Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Melatonin und weitere Antioxidantien · Kapitel 14 von 24

Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität

Vorab: Diese Tabellen geben wieder, was die Studien berichten. Sie sind keine Dosierungsempfehlung. Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung im strengen Sinn (mehrere Dosisstufen im selben Design, gegen Placebo) wurde beim Menschen für keinen der genannten Stoffe gefunden. Wo Dosisvergleiche vorliegen, sind sie klein, unverblindet oder ohne Placebo.

Tabelle 1: Dosen, Dauer und Ergebnis in den wichtigsten Humanstudien je Stoff

StoffStudieDosis und DauerTeilnehmer, DesignHauptergebnis
Myo-Inositol[s276]4.000 mg plus 400 µg Folsäure täglich, 2 Monate62 Männer, Vorher-nachher, 3 GruppenKonzentration nur bei Oligoasthenozoospermie höher; Motilität unverändert
Myo-Inositol (Kombination)[s235]Sinopol (mit Liponsäure, Folsäure, Betain, Vitaminen), 90 Tage100 Abschließende, ohne KontrolleMehrere Parameter besser; Beitrag nicht isolierbar
Astaxanthin[s378]16 mg täglich, 3 Monate30 Männer, doppelblindSchwangerschaft 54,5 % gegen 10,5 % (n = 11 gegen 19)
Astaxanthin[s194]16 mg täglich, 3 Monate72 Abschließende, doppelblindKein Parameter verändert
Astaxanthin[s45]6 mg täglich, 3 Monate (nach Varikozelenoperation)40 Männer, dreifach verblindetMotilität und Zytokinmarker besser; kein Zahlenwert im Abstract
NAC[s349]600 mg täglich (mit/ohne Selen 200 µg), 26 Wochen468 Männer, doppelblindAlle Parameter besser, Kombination additiv
NAC[s348]600 mg täglich, 3 Monate120 Männer, placebokontrolliertVolumen, Motilität, Viskosität besser; Zahl und Morphologie nicht
NAC[s220]600 mg täglich, 3 Monate50 Männer, ohne KontrolleMehrere Parameter besser
Melatonin[s396]3 mg täglich, 6 Monate8 Gesunde, Überkreuz6 unverändert, 2 verschlechtert
Melatonin[s241]Dosis im Abstract nicht genannt, 3 Monate54 Männer nach VarikozelenoperationMehrere Parameter besser gegen Placebo
Melatonin[s296]6 mg täglich, 45 TageInfertile MännerHöhere antioxidative Kapazität, bessere Embryoklassen
Glutathion[s417]600 mg intramuskulär jeden zweiten Tag, 2 Monate je Phase20 Männer, ÜberkreuzMotilität und Morphologie besser (Injektion)
Magnesium[s393]3.000 mg Magnesiumorotat täglich, 90 Tage20 Männer, placebokontrolliertKeine Änderung der Spermien; ionisiertes Mg im Ejakulat höher
Vitamin B12[s427]1.500 µg täglich, 4 bis 24 Wochen26 Männer, ohne KontrolleBesserung nach eigenen Kriterien bei 42,3 %
Vitamin B12[s426]3.000 µg täglich, 3 Monate62 Männer, ohne KontrolleMehrere Parameter besser; 5 Schwangerschaften
Vitamin B12[s422]6.000 oder 1.500 µg täglich, 12 Wochen375 Männer, doppelblindGesamtanalyse ohne Unterschied zu Placebo
Vitamin B12[s424]6 gegen 12 mg täglich, 16 Wochen39 Männer, ohne PlaceboWirkungsrate 37,5 % gegen 39,1 %
Selen, CoQ10[s150, s70]Selen 200 µg, CoQ10 200 mg, 3 bis 6 Monate70 und 65 MännerBeide besser; CoQ10 stärker; ohne Placebo
CoQ10[s347]200 mg täglich, 6 Monate60 MännerMotilität und CoQ10-Spiegel höher
CoQ10[s214]200 gegen 400 mg täglich, 3 Monate35 und 30 MännerHöhere Dosis wirkte stärker (kein p-Wert für den Vergleich)
Vitamin E[s414, s196, s35]400 bis 600 mg beziehungsweise 400 Einheiten täglich, 3 Monate30, 101, 90Zonabindung besser; Lebendgeburt je Transfer 41,5 % gegen 20,5 %; Operation allein wirksam
Vitamin C plus E[s381]je 1 g täglich, 2 Monate64 Männer, PlaceboFragmentierung 22,1 auf 9,1 %
Folsäure plus Zink[s204]5 mg plus 30 mg täglich, 6 Monate2.370 Männer, PlaceboLebendgeburt 34 % gegen 35 %; Fragmentierung höher
Mehrstoff[s205]Siehe MOXI, 3 bis 6 Monate174 Männer, PlaceboKein Nutzen; Lebendgeburt 15 % gegen 24 %
Omega-3[s328]1,84 g EPA/DHA täglich, 32 Wochen238 Männer, PlaceboZahl und Konzentration höher
Vitamin D[s233]300.000 IE, dann 1.400 IE täglich plus Calcium, 150 Tage330 Männer, PlaceboSamenparameter unverändert; Lebendgeburt bei Oligozoospermen 35,6 % gegen 18,3 % (explorativ)

Tabelle 2: Dosisvergleiche innerhalb einer Studie (Mensch und Tier)

BereichStudieVerglichene DosenErgebnis
Mensch, CoQ10[s214]200 gegen 400 mg täglich400 mg stärkere Wirkung, kein formaler Test im Abstract
Mensch, B12[s424]6 gegen 12 mg täglichKein Unterschied (37,5 % gegen 39,1 %); die Autoren nennen 6 mg die „empfohlene Dosis“
Mensch, B12[s422]6.000 gegen 1.500 µg gegen PlaceboKein Unterschied im Gesamtkollektiv
Mensch, B12 in vitro[s190]1 gegen 2 mg/ml im EinfriermediumBeide verbessern Motilität; 2 mg/ml senkte die Fragmentierung
Tier, Astaxanthin (Maus, Hitze)[s37]50 gegen 100 mg/kg/TagBeide mildern die Einbußen; 50 mg/kg auch Hodengewicht und Testosteron
Tier, Astaxanthin (Hahn)[s159, s116]0, 25, 50, 100 mg/kgWirkung ab 50 bis 100 mg/kg; Hormone und Mitochondrien linear mit der Dosis
Tier, Astaxanthin (Hund, in vitro)[s199]1 µM am bestenHöhere Dosen nicht besser
Tier, Astaxanthin (Minischwein, in vitro)[s240]10 bis 500 µM500 µM zusätzlich progressive Motilität
Mensch in vitro, Astaxanthin[s112]0, 50, 100, 500 µMGeringster Motilitätsverlust bei 100 µM
Tier, Melatonin (Kamelsperma)[s04]0,5 bis 3 mM1 bis 2 mM am günstigsten; 3 mM ohne Mehrgewinn
Tier, Myo-Inositol (Eber)[s83, s96]0,5 bis 2 und 2 bis 8 mg/mlOptimum 0,5 mg/ml (Gefrieren) beziehungsweise 2 mg/ml (Lagerung)
Tier, Myo-Inositol (Hund)[s224]1 gegen 2 mg/ml1 mg/ml wirksamer
Tier, Vitamin E (Schafbock)[s346]0, 20, 200, 1.000, 2.400 IE200 IE besser als niedrigere und höhere Dosen (nichtlinear)
Tier, Glutathion (Bulle)[s132]1, 5, 10 mMWirkung bullenabhängig
Tier, B12 (Mäuse nach Bestrahlung)[s419]0,01, 0,1, 1 mg/kgNur 1 mg/kg wirksam
Tier, Zink (Maus)[s133, s99]10 gegen 30 mg/kg Futter beziehungsweise < 1 mg/kgSchon marginaler Mangel schädigt
Tier, Curcumin (Maus)[s290]20, 40, 80 mg/kgDosisabhängige Besserung
Tier, Melatonin (Ratte)[s367, s370, s236]1, 10, 12 mg/kgSchutz gegen Homocystein und Cisplatin; nach Radiojod nicht alle Parameter

Lesehinweise: In mehreren Tier- und In-vitro-Versuchen ist das Optimum nicht die höchste Dosis (Hund, Kamel, Eber, Schafbock) [s199, s04, s83, s96, s346]. Das passt zu der Aussage, die Wirkung von Myo-Inositol sei dosis- und stadienabhängig [s07]. Die Dosen sind nicht zwischen Tierarten oder auf den Menschen übertragbar.

Tabelle 3: Behandlungsdauer und zeitlicher Verlauf

FrageStudieBefund
Längere Behandlung wirkt stärker?[s14] (101 Publikationen, 11.889 Männer)Behandlungen über mehr als sechs Monate wirkten stärker als solche unter drei Monaten
[s140] Wang 2022, Vitamin ENach sechs Monaten Vorwärtsmotilität SMD 0,80 (0,46 bis 1,14), insgesamt nicht signifikant
[s19] Bakri 2025, CoQ10Morphologie besser bei Behandlungsdauer über drei Monate
[s230] Wang 2019, Antioxidantien nach VarikozelenoperationNach drei Monaten Konzentration, Motilität, Morphologie besser; nach sechs Monaten außer Motilität (p = 0,72) und progressiver Motilität (p = 0,57) ebenfalls
Verlauf in einer Kohorte[s62] Rochdi 2024Konzentration 8,67 auf 12,17 auf 19,01 Mio./ml bei Beginn, nach 3 und 6 Monaten; ohne Kontrolle
[s167] Li (Carnitin plus Astaxanthin)DFI bei Oligozoospermie 25,87 auf 18,66 auf 16,48 % (Monat 0, 2, 3); ohne Kontrolle
Langzeitverlauf[s108] Alahmar und NaemiCoQ10 200 mg über 6 Monate, dann 18 Monate Beobachtung; Schwangerschaftsrate 24,2 % gegen 95,2 % bei Fertilen
Kurze Behandlung[s134] RybalovZehn Tage; kurzfristige Veränderungen von Beweglichkeit und Morphologie

Zeitliche Gesichtspunkte, die die Abstracts selbst nicht erörtern, sind hier nicht ergänzt. Die meisten Studien dauern drei Monate; Studien über sechs Monate oder länger gibt es unter anderem für NAC und Selen [s349], Selen [s70], CoQ10 [s347, s108], FAZST [s204], Omega-3 [s328] und Vitamin D [s233]. Eine direkte Gegenüberstellung von Behandlungsdauern im selben Design fehlt bei den genannten Hauptstoffen.

Tabelle 4: Subgruppen, in denen Effekte unterschiedlich ausfielen

Die Subgruppenbefunde sind überwiegend post hoc, ohne Korrektur für Mehrfachvergleiche und mit kleinen Gruppen. Sie erzeugen Hypothesen und belegen keine Wirkung.

SubgruppeStudieBefundEinschränkung
Nach Varikozelenoperation[s230, s45, s241, s283, s35, s274, s221]Effekte der Antioxidantien neben dem der Operation: Placebo-kontrolliert bei Astaxanthin, Melatonin, Vitamin C und EOperation allein wirkt; Vitamin E nach Operation in [s274] ohne signifikanten Effekt
Varikozele ohne Operation[s121] Ioannidou 2022Konzentration WMD +5,86 × 10⁶/mL (1,47 bis 10,24; 213 Patienten), Morphologie nicht signifikantEvidenz „limited“
Niedriggradige Varikozele[s139] Takeshima; [s34] RochdiWirkung bei niedrigem Grad (Median 1,21; 0,45 bis 2,47), nicht bei hohem; Nutzen vor allem bei Grad 0 und 1Ohne Kontrollgruppe
Hoher oxidativer Stress (ORP/sORP)[s141, s50, s59, s182]Effekt nur oder stärker bei erhöhtem ORP (zum Beispiel Fragmentierung 34,0 auf 26,1 %)Post hoc, klein, teils selbst gewählte Einnahme
Normale Ausgangswerte von Vitamin E, Zink, Selen[s163]Kein Zusammenhang mit Samenparametern oder SchwangerschaftSekundäranalyse von MOXI
Niedriger Ausgangswert von Motilität und CoQ10[s347]Ansprechen wahrscheinlicherEinzelstudie
Niedriger Ausgangswert bei Oligozoospermie, Konzentration ≤ 20 Mio./ml[s422]Subgruppenanalyse im Abstract abgeschnittenNicht auswertbar
Alter unter 35, BMI unter 25, Varikozele[s184]Gesamtmotilität p = 0,0272, progressive p = 0,0159Post hoc
Genotyp MTHFR 677 TT[s191]Besserung nur hier, nicht bei anderen GenotypenKleine Untergruppen
GSTM1/GSTT1-Deletion[s143]Antioxidantientherapie nicht wirksamKeine Zahlen im Abstract
Vitamin-D-Mangel, oligozoosperm[s233]Lebendgeburt 35,6 % gegen 18,3 % (1,6 bis 32,9); Inhibin B bei Mangel +49 pg/mLExplorativ; insgesamt keine Änderung der Samenparameter
Idiopathische gegen unerklärte Infertilität[s182]Bei unerklärter Infertilität nur progressive Beweglichkeit, ORP, SDFUnkontrolliert
Thalassämie[s238]Verstärkte Missbildungsindizes unter L-Carnitin plus NAC10 Männer, ohne Kontrolle
Rauchen[s95, s340, s357]Niedrigeres Seminalzink bei starken Rauchern; Effekte nur bei Slawen, nicht BurjatenBeobachtung
Adipositas[s245]Volumen, Zahl, progressive Motilität, B12 niedrigerQuerschnitt
Zinkversorgung[s119, s174]Serumzink ohne Korrelation mit Samenqualität; Zink höher bei NormozoospermieQuerschnitt
Subtypen der Metaanalyse[s28]Zink, Folsäure, Mehrstoffe: Konzentration; Selen, Carnitin, CoQ10: Motilität; Liponsäure: Morphologie; Vitamin D, E, Omega-3: nichtsKein Effekt auf Schwangerschaft und Lebendgeburt

Tabelle 5: Effekte nach Metaanalysen (Auswahl, Samenparameter)

StoffMetaanalyseKonzentrationMotilitätMorphologie oder DNAAnmerkung
Myo-Inositol[s52]nicht berichtetGesamt SMD 0,90 (0,34 bis 1,46); progressiv SMD 1,48 (0,37 bis 2,59)DNA-Fragmentierung SMD -1,37 (-2,43 bis -0,32; I² = 85 %)Testosteron SMD 0,54
Astaxanthin[s03]kein signifikanter Humaneffektkein signifikanter Humaneffektkein signifikanter HumaneffektTierdaten deutlich positiv
NAC[s178]MD 3,80MD 4,69Morphologie MD 1,68Drei RCT, 431 Männer
Melatoninkeine Metaanalyse
Glutathionkeine Metaanalyse
Magnesiumkeine Metaanalyse
Methylgruppen-Donatoren (Klasse)[s10]DNA-Fragmentation SMD -1,17 (-2,82 bis 0,47)Intervall schließt null ein
CoQ10[s19]MD 10,22 (3,51 bis 16,93)Gesamt MD 4,95 (1,15 bis 8,75)Schwangerschaft OR 6,02 (1,97 bis 18,41)
CoQ10[s312]RR 5,33 (4,18 bis 6,47)RR 4,50 (3,92 bis 5,08)Keine Schwangerschaftszunahme
Vitamin E und C[s145]SMD 0,21 (0,09 bis 0,34)progressiv SMD 0,38 (0,22 bis 0,55)Morphologie SMD 0,32 (0,09 bis 0,55)Schwangerschaft RR 1,86 für Vitamin E
Vitamin E[s140]SMD 0,04SMD 0,20 (nicht signifikant)Volumen SMD -0,30
Vitamin D[s100]ohne UnterschiedGesamt MD 4,96; progressiv MD 4,14Morphologie MD 0,44I² 69 und 89 %
Antioxidantien insgesamt, idiopathisch[s10]SMD 1,09 (0,10 bis 2,08)progressiv SMD 1,11; gesamt SMD 0,69Normalformen SMD 0,43Vorhersageintervalle schließen null ein; I² über 80 %

Bei Cochrane [s228, s306, s329, s111] sinkt die Lebendgeburt-Odds-Ratio von 4,85 auf 1,43, und nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko ist sie nicht mehr signifikant (Peto-OR 1,38 und 1,22). Diese Schrumpfung der Effektgröße mit besserer Studienqualität ist ein Befund von allgemeiner Bedeutung für alle Tabellen dieses Abschnitts.

Reversibilität und Nachwirkung

Was nach Absetzen geschieht, ist in den Studien selten untersucht. Die Befunde im Überblick:

FrageStudieBefundEinschränkung
Normalisieren sich Parameter nach Absetzen?[s396] MelatoninBei zwei von acht Gesunden zuvor gesunkene Konzentration und Motilität; sechs Monate nach Absetzen war ein Mann weiter auffällign = 8, „preliminary“
Wirkt die Behandlung nach Absetzen fort?[s21] ElnasharBesserung in Gruppe A hielt in den folgenden drei Placebomonaten an; Gruppe B besserte sich erst nach dem Wechsel auf das PräparatNachwirkung oder zeitliche Entwicklung nicht trennbar; Crossover bei persistierendem Parameter ungeeignet
Überkreuzdesigns[s417] Lenzi (Glutathion), [s414] Kessopoulou (Vitamin E), [s408] Akiyama (Ethylcystein, vier Wochen Auswaschphase), [s396]Wechsel nach BehandlungsphaseAbstracts nennen Nachwirkung nur selten; Fallzahlen sehr klein
Verbleibt ein Effekt ein halbes Jahr nach Behandlung?[s349] NAC/Selen26 Wochen Behandlung, 30 Wochen NachbeobachtungDer Abstract berichtet keine Ergebnisse der Nachbeobachtung
Langzeit[s108] CoQ10Schwangerschaftsrate nach 18 Monaten Beobachtung 24,2 %Keine unbehandelte Patientenkontrolle
Reversibilität eines Mangels[s99] ZinkVeränderungen nach vier Wochen normaler Diät weitgehend rückläufigMaus, Mangeldiät
[s368] gegen [s394] B12Eine Arbeit: durch B12-Zufuhr umkehrbar; die andere derselben Gruppe: unter Kontrolldiät nach dem Absetzen unzureichende ErholungWiderspruch ungeklärt
Reversible Wirkung des Stoffes selbst[s397] Glutathion10 mmol/l reduzierte Protamine reversibel, verschlechterte ZonabindungMaus, Labor
Schaden durch Behandlung[s365] Vitamine, Zink, SelenDekondensation +22,8 %; Rückbildung nicht berichtetKeine Kontrollgruppe im Abstract
[s204] Folsäure, ZinkFragmentierung nach 6 Monaten +2,4 % (0,5 bis 4,4 %)Nachverfolgung nicht berichtet
Spontanschwankung[s163], [s22]Placebo und Verum verbessern sich oder schwanken; Vorher-nachher-Effekte ohne Kontrolle irreführendSiehe Ioannidou 2025

Reversibilität ist damit für die Hauptsubstanzen nicht beurteilbar: Für keinen der sieben Stoffe liegt eine Studie mit definierter Beobachtung nach Absetzen und berichteten Zahlen vor. Wo Hinweise bestehen (Melatonin bei Gesunden, B12- und Zinkmangel im Tier, Elnashar), sind sie klein oder tierexperimentell.

Zusammenfassende Lesart dieses Abschnitts

  1. Dosis. Die untersuchten Dosen reichen für Humanstudien zum Beispiel von 6 bis 16 mg Astaxanthin, 600 mg NAC, 3 bis 6 mg Melatonin, 1.500 bis 12.000 µg Methylcobalamin, 3.000 mg Magnesiumorotat, 4.000 mg Myo-Inositol und 600 mg injiziertem Glutathion. Ein höherer Wert war in keinem Humanvergleich zweifelsfrei besser; die einzige Studie mit Hinweis auf eine stärkere Wirkung der höheren Dosis (CoQ10) hat keine Placebogruppe und keinen Test des Dosisunterschieds [s214]; bei B12 war die Wirkung im Vergleich 6 gegen 12 mg gleich [s424], und die Gesamtanalyse gegen Placebo negativ [s422].
  2. Subgruppen. Konsistent über mehrere Quellen sind nur zwei Muster: Nach Varikozelenoperation sind die Effekte der Operation und der Antioxidantien schwer zu trennen, und die Studien mit hohem Ausgangs-ORP oder erniedrigten Ausgangswerten berichten eher Effekte als solche mit normalen Werten. Beides sind schwache Hinweise und ersetzen keine prospektiv geplante Stratifizierung.
  3. Reversibilität. Offen.
  4. Offene Punkte für künftige Studien, wie sie die Autoren der Quellen selbst nennen: größere placebokontrollierte Studien mit Lebendgeburt als Endpunkt [s10, s326], getrennte Prüfung der Einzelsubstanzen statt Mischpräparate [s10], Messung des oxidativen Stresses vorab und Stratifizierung [s213, s57, s20], Berichterstattung der Nachbeobachtung und Sicherheit.
Alle Kapitel und Anhänge (29)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Lesehinweise und Abgrenzung bis Übersichten und Metaanalysen zu Antioxidantien allgemein
  5. Metaanalysen zu einzelnen Wirkstoffen und Narrative Übersichtsartikel nach Substanz
  6. Übersichten zu Antioxidantien insgesamt und Gesamtbild der Metaanalysen und Übersichten
  7. Lesehinweise bis Glutathion, glutathionabhängige Enzyme und Selen
  8. Totale antioxidative Kapazität und Marker des oxidativen Stresses bis Vitamin D und Carnitine
  9. Genetische Beobachtungsstudien und Mendelsche Randomisierung bis Gesamtbild der Beobachtungsstudien
  10. Leitlinien und Konsensdokumente bis Melatonin
  11. Glutathion bis Selen, Omega-3, Lycopin, Vitamin D, weitere
  12. Tierversuche und Laborarbeiten im Überblick und Zusammenschau und Grenzen der Studienlage
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Koreanisch
  16. Russisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 3)
  23. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 3)
  24. Quellenverzeichnis (Teil 3 von 3)
  25. Diagramme
  26. Quellen s01–s140
  27. Quellen s141–s281
  28. Quellen s282–s428
  29. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle