Dieses Kapitel fragt nicht, was ein einzelner Wirkstoff bewirkt (das behandeln die übrigen Kapitel), sondern wo und in welcher Form zu Myo-Inositol, Astaxanthin, N-Acetylcystein, Melatonin, Glutathion, Magnesium, Vitamin B12 und den weiteren Antioxidantien geforscht und veröffentlicht wird. Es beschreibt je Sprachraum die Art der Quellen, die Fachzeitschriften, die Leitlinien und Register, die typischen Studienformen und die Lücken. Drei Vorbemerkungen gelten für alle Abschnitte.
Erstens beruht jede Angabe auf Abstracts beziehungsweise auf abgerufenen Webseitentexten; Volltexte wurden nicht ausgewertet. Zweitens folgt die Zuordnung zu einem Raum teils der Sprache der Veröffentlichung, teils der Institution des Erstautors. Viele Arbeiten chinesischer, japanischer, koreanischer, türkischer oder arabischer Institutionen erscheinen auf Englisch in englischsprachigen Zeitschriften; sie zählen hier zu dem Raum, in dem die Studie entstand, nicht zur Sprache des Abstracts. Die Sprachmarken der Quellenliste sind nicht ausschließlich: Eine Quelle kann mehrere tragen. Von den 428 Quellen der Gesamtstudie tragen 208 die Marke Englisch, 101 Chinesisch, 76 Arabisch, 50 Türkisch, 46 Japanisch, 42 Russisch, 16 Koreanisch, 12 Italienisch, je 6 Spanisch und Französisch, eine Deutsch (daneben je eine Dänisch und Tschechisch); Portugiesisch kommt nicht vor. Die Quellenliste ist ein Auswahlbestand und kein Abbild der Weltliteratur. Drittens enthält das Kapitel keine Therapieempfehlung. Wo Autoren eine Empfehlung aussprechen, ist das als deren Aussage gekennzeichnet. Studienregister (ClinicalTrials.gov, PROSPERO, ChiCTR und andere) wurden nicht durchsucht; Registrierungen werden nur genannt, wo der Abstract sie enthält.
Als grobes Maß für das Gefälle zwischen den Sprachräumen wurde am 5. Oktober 2026 die Trefferzahl der Europe-PMC-Schnittstelle je Sprachfilter abgefragt. Die Abfrage lautete: (sperm* OR semen OR "male infertility") AND (antioxidant* OR inositol OR astaxanthin OR acetylcysteine OR melatonin OR glutathione OR magnesium OR "vitamin B12" OR cobalamin OR "coenzyme Q10" OR carnitine) AND LANG: plus Sprachkürzel. Das sind rohe Trefferzahlen, keine Zahlen einschlägiger Studien: Sie zählen auch Tierversuche, Messstudien und Arbeiten, die einen der Begriffe nur am Rande erwähnen, und der Sprachfilter richtet sich nach dem Sprachvermerk des Datensatzes.
| Sprachfilter (Europe PMC) | Treffer am 5.10.2026 |
|---|---|
| Englisch (eng) | 89.753 |
| Chinesisch (chi) | 207 |
| Russisch (rus) | 103 |
| Französisch (fre) | 45 |
| Deutsch (ger) | 44 |
| Japanisch (jpn) | 23 |
| Spanisch (spa) | 18 |
| Italienisch (ita) | 14 |
| Portugiesisch (por) | 2 |
| Türkisch (tur) | 1 |
| Koreanisch (kor) | 0 |
| Arabisch (ara) | 0 |
Die Zahlen zeigen vor allem eines: Außerhalb des Englischen ist die in Europe PMC auffindbare Literatur zu diesem Thema klein, und die Räume mit großer Forschungsleistung (Türkei, Ägypten und die übrigen arabischen Länder, Korea) erscheinen im Sprachfilter fast gar nicht, weil sie auf Englisch publizieren. Der niedrige Wert für Türkisch und Arabisch ist deshalb kein Hinweis auf geringe Forschung, sondern auf die Publikationssprache.
Gemeinsame Muster. Über die Räume hinweg wiederholen sich vier Befunde. Erstens sind die sieben namentlich genannten Substanzen außerhalb des Englischen fast nur in Tier-, Labor- und Messstudien vertreten. Interventionsstudien am Mann mit einer Einzelsubstanz fehlen in den nichtenglischen Räumen zu Astaxanthin und Magnesium; zu Myo-Inositol gibt es sie nur im italienischen Umfeld, kombiniert mit Folsäure und als Vorher-nachher-Vergleich [s276], zu Glutathion nur als Injektionsstudie von 1993 [s417]; zu Vitamin B12 gibt es sie nur im japanischen Methylcobalamin-Block [s426, s425, s427, s424, s422], zu NAC in einer türkischen [s348] und zu Melatonin in einer chinesischen randomisierten Studie [s241]. Zweitens dominieren Kombinationspräparate mit Markennamen, in denen sich der Beitrag einzelner Stoffe nicht trennen lässt. Drittens stammen die großen placebokontrollierten Studien aus dem englischsprachigen Raum; nach dem Befund der Teilrecherchen ergänzen die nichtenglischen Arbeiten regionale Präparate, ändern aber die Schlussfolgerungen der englischsprachigen Evidenz nicht. Viertens überwiegen positive Befunde; die wenigen negativen oder unentschiedenen Humanstudien [s255, s274, s203, s142, s238, s337] sind deshalb besonders wichtig, und Publikationsverzerrung ist anzunehmen, wurde aber nicht geprüft.
Englisch
Die englischsprachige Literatur trägt das Gewicht der Evidenzsynthese. Alle vier Fassungen des Cochrane-Reviews „Antioxidants for male subfertility“ [s329, s306, s228, s111], die Leitlinientexte der Fachgesellschaften und die großen placebokontrollierten Studien mit Lebendgeburt als Endpunkt erschienen auf Englisch. Die Cochrane-Fassungen wuchsen von 34 RCT mit 2.876 Paaren (2011) über 48 RCT mit 4.179 Männern (2014) und 61 Studien mit 6.264 Männern (2019) auf 90 Studien mit 10.303 Männern (2022); der Schätzer für die Lebendgeburt sank dabei von einer Odds Ratio von 4,85 auf 1,43 [s329, s306, s228, s111]. Die Fassungen überlappen in ihren Studien und sind keine unabhängigen Wiederholungen. Die Cochrane Library selbst war nicht nutzbar (Suchseite nur ein Skript-Gerüst, Volltextseite mit Statuscode 412); die Abstracts aller vier Fassungen kamen über Europe PMC.
Leitlinien und Konsensdokumente. Die Europäische Gesellschaft für Urologie hält in der Zusammenfassung ihrer Ausgabe 2021 fest, es gebe „insufficient evidence to support the widespread use of other empirical treatments and surgical interventions in clinical practice (such as antioxidants and surgical sperm retrieval in men without azoospermia)“ [s169]. Das abgerufene Kapitel „Male Infertility“ der Ausgabe 2025 nennt die Evidenz zur antioxidativen Therapie „still conflicting“, verweist auf den Cochrane-Review mit 34 RCT und auf die Auswertung mit 61 Studien („The quality of the reported studies is poor“) und stützt sich auf die MOXI-Studie, in der die kumulative Lebendgeburtenrate nach sechs Monaten bei 15 % gegenüber 24 % lag [s20, s29, s205]. Die US-amerikanische Leitlinie AUA/ASRM hält in Statement 45 fest, Patienten seien darüber zu beraten, dass der Nutzen von Supplementen „of questionable clinical utility“ sei und die Daten nicht ausreichten, bestimmte Wirkstoffe zu benennen (Moderate Recommendation; Evidenzgrad B) [s44, s47]. Das ist die Formulierung der Leitlinie, keine Empfehlung dieses Kapitels. Die Webseite der AUA ließ sich auswerten, doch ist aus dem abgerufenen Text nicht eindeutig ablesbar, aus welcher Fassung der Statementtext stammt.
Eine eigene Leitlinie der ESHRE zur männlichen Infertilität ist auf der abgerufenen Leitlinienseite nicht gelistet; vorhanden waren unter anderem „Unexplained infertility 2023“ und „Add-ons 2023“. Die Add-on-Empfehlungen wurden gefunden, aber nicht aufgenommen, weil ihr Abstract keine Aussage zu Antioxidantien für den Mann enthält. Daneben stehen Dokumente, die von einer einzelnen Arbeitsgruppe um Agarwal ausgehen und keine Leitlinien einer Fachgesellschaft sind: die systematische Übersicht mit Leitlinienvorschlag (97 Artikel, davon 52 unkontrollierte offene Studien, 12 unverblindete und 33 verblindete RCT) [s147], das Konzept „Male Oxidative Stress Infertility“ [s213] und die Delphi-Leitlinie des Global Andrology Forum (151 Experten, danach 84 Senior-Ärzte; 14 von 18 Aussagen erreichten Konsens, je sieben mit starkem und schwachem Empfehlungsgrad) [s01]. Dieselbe Autorengruppe steht auch hinter der Metaanalyse von 45 RCT [s69] und einer Übersicht mit 26 positiven Studien [s242]; mehrere Übersichten ohne Effektgrößen im Abstract stammen damit aus einem überlappenden Autorenkreis. Das Konzept [s213] hält selbst fest, aktuelle Behandlungsprotokolle bei oxidativem Stress, auch mit Antioxidantien, seien „not evidence-based“.
Große Studien und Kohorten. Die drei großen placebokontrollierten Studien mit Lebendgeburt als Endpunkt, auf die sich die Leitlinientexte stützen, sind englischsprachig. MOXI lief an neun US-Zentren mit 174 Männern und einem Mehrstoffpräparat [s205]. FAZST schloss in vier US-Zentren 2.370 Männer in Paaren mit geplanter Kinderwunschbehandlung ein (Folsäure plus Zink gegenüber Placebo, sechs Monate; Lebendgeburt 34 % gegenüber 35 %), mit höherer DNA-Fragmentierung und mehr Magen-Darm-Beschwerden im Verumarm [s204]. Die Vitamin-D-Studie aus Dänemark (330 infertile Männer, dreifach verblindet) fand keine Änderung der Samenparameter, aber explorative Hinweise in einer Untergruppe [s233]. Keine der drei untersucht eine der sieben namentlich genannten Substanzen: Zu Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Melatonin, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 gibt es im englischsprachigen Bestand keine vergleichbare Großstudie. Es gibt die doppelblinde Astaxanthin-Studie an 30 Männern [s378], eine zweite an 80 Männern ohne Effekt [s194], die NAC-Studie an 468 Männern gemeinsam mit Selen [s349] und die Magnesium-Pilotstudie an 20 Männern [s393]; Einzelheiten stehen in den Kapiteln zu den Wirkstoffen.
Fachzeitschriften und Formen. Die Quellen erscheinen in einem überschaubaren Kreis: Cochrane Database of Systematic Reviews, Fertility and Sterility, JAMA, The World Journal of Men's Health, Andrology, Andrologia, Nutrients, Antioxidants, Frontiers in Endocrinology, Clinical and Experimental Reproductive Medicine. Typisch sind Metaanalysen, die Antioxidantien als Klasse zusammenfassen und dadurch einzelne Substanzen verdecken. Mehrere Studien prüfen benannte Handelspräparate (AstaCarox [s378], Sinopol [s235], Spermotrend [s22]); im Cochrane-Review von 2014 nannten von 15 Studien mit Finanzierungsangabe vier kommerzielle Quellen, bei 33 fehlte die Angabe [s306]. Marktanalysen aus Italien bewerteten 21 und 24 Präparate und stuften 2021 nur 3 (12,5 %) als hoch wirksam ein; die Einstufung beruht auf einer eigenen Bewertungsformel [s160, s185]. Kritisch äußerte sich auch ein dänischsprachiger Kommentar zum Cochrane-Review (Publikationsverzerrung sei nicht auszuschließen) [s326].
Erreichbarkeit. Europe PMC und die NCBI-E-utilities waren vollständig nutzbar, ebenso die Leitlinienkapitel von AUA und EAU. Die PubMed-Webseite war laut Auftrag nicht zu nutzen; einzelne Testabrufe lieferten dennoch den Statuscode 200 beziehungsweise 203, wurden aber nicht ausgewertet.
Deutsch
Deutschsprachige Primärliteratur zu diesem Thema ist in der Quellenliste praktisch nicht vorhanden. Eine einzige Quelle trägt die Sprachmarke Deutsch: der Überblick von Nieschlag in der Zeitschrift Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz [s313]. In PubMed liegt dazu nur die in eckige Klammern gesetzte englische Übersetzung des Titels vor („[Male infertility: recent developments]“); der deutsche Originaltitel wurde nicht abgerufen und wird hier nicht ergänzt. Der Abstract hält fest, dass „most empirical treatments have been demonstrated to be ineffective“, nennt als Beispiele Eingriffe bei Varikozele und beschreibt den Rauchstopp als Präventionsmaßnahme. Antioxidantien nennt der abgerufene Abstract nicht. Die Quelle ist damit ein Hinweis auf die Haltung eines deutschsprachigen Überblicks zu empirischen Therapien, keine Auswertung der hier interessierenden Wirkstoffe.
Die Suche mit deutschen Begriffen lieferte kaum mehr: „Antioxidantien männliche Infertilität Spermien“ ergab zwei Treffer, „Myo-Inositol Spermien“ einen. Ein weiterer Treffer unter dem Titel „Antioxidantien und Subfertilität beim Mann“ (2023, PubMed-ID 37725155) hatte in Europe PMC keinen Abstract und wurde deshalb nicht ausgewertet. Der Sprachfilter Deutsch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 44 rohe Treffer; welche davon einschlägig sind, wurde nicht einzeln geprüft. Aufgenommen wurde aus der deutschsprachigen Suche nur der Überblick [s313]. Eigene Kohorten, Register oder Interventionsstudien zu den sieben Hauptsubstanzen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz sind in der Quellenliste nicht enthalten; das ist ein Befund über den Bestand und kein Beleg dafür, dass es sie nicht gibt.
Zu Leitlinien: Das Leitlinienregister der AWMF ließ sich ohne Skriptausführung nicht abfragen; die Seite lieferte den Statuscode 200, aber nur die Hülle einer Webanwendung ohne Ergebnisse im HTML. Ob eine deutsche S-Leitlinie zu Antioxidantien bei männlicher Infertilität besteht, konnte deshalb weder bestätigt noch ausgeschlossen werden; aus den Europe-PMC-Treffern ging keine hervor. Zugänglich waren die englischsprachigen Leitlinientexte (EAU [s20], AUA/ASRM [s44]), die im Abschnitt Englisch behandelt sind; ob sie in der deutschen Versorgung die maßgebliche Grundlage bilden, wurde nicht geprüft.
Französisch
Die französische Literatur der Quellenliste besteht aus einer Leitlinie, einer Übersicht, zwei Dissertationen und einer Studie mit französischer Marke. Die gemeinsamen Empfehlungen der Association Française d'Urologie und der Société d'Andrologie de Langue Française (AFU/SALF) in der Zeitschrift Progrès en urologie betreffen die Abklärung, nicht die Behandlung [s162]: systematische Anamnese, körperliche Untersuchung, zwei Spermiogramme nach WHO-Vorgaben bei Auffälligkeit des ersten, Hodensonografie; die PubMed-Suche reichte bis 1. Januar 2020, die Evidenzgrade folgen der französischen Gesundheitsbehörde (HAS 2013). Zu Antioxidantien trifft der abgerufene Abstract keine Aussage. Für die Behandlung ist die Übersicht von Methorst und Mitarbeitern in derselben Zeitschrift einschlägig (Titel in der Quellenliste, dort abgeschnitten: „Medical treatments for male infertilit…“; deutsch: Medizinische Behandlungen der männlichen Infertilität) [s93]. Nach ihrem Abstract scheint die Antioxidantiengabe bestimmte Spermiogrammparameter zu verbessern und einen Einfluss auf Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten zu haben; die Literatursuche bezog englischsprachige Arbeiten bis Mai 2023 ein. Die Literaturbasis auch dieser französischsprachigen Übersicht ist damit englischsprachig.
Eigenständiger sind zwei Dissertationen im Archiv HAL, von denen nur die Zusammenfassungen abgerufen wurden. Die Arbeit von Moazamian (2024) berichtet aus Tierversuchen, dass die unangemessene Anwendung gängiger wasserlöslicher antioxidativer Mikronährstoffe die genetische Integrität von Spermien beeinträchtigen und Schwangerschaftsergebnisse verschlechtern kann, „even at doses previously considered safe“, während dieselben Stoffe bei Mäusen unter oxidativem Stress nützlich sein konnten; zentral ist das Konzept des Redoxgleichgewichts samt reduktivem Stress [s57]. Die Dissertation von Lahimer (2023; Titel in der Quellenliste, dort abgeschnitten: „Impact des pesticides et du traitement anti oxydant sur le génome, l’épi génome des gamètes et les résultats de la fécondation in vitro chez des couples consultant pour infertilit…“; deutsch: Einfluss von Pestiziden und antioxidativer Behandlung auf Genom und Epigenom der Gameten und auf die Ergebnisse der In-vitro-Fertilisation bei Paaren in Kinderwunschbehandlung) verbindet Pestizidexposition und höheres väterliches Alter mit Spermien-DNA-Fragmentierung und beschreibt eine doppelblinde Studie in der assistierten Reproduktion mit L-Carnitin plus Mikronährstoffen über drei Monate, mit besserer Motilität, geringerer Fragmentierung und höherer Schwangerschaftsrate gegenüber Placebo; Zahlen nennt die Zusammenfassung nicht [s87]. Eine Studie gleichen Namens und ähnlichen Designs (263 Teilnehmer, Tunesien) steht im Abschnitt Arabisch [s88]; ob es sich um dieselbe Studie handelt, geht aus den Abstracts nicht hervor.
Mit französischer Marke versehen ist außerdem eine multizentrische Vorher-nachher-Studie, die für die Gesamtstudie wichtig ist, weil sie einen möglichen Schaden beschreibt: Eine 90-tägige Gabe von Antioxidantienvitaminen mit Zink und Selen senkte die DNA-Fragmentierung um 19,1 % (P < 0,0004), erhöhte aber zugleich die Spermiendekondensation um 22,8 % (P < 0,0009); die Autoren führen das auf das Öffnen von Disulfidbrücken in Protaminen durch Vitamin C zurück, was eine Hypothese ist, und nennen es einen möglichen Grund für widersprüchliche Ergebnisse [s365]. Der Abstract nennt keine Kontrollgruppe.
Die direkten HAL-Suchen bestätigen die Dünne des Bestands: „antioxydants spermatozoïdes“ ergab sechs Treffer, „mélatonine spermatozoïdes“ drei (alle zu Nutztieren), „inositol sperme“ und „N-acétylcystéine sperme“ keinen; „astaxanthine“ ergab 30 Treffer, keiner zur männlichen Fertilität. Das Portal Cairn war nicht abfragbar (Statuscode 403, Aufforderung, JavaScript zu aktivieren und Werbeblocker zu deaktivieren). Der Sprachfilter Französisch in Europe PMC lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 45 rohe Treffer. Die frankophone Welt reicht über Frankreich hinaus: Studien aus Tunesien, Marokko und Algerien erscheinen auf Englisch und sind im Abschnitt Arabisch eingeordnet.
Italienisch
Die italienische Andrologie ist in der Quellenliste verhältnismäßig stark vertreten, überwiegend mit englischsprachigen Veröffentlichungen. Die Schwerpunkte sind Carnitine, Myo-Inositol und Mehrstoffpräparate. Auf Italienisch erschienen vier der zwölf Quellen: die Übersicht von Gulino (2014) in der Zeitschrift Urologia (Titel in der Quellenliste abgeschnitten: „Male infertility: non-surgical therap…“; deutsch: Männliche Infertilität: nichtchirurgische Therapie) [s300], die randomisierte Studie von Morgante und Mitarbeitern (2010) in Minerva Urologica e Nefrologica mit 180 Männern, die Carnitin, Acetylcarnitin, L-Arginin und Ginseng erhielten oder unbehandelt blieben, mit besserer progressiver Motilität und besserem Sexualzufriedenheits-Index in der Behandlungsgruppe [s341], die Studie von Gambera (2007) in Minerva Ginecologica an 20 Männern mit Leukozytospermie, die Beta-Glucan, fermentierte Papaya, Laktoferrin sowie Vitamin C und E erhielten, mit weniger Leukozyten und besserer Motilität und Morphologie, ohne Kontrollgruppe [s363], und die randomisierte Vergleichsstudie von Vicari (2001) im Archivio italiano di urologia an 90 Männern mit bakterieller oder abakterieller Prostato-Vesikulo-Epididymitis, die nach Antibiotika drei Monate Carnitine erhielten; der Abstract bricht nach den ersten Teilgruppen ab [s404]. Alle vier sind klein oder methodisch begrenzt, und keine betrifft eine der sieben Hauptsubstanzen.
Für die Hauptsubstanz Myo-Inositol stammen mehrere der wenigen Humanstudien der Quellenliste aus dem italienischsprachigen Umfeld (Sprachmarke Italienisch). Gulino (2016) gab 62 Männern im IVF-Zyklus zwei Monate lang täglich 4.000 mg Myo-Inositol und 400 µg Folsäure; die Konzentration stieg bei Oligoasthenozoospermie, die Motilität in keiner Gruppe [s276]. Canepa (2018) berichtet aus mehreren Zentren über 143 subfertile Männer (100 schlossen ab) unter einem Kombinationspräparat aus Myo-Inositol, Alpha-Liponsäure, Folsäure, Betain und Vitaminen über 90 Tage, ohne Kontrollgruppe [s235]. Artini (2017) inkubierte Samenproben in vitro mit Myo-Inositol [s253]; Condorelli (2017) schlägt in einer narrativen Übersicht einen klinischen Algorithmus für Asthenozoospermie vor [s256]. Zusammen mit der Metaanalyse von 16 Studien (Ghaemi 2024 [s52]) ergibt das ein Bild aus kleinen, überwiegend unkontrollierten Studien; eine große placebokontrollierte Studie fehlt.
Weitere italienische Beiträge, auf Englisch publiziert, betreffen Wirkstoffe außerhalb der Hauptsubstanzen oder Glutathion: die post-hoc-Analyse einer doppelblinden placebokontrollierten Studie mit Carnitinen und Mikronährstoffen an 104 Männern, deren Wirkung vor allem bei Varikozele, unter 35 Jahren und bei einem Körpermasseindex unter 25 sichtbar wurde (eine Hypothese, kein Beleg) [s184]; die Studie von Balercia (2009) mit 200 mg Coenzym Q10 täglich über sechs Monate bei 60 Männern [s347]; die Glutathion-Studie von Lenzi (1993), eine Überkreuzstudie mit intramuskulären Injektionen an 20 Männern [s417]; und der Nachweis niedriger Aktivität der Phospholipid-Hydroperoxid-Glutathionperoxidase in Spermien von 75 infertilen Männern gegenüber 37 Kontrollen [s395]. Besondere Erwähnung verdienen die beiden Marktanalysen von Garolla (2020 und 2021) zu 21 beziehungsweise 24 in Italien vermarkteten Präparaten: Zink war mit 70 % der Produkte der häufigste Inhaltsstoff, und 2021 galten 12 Präparate (50,0 %) als ohne erwartete Wirksamkeit [s185, s160]. Die Einstufung folgt einer eigenen Bewertungsformel der Autoren.
Zur Erreichbarkeit: Die Startseite der Società Italiana di Andrologia (siaonline.it) war erreichbar, aber nicht durchsuchbar; Empfehlungen der Gesellschaft zu Antioxidantien ließen sich daher nicht auswerten. Der Sprachfilter Italienisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 14 rohe Treffer.
Portugiesisch
Zum Portugiesischen liegt keine Quelle vor. In der Quellenliste fehlt die Sprachmarke Portugiesisch völlig; eine portugiesischsprachige Humanstudie zum Thema wurde nicht gefunden. Die Europe-PMC-Abfrage mit dem Sprachfilter Portugiesisch ergab in der Recherche 22 Treffer, von denen keiner einschlägig war; die für dieses Kapitel gesondert abgefragte breite Suche (siehe Einleitung) ergab zwei Treffer, die ebenfalls nicht passen: eine kardiometabolische Stellungnahme zur Gesundheit der Frau (PubMed-ID 41294176) und eine Arbeit über Marker des oxidativen Stresses bei Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom in der assistierten Reproduktion (PubMed-ID 20512258). Beide stehen nicht in der Quellenliste, weil sie die Spermienqualität nicht betreffen.
Die brasilianische Seite ist nur indirekt sichtbar. Die Studie von Cyrus und Mitarbeitern zu Vitamin C bei 115 Männern nach Varikozelenoperation erschien auf Englisch im International Braz J Urol (der DOI-Präfix 10.1590 entspricht dem von SciELO); der Abstract nennt keinen Studienort [s283]. Die Portale, die portugiesischsprachige Literatur bündeln, waren nicht nutzbar: SciELO blockierte die Suche mit einer Schutzabfrage (Statuscode 403, beim zweiten Versuch 502), und das Suchportal von LILACS (BVS) lieferte den Statuscode 403, während die Hauptseite erreichbar war. Aus beiden wurden keine Datensätze direkt abgerufen; Arbeiten aus Zeitschriften, die in MEDLINE erfasst sind, kamen über Europe PMC und PubMed. Das Fehlen portugiesischer Studien im Bestand ist darum nur begrenzt aussagekräftig: Es zeigt, dass im MEDLINE-Bestand nichts zu den Wirkstoffen auftaucht, nicht, dass in Brasilien oder Portugal nichts geforscht wurde.
Spanisch
Die spanischsprachige Literatur der Quellenliste umfasst sechs Quellen und stammt zum Teil aus Dialnet, dem spanischen Portal für regionale Zeitschriften. Dialnet war erreichbar und lieferte Titel und Zusammenfassungen. Drei Quellen sind Humanstudien aus Spanien und Kuba. Robaina Castillo (2017, Universidad Médica Pinareña, Kuba) verglich bei 68 Männern mit idiopathischer Infertilität (Stichprobe aus 112) vier Monate lang den Pflanzenextrakt Vimang® (dreimal täglich; laut Abstract mit nachgewiesen antioxidativen Eigenschaften) mit einer einmaligen Vitamintherapie und berichtet deutliche Besserungen, besonders bei Konzentration und Vitalität, ohne dass der Abstract Zahlen nennt [s265]. Martín Adrados (2023, Toko-ginecología práctica) wertete retrospektiv 35 Männer aus, die neben Lebensstilhinweisen Zink, Selen und Coenzym Q über etwa sieben Wochen erhielten: Der Anteil für eine Insemination geeigneter Spermiogramme stieg von 20 % auf 37,1 % (p = 0,03), von den Einzelparametern war nur der Anteil unbeweglicher Spermien signifikant verändert (minus 8,7 %; p = 0,025); die Autoren fordern größere randomisierte Studien [s92]. Adoamnei (2019, Revista internacional de andrología) fand in einer Querschnittsstudie an 209 Studenten in Murcia eine inverse Beziehung der Eisenaufnahme mit Spermienkonzentration und progressiver Motilität und sonst keine Zusammenhänge der Spurenelementzufuhr mit der Samenqualität [s212].
Die Revista internacional de andrología ist die einzige spanischsprachige Fachzeitschrift der Liste mit mehreren Treffern. Dort erschien auch die Metaanalyse von sieben RCT zu L-Carnitin und N-Acetylcystein in der Monotherapie [s27]; der Dialnet-Eintrag weist dieselbe Arbeit mit spanischer Zusammenfassung als Zweitnachweis nach [s27], er ist keine weitere Studie. Mit der Marke Spanisch versehen sind außerdem zwei englischsprachige Studien: die randomisierte placebokontrollierte Studie zu 400 mg Vitamin E bei 101 Paaren unter IVF, in der die Lebendgeburt je Transfer unter Vitamin E 17 von 41 (41,46 %) gegenüber 9 von 44 (20,46 %) betrug, während Befruchtungsrate und Morphologie unter Placebo besser waren [s196], und die Interventionsstudie zu 6 mg Melatonin täglich, die nach 45 Tagen höhere Melatoninwerte, höhere antioxidative Kapazität in Urin und Samenplasma und geringeren oxidativen Schaden der Spermien-DNA berichtet; das Design (Kontrollgruppe, Verblindung) geht aus dem abgerufenen Text nicht hervor [s296].
Die Dialnet-Suchen nach „inositol espermatozoides“, „vitamina B12 esperma“ und „magnesio esperma“ blieben ohne Treffer; viele Treffer betrafen Nutztiere (Schaf, Ziege, Eber, Hengst). Der Sprachfilter Spanisch in Europe PMC lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 18 rohe Treffer. Zu den sieben Hauptsubstanzen enthält der spanischsprachige Bestand damit nur eine Studie zu Melatonin und, indirekt, die gemeinsame Metaanalyse zu NAC [s27].
Chinesisch
Der chinesische Raum liefert nach dem Englischen die größte Menge an Quellen (101 mit der Marke Chinesisch). Von den 165 Quellen der Teilrecherche zu China, Japan und Korea stammen nach Erstautor-Affiliation 98 aus Festlandchina, 45 aus Japan, 16 aus Südkorea, 3 aus Taiwan, 2 von internationalen Gremien beziehungsweise aus den USA (als Kontext) und 1 aus Vietnam mit japanischer Koautorschaft. Nach Veröffentlichungssprache sind 119 englisch, 29 chinesisch und 17 japanisch; die 29 chinesischsprachigen Datensätze sind PubMed-Einträge chinesischer Zeitschriften mit englischem Abstract, 25 davon aus einer einzigen Zeitschrift, der Zhonghua Nan Ke Xue (National Journal of Andrology). Das ist der erreichbare Teil der chinesischen Primärliteratur. Bei diesen Einträgen liefert PubMed nur eine in eckige Klammern gesetzte englische Übersetzung des Titels; der Originaltitel in Hanzi wurde nicht abgerufen und wird hier nicht ergänzt. Beispiel: „[L-carnitine combined with coenzyme Q10 for idiopathic oligoasthenozoospermia: A double-blind randomized controlled trial]“ (deutsch: L-Carnitin kombiniert mit Coenzym Q10 bei idiopathischer Oligoasthenozoospermie: doppelblinde randomisierte Studie) [s237]. Nach Studienform zählt die Teilrecherche 61 Tier- oder Tierzellstudien, 22 randomisierte Studien (einschließlich zweier Protokolle und einer Cross-over-Studie zur Ejakulationsfunktion), 19 Querschnittsstudien, 18 Metaanalysen, 16 klinische Beobachtungs- oder Kohortenstudien, 14 In-vitro-Studien mit humanen Spermien oder Zellen, 9 Übersichten, 3 Fall-Kontroll-Studien, 2 Leitlinien (die beiden internationalen Dokumente [s147, s01], nicht aus China) und eine Mendelsche Randomisierung; diese Verteilung gilt für alle drei ostasiatischen Räume zusammen.
Metaanalysen. Alle 18 als Metaanalyse geführten Quellen stammen von chinesischen Gruppen, aber nur wenige durchsuchten chinesische Datenbanken. Ausdrücklich genannt werden CNKI, Wanfang, VIP und CBM bei einer Metaanalyse von 14 RCT mit 1.488 Patienten zu Vitaminen kombiniert mit traditioneller chinesischer Medizin (TCM) [s209], CBMdisc bei der Metaanalyse von elf RCT mit 832 Patienten zu Vitamin E und C [s145] sowie CNKI und CBM bei drei RCT mit 133 Teilnehmern zu Alpha-Liponsäure [s113]. Die übrigen beruhen überwiegend auf PubMed, Embase und Cochrane, sodass die in CNKI und Wanfang liegende chinesischsprachige Primärliteratur nur über diese drei Arbeiten indirekt erfasst ist; ihre Studien wurden hier nicht einzeln gelesen. Inhaltlich reichen die Metaanalysen von Carnitinen (neun RCT; Schwangerschaftsrate OR 4,10) [s369] und NAC (drei RCT, 431 Männer) [s178] über Netzwerkanalysen mit 18 RCT und 1.790 Männern [s138] beziehungsweise 23 RCT und 1.917 Patienten [s126] bis zu einer Auswertung von 101 Publikationen mit 11.889 Männern [s14], deren Autoren eine definitive Empfehlung ablehnen. Die Metaanalyse zu Vitamin E und C und die zu Vitamin E allein kommen für dieselbe Substanz zu unterschiedlichen Bewertungen [s145, s140]; das Ergebnis hängt von Einschlusskriterien und Endpunkten ab. Eine Mendelsche Randomisierung mit 680 infertilen Männern und 72.799 Kontrollen europäischer Herkunft fand keinen kausalen Zusammenhang zwischen genetisch bestimmter antioxidativer Kapazität und männlicher Infertilität, bildet aber die Zufuhr als Supplement nicht ab [s40].
Typisches Studiendesign. Auffällig ist der aktive Vergleichsarm: Statt Placebo erhalten die Kontrollgruppen sehr häufig Vitamin E oder Vitamin E plus C [s382, s345, s248, s127, s324, s266, s297]. Das erschwert die Deutung, denn der Vergleichsstoff ist selbst Gegenstand der Metaanalysen mit uneinheitlichem Ergebnis. Eine echte Placebokontrolle findet sich in den gefundenen chinesischen Studien nur bei Cheng (2018; Vitamin B1 als Placebo, vier Arme, 262 Männer; Kombination aus L-Carnitin und Coenzym Q10 mit einer klinischen Schwangerschaftsrate von laut Abstract 30,0 % gegenüber 6,8 %) [s237], bei Lu (2018; Melatonin nach Varikozelenoperation, 54 Männer) [s241] und bei der Folsäurestudie an Männern mit MTHFR-Polymorphismen [s191]. Typisch sind drei Monate Behandlungsdauer, Vorher-nachher-Angaben mit Mittelwert und Standardabweichung und eine Schwangerschaftsrate als sekundärer Endpunkt mit kleinen Fallzahlen; Verblindung und Randomisierungsverfahren sind in den Abstracts der Zhonghua Nan Ke Xue meist nicht beschrieben. Ein Beispiel ist die kontrollierte Studie von Li (2005) mit 150 Männern, in der L-Carnitin plus Acetyl-L-Carnitin gegen Vitamin E plus C verglichen wurde und Schwangerschaften bei 11,6 % gegenüber 3,7 % der Partnerinnen auftraten [s382]. Regionale Besonderheiten sind TCM-Rezepturen in Kombination mit Antioxidantien (Xuanju-Kapsel [s324], Gujing-Maisiha-Tabletten [s266], Jujing-Dekokt mit Liponsäure [s115]) und Präparate mit Markennamen wie „Menglankang“, eine L-Carnitin-Astaxanthin-Kombination, die bei 73 Männern mit Oligozoospermie und 220 mit Asthenozoospermie ohne Kontrollgruppe einen Rückgang des DNA-Fragmentationsindex von 25,87 % auf 16,48 % beziehungsweise von 26,40 % auf 15,32 % zeigte [s167]. Eine Studie prüfte eine ungewöhnliche Anwendungsform: Samenproben wurden mit L-Carnitin und Coenzym Q10 versetzt und mit einem Hilfsgerät in die Scheide der Partnerin eingebracht; die Schwangerschaftsrate betrug in der Kombinationsgruppe 57,1 % gegenüber 30,3 % bei oraler Kombination (registriert als ChiCTR2000040349; das mögliche Interesse der Autoren am Hilfsmittel ist im Abstract nicht ausgewiesen) [s117].
Die sieben Hauptsubstanzen. Zu Myo-Inositol liegt aus China (wie aus Japan und Korea) keine Interventionsstudie am Menschen mit Spermienparametern vor; einziger humaner Bezug ist eine Netzwerk-Metaanalyse bei Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom (20 RCT, 1.827 Patientinnen), die für die Spermienqualität nichts aussagt [s55]. Zu Astaxanthin gibt es neben der erwähnten Kombination [s167] Tierversuche, vor allem an Hähnen und Ebern, die nutztierwissenschaftlich motiviert sind [s159, s116, s68, s120]. Zu NAC erscheint der Stoff in Metaanalysen und in Tierversuchen [s178, s176, s27], nicht in einer chinesischen Humanstudie. Zu Melatonin gibt es die Studie von Lu [s241], die Messung im Seminalplasma von 18 fertilen und 99 infertilen Männern ohne signifikanten Unterschied [s385] und mehrere In-vitro-Arbeiten an humanen Spermien [s384, s177, s257, s38]. Zu Glutathion und Selen gibt es Messstudien: niedrigeres Serumglutathion und Selenoprotein P bei 147 Männern mit Asthenozoospermie gegenüber 151 gesunden [s39], eine Methodenstudie zum Seminalplasma [s16] und die Auswertung von 5.617 Messungen bei 1.159 gesunden Spendern, in der höheres Seminalplasma-Selen mit höherer Spermienkonzentration zusammenhing [s77]. Zu Magnesium liegt nur die Querschnittsstudie an 515 Männern in Sandu County (Provinz Guizhou) vor [s278]. Zu Vitamin B12 liegen aus China ausschließlich Messstudien vor [s399, s245]. Eine eigene Interventionsstudie mit Einzelsubstanz gibt es damit nur in Ansätzen für Melatonin; die meisten klinischen Studien gelten Carnitinen, Coenzym Q10, Vitamin E, Liponsäure und TCM.
Große Messstudien und Genetik. China liefert die größten Beobachtungsdatensätze: 1.715 Männer in einer Querschnittsstudie zur diätetischen antioxidativen Kapazität, die nur einen inversen Zusammenhang mit dem Ejakulatvolumen fand [s82], die erwähnten 1.159 Spender [s77], 825 Männer mit Metallbelastung [s98] und 900 Männer mit Varikozele, bei denen Vitamin C, Vitamin E, Zink und Selen aus der Nahrung mit besseren Samenparametern zusammenhingen [s05]. In allen vier ist die Ernährung oder Supplementierung nur indirekt erfasst. Eine Studie aus Guizhou berichtet, dass die Antioxidantientherapie (Vitamin C, Vitamin E, Coenzym Q10) bei Männern mit GSTM1- und GSTT1-Deletion nicht wirksam war; der Abstract nennt keine Zahlen [s143]. Das ist ein Hinweis auf eine genetisch bedingte Nichtansprechbarkeit, aber nicht mehr.
Register und Erreichbarkeit. Chinesische Studien sind teilweise im Chinese Clinical Trial Registry geführt (ChiCTR2000040349 [s117], ChiCTR2100054958 für ein Protokoll zu Liponsäure bei Varikozele ohne Ergebnisse [s144]); ein Metaanalyse-Protokoll zu Coenzym Q10 ist bei PROSPERO registriert (CRD42022293340) [s105]. CNKI war nur über die Startseite erreichbar (die Suchadresse lieferte keine Verbindung, Statuscode 000); bei Wanfang lieferte die Suchseite den Statuscode 200, eine auswertbare Trefferliste ließ sich daraus nicht gewinnen. Der Sprachfilter Chinesisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 207 rohe Treffer. Die chinesische Literatur war deshalb nur indirekt über Metaanalysen und über die in PubMed indizierten Zeitschriften erreichbar, vor allem Zhonghua Nan Ke Xue und Wei Sheng Yan Jiu (Journal of Hygiene Research). Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.
Taiwan. Drei Quellen (die Einordnung unter Chinesisch dient nur der Gruppierung nach Schriftsprache und ist nicht politisch gemeint): eine Querschnittsstudie zu Seminal-Malondialdehyd bei 20 Männern mit Normozoospermie und 31 mit Oligoasthenospermie [s373] und zwei Mausstudien zu Coenzym Q10 [s173, s168].
Japanisch
Japan hat in der Literatur ein historisch eigenständiges Feld, das es sonst nirgends gibt: Methylcobalamin (Mecobalamin), in Japan als Arzneimittel verfügbar, wurde zwischen 1984 und 1992 klinisch bei Oligozoospermie geprüft. Die Serien sind auf Japanisch in japanischen Fachzeitschriften erschienen (Hinyokika Kiyo, Acta urologica Japonica; Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi) und liegen nur als englische Abstracts beziehungsweise Titelübersetzungen vor. Die Auswahl der Quellen: Isoyama (1984) behandelte 26 Männer ohne Azoospermie 4 bis 24 Wochen mit 1.500 µg täglich; elf besserten sich nach den eigenen Kriterien der Autoren (42,3 %), elf blieben unverändert, vier verschlechterten sich (15,4 %) [s427]. Okada (1986; japanischer Originaltitel „乏精子症患者に対するメチルコバラミン (CH3-B12) の臨床的検…“, in der Quellenliste abgeschnitten; deutsch: Klinische Untersuchung von Methylcobalamin bei Patienten mit Oligozoospermie) gab 62 Männern 3.000 µg täglich über drei Monate; es traten Schwangerschaften bei fünf von 62 Partnerinnen auf, eine Kontrollgruppe fehlte [s426]. Isoyama (1986) verglich Methylcobalamin, Clomifen und die Kombination in drei Gruppen mit Besserungsraten von 60,0 % (24 von 40), 71,4 % (25 von 35) und 66,7 % (8 von 12); die Gruppenbildung wird im Abstract nicht als randomisiert beschrieben [s425]. Moriyama (1987) fand bei 6 und 12 mg täglich über 16 Wochen Wirkungsraten von 37,5 % und 39,1 % ohne Placebogruppe [s424].
Die größte Studie dieses Blocks, die doppelblinde Vergleichsstudie von Kumamoto (1988) an 25 Zentren, schloss 375 auswertbare Männer ein (6.000 µg täglich, n = 125; 1.500 µg, n = 124; Placebo, n = 126; je 12 Wochen) und fand in der Gesamtanalyse keine signifikanten Unterschiede der Wirksamkeit bei Spermienzahl oder Motilität; das Ergebnis der anschließenden Subgruppenanalyse bei Ausgangskonzentration von höchstens 20 Mio./ml ist im Abstract abgeschnitten [s422]. Daneben stehen Tierversuche mit Mecobalamin [s420, s418, s423, s419], unter deren Affiliationen sich das Forschungslabor eines Pharmaunternehmens findet (Eisai, [s423]); wie die Studien finanziert waren, geht aus den Abstracts nicht hervor. Ein ebenfalls japanischer Forschungsstrang betrifft den B12-Mangel im Tiermodell [s391, s368, s394, s407, s360]: Bei Rattenmüttern und Nachkommen mit B12-defizienter Diät hatten bei Mangel nur in der unreifen Phase 14,4 % der Spermien kein Flagellum und 4,8 % ein verkürztes [s391]. Zwei Arbeiten derselben Gruppe kommen zu gegensätzlichen Ergebnissen zur Umkehrbarkeit (die englischsprachige von 2007 berichtet Umkehrbarkeit durch B12-Zufuhr [s368], die japanischsprachige von 2003 eine unzureichende Erholung [s394]); die Abstracts lösen diesen Widerspruch nicht auf. Das ist methodisch ein altes Feld ohne einheitlichen Endpunkt; Aussagen auf Menschen sind aus den Mangeldiäten nicht ohne Weiteres übertragbar.
Neuere klinische Studien. Mehrere neuere japanische Arbeiten stratifizieren nach dem Oxidations-Reduktions-Potential im Sperma (ORP): Yamasaki (2022) randomisierte 84 Patienten auf eine Antioxidantienkombination oder Methylcobalamin (67 beendeten); nur bei erhöhtem ORP stieg unter beiden die Konzentration, insgesamt änderte sich außer der Konzentration unter Methylcobalamin kein Parameter [s141]. Enatsu (2024; japanische Fassung in der Zeitschrift der Japanischen Urologischen Gesellschaft) berichtet an 35 Männern unter einem Coenzym-Q10-Präparat über einen Rückgang der DNA-Fragmentierung von 31,6 % auf 25,3 % ohne Kontrollgruppe [s50]; Ogawa (2024) fand bei selbstgewählter Einnahme eines Mikronährstoffpräparats Effekte bei Männern mit hohem ORP [s59]. Terai (2020) randomisierte 31 Männer auf eine Kombination mit Astaxanthin, die auch L-Carnitin, Zink, Coenzym Q10 und B12 enthielt, oder auf ein Kampo-Mittel; die Gesamtzahl motiler Spermien stieg in der Supplementgruppe [s207]. Tsounapi (2018) prüfte an 217 Männern Mikronährstoffe, L-Carnitin und Avanafil [s250]. Das entspricht dem international diskutierten Konzept, Antioxidantien nur bei nachgewiesenem oxidativem Stress zu prüfen; alle diese Studien sind klein oder nicht kontrolliert. Kampo-Rezepturen werden selbst als „antioxidativ“ geprüft: Sairei-to bei 47 Männern ohne Normozoospermie und 16 normozoospermen Männern (Serumhormone und SOD-Aktivität blieben unverändert, was die Deutung als antioxidative Wirkung erschwert) [s390] sowie Keishibukuryogan mit Tocopherolnicotinat bei 119 Männern mit Varikozele [s139]. Für NAC liegt nur eine Humanstudie mit dem verwandten Ethylcystein an zehn Männern im Cross-over vor, die keine Besserung von Dichte und Motilität, aber eine Senkung reaktiver Sauerstoffspezies zeigte [s408]; zu Myo-Inositol gibt es aus Japan keine Humanstudie. Beim Zink fanden zwei große Querschnittsstudien (217 und 2.010 Männer) keine Korrelation des Serumzinks mit Spermienparametern; in der größeren hatten 53,2 % normales Zink, 42,0 % einen subklinischen Mangel, 3,9 % einen Mangel und 0,9 % hohes Zink [s174, s119]. Ein Tagungsabstract von 2025 (岩井; Originaltitel „日本人男性における精液中の必須・有害元素と精子の質との関…“, in der Quellenliste abgeschnitten; deutsch: Zusammenhang zwischen essentiellen und toxischen Elementen im Sperma und der Spermienqualität bei japanischen Männern) untersuchte 17 Elemente im Sperma von 372 gesunden Männern und trennte per Clusteranalyse eine Gruppe (14 %) mit besseren Spermienwerten und höheren Konzentrationen essentieller Elemente, darunter Magnesium [s41]. Eine frühe Laborarbeit von 1982 (Hoshi) fand, dass menschliche Spermien in calcium- und magnesiumfreiem Medium keine Hamstereizellen penetrierten und dass Magnesium in calciumfreiem Medium Calcium teilweise ersetzen konnte [s428].
Zeitschriften und Tierstudien. Japanischsprachige Quellen erscheinen in der Zeitschrift der Japanischen Urologischen Gesellschaft [s408, s50], in Hinyokika Kiyo [s425, s427, s424, s422], in tierwissenschaftlichen Zeitschriften (Nihon Yoton Gakkaishi: Astaxanthin im Eberfutter im Sommer, drei Kontrolltiere und vier Tiere ohne Effekt auf die meisten Parameter vor der Lagerung [s271]; NAC in der Auftaulösung für Ebersperma [s316]) und in Zeitschriften der Vitamin- und Spurenelementforschung [s351, s394, s407, s360]. Von den 46 Quellen mit der Marke Japanisch (die Teilrecherche zählt 45 nach Erstautor-Affiliation) sind rund 25 Tier- und In-vitro-Studien (japanisch- wie englischsprachig), vor allem zu Glutathion in Kryokonservierung und IVF bei Rind, Maus und Hund [s330, s397, s293, s243, s132, s123, s351]. Eine humane In-vitro-Arbeit setzte Restproben von 71 Infertilitätspatienten Glutathion zu und fand veränderte Geschwindigkeitsparameter bei unveränderter Motilität [s76]. Eine B12-Studie bei retrograder Ejakulation (26 Männer, Cross-over; antegrade Ejakulation bei 80 % unter Amoxapin gegenüber 16 % unter B12) betrifft die Ejakulationsfunktion und nicht die Spermienqualität [s261].
Erreichbarkeit. Für Japan waren J-STAGE und CiNii nutzbar. Bei J-STAGE lieferte die Programmierschnittstelle Titel und Autoren, der Abstract war über ein Meta-Feld der Artikelseite abrufbar; mit 16 japanischen Suchbegriffen ergaben sich 523 Treffer, von denen 104 einen Sperma- oder Hodenbezug hatten und acht mit nutzbarem Abstract aufgenommen wurden. CiNii Research lieferte Trefferlisten und bibliographische Datensätze, aber keine Abstracts; ein einschlägiger Datensatz (Taniguchi, Iwamoto und Mitarbeiter 2010, Vitamin E, Vitamin C und Glutathion bei Oligo- und Asthenozoospermie) enthielt nur Titel und Schlagwörter und ist deshalb keine Quelle. Eine ältere Arbeit (Oshio 1992, PubMed-ID 1297720) wurde ausgeschlossen, weil der Datensatz keinen Abstract enthielt. Der Sprachfilter Japanisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 23 rohe Treffer. Die japanischsprachige Literatur ist damit unvollständig erfasst. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.
Koreanisch
Die koreanische Literatur der Quellenliste (16 Quellen) ist fast ausschließlich tiermedizinisch oder zellbiologisch; eine koreanische Interventionsstudie am Menschen mit Spermienparametern wurde nicht gefunden. Von den 16 Quellen sind 13 Tier- oder Tierzellstudien, zwei In-vitro-Studien mit humanen Spermien und eine Übersicht. Koreanischsprachige Zeitschriftenartikel wurden nicht gefunden; alle 16 Quellen tragen neben der Marke Koreanisch die Marke Englisch. Die Schwerpunkte folgen den Forschungsgruppen: Myo-Inositol in der Kryokonservierung und Flüssiglagerung von Eber- und Hundesperma (Jeonbuk National University, Chungnam National University) [s07, s83, s96, s224], Astaxanthin bei Minischwein und Hund [s240, s199], Melatonin und NAC in Toxizitätsmodellen an Ratten und Mäusen (Chonnam National University, Pusan National University) [s86, s321, s302], Curcumin und β-Carotin bei Hitzestress (Chungbuk National University) [s290, s279] und Ginseng-Extrakte bei alten Ratten (Konkuk University) [s309, s288, s262].
Die zwei Humanstudien sind Laborarbeiten: Yun (2013, Seoul National University) fand an Spermien von sechs fertilen Männern, dass 1 mM Taurin die günstigste Konzentration war und dass Taurin zusammen mit Cystein und Glutathion den Motilitätsverlust während 24 Stunden In-vitro-Inkubation synergistisch verminderte [s315]. Chi (2008, Mizmedi Hospital, Seoul) zeigte, dass EDTA und Katalase im Präparationsmedium die Menge reaktiver Sauerstoffspezies auf 196 bis 312 relative Lichteinheiten gegenüber 604 in der Kontrolle senkten [s353]. Zum Myo-Inositol fasst eine Übersicht derselben veterinärmedizinischen Gruppe zusammen, dass die Wirkung dosis- und stadienabhängig sei und der Stoff eher als „Redox- und Stoffwechselmodulator“ denn als klassisches Antioxidans wirke, vor allem aus Schweinemodellen [s07]; die optimale Konzentration unterscheidet sich zwischen den Arbeiten (0,5 bis 2 mg/ml) und Tierarten. Für die Frage, ob die Einnahme beim Mann wirkt, tragen diese Arbeiten nichts bei.
Zur Erreichbarkeit: Koreanische Suchbegriffe (zum Beispiel für Spermien und Antioxidantien oder Melatonin) ergaben in Europe PMC keinen Treffer; der Sprachfilter Koreanisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung null Treffer. Das spricht dafür, dass koreanischsprachige Zeitschriftenartikel dort und in PubMed so gut wie nicht indiziert sind. Ob sie in KCI, KoreaMed oder DBpia stehen, konnte nicht geprüft werden: KCI war nur über die Startseite erreichbar (die versuchte Suchadresse lieferte den Statuscode 404), KoreaMed lieferte auf die Suchanfrage „0 results“, vermutlich weil die Suche per Skript läuft, und DBpia war nicht erreichbar (Statuscode 000). Insbesondere könnte es koreanischsprachige klinische Studien zu Antioxidantien geben, die hier nicht auffindbar waren. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.