Glutathion
Zu oral eingenommenem Glutathion fand die Recherche in keinem Sprachraum eine kontrollierte Humanstudie mit Spermienparametern. Viele Treffer betrafen Glutathion in Verdünnungsmedien tierischer Samen (Eber, Stier, Hahn, Hund) und wurden nur exemplarisch aufgenommen [s412].
Lenzi 1993 [s417]. Randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Überkreuzstudie an 20 infertilen Männern mit Dyspermie bei einseitiger Varikozele oder keimfreier Entzündung des Genitaltrakts; Glutathion 600 mg intramuskulär jeden zweiten Tag oder Placebo über zwei Monate, dann Wechsel für zwei weitere Monate. Signifikant positive Wirkung auf die Motilität (insbesondere Vorwärtsmotilität), die kinetischen Parameter der computergestützten Analyse und die Morphologie. Es handelt sich um eine Injektion, nicht um eine orale Ergänzung; sehr kleine Fallzahl, keine Schwangerschaftsdaten.
Irvine 1996 [s412]. Übersicht: Glutathion spiele für die antioxidative Abwehr des Keimepithels und des Nebenhodens eine Rolle; in vitro scheine Antioxidantiengabe die Befruchtungsfähigkeit zu erhalten, klinische Daten fehlten, kontrollierte Studien seien „urgently required“. Das war der Stand 1996.
Glutathion als Bestandteil von Kombinationen. Kopets 2020 [s193] (Lemberg, Ukraine): randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Studie in acht Zentren, 83 Männer mit idiopathischer Subfertilität; Verum aus L-Carnitin/Acetyl-L-Carnitin, L-Arginin, Glutathion, CoQ10, Zink, Vitamin B9, Vitamin B12 und Selen über sechs Monate. Normales Spermiogramm nach vier Monaten bei 29 von 42 (69,0 %) gegen 9 von 41 (22,0 %) unter Placebo (P < 0,001); Spontanschwangerschaften 10/42 (23,8 %) gegen 2/41 (4,9 %), P = 0,017. Das ist die methodisch stärkste Studie des russischsprachigen Raums; der Beitrag von Glutathion und B12 ist nicht isolierbar, Konfidenzintervalle fehlen im Abstract. Saylam 2020 [s203] (Mersin): 100 Männer, je 50 in Behandlung und Kontrolle, sechs Monate ein Präparat mit unter anderem Glutathion, Magnesium und Vitamin B12; die Gesamtzahl beweglicher Spermien stieg nicht signifikant, FSH (p = 0,008), LH (p = 0,008) und Testosteron (p = 0,006) stiegen in der Behandlungsgruppe gegenüber dem Ausgangswert, in der Kontrollgruppe nicht. Ein Medium mit Grüntee-Extrakt, Glutathion und Vitamin C senkte in 200 Proben den DNA-Fragmentationsindex nach dem Swim-up stärker als ein Handelsmedium [s84].
Humane Messstudien. Foresta 2002 [s395]: Die selenabhängige Phospholipid-Hydroperoxid-Glutathionperoxidase (PHGPx) war in Spermien von 75 infertilen Männern niedriger als bei 37 Kontrollen (93,2 ± 60,1 gegen 187,5 ± 55,3 Einheiten/mg Protein), am niedrigsten bei Oligoasthenozoospermie (p < 0,001), und korrelierte mit der Vorwärtsmotilität (r = 0,45). Imai 2001 [s400]: PHGPx-Ausfall bei etwa 10 % von 73 infertilen Männern, bei keinem von 31 fertilen Freiwilligen. Atig 2012 [s317]: 60 fertile und 190 infertile Männer; Glutathion im Samenplasma bei Normozoospermie höher als in den Patientengruppen. Xu und Zhao 2025 [s39]: 147 Männer mit Asthenozoospermie gegen 151 Gesunde (retrospektiv); Serum-Selenoprotein P und Glutathion niedriger (p < 0,001); Glutathion korrelierte mit der Zahl vorwärts beweglicher Spermien (r = 0,518), der Konzentration (r = 0,554) und der Vitalität (r = 0,524); AUC für die Diagnose 0,824 (SeP) und 0,852 (GSH). Zhang 2026 [s16]: Im Samenplasma von 47 infertilen Männern lagen 5-MTHF (139,50 gegen 387,80 ng/ml; P < 0,001) und Glutathion (4.314 gegen 9.049 ng/ml; P < 0,001) niedriger als bei 120 gesunden Männern, Vitamin E nicht (199,00 gegen 168,50 ng/ml; P = 0,211); zwischen Serum und Seminalplasma (22 Paare) bestand keine signifikante Korrelation. Hsieh 2006 [s373]: Malondialdehyd bei Oligoasthenospermie höher (2,25 ± 0,88 gegen 1,52 ± 0,75 nM bei Normozoospermie; p = 0,0021), die Glutathionperoxidase-Aktivität nicht verschieden. Eskiocak 2005 [s380]: bei 34 Medizinstudenten waren Glutathion und freie Sulfhydrylgruppen im Samenplasma und der Beweglichkeitsindex während des Prüfungsstresses niedriger, der Anteil abnormer Spermien höher (jeweils P < 0,001); eine Beobachtung an Gesunden. Menevse 2022 [s128]: kein Unterschied bei Glutathion zwischen je 30 normozoospermen und oligozoospermen Männern. Ammar 2020 [s181]: 69 Männer mit isolierter Teratozoospermie gegen 20 Kontrollen, niedrigeres reduziertes Glutathion; zur Glutathion-S-Transferase widerspricht sich der Abstract selbst. Bdeir 2024 [s46]: Glutathion hing mit Vitamin-B6-Mangel zusammen. Genstudien: Bei 203 infertilen und 227 fertilen russischen Männern war der Nichtdeletions-Genotyp von GSTT1 mit idiopathischer Infertilität und Asthenozoospermie verbunden [s342]; GSTP1 nur in der Teratospermie-Untergruppe auffällig (Gesamtvergleich p = 0,344) [s165]; bei infertilen Trägern des heterozygoten Ile105Val-Polymorphismus Glutathion-Aktivität im Blut +7 %, Glutathionreduktase -20 % [s195]. Diese Arbeiten zeigen Zusammenhänge, keine Wirkung einer Einnahme.
Zusatz zu Humansperma, Tier- und Modellarbeiten. Brahmajosyula 2023 [s76]: Restproben von 71 Patienten, 5 mM GSH für eine Stunde; nach zwei Stunden waren VSL, VCL, VAP und ALH vermindert, STR, LIN und BCF erhöht, Motilität (p = 0,9574) und progressive Motilität (p = 0,5657) unverändert, ATP erhöht (p < 0,05); die Studie zeigt keine Verbesserung der Motilität. Mausmodell des Morbus Wilson: bessere Histologie und weniger oxidativer Stress [s78]. Gefrorene Mäusespermien: GSH im Befruchtungsmedium erhöhte die Befruchtungsrate [s330]; 10 mmol/l GSH reduzierte die Protamine der Spermienkerne reversibel, verschlechterte aber die Zonabindung [s397]. Hunde: 5 mM GSH verbesserte Motilität und Lipidperoxidation; aus vier besamten Hündinnen kamen bei zwei Hündinnen fünf Welpen [s293]. Bullen: GSH vor ICSI erhöhte die Raten von 4-8-Zell-Embryonen und Blastozysten (71,4 % und 31,0 % gegen 36,6 % und 7,0 %) [s243]; bei vier Bullen war die Wirkung bullenabhängig (bei einem sank die Motilität, bei zweien die DNA-Integrität) [s132]; im Waschmedium wirksamer als im IVF-Medium [s123]; im Kaninchen-Verdünner verbesserten 0,5, 1 und 2 mM Glutathion mit Taurin die Spermienkinetik und senkten MDA [s73]; bei drei Bullen (54 Ejakulate): keine Wirkung auf Beweglichkeit und Morphologie, DNA-Schäden bei 0,5 mM Glutathion niedriger [s344]. Ratten unter Bleomycin-Etoposid-Cisplatin: Glutathion senkte DNA-Fragmentation und Fehlformen und stellte Testosteron und Spermienzahl wieder her [s74]. Zur Rolle der PHGPx: bei 30 % infertiler Männer mit Oligoasthenozoospermie war die Expression in Spermien vermindert; hodenspezifische Knockout-Mäuse waren alle unfruchtbar, mit weniger Spermien, geringerer Vorwärtsmotilität, niedrigerem mitochondrialem Membranpotenzial und einer haarnadelartigen Biegung des Flagellums im Mittelstück [s351].
Einordnung. Eine kleine Injektionsstudie von 1993, eine Übersicht, ein Kombinationspräparat-RCT mit Glutathion als einem Bestandteil und viele Messstudien. Ob von außen zugeführtes Glutathion die Spermienqualität verbessert, ist aus diesen Quellen nicht ableitbar.
Magnesium
Závaczki 2003 [s393]. Randomisierte placebokontrollierte Pilotstudie an 20 Männern mit idiopathischer Infertilität; 3.000 mg Magnesiumorotat täglich (n = 10) gegen Placebo (n = 10) über 90 Tage. Keine signifikante Änderung der Spermiencharakteristika oder des Gesamtmagnesiums in Blut und Ejakulat; das ionisierte Magnesium im Ejakulat stieg von 0,18 ± 0,05 auf 0,30 ± 0,05 mmol/l (p < 0,05); eine Schwangerschaft in der Magnesiumgruppe. Die Autoren schließen, die Behandlung habe sich nicht als wirksam erwiesen; die Stichprobe ist zu klein, um einen Effekt auszuschließen.
Beobachtungsstudien. Liang 2016 [s278]: Querschnitt an 515 Männern (Guizhou, China); Calcium (β = -0,47; P = 0,0123) und der Calcium/Magnesium-Quotient (β = -0,25; P = 0,0393) im Samenplasma waren negativ mit der Konzentration verbunden; in der Schicht mit Quotient ≤ 2,5 war Magnesium positiv verbunden (β = 0,73; P = 0,0386). Wong 2001 [s405]: 107 fertile und 103 subfertile Männer; Calcium, Magnesium, Zink und Kupfer unterschieden sich nicht. Sørensen 1999 [s411]: 50 Paare, keine Korrelation mit der Zeit bis zur Schwangerschaft. Yahyavi 2026 [s15]: Sekundäranalyse einer RCT an 299 infertilen Männern; im höchsten gegenüber dem niedrigsten Serummagnesium-Terzil Konzentration 20,9 gegen 8,6 Mio./ml (P = 0,007), Gesamtzahl 72 gegen 37 Mio. (P = 0,009), progressiv motile Spermien 23 gegen 11 Mio. (P = 0,033) und Anti-Müller-Hormon 40 gegen 28 pmol/l (P = 0,002); die Vitamin-D-Gabe veränderte das Serummagnesium nicht. Değer 1988 [s421]: Seminalmagnesium 11,9 ± 3,0 mg/100 ml bei 37 Fertilen gegen 6,9 ± 2,1 bei 45 Infertilen, kein p-Wert im Abstract. Abdul-Rasheed 2010 [s333]: Seminalmagnesium bei 78 Infertilen niedriger als bei 41 Fertilen. Azab 2021 [s154]: bei Varikozele niedriger, nach Operation höher; Magnesium korrelierte mit Konzentration (r = 0,541), Beweglichkeit (r = 0,477) und Normalformen (r = 0,520). Aljaser 2021 [s153]: bei 30 Asthenozoospermen niedrigeres Magnesium und Zink. Omu 2001 [s403]: normale Spiegel in allen Gruppen bis auf niedrigeres Seminalmagnesium bei vorzeitiger Ejakulation. Eine japanische Elementanalyse an 372 Gesunden trennte eine Gruppe mit mehr motilen Spermien und höheren Konzentrationen essentieller Elemente ab [s41]; ein frühes Laborexperiment fand, dass menschliche Spermien in calcium- und magnesiumfreiem Medium keine Hamstereizellen penetrierten [s428]. Eine Supplementationsstudie mit Magnesium als Einzelstoff liegt aus keinem Sprachraum vor; Magnesium ist nur Bestandteil eines Kombinationspräparats [s203].
Einordnung. Eine kleine negative Interventionsstudie und Messstudien mit überwiegend niedrigerem Seminalmagnesium bei Infertilen; Querschnittsbeziehungen erlauben keinen Schluss auf Ursache und Wirkung.
Vitamin B12 (Cobalamin, Methylcobalamin) und Folat
Japanischer Studienblock (1984 bis 1992). Methylcobalamin ist in Japan als Arzneimittel verfügbar; die Studien sind methodisch alt und überwiegend unkontrolliert.
- Isoyama 1984 [s427]: 26 infertile Männer (ohne Azoospermie), 4 bis 24 Wochen mit 1.500 µg/Tag. Die Konzentration stieg bei zehn Männern (38,4 %), die Gesamtzahl bei 14 (53,8 %), die Motilität bei 13 (50,0 %); LH, FSH und Testosteron blieben unverändert. Nach eigenen Kriterien besserten sich 11 Männer (42,3 %), 11 blieben unverändert, vier verschlechterten sich (15,4 %). Fallserie ohne Kontrolle.
- Isoyama 1986 [s425]: Methylcobalamin 1.500 µg/Tag (Gruppe M), Clomifen (Gruppe C) oder Kombination (MC); Besserung nach eigenen Kriterien 60,0 % (24/40), 71,4 % (25/35) und 66,7 % (8/12). Gruppenbildung im Abstract nicht als randomisiert beschrieben, unterschiedliche Behandlungsdauern.
- Okada 1986 [s426]: 62 oligozoosperme Männer, 3.000 µg/Tag über drei Monate; Spermiendichte, Gesamtzahl, Motilität und Geschwindigkeit stiegen signifikant, ebenso die B12-Konzentration im Seminalplasma; Schwangerschaften bei fünf von 62 Partnerinnen (eine nach intrauteriner Insemination). Keine Kontrollgruppe.
- Moriyama 1987 [s424]: 6 mg/Tag (16 Männer) gegen 12 mg/Tag (23 Männer) über 16 Wochen; Wirkungsraten 37,5 % und 39,1 %; je ein Patient mit klinischer Nebenwirkung. Die Autoren nennen 6 mg/Tag die „empfohlene Dosis“; das ist ihre Aussage, keine Empfehlung dieser Studie. Keine Placebogruppe.
- Kumamoto 1988 [s422]: die größte japanische Studie, doppelblind, 25 Zentren, drei Gruppen (6.000 µg/Tag, n = 125; 1.500 µg/Tag, n = 124; Placebo, n = 126) über zwölf Wochen, 375 auswertbare Männer. Gesamtanalyse: keine signifikanten Unterschiede bei Spermienzahl oder Motilität. Die anschließende Subgruppenanalyse bei Ausgangskonzentration von höchstens 20 × 10⁶/ml ist im Abstract abgeschnitten und konnte nicht ausgewertet werden.
- Yamasaki 2022 [s141]: 84 Patienten randomisiert auf Antioxidantienkombination (Vitamin C, E, CoQ10, Leinöl) oder Methylcobalamin, 67 beendeten drei Monate. Keine signifikante Änderung der Samenparameter, außer der Konzentration unter Methylcobalamin; bei Oxidations-Reduktions-Potenzial (ORP) über dem Grenzwert stieg die Konzentration unter beiden Therapien signifikant (explorativ; kein Placebo).
- Hu 2017 [s261]: retrograde Ejakulation, 500 µg dreimal täglich B12 gegen Amoxapin: antegrade Ejakulation bei 16 % (4/25) gegen 80 % (20/25), P < 0,0001; betrifft die Ejakulationsfunktion, nicht die Spermienqualität.
Messstudien. Boxmeer 2007 [s361]: 73 Männer im IVF/ICSI-Programm; Cobalamin in Serum und Samenplasma korrelierte (r = 0,55; P = 0,001), das Samenplasma-B12 mit der Spermienkonzentration (r = 0,42; P < 0,001). Murphy 2011 [s327]: 153 infertile Männer und 184 fertile Kontrollen; bei Männern ohne Supplemente Serumfolat der Infertilen niedriger (12,89 gegen 14,73 nmol/l; P = 0,02), B12 und Homocystein nicht verschieden, keiner der Marker mit einem Samenparameter korreliert. Chen 2001 [s399]: 44 infertile und 176 fertile Männer; Seminal-B12 und -Folat nicht verschieden, ROS bei Infertilen höher (P < 0,01) und negativ mit B12 und Folat korreliert; ROS korrelierten ungewöhnlicherweise auch positiv mit der Motilität (P < 0,01), was der Abstract nicht erklärt. Qi 2018 [s245]: 83 Männer; bei Adipösen niedrigere Werte für Volumen, Gesamtzahl, progressive Motilität und B12 im Samenplasma (230,07 ± 37,75 gegen 282,41 ± 30,38 pmol/l). Boushaba 2023 [s75]: Serumfolat korrelierte mit progressiver Motilität und mit dem DNA-Fragmentierungsindex; die Autoren mahnen zu Vorsicht bei Folatpräparaten. Kumar 2024 [s53]: 73 infertile Männer, 39,7 % mit B12 unter 200 pg/mL; Samenparameter unterschieden sich zwischen niedrigen und normalen B12-Gruppen. Rastegar Panah 2024 [s60]: 303 infertile Männer; Serum-B12 und Gesamttestosteron korrelierten (ρ = 0,19; P = 0,001); im höchsten B12-Terzil geringere Chance eines Testosteronmangels (adjustiert OR 0,44; 0,22 bis 0,87). Ishtulin 2022 [s122]: B12 im Seminalplasma bei chronischer Prostatitis mit Asthenozoospermie 3,6-fach, bei Varikozele II/III mit Asthenozoospermie 4,4-fach niedriger; Korrelation mit Beweglichkeit r = 0,690; keine Fallzahl im Abstract.
In-vitro-Arbeiten und Übersichten. Hosseinabadi 2020 [s190]: 30 Proben normozoospermer Männer; 1 und 2 mg/ml B12 im Einfriermedium erhöhten Motilität und Viabilität nach dem Auftauen (p < 0,05), 2 mg/ml senkte die Fragmentierung. Banihani 2017 [s254]: narrative Übersicht (nur englische Arbeiten bis März 2017); überwiegend positive Effekte auf Zahl, Motilität und DNA-Schäden, einige In-vivo-Studien hätten jedoch Nebenwirkungen erwogen; klinische Studien fehlten weitgehend; als mögliche Mechanismen werden geringere Homocystein-Toxizität, weniger Stickstoffmonoxid und die Hemmung von NF-κB genannt.
Tierversuche. Mecobalamin 1,0 mg/kg bei Adriamycin-geschädigten Mäusen (zehn Wochen): Spermienzahl, Motilität und Kanälchendurchmesser stiegen [s420]; bei Ethylenoxid-geschädigten Ratten wurde der Hodengewichtsverlust vollständig verhindert [s418]; bei Doxorubicin-Ratten stiegen Zahl und Kanälchendurchmesser [s423]; nach Hodenbestrahlung wirkten nur 1 mg/kg, nicht 0,01 und 0,1 mg/kg [s419]. B12-Mangeldiät: Bei durchgehendem Mangel war die Spermienzahl der männlichen Rattennachkommen deutlich niedriger, bei Mangel nur in der unreifen Phase hatten 14,4 % der Spermien kein Flagellum und 4,8 % ein verkürztes Flagellum [s391]; am 21. Lebenstag fehlten Spermatozyten, 51,5 % der Kanälchen enthielten apoptotische Zellen [s368]. Die englische Arbeit von 2007 berichtet diese Veränderungen als durch B12-Zufuhr umkehrbar [s368], die japanische von 2003 desselben Teams dagegen, die Spermatogenese habe sich auch unter Kontrolldiät nicht hinreichend erholt [s394]; der Widerspruch wird in den Abstracts nicht aufgelöst. Nach 14 und 23 Wochen Mangeldiät: Kanälchendurchmesser auf etwa 50 %, fehlende Spermatiden und Spermien [s407]. Als Ursache nennt eine Übersicht die Methioninsynthase [s360]. Rindersperma: 2,5 mg/ml B12 verbesserte die Kryokonservierung [s325].
Folat (Randbereich). Huang 2020 [s191]: doppelblinde placebokontrollierte Studie mit 0,8 mg Folsäure täglich bei Oligozoospermie und MTHFR-Polymorphismen, drei Monate; nur beim Genotyp 677 TT verbesserten sich Spermienparameter, MDA und Fragmentationsindex gegen Placebo; Fallzahlen im Abstract nicht genannt. Weitere Folat-Studien (Wong 2002, FAZST) im Abschnitt zu Zink und Folsäure.
Einordnung. Der japanische Block liefert in offenen Designs Besserungsraten zwischen 37,5 und 60,0 % (nach jeweils eigenen Kriterien), in der einzigen großen doppelblinden Studie [s422] jedoch keinen Unterschied zu Placebo in der Gesamtauswertung. Randomisierte Studien mit reinem B12 gegen Placebo in modernem Design wurden nicht gefunden. Im Tiermodell ist die Rolle von B12 für die Spermatogenese gut belegt, mit Mangeldiäten, die nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragbar sind.
Große kontrollierte Studien mit Mehrstoffpräparaten und Folsäure/Zink
MOXI 2020 [s205]. Multizentrische doppelblinde placebokontrollierte Studie in neun US-Zentren, 174 Männer (Konzentration ≤ 15 Mio./mL, Motilität ≤ 40 %, Morphologie ≤ 4 % oder DNA-Fragmentierung > 25 %). Mehrstoffpräparat (500 mg Vitamin C, 400 mg Vitamin E, 0,20 mg Selen, 1.000 mg L-Carnitin, 20 mg Zink, 1.000 µg Folsäure, 10 mg Lycopin; n = 85) gegen Placebo (n = 86), drei bis sechs Monate. Nach drei Monaten: Konzentrationsänderung unter Antioxidantien median -4,0 (IQR -12,0; 5,7), unter Placebo +2,4 (-9,0; 15,5) Mio./mL; keine signifikanten Unterschiede bei Morphologie, Motilität oder DNA-Fragmentierung; kumulative Lebendgeburt nach sechs Monaten 15 % gegen 24 %. Die Autoren: „Antioxidants do not improve semen parameters or DNA integrity“; wegen der Stichprobengröße begrenzt. Die Sekundäranalyse Knudtson 2021 [s163] fand bei Ausgangswerten von Vitamin E, Zink und Selen im Normbereich keinen Zusammenhang mit Samenparametern, Schwangerschaft oder Lebendgeburt.
FAZST, Schisterman 2020 [s204]. 2.370 Männer in Paaren mit geplanter Kinderwunschbehandlung (vier US-Zentren), 5 mg Folsäure plus 30 mg Zink (n = 1.185) gegen Placebo (n = 1.185) über sechs Monate; 75 % kamen zur Abschlussuntersuchung. Lebendgeburt 404 (34 %) gegen 416 (35 %); Risikodifferenz -0,9 % (-4,7 % bis 2,8 %). Die meisten Samenparameter unterschieden sich nicht; die DNA-Fragmentierung war unter Folsäure und Zink höher (29,7 % gegen 27,2 %; Differenz 2,4 %; 0,5 % bis 4,4 %); Magen-Darm-Beschwerden häufiger (Bauchschmerz 66 [6 %] gegen 40 [3 %]; Übelkeit 50 [4 %] gegen 24 [2 %]; Erbrechen 32 [3 %] gegen 17 [1 %]). Die Autoren sehen die Befunde nicht im Einklang mit einer Anwendung dieser Kombination. Stärke: mit Abstand größte Studie, Lebendgeburt als Endpunkt, Placebo; Einschränkung: allgemeine Kinderwunschpopulation, nicht nur Männer mit Samenauffälligkeit.
Wong 2002 [s398]. 108 fertile und 103 subfertile Männer, 2x2-Design über 26 Wochen mit 5 mg Folsäure und 66 mg Zinksulfat täglich; bei Subfertilen stieg die Zahl normaler Spermien um 74 % bei einem Anstieg abnormer Formen von 4 %.
Hoek 2020 [s189]. Von 13 Humanstudien zeigten vier positive Zusammenhänge zwischen Folat und Spermienparametern; in einer Metaanalyse von vier RCT bei subfertilen Männern stieg die Konzentration nach drei bis sechs Monaten mit 5 mg Folsäure um 3,54 (-1,40 bis 8,48), also nicht signifikant. Die Suche reichte bis Dezember 2017, vor FAZST.
Li 2023 [s89]. Acht RCT mit 2.168 Patienten: Folsäure erhöhte die Motilität (MD 3,63; P = 0,003), nicht Konzentration (MD 2,53; P = 0,24) und Morphologie; Folsäure plus Zink änderte keinen der drei Parameter; Schwangerschaften nach Embryotransfer 35,6 % gegen 20,4 % (P = 0,082). Das angegebene Konfidenzintervall der Motilität (-1,22 bis 6,05) schließt null ein, der p-Wert nicht: Der Abstract ist hier in sich widersprüchlich.
Zink-Messstudien und Zinkgabe. Osadchuk 2021 [s170]: 626 junge russische Männer; Seminalzink korrelierte mit Gesamtzahl (Spearman 0,221), Konzentration (0,286), progressiver Beweglichkeit (0,269) und Normalformen (0,183), jeweils p < 0,001. Osadchuk 2023 [s95]: starke Raucher mit niedrigerem Seminal- und Serumzink und schlechteren Parametern, nur bei Slawen, nicht bei Burjaten. Tsujimura 2021 [s174] (217 Männer) und Hibi 2022 [s119] (2.010 Männer; 53,2 % normales Zink, 42,0 % subklinischer Mangel, 3,9 % Mangel): keine Korrelation von Serumzink mit Samenqualität (bei Tsujimura FSH und Serumzink als unabhängige Prädiktoren einer unterschrittenen WHO-Grenze). Omu 2008 [s358]: 45 asthenozoosperme Männer, Zink allein (n = 11), mit Vitamin E (n = 12), mit E und C (n = 14) oder ohne Behandlung (n = 8), drei Monate; Zink verbesserte Samenparameter bei weniger oxidativem Stress, Apoptose und DNA-Fragmentierung, Vitamin E und C brachten keinen Zusatznutzen. Rybalov 2022 [s134]: 98 Männer mit abakterieller Prostatitis, zehn Tage Prostatilen AC mit Zink-Arginyl-Glycinat gegen Prostatilen; Anteil beweglicher Spermien +14,3 % gegen +4,1 %; sehr kurz.
Coenzym Q10
Metaanalysen. Lafuente 2013 [s312]: drei RCT, 149 Männer mit CoQ10 und 147 mit Placebo; keine Lebendgeburtsdaten, keine Zunahme der Schwangerschaftsrate; Anstieg von CoQ10 im Samenplasma (RR 49,55; 46,44 bis 52,66), der Konzentration (RR 5,33; 4,18 bis 6,47; I² = 58 %) und der Motilität (RR 4,50; 3,92 bis 5,08). Bei Werten dieser Größe bleibt unklar, ob es Risikoverhältnisse im üblichen Sinn sind. Akhigbe 2024 [s43]: acht RCT, 877 Männer (462 CoQ10, 415 Kontrolle); Abstract im Original geprüft. Höhere Gesamtspermienzahl (SMD -13,38; -16,33 bis -10,43), Gesamtmotilität (SMD -7,26; -10,15 bis -4,36), progressive Motilität (SMD -6,386; -10,04 bis -2,73) und normale Morphologie (SMD -1,96; -3,29 bis -0,62) bei „significant inter-study heterogeneity“; kein Effekt auf Volumen (SMD 0,12) und Konzentration; Serumtestosteron (SMD -0,59) und Inhibin B (SMD -0,92) höher, LH (SMD 1,77) und FSH (SMD 1,60) niedriger. Die Vorzeichen stehen so im Abstract, obwohl die Autoren Verbesserungen unter CoQ10 meinen; das wird nicht erklärt, und Effektgrößen von SMD bis -13 sind für Metaanalysen ungewöhnlich groß. Bakri 2025 [s19]: neun Studien, 781 Teilnehmer; Konzentration MD 10,22 × 10⁶/mL (3,51 bis 16,93), Volumen MD 0,17 mL, Gesamtmotilität MD 4,95 % (1,15 bis 8,75), CoQ10 im Samenplasma MD 37,04 ng/ml, klinische Schwangerschaft OR 6,02 (1,97 bis 18,41; p = 0,002); Morphologie besser bei Behandlungsdauer über drei Monate; keine Nebenwirkungen in drei Studien, mild und vorübergehend in einer. Niu 2025 [s33]: für CoQ10 (Konzentration) SMD 2,98 (1,13 bis 7,87), für L-Carnitin (progressive Motilität) 4,19 (1,60 bis 10,95). Ein Protokoll für eine Metaanalyse bei hohem DNA-Fragmentationsindex (CRD42022293340) hat noch keine Ergebnisse [s105].
Einzelstudien am Menschen. Balercia 2009 [s347]: 60 Männer mit idiopathischer Asthenozoospermie, 200 mg täglich über sechs Monate, 55 schlossen ab; CoQ10 und Ubichinol stiegen in Samenplasma und Spermien, ebenso die Motilität; bei niedrigerem Ausgangswert für Motilität und CoQ10 sprachen Männer eher an. Cheng 2018 [s237]: 262 Männer, computergenerierte Zufallsfolge, vier Gruppen (L-Carnitin n = 62, CoQ10 20 mg dreimal täglich n = 63, beides n = 63, Vitamin B1 als Placebo n = 74), drei Monate, doppelblind; die Kombination erreichte höhere Gesamt- und Vorwärtsmotilität gegen alle drei anderen Gruppen und einen niedrigeren DNA-Fragmentationsindex gegen die Kontrolle (P < 0,05) sowie eine klinische Schwangerschaftsrate von 30,0 % gegen 6,8 % (P < 0,008); Einzelvergleiche der Monotherapien gegen Placebo nennt der Abstract nicht. Tang 2011 [s331]: 183 Männer, Tamoxifen plus CoQ10, Tamoxifen oder CoQ10; Motilität und Normalformen stiegen unter CoQ10 signifikant, Konzentration nicht; Vorher-nachher-Vergleiche. Gou 2022 [s117]: 232 Männer; L-Carnitin und/oder CoQ10 wurden dem Sperma in vitro zugesetzt und mit einem Hilfsgerät eingebracht, gegen orale Therapie; Schwangerschaftsraten 38,2 %, 35,4 %, 57,1 % und 30,3 % (orale Kombination); ungewöhnliche Anwendungsform, Randomisierung im Abstract nicht beschrieben, mögliches Interesse am Hilfsmittel. Enatsu 2024 [s50]: 35 Patienten mit hoher DNA-Fragmentierung, drei Monate CoQ10-Präparat; Fragmentierung von 31,6 auf 25,3 % (p < 0,05), Konzentration, Motilität und Redoxpotenzial nicht signifikant verändert; bei hohem Redoxpotenzial (≥ 1,38) 34,0 auf 26,1 %, Konzentration von 12,5 auf 24,3 Mio./ml; unkontrolliert, Untergruppe post hoc gebildet. Ma und Sun 2022 [s127]: 143 Männer mit Asthenoteratozoospermie, einfachblind, L-Carnitin-Komplex gegen CoQ10 plus Vitamin E über drei Monate; in beiden Gruppen stiegen Motilität, Morphologie und Testosteron, nur unter Carnitin auch die Spermienzahl, alle Parameter waren unter Carnitin besser. Higazy 2026 [s06]: 200 Patienten mit idiopathischer OAT in vier Armen (CoQ10, L-Carnitin, beides, Placebo), 174 beendeten; unter Mono- und Kombinationstherapie besserten sich alle Samenparameter und der SDF-Index, unter Placebo nicht; die Kombination war überlegen; Zahlen nicht im Abstract. Fadhil 2023 [s79]: 67 Männer, Letrozol allein oder mit CoQ10 400 mg/Tag; offenes Design, ungleiche Zuteilung. Tas 2023 [s101] (in vitro, 40 Proben): progressive Beweglichkeit mit 25 µM CoQ10 im Gefriermedium 9,4 ± 7,6 gegen 7,1 ± 6,3 bei Kontrolle (p < 0,05). Eroglu 2014 [s298]: CoQ10 in Serum und Seminalplasma bei 44 Infertilen und 15 Fertilen nicht verschieden.
Die Serie von Alahmar (Babylon, Irak). Alle Arbeiten stammen vom selben Erstautor und derselben Region; es sind keine unabhängigen Replikationen, und Mehrfachzählung von Patienten lässt sich nicht ausschließen. Alahmar 2019 [s214]: 35 Männer mit 200 mg, 30 mit 400 mg täglich über drei Monate; Konzentration von 8,22 ± 6,88 auf 12,53 ± 8,11 Mio./ml (p = 0,019) beziehungsweise von 7,58 ± 5,41 auf 12,33 ± 6,1 (p = 0,002); progressive Beweglichkeit von 16,54 ± 9,26 auf 22,58 ± 10,15 % beziehungsweise von 14,22 ± 12,85 auf 26,1 ± 14,52 %; die höhere Dosis wirkte stärker, ohne p-Wert für den Dosisvergleich. Alahmar 2021 [s151, s148]: 50 und 65 Patienten, 200 mg über drei Monate; Konzentration, Beweglichkeit, antioxidative Kapazität stiegen, ROS und SDF sanken. Alahmar 2021 [s150]: 70 Patienten randomisiert auf CoQ10 200 mg oder Selen 200 µg; Konzentration stieg unter CoQ10 (p < 0,01), Beweglichkeit unter beiden; CoQ10 brachte die größere Verbesserung. Alahmar 2022 [s107]: 300 mg, 50 Patienten. Alahmar und Singh 2022 [s109]: 130 Männer, CoQ10 200 mg gegen ein Multivitaminpräparat (Centrum); beide erhöhten Konzentration und Beweglichkeit, stärker unter dem Multivitaminpräparat (p < 0,05), das auch ROS und SDF stärker senkte, aber mit niedrigerem Serumtestosteron einherging; ohne Placebo. Alahmar und Naemi 2022 [s108]: 178 Männer, 200 mg über sechs Monate, 18 Monate Nachbeobachtung; Schwangerschaftsrate 24,2 % bei den Patienten gegen 95,2 % bei fertilen Kontrollen; der Vergleich mit Fertilen ist kein Wirksamkeitsbeleg, eine unbehandelte Patientenkontrolle fehlt. Alahmar 2023 [s70]: Selen 200 µg über sechs Monate bei 65 Männern, ohne Placebo; Konzentration, Beweglichkeit und antioxidative Kapazität stiegen, SDF sank.
Carnitin und Alpha-Liponsäure
Carnitin-Metaanalysen. Zhou 2007 [s369]: neun RCT; Schwangerschaftsrate OR 4,10 (2,08 bis 8,08), Gesamtmotilität WMD 7,43 (1,72 bis 13,14), Vorwärtsmotilität WMD 11,83 (0,49 bis 23,16); keine Änderung von Konzentration (WMD 5,69; -4,47 bis 15,84) und Volumen. Zhang 2020 [s211]: sieben RCT mit 693 Patienten, L-Carnitin plus Acetylcarnitin bei idiopathischer OAT: Vorwärtsmotilität MD 6,98 (1,06 bis 12,90), Gesamtzahl motiler Spermien MD 16,45 (8,10 bis 24,79), Schwangerschaften OR 3,76 (1,66 bis 8,50). Die Netzwerk-Metaanalysen [s138, s126] sahen Carnitin bei der Motilität vorn (siehe oben); Li 2022 [s126]: kein Stoff mit signifikantem Effekt auf die Schwangerschaftsrate.
Einzelstudien (China). Li 2005 [s382]: 150 Männer, L-Carnitin 2 g plus Acetylcarnitin 1 g täglich (90; 85 beendeten) gegen Vitamin E plus C (60; 53 beendeten), drei Monate; Schwangerschaften bei 10 Partnerinnen (11,6 %) gegen zwei (3,7 %); keine Nebenwirkungen; ungleiche Gruppen, kein Placebo. Cheng und Chen 2008 [s352]: 30 Männer, unkontrolliert. Wang 2010 [s345]: 135 Männer, L-Carnitin plus Vitamin E (n = 68) gegen Vitamin E allein (n = 67); Schwangerschaftsrate 31,1 % gegen 3,8 % (P < 0,01). Sun 2018 [s248]: 240 Männer mit niedriger Akrosinaktivität, L-Carnitin gegen Vitamin E im Verhältnis 3:1; Akrosinaktivität 37,05 ± 0,66 auf 58,61 ± 1,93 µIE/10⁶ Spermien in der Carnitingruppe; Ersatzmarker, überwiegend Vergleich innerhalb der Gruppen. Chen 2012 [s318]: 106 Männer, Tamoxifen mit oder ohne Vitamin E beziehungsweise Levocarnitin mit oder ohne Vitamin E; bei Oligozoospermie Spontanschwangerschaften 0 gegen 6 (P < 0,01), bei Asthenozoospermie 5 gegen 9. Zhang 2017 [s267]: 60 Männer, Alpha-Liponsäure 0,6 g plus Tamoxifen gegen L-Carnitin plus Tamoxifen; in beiden Gruppen Besserung, zwischen den Gruppen außer bei der antioxidativen Kapazität kein Unterschied; Schwangerschaften 3 gegen 1 (P > 0,05). Fan 2022 [s115]: 50 Männer, Jujing-Dekokt plus Liponsäure (n = 40) gegen Fertilitätsberatung (n = 10); Schwangerschaftsrate 8,33 % (3/36) gegen 0 % (0/10); Zuteilung 4:1, Kräuter und Liponsäure kombiniert. Liang 2023 [s90]: 120 Männer, drei Gruppen, doppelblind; Gesamtmotilität unter Aminosäurekapsel plus L-Carnitin von 27,50 ± 0,77 auf 32,50 ± 0,74 %, unter L-Carnitin von 27,60 ± 0,66 auf 30,90 ± 0,70 %; das Präparat ist keine Liponsäure. Dong 2022, Metaanalyse zu Liponsäure: drei RCT mit 133 Teilnehmern, Konzentration MD 3,98 (2,28 bis 5,67), Gesamtmotilität MD 6,68 (4,88 bis 8,48), Vorwärtsmotilität MD 6,90 (5,62 bis 8,17); sehr kleine Datenbasis [s113]. Hodeeb 2023 [s80]: 80 Männer mit Asthenozoospermie, 600 mg Liponsäure oder Placebo über 90 Tage; Gesamt- und progressive Beweglichkeit und Vitalität stiegen in der Behandlungsgruppe.
Einzelstudien (Italien, Russland, weitere). Morgante 2010 [s341]: 180 Männer mit Asthenospermie, Carnitin, Acetylcarnitin, L-Arginin und Ginseng gegen keine Behandlung; bessere progressive Motilität. Gambera 2007 [s363]: 20 Männer mit Leukozytospermie, Beta-Glucan, fermentierte Papaya, Laktoferrin, Vitamin C und E, ohne Kontrolle. Busetto 2020 [s184]: 104 Männer, Carnitine und Mikronährstoffe sechs Monate, Post-hoc-Analyse nach Alter und BMI; Wirkung vor allem bei Männern mit Varikozele, unter 35 Jahren und BMI unter 25 (Gesamtmotilität p = 0,0272). Gamidov 2017 [s260]: 114 Männer nach Varikozelenoperation, drei Gruppen zu je 38; offen; nach drei Monaten stieg unter SpermActin-forte die Kategorie-A-Beweglichkeit um 76,7 %, die DNA-Fragmentation sank um 22,3 %. Bozhedomov 2017 [s255]: 173 Männer, beide Gruppen Clomifen und Vitaminkomplex, die Studiengruppe zusätzlich L-Carnitin und Acetyl-L-Carnitin; zusätzlicher positiver Effekt der Carnitine auf die Konzentration, aber keine Verbesserung von Morphologie, progressiver Beweglichkeit und Schwangerschaftsrate (Schwangerschaften per Befragung): der klarste Hinweis auf fehlenden Zusatznutzen. Gamidov 2019 [s216]: 80 Männer mit Fragmentierung und oxidativem Stress, 180 Tage; freie Radikale sanken um 86 %, Fragmentierung 21,5 % gegen 3,6 %; Schwangerschaften 1 gegen 13; Titel „doppelblind“, Methodenteil „open-label“, Gruppenverhältnis 20 zu 60. Popova 2019 [s223]: 80 Männer, 60 Androdoz gegen 20 Kontrollen; Schwangerschaftsrate 45 % gegen 25 %, per Befragung, ohne p-Werte. Lahimer 2023 [s88, s87]: 263 Teilnehmer (131 gegen 132), drei Monate Fertilis (L-Carnitin plus Mikronährstoffe), dann IVF/ICSI; DNA-Fragmentierung sank (p = 0,01), Beweglichkeit stieg (p = 0,02), klinische Schwangerschaft (p = 0,01) und Lebendgeburtenrate (p = 0,031) verbesserten sich; keine Änderung bei Volumen, Zahl, Vitalität; die absoluten Raten nennt der Abstract nicht (Abstract im Original geprüft). Elnashar 2025 [s21]: 100 Patienten, Überkreuzstudie mit L-Carnitin-L-Tartrat plus Mikronährstoffen; die Besserung in Gruppe A hielt unter Placebo an, was das Design infrage stellt. Rochdi 2024 und 2025 [s62, s34]: 420 Männer ohne Kontrollgruppe; Konzentration 8,67 ± 1,41, 12,17 ± 1,91 und 19,01 ± 0,86 Mio./ml bei Beginn, nach drei und sechs Monaten; bei Varikozele vor allem Grad 0 und 1 mit Nutzen. Arafa 2020 [s182]: 148 Männer, unkontrolliert; stärkere Wirkung bei auffälligem ORP und SDF.
Vitamin E und Vitamin C
Metaanalysen. Zhou 2022 [s145]: elf RCT, 832 Patienten; Vitamin E: Schwangerschaftsrate RR 1,86 (1,02 bis 3,41); Vitamin E und C zusammen: progressive Motilität SMD 0,38 (0,22 bis 0,55), Konzentration SMD 0,21 (0,09 bis 0,34), Morphologie SMD 0,32 (0,09 bis 0,55), Gesamtzahl SMD 0,28 (0,12 bis 0,43); Evidenzqualität moderat bis niedrig. Wang 2022 [s140]: acht RCT, 459 Patienten; Volumen verringert (SMD -0,30; p = 0,015), Gesamtzahl erhöht (SMD 0,23; p = 0,035); Konzentration (SMD 0,04), Gesamtmotilität (SMD 0,20; p = 0,061) und Vorwärtsmotilität (SMD 0,29; p = 0,106) nicht signifikant; bei sechsmonatiger Behandlung Vorwärtsmotilität SMD 0,80 (0,46 bis 1,14). Beide Arbeiten bewerten dieselbe Substanz verschieden; das Ergebnis hängt von Einschlusskriterien und Endpunkten ab.
Einzelstudien. Kessopoulou 1995 [s414]: Überkreuzstudie, 30 Männer mit hoher ROS-Bildung, 600 mg Vitamin E über drei Monate; als einziger von mehreren Funktionstests besserte sich die Zonabindung (0,2 auf 0,5 gegen 0,2 auf 0,3 unter Placebo). Suleiman 1996 [s413]: bei asthenospermen Männern senkte Vitamin E MDA und verbesserte die Beweglichkeit; von 52 behandelten Patienten bewirkten 11 (21 %) eine Schwangerschaft, in der Placebogruppe keine (Größe nicht genannt). Greco 2005 [s381]: 64 Männer mit unerklärter Infertilität und mindestens 15 % DNA-fragmentierten Spermien; 1 g Vitamin C und 1 g Vitamin E täglich über zwei Monate gegen Placebo; Fragmentierung (TUNEL) von 22,1 ± 7,7 auf 9,1 ± 7,2 % (P < 0,001), unter Placebo unverändert; Basisparameter unverändert. Ménézo 2007 [s365]: 90 Tage Vitamine mit Zink und Selen senkten die Fragmentierung um 19,1 % (P < 0,0004), erhöhten aber die Spermiendekondensation um 22,8 % (P < 0,0009); die Autoren erklären dies mit dem Öffnen von Disulfidbrücken in Protaminen durch Vitamin C (eine Hypothese; keine Kontrollgruppe im Abstract genannt). Cyrus 2015 [s283]: 115 Männer nach Varikozelenoperation, Vitamin C 250 mg zweimal täglich gegen Placebo über drei Monate; Motilität 20,8 gegen 12,6 (P = 0,041), Morphologie 23,2 gegen 10,5 (P < 0,001), Konzentration nicht signifikant (P = 0,091). Saeedian 2025 [s35]: 90 Männer (15 bis 25 Jahre) nach Operation, 400 Einheiten Vitamin E gegen Placebo; die Motilitätszunahme war unter Vitamin E größer (P = 0,03), beide Gruppen verbesserten sich deutlich (P < 0,001): Die Operation allein wirkte bereits. Ener 2016 [s274]: 45 Männer nach Operation, 22 mit zwölf Monaten Vitamin E: zu keinem Zeitpunkt signifikante Unterschiede. Matorras 2020 [s196]: 101 Paare unter IVF, 400 mg Vitamin E über drei Monate; Morphologie war unter Placebo besser, die Befruchtungsrate unter Placebo höher; Lebendgeburt je Transfer unter Vitamin E 17/41 (41,46 %) gegen 9/44 (20,46 %), Schwangerschafts- und Einnistungsraten nicht signifikant verschieden. Joseph 2020 [s192]: 200 Paare, offene RCT; Vitamin C, E und Zink über drei Monate vor ART gegen keine Vorbehandlung; klinische Schwangerschaft 36 % gegen 26 % (OR 1,60; 0,87 bis 2,93), Lebendgeburt 25 % gegen 22 % (OR 1,18; 0,61 bis 2,27); je Embryotransfer klinische Schwangerschaft 54,7 % gegen 36,6 % (OR 2,09; 1,05 bis 4,16), Lebendgeburt 39,1 % gegen 31,0 % (OR 1,43; 0,70 bis 2,91); Samenparameter unverändert; nicht verblindet. Keskes-Ammar 2003 [s387]: 54 Männer, Vitamin E und Selen gegen Vitamin B, nur 20 schlossen ab; MDA sank, Motilität stieg; offen, hoher Ausfall. Ghanem 2010 [s338]: 60 Männer, Clomifen plus 400 mg Vitamin E gegen Placebo, sechs Monate; Schwangerschaftsrate 36,7 % (11/30) gegen 13,3 % (4/30), OR 3,76 (1,03 bis 13,64); Clomifen und Vitamin E nicht trennbar. ElSheikh 2015 [s284]: 90 Männer; Vitamin E allein erhöhte die Konzentration nicht signifikant. Kızılay 2019 [s221]: 90 Männer nach Operation, 62 mit Antioxidantien (Zusammensetzung im Abstract nicht genannt) gegen 28; klinische Schwangerschaft 29 % gegen 17,9 % (p = 0,029); stark ungleiche Gruppen. Sengul 2024 [s64]: 48 subfertile Männer; Fragmentierung (p = 0,003) und Histon/Protamin-Verhältnis (p < 0,001) sanken unter Antioxidantien; keine Placebokontrolle. Fathi 2021 und Saber-Khalaf 2026 [s158, s12]: Operation gegen Antioxidantien (L-Carnitin, Vitamin C, E); natürliche Schwangerschaft 22,5 % gegen 12,5 %; kein Placebovergleich. Yaris 2022 [s142]: 122 Männer, zwei Kombinationen über sechs Monate, kein Unterschied zwischen ihnen, keine Nullgruppe. Ioannidou 2025 [s22]: 80 Männer, drei Monate; innerhalb der Verumgruppe stieg die progressive Motilität um +3,0 % (p = 0,02) und die Fragmentierung sank um -3,2 % (p = 0,02), der Vergleich der Veränderungen mit Placebo war für alle Parameter nicht signifikant. Das ist ein Beispiel dafür, dass Vorher-nachher-Effekte ohne Gruppenvergleich irreführen können. Mehrere chinesische Arbeiten vergleichen nicht gegen Placebo, sondern gegen Vitamin E oder E plus C [s382, s345, s248, s127, s324, s266, s297].
Selen, Omega-3, Lycopin, Vitamin D, weitere
Selen. Salas-Huetos [s246] berichtet Anstiege von Konzentration (3,91 × 10⁶/mL) und Motilität (3,30 %); Michaelsen [s28] für die Motilität; MOXI [s205] enthielt Selen im Mehrstoffpräparat und fand keinen Nutzen. Messstudien: Xu 2001 und 2003 [s406, s392] (Seminalselen bei Fertilen 0,74 gegen 0,56 µmol/l; Korrelation mit Dichte r = 0,48; 8-OHdG negativ); Chen 2023 [s77]: bei 1.159 gesunden Spendern (5.617 Messungen) lagen im obersten gegenüber dem untersten Quartil des Seminalplasma-Selens die Konzentration um 70,1 % (53,3 bis 88,9) und die Gesamtzahl um 59,1 % (40,5 bis 80,2) höher; die mitochondriale DNA-Kopienzahl vermittelte 19,7 % und 23,1 %. Eroglu 2014 [s298]: Serum- und Seminalselen bei 44 Infertilen anders als bei 15 Fertilen. Nikolaev 1999 [s409]: drei Kuren Selen (3,5 µg/kg/Tag) bei subfertilen Männern, ohne Zahlen im Abstract, kontrolliert mit Fertilen. Rattenstudie: Selenmangel senkte die Motilität (63,07 % bei ausreichender gegen 53,91 % bei niedriger Zufuhr) [s175].
Omega-3 und Lycopin. Safarinejad 2011 [s328]: 238 Männer mit OAT, 1,84 g EPA/DHA täglich über 32 Wochen gegen Placebo, 211 beendeten; Gesamtzahl von 38,7 ± 8,7 auf 61,7 ± 11,2 × 10⁶, Konzentration von 15,6 ± 4,1 auf 28,7 ± 4,4 × 10⁶/ml (P = 0,001). Hosseini 2019 [s219]: Metaanalyse mit drei Studien (147 gegen 143), Motilität RR 5,82 (2,91 bis 8,72; I² = 76 %), Konzentration RR 0,31 (-8,13 bis 8,76). Vinogradov 2019 [s229]: 109 Männer, DHA 350 mg dreimal täglich gegen Placebo, 90 Tage; nach dem Kryotoleranztest stiegen progressive Beweglichkeit und Vitalität; keine Zahlen im Abstract. Nouri 2019 [s222]: 44 Männer mit Oligozoospermie, Lycopin 25 mg täglich über zwölf Wochen gegen Placebo; Gesamtzahl und Konzentration nahmen zu (p < 0,05). Tang 2016 [s282]: Fall-Kontroll-Studie, Männer mit Varikozele hatten niedrigere Omega-3-Konzentrationen in Spermien und stärkeren oxidativen DNA-Schaden.
Vitamin D. Tania 2023 [s100]: fünf RCT mit 648 infertilen Männern; Gesamtmotilität MD 4,96 (0,38 bis 9,54; I² = 69 %), progressive Motilität MD 4,14 (0,25 bis 8,02; I² = 89 %), normale Morphologie MD 0,44 (0,30 bis 0,57; I² = 0 %); Gesamtzahl, Konzentration und Volumen ohne Unterschied. Jiao 2025 [s24]: sechs Studien, 945 Teilnehmer; Testosteron SMD 0,07 (-0,11 bis 0,25), Gesamtspermienzahl SMD 1,04 (0,11 bis 2,19). Blomberg Jensen 2018 [s233]: 330 infertile Männer mit 25-OH-Vitamin D ≤ 50 nmol/L; 300.000 IE Cholecalciferol, dann 1.400 IE täglich plus 500 mg Calcium über 150 Tage gegen Placebo; keine Änderung der Samenparameter; spontane Schwangerschaften tendenziell häufiger (7,3 % gegen 2,4 %; Δ 5,0 %; -0,6 bis 10,5 %); in der Untergruppe oligozoospermer Männer Lebendgeburt 35,6 % gegen 18,3 % (Δ 17,3 %; 1,6 bis 32,9 %); explorativ. Deng 2014 [s297]: 86 Männer, Vitamin D 200 IE plus Calcium gegen Vitamin E plus C, Schwangerschaften 7 (16,3 %) gegen 1 (2,3 %); kein Placebo. Alzoubi 2017 [s252]: 34 Männer, 5.000 IE/Tag über zwei Monate, offen, ohne Kontrolle, 24 % Ausfälle. Messstudie: Güngör 2022 [s118]: Vitamin D < 20 ng/ml bei 44,8 % der Infertilen gegen 10,0 %; Korrelation mit DNA-Schäden r = -0,605.
Weitere Stoffe. Vimang-Extrakt (Kuba, 68 Männer) besserte Konzentration und Vitalität gegen einmalige Vitamintherapie, keine Zahlen im Abstract [s265]; ein retrospektiver Befund bei 35 Männern mit Zink, Selen und Coenzym Q: Anteil für Insemination geeigneter Spermiogramme von 20 % auf 37,1 % (p = 0,03) [s92]. Traditionelle Mittel: Keishibukuryogan plus Tocopherolnicotinat bei 119 Männern mit Varikozele ohne Gesamteffekt (p = 0,115) [s139]; Sairei-to bei 47 Männern ohne Kontrollgruppe, SOD änderte sich nicht [s390]. Ernährung: Eine Fall-Kontroll-Studie mit 553 Fällen und 586 Kontrollen fand keinen Zusammenhang zwischen diätetischer antioxidativer Kapazität und Asthenozoospermie (OR 0,88 bis 1,18) [s81]; in einer Querschnittsstudie mit 1.715 Männern nur ein inverser Zusammenhang mit dem Ejakulatvolumen [s82]; bei 900 Männern mit Varikozele hing höhere Zufuhr mit höherer Spontanschwangerschaftswahrscheinlichkeit zusammen (OR 1,05 bis 1,13) [s05], retrospektiv und mit möglichem Confounding durch Lebensstil.