,86 ± 0,28. Die Autoren schließen, die Antioxidantien hätten Missbildungen verstärkt. Zehn Patienten, keine Kontrolle, Eisenüberladung als besondere Ausgangslage: ein Warnsignal, mehr nicht. Elgindy 2010 [s337]: Frauen vor ICSI bei männlichem Faktor, NAC gegen keine Zugabe, klinische Schwangerschaft 52,6 % gegen 47,4 %, nicht signifikant; keine Aussage zur Spermienqualität.

Tier- und Laborarbeiten. Wistar-Ratten, Cyclophosphamid 6 mg/kg und/oder NAC 100 mg/kg über 21 Tage: Cyclophosphamid senkte die Spermienzahl (69,95 ± 7,78 × 10⁶/ml), NAC allein erhöhte sie (132,20 ± 28,71 gegen 115,30 ± 8,70 bei den Kontrollen), in der Kombination blieb sie niedrig (64,78 ± 3,52), während Histologie und Histon-Protamin-Austausch gebessert waren [s227]. Varikozele-Modell der Ratte (20 Tiere, NAC 50 mg/kg zwei Monate): Verhältnis Rundspermatiden zu Pachytänen in beiden Varikozelengruppen niedriger als bei Scheinoperation (p = 0,012), apoptotischer Index nicht signifikant verschieden (p = 0,256) [s336]. Mäuse nach Busulfan (32 Tiere, NAC 10 mg/kg, 35 Tage): teilweiser Schutz mit höherer Nrf2- und HO-1-mRNA [s86]. Mäuse unter BDE-209 (NAC 150 mg/kg): weniger oxidativer Stress, teilweise erhaltene Meiose, in Zellen Wiederherstellung von DMC1, RAD51, MLH1 [s103]. TCPP-Modell: NAC milderte den Motilitätsrückgang bei Mäusen [s66]. Natriumfluorid (25 mg/kg) mit NAC 150 mg/kg über sieben Wochen: 8-OHdG und Lipidperoxidation sanken, nicht der Fluoridgehalt des Hodens [s286]. Ratten mit phosphorreicher, zinkfreier Diät: Schutz bei Wistar-Kyoto-Ratten, nicht bei Ratten mit metabolischem Syndrom [s314]. Ebersperma: 5,0 mM NAC im Auftaumedium hob die Motilität nach drei Stunden von 24,2 auf 42,9 % [s316]. Mäuse unter Valproat: ein Gemisch aus Arginin, NAC 2 mg/kg und Taurin hob die Spermienzahl um etwa 270,7 % (NAC-Anteil nicht isolierbar) [s18]. Ratten nach Torsion/Detorsion: 20 mg/kg NAC früh gegeben senkte TBARS und besserte die Histologie [s334]. Ziegenböcke unter Hitzestress (12 Tiere, sieben Wochen): bessere Hodendurchblutung, Testosteron und Samenqualität [s42]. Ratten unter Gibberellinsäure, NAC 150 mg/kg: normalisierte Histologie und Steroidogenese-Gene [s172].

Einordnung. Eine große, positive, von einer einzelnen Arbeitsgruppe stammende RCT (nur in Kombination mit Selen), eine mittelgroße gemischte RCT, eine unkontrollierte Studie, drei kleine Metaanalysen und ein Warnsignal. Lebendgeburtsdaten fehlen.

Melatonin

Humanstudien an Männern. Luboshitzky 2002 [s396]: sechsmonatige doppelblinde Überkreuzstudie an acht gesunden Männern mit 3 mg Melatonin täglich. Bei sechs Männern keine Änderung der Samenqualität; bei zweien sank die Konzentration auf 3 × 10⁶/mL und 12 × 10⁶/mL und die Motilität auf 32 % und 30 %, verbunden mit niedrigerem Östradiol; sechs Monate nach Absetzen war ein Mann weiter auffällig. Die Autoren vermuten eine Aromatasehemmung im Hoden und nennen die Beobachtung „preliminary“. Es ist die einzige Humanstudie mit einem möglichen negativen Signal, jedoch bei Gesunden mit n = 8.

Lu 2018 [s241]: 54 infertile Männer mit Varikozele nach subinguinaler Operation, 27 mit Melatonin über drei Monate, 27 mit Placebo, doppelblind. Konzentration, Motilität, Anteil normaler Formen, Inhibin B und Gesamtantioxidantienkapazität waren in der Melatoningruppe gegenüber Placebo besser; der Abstract nennt Dosis, Zahlenwerte und p-Werte nicht, und die Autoren fordern größere Studien.

Bejarano 2014 [s296]: bei infertilen Männern führte 6 mg Melatonin täglich nach 45 Tagen zu höherem 6-Sulfatoxymelatonin im Urin, höherer Gesamtantioxidantienkapazität in Urin und Samenplasma und geringerem oxidativem Schaden der Spermien-DNA; bei den Paaren stieg der Anteil der Embryonen der Güteklassen A, B und C signifikant (Abstract abgebrochen; Kontrollgruppe und Verblindung nicht erkennbar).

Messstudien. Sharbatoghli 2015 [s294]: 75 infertile Männer vor ICSI; Melatonin im Samenplasma korrelierte nicht mit Spermienparametern, positiv mit der DNA-Fragmentierung (r = 0,273; p < 0,05). Shang 2004 [s385]: 18 fertile und 99 infertile Männer; Samenplasmamelatonin unterschied sich nicht signifikant (bei Oligoasthenozoospermie relativ niedriger, P > 0,05). Zhang 2019 [s231]: niedrigere Melatoninkonzentration im Sperma von Männern mit schlechter IVF-Befruchtung, geschwollene Mitochondrien, mehr mitochondriale ROS; Melatonin stellte das durch 3-NPA verminderte Penetrationsvermögen wieder her. Awad 2006 [s371]: 120 Männer in sechs Gruppen; Melatonin in Serum und Seminalplasma bei allen Infertilengruppen erniedrigt, Korrelation mit der Beweglichkeit (r = 0,607 beziehungsweise 0,623; das Abstract druckt den ersten Wert als „607“). Hassan 2020 [s187]: je 50 Männer mit iOAT und Fertile; Melatonin niedriger bei iOAT (Serum P = 0,0004, Samen P = 0,01), Lichtexposition nachts senkte es zusätzlich; Serummelatonin und Beweglichkeit r = 0,614. Rossi 2014 [s305]: in Hodenbiopsien infertiler Männer korrelierte Melatonin negativ mit Makrophagenzahl, TNF-α, IL-1β und COX2 und positiv mit antioxidativen Enzymen. Alle Messstudien zeigen Zusammenhänge; die Befunde sind widersprüchlich (kein Unterschied in [s385], niedrigere Werte in [s187, s371], positive Korrelation mit Fragmentierung in [s294]).

In-vitro-Arbeiten mit Humanspermien. Du Plessis 2010 [s335]: zwölf Proben, 2 mM über 120 Minuten: mehr motile Spermien, weniger nicht lebensfähige Zellen, weniger Stickstoffmonoxid, keine Wirkung auf ROS. Zhao 2021 [s177]: Schutz vor Hitzestress. Shang 2004 [s384]: 6 mmol/l Melatonin minderte ROS-bedingten Mitochondrienschaden. Deng 2017 [s257]: 0,1 mM im Kryoprotektivum hob die Vitalität von 20,97 ± 1,27 auf 24,80 ± 0,46 % (P < 0,05); der Effekt lief über den MT1-Rezeptor und HSP90. Xi 2025 [s38]: Melatonin in Nanopartikeln (5 µM) verbesserte Vitalität, Motilität und DNA-Integrität aufgetauter Spermien. Al Bijou 2025 [s17]: 104 normozoosperme Libyer; ein Frier-Tau-Zyklus erhöhte den DNA-Fragmentationsindex von 46,3 ± 18,3 auf 60,0 ± 23,0 % (p < 0,001) und ROS; Melatonin (2 mM) senkte ROS um 12 % (p = 0,045) und den Index um 11 % (p = 0,004); die Autoren sprechen von begrenztem Schutz. Embryokultur bei Frauen [s146]: Vergleich mit dem eigenen Vorzyklus, daher methodisch schwach, und ohne Aussage zur männlichen Fertilität.

Tierversuche. Die Zahl der Arbeiten ist groß: Schutz vor Doxorubicin und Gentamicin bei Ratten [s321, s302], vor Homocystein (1 mg/kg, ebenso Vitamin E) [s367], Cisplatin (10 mg/kg Melatonin) [s370], Varikozele [s389, s106], Strahlung [s97, s110], Cadmium [s61], Bisphenol A [s281], Hitze und Kryoschäden bei Haus- und Nutztieren [s273, s322, s26, s401, s48, s04, s197, s157]. Zwei Rattenstudien zeigen die Grenzen: Nach Ischämie/Reperfusion verhinderte Melatonin den Konzentrationsrückgang nicht [s339], nach Radiojod waren Vitalität und Beweglichkeit auch mit Melatonin niedriger als bei Kontrollen [s236]. Bei einer Maus-Kryptorchismus-Studie stiegen TUNEL-positive Zellen in allen Behandlungsgruppen gegenüber Scheinoperation [s67]. Im Modell mit Palmitinsäure stellte Melatonin Spermatogenese und Fertilität wieder her [s210]. Übersichten: Makris [s91], Neymark (bis zu 80 % infertiler Männer mit erhöhten ROS; klinische Studien stünden aus) [s31], Chinesische Übersichten [s289, s206].

Einordnung. Eine kleine Varikozele-RCT ohne Zahlen im Abstract, eine Interventionsstudie mit Embryonendaten ohne erkennbare Kontrolle, eine Kleinstudie mit negativem Signal bei Gesunden, viele Labor- und Tierbefunde. Eine große Studie bei infertilen Männern fand die Recherche nicht; eine randomisierte Studie mit Einnahme außerhalb des Varikozele-Settings ebenfalls nicht [s31].

Alle Kapitel und Anhänge (29)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Lesehinweise und Abgrenzung bis Übersichten und Metaanalysen zu Antioxidantien allgemein
  5. Metaanalysen zu einzelnen Wirkstoffen und Narrative Übersichtsartikel nach Substanz
  6. Übersichten zu Antioxidantien insgesamt und Gesamtbild der Metaanalysen und Übersichten
  7. Lesehinweise bis Glutathion, glutathionabhängige Enzyme und Selen
  8. Totale antioxidative Kapazität und Marker des oxidativen Stresses bis Vitamin D und Carnitine
  9. Genetische Beobachtungsstudien und Mendelsche Randomisierung bis Gesamtbild der Beobachtungsstudien
  10. Leitlinien und Konsensdokumente bis Melatonin
  11. Glutathion bis Selen, Omega-3, Lycopin, Vitamin D, weitere
  12. Tierversuche und Laborarbeiten im Überblick und Zusammenschau und Grenzen der Studienlage
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Koreanisch
  16. Russisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 3)
  23. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 3)
  24. Quellenverzeichnis (Teil 3 von 3)
  25. Diagramme
  26. Quellen s01–s140
  27. Quellen s141–s281
  28. Quellen s282–s428
  29. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle