# Myo-Inositol, Astaxanthin, N-Acetylcystein, Melatonin, Glutathion, Magnesium, Vitamin B12 und weitere Antioxidantien: Gesamtstudie zu Nahrungsergänzungsmitteln und Spermienqualität

Quelle: https://bosslevel.eu/recherche/antioxidantien.html · Stand 22. Oktober 2026 · Redaktion: Bernd Peter (bosslevel.eu) · 82.064 Wörter, 428 Quellen

> Mit KI-Unterstützung aus Fachliteratur in zwölf Sprachräumen zusammengestellt. Zahlen stammen überwiegend aus Abstracts. Keine individuelle Diagnose, keine Therapieempfehlung.

## Kurzantwort

Metaanalysen berichten unter Antioxidantien teils bessere Spermienkonzentration, Beweglichkeit und Form, stufen die Sicherheit dieser Evidenz aber als sehr niedrig ein. Für Schwangerschaft und Lebendgeburt ist ein Nutzen nicht gesichert, und die großen placebokontrollierten Studien FAZST und MOXI fanden keinen. Für Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Melatonin, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 sind die Daten beim Menschen dünn.

## Häufige Fragen

### Verbessern Antioxidantien die Spermienqualität?

Viele Metaanalysen berichten höhere Konzentration, Beweglichkeit und Normalformen. Eine Auswertung von 41 randomisierten Studien mit 3.615 Männern stuft die Sicherheit dieser Evidenz jedoch als sehr niedrig ein, die Heterogenität lag über 80 Prozent, und die Vorhersageintervalle schließen den Nullwert ein. Ob ein einzelner Mann profitiert, lässt sich daraus nicht ableiten.

### Erhöhen Antioxidantien die Chance auf ein Kind?

Das ist nicht gesichert. Im Cochrane-Review sank das Odds Ratio für die Lebendgeburt von 4,85 über 4,21 und 1,79 auf zuletzt 1,43. Ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko ist der Unterschied nicht mehr statistisch gesichert. Eine Übersicht über 50 randomisierte Studien fand keine Wirkung auf Schwangerschaft und Lebendgeburt.

### Was zeigen die großen Studien FAZST und MOXI?

Beide waren placebokontrolliert und zeigten keinen Nutzen. In FAZST (2.370 Männer, Folsäure und Zink) lag die Lebendgeburtenrate bei 34 gegenüber 35 Prozent unter Placebo, die DNA-Fragmentierung war mit 29,7 gegenüber 27,2 Prozent sogar höher. In MOXI (174 Männer, siebenstoffiges Präparat) betrug sie 15 gegenüber 24 Prozent. Die Ergebnisse gelten für diese Präparate.

### Hilft Myo-Inositol bei schlechten Spermienwerten?

Eine Metaanalyse über 16 Humanstudien berichtet bessere Gesamt- und progressive Beweglichkeit, nennt die Datenlage aber selbst kontrovers. Bei der DNA-Fragmentierung lag die Heterogenität bei 85 Prozent. Eine große placebokontrollierte Studie mit Geburten als Endpunkt wurde nicht gefunden. Vieles betrifft zudem Tiersperma und Laborverfahren.

### Wirkt Astaxanthin auf die Spermien?

Beim Menschen ist ein Effekt nicht gesichert. Die Metaanalyse der drei klinischen Studien fand keine signifikante Verbesserung eines Samenparameters, in Tierstudien dagegen klare Effekte. Eine doppelblinde Studie mit 80 Männern fand keine Wirkung, eine sehr kleine Studie mit 30 Männern berichtete höhere Schwangerschaftsraten bei ungleichen Gruppen.

### Was weiß man über NAC, Melatonin, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12?

Die Humandaten sind dünn. NAC hat positive Einzelstudien, aber keine Geburtsdaten. Melatonin wurde in einer kleinen Studie nach Varikozelenoperation geprüft, bei acht Gesunden sank die Samenqualität in zwei Fällen. Zu Glutathion gibt es einen Injektionsversuch von 1993, zu Magnesium eine Pilotstudie mit 20 Männern ohne Wirkung. Vitamin B12 zeigte in der größten Placebostudie keinen Unterschied.

### Können Antioxidantien auch schaden?

Mögliche Nachteile sind belegt, aber selten gemessen. Im Cochrane-Review traten unter Antioxidantien häufiger Magen-Darm-Beschwerden auf. In FAZST war die DNA-Fragmentierung unter Folsäure und Zink höher. Tierversuche und mechanistische Hinweise deuten darauf hin, dass ein Zuviel die Spermien-DNA schädigen kann; beim Menschen ist das nicht belegt.

### Was sagen die Leitlinien zu Antioxidantien bei männlicher Infertilität?

Die europäische und die amerikanische Urologie sehen keine ausreichende Grundlage, bestimmte Wirkstoffe zu empfehlen. Ein internationaler Expertenkonsens hält Antioxidantien bei dokumentiertem oxidativem Stress für möglicherweise sinnvoll und warnt vor unterschiedsloser Anwendung. Die Messung des oxidativen Stresses ist bislang nicht standardisiert.

*Stand 4. Oktober 2026*

## Kurzfassung

Diese Studie wertet die wissenschaftliche Literatur zu der Frage aus, ob Nahrungsergänzungsmittel, vor allem Antioxidantien, die Spermienqualität und die Fruchtbarkeit des Mannes verbessern. Im Mittelpunkt stehen sieben namentlich benannte Stoffe: Myo-Inositol, Astaxanthin, N-Acetylcystein (NAC), Melatonin, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12. Hinzu kommen die klassischen Antioxidantien und Spurenelemente, die in der Forschung seit Jahrzehnten untersucht werden, darunter Coenzym Q10, Vitamin E und C, Zink, Selen, Carnitine und Folsäure. Grundlage sind 428 Quellen aus drei getrennt durchgeführten Teilrecherchen, die englisch-, deutsch-, französisch-, italienisch-, portugiesisch- und spanischsprachige, chinesische, japanische und koreanische sowie russische, arabische und türkische Literatur abdecken. Ausgewertet wurden fast ausschließlich Abstracts, keine Volltexte. Die Studie enthält keine Therapie- und keine Einnahmeempfehlung.

Das Gesamtbild ist uneinheitlich, und diese Uneinheitlichkeit ist selbst das wichtigste Ergebnis. Auf der Ebene der Laborwerte, also Spermienkonzentration, Beweglichkeit und Form, berichten viele Metaanalysen Verbesserungen unter Antioxidantien. Die jüngste große Auswertung kommt zu höheren Werten für alle vier Parameter, stuft die Sicherheit der Evidenz aber als „sehr niedrig“ ein; die Vorhersageintervalle schließen den Nullwert ein [s10]. Auf der Ebene dessen, worauf es Paaren ankommt, der Schwangerschaft und der Lebendgeburt, ist das Bild schwächer. Der Cochrane-Review zu Antioxidantien beim Mann nennt in vier Fassungen für die Lebendgeburt ein Odds Ratio von 4,85, 4,21, 1,79 und zuletzt 1,43 [s329, s306, s228, s111]; nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko ist der Unterschied nicht mehr statistisch gesichert [s228, s111]. Eine Übersicht über 50 randomisierte Studien mit mindestens zwölf Wochen Behandlung fand keine Wirkung auf Schwangerschaft und Lebendgeburt und „no convincing evidence“ für irgendein Nahrungsergänzungsmittel [s28]. Die beiden größten placebokontrollierten Studien mit Lebendgeburt als Endpunkt, FAZST mit 2.370 Männern und MOXI mit 174 Männern, zeigten keinen Nutzen; in FAZST lag die DNA-Fragmentierung unter Folsäure und Zink sogar höher als unter Placebo [s204, s205].

Für die sieben namentlich genannten Stoffe ist die Datenlage unterschiedlich dünn. Für Myo-Inositol liegt eine Metaanalyse über 16 Humanstudien vor, die bessere Beweglichkeit berichtet und die Datenlage selbst „controversial“ nennt [s52]; eine große placebokontrollierte Studie mit Geburten als Endpunkt wurde nicht gefunden. Für Astaxanthin ergab die Metaanalyse der klinischen Studien beim Menschen keine signifikante Verbesserung eines Samenparameters [s03]. Für NAC existieren drei klinische Studien mit unterschiedlichem Ergebnis und Metaanalysen ohne Geburtsdaten. Für Melatonin gibt es beim infertilen Mann eine kleine randomisierte Studie nach Varikozelenoperation [s241], für Glutathion eine Überkreuzstudie mit Injektionen aus dem Jahr 1993 [s417], für Magnesium eine Pilotstudie mit 20 Männern ohne Wirkung [s393] und für Vitamin B12 Beobachtungsdaten sowie einen älteren japanischen Studienblock, dessen einzige große doppelblinde Studie im Gesamtkollektiv keinen Unterschied zu Placebo fand [s422]. Tierversuche und Laborarbeiten sind bei fast allen sieben Stoffen zahlreich und überwiegend positiv, lassen sich aber nicht auf die Einnahme beim Menschen übertragen.

Mögliche Nachteile sind in den Quellen belegt, wenn auch selten: leichte Magen-Darm-Beschwerden unter Antioxidantien [s228, s111], eine höhere DNA-Fragmentierung unter Folsäure und Zink [s204] und tierexperimentelle sowie mechanistische Hinweise, dass ein Zuviel an Antioxidantien die Spermien-DNA schädigen kann [s365, s57]. Die Leitlinien der europäischen und der amerikanischen Urologie sehen keine ausreichende Grundlage, bestimmte Wirkstoffe zu empfehlen [s20, s44]; ein internationaler Expertenkonsens hält Antioxidantien bei dokumentiertem oxidativem Stress für möglicherweise sinnvoll und warnt vor unterschiedsloser Anwendung [s01]. Das Messverfahren für oxidativen Stress ist bislang nicht standardisiert [s20, s304].

Wichtig für das Lesen der folgenden Kapitel sind drei Einschränkungen: Fast alle Angaben stammen aus Abstracts; viele Studien prüfen Kombinationspräparate, sodass sich der Beitrag eines Einzelstoffs nicht trennen lässt; und die Literatur ist vermutlich durch Publikationsverzerrung zugunsten positiver Ergebnisse geprägt.

## Das Wichtigste in Kürze

Zur Einordnung: „Evidenzstärke“ beschreibt, wie belastbar die zugrunde liegende Studienlage nach Art, Größe und Kontrolle der Studien ist (hoch, mäßig, niedrig, sehr niedrig). „Gewissheit“ beschreibt, wie sicher die jeweilige Aussage dieser Studie ist, also ob weitere Studien sie voraussichtlich kippen könnten (hoch, mittel, gering). Beide Einstufungen sind eine eigene, an GRADE angelehnte Bewertung des Verfassers dieses Kapitels auf Basis der Abstracts; sie ersetzen keine formale GRADE-Bewertung.

1. **Antioxidantien als Gruppe verbessern in Metaanalysen Laborwerte, aber mit sehr unsicherer Aussagekraft.** Eine Metaanalyse von 41 randomisierten Studien mit 3.615 Männern fand höhere Konzentration (SMD 1,09; 95-%-KI 0,10 bis 2,08), progressive Beweglichkeit (SMD 1,11), Gesamtbeweglichkeit (SMD 0,69) und Normalformen (SMD 0,43), bei Heterogenität über 80 % und Vorhersageintervallen, die den Nullwert einschließen [s10]. Eine Auswertung von 101 Publikationen mit 11.889 Männern kam zu ähnlichen Richtungen und lehnt eine definitive Empfehlung ab [s14]. *Evidenzstärke: sehr niedrig bis niedrig. Gewissheit: mittel, dass es Verbesserungen von Laborwerten in einem Teil der Studien gibt; gering, dass sie bei einem einzelnen Mann zu erwarten sind.*

2. **Bei Schwangerschaft und Lebendgeburt schrumpft der Effekt mit jeder Überarbeitung des Cochrane-Reviews.** Lebendgeburt: Odds Ratio 4,85 (3 Studien), 4,21 (4), 1,79 (7), 1,43 (12) [s329, s306, s228, s111]. Nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko lag das Peto-Odds-Ratio bei 1,38 (0,89 bis 2,16) und 1,22 (0,85 bis 1,75), also ohne gesicherten Unterschied [s228, s111]. Die Autoren halten die Lage für nicht belastbar. *Evidenzstärke: sehr niedrig. Gewissheit: hoch, dass ein Nutzen für die Lebendgeburt nicht gesichert ist.*

3. **Die strengste jüngere Übersicht findet keinen überzeugenden Beleg.** Die Auswertung von 50 randomisierten, placebokontrollierten Studien mit mindestens zwölf Wochen Dauer fand keinen Effekt auf Schwangerschaft und Lebendgeburt; einzelne Stoffe verbesserten einzelne Laborwerte (Zink, Folsäure und Mehrstoffpräparate die Konzentration, Selen, Carnitin und Coenzym Q10 die Beweglichkeit, alpha-Liponsäure die Form), Vitamin D, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren keinen Parameter [s28]. *Evidenzstärke: niedrig bis sehr niedrig. Gewissheit: mittel.*

4. **Die großen placebokontrollierten Studien mit Geburtsendpunkt sind negativ.** FAZST (2.370 Männer, 5 mg Folsäure und 30 mg Zink): Lebendgeburt 34 % gegenüber 35 % unter Placebo, DNA-Fragmentierung 29,7 % gegenüber 27,2 % [s204]. MOXI (174 Männer, siebenstoffiges Präparat): kumulative Lebendgeburt nach sechs Monaten 15 % gegenüber 24 %, keine Verbesserung von Spermienparametern oder DNA-Integrität [s205]. Vitamin D plus Calcium (330 Männer): keine Änderung der Samenparameter; in einer Untergruppe mit Oligozoospermie höhere Lebendgeburtenrate (35,6 % gegenüber 18,3 %), von den Autoren als überprüfungsbedürftig bezeichnet [s233]. *Evidenzstärke: mäßig (für die geprüften Kombinationen). Gewissheit: mittel; die Ergebnisse gelten für diese Präparate und Populationen, nicht für jeden Einzelstoff.*

5. **Leitlinien: keine Grundlage für die Empfehlung bestimmter Wirkstoffe, mit einer abweichenden Expertenmeinung.** Die EAU nennt die Evidenz „still conflicting“ und „No clear conclusions were possible regarding the specific antioxidants to use“ [s20]; die AUA/ASRM-Leitlinie bezeichnet den Nutzen als „questionable“ (Statement 45, Evidenzgrad B) [s44]; das Global-Andrology-Forum-Konsensdokument 2026 hält Antioxidantien bei dokumentiertem oxidativem Stress für möglicherweise nützlich und warnt vor unterschiedsloser und verlängerter Anwendung [s01]. *Evidenzstärke: Expertenkonsens, niedrig. Gewissheit: hoch, was die Aussagen der Leitlinien betrifft.*

6. **Myo-Inositol: eine Metaanalyse, kleine Studien, keine Geburtsdaten.** Metaanalyse von 16 Humanstudien: Gesamtbeweglichkeit SMD 0,90 (0,34 bis 1,46), progressive Beweglichkeit SMD 1,48 (0,37 bis 2,59), Testosteron SMD 0,54; DNA-Fragmentierung SMD -1,37 bei I² = 85 % [s52]. Zwei Vorher-nachher-Studien (eine mit Kombinationspräparat) [s276, s235]. Das meiste Material betrifft Tiersperma und die Aufbereitung im Labor. *Evidenzstärke: sehr niedrig. Gewissheit: gering.*

7. **Astaxanthin: beim Menschen kein gesicherter Effekt.** Die Metaanalyse der drei klinischen Studien fand keine signifikante Verbesserung; in Tierstudien klare Effekte [s03]. Die doppelblinde Studie mit 80 Männern fand keine Wirkung [s194]; die kleine Studie mit 30 Männern berichtete höhere Schwangerschaftsraten (54,5 % gegenüber 10,5 %) bei sehr kleinen, ungleichen Gruppen [s378]. *Evidenzstärke: sehr niedrig. Gewissheit: mittel, dass eine Wirkung beim Menschen nicht belegt ist.*

8. **N-Acetylcystein: positive Einzelstudien, keine Geburtsdaten.** Die größte Studie (468 Männer, zusammen mit Selen) berichtet Verbesserungen aller Samenparameter [s349]; die kontrollierte Studie mit 120 Männern fand bessere Beweglichkeit und Viskosität, aber keine Änderung von Zahl und Form [s348]. Die Metaanalysen zu NAC beruhen auf wenigen Studien (drei NAC-Studien in [s178, s27]) und enthalten keine Geburtsdaten [s178, s176, s27]. *Evidenzstärke: niedrig. Gewissheit: gering bis mittel.*

9. **Melatonin: wenig Humanevidenz, ein Warnsignal aus einer Kleinstudie.** Eine randomisierte Studie mit 54 Männern nach Varikozelenoperation berichtet Verbesserungen [s241]; bei acht gesunden Männern sank unter 3 mg täglich bei zwei Teilnehmern die Samenqualität [s396]. Messstudien zeigen uneinheitliche Zusammenhänge [s385, s294, s371, s187]. Viele Tier- und Laborarbeiten. *Evidenzstärke: sehr niedrig. Gewissheit: gering.*

10. **Glutathion: als Einnahme beim Menschen praktisch ungeprüft.** Die einzige kontrollierte Humanstudie ist eine Überkreuzstudie mit 20 Männern und intramuskulären Injektionen (1993) [s417]. Messstudien verknüpfen niedriges Glutathion bzw. glutathionabhängige Enzyme mit schlechterer Samenqualität [s395, s400, s39]. *Evidenzstärke: sehr niedrig. Gewissheit: hoch, dass Daten zur oralen Einnahme fehlen.*

11. **Magnesium: Messwerte statt Studien.** Eine Pilotstudie (20 Männer, 90 Tage) fand keine Wirkung [s393]; in einer Querschnittsanalyse von 299 Männern lag die Konzentration im obersten Terzil des Serummagnesiums bei 20,9 gegenüber 8,6 Mio/mL, ein Zusammenhang, kein Wirkungsnachweis [s15]. *Evidenzstärke: sehr niedrig. Gewissheit: hoch, dass eine Wirkung der Einnahme nicht belegt ist.*

12. **Vitamin B12: Beobachtung und ältere Studien.** Zusammenhänge von B12 im Samenplasma mit der Spermienkonzentration [s361]; in der größten Studie mit Placebo (375 Männer) im Gesamtkollektiv kein Unterschied [s422]. *Evidenzstärke: sehr niedrig. Gewissheit: gering.*

13. **Schaden ist möglich und wird zu selten gemessen.** Magen-Darm-Beschwerden unter Antioxidantien (OR 2,51 bzw. 2,70) [s228, s111]; höhere DNA-Fragmentierung unter Folsäure und Zink [s204]; Dekondensation der Spermienkerne unter hochdosierten Vitaminen als Hypothese [s365]; Warnung vor Überdosierung aus Tierversuchen [s57]. *Evidenzstärke: niedrig. Gewissheit: mittel.*

14. **Oxidativer Stress ist real, seine Messung und Behandlung sind nicht standardisiert.** In 30 % bis 80 % der infertilen Männer sind reaktive Sauerstoffspezies im Sperma erhöht [s213]; zugleich gelten kleine Mengen als physiologisch notwendig, und auch ein Mangel an Oxidantien („reduktiver Stress“) kann schaden [s32]. Die EAU nennt keine standardisierten Verfahren [s20]. *Evidenzstärke: niedrig. Gewissheit: mittel.*

15. **Die Literatur ist verzerrungsanfällig.** Kleine Studien, Kombinationspräparate, Vergleiche mit Vitamin E statt Placebo, wiederholte Veröffentlichungen derselben Arbeitsgruppen und Herstellerbezug sind häufig; eine dänische Stellungnahme hält Publikationsverzerrung für nicht ausschließbar [s326]. *Evidenzstärke: nicht anwendbar. Gewissheit: hoch.*

16. **Die nichtenglischen Räume ergänzen Details, ändern aber das Gesamtbild nicht.** Sie liefern regionale Präparate, Zink- und Spurenelementmessungen, einen japanischen Methylcobalamin-Block, einzelne positive Studien mit Geburtsdaten (zum Beispiel 263 Teilnehmer in Tunesien, Lebendgeburt p = 0,031 [s88]) und negative Befunde, die in der englischsprachigen Literatur fehlen. Deutschsprachige Arbeiten sind in der Quellenliste kaum vertreten. *Evidenzstärke: niedrig. Gewissheit: mittel.*

## Aufbau und Methodik dieser Studie

### Fragestellung und Abgrenzung

Die Studie fragt, was die veröffentlichte Forschung über den Zusammenhang zwischen Nahrungsergänzungsmitteln, Antioxidantien und der Spermienqualität des Mannes sagt. Sie unterscheidet drei Ebenen, die in der Literatur oft vermischt werden. Die erste Ebene sind Laborwerte des Spermiogramms und Messgrößen wie DNA-Fragmentierung oder oxidativer Stress. Die zweite Ebene sind klinische Endpunkte des Paares: Schwangerschaft, klinische Schwangerschaft und Lebendgeburt. Die dritte Ebene ist die Sicherheit, also Nebenwirkungen und mögliche Schäden. Eine Verbesserung auf der ersten Ebene sagt nicht automatisch etwas über die zweite aus; diese Studie weist deshalb bei jedem Befund aus, auf welcher Ebene er liegt.

Benannt waren sieben Stoffe: Myo-Inositol, Astaxanthin, N-Acetylcystein, Melatonin, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12. Die Aufgabe lautete ausdrücklich, auch weitere Antioxidantien und Nahrungsergänzungsmittel einzubeziehen. Die Teilrecherchen suchten daher zusätzlich nach Coenzym Q10, Vitamin E, Vitamin C, Zink, Selen, Carnitin, Lycopin, Folsäure, Omega-3-Fettsäuren, Resveratrol, Curcumin, Vitamin D, Taurin und alpha-Liponsäure sowie nach „Antioxidantien“ allgemein. Nicht Gegenstand sind Arzneimittel mit anderem Wirkprinzip, Operationen (außer als Vergleich bei Varikozele), Lebensstilfaktoren als eigenes Thema und die Fruchtbarkeit der Frau. Wo Studien an Frauen in der Quellenliste stehen, sind sie als solche gekennzeichnet und nur aufgenommen, weil sie denselben Stoff betreffen.

### Recherchewege

Die Recherche lief in drei Teilen, aufgeteilt nach Sprachräumen, damit nicht die englischsprachige Literatur alles überlagert. Teil A umfasste Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch; Teil B Chinesisch, Japanisch und Koreanisch; Teil C Russisch, Arabisch und Türkisch. Alle drei Teile nutzten die REST-Schnittstelle von Europe PMC und die E-utilities der US-amerikanischen National Library of Medicine (esearch, esummary, efetch). Die PubMed-Webseite wurde nicht für die Auswertung genutzt; die Teilrecherchen berichten zu ihrer Erreichbarkeit Unterschiedliches, abgerufen wurde stets über die Schnittstellen. Darüber hinaus kamen sprachraumspezifische Quellen hinzu: in Teil A die französische Archivschnittstelle HAL, das spanische Portal Dialnet sowie die Leitlinienseiten der AUA, der EAU und der ESHRE; in Teil B die Schnittstelle von J-STAGE für japanische Fachzeitschriften und die Schnittstelle von CiNii Research für Verzeichniseinträge.

Teil A suchte mit englischen Begriffen für 20 Wirkstoffe oder Wirkstoffgruppen, jeweils verknüpft mit Spermien, Sperma oder männlicher Infertilität und mit Filtern auf Metaanalysen, randomisierte Studien, Leitlinien, Kohorten-, Fall-Kontroll- und Querschnittsstudien sowie Tierversuche; zusätzlich liefen Abfragen mit französischen, italienischen, portugiesischen, spanischen und deutschen Begriffen. Der erste Durchgang ergab 1.290 Datensätze mit Abstract, nach der zweiten, gezielteren Runde insgesamt 3.929; davon enthielten 1.706 im Titel sowohl einen Spermien- oder Fertilitätsbezug als auch einen Wirkstoffbegriff. Gelesen und aufgenommen wurden 114 Quellen. Teil B stützte sich auf rund 3.000 Treffer der PubMed-Abfragen und mehrere Tausend Treffer der Europe-PMC-Abfragen, ferner auf chinesische, japanische und koreanische Suchbegriffe sowie 16 japanische Suchbegriffe bei J-STAGE; behalten wurden 165 Quellen. Koreanische Suchbegriffe ergaben in Europe PMC keinen Treffer. Teil C ging von rund 2.200 Kandidaten aus, die über Herkunftsfilter nach Institutionsangabe der Autoren sowie über russische und türkische Begriffe gefunden wurden; arabische Suchbegriffe lieferten keine Treffer; behalten wurden 168 Quellen.

### Zusammenführung und Zusammensetzung des Bestands

Die drei Teile lieferten zusammen 447 Einträge. Nach der Zusammenführung doppelter Nennungen, bei der dieselbe Veröffentlichung in mehreren Teilrecherchen auftauchte, blieben 428 verschiedene Quellen. Jede erhielt eine einheitliche Kennung von s01 bis s428; die Kennungen sind nach Veröffentlichungsjahr absteigend vergeben, innerhalb des Jahres in der Regel alphabetisch nach Erstautor. Zitiert wird in dieser Studie ausschließlich mit diesen Kennungen in eckigen Klammern, zum Beispiel [s111] oder [s228, s111]. Die Zuordnung zu den älteren Kennungen der Teilrecherchen steht in einer eigenen Zuordnungstabelle.

Nach Veröffentlichungsjahr verteilen sich die 428 Quellen so: 21 stammen von vor dem Jahr 2000, 61 aus den Jahren 2000 bis 2009, 75 aus 2010 bis 2016 und 271 aus 2017 bis 2026; allein 2022 sind es 41, 2023 37 und 2020 33. Die älteste Quelle stammt von 1982. Die Literatur zum Thema ist also überwiegend jung, und sie wächst.

Nach Studientyp ergibt sich, grob nach dem Entwurfsfeld der Quellenliste und mit einer Stichwortzuordnung des Verfassers dieses Kapitels (Randfälle überschneiden sich, die Zahlen sind daher als Größenordnung zu lesen): etwa 80 beobachtende Studien (Querschnitt, Fall-Kontrolle, Kohorte, Messstudien), rund 75 Tierversuche, rund 74 randomisierte Studien einschließlich Überkreuzstudien, rund 58 In-vitro-Arbeiten, etwa 42 narrative Übersichtsarbeiten, etwa 38 Metaanalysen und systematische Übersichten (darunter eine Mendelsche Randomisierung), 9 Leitlinien und Konsensdokumente sowie rund 52 weitere Interventionsstudien ohne Randomisierung, Studienprotokolle und Dissertationen. Knapp ein Drittel der Quellen (rund 133 von 428) betrifft damit Tiere oder Laborversuche, die für die Frage nach der Einnahme beim Mann nur indirekt aussagekräftig sind.

Nach Sprach- und Herkunftsraum, wie ihn die Quellenliste kennzeichnet (eine Quelle kann mehreren Räumen zugeordnet sein, daher übersteigt die Summe 428): 208 Quellen sind dem englischsprachigen Raum zugeordnet, 101 dem chinesischen, 76 dem arabischen, 50 dem türkischen, 46 dem japanischen, 42 dem russischen, 16 dem koreanischen, 12 dem italienischen und je 6 dem spanischen und dem französischen. Deutschsprachig ist in der Quellenliste eine einzige Arbeit gekennzeichnet; je eine weitere ist dänisch und tschechisch. Die Zuordnung folgt in Teil C der Institutionsangabe der Autoren, nicht der Publikationssprache; in Teil B beruht sie auf der Erstautor-Affiliation und wurde nicht für jeden Koautor geprüft. Viele Arbeiten aus China, Japan, Russland und den arabischen Ländern sind englischsprachig abgefasst oder haben einen englischen Abstract; von den chinesischsprachigen Datensätzen in Teil B stammen 25 von 29 aus einer einzigen Zeitschrift, der Zhonghua Nan Ke Xue.

### Lesen und Bewerten

Aus jeder Quelle wurden nur Angaben übernommen, die im abgerufenen Abstract oder, bei den Leitlinien der EAU und der AUA, im abgerufenen Webseitentext standen. Zahlen, die ein Abstract nicht nennt, fehlen in dieser Studie; wo ein Abstract abbricht, ist das vermerkt. Für dieses Kapitel wurden Zweifelsfälle durch erneuten Abruf geprüft, so die Abstracts der vier Cochrane-Fassungen (soweit sie hier zitiert werden), der Metaanalysen zu Antioxidantien allgemein, Myo-Inositol und Astaxanthin, der Studien FAZST, MOXI und Vitamin D sowie der Arbeiten zum oxidativen Stress. In den geprüften Fällen stimmten die Angaben der Teilrecherchen mit den abgerufenen Abstracts überein.

Zu jeder Studie wurde festgehalten, was ihr Abstract über Stärken und Schwächen hergibt: Randomisierung, Placebo, Verblindung, Größe, Ausfälle, Endpunkt, Kombinationspräparat, Herstellerbezug. Eine eigene Verzerrungsbewertung nach RoB 2 oder ein formales GRADE-Verfahren fand nicht statt, weil dafür Volltexte nötig wären. Wo eine Metaanalyse selbst GRADE oder RoB 2 verwendet hat, wird das als Aussage dieser Autoren berichtet.

Folgende Leseregeln gelten für die gesamte Studie. Erstens: Tierversuche und Laborarbeiten (etwa der Zusatz zum Einfriermedium für Hunde-, Eber- oder Stiersperma) beschreiben Mechanismen und Möglichkeiten, nicht den Effekt einer Einnahme beim Mann. Zweitens: Bei Kombinationspräparaten lässt sich der Beitrag des Einzelstoffs nicht bestimmen; sie werden deshalb getrennt von Einzelstoffen berichtet. Drittens: Ein Vorher-nachher-Vergleich ohne Kontrollgruppe kann Spontanschwankungen, Regression zur Mitte und Gewöhnungseffekte nicht von einer Wirkung trennen. Viertens: Messstudien zeigen Zusammenhänge zwischen Konzentrationen im Blut oder Samenplasma und Spermienwerten; sie belegen nicht, dass die Zufuhr desselben Stoffs etwas verändert. Fünftens: Aussagen wie „die Autoren befürworten“ sind Aussagen der Autoren und keine Empfehlung dieser Studie. Sechstens: Bei Studien aus Arbeitsgruppen, die ein Präparat entwickelt haben, ist ein Interessenkonflikt möglich, auch wenn er im Abstract nicht steht. Ob eine Studie finanziert wurde, ist in den Abstracts meist nicht angegeben.

Zusätzlich zu den 428 Quellen der Quellenliste wurden für den Hintergrundabschnitt dieses Kapitels weitere Veröffentlichungen zu den WHO-Referenzwerten abgerufen, die nicht zur Literatur über Antioxidantien gehören und deshalb nicht in der Quellenliste stehen: Campbell und Mitarbeiter 2021 (PubMed-Nummer 33528873) und Boitrelle und Mitarbeiter 2021 (PubMed-Nummer 34947899) sowie eine kritische Würdigung der Datengrundlage von 2022 (PubMed-Nummer 35849333). Sie werden im Text mit Autor, Jahr und PubMed-Nummer genannt, nicht mit Kennung.

### Grenzen

Die wichtigste Grenze ist die Beschränkung auf Abstracts. Dosierung, Dauer, Verblindungsverfahren, Ausfallraten, Nebenwirkungen und Interessenkonflikte lassen sich daraus oft nicht beurteilen. Ein Teil der Abstracts bricht mitten im Text ab; ein Beispiel ist die große japanische Methylcobalamin-Studie von 1988, deren Untergruppenergebnis im Abstract abgeschnitten ist [s422]. Einzelne Abstracts sind in sich widersprüchlich, etwa wenn ein Konfidenzintervall den Nullwert einschließt, der angegebene p-Wert aber Signifikanz anzeigt [s89]. Auch die Vorzeichen mancher Effektmaße in einem Abstract (Metaanalyse zu Coenzym Q10 [s43]) widersprechen der Richtung, die die Autoren beschreiben; solche Zahlen werden in den folgenden Kapiteln nur mit diesem Vorbehalt genannt.

Die zweite Grenze ist die Auswahl. Die Recherche ist keine vollständige systematische Übersicht: Vorrang hatten Leitlinien, Metaanalysen, randomisierte Studien und alle Humanstudien zu den benannten Stoffen; Beobachtungsstudien, Laborarbeiten und Tierversuche sind exemplarisch erfasst. Teil A nennt als Beleg 511 Treffer allein für „astaxanthin sperm“ in Europe PMC beim ersten Test; Teil C hält fest, die Literatur aus der Türkei und Ägypten sei viel größer, als hier abgebildet. Weitere einschlägige Studien existieren sehr wahrscheinlich. Wegen der dichteren Suche nach Humanstudien ist das Bild der Humanevidenz vollständiger als das der Tierversuche.

Die dritte Grenze sind Lücken in den Sprachräumen. Koreanischsprachige Zeitschriftenartikel sind in Europe PMC und PubMed praktisch nicht indiziert, und ob sie in koreanischen Verzeichnissen stehen, konnte nicht geprüft werden. Auch türkische Verzeichnisse (DergiPark, TR Dizin) ließen sich über die genutzten Wege nicht abrufen, und arabischsprachige Titel gibt es in Europe PMC zu diesem Thema praktisch nicht; die Zeitschriftenportale Cairn, SciELO und LILACS waren gesperrt oder durch Schutzabfragen blockiert. Das Leitlinienregister der AWMF ließ sich ohne Skriptausführung nicht abfragen; ob es eine deutsche S-Leitlinie zu Antioxidantien bei männlicher Infertilität gibt, ist daher weder bestätigt noch ausgeschlossen. Die Empfehlungen der Società Italiana di Andrologia waren nicht auswertbar, und die ESHRE führt keine eigene Leitlinie zur männlichen Infertilität auf.

Die vierte Grenze ist die Abhängigkeit zwischen Studien. Die vier Fassungen des Cochrane-Reviews überlappen in ihren Studienmengen und sind keine unabhängigen Replikationen; ähnliches gilt für zwei Metaanalysen zu Carnitin und NAC, die jeweils sieben Studien zusammenfassen und sich vermutlich stark überschneiden [s176, s27]. Mehrere Studienreihen stammen aus einer einzigen Arbeitsgruppe, so die Serie zu Coenzym Q10 aus dem Irak und die Studien der Gruppe um Rochdi; Doppelzählungen von Patienten lassen sich aus Abstracts nicht ausschließen. Die Metaanalysen aus China stützen sich überwiegend auf Datenbanken in englischer Sprache; nur drei durchsuchten ausdrücklich chinesische Datenbanken.

Die fünfte Grenze ist die Verzerrung der Literatur selbst. Positive Befunde dominieren in den gefundenen Interventionsstudien aller Sprachräume; ob Studien ohne Effekt seltener erscheinen, wurde nicht geprüft, ist aber anzunehmen, und die wenigen negativen Studien sind deshalb besonders aufschlussreich. In Teil B fiel auf, dass chinesische Studien als Kontrolle häufig Vitamin E oder Vitamin E plus C statt Placebo einsetzen; da diese Stoffe selbst umstritten sind, erschwert das die Deutung.

Schließlich: Die gesamte Studie enthält keine Therapie- und keine Einnahmeempfehlung. Sie berichtet, was die Quellen sagen, bewertet ihre Belastbarkeit und benennt, was fehlt. Wer für sich oder ein Paar entscheiden muss, ob ein Präparat sinnvoll ist, braucht dafür eine ärztliche Beratung, die Befunde, Begleitumstände und Risiken im Einzelfall berücksichtigt; das kann eine Literaturstudie nicht leisten.

## Hintergrund

### Wie häufig ist das Problem, und warum Antioxidantien?

Der Cochrane-Review zu Antioxidantien beim Mann beginnt mit der Feststellung, dass die Unfähigkeit, Kinder zu bekommen, 10 % bis 15 % der Paare weltweit betrifft und dass auf einen männlichen Faktor bis zur Hälfte der Fälle entfällt; zwischen 25 % und 87 % der männlichen Subfertilität würden auf oxidativen Stress zurückgeführt [s228, s111]. Eine andere Übersicht nennt 15 % betroffene Paare und einen männlichen Anteil von 45 % bis 50 % [s156]. Die Spannweiten unterscheiden sich, weil sie aus verschiedenen Populationen und Definitionen stammen; sie zeigen vor allem, dass genaue Zahlen unsicher sind. Für Männer mit auffälligem Sperma und ohne erkennbare Ursache, die sogenannte idiopathische Infertilität, schlägt eine Gruppe um Agarwal den Begriff Male Oxidative Stress Infertility (MOSI) vor und nennt, dass 30 % bis 80 % der infertilen Männer erhöhte reaktive Sauerstoffspezies im Sperma haben [s213]. Eine russische Übersicht spricht von bis zu 80 % [s31].

Das ist der Ausgangspunkt der Antioxidantien-Hypothese: Wenn oxidativer Stress die Spermien schädigt, könnte die Zufuhr von Stoffen, die Oxidantien abfangen, die Samenqualität verbessern. Der Cochrane-Review formuliert es so, dass orale Antioxidantien vermutlich die Spermienqualität verbessern, indem sie oxidative Schäden verringern; er merkt zugleich an, dass Antioxidantien breit verfügbar, im Vergleich zu anderen Kinderwunschbehandlungen günstig und überwiegend nicht reguliert seien und dass die Belege für ihre Wirksamkeit unsicher seien [s111].

### Oxidativer Stress: Was gemeint ist

Reaktive Sauerstoffspezies (ROS) sind sehr reaktionsfreudige Moleküle, die bei der Energiegewinnung in den Mitochondrien, bei Entzündungen und durch äußere Einflüsse entstehen. Eine Übersicht zu asthenozoospermen Männern ordnet sie in endogene Quellen (Entzündung, Infektion) und exogene Einflüsse (Lebensstil, Umweltschadstoffe) und betont, dass ROS auf physiologischem Niveau an Reifung, Kapazitation, Akrosomenreaktion und Befruchtung beteiligt sind, übermäßige ROS aber Membranlipide, DNA-Integrität und Mitochondrienfunktion schädigen und so Beweglichkeit und Fruchtbarkeit mindern [s30]. Eine zweite Übersicht formuliert dasselbe aus Sicht der Testung: ROS seien ein integraler Bestandteil der Spermienphysiologie; oxidativer Stress entstehe, wenn die ROS-Produktion die Pufferkapazität der Antioxidantien übersteige [s304]. Aus der Doppelrolle folgt, dass es nicht darum gehen kann, ROS vollständig zu beseitigen. Eine neuere Übersicht führt den Gedanken weiter: Sowohl oxidativer als auch „reduktiver Stress“ (ein Überschuss an Reduktionsmitteln) könnten schaden, und eine empirische Antioxidantientherapie ohne bestätigten oxidativen Stress berge das Risiko der Übertherapie; die Behandlung solle das Redoxgleichgewicht wiederherstellen, nicht ROS eliminieren [s32]. Auch eine Dissertation aus dem Jahr 2024 stellt das Konzept des Redoxgleichgewichts samt reduktivem Stress in den Mittelpunkt und berichtet aus Tierversuchen, dass die unangemessene Anwendung gängiger wasserlöslicher antioxidativer Mikronährstoffe die genetische Integrität der Spermien beeinträchtigen kann [s57].

Aus den Quellen lässt sich festhalten, dass die Samenflüssigkeit ein eigenes Milieu darstellt, in dem Zink in sehr hoher Konzentration vorkommt (Median 1.571,8 µmol/l im Seminalplasma gegenüber 23,6 µmol/l im Serum bei 626 jungen russischen Männern [s170]), dass die selenabhängige Glutathionperoxidase der Spermien bei infertilen Männern vermindert sein kann (Phospholipid-Hydroperoxid-Glutathionperoxidase 93,2 gegenüber 187,5 Einheiten/mg Protein bei 75 infertilen Männern und 37 Kontrollen [s395]; vollständiger Ausfall bei etwa 10 % von 73 infertilen und bei keinem von 31 fertilen Männern [s400]) und dass die Kondensation des Spermienkerns durch Protamine mit Disulfidbrücken zusammenhängt, die hochdosiertes Vitamin C nach einer Hypothese öffnen kann [s365].

Zwei Befunde mahnen zur Vorsicht bei der Deutung von Messwerten. Die Mendelsche Randomisierung mit 680 infertilen Männern und 72.799 Kontrollen fand keinen kausalen Zusammenhang zwischen genetisch bestimmter antioxidativer Kapazität und männlicher Infertilität (zum Beispiel Superoxiddismutase OR 0,83; 0,66 bis 1,04); einschränkend sind die wenigen Fälle und der Umstand, dass genetische Marker nicht die Zufuhr als Nahrungsergänzung abbilden [s40]. Und die Messung der ROS selbst ist nicht standardisiert: Die EAU sagt, es gebe keine standardisierten Verfahren, die Routinemessung solle experimentell bleiben [s20]; ein Übersichtsartikel nennt als Gründe, dass kein Konsens darüber bestehe, welche Patienten für die Testung in Frage kommen, und dass die Messverfahren nicht vereinheitlicht seien [s304].

### Die sieben Stoffe: Was sie sind und was „Antioxidans“ hier bedeutet

Die sieben Stoffe sind chemisch und funktionell sehr verschieden, und die Bezeichnung „Antioxidans“ trifft nicht auf alle im gleichen Sinn zu. **Myo-Inositol** ist ein zuckerähnlicher Stoff, den eine Übersicht eher als „Redox- und Stoffwechselmodulator“ denn als klassisches Antioxidans beschreibt; seine Wirkung sei dosis- und stadienabhängig [s07]. **Astaxanthin** ist ein Carotinoid, das eine Metaanalyse als starkes antioxidatives Carotinoid bezeichnet und dessen Schutz der Spermien-Mitochondrien eine Übersicht beschreibt [s03, s280]. **N-Acetylcystein (NAC)** ist ein Cysteinabkömmling, den die klinischen Studien als Antioxidans einsetzen; in der türkischen Studie sanken unter NAC im Serum Peroxide und der oxidative Stressindex [s348]. **Melatonin** ist ein körpereigener Stoff; beim Menschen wird es im Serum und Seminalplasma gemessen [s385, s371], und Studien an Hamsterspermien zeigen eine Wirkung über den MT1-Rezeptor [s354]. **Glutathion** ist ein körpereigenes Antioxidans und Bestandteil der Glutathionperoxidasen; die Messstudien zeigen niedrigere Glutathionwerte im Seminalplasma und im Serum bei infertilen Männern [s16, s39]. **Magnesium** ist ein Mineralstoff, dessen Rolle in den Quellen nicht antioxidativ, sondern als Bestandteil des Samenmilieus und der Ionenabhängigkeit der Befruchtung beschrieben wird [s428, s421]. **Vitamin B12** schließlich wirkt über den Methionin- und Folatstoffwechsel [s360]; als mögliche Mechanismen der Samenqualität nennt eine Übersicht geringere Homocystein-Toxizität, weniger Stickstoffmonoxid und weniger oxidative Schäden [s254]. Die Gruppe „Antioxidantien“ ist damit eine Arbeitsbezeichnung der Forschung, keine einheitliche Wirkstoffklasse; das erschwert Vergleiche und erklärt, warum Metaanalysen, die alles zusammenfassen, schwer zu deuten sind.

### Samenanalyse: Messgrößen und Begriffe

Die Samenanalyse ist nach einer Übersicht zum Handbuch der Weltgesundheitsorganisation der Eckpfeiler der Abklärung der männlichen Fruchtbarkeit; das erste WHO-Handbuch erschien 1980, die sechste Auflage im Juli 2021 (Boitrelle und Mitarbeiter 2021, PubMed-Nummer 34947899). Die folgenden Messgrößen kehren in allen Kapiteln wieder:

- **Ejakulatvolumen** in Millilitern.
- **Spermienkonzentration** in Millionen Spermien pro Milliliter und **Gesamtzahl** pro Ejakulat in Millionen.
- **Beweglichkeit**: Gesamtbeweglichkeit und progressive Beweglichkeit (vorwärts gerichtete Bewegung) in Prozent; die **Gesamtzahl motiler Spermien** verknüpft Zahl und Beweglichkeit.
- **Vitalität**: Anteil lebender Spermien.
- **Morphologie**: Anteil normal geformter Spermien; beurteilt werden Kopf, Mittelstück und Flagellum.
- **DNA-Fragmentierung**: Anteil der Spermien mit geschädigter DNA, gemessen etwa mit dem TUNEL-Verfahren [s381]; ergänzend das Protamindefizit, gemessen mit CMA3 [s220]. Auffällig ist die Messmethodenvielfalt: Der Fragmentierungsindex lag laut Abstract bei normozoospermen Männern vor dem Einfrieren im Mittel bei 46,3 ± 18,3 % [s17], bei Greco und Mitarbeitern wurden Männer mit mindestens 15 % fragmentierten Spermien eingeschlossen [s381], bei MOXI galt über 25 % als auffällig [s205]. Die Zahlen sind ohne Angabe des Verfahrens nicht vergleichbar.
- **Oxidativer Status**: reaktive Sauerstoffspezies (ROS), totale antioxidative Kapazität (TAC), Malondialdehyd (MDA) als Maß der Lipidperoxidation und das Oxidations-Reduktions-Potenzial (ORP), das nach einer Veröffentlichung von 2019 Oxidantien und Antioxidantien zugleich berücksichtigt [s213]; es wurde in neueren japanischen Studien zur Stratifizierung verwendet [s141, s59, s50].
- **Funktionstests**, zum Beispiel der Hamster-Oozyten-Test [s378] oder die Zonabindung [s414].
- **Klinische Endpunkte des Paares**: Schwangerschaft, klinische Schwangerschaft, Fehlgeburt und Lebendgeburt. Die Cochrane-Reviews machen die Lebendgeburt zum primären Endpunkt [s111, s228].

Die **Begriffe** für Auffälligkeiten sind: Oligozoospermie (zu niedrige Konzentration), Asthenozoospermie (eingeschränkte Beweglichkeit), Teratozoospermie (hoher Anteil fehlgeformter Spermien), die Kombination aus allen dreien Oligo-Astheno-Teratozoospermie (OAT), Azoospermie (keine Spermien im Ejakulat) und Normozoospermie (unauffälliger Befund). Die sechste WHO-Auflage verzichtet auf diese Begriffe: Über ihre 280 Seiten kämen „normozoospermia“, „asthenozoospermia“, „necrozoospermia“ und „teratozoospermia“ nicht vor, weil Referenzwerte allein bedeutungslos seien und mehrere Kriterien für die Diagnose gelten müssten (Boitrelle und Mitarbeiter 2021). Die Studien dieser Literatur verwenden die Begriffe dennoch durchgehend, denn sie stammen überwiegend aus der Zeit davor. **Subfertilität** bezeichnet verminderte, **Infertilität** fehlende Fruchtbarkeit; die Cochrane-Reviews sprechen von „subfertilen Männern“ in Paaren, die eine Kinderwunschklinik besuchen [s111, s228]. **Idiopathisch** heißt: auffälliges Sperma ohne erkennbare Ursache und ohne weiblichen Faktor [s213].

### WHO-Referenzwerte 2021

Die WHO-Referenzwerte sind die untere fünfte Perzentile von Männern, deren Partnerinnen innerhalb eines Jahres ungeschützten Verkehrs auf natürlichem Weg schwanger wurden (Boitrelle und Mitarbeiter 2021). Für die sechste Auflage von 2021 wurden Daten von mehr als 3.500 Männern aus zwölf Ländern und fünf Kontinenten ausgewertet; die fünften Perzentile für Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie betragen 16 × 10⁶/ml, 30 % progressive Beweglichkeit (42 % Gesamtbeweglichkeit) und 4 % Normalformen (Campbell und Mitarbeiter 2021, PubMed-Nummer 33528873). Die Tabelle zeigt die untere fünfte Perzentile (mit 95-%-Konfidenzintervall) der fünften und sechsten Auflage nach Boitrelle und Mitarbeitern 2021:

| Messgröße | WHO 2010 (5. Auflage) | WHO 2021 (6. Auflage) |
|---|---|---|
| Ejakulatvolumen (ml) | 1,5 (1,4 bis 1,7) | 1,4 (1,3 bis 1,5) |
| Gesamtzahl (10⁶ pro Ejakulat) | 39 (33 bis 46) | 39 (35 bis 40) |
| Gesamtbeweglichkeit (%) | 40 (38 bis 42) | 42 (40 bis 43) |
| Progressive Beweglichkeit (%) | 32 (31 bis 34) | 30 (29 bis 31) |
| Vitalität (%) | 58 (55 bis 63) | 54 (50 bis 56) |
| Normalformen (%) | 4 (3 bis 4) | 4 (3,9 bis 4) |

Die Konzentration von 16 × 10⁶/ml für 2021 steht in der Veröffentlichung von Campbell und Mitarbeitern; die Tabelle von Boitrelle führt sie nicht auf, und für 2010 wurde in den abgerufenen Texten kein Wert gefunden.

Drei Einschränkungen gehören zu diesen Zahlen. Erstens: Campbell und Mitarbeiter betonen, die Werte stellten keine scharfen Grenzen zwischen fruchtbaren und subfertilen Männern dar (Campbell und Mitarbeiter 2021). Zweitens: Die sechste Auflage gibt den Begriff der Referenzgrenze ausdrücklich auf; die fünften Perzentile seien nur eine Möglichkeit, Ergebnisse zu deuten, und allein nicht ausreichend, um männliche Infertilität zu diagnostizieren; zugleich schlage sie „Entscheidungsgrenzen“ vor, benenne aber für keinen Parameter welche (Boitrelle und Mitarbeiter 2021). Drittens: Eine kritische Würdigung der Datengrundlage von 2022 kommt zu dem Schluss, die Voraussetzungen für gemeinsame Referenzintervalle aus mehrzentrischen Daten seien überwiegend nicht erfüllt gewesen, und keine der zehn Teilpopulationen sei durch die Perzentilen vollständig korrekt beschrieben (PubMed-Nummer 35849333; 3.589 Männer aus zwölf Ländern).

Für dieses Studienprojekt folgt daraus: Die in den Quellen verwendeten Einschlussgrenzen sind uneinheitlich und stammen aus verschiedenen WHO-Auflagen oder aus eigenen Festlegungen. MOXI nahm Männer mit Konzentration bis 15 Mio/ml, Beweglichkeit bis 40 %, Normalformen bis 4 % oder DNA-Fragmentierung über 25 % auf [s205]; die ukrainische Studie bewertete als normal eine Konzentration von mindestens 15 Mio/ml, mindestens 32 % progressive Beweglichkeit und mindestens 4 % Normalformen [s193]; die große japanische Studie von 1988 stützte eine Untergruppenanalyse auf höchstens 20 × 10⁶/ml (WHO-Definition der Oligozoospermie damals) [s422]. Ein „normales Spermiogramm“ als Zielgröße bedeutet daher in verschiedenen Studien Verschiedenes.

### Lesehilfe für Effektmaße

Die folgenden Kapitel verwenden die Maße der Quellen. Das **Odds Ratio (OR)** vergleicht die Chancen eines Ereignisses (zum Beispiel Lebendgeburt) in zwei Gruppen; 1 bedeutet keinen Unterschied, über 1 mehr Ereignisse in der Behandlungsgruppe. Das **Peto-Odds-Ratio** ist eine Variante für seltene Ereignisse. Die **Mittelwertdifferenz (MD)** gibt den Unterschied in der Maßeinheit an (zum Beispiel Mio/ml), die **standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD)** den Unterschied in Standardabweichungen und erlaubt so den Vergleich verschiedener Maßeinheiten. Das **95-%-Konfidenzintervall (KI)** gibt den Bereich an, in dem der wahre Wert mit dieser Sicherheit liegt; schließt es 0 (bei Differenzen) oder 1 (bei Verhältnissen) ein, ist der Unterschied nicht statistisch gesichert. **I²** misst, wie stark die Ergebnisse der eingeschlossenen Studien auseinanderliegen (Heterogenität); Hohe Werte (in den Quellen etwa 85 %) schränken die Aussagekraft eines gepoolten Ergebnisses ein. Das **Vorhersageintervall** sagt, in welchem Bereich das Ergebnis einer künftigen Studie liegen könnte, und ist weiter als das Konfidenzintervall. **SUCRA** ist ein Rangmaß der Netzwerk-Metaanalyse, das nichts über die Größe oder Sicherheit eines Effekts aussagt. **GRADE** ist ein Verfahren, die Sicherheit der Evidenz von hoch bis sehr niedrig einzustufen.

### Geschichte der Forschungsfrage

Die Frage, ob bestimmte Stoffe die männliche Fruchtbarkeit beeinflussen, ist älter als die Antioxidantien-Hypothese. Die älteste Quelle dieser Studie stammt von 1982 und betrifft Calcium und Magnesium: Menschliche Spermien drangen in calcium- und magnesiumfreiem Medium nicht in Hamstereizellen ein; beide Ionen seien für Akrosomenreaktion und Spermien-Eizell-Fusion nötig [s428]. 1984 begann in Japan ein klinischer Studienblock mit Methylcobalamin bei Oligozoospermie (1984 bis 1992), der Fallserien, Dosisvergleiche und eine doppelblinde Studie mit 25 Zentren und 375 auswertbaren Männern enthielt; deren Gesamtanalyse zeigte keinen Unterschied zu Placebo [s427, s425, s424, s422]. Zu Glutathion erschien 1993 die Überkreuzstudie mit Injektionen [s417]; 1994 eine Übersicht zur Rolle der Vitamine für die Spermien [s416]; 1995 eine Studie zu 600 mg Vitamin E, bei der sich nur die Zonabindung besserte [s414]. 1996 hielt eine Übersicht fest, die antioxidative Abwehr des Keimepithels und des Nebenhodens sei bedeutsam, klinische Daten fehlten, kontrollierte Studien seien „urgently required“ [s412].

Um die Jahrtausendwende rückten die Enzyme in den Blick: Foresta und Imai beschrieben 2001 und 2002 die verminderte oder ausgefallene Phospholipid-Hydroperoxid-Glutathionperoxidase bei infertilen Männern [s400, s395]. 2002 berichtete eine Kleinstudie an gesunden Männern ein Warnsignal unter Melatonin [s396]. 2003 prüfte eine Pilotstudie Magnesium [s393]. 2005 erschienen die kleine Astaxanthin-Studie mit auffällig hohen Schwangerschaftsraten [s378] und die Studie mit Vitamin C und E bei Männern mit DNA-Fragmentierung [s381]. 2007 erschien eine Metaanalyse zu Carnitin [s369]; 2009 erschienen die große NAC-Selen-Studie und die türkische NAC-Studie [s349, s348].

Die systematische Bewertung begann 2010 mit einer Übersicht über 17 randomisierte Studien [s343]; es folgte 2011 die erste Fassung des Cochrane-Reviews, deren Lebendgeburtsschätzer (OR 4,85) auf 20 Lebendgeburten bei 214 Paaren beruhte [s329]. Dagegen erschien 2011 die dänische Stellungnahme mit dem Einwand der Publikationsverzerrung [s326]. 2014 und 2019 folgten weitere Fassungen mit sinkenden Schätzern [s306, s228]. 2018 stellte eine Metaanalyse nährstoffbezogene Mittelwertdifferenzen zusammen [s246]; ebenfalls 2018 erschien die Studie zu Vitamin D und Calcium bei 330 Männern [s233]. 2019 schlug eine Gruppe um Agarwal das MOSI-Konzept vor und hielt zugleich fest, die gängigen Behandlungsprotokolle seien „not evidence-based“ [s213]. 2020 erschienen die beiden großen placebokontrollierten Studien FAZST und MOXI [s204, s205].

Das Tempo hat zugenommen: Aus den Jahren 2020 bis 2026 stammen 211 der 428 Quellen, aus dem gesamten Jahrzehnt 2010 bis 2019 dagegen 135; das spiegelt auch wider, dass die Recherche aktuelle Literatur bevorzugt erfasst. 2021 erschien die sechste Auflage des WHO-Handbuchs; 2022 die vierte Cochrane-Fassung (OR 1,43) [s111] und eine Netzwerk-Metaanalyse [s138]; 2023 eine Metaanalyse mit 45 randomisierten Studien und 4.332 Männern, die höhere Schwangerschaftsraten, aber keinen Effekt auf Lebendgeburt berichtet [s69]; 2024 die Aktualisierung der AUA/ASRM-Leitlinie [s47] und die Metaanalyse zu Myo-Inositol [s52]; 2025 die Auswertung der 50 randomisierten Studien [s28], die Aktualisierung der EAU-Leitlinie [s29] und die Übersichten zum Übergang von empirischer zu mechanismusgeleiteter Therapie [s30, s32]; 2026 der Delphi-Konsens des Global Andrology Forum [s01], die Metaanalyse mit 41 randomisierten Studien [s10], die Auswertung von 101 Publikationen [s14] und die Metaanalyse zu Astaxanthin [s03].

Die Entwicklung lässt sich in drei Phasen lesen. In der ersten Phase, bis etwa 2005, stehen Einzelbeobachtungen, kleine Studien und die Forderung nach kontrollierten Studien. In der zweiten Phase, etwa von 2010 bis 2019, überwiegen Zusammenfassungen: Die Metaanalysen werden zahlreicher, ihre Schätzer sinken mit besserer Qualitätskontrolle. In der dritten Phase, seit 2020, stehen große placebokontrollierte Studien mit Geburtsendpunkt (FAZST, MOXI) neben dem Ruf nach „Präzisionsmedizin“, also nach Behandlung nur bei nachgewiesenem oxidativem Stress [s32, s01]. Ob diese dritte Phase die offene Frage klärt, ist nicht abzusehen; die Studien dieser Phase sind für einzelne Stoffe wie Myo-Inositol, Melatonin oder Glutathion bisher nicht vorhanden.

## Studienlage: Metaanalysen und Übersichten

### Lesehinweise und Abgrenzung

Dieser Abschnitt stellt die systematischen Übersichten, Metaanalysen, Netzwerk-Metaanalysen und narrativen Übersichtsartikel vor, die in der Recherche zu Myo-Inositol, Astaxanthin, N-Acetylcystein (NAC), Melatonin, Glutathion, Magnesium, Vitamin B12 und weiteren Antioxidantien gefunden wurden. Die Arbeiten werden einzeln beschrieben. Alle Angaben stammen aus den Abstracts beziehungsweise aus den Recherchebefunden, die ihrerseits auf Abstracts beruhen; Volltexte wurden nicht ausgewertet. Aussagen über Verzerrungsrisiko, Verblindung oder Interessenkonflikte gelten daher nur, soweit der Abstract sie nennt. Wo ein Abstract kein Konfidenzintervall oder keine Heterogenitätsangabe (I²) enthält, steht das ausdrücklich dabei oder die Angabe fehlt, weil sie nicht vorliegt. Länder werden nur genannt, wenn Abstract oder Recherchebefund (Erstautor-Affiliation) sie nennen; fehlt eine Länderangabe, liegt keine vor. Originaltitel stehen im Original; bei Titeln, die ursprünglich weder englisch noch deutsch sind, steht die englische Übersetzung des Indexeintrags (von PubMed erzeugt, nicht der Originalwortlaut) in eckigen Klammern, gefolgt von der deutschen Übersetzung. Leitlinien und Konsensdokumente (EAU, AUA/ASRM, Delphi-Leitlinie des Global Andrology Forum) sind nicht Gegenstand dieses Abschnitts. Alle Aussagen von Autoren, etwa „die Autoren befürworten“, sind Aussagen der jeweiligen Autoren; diese Studie gibt keine Therapieempfehlung.

Ein Wort zur Lesart der Effektmaße: Metaanalysen zu Spermienparametern poolen Mittelwertdifferenzen (MD, WMD) in den jeweiligen Einheiten oder standardisierte Mittelwertdifferenzen (SMD). Eine SMD von 1,0 bedeutet eine Verschiebung um eine Standardabweichung; bei Spermienparametern, die zwischen Männern stark streuen, ist das ein sehr großer Effekt, und Werte dieser Größe werden unten an den betreffenden Stellen eingeordnet. Odds Ratios (OR) und Risikoverhältnisse (RR) beziehen sich auf Schwangerschaft oder Lebendgeburt.

### Die vier Fassungen des Cochrane-Reviews „Antioxidants for male subfertility“

Der Cochrane-Review ist die am häufigsten zitierte Evidenzsynthese zum Thema. Er existiert in vier Fassungen mit gleichem Titel [s329, s306, s228, s111]. Die Fassungen sind keine unabhängigen Replikationen, sondern Fortschreibungen derselben Fragestellung mit jeweils erweiterter Studienbasis.

**Showell et al. 2011 [s329].** „Antioxidants for male subfertility“. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCT), in denen männliche Partner von Paaren, die eine assistierte Reproduktion (ART) durchliefen, ein Antioxidans (einzeln oder kombiniert, beliebige Dosis) gegen Placebo, keine Behandlung oder ein anderes Antioxidans erhielten. Die Suche reichte bis Februar 2010 (Register der Cochrane-Gruppe für Menstruationsstörungen und Subfertilität, CENTRAL, MEDLINE, EMBASE, CINAHL, PsycINFO, AMED, Studienregister, Expertenanfragen). Ausgewertet wurden 34 Studien mit 2.876 Paaren. Lebendgeburt: Drei Studien berichteten sie; die gepoolte OR betrug 4,85 (95-%-Konfidenzintervall 1,92 bis 12,24; P = 0,0008; I² = 0 %), gestützt auf nur 20 Lebendgeburten bei 214 Paaren. Schwangerschaft: 15 Studien mit 964 Paaren und 96 Schwangerschaften, OR 4,18 (2,65 bis 6,59; P < 0,00001; I² = 0 %). Schädliche Nebenwirkungen berichtete keine Studie. Die Autoren schlossen, die Evidenz lege nahe, dass Antioxidantiengabe bei subfertilen Männern in ART-Zyklen Lebendgeburt und Schwangerschaftsrate verbessern könne, und verlangten Kopf-an-Kopf-Vergleiche. Stärke: breite Suche, doppelte Studienauswahl. Schwächen: Die Aussage zur Lebendgeburt beruht auf drei Studien und 20 Ereignissen; eine Heterogenität von 0 % bei so wenigen Ereignissen ist wenig aussagekräftig; eine Bewertung der Evidenzsicherheit nach GRADE nennt der Abstract für diese Fassung nicht.

**Showell et al. 2014 [s306].** „Antioxidants for male subfertility“. Diese Aktualisierung (Suche bis Januar 2014, Nachsuche im August 2014) weitete die Fragestellung auf subfertile Männer in Paaren mit Kinderwunsch allgemein aus und nahm Pentoxifyllin, ein Arzneimittel mit antioxidativer Wirkung, auf. Eingeschlossen wurden 48 RCT mit 4.179 Männern im Alter von 20 bis 52 Jahren; die Studiendauer lag zwischen 3 und 26 Wochen, die Nachbeobachtung zwischen 3 Wochen und 2 Jahren. Die meisten Männer hatten niedrige Gesamtmotilität und Konzentration. Eine Studie schloss Männer nach Varikozelenoperation ein, eine Männer mit Varikozele, eine Männer mit chronischer Prostatitis; drei Studien betrafen Männer aus Paaren unter IVF oder ICSI, eine Männer aus Paaren unter intrauteriner Insemination. Von 15 Studien mit Finanzierungsangabe nannten vier eine kommerzielle Quelle, elf Hochschul- oder andere nichtkommerzielle Mittel; bei 33 Studien fehlte die Angabe. Lebendgeburt: OR 4,21 (2,08 bis 8,51; P < 0,0001; 4 RCT, 277 Männer; I² = 0 %; 44 Lebendgeburten; Evidenz „low“). Klinische Schwangerschaft: OR 3,43 (1,92 bis 6,11; P < 0,0001; 7 RCT, 522 Männer; I² = 0 %; „low“). Fehlgeburt: OR 1,74 (0,40 bis 7,60; P = 0,46; 3 RCT, 247 Männer; I² = 0 %; „very low“). Magen-Darm-Beschwerden: OR 1,60 (0,47 bis 5,50; P = 0,46; 6 RCT, 429 Männer; I² = 0 %). Für eine angenommene Lebendgeburtenrate von 5 % unter Placebo schätzten die Autoren 10 % bis 31 % unter Antioxidantien, für eine klinische Schwangerschaftsrate von 6 % unter Placebo 11 % bis 28 %. Als zentrale Einschränkung benennen sie, dass sie faktisch zwei Gruppen von Studien zusammenführten: solche, die Lebendgeburt und Schwangerschaft berichteten, und solche, deren Hauptzielgröße Spermienparameter waren und die diese Endpunkte nicht berichten wollten; von 25 Studien zu Spermienparametern berichteten nur drei auch Lebendgeburt oder Schwangerschaft. Dazu kommen schlechte Berichtsqualität, Impräzision, kleine Stichproben und fehlende Erfassung unerwünschter Wirkungen. Vergleiche von Antioxidans gegen Antioxidans erlaubten keine Schlüsse, weil zu wenige Studien dieselben Wirkstoffe verglichen.

**Smits et al. 2019 [s228].** „Antioxidants for male subfertility“. Suche bis 1. Februar 2018. Eingeschlossen wurden 61 Studien mit 6.264 subfertilen Männern (18 bis 65 Jahre) aus Paaren in Kinderwunschkliniken; verglichen wurden 18 verschiedene Antioxidantien. Ausgeschlossen waren Studien, die Antioxidantien nur mit Fertilitätsarzneimitteln verglichen, sowie Studien an fertilen Männern, die wegen der Partnerin in der Klinik waren; der Abstract hebt hervor, dass die Übersicht Normozoospermie nicht untersucht. Von den 44 Studien in der Metaanalyse berichteten nur 12 Lebendgeburt oder klinische Schwangerschaft. Lebendgeburt: OR 1,79 (1,20 bis 2,67; P = 0,005; 7 RCT, 750 Männer; I² = 40 %; 124 Lebendgeburten; „low-quality“). Für eine Ausgangswahrscheinlichkeit von 12 % unter Placebo ergibt das 14 % bis 26 %. Nach Ausschluss der Studien mit hohem Verzerrungsrisiko verschwand der Effekt: Peto-OR 1,38 (0,89 bis 2,16; P = 0,15; 5 RCT, 540 Männer; I² = 0 %). Klinische Schwangerschaft: OR 2,97 (1,91 bis 4,63; 11 RCT, 786 Paare; I² = 0 %; 105 Schwangerschaften; „low“); bei einer Ausgangsrate von 7 % ergibt das 12 % bis 26 %. Fehlgeburt: OR 1,74 (0,40 bis 7,60; P = 0,46; 3 RCT, 247 Männer). Leichte Magen-Darm-Beschwerden: OR 2,51 (1,25 bis 5,03; P = 0,010; 11 RCT, 948 Männer; I² = 50 %; nur 35 Ereignisse; „very low“). Die Autoren schlossen, die Evidenz sei wegen schlecht berichteter Randomisierung, fehlender Berichte zu klinischen Endpunkten, unklarer oder hoher Ausfallraten und kleiner Ereigniszahlen unschlüssig, und forderten große placebokontrollierte Studien mit Schwangerschafts- und Lebendgeburtendaten.

**de Ligny et al. 2022 [s111].** „Antioxidants for male subfertility“. Die jüngste Fassung (Suche bis 15. Februar 2021) schloss 90 Studien mit 10.303 subfertilen Männern ein und verglich 20 verschiedene orale Antioxidantien; ausgeschlossen waren zusätzlich Männer mit idiopathischer Infertilität bei normalen Spermienparametern. Von 67 Studien in der Metaanalyse berichteten nur 20 klinische Schwangerschaft und davon 12 Lebendgeburt. Lebendgeburt: OR 1,43 (1,07 bis 1,91; P = 0,02; 12 RCT, 1.283 Männer; I² = 44 %; 246 Lebendgeburten; Sicherheit der Evidenz „very low“). Für eine Ausgangswahrscheinlichkeit von 16 % ergibt das 17 % bis 27 %. Ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko: Peto-OR 1,22 (0,85 bis 1,75; P = 0,27; 8 RCT, 827 Männer; I² = 32 %), also kein Nachweis einer Erhöhung. Klinische Schwangerschaft: OR 1,89 (1,45 bis 2,47; P < 0,00001; 20 RCT, 1.706 Männer; I² = 3 %; 327 Schwangerschaften; „low“); bei 15 % Ausgangsrate 20 % bis 30 %. Fehlgeburt: OR 1,46 (0,75 bis 2,83; P = 0,27; 6 RCT, 664 Männer; I² = 35 %). Magen-Darm-Beschwerden: OR 2,70 (1,46 bis 4,99; P = 0,002; 16 RCT, 1.355 Männer; I² = 40 %; 46 Ereignisse; „low“). Die Autoren halten fest, die Evidenz sei wegen schwerwiegenden Verzerrungsrisikos (schlecht berichtete Randomisierung, fehlende Berichte zu Schwangerschaft und Lebendgeburt, unklare oder hohe Ausfälle) und Impräzision (wenige Ereignisse, kleine Stichproben) unschlüssig, und verlangen große placebokontrollierte Studien an infertilen Männern.

**Einordnung der vier Fassungen.** Die Lebendgeburten-OR sinkt von Fassung zu Fassung (4,85; 4,21; 1,79; 1,43), während die Zahl der Studien, die Lebendgeburt berichteten, von drei über vier und sieben auf zwölf stieg und die zugrunde liegenden Ereignisse von 20 über 44 und 124 auf 246 wuchsen. Dieses Muster ist mit einer Überschätzung in kleinen frühen Studien vereinbar; die Abstracts selbst belegen diese Deutung nicht. In den beiden jüngeren Fassungen verschwindet der Effekt auf die Lebendgeburt, wenn Studien mit hohem Verzerrungsrisiko herausgenommen werden (Peto-OR 1,38 und 1,22, beide mit Konfidenzintervallen, die die 1 einschließen). Die klinische Schwangerschaft bleibt in allen Fassungen erhöht, aber mit schrumpfender OR (4,18; 3,43; 2,97; 1,89). Magen-Darm-Beschwerden sind in den beiden jüngeren Fassungen signifikant häufiger (OR 2,51 und 2,70).

**Jensen, Skakkebæk, Jørgensen et al. 2011, dänischsprachiger Kommentar zum Cochrane-Review [s326].** „[Antioxidants and male subfertility--a survey of a Cochrane review]“ (deutsch: Antioxidantien und männliche Subfertilität: eine Übersicht zu einem Cochrane-Review). Der Beitrag erschien in Ugeskrift for laeger. Er widerspricht der Schlussfolgerung der Cochrane-Autoren zu Lebendgeburt und Schwangerschaft: Publikationsverzerrung sei nicht auszuschließen, die meisten Studien seien darauf angelegt gewesen, die Wirkung auf die Samenqualität zu prüfen, und aus den vielen Kombinationen und Dosierungen lasse sich keine Aussage zu Art und Dosis der Antioxidantien ableiten. Künftig seien große randomisierte placebokontrollierte Studien nötig. Der Kommentar enthält keine eigenen Daten. Zwei seiner Kritikpunkte (Zielgröße Samenqualität, gemischte Prüfsubstanzen) benennen auch die Cochrane-Autoren der Fassung von 2014 selbst als Einschränkung.

### Übersichten und Metaanalysen zu Antioxidantien allgemein

**Ross et al. 2010 [s343].** „A systematic review of the effect of oral antioxidants on male infertility“. Systematische Übersicht randomisierter Studien zu oralen Antioxidantien (Vitamin C und E, Zink, Selen, Folat, Carnitin, Carotinoide) bei infertilen Männern; durchsucht wurden MEDLINE, EMBASE, Cochrane Library und CINAHL bis Mai 2009, Studienauswahl, Qualitätsbewertung und Datenextraktion erfolgten unabhängig und doppelt. Gefunden wurden 17 RCT mit zusammen 1.665 Männern, die sich in Population, Wirkstoff, Dosis und Dauer unterschieden. Nur 11 von 17 Studien (zwei Drittel) berichteten eine Zuteilungsverdeckung, nur drei (18 %) eine Intention-to-treat-Auswertung. Trotz methodischer und klinischer Heterogenität zeigten 14 der 17 Studien (82 %) eine Verbesserung von Spermienqualität oder Schwangerschaftsrate; von zehn Studien zur Schwangerschaftsrate zeigten sechs eine signifikante Verbesserung. Die Autoren schlossen, orale Antioxidantien könnten Spermienqualität und Schwangerschaftsraten verbessern, und forderten ausreichend große Studien zu Einzelstoffen und Kombinationen. Einordnung: Die Arbeit zählt Studien („Vote-Counting“), ohne Effektgrößen zu poolen; der Anteil positiver Studien von 82 % lässt sich nicht als Effektstärke lesen und ist ohne Prüfung auf Publikationsverzerrung schwer zu deuten. Spätere gepoolte Auswertungen [s228, s111] fanden deutlich kleinere Effekte.

**Salas-Huetos et al. 2018 [s246].** „The Effect of Nutrients and Dietary Supplements on Sperm Quality Parameters: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Clinical Trials“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse von RCT zu Nährstoffen, Nahrungsergänzungen oder Lebensmitteln und Spermienqualität; durchsucht wurde nur die Datenbank MEDLINE-PubMed, das Protokoll ist bei PROSPERO registriert (CRD42017058380). 28 Artikel gingen in die qualitative, 15 in die quantitative Auswertung ein. Mittlere Differenzen der Spermienkonzentration (in 10⁶/ml, 95-%-KI): Selen 3,91 (3,08 bis 4,73), Zink 1,48 (0,69 bis 2,27), Omega-3-Fettsäuren 10,98 (10,25 bis 11,72), Coenzym Q10 5,93 (5,36 bis 6,51). Spermienzahl (10⁶): Omega-3 18,70 (16,89 bis 20,51), CoQ10 10,15 (8,34 bis 11,97). Gesamtmotilität (%): Selen 3,30 (2,95 bis 3,65), Zink 7,03 (6,03 bis 8,03), Omega-3 7,55 (7,09 bis 8,01), CoQ10 5,30 (4,98 bis 5,62), Carnitine 7,84 (6,54 bis 9,13); progressive Motilität nur unter Carnitinen erhöht (7,45 %; 6,24 bis 8,67). Normalmorphologie (%): Selen 1,87 (1,50 bis 2,24), Omega-3 0,91 (0,69 bis 1,13), CoQ10 1,06 (0,72 bis 1,41), Carnitine 4,91 (3,68 bis 6,15). Die Autoren mahnen, die Ergebnisse wegen der begrenzten Stichprobengröße und der erheblichen Heterogenität zwischen den Studien („considerable observed interstudy heterogeneity“) vorsichtig zu lesen. Einordnung: Die Konfidenzintervalle sind für eine Auswertung mit erheblicher Heterogenität auffällig schmal; I²-Werte nennt der Abstract nicht. Die Suche in nur einer Datenbank begrenzt die Vollständigkeit. Die Zahlen sind in Abbildungen der Gesamtstudie dargestellt.

**Su et al. 2022 [s138].** „Effect of Antioxidants on Sperm Quality Parameters in Subfertile Men: A Systematic Review and Network Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials“. Bayessche Netzwerk-Metaanalyse mit Zufallseffekten (PubMed, Embase, Cochrane Library bis 31. Januar 2021): 18 RCT mit 1.790 subfertilen Männern, acht Antioxidantien (Folsäure, Zink, Vitamin E, Carnitin, Selen, Coenzym Q10, NAC, Vitamin C) und Placebo. Konzentration: CoQ10 MD 5,95 (0,05 bis 10,79), im Ranking vorn (SUCRA 79,4 %). Motilität: Carnitin MD 12,43 (4,07 bis 20,26; SUCRA 88,7 %), CoQ10 MD 7,33 (0,35 bis 14,17). Morphologie: Vitamin C mit dem höchsten Rang (SUCRA 93,6 %), aber ohne signifikanten Effekt (MD 7,73; −0,94 bis 16,33). Die Autoren schließen, CoQ10 und Carnitin seien für Konzentration beziehungsweise Motilität am wirksamsten. Einordnung: Die unteren Intervallgrenzen liegen nahe null (0,05; 0,35); SUCRA-Rangplätze überzeichnen kleine Unterschiede, und das Vitamin-C-Beispiel zeigt, dass ein Spitzenrang ohne signifikanten Effekt möglich ist. Fortpflanzungsendpunkte wurden nicht ausgewertet. Die Arbeit stammt von einer chinesischen Gruppe.

**Li et al. 2022 [s126].** „The Effect of Antioxidants on Sperm Quality Parameters and Pregnancy Rates for Idiopathic Male Infertility: A Network Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials“. Netzwerk-Metaanalyse (PubMed, Embase, Web of Science, Cochrane Library) von 23 RCT mit 1.917 Männern mit idiopathischer Infertilität und zehn Antioxidantienarten; Zielgrößen waren Motilität, Konzentration, Morphologie und Schwangerschaftsrate (WMD beziehungsweise OR mit 95-%-KI). L-Carnitin, L-Carnitin plus L-Acetylcarnitin, CoQ10, Omega-3 und Selen wirkten gegenüber Placebo auf Spermienparameter. L-Carnitin lag bei Motilität (WMD 6,52 %; 2,55 bis 10,05) und Morphologie (4,96 %; 0,20 bis 9,73) vorn, Omega-3 bei der Konzentration (9,89 × 10⁶/ml; 7,01 bis 12,77). Auf die Schwangerschaftsrate hatte kein Stoff einen signifikanten Effekt. Einordnung: Die Arbeit unterscheidet sich von [s138] durch die Aufnahme von Omega-3 und beschränkt sich auf idiopathische Infertilität; der Abstract nennt keine Studienzahl je Wirkstoff, und die Intervallgrenze 0,20 bei der Morphologie liegt nahe null. Chinesische Autoren.

**Agarwal et al. 2023 [s69].** „Impact of Antioxidant Therapy on Natural Pregnancy Outcomes and Semen Parameters in Infertile Men: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse, nach PRISMA, durchsucht wurden Scopus, PubMed, Ovid, Embase und Cochrane; von 1.307 geprüften Abstracts gingen 45 RCT mit 4.332 infertilen Männern ein. Primäre Zielgrößen: spontane klinische Schwangerschaft, Lebendgeburt, Fehlgeburt; sekundär: konventionelle Spermienparameter, DNA-Fragmentation (SDF) und oxidativer Stress im Samen. Die Schwangerschaftsrate war unter Antioxidantien signifikant höher als unter Placebo oder ohne Behandlung, ohne signifikante Heterogenität. Kein Effekt auf Lebendgeburt oder Fehlgeburt (vier Studien) und auf die DNA-Fragmentation (drei Studien). Konzentration, progressive und Gesamtmotilität und Normalmorphologie waren höher; die totale antioxidative Kapazität im Samen war höher, Malondialdehyd niedriger; die Ergebnisse änderten sich nicht, wenn Studien nach Varikozelenoperation ausgeschlossen wurden. Die Autoren sehen darin eine Anhebung der Evidenz zugunsten einer Empfehlung für Antioxidantien, räumen aber ein, dass zu Lebendgeburt, Fehlgeburt und Fragmentation sehr wenige RCT vorliegen. Einordnung: Der Abstract nennt keine Effektgrößen und keine Konfidenzintervalle; die Aussage „höhere Schwangerschaftsrate ohne Lebendgeburtseffekt“ ist ein bekanntes Muster (vergleiche [s228, s111]). Die Autorengruppe hat auch an anderen Übersichten und Leitlinienvorschlägen zu Antioxidantien mitgearbeitet [s147, s242]; das ist bei der Gewichtung zu beachten, ohne dass der Abstract einen Interessenkonflikt ausweist.

**Sharma et al. 2022 [s136].** „Systematic Review and Meta-analysis on Effect of Carnitine, Coenzyme Q10 and Selenium on Pregnancy and Semen Parameters in Couples With Idiopathic Male Infertility“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (PubMed, Scopus, EMBASE, Web of Science, PRISMA, PROSPERO CRD42020210284) randomisierter Studien zu Selen, Carnitin oder Coenzym Q10, allein oder kombiniert, gegen Placebo bei Paaren mit männlicher idiopathischer Infertilität. Von 3.304 geprüften Arbeiten gingen 20 ein. Die Schwangerschaftsrate unterschied sich nicht signifikant: 69/426 (16,2 %) unter Behandlung gegen 45/401 (11,2 %) unter Placebo (P = 0,05). Motilität MD 5,05 (95-%-KI 2,77 bis 7,34; P < 0,0001), progressive Motilität MD 5,72 (2,77 bis 8,66; P = 0,0001) und Konzentration MD 6,58 (3,22 bis 9,93; P = 0,0001); auffällig ist die identische untere Intervallgrenze (2,77) bei zwei verschiedenen Zielgrößen. Die Autoren schließen, die Unterschiede seien klein und die Studienqualität schlecht, was die Evidenz begrenze. Einordnung: Die Autoren sind an indischen Einrichtungen tätig (Chandigarh, Neu-Delhi). Der Befund „kleine Unterschiede, aber kein Schwangerschaftseffekt“ passt zu den jüngeren Cochrane-Fassungen [s111] und zu [s28]; die Zahl der Studien je Zielgröße nennt der Abstract nicht.

**Michaelsen et al. 2025 [s28].** „The Effect of Dietary Supplements on Male Infertility in Terms of Pregnancy, Live Birth, and Sperm Parameters: A Systematic Review and Meta-Analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (PubMed, Embase, CENTRAL bis Mai 2024), eingeschlossen waren RCT mit Behandlungsdauer von mindestens 12 Wochen gegen Placebo. Primäre Zielgrößen Schwangerschaft und Lebendgeburt, sekundär Konzentration, Spermienzahl, Gesamt- und progressive Motilität, Normalmorphologie und DNA-Fragmentationsindex. Verzerrungsrisiko nach RoB 2, Zufallseffektmodelle (Restricted Maximum Likelihood), Sicherheit der Evidenz nach GRADE. Von 3.137 gefundenen Artikeln wurden 50 eingeschlossen. Kein Effekt auf Schwangerschaft und Lebendgeburt. Einzelne Parameter verbesserten Zink, Folsäure und Präparate mit mindestens drei Substanzen (Konzentration), Selen, Carnitin und Coenzym Q10 (Motilität) sowie alpha-Liponsäure (Normalmorphologie); Vitamin D, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren verbesserten keinen Parameter. Die Mehrzahl der Studien hatte nach RoB 2 „some concerns“ oder hohes Verzerrungsrisiko, die Sicherheit der Evidenz war überwiegend niedrig oder sehr niedrig. Die Autoren schließen: „no convincing evidence of an effect of any dietary supplements on male infertility“. Einordnung: Die Arbeit ist die jüngste und methodisch strengste Synthese mit Placebovergleich und GRADE; sie schloss Studien unter zwölf Wochen Behandlungsdauer aus und nahm nur Placebovergleiche auf; ob das die Abweichung von den früheren Metaanalysen erklärt, sagt der Abstract nicht. Effektgrößen nennt der Abstract nicht.

**Noegroho et al. 2022 [s131].** „Antioxidant Supplementation on Sperm DNA Fragmentation and Sperm Parameters: A Systematic Review and Meta-Analysis“. Systematische Übersicht zur Wirkung von Antioxidantiengabe auf die DNA-Fragmentation der Spermien (PubMed und ScienceDirect, zwei Prüfer). Neun Artikel wurden eingeschlossen: Vier zeigten eine statistisch signifikante, fünf eine nicht signifikante Abnahme der Fragmentation; Konzentration, Motilität und Morphologie stiegen; Schwangerschaftsraten berichteten drei Studien (in zwei erhöht, in einer wie unter Placebo). Die Autoren schließen, Antioxidantien wirkten dem oxidativen Stress entgegen und senkten den Fragmentationsindex. Einordnung: Trotz des Titelbestandteils „Meta-Analysis“ nennt der Abstract keine gepoolten Zahlen; die Schlussfolgerung geht über die Ergebnisse hinaus, denn in fünf von neun Studien war die Abnahme nicht signifikant.

**Majzoub und Agarwal 2018 [s242].** „Systematic review of antioxidant types and doses in male infertility: Benefits on semen parameters, advanced sperm function, assisted reproduction and live-birth rate“. Systematische Übersicht nach modifiziertem PRISMA (PubMed, Medline, Cochrane; Autoren aus Katar), nichtquantitativ. Es wurden Wirkstoffarten, Dosen, Wirkmechanismen und berichtete Zielgrößen tabellarisch zusammengestellt. 26 Studien berichteten einen signifikant positiven Effekt auf Basisparameter, erweiterte Spermienfunktion, Ergebnisse der assistierten Reproduktion und Lebendgeburtenrate; am häufigsten waren Vitamin E, Vitamin C, Carnitine, NAC, Coenzym Q10, Zink, Selen, Folsäure und Lycopin. Die Autoren schließen, Antioxidantien hätten allgemein eine günstige Wirkung, und verlangen Studien zum optimalen Schema. Einordnung: Der Abstract nennt nur die 26 Studien mit positivem Effekt, nicht die Zahl aller geprüften Studien und nicht eine Prüfung auf Publikationsverzerrung; die Arbeit sagt deshalb nichts über den Anteil negativer Studien.

**Xu et al. 2026 [s14].** „The global evaluation of the effects of antioxidants on seminal outcomes in infertile men: a systematic review and meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (Scopus, PubMed, Medline, Embase, Web of Science bis September 2025, PRISMA). Von 11.749 Treffern wurden 101 Arbeiten mit zusammen 11.889 infertilen Männern eingeschlossen. Konzentration, Normalmorphologie, progressive und Gesamtmotilität waren in den Behandlungsgruppen höher; gepoolte SMD 2,33 (1,73 bis 2,94) für die Konzentration und 1,62 (1,20 bis 2,04) für die Gesamtmotilität. Behandlungen über mehr als sechs Monate wirkten stärker als solche unter drei Monaten. Die Autoren lehnen eine definitive Empfehlung ab. Einordnung: SMD-Werte über 2 sind für Supplementstudien ungewöhnlich groß und sind erklärungsbedürftig; der Abstract sagt weder, ob nur RCT eingeschlossen wurden, noch nennt er I² oder eine Prüfung auf Publikationsverzerrung. Die Arbeit stammt von einer chinesischen Gruppe und ist die größte Synthese nach Teilnehmerzahl.

**Melhem et al. 2026 [s10].** „Pharmacologic and Nutritional Therapies in Idiopathic Male Infertility: A Systematic Review and Meta-Analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse aus Jordanien (PubMed, Embase, Scopus, Cochrane CENTRAL, ClinicalTrials.gov, Google Scholar; Januar 2010 bis Januar 2026; PROSPERO CRD420261289976). Eingeschlossen waren RCT zu pharmakologischen oder ernährungsbezogenen Behandlungen gegen Placebo oder keine Behandlung bei Männern mit idiopathischer Infertilität: 41 RCT mit 3.615 Männern. Auswertung nach Wirkmechanismus mit Dreiebenenmodellen mit zufälligen Effekten und Knapp-Hartung-Korrektur, Sicherheit der Evidenz nach GRADE. Antioxidantien waren mit höherer Konzentration (SMD 1,09; 0,10 bis 2,08), progressiver Motilität (SMD 1,11; 0,32 bis 1,90), Gesamtmotilität (SMD 0,69; 0,26 bis 1,13) und Normalmorphologie (SMD 0,43; 0,05 bis 0,82) verbunden; die Vorhersageintervalle schlossen für alle vier Endpunkte null ein. PDE-Hemmer: Konzentration SMD 1,96 (−2,25 bis 6,17), Morphologie SMD 1,28 (−0,47 bis 3,02); Methylgruppendonatoren senkten die DNA-Fragmentation (SMD −1,17; −2,82 bis 0,47); beide Intervalle schließen null ein. Heterogenität erheblich (I² über 80 %); Hormonpräparate und klinische Schwangerschaft wurden nur narrativ ausgewertet. Die Autoren stufen die Sicherheit der Evidenz als sehr niedrig ein und verlangen größere Studien mit Lebendgeburten. Stärken: breite Suche, Registrierung, GRADE, Vorhersageintervalle. Schwächen: Antioxidantien als Klasse zusammengefasst, einzelne Substanzen (Myo-Inositol, NAC, Astaxanthin) im Abstract nicht getrennt ausgewiesen; sehr hohe Heterogenität.

**Agarwal et al. 2021 [s147].** „Utility of Antioxidants in the Treatment of Male Infertility: Clinical Guidelines Based on a Systematic Review and Analysis of Evidence“. Systematische Übersicht mit Vorschlag klinischer Leitlinien (Scopus, händisch gesichtete Artikel). Von 1.978 Artikeln wurden 97 eingeschlossen; die Qualität wurde mit der Cambridge Quality Checklist, dem Cochrane-Instrument für RCT, den CONSORT-Kriterien und dem JADAD-Score bewertet, ergänzt durch eine SWOT-Analyse. Von den 97 Studien waren 52 (53,6 %) unkontrollierte offene Studien, 12 (12,4 %) unverblindete RCT und 33 (34,0 %) verblindete RCT; 44 (45,4 %) prüften Einzelwirkstoffe, 31 (32,0 %) Kombinationen in wechselnden Dosen und 22 (22,6 %) registrierte Antioxidantienpräparate. Die Autoren folgern, Antioxidantiengabe verbessere Spermienparameter, und leiten Indikationen für Varikozele, unklare und idiopathische Infertilität und veränderte Samenqualität ab. Einordnung: Mehr als die Hälfte der Grundlage besteht aus unkontrollierten Studien; die Arbeit ist ein Vorschlag von Autoren, die auf dem Feld auch eigene Beiträge veröffentlichen, und keine Leitlinie einer Fachgesellschaft.

**Ioannidou et al. 2022 [s121].** „Improvement in sperm quality by oral antioxidant supplementation in infertile men with varicocele who have not undergone surgical repair: Systematic review and meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse zu oralen Antioxidantien bei infertilen Männern mit Varikozele ohne operative Korrektur. Konzentration: WMD +5,86 × 10⁶/ml (95-%-KI 1,47 bis 10,24; P < 0,01; Zufallseffekte; 6 Studien, 213 Patienten); Gesamtmotilität +3,76 % (0,18 bis 7,34; P = 0,04; 3 Studien, 93 Patienten); progressive Motilität +6,38 % (3,04 bis 9,71; P < 0,01; 3 Studien, 84 Patienten); Ejakulatvolumen +0,55 ml (0,06 bis 1,04; P = 0,03; 4 Studien, 120 Patienten); Morphologie nicht signifikant (+3,89 %; −0,14 bis 7,92; P = 0,06; 5 Studien, 187 Patienten). Die Autoren sprechen von „limited evidence“. Einordnung: Sehr kleine Fallzahlen je Zielgröße, untere Intervallgrenzen nahe null (0,18; 0,06); unterschiedliche Wirkstoffe sind zusammengefasst.

**Wang et al. 2019 [s230].** „Efficacy of antioxidant therapy on sperm quality measurements after varicocelectomy: A systematic review and meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (MEDLINE, EMBASE, Cochrane Controlled Trials Register) zu Antioxidantien nach Varikozelenoperation gegen Placebo bei 3 oder 6 Monaten Behandlung; sechs RCT mit 576 Patienten, Autoren aus China. Drei Monate nach der Operation waren Konzentration (P < 0,0001), Motilität (P = 0,03), progressive Motilität (P < 0,00001) und Morphologie (P < 0,00001) in der Antioxidantiengruppe besser; nach sechs Monaten blieben die Verbesserungen bis auf Motilität (P = 0,72) und progressive Motilität (P = 0,57) bestehen. Schwangerschaftsrate: kein Unterschied (P = 0,36). FSH war in der Antioxidantiengruppe niedriger (drei Monate P = 0,02; sechs Monate P = 0,03). Der Abstract nennt weder Effektgrößen noch Konfidenzintervalle noch die Art der Antioxidantien. Einordnung: Operation und Antioxidantien sind konfundiert, weil alle Männer operiert wurden; der Befund betrifft einen Zusatznutzen nach einem Eingriff, der selbst die Samenqualität verändert.

**Wang et al. 2020 [s209].** „Vitamins combined with traditional Chinese medicine for male infertility: A systematic review and meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse zu traditioneller chinesischer Medizin (TCM) in Kombination mit Vitaminen; Datenbanken CNKI, Wanfang, VIP, CBM, MEDLINE, EMBASE, Cochrane Library; 14 RCT mit 1.488 Patienten. Verglichen mit Vitamin E oder Vitamin E plus C allein erhöhte die Kombination mit TCM Konzentration, Motilität, Vitalität, Akrosomenenzymaktivität und Schwangerschaftsrate und verkürzte die Verflüssigungszeit; drei Präparate (Shengjing-Kapsel, Huanshao-Kapsel, zusammengesetzte Xuanju-Kapsel) zeigten Besserungen bei Schwangerschaftsrate, Konzentration oder Motilität; ein Test auf Publikationsverzerrung fand keine bedeutsame Verzerrung. Zahlen nennt der Abstract nicht. Einordnung: Der Vergleichsarm war nicht Placebo, sondern Vitamin E oder E plus C, deren Wirkung selbst unsicher ist; die Arbeit sagt deshalb nichts über Antioxidantien gegen Placebo. Sie ist eine von drei Metaanalysen dieses Kapitels, die chinesische Datenbanken ausdrücklich durchsuchten.

**Marktanalysen zu Nahrungsergänzungsmitteln: Garolla et al. 2020 und 2021 [s185, s160].** „Dietary Supplements for Male Infertility: A Critical Evaluation of Their Composition“. Die Studie von 2020 bewertete 21 auf dem italienischen Markt angebotene Präparate nach der Literatur zu wirksamen Inhaltsstoffen und deren minimaler wirksamer Tagesdosis, mit einer selbst entwickelten Bewertungsformel (erwartete Wirksamkeit höher, niedriger, keine): 9,5 % der Präparate fielen in die höhere, 71,4 % in die niedrigere Klasse und 19,1 % in die Klasse ohne erwartete Wirksamkeit; Zink war mit 70 % der Produkte der häufigste Inhaltsstoff, gefolgt von Selen, Arginin, Coenzym Q und Folsäure. „Systematic Review and Critical Analysis on Dietary Supplements for Male Infertility: From a Blend of Ingredients to a Rationale Strategy“. Die Folgearbeit von 2021 ist eine systematische Übersicht randomisierter Studien mit Bewertung von 24 Präparaten: 3 (12,5 %) hohe, 9 (37,5 %) niedrige und 12 (50,0 %) keine erwartete Wirksamkeit; von 36 Inhaltsstoffen hatten 18 keine Literatur zur männlichen Fertilität und 18 einen positiven Effekt auf Spermienparameter; alle Präparate waren Mischungen aus 2 bis 17 Stoffen; 15 (65,2 %) enthielten mindestens einen Stoff ohne Wirksamkeitsbeleg, 21 Zubereitungen dosierten wirksame Stoffe unter der minimalen wirksamen Tagesdosis. Einordnung: Beide Arbeiten bewerten die Zusammensetzung nach Formel, nicht klinische Ergebnisse; sie sagen, wie sinnvoll Produkte nach der Literatur zusammengesetzt sind, nicht, ob sie wirken.

**Ko et al. 2014 [s304].** „Male infertility testing: reactive oxygen species and antioxidant capacity“. Systematische Übersicht (PubMed der letzten drei Jahrzehnte) zu Physiologie und Ursachen reaktiver Sauerstoffspezies (ROS), deren Messung und antioxidativer Therapie. Die Autoren halten fest, ROS seien für Reifung, Kapazitation und Spermien-Eizell-Interaktion physiologisch nötig; erst wenn die Produktion die antioxidative Pufferkapazität übersteige, entstehe oxidativer Stress. Die Messung von ROS und antioxidativer Kapazität könne prognostische Zusatzinformation liefern, ihre Rolle als Routinebestandteil sei aber nicht bestimmt; der Einfluss erhöhter ROS auf Befruchtungs- und Schwangerschaftsraten sei umstritten, auch wegen fehlender Einigkeit über geeignete Patienten und fehlender Standardisierung der Tests. Routinemäßiges ROS-Testen werde derzeit nicht empfohlen. Zahlen enthält der Abstract nicht.

### Metaanalysen zu einzelnen Wirkstoffen

#### L-Carnitin und Acetyl-L-Carnitin

**Zhou, Liu und Zhai 2007 [s369].** „Effect of L-carnitine and/or L-acetyl-carnitine in nutrition treatment for male infertility: a systematic review“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse einer Arbeitsgruppe des Peking University Third Hospital. Biomedizinische Datenbanken wurden nach klinischen Studien durchsucht; neun RCT wurden eingeschlossen und nach Randomisierung, Verblindung und Zuteilungsverdeckung bewertet. Verglichen mit Placebo stiegen die Schwangerschaftsrate (OR 4,10; 95-%-KI 2,08 bis 8,08; P < 0,0001), die Gesamtmotilität (gewichtete Mittelwertdifferenz, WMD, 7,43; 1,72 bis 13,14; P = 0,04) und die Vorwärtsmotilität (WMD 11,83; 0,49 bis 23,16; P = 0,04); der Anteil atypischer Spermien sank (WMD −5,72; −7,89 bis −3,56; P < 0,00001). Keine signifikante Änderung zeigten Konzentration (WMD 5,69; −4,47 bis 15,84; P = 0,27) und Ejakulatvolumen (WMD 0,28; −0,02 bis 0,58; P = 0,07). Die Autoren schließen, Carnitine könnten Schwangerschaftsrate und Spermienmotilität verbessern, die genaue Wirksamkeit müsse bestätigt werden. Einordnung: Untere Konfidenzgrenzen bei den Motilitäten liegen nahe null (1,72; 0,49), der Abstract nennt keine Heterogenität und keine Angaben zur Studienqualität im Ergebnis; es handelt sich um die älteste Metaanalyse zu Carnitinen im Fund.

**Zhang et al. 2020 [s211].** „The efficacy of combined l-carnitine and l-acetyl carnitine in men with idiopathic oligoasthenoteratozoospermia: A systematic review and meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (chinesische Autoren) zur Kombination aus L-Carnitin (LC) und L-Acetylcarnitin (LAC) bei idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie (iOAT): sieben RCT mit 693 Patienten, Vergleich gegen Placebo. Signifikant stiegen der Anteil vorwärts beweglicher Spermien (MD 6,98; 1,06 bis 12,90; P = 0,02), die Gesamtzahl motiler Spermien (MD 16,45; 8,10 bis 24,79; P = 0,0001), die Zahl vorwärts beweglicher Spermien (MD 13,01; 11,08 bis 14,94; P < 0,00001) und die Zahl der Schwangerschaften (OR 3,76; 1,66 bis 8,50; P = 0,002); die übrigen Parameter (Gesamtmotilität, Konzentration, Volumen, Anteil atypischer Formen) unterschieden sich nicht. Die Autoren halten die Kombination bei iOAT für wirksam. Einordnung: Das sehr schmale Intervall bei der Zahl vorwärts beweglicher Spermien (11,08 bis 14,94) bei sieben Studien ist für eine Metaanalyse unterschiedlicher Studien ungewöhnlich eng; I² nennt der Abstract nicht.

**Wei et al. 2021 [s176].** „A Meta-Analysis of the Efficacy of L-Carnitine/L-Acetyl-Carnitine or N-Acetyl-Cysteine in Men With Idiopathic Asthenozoospermia“. Metaanalyse (PubMed, EMBASE, Cochrane Library) von sieben Artikeln mit 621 Patienten mit idiopathischer Asthenozoospermie, chinesische Autoren. LC/LAC und NAC verbesserten gegenüber Placebo die Motilität (P = 0,03 beziehungsweise P < 0,0001) und die Normalmorphologie (P = 0,006 beziehungsweise P = 0,0002); NAC erhöhte zusätzlich Konzentration (P < 0,00001) und Ejakulatvolumen (P = 0,002), LC/LAC nicht. Bei den Serumhormonen (Testosteron, LH, FSH, Prolaktin) fand sich unter NAC kein Unterschied zu unbehandelten Kontrollen. Einordnung: Der Abstract nennt keine Effektgrößen und keine Konfidenzintervalle, nur P-Werte; die Aufteilung der sieben Artikel auf Carnitin und NAC geht aus ihm nicht hervor. Nach den Recherchebefunden stammt eine Metaanalyse zu NAC allein [s178] aus derselben Arbeitsgruppe.

**Ma et al. 2025 [s27].** „Meta-analysis of the efficacy and safety of L-carnitine and N-acetylcysteine monotherapy for male idiopathic infertility“. Metaanalyse (MEDLINE, EMBASE, Cochrane Controlled Trials Register, PROSPERO CRD42024552120) von sieben RCT zu Monotherapie mit L-Carnitin (vier Studien gegen Placebo) oder NAC (drei Studien gegen Placebo) bei idiopathischer männlicher Infertilität; chinesische Autoren, ein Zweitnachweis erschien in der spanischen Revista internacional de Andrología. LC erhöhte Konzentration (P < 0,001), Normalmorphologie (P = 0,03) und Motilität (P = 0,02); NAC verbesserte dieselben drei Parameter und erhöhte zusätzlich das Ejakulatvolumen (P = 0,002); LC erhöhte das Serumtestosteron (P < 0,001), aber keine anderen Hormone. Die Autoren schließen, beide Stoffe könnten Motilität, Konzentration und Morphologie verbessern. Einordnung: Auch hier nur P-Werte, keine Teilnehmerzahl, keine Effektgrößen; die Studienzahl entspricht der von [s176], eine große Überlappung der eingeschlossenen Studien liegt nahe, wird aber im Abstract nicht belegt.

**Niu et al. 2025 [s33].** „Effects of Carnitine and Coenzyme Q10 on Sperm Quality and Pregnancy Rates in Men with Unexplained Infertility: A Systematic Review and Network Meta-Analysis“. Systematische Übersicht mit Netzwerk-Metaanalyse (Cochrane Library, EMBASE, Web of Science, PubMed) zu oralem Carnitin und Coenzym Q10 bei Männern mit unerklärter Infertilität; 16 Studien. L-Carnitin, CoQ10 und L-Carnitin plus Acetyl-L-Carnitin verbesserten die Spermienqualität gegenüber Placebo. CoQ10 hatte den größten Effekt auf die Konzentration (SMD 2,98; 1,13 bis 7,87), L-Carnitin auf die progressive Motilität (SMD 4,19; 1,60 bis 10,95). Die Autoren sehen CoQ10 als wirksamste Maßnahme für die Konzentration und L-Carnitin für die Motilität und fordern große hochwertige Studien. Einordnung: SMD-Werte von 3 und 4 mit Intervallen bis 7,87 und 10,95 sind sehr unsicher und für Supplementstudien ungewöhnlich groß; Teilnehmerzahl und Heterogenität nennt der Abstract nicht.

#### N-Acetylcystein

**Zhou et al. 2021 [s178].** „The role of N-acetyl-cysteine (NAC) orally daily on the sperm parameters and serum hormones in idiopathic infertile men: A systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (PubMed, EMBASE, Cochrane-Register, Referenzlisten) von drei RCT mit 431 Männern mit idiopathischer Infertilität, Autoren vom Beijing TianTan Hospital. Täglich oral eingenommenes NAC erhöhte gegenüber Placebo die Konzentration (MD 3,80; P < 0,00001), das Ejakulatvolumen (MD 0,69; P = 0,002), die Motilität (MD 4,69; P < 0,0001) und die Normalmorphologie (MD 1,68; P = 0,0002); keine Unterschiede bei Testosteron (MD 1,35; P = 0,21), LH (MD 0,82; P = 0,40), FSH (MD −7,48; P = 0,29) und Prolaktin (MD −0,34; P = 0,32). Die Autoren schließen, NAC bringe eine größere Verbesserung der Spermienparameter, aber keinen signifikanten Einfluss auf Serumhormone, und fordern hochwertige RCT mit ausreichender Fallzahl. Einordnung: Nur drei Studien, keine Konfidenzintervalle und keine Angabe zu Heterogenität im Abstract; es ist die einzige Metaanalyse im Fund, die NAC allein untersucht, und sie liefert keine Daten zu Schwangerschaft oder Lebendgeburt.

#### Coenzym Q10

**Lafuente et al. 2013 [s312].** „Coenzyme Q10 and male infertility: a meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse zu oralem CoQ10: drei Studien, 149 Männer in der CoQ10-Gruppe und 147 unter Placebo. Keine Studie berichtete Lebendgeburten; die Schwangerschaftsrate stieg unter CoQ10 nicht. Zugenommen haben die CoQ10-Konzentration im Samenplasma (RR 49,55; 95-%-KI 46,44 bis 52,66; I² = 17 %), die Spermienkonzentration (RR 5,33; 4,18 bis 6,47; I² = 58 %) und die Motilität (RR 4,50; 3,92 bis 5,08; I² = 0 %). Die Autoren schließen, es gebe keinen Beleg für eine Erhöhung von Lebendgeburt oder Schwangerschaftsrate, aber eine globale Verbesserung der Spermienparameter. Einordnung: Der Abstract bezeichnet kontinuierliche Größen als „RR“; Werte von 49,55 oder 5,33 sind als Risikoverhältnisse im üblichen Sinn nicht plausibel, gemeint sind offenbar Mittelwertdifferenzen oder standardisierte Maße, was der Abstract nicht erklärt. Die Aussage zur Schwangerschaft beruht auf einer sehr kleinen Basis.

**Akhigbe et al. 2024 [s43].** „Does coenzyme Q10 improve semen quality and circulating testosterone level? a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (Cochrane, EMBASE, PubMed/MEDLINE, Scopus, Web of Science, PRISMA): von 2.144 Studien acht RCT mit 877 Männern (462 mit CoQ10, 415 unbehandelt oder Placebo). Die Autoren berichten höhere Gesamtspermienzahl (SMD −13,38; 95-%-KI −16,33 bis −10,43; P < 0,0001), höhere Gesamtmotilität (SMD −7,26; −10,15 bis −4,36; P < 0,00001), höhere progressive Motilität (SMD −6,386; −10,04 bis −2,73; P = 0,0006) und mehr normal geformte Spermien (SMD −1,96; −3,29 bis −0,62; P = 0,004) bei erheblicher Heterogenität zwischen den Studien; höheres Serumtestosteron (SMD −0,59; −0,79 bis −0,40; P < 0,00001) und Inhibin B (SMD −0,92; −1,47 bis −0,37; P = 0,001) bei keiner bedeutsamen Heterogenität in den Hormonstudien; niedrigeres LH (SMD 1,77; 1,26 bis 2,28; P < 0,00001) und FSH (SMD 1,60; 1,38 bis 1,81; P < 0,00001). Kein Effekt auf Ejakulatvolumen (SMD 0,12; −0,13 bis 0,37; P = 0,34) und Konzentration (SMD −6,69; −16,28 bis 2,90; P = 0,17). Einordnung: Die Vorzeichen stehen im Abstract so, obwohl die Autoren höhere Werte unter CoQ10 beschreiben; der Abstract erklärt das nicht. Effektgrößen bis −13 sind für Metaanalysen ungewöhnlich groß, und der Abstract erklärt die Größenordnung nicht; auffällig ist außerdem, dass die Konzentration unverändert, die Gesamtzahl aber um mehr als 13 Standardabweichungen erhöht sein soll. Die Autoren sehen eine günstige Wirkung und fordern große, gut geplante RCT. Das Autorenteam ist überwiegend in Nigeria tätig (mit Koautoren aus Deutschland, den USA, China und Brasilien); nach dem Interessenkonfliktvermerk ist ein Koautor Geschäftsführer eines Unternehmens (Acrolytics LLC), die übrigen Autoren erklären keine Interessenkonflikte.

**Bakri et al. 2025 [s19].** „Efficacy and Safety of Coenzyme Q10 in Idiopathic Male Infertility: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Trials“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (PubMed, Science Direct, Cochrane Library; RoB 2; Review Manager 5.4; PROSPERO CRD42024513515) zu CoQ10 bei idiopathischer männlicher Infertilität gegen Placebo oder andere Behandlung, mit dem Ziel, Dosis, Zubereitung und Dauer zu bestimmen. Neun Studien mit 781 Teilnehmern (430 Behandlung, 351 Kontrolle). Konzentration: MD 10,22 × 10⁶/ml (3,51 bis 16,93; P = 0,003); Ejakulatvolumen MD 0,17 ml (0,03 bis 0,31; P = 0,02); Gesamtmotilität MD 4,95 % (1,15 bis 8,75; P = 0,01); CoQ10 im Samenplasma MD 37,04 ng/ml (31,24 bis 42,84; P < 0,001); klinische Schwangerschaft (Odds Ratio) 6,02 (1,97 bis 18,41; P = 0,002); die Morphologie war bei Behandlungsdauer über drei Monate besser (Untergruppenanalyse, P < 0,05). Nebenwirkungen: keine in drei Studien, mild und vorübergehend in einer. Die Autoren schließen, CoQ10 verbessere Samenqualität, CoQ10-Spiegel im Samen und Schwangerschaftsraten, vor allem bei Einnahme über mehr als drei Monate, und sei allein oder mit anderen Antioxidantien allgemein sicher. Einordnung: Das Konfidenzintervall der Schwangerschafts-OR (1,97 bis 18,41) ist sehr weit; Heterogenität und Ereigniszahlen nennt der Abstract nicht. Die Arbeitsgruppe stammt von der Hasanuddin University in Makassar (Indonesien) und dem Global Andrology Forum; der letzte Autor ist Agarwal, der auch an anderen Antioxidantien-Übersichten beteiligt ist [s69, s147]; der Interessenkonfliktvermerk lautet „nothing to disclose“.

**Zhao et al. 2023, Protokoll [s105].** „Efficacy of coenzyme Q10 supplementation for male infertility with high sperm DNA fragmentation index: a protocol for a systematic review and meta-analysis“. Das Registerprotokoll (PROSPERO CRD42022293340) kündigt eine systematische Übersicht mit Metaanalyse zu CoQ10 bei Männern mit hohem Spermien-DNA-Fragmentationsindex an (PubMed, Embase, Cochrane Central, Web of Science, Suche bis 31. Dezember 2022, englischsprachige Arbeiten, zwei Prüfer, Prüfung von Verzerrung und Publikationsbias, Subgruppen- und Sensitivitätsanalysen). Ergebnisse liegen im abgerufenen Eintrag nicht vor. Es ist als Hinweis aufgeführt, dass die Frage, ob CoQ10 die DNA-Fragmentation senkt, bei Veröffentlichung des Protokolls als „kontrovers“ galt.

#### Vitamin E und Vitamin C

**Zhou et al. 2022 [s145].** „Effects of vitamin E and vitamin C on male infertility: a meta-analysis“. Metaanalyse von RCT (Cochrane Library, Embase, PubMed, CBMdisc, Web of Science bis Juni 2020) von der Jinan University: 11 Studien mit 832 Patienten, Evidenzqualität mäßig bis niedrig. Schwangerschaftsrate unter Vitamin E RR 1,86 (95-%-KI 1,02 bis 3,41). Vitamin E und C zusammen verbesserten gegenüber der Kontrolle progressive Motilität (SMD 0,38; 0,22 bis 0,55), Konzentration (SMD 0,21; 0,09 bis 0,34), Morphologie (SMD 0,32; 0,09 bis 0,55) und Gesamtzahl (SMD 0,28; 0,12 bis 0,43), ohne unerwünschte Wirkungen. Die Autoren schließen, Vitamin C und E könnten Schwangerschaftsrate der Partnerin und Spermienparameter verbessern. Einordnung: Die untere Grenze des Schwangerschafts-RR (1,02) liegt nahe 1; der Abstract nennt weder Heterogenität noch die Art der Vergleichsbehandlung im Einzelnen.

**Wang et al. 2022 [s140].** „Effect of vitamin E on Semen Quality Parameters: A Meta-Analysis of a Randomized Controlled Trial“. Metaanalyse von RCT (Stata 12; Suche von 1947 bis Mai 2021 ohne Sprachbeschränkung) der Tianjin Medical University: acht RCT mit 459 Patienten. Nach Vitamin-E-Gabe sank das Ejakulatvolumen (SMD −0,30; −0,55 bis −0,06; P = 0,015) und stieg die Gesamtspermienzahl (SMD 0,23; 0,02 bis 0,45; P = 0,035); keine signifikanten Unterschiede bei Konzentration (SMD 0,04; −0,21 bis 0,29; P = 0,769), Gesamtmotilität (SMD 0,20; −0,01 bis 0,42; P = 0,061) und Vorwärtsmotilität (SMD 0,29; −0,06 bis 0,65; P = 0,106). In der Untergruppe mit sechsmonatiger Behandlung stieg die Vorwärtsmotilität (SMD 0,80; 0,46 bis 1,14; P < 0,001). Die Autoren führen die Volumenabnahme möglicherweise auf unterschiedliche Karenzzeiten vor und nach der Messung zurück. Einordnung: Zwei Metaanalysen zu derselben Substanz mit nicht deckungsgleicher Bewertung ([s145] und diese): Die Ergebnisse hängen von Einschlusskriterien und Zielgrößen ab. Die Untergruppenaussage zur sechsmonatigen Behandlung ist explorativ.

#### Vitamin D

**Tania et al. 2023 [s100].** „Vitamin D supplementation for improving sperm parameters in infertile men: A systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse randomisierter Studien (ClinicalTrials.gov, IRCT.ir, Europe PMC, PubMed; RoB 2; Review Manager 5.4): fünf Studien mit 648 infertilen Männern. Vitamin-D-Gabe verbesserte gegenüber Placebo die Gesamtmotilität (MD 4,96; 95-%-KI 0,38 bis 9,54; P = 0,03; I² = 69 %), die progressive Motilität (MD 4,14; 0,25 bis 8,02; P = 0,04; I² = 89 %) und die Normalmorphologie (MD 0,44; 0,30 bis 0,57; P < 0,00001; I² = 0 %); Gesamtzahl (P = 0,15), Konzentration (P = 0,82) und Volumen (P = 0,83) unterschieden sich nicht. Die Autoren halten Vitamin-D-Gabe für erwägenswert („may be considered“). Einordnung: Die Heterogenität bei den Motilitäten ist erheblich, die unteren Intervallgrenzen nahe null; der Morphologiebefund (0,44 Prozentpunkte) ist klein, auch wenn er statistisch eindeutig ist.

**Jiao et al. 2025 [s24].** „Impact of Vitamin D3 Supplementation on Androgens and Semen Parameters in Infertile Men: A Systematic Review and Meta-Analysis Based on Prospective Randomised Controlled Trials“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (PubMed, Web of Science, Cochrane Library, Scopus, Embase) zu Vitamin D3 und Androgenen beziehungsweise Spermienparametern bei infertilen Männern, sechs RCT mit 945 Teilnehmern. Testosteron: SMD 0,07 (−0,11 bis 0,25), SHBG: SMD 0,42 (−0,38 bis 1,22), jeweils nicht signifikant; Gesamtspermienzahl: SMD 1,04 (0,11 bis 2,19); Anteil motiler Spermien: SMD 0,82 (0,00 bis 1,64). Die Autoren schließen, Vitamin D3 beeinflusse die Androgene nicht signifikant, könne aber Gesamtzahl und Anteil motiler Spermien verbessern. Einordnung: Die untere Grenze beim Motilitätsanteil liegt genau bei 0,00 und bei der Zahl bei 0,11; beide Aussagen sind damit grenzwertig. Die Arbeit stammt von einer chinesischen Gruppe; eine Überlappung der eingeschlossenen Studien mit [s100] ist denkbar, geht aber aus den Abstracts nicht hervor.

#### Folsäure, Zink und Folat

**Li et al. 2023 [s89].** „Effects of folic acid and folic acid plus zinc supplements on the sperm characteristics and pregnancy outcomes of infertile men: A systematic review and meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (PubMed, Cochrane Library, EMBASE bis 1. August 2022; RevMan 5.4) zu Folsäure und Folsäure plus Zink bei infertilen Männern: acht RCT mit 2.168 Patienten, Autoren aus Yulin, China. Folsäure steigerte gegenüber den Kontrollen die Motilität (MD 3,63; im Abstract angegebenes 95-%-KI −1,22 bis 6,05; P = 0,003), nicht aber Konzentration (MD 2,53; −1,68 bis 6,73; P = 0,24) und Morphologie (MD −0,02; −0,29 bis 0,24; P = 0,86). Folsäure plus Zink änderte weder Konzentration (MD 1,87; −1,39 bis 5,13; P = 0,26) noch Motilität (MD 1,67; −1,29 bis 4,63; P = 0,27) noch Morphologie (MD −0,05; −0,27 bis 0,18; P = 0,69). Schwangerschaften je übertragenem Embryo: 35,6 % unter Folsäure gegen 20,4 % unter Placebo (P = 0,082), nicht signifikant; Folsäure plus Zink ohne Wirkung auf Schwangerschaftsergebnisse. Die Autoren sehen für Folsäure allein ein Potenzial bei Motilität und IVF/ICSI-Ergebnissen. Einordnung: Der Abstract ist in sich widersprüchlich, denn das für die Motilität angegebene Konfidenzintervall (−1,22 bis 6,05) schließt null ein und passt weder zu MD 3,63 noch zu P = 0,003; das Schlusswort zugunsten von Folsäure stützt sich auf diese Angabe und auf einen nicht signifikanten Schwangerschaftsunterschied.

**Hoek et al. 2020 [s189].** „Paternal Folate Status and Sperm Quality, Pregnancy Outcomes, and Epigenetics: A Systematic Review and Meta-Analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse zum väterlichen Folatstatus und zu Spermienqualität, Schwangerschaftsergebnissen und Epigenetik; Suche bis Dezember 2017, 3.682 Artikel, 23 im Volltext geprüft. Vier von dreizehn Humanstudien und zwei von vier Tierstudien zeigten positive Zusammenhänge zwischen Folatkonzentrationen und Spermienparametern. Eine zusätzliche Metaanalyse von vier RCT bei subfertilen Männern fand nach 3 bis 6 Monaten mit 5 mg Folsäure täglich einen Anstieg der Konzentration um 3,54 (−1,40 bis 8,48), also nicht signifikant. Zwei von zwei Tier- und eine von drei Humanstudien zeigten Veränderungen der Gesamtmethylierung des Spermien-Epigenoms; eine Tier- und eine Humanstudie berichteten Zusammenhänge zwischen niedriger Folatzufuhr und angeborenen Fehlbildungen. Die Autoren schließen auf Assoziationen zwischen väterlichem Folatstatus und Spermienqualität, Fertilität, Fehlbildungen und Plazentagewicht. Einordnung: Die Suche endet vor der großen FAZST-Studie [s204]; der Befund ist überwiegend assoziativ, die einzige gepoolte Interventionsauswertung war nicht signifikant.

#### Alpha-Liponsäure, Omega-3-Fettsäuren, Myo-Inositol und Astaxanthin

**Dong et al. 2022 [s113].** „Effect of oral alpha-lipoic acid (ALA) on sperm parameters: a systematic review and meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse zu oral eingenommener alpha-Liponsäure (Cochrane Library, MEDLINE, EMBASE, Web of Science, ClinicalTrials.gov, CNKI, CBM; Suche bis 10. März 2022; RevMan 5.3; chinesisch- und englischsprachige Literatur): drei RCT mit 133 Teilnehmern. Anteil abnormer Formen MD −1,06 (im Abstract als „−1,29−0,84“ angegeben; P < 0,00001), Konzentration MD 3,98 (2,28 bis 5,67; P < 0,00001), Gesamtmotilität (Grad a+b+c) MD 6,68 (4,88 bis 8,48; P < 0,00001), progressive Motilität MD 6,90 (5,62 bis 8,17; P < 0,00001), Ejakulatvolumen MD −0,17 (angegeben „−0,31−0,02“; P = 0,03). Die Autoren schließen, alpha-Liponsäure könne Normalformen, Konzentration und Motilität verbessern, es brauche strengere RCT. Einordnung: Nur drei Studien mit insgesamt 133 Teilnehmern; im Abstract steht der Vergleich einmal als „sham therapy“ (Scheinbehandlung), einmal als „other treatments“; das ist uneinheitlich. Die Konfidenzintervalle sind sehr schmal und die P-Werte extrem klein für eine so kleine Datenbasis.

**Hosseini et al. 2019 [s219].** „The Effect of Omega-3 Fatty Acids, EPA, and/or DHA on Male Infertility: A Systematic Review and Meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse zu Omega-3-Fettsäuren (EPA und/oder DHA) bei infertilen Männern (PubMed, Google Scholar, Scopus, 1. Januar 1990 bis 20. Dezember 2017); RCT mit DHA oder EPA, allein oder mit anderen Mikronährstoffen. Drei Studien mit 147 Patienten in der Interventions- und 143 in der Kontrollgruppe. Motilität RR 5,82 (95-%-KI 2,91 bis 8,72; I² = 76 %); DHA im Samenplasma RR 1,61 (0,15 bis 3,07; P = 0,03; I² = 98 %); keine Wirkung auf die Konzentration (RR 0,31; −8,13 bis 8,76; P = 0,94; I² = 95 %) und auf DHA in den Spermien (RR 0,50; −4,17 bis 5,16; P = 0,83; I² = 99 %). Die Heterogenität könnte nach Ansicht der Autoren an Dauer und Dosierung der Gabe liegen; ein Trichterdiagramm zeige keine Hinweise auf Publikationsverzerrung. Einordnung: „RR“ mit Konfidenzintervallen, die negative Werte einschließen, sind keine Risikoverhältnisse im üblichen Sinn; die Heterogenität liegt zwischen 76 % und 99 %; ein Trichterdiagramm mit drei Studien kann Publikationsverzerrung nicht ausschließen.

**Ghaemi et al. 2024, Myo-Inositol [s52].** „The effect of Myo-inositol on improving sperm quality and IVF outcomes: A systematic review and meta-analysis“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (PubMed, Web of Science, Embase) zu Myo-Inositol und Spermienparametern, Spermien mit DNA-Fragmentation, Schwangerschaftsrate und, bei Oligo-Astheno-Teratozoospermie (OAT), Testosteron. 16 Studien aus 2.240 Treffern. Gesamtmotilität: SMD 0,90 (95-%-KI 0,34 bis 1,46; I² = 0 %; P = 0,001); progressive Motilität: SMD 1,48 (0,37 bis 2,59; I² = 0 %; P = 0,008); Testosteron: SMD 0,54 (0,34 bis 0,73; I² = 0 %); Spermien mit DNA-Fragmentation: SMD −1,37 (−2,43 bis −0,32; I² = 85 %; P = 0,01). Die Autoren nennen die Datenlage selbst „controversial“ und sehen eine positive Wirkung auf Motilität und Testosteron. Einordnung: Das ist die einzige Metaanalyse im Fund, die Myo-Inositol beim Mann untersucht. Welche Studien eingeschlossen wurden und wie viele je Parameter, nennt der Abstract nicht; die im Fund einzeln aufgeführten Humanstudien zu Myo-Inositol sind klein und überwiegend ohne Placebokontrolle. Auffällig ist die Kombination aus SMD von 0,90 bis 1,48 und I² von 0 % bei wenigen kleinen Studien; die hohe Heterogenität bei der DNA-Fragmentation (85 %) schränkt diese Aussage ein. Der Titel verspricht IVF-Ergebnisse; der Abstract berichtet dazu keine Zahl.

**Dehpahni et al. 2026, Astaxanthin [s03].** „A systematic review and meta-analysis of astaxanthin efficacy in male infertility: evidence from clinical and preclinical studies“. Systematische Übersicht mit Metaanalyse (Web of Science, Scopus, PubMed) mit Zufallseffektmodellen, Heterogenität nach I², Publikationsbias nach Egger-Test und Trichterdiagramm; Verzerrungsrisiko nach SYRCLE (Tierstudien) und Cochrane RoB 2.0 (klinische Studien). Zehn Studien: drei klinische Studien und sieben Tierstudien. Beim Menschen zeigte die Metaanalyse keine statistisch signifikante Verbesserung irgendeines Samenparameters gegenüber Placebo; die Autoren sprechen von „very limited and low-certainty clinical evidence“. In den Tierstudien stiegen Spermienzahl (MD 27,15), Motilität (MD 11,29 %) und Viabilität (MD 15,98 %), und der Anteil fehlgeformter Spermien sank (MD −6,78 %), dazu sanken Oxidationsmarker. Schwangerschaftsraten wurden nicht ausgewertet. Die Autoren schließen, die derzeitige Humanevidenz stütze keine klinische Wirksamkeit. Einordnung: Die humane Auswertung beruht auf nur drei Studien; Konfidenzintervalle und I² nennt der Abstract nicht. Die Schwangerschaftsraten der kleinen Studie von Comhaire (2005, 30 Männer) gingen nach den Recherchebefunden nicht ein. Die Tierergebnisse stammen aus Tiermodellen und sind auf die Einnahme beim Menschen nicht übertragbar.

#### Studien an Frauen und Randbereiche

**Lin et al. 2024 [s55].** „Comparative efficacy and safety of metformin, anti-obesity agents, and myoinositol in improving IVF/ICSI outcomes and reducing ovarian hyperstimulation syndrome in women with polycystic ovary syndrome: a systematic review and network meta-analysis“. Netzwerk-Metaanalyse mit 20 RCT und 1.827 Patientinnen mit polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS) vor IVF/ICSI, die Metformin, Antiadipositamittel oder Myo-Inositol erhielten. Sie betrifft nicht die Spermienqualität und ist hier nur aufgeführt, weil sie die einzige Metaanalyse mit klinischen Endpunkten zu Myo-Inositol aus dem chinesischen Sprachraum ist. Myo-Inositol und Metformin senkten das Risiko eines ovariellen Überstimulationssyndroms (OHSS); Myo-Inositol war mit kürzerer Gonadotropindauer (SMD −1,21; −2,03 bis −0,38) und weniger Nebenwirkungen (OR 0,23; 0,06 bis 0,83) verbunden; Metformin senkte das OHSS-Risiko (OR 0,52; 0,33 bis 0,83), erhöhte aber Nebenwirkungen (OR 6,85; 4,32 bis 10,86). Keiner der Stoffe verbesserte die Schwangerschaftsrate. Laut Abstract hatten 19 von 20 Studien ein niedriges Verzerrungsrisiko; berücksichtigt wurden nur englischsprachige Studien bis Oktober 2024. Für die männliche Fertilität folgt aus der Arbeit nichts.

**Tatar und Akdevelioğlu 2018 [s249].** „Effect of Pollen, Pit Powder, and Gemmule Extract of Date Palm on Male Infertility: A Systematic Review“. Systematische Übersicht aus der Türkei zu Pollen, Kernpulver und Sprossextrakt der Dattelpalme bei männlicher Infertilität; Arbeiten von 2005 bis 2016 aus türkischen und englischen Quellen (unter anderem PubMed, Science Direct, Google Scholar, Springer, DergiPark, Ulakbim, Akademik Dizin). Berichtet werden günstige Veränderungen bei Hormonspiegeln, Spermienmotilität und -qualität, Spermatogenese sowie Hoden- und Nebenhodengewichten; die Zahl der Studien sei begrenzt. Der Abstract nennt weder eine Studienzahl noch Effektgrößen; die Arbeit betrifft keine der Hauptsubstanzen, sondern pflanzliche Zubereitungen.

### Narrative Übersichtsartikel nach Substanz

Narrative Übersichten haben kein festgelegtes Such- und Bewertungsverfahren; sie geben die Sicht der Autoren wieder und können Studien auswählen, die ihre These stützen. Sie werden hier nach Substanz geordnet beschrieben, weil sie die Argumentationslinien zeigen, mit denen in der Literatur für oder gegen einzelne Stoffe argumentiert wird. Zu N-Acetylcystein und zu Magnesium fand die Recherche keine eigene Übersichtsarbeit; beide Stoffe erscheinen nur innerhalb allgemeiner Übersichten oder Metaanalysen.

#### Myo-Inositol

**Vazquez-Levin und Verón 2020 [s208].** „Myo-inositol in health and disease: its impact on semen parameters and male fertility“. Narrative Übersicht (Literatursuche in PubMed) zu Vorkommen, Funktionen und Wirkungen von Myo-Inositol (MI) und seinen Derivaten im männlichen Genitaltrakt und in Spermien, einschließlich der Wirkung von Myo-Inositol-Gabe in vivo und in vitro auf Samenqualität und Fertilität. Berichtet wird eine „diskrete Verbesserung“ der Motilität in frischem und aufgetautem Samen und eine bessere Spermienleistung bei natürlicher und assistierter Fertilität; MI sei als wirksames Supplement für die Spermienqualität beschrieben worden. Die Autoren schränken ein, mehrere Studiendesigns ließen angemessene Kontrollen oder Datenanalysen vermissen, größere prospektive randomisierte Studien seien nötig, und die Rolle von MI in der Spermienphysiologie sei weiter zu klären. Einordnung: Die Übersicht ist selbstkritisch und nennt keine Zahlen im Abstract.

**Condorelli et al. 2017 [s256].** „Myo-inositol as a male fertility molecule: speed them up!“. Übersichtsartikel (Autoren aus der italienischen Andrologie, nach den Recherchebefunden) mit dem Ziel, die Begründung für Myo-Inositol bei männlicher Infertilität darzulegen. Er beschreibt die mögliche antioxidative und bewegungsfördernde („prokinetische“) Rolle von MI und dessen Bedeutung für die Hormonregulation und schlägt einen klinischen Algorithmus für Männer mit Asthenozoospermie vor. Der Abstract enthält keine Zahlen. Einordnung: Es handelt sich um eine Begründung der Hypothese und einen Vorschlag der Autoren, nicht um eine Bewertung der klinischen Belege.

**Jawad et al. 2026 [s07].** „Myo-inositol in assisted reproductive technologies: Roles in sperm function, oocyte maturation, and embryo development across species“. Übersicht (koreanische veterinärmedizinische Arbeitsgruppe) zur Rolle von Myo-Inositol in der assistierten Reproduktion bei Spermien, Eizellreifung und Embryonalentwicklung über Arten hinweg, mit Schwerpunkt auf Schweinemodellen. Beschrieben werden verbesserte Motilität, mitochondriale Funktion und Lebensfähigkeit sowie geringerer oxidativer Schaden bei Flüssiglagerung und Kryokonservierung. Die Wirkung hänge von Spezies, Entwicklungsstadium, Dosis und Kulturbedingungen ab; MI wirke eher als „Redox- und Stoffwechselmodulator“ denn als klassisches Antioxidans. Einordnung: Die Aussagen beruhen überwiegend auf Tiermodellen und In-vitro-Arbeiten (Schwein) und sind für die Einnahme beim Menschen nicht belegt; eine Studie am Menschen enthält der Abstract nicht.

#### Astaxanthin

**Liu et al. 2016 [s280].** „[Astaxanthin in male reproduction: Advances in studies]“ (deutsch: Astaxanthin in der männlichen Reproduktion: Forschungsfortschritte). Chinesischsprachige Übersicht aus dem Nanjing General Hospital (englischer Abstract). Astaxanthin schütze die Spermienmitochondrien, mindere Schäden durch Hitzestress und Gifte, fördere Kapazitation und Akrosomenreaktion, regle Hormone und wirke günstig bei Primärinfertilität oder stoffwechselbedingter Infertilität; es helfe außerdem bei spätem Hypogonadismus und Prostatagesundheit. Der Abstract nennt keine Zahlen und keine Studienzahl. Einordnung: Die Übersicht erschien 2016, vor der placebokontrollierten Studie ohne Effekt (Kumalic 2020 [s194]) und vor der Metaanalyse [s03]; ihre Aussagen zu klinischen Wirkungen sind im Abstract nicht mit Zahlen belegt.

#### Melatonin

**Li et al. 2015 [s289].** „Melatonin and male reproduction“. Übersicht aus China zur Rolle von Melatonin in der männlichen Fortpflanzung. Melatonin beeinflusse die Ausschüttung von GnRH und LH, die Testosteronsynthese und die Hodenreifung und schütze als fett- und wasserlöslicher Radikalfänger vor Hodenschäden durch Umweltgifte oder Entzündung; die Datenlage zeige, dass Melatonin die Sekretion von Gonadotropinen und Testosteron beeinflusse und die Spermienqualität verbessere. Die Evidenz stammt weitgehend von saisonal und nicht saisonal brütenden Tieren; Zahlen nennt der Abstract nicht.

**Sun et al. 2020 [s206].** „Protective effects of melatonin on male fertility preservation and reproductive system“. Übersicht aus China zu Melatonin und Fertilitätserhalt: Schutz von unreifem Hodengewebe, Spermien und Spermatogonienstammzellen sowie antioxidative und antiapoptotische Eigenschaften. Der Abstract nennt weder Zahlen noch Humandaten.

**Makris et al. 2023 [s91].** „The Role of Melatonin to Ameliorate Oxidative Stress in Sperm Cells“. Übersicht zur Wirkung von Melatonin über seine Rezeptorsubtypen und zu seiner Funktion beim oxidativen Stress in Spermien männlicher Wirbeltiere. Der Abstract nennt sie eine „systematic review“ und sagt, sie zeige, dass die Verbesserung von Spermienparametern auf Melatoningabe folge; es seien weitere Studien nötig, um die Fähigkeit zum Erhalt oder zur Wiederherstellung der Samenqualität unter Stress bei verschiedenen Arten zu klären. Einordnung: Die Arbeit mischt Arten; für den Menschen ist die Aussage nicht spezifisch; eine Methodik der systematischen Suche gibt der Abstract nicht an.

**Neymark et al. 2025 [s31].** „[The effect of melatonin on male reproductive function (indicators of ejaculate)]“ (deutsch: Die Wirkung von Melatonin auf die männliche Fortpflanzungsfunktion (Ejakulatparameter). Russischsprachige Übersicht zur Wirkung von Melatonin auf Ejakulatparameter. Bis zu 80 % infertiler Männer hätten erhöhte reaktive Sauerstoffspezies im Sperma; Melatonin sei bei Kryokonservierung, Chemotherapie, Hitzestress, Strahlung und Hochfrequenzstrahlung zytoprotektiv; die Anwendung bei Störungen der männlichen Fortpflanzungsfunktion sei ein vielversprechendes Feld, erfordere aber sorgfältige klinische Prüfung. Ob die Aussagen zu Sicherheit und Zytoprotektion auf Humandaten beruhen, sagt der Abstract nicht.

#### Glutathion

**Irvine 1996 [s412].** „Glutathione as a treatment for male infertility“. Übersicht aus dem Jahr 1996. Glutathion spiele in der antioxidativen Abwehr von Keimepithel und Nebenhoden und möglicherweise in ejakulierten Spermien eine Rolle; in vitro scheine Antioxidantiengabe die Befruchtungsfähigkeit zu erhalten, klinische Daten fehlten; in vivo gegeben, wirke Glutathion bei möglicherweise durch oxidativen Stress infertilen Patienten am Nebenhoden und bei der Spermatogenese und verbessere die Funktion ejakulierter Spermien; Fertilitätsstudien seien nicht durchgeführt worden, kontrollierte Studien seien „urgently required“. Einordnung: Eine historische Positionsbestimmung, kein Wirksamkeitsbeleg.

**Hou et al. 2008 [s356].** „[Glutathione and male reproduction]“ (deutsch: Glutathion und männliche Reproduktion). Chinesischsprachige Übersicht (nach den Recherchebefunden aus Nanjing). Reduziertes Glutathion (GSH) komme im männlichen Genitaltrakt weit verbreitet vor und habe einen therapeutischen Wert bei männlicher Infertilität; die Übersicht fasst Verteilung und therapeutischen Wert zusammen. Zahlen enthält der Abstract nicht.

**Imai 2009 [s351].** „セレン酵素PHGPx欠損と男性不妊症との関“ (deutsch: Zusammenhang zwischen Defizienz des Selenenzyms PHGPx und männlicher Infertilität) [Titel im Indexeintrag möglicherweise gekürzt]. Japanischsprachige Übersicht (Kitasato University) zum Zusammenhang zwischen dem Fehlen des selenabhängigen Enzyms PHGPx und männlicher Infertilität; sie beschreibt nach den Recherchebefunden, dass bei 30 % infertiler Männer mit Oligoasthenozoospermie die PHGPx-Expression in Spermien vermindert war und dass hodenspezifische PHGPx-Knockout-Mäuse alle unfruchtbar waren, mit verminderter Spermienzahl, Vorwärtsmotilität und mitochondrialem Membranpotenzial sowie einer haarnadelartigen Biegung des Flagellums im Mittelstück. Für diese Arbeit liegt kein PubMed-Eintrag vor; die Angaben stammen aus einem japanischen Fachzeitschriftenabstract (J-STAGE) und aus den Recherchebefunden.

#### Vitamin B12

**Banihani 2017 [s254].** „Vitamin B12 and Semen Quality“. Narrative Übersicht aus Jordanien (Web of Science, PubMed, Scopus; nur englischsprachige Arbeiten von September 1961 bis März 2017). Die Mehrzahl der Arbeiten berichte günstige Wirkungen von Vitamin B12 auf die Samenqualität: höhere Spermienzahl, bessere Motilität, geringere DNA-Schäden; einige In-vivo-Studien hätten aber nachteilige Wirkungen erwogen. Als mögliche Mechanismen nennt der Autor geringere Homocystein-Toxizität, weniger Stickstoffmonoxid, weniger oxidativen Schaden, weniger entzündungsbedingte Beeinträchtigung und die Kontrolle der NF-κB-Aktivierung; klinische Forschung sei nötig. Zahlen nennt der Abstract nicht. Einordnung: Die Suche war auf Englisch beschränkt; die Schlussfolgerung „überwiegend positiv“ sagt nichts über die Studienqualität.

**Yamada et al. 2008 [s360].** „ビタミンB_と精子形成(「ビタミン・ミネラルと生殖」[I]“ (deutsch: Vitamin B12 und Spermatogenese) [Titel im Indexeintrag möglicherweise gekürzt]. Japanischsprachige Übersicht (Tokyo University of Agriculture and Technology, nach den Recherchebefunden) über B12 und Spermatogenese; sie führt den Hodenschaden bei B12-Mangel im Tiermodell auf die Methioninsynthase zurück, die im Methionin- und Folatstoffwechsel arbeitet. Für diese Arbeit liegt kein PubMed-Eintrag vor.

#### Coenzym Q10, Carnitine, Zink, Lycopin und Vitamine

**Alahmar 2021 [s149].** „Coenzyme Q10, oxidative stress, and male infertility: A review“. Narrative Übersicht (Autor aus dem Irak) zu Coenzym Q10: Die CoQ10-Konzentration im Samenplasma korreliere mit Spermienzahl und Motilität und sei bei Varikozele, Asthenozoospermie und unter verschiedenen Behandlungen verändert; die Übersicht erörtert Wirkmechanismen sowie Effekte auf Samenparameter, Oxidationsmarker, DNA-Fragmentation, Schwangerschaft und ART-Ergebnisse. Der Abstract nennt keine Zahlen. Einordnung: Der Autor hat selbst eine Serie von Interventionsstudien zu CoQ10 veröffentlicht; die Übersicht sollte vor diesem Hintergrund gelesen werden.

**Dokmeci 2005 [s379].** „Oxidative stress, male infertility and the role of carnitines“. Übersicht aus der Türkei zu oxidativem Stress und Carnitinen. L-Carnitin wird als natürlich vorkommendes enzymatisches Antioxidans und als Faktor der Energiegewinnung aus langkettigen Fettsäuren beschrieben, der Nebenhodenplasma enthalte die höchsten L-Carnitin-Konzentrationen des Körpers; kontrollierte und unkontrollierte Studien an Mensch und Tier lägen vor; die antioxidative Therapie mit Carnitinen könne eine nichthormonelle Option bei ROS-vermittelter Infertilität sein.

**Osadchuk und Kollegen 2021 [s171].** „[An influence of zinc on male infertility]“ (deutsch: Der Einfluss von Zink auf die männliche Infertilität). Russischsprachige Übersicht zu Zink: Die Zinkkonzentration im Samenplasma sei deutlich höher als in anderen Körperflüssigkeiten und hänge, anders als die Serumkonzentration, mit Konzentration, Motilität und Morphologie zusammen; bei Mangelernährung könne Zinkgabe Ejakulatvolumen, Motilität und Morphologie deutlich erhöhen; Zink habe antioxidative, antibakterielle und antiapoptotische Eigenschaften im Hoden und sei ein Spurenelement „mit großem Potenzial“ für Vorbeugung und Behandlung. Zahlen nennt der Abstract nicht; das ist die Wertung der Autoren.

**Oborná 2007 [s366].** „[Lycopene therapy in male infertility]“ (deutsch: Lycopin-Therapie bei männlicher Infertilität). Tschechischsprachige Übersicht (Frauenklinik der Universitätsklinik Olomouc) zur Lycopin-Therapie; der Abstract beschreibt Vorkommen, Biochemie und Stoffwechsel von Lycopin und seine Rolle für die männliche Reproduktionsgesundheit, ohne Zahlen. Lycopin gehört nicht zu den Hauptsubstanzen dieser Studie.

**Kodentsova et al. 1994 [s416].** „Male fertility: a possible role of vitamins“. Frühe russischsprachige Übersicht zur Rolle von Vitaminen: antioxidative Vitamine gegen Peroxidationsschäden der Spermien, Vitamine K und D bei der Aktivität der MM-Isoform der Kreatinkinase als Reifemarker und B-Vitamine im Energiestoffwechsel beweglicher Spermien. Sie belegt, dass die Antioxidantien-Hypothese seit Jahrzehnten diskutiert wird; Wirksamkeitsdaten enthält sie nicht.

### Übersichten zu Antioxidantien insgesamt

**Alahmar 2018 [s232].** „The effects of oral antioxidants on the semen of men with idiopathic oligoasthenoteratozoospermia“. Übersicht (Autor aus dem Irak) über Studien von 2002 bis 2017 zu oralen Antioxidantien (Vitamin C und E, L-Carnitin, Coenzym Q10, Zink, Selen, Pentoxifyllin) bei Männern mit idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie. Die meisten Studien seien randomisiert gewesen und hätten in mindestens einem Parameter Verbesserungen berichtet; die auffälligste Wirkung auf Motilität und Konzentration habe die Gabe mehrerer Antioxidantien gehabt; über Dosis, Dauer und Einzel- gegenüber Kombinationsgabe bestehe keine Einigkeit. Der Abstract bezeichnet die Arbeit dennoch als Beleg für den Einsatz oraler Antioxidantien. Einordnung: Eine Verbesserung in mindestens einem Parameter ist ein schwacher Maßstab bei vielen gleichzeitig geprüften Zielgrößen.

**Majzoub und Agarwal 2017 [s264].** „Antioxidant therapy in idiopathic oligoasthenoteratozoospermia“. Übersicht (MEDLINE/PubMed) zur Antioxidantientherapie bei idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie. Glutathion, Vitamin E und C, Carnitine, CoQ10, NAC, Selen, Zink, Folsäure und Lycopin hätten oxidativ bedingte Spermienschäden vermindert; doppelblinde placebokontrollierte Studien seien begrenzt; neuere systematische Übersichten und Metaanalysen berichteten Vorteile für Samenparameter und Lebendgeburtenrate. Weitere RCT seien zur Wirksamkeit und Sicherheit und zur nötigen Dosis erforderlich. Einordnung: Die Aussage zu den Lebendgeburten stammt aus der Zeit vor den jüngeren Cochrane-Fassungen mit Sensitivitätsanalyse [s228, s111].

**Saleh et al. 2024 [s63].** „Antioxidant therapy for infertile couples: a comprehensive review of the current status and consideration of future prospects“. Umfassende Übersicht aus Ägypten zur antioxidativen Therapie bei infertilen Paaren: biologische Mechanismen, mögliche Nebenwirkungen, therapeutische Wirksamkeit, klinische Anwendung bei natürlicher Empfängnis und assistierter Reproduktion, aktuelle Praxismuster. Trotz mancher Befunde zu verbesserter Fertilität bleibe die Datenlage zu Dosierung, Kombination, Dauer und Patientengruppen unschlüssig; Lebendgeburten- und Fehlgeburtsraten seien als Endpunkte noch zu prüfen. Zahlen enthält der Abstract nicht.

**Mo et al. 2025 [s30].** „The mechanism of oxidative stress in asthenozoospermia and antioxidant strategies: a review“. Übersicht aus China zum oxidativen Stress bei Asthenozoospermie: Quellen reaktiver Sauerstoffspezies (Entzündung, Infektion, Lebensstil, Umweltschadstoffe), physiologische Rolle bei Reifung, Kapazitation, Akrosomenreaktion und Befruchtung, schädliche Wirkung auf Membranlipide, DNA und Mitochondrien; mitochondriale Dysfunktion gilt als zentraler Mechanismus. Die Autoren sehen Potenzial für antioxidative Strategien und fordern den Übergang von der empirischen zur mechanismusgeleiteten Therapie. Zahlen enthält der Abstract nicht.

**Nguyen et al. 2025 [s32].** „Redox Imbalance in Male Infertility: From Empirical Antioxidant Therapy to Precision Medicine and Epigenetic Insights“. Übersicht (PubMed-Suche zu oxidativem Stress, reduktivem Stress, Antioxidantien, Redoxungleichgewicht und männlicher Infertilität). Antioxidantien könnten Samenparameter verbessern, ihre Wirkung auf Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten bleibe unschlüssig; herkömmliche Diagnostik übersehe Redoxungleichgewicht, weshalb empirisch Antioxidantien gegeben würden; empirische Therapie ohne bestätigten oxidativen Stress könne unbegründet sein und die Gefahr der Übertherapie bergen (reduktiver Stress sei ebenfalls schädlich). Die Autoren empfehlen, Redoxgleichgewicht wiederherzustellen statt Sauerstoffspezies zu beseitigen, und fordern standardisierte Diagnostik. Das ist eine Aussage der Autoren.

**Almujaydil 2023 [s71].** „The Role of Dietary Nutrients in Male Infertility: A Review“. Übersicht aus Saudi-Arabien zu Nährstoffen (Omega-3-Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Pflanzenstoffe) und deren Einfluss auf Samenmerkmale, Spermien-Bioenergetik und Spermienfunktion. Omega-3-reiche Ernährung beeinflusse Spermienqualität und Stabilität von Membran und Mitochondrien; Pflanzenstoffe wirkten je nach Dosis positiv oder negativ auf Motilität, Samenqualität und mitochondriale Funktion. Zahlen enthält der Abstract nicht.

**Said Fares et al. 2025 [s36].** „The role of diet and food supplements in infertility management in the Eastern Mediterranean Region: A narrative review“. Narrative Übersicht aus dem Libanon zu Ernährung und Nahrungsergänzung bei Infertilität in der Region Östliches Mittelmeer (PubMed und Scopus, Januar 2012 bis Juli 2023): 112 Arbeiten. Für Männer hätten eine Ernährung reich an rotem Fleisch, fettreichen Lebensmitteln und Vollkorn und arm an Fisch, Geflügel, fettarmen Milchprodukten und Gemüse einen positiven Einfluss auf die Spermienzahl; Vitamine und Supplemente verbesserten Gametenqualität, Hormonlage und antioxidative Kapazität, nicht aber einheitlich über alle Studien. Einordnung: Der Abstract nennt keine Effektgrößen für die Ernährungsaussage; die Region ist in der übrigen Literatur wenig vertreten.

**Korneyev et al. 2022 und 2025 [s124, s25].** „[Oxidative stress and male infertility a clinical perspective]“ (deutsch: Oxidativer Stress und männliche Infertilität: eine klinische Perspektive). Die Übersicht von 2022 beschreibt oxidativen Stress als wichtigen Faktor der männlichen Infertilität und führt Beta-Carotin, Vitamin E und C, Selen und Zink als Antioxidantien an, die die ROS-Bildung senkten und Spermienparameter und Schwangerschaftsrate verbesserten. „[Antioxidants and micronutrients for the prevention and correction of reproductive dysfunction in men, the role of polyunsaturated fatty acids: a review of studies]“ (deutsch: Antioxidantien und Mikronährstoffe zur Vorbeugung und Korrektur reproduktiver Funktionsstörungen bei Männern, Rolle mehrfach ungesättigter Fettsäuren: eine Studienübersicht). Die Übersicht von 2025 fasst russische Studien zu den Komplexen BESTFertil (L-Carnitin, L-Arginin, Vitamin C und E, Folsäure, Zink, Selen, Glutathion, Coenzym Q10, Ginsengwurzelextrakt) und BESTFertil-DHA (mit Omega-3-Fettsäuren) zusammen; berichtet werden höhere Konzentration, Motilität und Normalform-Anteil und niedrigere DNA-Fragmentation, ohne Zahlen im Abstract. Einordnung: Wegen des Produktbezugs ist die Sichtweise der zweiten Übersicht eingeschränkt.

**Gyaurgiev et al. 2020 [s186].** „[Modern view on the use of antioxidants in the treatment of male infertility]“ (deutsch: Moderne Sicht auf den Einsatz von Antioxidantien bei der Behandlung männlicher Infertilität). Russischsprachige Übersicht zur Rolle von Antioxidantien. Sie bewertet die Wirksamkeit antioxidativer Therapie bei verschiedenen Redoxstörungen, beschreibt mögliche Voraussetzungen und Mechanismen von Komplikationen der Antioxidantiengabe, begründet die Notwendigkeit, oxidativen Stress labordiagnostisch zu sichern, und erörtert das Kombinationspräparat Androdoz, das nach der Literatur Volumen, Zahl, Vitalität und Anteil aktiv beweglicher Spermien verbessern könne. Einordnung: Die Übersicht weist ausdrücklich auf mögliche Komplikationen hin und verknüpft das mit einem Produkt.

**Efremov et al. 2017 [s258].** „[Isolated teratozoospermia: is there a role for antioxidant therapy?]“ (deutsch: Isolierte Teratozoospermie: Gibt es eine Rolle für die antioxidative Therapie?). Russischsprachige Übersicht zur isolierten Teratozoospermie. Überproduktion von ROS hänge mit dem Auftreten abnormer Spermien zusammen; abnorme Morphologie könne mit DNA-Schäden und gestörter Chromatinkondensation einhergehen; die meisten Studien zeigten unter Antioxidantien positive Veränderungen. Die Autoren geben eigene Empfehlungen zur antioxidativen Therapie bei idiopathischen Formen ab; das Abstract nennt keine Zahlen. Das sind Aussagen der Autoren, keine Empfehlungen dieser Studie.

**Kurashova et al. 2021 [s166].** „Indicators of the Lipid Peroxidation-Antioxidant Protection System as Important Metabolic Markers of Reproductive Potential in Men“. Übersicht zu Lipidperoxidation und antioxidativem Schutz als Fertilitätsmarker; behandelt werden oxidativer Stress im Samen und systemisch, Zusammenhänge bei Adipositas und Diabetes mellitus und Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen. Die Autoren sehen in der Messung des oxidativen Stresses eine Chance für personalisierte Diagnostik und Vorbeugung.

**Long et al. 2024 [s56].** „[Antioxidants in cryopreservation of human sperm: Advances in research]“ (deutsch: Antioxidantien bei der Kryokonservierung menschlicher Spermien: Forschungsfortschritte). Chinesischsprachige Übersicht zu Antioxidantien bei der Kryokonservierung menschlicher Spermien: Mechanismen des oxidativen Stresses beim Einfrieren und Auftauen und Fortschritte bei häufig verwendeten Antioxidantien. Es geht um die Aufbereitung von Proben im Labor, nicht um die Einnahme.

**Evans et al. 2021 [s156].** „Male subfertility and oxidative stress“. Übersicht zur Rolle reaktiver Sauerstoffspezies in der männlichen Fertilität, zu Einflüssen von Lebensstil, Alter und Krankheit, zu ihrer Messung und zur Vermeidung bei In-vitro-Fertilisation. Wirksamkeitsdaten zu Antioxidantien enthält der Abstract nicht.

**Urman und Oktem 2014 [s307].** „Food and drug supplements to improve fertility outcomes“. Übersicht aus der Türkei zu Nahrungs- und Arzneimittelergänzungen bei Infertilität. Die meisten bestünden aus Antioxidantien; ihre Anwendung sei biologisch plausibel, ihr fehle aber wegen schlecht geplanter kleiner Studien wissenschaftliche Stützung; die Literatur lege einen günstigen Effekt von Antioxidantien auf männliche Infertilität nahe; für weibliche Infertilität sei kein Präparat zweifelsfrei belegt; „absence of evidence is not the evidence of absence“, man solle sich aber vor scheinbar harmlosen Wirkungen hüten.

**Gudeloglu et al. 2014 [s299].** „Medical management of male infertility in the absence of a specific etiology“. Übersicht aus der Türkei zur empirischen medikamentösen Behandlung männlicher Infertilität ohne erkennbare Ursache: Hormone (Gonadotropine, Antiöstrogene, Aromatasehemmer) und Antioxidantien wie Carnitin, Lycopin, Glutathion und Vitamin E; der Abstract nennt keine Zahlen.

**Gulino et al. 2014 [s300].** „[Male infertility: non-surgical therapy]“ (deutsch: Männliche Infertilität: nichtchirurgische Therapie). Italienischsprachige Übersicht zur nichtchirurgischen Therapie (Hormontherapien, Antiöstrogene, Aromatasehemmer, Oxytocin, Gentherapie, Spermatogonien-Stammzelltransplantation); Antioxidantien nennt der Abstract nicht.

**Nieschlag 2013 [s313].** „[Male infertility: recent developments]“ (deutsch: Männliche Infertilität: neuere Entwicklungen; die Arbeit ist deutschsprachig, abgerufen wurde nur die englische Übersetzung des Titels im Indexeintrag). Deutschsprachige Übersicht zu neueren Entwicklungen. Der Abstract hält fest, die meisten empirischen Behandlungen seien nach den Maßstäben der evidenzbasierten Medizin als unwirksam erwiesen worden (Beispiel Varikozelenoperation: Schwangerschaftsraten wie nach Beratung); Rauchstopp gilt als Vorbeugung; Antioxidantien nennt der Abstract nicht. Einordnung: Der Beitrag gehört zur Debatte um empirische Behandlung, ohne die Antioxidantien ausdrücklich zu bewerten.

**Methorst et al. 2023 [s93].** „[Medical treatments for male infertility]“ (deutsch: Medizinische Behandlungen der männlichen Infertilität). Französischsprachige Übersicht der Urologie (Suche nur englischsprachiger Literatur bis Mai 2023, Studien, Übersichten, Metaanalysen). Es sei plausibel, dass mehrere medizinische Behandlungen die männliche Fertilität verbessern: durch Hormone, die die Spermatogenese anregen, oder durch Minderung der Wirkung oxidativen Stresses; bei Oligoasthenozoospermie seien bestimmte Hormonbehandlungen nützlich; bei nichtobstruktiver Azoospermie hänge der Nutzen von FSH und Testosteron ab; Antioxidantiengabe scheine einzelne Spermiogrammparameter zu verbessern und Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten zu beeinflussen. Einordnung: Die Aussage zu Schwangerschaft und Lebendgeburt knüpft an die Cochrane-Fassungen an; ihre Sensitivitätsanalysen [s111, s228] stellt die Übersicht im Abstract nicht dar.

### Gesamtbild der Metaanalysen und Übersichten

Die gepoolten Auswertungen stimmen darin überein, dass Antioxidantien als Klasse in manchen Spermienparametern Unterschiede zeigen, und widersprechen sich in der Frage, ob daraus Schwangerschaften und Lebendgeburten folgen. Der Effekt auf die Lebendgeburt schrumpft in den Cochrane-Fassungen mit wachsender Studienbasis und verschwindet nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko [s228, s111]; die strengste Auswertung mit Placebovergleich, Mindestdauer und GRADE findet keinen überzeugenden Effekt eines Supplements [s28]; die jüngste Auswertung nach Wirkmechanismus bewertet die Sicherheit der Evidenz als sehr niedrig und die Vorhersageintervalle schließen null ein [s10]. Die einzelnen Substanzen sind sehr unterschiedlich belegt: Für Carnitine, Coenzym Q10 und Vitamin E gibt es mehrere Metaanalysen mit teils widersprüchlichen Ergebnissen, für NAC drei bis sieben RCT, für Myo-Inositol eine Metaanalyse mit nicht benannten Studien, für Astaxanthin eine Metaanalyse mit drei Humanstudien ohne signifikanten Effekt, für Melatonin, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 keine Metaanalyse am Menschen. Narrative Übersichten sind häufig positiver als die gepoolten Auswertungen, nennen aber selten Zahlen; mehrere stammen von Autoren, die zugleich Präparate prüfen oder bewerben (zum Beispiel [s25, s186]).

## Studienlage: Beobachtungsstudien

### Lesehinweise

Beobachtungsstudien messen, was ist, ohne etwas zu verändern. Sie vergleichen Männer mit und ohne Auffälligkeit (Fall-Kontroll-Studien), setzen Messwerte und Samenparameter zueinander in Beziehung (Querschnittsstudien), folgen Gruppen über die Zeit (Kohortenstudien) oder nutzen genetische Varianten als Stellvertreter für eine Exposition (Mendelsche Randomisierung). Aus ihnen lässt sich nur ableiten, ob ein Nährstoff, ein Spurenelement oder ein Marker des oxidativen Stresses mit der Spermienqualität zusammenhängt, nicht, ob eine Einnahme etwas verändert. Typische Fehlerquellen sind Störgrößen (Alter, Körpergewicht, Rauchen, Ernährung), umgekehrte Verursachung (eine schlechte Samenqualität oder eine Prostataentzündung kann Messwerte im Samen verändern), die Messung an einem Zeitpunkt, uneinheitliche Messverfahren und die Auswertung vieler Parameter ohne Korrektur für Mehrfachtests. Gemessen wird teils im Blut, teils im Samenplasma, und beide Werte stimmen nicht immer überein [s16]. Die Arbeiten sind nach Substanz geordnet; die Recherchebefunde stützen sich ausschließlich auf Abstracts, deshalb fehlen oft Angaben zu Adjustierung, Fallzahlberechnung und Heterogenität. Ein Teil der Studien enthält zusätzlich einen Interventionsarm; er wird jeweils genannt, die Arbeit ist aber an dieser Stelle wegen ihres überwiegenden Messcharakters aufgeführt. Länder stehen dort, wo Abstract oder Recherchebefund sie nennen.

### Magnesium

Zu Magnesium als Ergänzung fand die Recherche beim Mann keine größere randomisierte Studie; es liegen ausschließlich Messstudien mit uneinheitlichem Ergebnis vor. Sie sind hier vollständig aufgeführt, weil sie die gesamte Beobachtungsgrundlage für Magnesium bilden.

**Yahyavi et al. 2026 [s15].** „Serum magnesium is linked with sperm concentration, motile sperm count and serum anti-Müllerian hormone in infertile men“. Sekundäranalyse einer randomisierten Studie (330 infertile Männer, 150 Tage Cholecalciferol plus Calcium oder Placebo), ausgewertet als Querschnitt; 31 Männer wurden wegen fehlenden Serummagnesiums ausgeschlossen, 299 Männer nach Terzilen des Serummagnesiums eingeteilt. Im obersten gegenüber dem untersten Terzil waren Konzentration (20,9 gegenüber 8,6 Mio./ml; P = 0,007), Gesamtzahl (72 gegenüber 37 Mio.; P = 0,009), Gesamtzahl motiler Spermien (34 gegenüber 23 Mio.; P = 0,023) und Zahl progressiv motiler Spermien (23 gegenüber 11 Mio.; P = 0,033) höher; Anti-Müller-Hormon (AMH) betrug 40 gegenüber 28 pmol/l (P = 0,002); FSH, LH und Inhibin B unterschieden sich nicht. Die Vitamin-D-Gabe veränderte das Serummagnesium nicht. Die Autoren sehen eine mögliche Rolle von Magnesium neben anderen Mineralstoffen und verlangen weitere Belege. Stärken: dokumentierte Studienpopulation, standardisiert erhobene Hormone. Schwächen: Querschnittsbeziehung, ein einzelner Serummagnesium-Wert, Adjustierung und Konfidenzintervalle stehen nicht im Abstract; Ursache und Wirkung sind nicht ableitbar. Die Studie ist in den Abbildungen der Gesamtstudie dargestellt.

**Liang et al. 2016 [s278].** „The Association Between Calcium, Magnesium, and Ratio of Calcium/Magnesium in Seminal Plasma and Sperm Quality“. Querschnittsstudie an 515 Männern im Alter von 18 bis 55 Jahren, Sandu County (Provinz Guizhou, China), im Rahmen eines Programms zur Förderung der reproduktiven Gesundheit in weniger entwickelten Regionen; Proben in Familienplanungsstellen. Calcium und Magnesium im Samenplasma wurden mit Flammen-Atomabsorption gemessen (Mediane: Calcium 9,61, Magnesium 4,41, Zink 2,23 mmol/l), die Spermien mit computergestützter Analyse. Nach Adjustierung für Zink und weitere Variablen waren Calcium (β = −0,47; P = 0,0123) und das Calcium/Magnesium-Verhältnis (β = −0,25; P = 0,0393) negativ mit der Spermienkonzentration verbunden. In der Schicht mit Verhältnis ≤ 2,5 blieb die Calciumassoziation (β = −0,71; P = 0,0268) bestehen und Magnesium war mit höherer Konzentration verbunden (β = 0,73; P = 0,0386); bei Verhältnis > 2,5 bestand keine Assoziation. Stärke: für diesen Gegenstand große Stichprobe. Schwächen: ländliche, wenig entwickelte Region, Querschnitt, Schichtenanalyse nach dem Ergebnis des Verhältnisses (Gefahr von Zufallsbefunden), P-Werte knapp unter 0,05; Konfidenzintervalle fehlen im Abstract. Im Datensatz wird die Arbeit als „Clinical Trial“ geführt, beschreibt aber eine Querschnittsstudie.

**Wong et al. 2001 [s405].** „The impact of calcium, magnesium, zinc, and copper in blood and seminal plasma on semen parameters in men“. 107 fertile und 103 subfertile Männer lieferten standardisiert Blut und Samen; Calcium und Magnesium wurden kolorimetrisch, Zink und Kupfer mit Atomabsorption gemessen, die Samenanalyse folgte den WHO-Vorgaben von 1992. Calcium, Magnesium, Zink und Kupfer in Blut und Samenplasma unterschieden sich nicht zwischen fertilen und subfertilen Männern. Es fanden sich nur schwache Korrelationen: Blutzink mit Spermienzahl (rs = 0,18), Motilität (rs = 0,15) und Anteil abnormer Formen (rs = 0,13); Zink und Magnesium im Samenplasma mit der Spermienzahl (rs = 0,17 und 0,16); Kupfer im Blut mit der Motilität (rs = 0,25); Calcium, Magnesium und Zink im Samenplasma waren untereinander stark korreliert. Die Autoren schließen, die Bestimmung dieser Elemente unterscheide in dieser Gruppe nicht nach Fertilität. Stärke: ausgewogene Gruppengrößen, gleichzeitige Messung von vier Elementen. Schwäche: kein Land und keine Adjustierung im Abstract; Korrelationen dieser Größe (0,13 bis 0,25) erklären nur wenig Streuung.

**Sørensen et al. 1999 [s411].** „Zinc, magnesium and calcium in human seminal fluid: relations to other semen parameters and fertility“. Untersucht wurden 25 Paare mit kurzer und 25 Paare mit langer Zeit bis zur Schwangerschaft (time-to-pregnancy, TTP) bei gesunden Paaren; Zink und Magnesium wurden mit ICP-Massenspektrometrie, Calcium mit Atomabsorption gemessen, dazu konventionelle Samenanalyse und computergestützte Analyse; zusätzlich wurde chelatierbares Zink histochemisch (Autometallographie) lokalisiert. Die Kationen waren untereinander stark korreliert, aber keine korrelierte mit TTP oder konventionellen Samenparametern. Proben mit hoher Zinkkonzentration zeigten eine schlechtere Geschwindigkeit entlang der Geraden (VSL) und Linearität als Proben mit niedrigem Zink; Calcium zeigte denselben Unterschied, der aber verschwand, wenn Zink im Modell berücksichtigt wurde. Die Autoren vermuten, hohe Zinkkonzentrationen im Samen hemmten die Qualität der Bewegung, nicht den Anteil beweglicher Spermien. Stärke: Fertilität als Endpunkt (TTP) bei gesunden Paaren. Schwäche: 50 Paare, eine Extremgruppenauswahl nach TTP. Der Befund (hohes Zink mit schlechterer Bewegungsqualität) steht im Gegensatz zu den meisten Zinkstudien [s170].

**Abdul-Rasheed 2010 [s333].** „Association between seminal plasma copper and magnesium levels with oxidative stress in iraqi infertile men“. Fall-Kontroll-Studie aus Bagdad (Irak): 78 infertile Männer (43 Oligozoospermie, 35 Azoospermie; mittleres Alter 33,01 ± 4,20 Jahre) und 41 fertile Kontrollen (30,29 ± 2,30 Jahre); Kupfer und Magnesium im Samenplasma per Atomabsorption, Malondialdehyd (MDA) kolorimetrisch. Kupfer war bei Azoospermie signifikant erniedrigt (P = 0,000), bei Oligozoospermie nicht signifikant; Magnesium war in allen Infertilitätsgruppen signifikant niedriger (P = 0,000), MDA signifikant höher (P = 0,000). Die Autoren deuten, Kupfer und Magnesium wirkten auf verschiedene Weise zur Erhaltung des Spermienmilieus. Schwächen: Gruppen nach dem Samenbefund selbst gebildet, keine Adjustierung im Abstract, P-Werte werden als „0,000“ berichtet.

**Azab et al. 2021 [s154].** „Assessment of seminal calcium and magnesium levels in infertile men with varicocele before and after varicocelectomy“. Studie aus Gizeh (Ägypten) mit 50 Männern: 20 fertile und 30 infertile Männer mit Varikozele, die zur Operation anstanden (Ausschluss: Azoospermie, Rauchen, Leukozytospermie, Einnahme von Calcium- oder Magnesiumpräparaten); Samenanalyse und seminales Calcium und Magnesium (kolorimetrisch) zu Beginn und drei Monate nach Varikozelenoperation. Calcium und Magnesium im Samen waren bei Varikozele gegenüber Fertilen signifikant erniedrigt, mit höherem Varikozelengrad und beidseitiger Varikozele verbunden, und stiegen nach der Operation signifikant an. Calcium und Magnesium korrelierten untereinander (r = 0,665; P = 0,001); Magnesium korrelierte mit Konzentration (r = 0,541), Motilität (r = 0,477) und Normalformen (r = 0,520), das Calcium/Magnesium-Verhältnis schwächer (r = 0,282; 0,353; 0,430), alle P = 0,001. Stärke: Prä-post-Messung, ausgeschlossene Supplementeinnahme. Schwäche: 30 Fälle, die Veränderung nach der Operation kann nicht von der Operation selbst getrennt werden; Korrelationen über alle 50 Männer gepoolt, in denen die Gruppenzugehörigkeit den Zusammenhang erzeugen kann.

**Aljaser et al. 2021 [s153].** „Effect of trace elements on the seminal oxidative status and correlation to sperm motility in infertile Saudi males“. Fall-Kontroll-Studie aus Riad (Saudi-Arabien): 40 normozoosperme fertile Männer und 30 asthenozoosperme infertile Männer; gemessen wurden seminale reaktive Sauerstoffspezies (ROS), Malondialdehyd (MDA), totale antioxidative Kapazität (TAC) und die Spurenelemente Zink, Selen, Kupfer und Magnesium. Bei Infertilen waren ROS und MDA signifikant höher, TAC sowie Zink und Magnesium signifikant niedriger; zwischen Spurenelementen und Oxidationsmarkern einerseits und Motilität andererseits bestanden signifikante Korrelationen. Die Autoren sehen Spurenelemente und oxidativen Stress als Biomarker männlicher Infertilität. Schwächen: Fallzahl, nur Asthenozoospermie, keine Adjustierung; Zahlenwerte stehen nicht im Abstract.

**Omu et al. 2001 [s403].** „Magnesium in human semen: possible role in premature ejaculation“. Studie aus Kuwait zu Magnesium im Samen und vorzeitiger Ejakulation: In Serum und Samenplasma von drei Gruppen (15 Männer mit normalen Spermienparametern, 15 mit Oligoasthenozoospermie, 9 mit echter vorzeitiger Ejakulation) wurden Magnesium, Zink, Kupfer und Selen mit Atomabsorption gemessen. In allen drei Gruppen waren Serum- und Samenwerte normal, nur das Magnesium im Samenplasma war bei vorzeitiger Ejakulation signifikant niedriger. Hormonprofil und Körpermasseindex hingen nicht mit der vorzeitigen Ejakulation zusammen. Die Autoren vermuten, niedriges Magnesium könne über Gefäßverengung, höheres Thromboxan, höheres intrazelluläres Calcium und weniger Stickstoffmonoxid zur vorzeitigen Emission und Ejakulation beitragen. Einordnung: Die Studie betrifft die Ejakulationsfunktion, nicht die Spermienqualität; die Gruppen sind winzig, und die vorgeschlagene Kette ist eine Hypothese. Für Oligoasthenozoospermie fand sich kein Magnesiumunterschied.

**Değer und Akkus 1988 [s421].** „Semen magnesium levels in fertile and infertile subjects“. Semen von 37 fertilen und 45 infertilen Männern (Erzurum, Türkei, nach den Recherchebefunden) wurde mit Atomabsorption auf Magnesium untersucht: 11,9 ± 3,0 mg/100 ml bei Fertilen gegenüber 6,9 ± 2,1 mg/100 ml bei Infertilen (Mittelwerte ± Standardabweichung). Die Autoren halten Seminalmagnesium für ein mögliches Kriterium der Prostatafunktion. Der Abstract nennt keinen P-Wert, keine Gruppendefinition der Infertilen und keine Adjustierung; es ist die älteste Magnesiumstudie im Fund.

**Iwai et al. 2025 [s41].** „日本人男性における精液中の必須・有害元素と精子の質との関“ (deutsch: Zusammenhang zwischen essentiellen und toxischen Elementen im Sperma und der Spermienqualität bei japanischen Männern) [Titel im Indexeintrag möglicherweise gekürzt]. Japanisch publizierter Tagungsabstract (Querschnitt) mit 372 gesunden Männern von 20 bis 39 Jahren: 17 essentielle und toxische Elemente im Samen wurden per ICP-MS gemessen, die Clusteranalyse trennte eine Gruppe von 14 % der Teilnehmer mit höherer Zahl motiler Spermien, höherer Motilität und höheren Konzentrationen der essentiellen Elemente (Magnesium, Mangan, Eisen, Kobalt, Kupfer, Zink, Selen, Molybdän) ab. Die Autoren sehen weiteren Untersuchungsbedarf. Einordnung: Ein Clusterbefund bei gesunden Männern, ohne Effektgrößen im Abstract; Magnesium ist hier nur eines von acht gemeinsam erhöhten Elementen und nicht einzeln beurteilbar.

**Einordnung Magnesium.** Von den zehn aufgeführten Studien zeigen vier ([s333, s154, s153, s421]) niedrigere Magnesiumwerte im Samen bei Infertilen oder bei Varikozele, zwei ([s405, s411]) keinen Zusammenhang mit Fertilität, eine ([s278]) einen Zusammenhang nur in einer nachträglich gebildeten Schicht, eine ([s15]) einen Zusammenhang des Serummagnesiums mit Spermienzahlen bei bereits infertilen Männern, eine ([s403]) einen Unterschied nur bei vorzeitiger Ejakulation und eine ([s41]) einen Clusterbefund bei gesunden Männern. Eine einzelne Interventionsstudie mit Magnesium am infertilen Mann war so klein, dass sie keinen Effekt ausschließen kann (siehe die klinischen Abschnitte der Gesamtstudie). Aus den Beobachtungsstudien lässt sich nicht ableiten, ob eine Zufuhr von Magnesium die Spermienqualität verändert.

### Vitamin B12, Folat und Vitamin B6

**Boxmeer et al. 2007 [s361].** „Seminal plasma cobalamin significantly correlates with sperm concentration in men undergoing IVF or ICSI procedures“. Prospektive Studie an 73 Männern (Alter im Median 37, Spannweite 28 bis 53 Jahre) in einem IVF/ICSI-Programm: Folat (Serum und Erythrozyten), Gesamtcobalamin im Serum, Pyridoxal-5'-Phosphat im Vollblut, Gesamthomocystein und Testosteron im Serum sowie die Entsprechungen im Samenplasma; Samenanalyse nach WHO-Kriterien. Folat im Serum und in den Erythrozyten korrelierte mit Folat im Samenplasma (r = 0,44 und r = 0,39; beide P < 0,001), Cobalamin in Serum und Samenplasma korrelierte (r = 0,55; P = 0,001), und Cobalamin im Samenplasma korrelierte mit der Spermienkonzentration (r = 0,42; P < 0,001); andere Vitamine und Homocystein zeigten keine Zusammenhänge mit Samenparametern. Die Autoren sehen die Rolle von Cobalamin in der Spermatogenese betont. Stärke: Messung in Blut und Samenplasma. Schwäche: Männer in der Kinderwunschbehandlung (selektierte Gruppe), 73 Teilnehmer, Querschnitt; ein Zusammenhang zwischen Cobalamin im Samen und Konzentration kann auch umgekehrt entstehen (mehr Spermien, mehr Spermien-assoziiertes Cobalamin).

**Murphy et al. 2011 [s327].** „Folate and vitamin B12 in idiopathic male infertility“. Fall-Kontroll-Studie aus Schweden (Malmö und Lund): 153 Männer mit idiopathischer Infertilität und 184 fertile Kontrollen; Serumfolat, Erythrozytenfolat, Serum-B12, Plasmahomocystein, Samenqualität und 20 häufige Genvarianten in zwölf Genen des Folat-, B12- und Homocysteinstoffwechsels. Die Varianten PEMT M175V und TCblR rs173665 waren mit Infertilität verbunden (P = 0,01 beziehungsweise P = 0,009), nicht aber mit der Samenqualität. Bei Männern ohne Supplementeinnahme hatten Infertile ein niedrigeres Serumfolat (12,89 gegenüber 14,73 nmol/l; P = 0,02); Erythrozytenfolat, B12 und Homocystein unterschieden sich nicht; keiner dieser Marker korrelierte mit einem Samenparameter. Die Autoren sehen wenig Stütze für einen niedrigen Folat- oder B12-Status in der Entstehung der idiopathischen Infertilität. Stärke: Kontrollgruppe fertiler Männer, Analyse ohne Supplementeinnahme. Schwäche: Das einzige signifikante Marker-Ergebnis (Serumfolat) ist ein Einzelbefund bei vielen Vergleichen; die Genassoziationen betreffen 20 Varianten, und der Abstract nennt keine Korrektur für Mehrfachtests.

**Chen et al. 2001 [s399].** „[Comparison of seminal vitamin B12, folate, reactive oxygen species and various sperm parameters between fertile and infertile males]“ (deutsch: Vergleich von Vitamin B12, Folat, reaktiven Sauerstoffspezies und verschiedenen Spermienparametern im Sperma fertiler und infertiler Männer). Chinesischsprachige Vergleichsstudie (Sun Yat-sen University) mit 44 infertilen und 176 fertilen Männern; Vitamin B12, Folat und ROS im Samen und weitere Parameter nach WHO-Vorgaben. B12 und Folat im Samen unterschieden sich nicht (P > 0,05); ROS waren bei Infertilen höher (P < 0,01), ebenso Fehlformen und niedrige Motilität; B12 und Folat korrelierten negativ mit ROS (P < 0,01); ROS korrelierten positiv mit Fehlformen (P < 0,01), aber auch positiv mit der Motilität (P < 0,01). Der Abstract erklärt den letztgenannten, ungewöhnlichen Befund nicht. Die Autoren sehen in der ROS-Zunahme einen wichtigen Faktor für schlechte Samenqualität. Schwächen: ungleiche Gruppengrößen (44 gegen 176) und keine Adjustierung im Abstract.

**Qi et al. 2018 [s245].** „[Correlation of the levels of seminal plasma homocysteine, folate and cobalamin with semen parameters in obese men]“ (deutsch: Zusammenhang der Spiegel von Homocystein, Folat und Cobalamin im Seminalplasma mit Spermienparametern bei adipösen Männern). Chinesischsprachige Querschnittsstudie (Hebei) an 83 zufällig ausgewählten Männern mit idiopathischer Infertilität, nach Körpermasseindex (BMI) in normal (n = 28), übergewichtig (n = 28) und adipös (n = 27) eingeteilt; Homocystein, Folat und Cobalamin im Samenplasma per ELISA. Adipöse hatten gegenüber Normalgewichtigen niedrigeres Volumen (2,58 ± 0,77 gegenüber 3,23 ± 0,86 ml), niedrigere Gesamtzahl (121,55 ± 88,08 gegenüber 191,35 ± 103,00 × 10⁶), geringeren Anteil progressiv motiler Spermien (38,97 ± 16,52 gegenüber 52,88 ± 15,58 %), niedrigeres Homocystein (6,62 ± 0,85 gegenüber 7,41 ± 1,29 µmol/l) und niedrigeres B12 (230,07 ± 37,75 gegenüber 282,41 ± 30,38 pmol/l), alle P < 0,05. Die Übergewichtigen unterschieden sich weder von Normalgewichtigen noch von Adipösen. Homocystein und B12 korrelierten positiv mit Volumen (r = 0,281; 0,242) und Gesamtzahl (r = 0,229; 0,258) und negativ mit dem BMI (r = −0,293; −0,238); Folat hing weder mit Samenparametern noch mit dem BMI zusammen. Stärken: Messung im Samenplasma, Stratifizierung nach BMI. Schwächen: kleine Gruppen, nur idiopathisch infertile Männer, Querschnitt; die Korrelationen sind schwach. Ob niedriges B12 bei Adipösen Ursache oder Folge ist, bleibt offen.

**Boushaba et al. 2023 [s75].** „The relationship of sperm DNA integrity with serum vitamin levels (folate and cobalamin) and food consumption in infertile men“. Querschnittsstudie aus Batna (Algerien) an infertilen Männern: Samenparameter und DNA-Fragmentationsindex (DFI, Chromatin-Dispersionstest), Serumfolat und Cobalamin per Immunoassay und ein halbquantitativer Ernährungsfragebogen. Serumfolat korrelierte positiv mit der progressiven Motilität und, bemerkenswert, mit dem DFI; Männer mit Folat unter 4,840 ng/ml hatten niedrigere Konzentration und progressive Motilität als Männer mit höherem Folat, ohne Unterschied im DFI; bei hohem DFI (Grenzwerte 30 % und 18 %) war das Serumfolat signifikant höher; Früchte und Eigelb korrelierten mit Konzentration beziehungsweise Motilität. Die Autoren mahnen zur vorsichtigen Verordnung von Folatpräparaten. Der Abstract enthält keine Cobalamin-Befunde und keine Fallzahl. Einordnung: Der positive Zusammenhang von Folat mit dem DNA-Fragmentationsindex steht im Gegensatz zur Erwartung eines Schutzes; die Querschnittsanlage erlaubt keine Aussage über Richtung.

**Kumar et al. 2024 [s53].** „Correlation between serum vitamin B12, vitamin D, and suboptimal semen parameters in male infertility: A hospital-based cross-sectional study“. Krankenhausbasierte Querschnittsstudie aus einem Zentrum in Nordindien über zwei Jahre mit 73 infertilen Männern (20 bis 40 Jahre) mit eingeschränkten Spermienparametern; Serum-B12 (ELISA) und Vitamin D (CLIA) nüchtern. Mittelwerte: B12 243,4 ± 69,3 pg/ml, Vitamin D 22,5 ± 13,2 ng/ml; niedriges B12 (< 200 pg/ml) bei 29 Männern (39,7 %), niedriges Vitamin D (< 20 ng/ml) bei 51 (69,9 %). Zwischen Männern mit niedrigem und normalem B12 unterschieden sich Spermienzahl, Motilität und Morphologie, ebenso bei Vitamin D (Tests: t-Test, Chi-Quadrat, Pearson-Korrelation). Die Autoren sehen eine mögliche Verbindung zwischen niedrigen Spiegeln und suboptimalen Samenparametern. Schwächen: keine Kontrollgruppe fertiler Männer (alle Teilnehmer hatten auffällige Samenparameter), kleine Stichprobe, keine Richtung und keine Zahlenwerte der Unterschiede im Abstract.

**Rastegar Panah et al. 2024 [s60].** „Vitamin B12 Is Associated with Higher Serum Testosterone Concentrations and Improved Androgenic Profiles Among Men with Infertility“. Querschnittsstudie am Mount Sinai Hospital in Toronto (Kanada) mit 303 Männern mit Infertilität; Serum-B12 und Reproduktionshormone (LH, FSH, Gesamttestosteron, Östradiol, Prolaktin); Spearman-Korrelation, lineare und logistische Regression, Effektmodifikation durch Alter und BMI. B12 und Gesamttestosteron hingen unabhängig zusammen (ρ = 0,19; P = 0,001); linear unadjustiert β = 0,0007 (P = 0,008), adjustiert β = 0,0005 (P = 0,03). Gegenüber dem untersten B12-Terzil hatten das mittlere (adjustierte OR 0,48; 95-%-KI 0,25 bis 0,93; P = 0,03) und das oberste Terzil (unadjustiert OR 0,41; 0,22 bis 0,77; P = 0,005; adjustiert OR 0,44; 0,22 bis 0,87; P = 0,02) eine verringerte Chance eines Testosteronmangels. Die Autoren sehen niedriges B12 bei infertilen Männern mit höherem Risiko für Testosteronmangel verbunden. Stärken: für diesen Gegenstand große Stichprobe, Angabe von Konfidenzintervallen und Adjustierung. Schwächen: Zielgröße ist der Hormonspiegel, nicht die Spermienqualität; Korrelation schwach (ρ = 0,19); Querschnitt; Testosteronmangel und B12 können gemeinsame Ursachen haben (etwa Adipositas oder Ernährung).

**Ishtulin et al. 2022 [s122].** „[Vitamin B12 is a diagnostic marker of decreased men reproductive function]“ (deutsch: Vitamin B12 als diagnostischer Marker einer verminderten männlichen Fortpflanzungsfunktion). Russischsprachige Fall-Kontroll-Studie aus Rjasan bei Männern (Alter 27 ± 2 Jahre) mit chronischer Prostatitis oder Varikozele und Asthenozoospermie; B12 im Samenplasma per kompetitivem ELISA. B12 war bei Prostatitis IIIB mit Asthenozoospermie 3,6-fach, bei Varikozele II und III mit Asthenozoospermie 4,4-fach niedriger als in der Kontrollgruppe. Berichtet werden eine Korrelation mittlerer Stärke (r = 0,683; P = 0,001; der Abstract nennt den Bezugsparameter nicht eindeutig) und eine zwischen B12 und Beweglichkeit (r = 0,690; P = 0,001). Die Autoren sehen B12 als Marker verminderter männlicher Fortpflanzungsfunktion. Schwächen: Fallzahlen und Kontrollgruppe stehen nicht im Abstract; es ist denkbar, dass Prostataentzündung und Varikozele den B12-Gehalt im Samenplasma selbst verändern (umgekehrte Verursachung); es handelt sich um Assoziation, nicht um die Wirkung einer B12-Gabe.

**Bdeir et al. 2024 [s46].** „Role of pyridoxine and oxidative stress in asthenozoospermia“. Fall-Kontroll-Studie aus der Provinz Irbid (Jordanien, zwei Einrichtungen der Sekundärversorgung): 63 asthenozoosperme und 43 normozoosperme Männer (mittleres Alter 30,35 ± 7,03 Jahre); Vitamin B6, Glutathion (GSH) und totale antioxidative Kapazität (TAC) im Samenplasma spektrophotometrisch (WHO 2021). Vitamin B6 war bei Asthenozoospermie um etwa 80 % niedriger (P < 0,0001); GSH (P < 0,0001) und TAC (P < 0,0073) hingen mit dem B6-Mangel zusammen. Die Autoren schließen, Pyridoxinmangel könne das Glutathionsystem verändern und zur Asthenozoospermie beitragen. Einordnung: Vitamin B6 liegt außerhalb der Hauptsubstanzen und ist hier wegen des Glutathionbezugs aufgenommen; der Abstract nennt keine Konfidenzintervalle, und die genannte Ursachenkette ist nicht belegt.

**Einordnung B12 und Folat.** Die Beobachtungsstudien zu B12 liefern ein uneinheitliches Bild: Boxmeer fand eine Beziehung von Seminalcobalamin zur Konzentration [s361], Murphy keinen Zusammenhang mit Samenparametern [s327], Chen keinen Unterschied im Samen-B12 zwischen Fertilen und Infertilen [s399]; zwei Arbeiten berichten niedrigeres B12 bei Adipositas beziehungsweise bei Prostatitis oder Varikozele [s245, s122], eine zeigt einen Zusammenhang mit Testosteron statt mit der Samenqualität [s60]. Für Folat deutet eine algerische Arbeit auf einen unerwarteten positiven Zusammenhang mit dem DNA-Fragmentationsindex [s75]. In den englisch-, deutsch-, französisch-, italienisch-, portugiesisch- und spanischsprachigen Quellen fand die Recherche keine randomisierte Studie mit reinem B12 bei Männern; ältere Studien mit Methylcobalamin liegen aus Japan vor (siehe die klinischen Abschnitte der Gesamtstudie).

### Glutathion, glutathionabhängige Enzyme und Selen

Zu Glutathion als Einnahme fand die Recherche beim Menschen keine kontrollierte orale Studie; die Beobachtungsliteratur misst Glutathion, seine Enzyme und das Spurenelement Selen in Blut, Samenplasma oder Spermien und setzt sie zur Samenqualität in Beziehung. Diese Studien zeigen Zusammenhänge, nicht die Wirkung einer Einnahme.

**Xu und Zhao 2025 [s39].** „Serum Selenoprotein P and Glutathione Expression in Relation to Sperm Kinetic Parameters in Patients with Asthenospermia“. Retrospektive Fall-Kontroll-Analyse am Zibo Central Hospital (China) bei Männern im zeugungsfähigen Alter, die zwischen Oktober 2022 und Oktober 2024 vor einer geplanten Empfängnis untersucht wurden; Einteilung nach dem Anteil progressiv beweglicher Spermien in 147 Fälle (Asthenozoospermie) und 151 Gesunde. Fall- und Kontrollgruppe unterschieden sich in Körpermasseindex (BMI), Rauchen, regelmäßigem Alkoholkonsum und Schlafdauer (alle P < 0,001). Serum-Selenoprotein P (SeP) und Glutathion (GSH) waren in der Fallgruppe niedriger (P < 0,001). GSH korrelierte negativ mit der Zahl nicht vorwärts beweglicher Spermien (r = −0,601) und positiv mit vorwärts beweglichen Spermien (r = 0,518), Konzentration (r = 0,554) und Gesamtvitalität (r = 0,524); für SeP waren die Werte r = −0,476 sowie 0,473, 0,485 und 0,518. In der multivariaten linearen Regression waren BMI (β = −0,217), Schlafdauer (β = 0,236), SeP (β = 0,253), GSH (β = 0,325), Rauchen (β = −0,085; P = 0,031) und regelmäßiger Alkoholkonsum (β = −0,083; P = 0,034) Einflussfaktoren für die Zahl vorwärts beweglicher Spermien; Malondialdehyd (MDA) korrelierte negativ mit SeP (r = −0,471) und GSH (r = −0,543). Die Fläche unter der Kurve für die Diagnose einer Asthenozoospermie betrug 0,824 (SeP) und 0,852 (GSH). Stärken: Adjustierung für Lebensstilfaktoren, Angabe von Diagnosegüte. Schwächen: retrospektiv und querschnittlich; gemessen wurden Serumwerte, nicht Samenplasmawerte; die Fallgruppe unterscheidet sich im BMI und im Lebensstil von der Kontrollgruppe; keine Aussage über Ursache oder Einnahme; die hohen Trennschärfen (AUC über 0,8) gelten in der Stichprobe, in der die Gruppen nach dem Merkmal selbst gebildet wurden, und sind ohne Validierung in anderen Gruppen nicht übertragbar.

**Zhang et al. 2026 [s16].** „Quantitative analysis of vitamin E, 5-methyltetrahydrofolate, and glutathione in seminal plasma by liquid chromatography-tandem mass spectrometry“. Methodenvalidierung mit explorativer Fall-Kontroll-Analyse am Shandong Provincial Hospital (China): eine LC-MS/MS-Methode für Vitamin E, 5-Methyltetrahydrofolat (5-MTHF) und GSH im Samenplasma wurde nach CLSI C62-A validiert (Variationskoeffizienten innerhalb und zwischen Messreihen unter 6,8 % beziehungsweise 5,5 %; Wiederfindung 88,78 % bis 108,10 %), vorläufige Referenzintervalle wurden bei 120 gesunden Männern bestimmt, Serum und Samenplasma bei 22 Paaren verglichen und 47 infertile Männer explorativ untersucht. Zwischen Serum und Samenplasma fand sich keine signifikante Korrelation. Bei den Infertilen waren 5-MTHF (139,50 [68,02 bis 198,50] gegenüber 387,80 [152,50 bis 623,80] ng/ml; P < 0,001) und GSH (4.314 [3.051 bis 5.974] gegenüber 9.049 [6.128 bis 11.828] ng/ml; P < 0,001) niedriger, Vitamin E nicht unterschiedlich (199,00 [138,00 bis 252,00] gegenüber 168,50 [129,00 bis 237,80] ng/ml; P = 0,211). Die Autoren sehen eine mögliche Bedeutung von 5-MTHF und GSH für die männliche Infertilität und verlangen multizentrische Validierung. Stärke: sorgfältige Messmethodik. Schwächen: kleine, explorative Fallgruppe (47 Männer), Kontrollen und Fälle nicht im Detail beschrieben; die fehlende Serum-Samen-Korrelation zeigt, dass Blutwerte die Samenplasmawerte nicht abbilden.

**Atig et al. 2012 [s317].** „Impact of seminal trace element and glutathione levels on semen quality of Tunisian infertile men“. Studie aus Tunesien mit 60 fertilen (normozoospermen) und 190 infertilen Männern (74 Asthenozoospermie, 56 Oligozoospermie, 60 Teratozoospermie): Zink und Selen im Samenplasma per Atomabsorption, Gesamt-, oxidiertes und reduziertes Glutathion sowie MDA spektrophotometrisch. Zink und Selen waren bei Normozoospermie höher als in den drei auffälligen Gruppen, aber nur bei Zink war der Unterschied signifikant; Zink korrelierte positiv mit Motilität (r = 0,29; P = 0,03) und Spermienzahl. Das Samenplasma-Glutathion war bei Normozoospermie höher als in den Patientengruppen. Die Autoren sehen verminderte Glutathion- und Spurenelementspiegel als möglichen indirekten Biomarker idiopathischer Infertilität. Schwäche: Der Abstract nennt nicht alle Zahlenwerte; Querschnitt, keine Adjustierung.

**Aydemir et al. 2006 [s372].** „Impact of Cu and Fe concentrations on oxidative damage in male infertility“. Studie aus Istanbul (Türkei) mit 60 subfertilen Männern und 40 fertilen Freiwilligen: Eisen und Kupfer in Serum und Samenplasma, Glutathion, MDA und ROS. Spermienzahl und Motilität waren bei den Subfertilen niedriger (P < 0,001); Kupfer in Serum (P < 0,001) und Samenplasma (P < 0,05) sowie Eisen im Samenplasma (P < 0,001) waren höher, Serumeisen nicht. Die Autoren sehen Kupfer und Eisen als Vermittler oxidativer Schäden und empfehlen ihre Bestimmung in der Abklärung. Einordnung: Die Studie betrifft Spurenelemente, die in höheren Konzentrationen oxidativ wirken können; die Glutathion-Ergebnisse nennt der Abstract nicht.

**Foresta et al. 2002 [s395].** „Male fertility is linked to the selenoprotein phospholipid hydroperoxide glutathione peroxidase“. Fall-Kontroll-Studie: Spermien von 75 infertilen Männern und 37 Kontrollen; die selenabhängige Phospholipid-Hydroperoxid-Glutathionperoxidase (PHGPx), die fast den gesamten Selengehalt des Säugerhodens ausmacht und im Mittelstück der Spermien Teil der Mitochondrienkapsel ist, wurde als „zurückgewonnene“ Aktivität gemessen. Bei Infertilen lag sie signifikant niedriger (93,2 ± 60,1 gegenüber 187,5 ± 55,3 Einheiten/mg Spermienprotein), am niedrigsten bei Oligoasthenozoospermie (61,93 ± 45,42 Einheiten/mg; P < 0,001 gegenüber Kontrollen und Asthenozoospermie), und korrelierte positiv mit Vitalität (r = 0,35), morphologischer Integrität (r = 0,44) und am stärksten mit der Vorwärtsmotilität (r = 0,45). Die Autoren sehen PHGPx als unentbehrlich für die strukturelle Integrität der Spermien und als prädiktiven Messwert für die Befruchtungsfähigkeit. Einordnung: Eine biochemische Assoziation im Spermium; eine Einnahme von Selen oder Glutathion wurde nicht geprüft.

**Imai et al. 2001 [s400].** „Failure of the expression of phospholipid hydroperoxide glutathione peroxidase in the spermatozoa of human infertile males“. Studie aus Japan zur PHGPx-Expression in menschlichen Spermien (Immunoblot). Bei etwa 10 % von 73 infertilen Männern war die Expression drastisch vermindert; alle sieben Betroffenen hatten eine Oligoasthenozoospermie, das sind 26 % der 27 infertilen Männer mit Oligoasthenozoospermie; bei 31 fertilen Freiwilligen fand sich kein Defekt. Spermien mit niedriger Expression waren nach drei Stunden Inkubation seltener beweglich, nahmen Rhodamin 123 nicht auf (Verlust des mitochondrialen Membranpotenzials) und zeigten im Elektronenmikroskop auffällige Mitochondrien. Die Autoren sehen im Ausfall der mitochondrialen PHGPx eine mögliche Ursache der Oligoasthenozoospermie. Einordnung: Sieben Männer; die Studie ist mit [s395] und der japanischen Übersicht [s351] gedanklich verbunden und beschreibt einen Defekt, nicht eine Mangelversorgung.

**Ammar et al. 2020 [s181].** „Teratozoospermia: Its association with sperm DNA defects, apoptotic alterations, and oxidative stress“. Studie aus Monastir (Tunesien) mit 69 Männern mit isolierter polymorpher Teratozoospermie und 20 Männern mit normalen Samenparametern: DNA-Strangbrüche (Acridinorange), mitochondriale Depolarisation, Phosphatidylserin-Externalisierung und seminales Antioxidanzprofil (reduziertes und oxidiertes Glutathion, Glutathion-S-Transferase [GST], Protein-Sulfhydrylgruppen). Teratozoosperme Männer hatten mehr DNA-Brüche, mehr Phosphatidylserin-Externalisierung und mehr mitochondriale Depolarisation; reduziertes Glutathion, GST und Protein-Sulfhydrylgruppen waren niedriger. Die Autoren sehen das verminderte Antioxidanzprofil als möglichen Faktor der Spermienapoptose. Einordnung: Der Abstract widerspricht sich zur GST (erst als signifikant erniedrigt, dann als nicht signifikant genannt); die Zusammenhänge zwischen Apoptosemarkern, DNA-Schäden und Antioxidanzstatus sind korrelativ.

**Menevşe et al. 2022 [s128].** „Evaluation of sialic acid, malondialdehyde and glutathione levels in infertile male“. Studie aus der Universität Selçuk (Konya, Türkei): je 30 normozoosperme (Konzentration ≥ 15 Mio./ml) und oligozoosperme Männer; Sialinsäure, MDA und GSH im Samenplasma. Sialinsäure unterschied sich deutlich (P < 0,0001; Grenzwert nach ROC-Kurve 4,175 nmol/ml), MDA und GSH nicht (P > 0,05). Einordnung: Für Glutathion ist das Ergebnis negativ; die Arbeit zeigt, dass nicht alle Marker des oxidativen Stresses bei Oligozoospermie verändert sind.

**Micoogullari et al. 2022 [s129].** „Evaluation of the role of thiol / disulfide homeostasis in the etiology of idiopathic male infertility with a novel and automated assay“. Studie aus Izmir (Türkei): 79 Männer mit idiopathischer Infertilität und 90 Gesunde; Serum-Thiol/Disulfid-Gleichgewicht. Gesamtthiol, natives Thiol und die Verhältnisse unterschieden sich signifikant (P < 0,05); die Antioxidanzparameter waren bei Infertilen niedriger, die Oxidanzverhältnisse höher; die Disulfidwerte unterschieden sich nicht signifikant (P = 0,214). Natives Thiol mit einem Grenzwert von 507,15 µmol/l sagte die Infertilität mit 72,2 % Sensitivität und 74,4 % Spezifität voraus, Gesamtthiol (545,45 µmol/l) mit 70,9 % und 73,3 %; in der multivariaten Analyse war nur natives Thiol ein unabhängiger Risikofaktor. Die Autoren sehen die Studie als Hinweis auf oxidativen Stress und auf mögliche Antioxidantientherapie. Schwächen: Serum- statt Samenmessung, Trennschärfe mäßig, eine Aussage zur Behandlung folgt aus Messungen nicht.

**Hsieh et al. 2006 [s373].** „Seminal malondialdehyde concentration but not glutathione peroxidase activity is negatively correlated with seminal concentration and motility“. Studie aus Taichung (Taiwan) mit 20 Männern mit Normozoospermie und 31 mit Oligoasthenospermie; MDA und Glutathionperoxidase (GPx) im Samenplasma. MDA war bei Oligoasthenospermie höher (1,52 ± 0,75 gegenüber 2,25 ± 0,88 nM; P = 0,0021), die GPx-Aktivität nicht verschieden (0,48 ± 0,11 gegenüber 0,47 ± 0,12 U/ml); MDA korrelierte negativ mit Motilität (P = 0,017) und Konzentration (P = 0,0166), GPx positiv, aber nicht signifikant. Die Autoren sehen MDA als einfaches Instrument zur Vorhersage der Spermienparameter. Einordnung: kleine Gruppen; der Befund betrifft ein Peroxidationsprodukt, nicht Glutathion als Einnahme.

**Eskiocak et al. 2005 [s380].** „Glutathione and free sulphydryl content of seminal plasma in healthy medical students during and after exam stress“. Beobachtungsstudie mit Messwiederholung in Edirne (Türkei): 34 gesunde Medizinstudenten gaben Samen kurz vor (Stressphase) und drei Monate nach ihren Abschlussprüfungen ab; Prüfungsstress wurde mit dem State Trait Anxiety Inventory gemessen. Während der Prüfungsphase waren Glutathion und freie Sulfhydrylgruppen im Samenplasma und der Motilitätsindex niedriger, der Anteil morphologisch abnormer Spermien höher (jeweils P < 0,001); Glutathion hing zu beiden Zeitpunkten mit dem Motilitätsindex zusammen (P < 0,05 und P < 0,01). Die Autoren schließen, schlechte Spermienqualität könne mit einem Verlust von Glutathion und Sulfhydrylgruppen zusammenhängen. Stärke: Messwiederholung am selben Mann. Schwächen: gesunde, junge Männer, keine Kontrollgruppe ohne Stress, Zeitpunkt der Messung (Jahreszeit) und Karenz nicht im Abstract; es besteht eine Assoziation mit psychischer Belastung, keine Wirkung einer Glutathiongabe.

**Eroglu et al. 2014 [s298].** „Blood serum and seminal plasma selenium, total antioxidant capacity and coenzyme q10 levels in relation to semen parameters in men with idiopathic infertility“. Fall-Kontroll-Studie aus Istanbul (Türkei) mit 59 Männern (44 mit idiopathischer Infertilität und auffälligen Spermienparametern, 15 fertile mit normalen Parametern): Selen, totale antioxidative Kapazität (TAC) und Coenzym Q10 in Serum und Samenplasma. Serumselen, Samenselen und Samen-TAC unterschieden sich zwischen den Gruppen (P < 0,01; P < 0,001; P < 0,001); Serum-TAC sowie CoQ10 in Serum und Samenplasma unterschieden sich nicht. Serumselen korrelierte mit Samenselen (r = 0,46; P < 0,01); Serum- und Samenselen korrelierten positiv mit Konzentration, Motilität und Morphologie, Samen-TAC mit allen drei Parametern, Samen-CoQ10 nur mit der Morphologie. Die Autoren sehen Selenmangel als möglichen bestimmenden Faktor und die Messung des Serumselens als Hilfe, um Patienten zu erkennen, die von einer Supplementierung profitieren könnten; das ist ihre Hypothese. Schwächen: 15 fertile Kontrollen; die Aussage zur Supplementierung ist nicht Gegenstand der Studie.

**Xu et al. 2001 [s406] und Xu et al. 2003 [s392].** „[The associations between concentration of selenium in semen and sperm parameters as well as oxidative DNA damage in human sperm]“ (deutsch: Zusammenhang zwischen Selenkonzentration im Sperma, Spermienparametern und oxidativer DNA-Schädigung). Die erste Studie (chinesischsprachig, Anhui Medical University; Fallzahl im Abstract nicht genannt, fertile und infertile Männer) fand eine höhere Selenkonzentration im Samen bei Fertilen (0,74 gegenüber 0,56 µmol/l), ebenso höhere Werte für Volumen (3,91 gegenüber 2,79 ml), Dichte (46,4 gegenüber 36,5 × 10⁹/l) und Spermienzahl (168,0 gegenüber 102,0 × 10⁶); Motilität, Vitalität und Anteil fehlgeformter Spermien unterschieden sich nicht. Selen im Samen korrelierte mit Dichte (r = 0,48 bei Fertilen, r = 0,32 bei Infertilen), Spermienzahl (0,32; 0,26), Motilität (0,46; 0,65) und Vitalität (0,33; 0,64), nicht aber Serumselen; das oxidative DNA-Schadensprodukt 8-OHdG in der Spermien-DNA korrelierte negativ mit Samenselen (r = −0,21 und r = −0,28). „The associations among semen quality, oxidative DNA damage in human spermatozoa and concentrations of cadmium, lead and selenium in seminal plasma“. Die Folgestudie derselben Gruppe an 56 Nichtrauchern ergab ähnliche Zusammenhänge: Selen mit Dichte (r = 0,50), Zahl (0,49), Motilität (0,40) und Vitalität (0,38); Cadmium negativ mit Dichte (r = −0,28) und Zahl (−0,27); 8-OHdG negativ mit Selen (r = −0,40) und positiv mit Cadmium (r = 0,55); Blei zeigte keinen Zusammenhang mit der Samenqualität. Die Autoren folgern, Selen könne vor oxidativen DNA-Schäden schützen. Einordnung: Beide Arbeiten sind korrelativ; das geometrische Mittel von 8-OHdG hatte ein sehr weites Intervall (51,4; 95-%-KI 21,5 bis 123,0).

**Chen et al. 2023 [s77].** „Sperm mitochondrial DNA copy number mediates the association between seminal plasma selenium concentrations and semen quality among healthy men“. Querschnitts- und Mediationsanalyse bei gesunden chinesischen Samenspendern (Fujian): Selenkonzentration im Samenplasma (gepoolt je Mann, n = 1.159) in Beziehung zu wiederholten Spermienparametern (n = 5.617 Messungen), lineare gemischte Modelle; Mediationsanalyse mit der mitochondrialen DNA-Kopienzahl (mtDNAcn) der Spermien (n = 989). Das oberste gegenüber dem untersten Quartil des Samenplasma-Selens war mit einer um 70,1 % (95-%-KI 53,3 bis 88,9) höheren Konzentration und einer um 59,1 % (40,5 bis 80,2) höheren Gesamtzahl verbunden; Samenselen war umgekehrt mit der mtDNAcn assoziiert, und die mtDNAcn mit Motilität, Konzentration und Gesamtzahl; die mtDNAcn vermittelte 19,7 % (15,9 bis 25,3) beziehungsweise 23,1 % (17,4 bis 33,4) der Zusammenhänge. Die Autoren sehen Selen als wesentlich für die Spermatogenese, möglicherweise über die mtDNAcn. Stärken: große, wiederholt gemessene Kohorte, Intervalle angegeben. Schwächen: gesunde Spender (kein Befund bei Infertilen), Beobachtungsdaten, Mediationsannahmen nicht geprüft; Samenselen kann auch Folge der Spermienzahl sein.

### Totale antioxidative Kapazität und Marker des oxidativen Stresses

**Koca et al. 2003 [s388].** „Antioxidant activity of seminal plasma in fertile and infertile men“. Prospektive Fall-Kontroll-Studie aus Ankara (Türkei): 30 Patienten mit idiopathischer Infertilität, 20 fertilitätsgesicherte gesunde Männer. Die mittlere TAC des Samenplasmas betrug bei Fertilen 2,02 ± 0,16 mmol/l, bei Infertilen 1,78 ± 0,23 mmol/l (P < 0,01); in den Gruppen mit Asthenozoospermie und Asthenoteratozoospermie lag sie bei 1,73 ± 0,11 und 1,64 ± 0,13. Fruktose war bei Fertilen niedriger, Zink bei allen Infertilen niedriger; TAC korrelierte positiv mit der Motilität (P = 0,001). Die Autoren schließen, verminderte antioxidative Kapazität gehe mit gestörter Spermienfunktion einher. Schwächen: 50 Männer, Querschnitt, Messmethode der TAC nicht standardisiert.

**Shi et al. 2005 [s383] und 2006 [s375].** „[Total antioxidant capacity of seminal plasma in fertile and infertile men]“ (deutsch: Totale antioxidative Kapazität des Seminalplasmas bei fertilen und infertilen Männern). Zwei chinesischsprachige Studien aus dem Nanjing General Hospital. In der ersten wurden 225 infertile Männer (10 mit obstruktiver, 42 mit nichtobstruktiver Azoospermie, 20 Oligozoospermie, 78 Asthenozoospermie, 57 Oligoasthenozoospermie, 18 Normozoospermie) und 28 fertile Kontrollen verglichen: Die TAC im Samenplasma betrug 1,71 ± 1,33 U (obstruktive Azoospermie), 12,73 ± 9,44 (nichtobstruktive Azoospermie), 10,85 ± 6,64 (Oligozoospermie), 13,88 ± 8,24 (Asthenozoospermie), 11,20 ± 7,02 (Oligoasthenozoospermie), 18,07 ± 8,73 (Normozoospermie) und 19,82 ± 6,33 U (Fertile); alle Gruppen außer der Normozoospermie lagen signifikant niedriger als die Fertilen (P < 0,01); die Korrelation mit Dichte (r = 0,182) und Spermien Grad a (r = 0,150) war schwach. „[Correlation of total antioxidant capacity in seminal plasma with sperm motility of infertile men]“ (deutsch: Zusammenhang der totalen antioxidativen Kapazität im Seminalplasma mit der Spermienmotilität infertiler Männer). Die zweite Studie fand bei 113 infertilen Männern mit normaler Spermiendichte eine niedrigere TAC als bei 28 Fertilen (14,37 ± 8,45 gegenüber 19,82 ± 6,33 U; P < 0,01) mit schwachen Korrelationen zu Motilitätsgrad a (r = 0,208), a + b (r = 0,231), STR (0,200), LIN (0,208), VCL (0,189), VSL (0,210), VAP (0,215) und BCF (r = −0,248). Die Autoren sehen eine verminderte TAC als eine mögliche Ursache männlicher Infertilität. Einordnung: Die Fertilen (n = 28) sind dieselbe Kontrollgruppe, die TAC von obstruktiver Azoospermie ist ein Sonderfall mit anderer Ursache; mit Korrelationen von 0,15 bis 0,25 erklärt die TAC nur einen kleinen Teil der Streuung.

**Cai et al. 2016 [s272].** „[Association of sperm DNA integrity with seminal plasma oxidative stress and its influence on in vitro fertilization in infertile males]“ (deutsch: Zusammenhang der Spermien-DNA-Integrität mit oxidativem Stress im Seminalplasma und Einfluss auf die IVF). Chinesischsprachige Studie aus Jiaxing an 433 infertilen Männern im IVF-Programm; Spermien-DNA-Fragmentierung (SCD-Test), Einteilung in niedrigen (< 30 %) und hohen DFI (≥ 30 %). Bei hohem DFI waren die progressive Motilität (29,2 ± 16,8 gegenüber 48,6 ± 16,7 %) und die schnell progressive Motilität (9,4 ± 6,6 gegenüber 19,0 ± 9,1 %) niedriger, MDA höher (2,28 ± 0,26 gegenüber 0,95 ± 0,18 nmol/l), TAC niedriger (10,2 ± 3,5 gegenüber 33,2 ± 7,9 U/l) und die Befruchtungsrate niedriger (58,9 ± 30,0 gegenüber 77,2 ± 25,0 %; jeweils P < 0,01); Konzentration (51,4 ± 30,9 gegenüber 52,3 ± 32,4 × 10⁶/ml), Teilungsrate (70,7 ± 35,6 gegenüber 80,4 ± 15,6 %) und Rate hochwertiger Embryonen (40,4 ± 31,3 gegenüber 41,7 ± 29,4 %) unterschieden sich nicht. Die Autoren schließen, Spermien-DNA-Schäden seien mit oxidativem Stress im Samenplasma verbunden und könnten über eine geringere Befruchtungsrate die IVF-Ergebnisse beeinflussen. Stärke: klinisch relevante Zielgröße (Befruchtung). Schwächen: Gruppierung nach dem Messwert selbst, Streuung groß, keine Adjustierung im Abstract; weder Teilungs- noch Embryoqualitätsrate unterschieden sich.

**Aktan et al. 2013 [s310].** „Mystery of idiopathic male infertility: is oxidative stress an actual risk?“. Prospektive Studie aus der Türkei (Istanbul) mit Samen von 28 Männern mit idiopathischer Infertilität und 14 fertilen Männern; DNA-Fragmentierung (TUNEL), ROS-Bildung, Proteincarbonyle, Nitrotyrosin, MDA, Gesamtthiol und FRAP. Spermien Infertiler hatten mehr TUNEL-positive Zellen und mehr ROS; MDA, Proteincarbonyle und Nitrotyrosin im Samenplasma waren erhöht; Gesamtthiol und FRAP unterschieden sich nicht; DNA-Fragmentierung korrelierte mit MDA, Nitrotyrosin und Proteincarbonylen. Die Autoren sehen oxidativen Stress bei türkischen Männern mit idiopathischer Infertilität bestätigt. Einordnung: Die antioxidativen Messgrößen (Thiol, FRAP) waren nicht verändert, nur die Schadensprodukte; 14 Kontrollen.

**Abd-Elmoaty et al. 2010 [s332].** „Increased levels of oxidants and reduced antioxidants in semen of infertile men with varicocele“. Der Abstract (Land und Fallzahlen nicht genannt) berichtet höhere Oxidanzien (Malondialdehyd, Stickstoffmonoxid) und niedrigere Antioxidanzien (Superoxiddismutase, Glutathionperoxidase, Katalase, Ascorbinsäure) im Samen infertiler Männer mit Varikozele; der oxidative Stress im Samen hänge mit Motilität und Varikozelengrad zusammen. Einordnung: Ohne Zahlen im Abstract; eine Querschnittsbeobachtung bei einer Erkrankung, die selbst Schäden am Hoden verursachen kann.

**Shcherbitskaia et al. 2022 [s137].** „Oxidative Stress Markers and Sperm DNA Fragmentation in Men Recovered from COVID-19“. Studie aus St. Petersburg mit 17 Männern fünf Monate nach COVID-19 und 22 altersgleichen Kontrollen: Die DNA-Fragmentierung korrelierte negativ mit der Zeit seit der Erkrankung, mit der Superoxiddismutase-Aktivität und mit der Harnsäure; eine erhöhte Fragmentierung sei nach COVID-19 nicht immer vorhanden. Bei auffälligem TUNEL-Test fanden sich mehr Rundzellen, weniger Nitrotyrosin, niedrigere antioxidative Gesamtkapazität und niedrigeres Zink sowie mehr 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin in den Spermien. Die Autoren sehen ein Ungleichgewicht zwischen Pro- und Antioxidanzien als möglichen Grund. Einordnung: Sehr kleine Stichprobe; der Zusammenhang gilt für eine einzelne Virusinfektion.

**Al Bijou et al. 2025 [s17].** „Cryopreservation increases sperm DNA fragmentation in normozoospermic Libyan men: the role of oxidative stress and the protective effect of melatonin“. Prospektive Kohortenstudie aus Bengasi (Libyen) an 104 normozoospermen Libyern (Kinderwunschzentrum, Beirut Hospital): Samen vor und nach einem Einfrier-Auftau-Zyklus. Der DNA-Fragmentationsindex stieg von 46,3 ± 18,3 % auf 60,0 ± 23,0 % (P < 0,001) und ROS von 3,2 × 10³ auf 14,7 × 10³ RLU/s (P < 0,001); Raucher hatten vor und nach dem Einfrieren einen höheren DFI (P < 0,001); ROS und DFI nach dem Auftauen korrelierten (r = 0,68; P < 0,001). In einer Teilmenge senkte der Zusatz von 2 mM Melatonin vor dem Einfrieren die ROS um 12 % (P = 0,045) und den DFI um 11 % (P = 0,004); die Autoren sprechen von begrenztem Schutz. Einordnung: Der Melatoninzusatz im Labor betrifft die Probenaufbereitung, nicht die Einnahme; normozoosperme Männer; Zusammensetzung der Teilmenge im Abstract nicht beschrieben.

**Dogan et al. 2024 [s49].** „Assessing the efficacy of a novel sperm-washing medium enriched with serotonin, L-carnitine, and coenzyme Q10: an observational cohort study“. Beobachtende Kohortenstudie aus Istanbul mit 98 Freiwilligen: Ein neues Spermien-Waschmedium mit Serotonin, L-Carnitin und Coenzym Q10 wurde mit zwei handelsüblichen Medien verglichen. Gesamt- und progressive Beweglichkeit und DNA-Fragmentierung unterschieden sich nicht; im neuen Medium waren Apoptose, Nekrose und ROS geringer und die Vitalität höher. Es handelt sich um eine Laborarbeit zur Probenpräparation, nicht um eine Studie zur Einnahme.

**Suleiman et al. 1996 [s413].** „Lipid peroxidation and human sperm motility: protective role of vitamin E“. Beobachtungs- und Interventionsstudie aus Abha (Saudi-Arabien) bei Männern des Asir Infertility Center: Das Malondialdehyd der Spermien war bei Männern mit verminderter Motilität höher; MDA im Samenplasma stand in keiner Beziehung zu Konzentration, Motilität oder Zahl unbeweglicher Spermien. Im Spermienpellet von Asthenospermie und Oligoasthenospermie war MDA etwa doppelt so hoch wie bei Normospermie. Behandlung asthenospermer Patienten mit oralem Vitamin E senkte das MDA der Spermien signifikant und verbesserte die Motilität; 11 der 52 behandelten Patienten (21 %) führten eine Schwangerschaft der Partnerin herbei (neun endeten mit normalen Geburten, zwei mit einer Fehlgeburt im ersten Trimester); bei den Partnerinnen von Männern der Placebogruppe wurden keine Schwangerschaften berichtet. Einordnung: Die Größe der Placebogruppe und die Randomisierung stehen nicht im Abstract; die Schwangerschaftszahl ist klein, und eine Studie dieses Alters nennt weder Konfidenzintervalle noch Adjustierung.

**Omu et al. 1999 [s410].** „Significance of simultaneous determination of serum and seminal plasma alpha-tocopherol and retinol in infertile men by high-performance liquid chromatography“. Studie aus Kuwait: α-Tocopherol und Retinol wurden in Serum und Samen von 40 subfertilen Männern per HPLC gemessen. Beide Vitamine waren im Serum um das Drei- bis Zehnfache höher als im Samen (P < 0,001). α-Tocopherol lag bei Männern mit normalen Spermienparametern in Serum und Samen höher (20 ± 5 und 5 ± 4 µmol/l) als bei Oligozoospermie (10 ± 4 und 3 ± 2), Azoospermie (8 ± 3 und 3 ± 1) und Asthenozoospermie (9 ± 6 und 3 ± 2; P < 0,002); Retinol im Serum war bei Azoospermie niedriger (1,3 ± 0,3 gegenüber 2,4 ± 2 µmol/l; P < 0,05). Das α-Tocopherol:Retinol-Verhältnis im Samen war bei Normalbefund (11,5) und Asthenozoospermie (10,3) höher als bei Oligozoospermie (8,3) und Azoospermie (6,3). Die Autoren deuten dies als mögliche verminderte antioxidative Aktivität bei Spermienfunktionsstörung. Einordnung: Die Gruppen sind klein (40 Männer insgesamt auf vier Gruppen verteilt), Zahlen mit sehr großer Streuung.

**Mostafa et al. 2006 [s374].** „Effect of smoking on seminal plasma ascorbic acid in infertile and fertile males“. Studie aus Kairo mit 170 Männern, vier Gruppen (nichtobstruktive Azoospermie, Oligoasthenozoospermie, Asthenozoospermie, normozoosperme Fertile), jeweils Raucher und Nichtraucher (20 bis 30 je Untergruppe). Ascorbinsäure im Samenplasma war bei Rauchern in allen Gruppen niedriger (6,03 ± 2,18 gegenüber 6,62 ± 1,29; 7,81 ± 1,98 gegenüber 9,44 ± 2,15; 8,09 ± 1,98 gegenüber 9,95 ± 2,03; 11,32 ± 2,15 gegenüber 12,98 ± 12,19 mg/dl); Fertile hatten höhere Werte als alle Infertilen; Ascorbinsäure korrelierte bei Rauchern und Nichtrauchern mit Konzentration (r = 0,59; 0,60) und Motilität (r = 0,65; 0,55) und negativ mit Fehlformen (r = −0,53; −0,50), jeweils P < 0,001. Die Autoren schließen, Rauchen gehe mit geringeren Samenparametern einher. Einordnung: Kleine Untergruppen, die Standardabweichung von 12,19 bei Fertilen Nichtrauchern ist im Abstract auffällig (möglicher Druckfehler); Rauchen ist ein Störfaktor, der Ascorbinsäure und Spermienqualität gemeinsam verändern kann.

**Tang et al. 2016 [s282].** „Association of decreased spermatozoa omega-3 fatty acid levels and increased oxidative DNA damage with varicocele in infertile men: a case control study“. Fall-Kontroll-Studie aus Guangzhou (China) mit 92 infertilen Männern mit Varikozele, 99 infertilen ohne Varikozele und 95 fertilen Kontrollen: Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in Spermien (Gaschromatographie), 8-OHdG im Samenplasma (ELISA). Männer mit Varikozele hatten niedrigere Omega-3-Konzentrationen in den Spermien, ein höheres Omega-6:Omega-3-Verhältnis und mehr oxidativen DNA-Schaden als beide Vergleichsgruppen; Grad der Varikozele und DNA-Schaden hingen mit niedrigem Omega-3 und schlechterer Samenqualität zusammen. Die Autoren sehen einen möglichen Omega-3-Mangel bei varikozeleassoziierter Infertilität und fordern Interventionsstudien. Schwächen: Zahlen im Abstract nicht genannt; Omega-3 ist keine der Hauptsubstanzen dieser Studie.

### Melatonin

Zu Melatonin liegen beim Menschen vier Messstudien vor, die Melatonin im Blut oder Samenplasma bestimmen und zur Samenqualität in Beziehung setzen. Die Ergebnisse sind nicht einheitlich.

**Awad et al. 2006 [s371].** „Melatonin hormone profile in infertile males“. Studie aus Kairo mit 120 Männern in sechs gleich großen Gruppen: fertile Normozoospermie, Oligoasthenozoospermie (OA), OA mit Leukozytospermie, OA mit Varikozele, nichtobstruktive Azoospermie (NOA) mit hohem FSH, NOA mit normalem FSH; Melatonin, FSH, Testosteron und Prolaktin. Serum-Melatonin war höher als die entsprechenden Samenwerte (positive Korrelation r = 0,532; P = 0,01). In allen Infertilitätsgruppen lagen Serum- und Samenplasma-Melatonin signifikant niedriger als bei Fertilen, am niedrigsten bei OA mit Leukozytospermie. In Serum und Samen bestand eine signifikante Korrelation mit der Motilität (der Abstract druckt „r = 607“, gemeint offenbar 0,607 und 0,623; P = 0,01); Serum-Melatonin korrelierte positiv mit Prolaktin (r = 0,611). Die Autoren sehen Melatonin als mögliche Beteiligte der neuroendokrinen Achse bei männlicher Infertilität. Schwächen: je 20 Männer pro Gruppe, die Erkrankungsgruppen sind heterogen; Messmethode und Tageszeit der Probe stehen nicht im Abstract; ein Zusammenhang sagt nichts über Ursache.

**Hassan et al. 2020 [s187].** „Men with idiopathic oligoasthenoteratozoospermia exhibit lower serum and seminal plasma melatonin levels: Comparative effect of night-light exposure with fertile males“. Studie aus Qena (Ägypten) mit 50 Männern mit idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie (iOAT) und 50 gesunden fertilen Kontrollen; Melatonin, TSH, FT3, FT4, freies Testosteron, Prolaktin, FSH und LH per ELISA; zusätzlich Auswertung der Lichtexposition in der Nacht. Serum- und Samenplasma-Melatonin lagen bei iOAT niedriger als bei Kontrollen (P = 0,0004 und P = 0,01); iOAT-Patienten mit nächtlicher Lichtexposition hatten noch niedrigere Werte als solche ohne (P < 0,0001 und P = 0,02), ebenso exponierte Kontrollen gegenüber nicht exponierten; Serum-Melatonin korrelierte mit der Motilität (r = 0,614; P < 0,0001); Serum- und Samenwerte korrelierten bei nicht exponierten Patienten (r = 0,753; P < 0,001). Die Autoren schließen, Dunkelheit und Schlaf in der Nacht könnten die Samenparameter verbessern. Einordnung: Diese Schlussfolgerung geht über die Messungen hinaus, denn Samenparameter nach Verhaltensänderung wurden nicht geprüft; die Lichtexposition ist selbstberichtet.

**Shang et al. 2004 [s385].** „[Detection of melatonin in the serum and seminal plasma of fertile and infertile men]“ (deutsch: Bestimmung von Melatonin in Serum und Seminalplasma fertiler und infertiler Männer). Chinesischsprachige Studie aus dem Tongji Hospital (Wuhan): Melatonin in Serum und Samenplasma per ELISA bei 18 fertilen Männern (26 bis 36 Jahre) und 99 infertilen Männern (23 bis 36 Jahre; 13 Normozoospermie, 27 Oligozoospermie, 31 Asthenozoospermie, 17 Oligoasthenozoospermie, 11 Oligoasthenoteratozoospermie). Das Serum-Melatonin unterschied sich nicht zwischen Fertilen und Infertilen; das Samenplasma-Melatonin lag unter dem Serumwert und unterschied sich zwischen Fertilen und Infertilen nicht signifikant; bei Oligoasthenozoospermie und Oligoasthenoteratozoospermie waren die Werte relativ niedriger, aber ohne Signifikanz (P > 0,05). Die Autoren sehen einen möglichen Einfluss auf die Spermienfunktion. Einordnung: Das ist das Gegenstück zu [s371] und [s187]: Dort sind die Werte bei Infertilen signifikant niedriger, hier nicht. Gründe für den Unterschied (Gruppengrößen, Einschlusskriterien, Messverfahren) nennen die Abstracts nicht. Zahlenwerte fehlen im Abstract.

**Sharbatoghli et al. 2015 [s294].** „The Relationship between Seminal Melatonin with Sperm Parameters, DNA Fragmentation and Nuclear Maturity in Intra-Cytoplasmic Sperm Injection Candidates“. Prospektive klinische Studie an 75 infertilen Männern vor ICSI: Melatonin und totale antioxidative Kapazität im Samenplasma (ELISA beziehungsweise Farbtest), DNA-Fragmentierung (Chromatin-Dispersionstest), Chromatinreife (saures Anilinblau). Melatonin und TAC korrelierten nicht mit Spermienparametern und Kernreife; es fand sich jedoch eine positive Korrelation zwischen DNA-Fragmentierung und Melatoninspiegel (r = 0,273; P < 0,05). Die Autoren sehen Melatonin im Samenplasma mit geschädigter Spermien-DNA positiv verbunden und halten den Mechanismus für klärungsbedürftig. Einordnung: Ein unerwarteter, schwacher Zusammenhang (r = 0,273), der bei vielen geprüften Parametern auch ein Zufallsbefund sein kann; keine Kontrollgruppe fertiler Männer.

**Einordnung Melatonin.** Zwei Messstudien aus Ägypten fanden niedrigere Melatoninspiegel bei Infertilen [s371, s187], eine aus China keinen signifikanten Unterschied [s385], eine ohne Länderangabe im Abstract keinen Zusammenhang mit Spermienparametern, dafür eine positive Beziehung zur DNA-Fragmentierung [s294]. Für Melatonin als Einnahme liegen im Beobachtungsteil keine Daten vor.

### Zink, Rauchen und Spurenelemente

Zink ist keine der sieben Hauptsubstanzen, bildet aber den größten Block der Beobachtungsliteratur zu Spurenelementen und wird hier mit aufgeführt, weil es in vielen Magnesium- und Selenstudien gleichzeitig gemessen wird.

**Osadchuk et al. 2021 [s170].** „Impact of seminal and serum zinc on semen quality and hormonal status: A population-based cohort study of Russian young men“. Bevölkerungsbasierte Studie an 626 jungen Männern (Median 22,5 Jahre) aus der allgemeinen russischen Bevölkerung, unabhängig vom Fertilitätsstatus (Nowosibirsk). Zink im Samenplasma (Median 1.571,8 µmol/l) lag weit über dem im Serum (23,6 µmol/l). Das Samenzink korrelierte positiv mit der Gesamtzahl (Spearman 0,221), der Konzentration (0,286), der progressiven Motilität (0,269) und dem Anteil normal geformter Spermien (0,183), jeweils P < 0,001; Männer mit normaler Samenqualität hatten mehr Zink je Ejakulat als solche mit eingeschränkter (6,37 gegenüber 5,03 µmol/Ejakulat; P < 0,001). Die Autoren sehen Zinkmangel als möglichen Risikofaktor und die Bestimmung von Samenzink als nützliches Zusatzinstrument. Stärken: große, nicht ausgelesene Population, WHO-Methodik. Schwächen: Querschnitt, photometrische Messung ohne Entfernung der Proteine, Korrelationen von 0,18 bis 0,29 sind schwach.

**Osadchuk et al. 2023 [s95].** „Effects of cigarette smoking on semen quality, reproductive hormone levels, metabolic profile, zinc and sperm DNA fragmentation in men: results from a population-based study“. Bevölkerungsbasierte Studie an 1.222 Männern (Median 23 Jahre), davon 450 Raucher (nach Rauchmenge in mäßige, bis 10 Zigaretten täglich, und starke Raucher eingeteilt) und 772 Nichtraucher; Samenparameter, Reproduktionshormone, Blutfette, Glukose, Harnsäure, Samenzink, DNA-Fragmentierung. In der Gesamtgruppe hatten starke Raucher geringeres Volumen, geringere Spermienzahl, Konzentration und Motilität sowie mehr DNA-Fragmentierung und Teratozoospermie als Nichtraucher; auch Serum- und Samenzink waren niedriger (jeweils P < 0,05). Die Effekte fanden sich nur bei Slawen (n = 654), nicht bei Burjaten (n = 191); bei Jakuten (n = 125) fand sich ein mäßiger Testosteronabfall. Hormone (LH, FSH, Inhibin B, Testosteron, Östradiol im Serum) unterschieden sich zwischen Rauchern und Nichtrauchern nicht signifikant. Die Autoren vermuten eine unterschiedliche Aktivität des seminalen Antioxidanssystems, das aber nicht geprüft wurde. Stärke: große multiethnische Stichprobe. Schwächen: Querschnitt, Selbstangabe des Rauchens, ethnische Gruppen unterschiedlich groß; die Aussage zum Antioxidanssystem ist eine Vermutung.

**Hibi et al. 2022 [s119].** „Evaluation of the serum zinc concentration in male infertility patients: an analysis of 2010 cases“. Retrospektiver Querschnitt an einer Kinderwunschambulanz in Nagoya (Japan) mit 2.010 Männern (November 2018 bis Mai 2021): Serumzink wurde mit Alter, Konzentration, Motilität, Hormonen und BMI verglichen. Normales Zink bestand bei 1.069 Männern (53,2 %), subklinischer Mangel bei 845 (42,0 %), Mangel bei 79 (3,9 %), hohes Zink bei 17 (0,9 %). Serumzink hing nicht mit Alter, Konzentration, Motilität, LH, FSH, Testosteron oder BMI zusammen, war aber bei Normozoospermie höher als bei Azoospermie (obstruktiv und nichtobstruktiv) und Kryptozoospermie und bei nichtobstruktiver Azoospermie niedriger als bei Oligo- oder Asthenozoospermie. Die Autoren halten fest, ein Zusammenhang zwischen Zinkkonzentration und Samenanalyse bleibe unklar. Stärke: größte Untersuchung dieser Art in Japan. Schwächen: retrospektiv, Querschnitt, nur Serumzink.

**Tsujimura et al. 2021 [s174].** „Relationship between serum zinc concentration and semen quality in newly-wed men“. Querschnittsstudie an der Juntendo University Urayasu Hospital (Japan) mit 217 Männern kurz vor oder nach der Heirat. 45 (20,7 %) unterschritten Grenzwerte der WHO für Volumen (≥ 1,5 ml), Konzentration (≥ 15 Mio./ml) oder Motilität (≥ 40 %); sie waren älter, hatten schlechtere Sexualfunktion, höheres FSH und niedrigeres Serumzink. Es bestand keine signifikante Korrelation zwischen Serumzink und Samenqualität; in der logistischen Regression waren aber FSH und Serumzink unabhängige Prädiktoren der Gruppe unterhalb der Grenzwerte. Die Autoren halten eine Samenanalyse bei Männern mit niedrigem Serumzink und hohem FSH für erwägenswert. Einordnung: Zwei Ergebnisse stehen nebeneinander, die sich scheinbar widersprechen (keine Korrelation, aber ein Prädiktor); Konfidenzintervalle stehen nicht im Abstract.

**Yuyan et al. 2008 [s359].** „Are serum zinc and copper levels related to semen quality?“. Multizentrische Querschnittsstudie aus China (nach den Recherchebefunden Shanghai) an Männern von 20 bis 59 Jahren ohne urogenitale Vorerkrankungen, Tuberkulose oder berufliche Schwermetallbelastung: Samenqualität, Serumzink und Serumkupfer. Die progressive Motilität unterschied sich zwischen fünf Kupfergruppen, eine multiple logistische Analyse zeigte aber keinen signifikanten Effekt von höherem oder niedrigerem Kupfer auf die Samenqualität; bei niedrigem Serumzink war das Risiko einer Asthenozoospermie höher; das Kupfer/Zink-Verhältnis war in der Gruppe mit abnormer progressiver Motilität höher. Zahlen nennt der Abstract nicht. Einordnung: Der Befund „niedriges Zink, höheres Asthenozoospermie-Risiko“ steht neben der japanischen Studie ohne Korrelation von Serumzink und Samenparametern [s119]; die Zahl der Teilnehmer fehlt im Abstract.

**Liu et al. 2010 [s340].** „Seminal plasma zinc level may be associated with the effect of cigarette smoking on sperm parameters“. Studie aus Jilin (China): Samen von 79 Nichtrauchern und 68 Rauchern. Das Zink im Samenplasma war bei Rauchern signifikant niedriger und korrelierte mit der Rauchmenge; Konzentration, Motilität und Morphologie der Spermien waren bei Rauchern signifikant niedriger und bei Rauchern mit abnormem Zink zusätzlich vermindert; bei Nichtrauchern mit abnormem Zink unterschied sich nichts gegenüber Nichtrauchern mit normalem Zink. Die Autoren sehen Samenzink als möglichen Beitrag zum Effekt des Rauchens auf die Spermienparameter. Einordnung: Eine Mediationsaussage ohne Mediationsanalyse; Zahlen und Konfidenzintervalle fehlen im Abstract.

**Kumosani et al. 2008 [s357].** „The influence of smoking on semen quality, seminal microelements and Ca2+-ATPase activity among infertile and fertile men“. Studie aus Dschidda (Saudi-Arabien): 159 Männer aus einer Kinderwunschklinik (61 Raucher, 98 Nichtraucher), in fertile und infertile Untergruppen geteilt; Samenanalyse nach WHO, Magnesium, Zink, Cadmium und Ca²⁺-ATPase-Aktivität der Spermienmembran. Cadmium war bei Rauchern in beiden Gruppen höher (2,9 ± 0,4 gegenüber 1,4 ± 0,7 und 2,9 ± 0,5 gegenüber 1,3 ± 0,7 µg/l), die Ca²⁺-ATPase-Aktivität niedriger (21,5 ± 2,8 gegenüber 33,71 ± 1,2 und 20,7 ± 1,5 gegenüber 35,07 ± 2,9 mmol/min/mg Protein; P < 0,05), Samenzink niedriger (109,8 ± 8,1 gegenüber 189,7 ± 9,9 mg/l; P < 0,01) und Motilität niedriger (41,9 ± 2,9 gegenüber 46,01 ± 2,5 % und 9,8 ± 2,4 gegenüber 15,3 ± 2,7 %; P < 0,05). Die Autoren führen die Effekte auf mehr Cadmium und weniger Zink zurück. Einordnung: Magnesium wurde gemessen, der Abstract nennt dazu kein Ergebnis; Rauchen verändert mehrere Größen gleichzeitig, Kausalität ist nicht belegt.

**Omu et al. 1995 [s415].** „Significance of trace elements in seminal plasma of infertile men“. Studie aus Kuwait mit 50 Männern aus einer Kinderwunschambulanz: Zink, Magnesium, Cadmium und weitere Spurenelemente in Samen und Blut per Atomabsorption, Samenanalyse und hypoosmotischer Schwelltest. In normozoospermem, oligospermem und azoospermem Samen unterschieden sich die Spurenelemente nicht signifikant; Cadmium war bei rauchenden Männern mit Asthenozoospermie deutlich erhöht (P < 0,001). Die Autoren sehen in Cadmium bei Rauchern einen möglichen toxischen Beitrag zur Asthenozoospermie. Einordnung: Ein früher Befund ohne Hinweis auf eine Rolle von Magnesium oder Zink für die Spermienzahl.

**Huang et al. 2021 [s161].** „Association of Zinc deficiency, oxidative stress and increased double-stranded DNA breaks in globozoospermic infertile patients and its implication for the assisted reproductive technique“. Studie aus einem gemeinsamen Labor der Sichuan University und der Chinese University of Hong Kong bei Männern mit Globozoospermie und fertilen Freiwilligen (Fallzahl im Abstract nicht genannt): Kupfer, Eisen, Mangan, Zink und Superoxiddismutase-Aktivität im Samenplasma, DNA-Schäden (Chromatin-Dispersionstest, Comet-Test) und Chromatinreife. Seminales Zink und SOD-Aktivität waren niedriger, der Doppelstrangbruch-DNA-Fragmentationsindex höher als bei Fertilen. Die Autoren vermuten, ein Mangel an Zink und SOD begünstige oxidativen Stress und DNA-Schäden und trage zum Versagen der ICSI bei Globozoospermie bei. Einordnung: Eine seltene Fehlbildung; Fallzahl und Zahlenwerte fehlen im Abstract, die Deutung ist eine Hypothese.

**Gizinger und Frantseva 2016 [s275].** „[The diagnostic significance of content of zinc in seminal fluid of patients with chlamydia affection of urogenital system and decreasing of agility of spermatozoa.]“ (deutsch: Die diagnostische Bedeutung des Zinkgehalts in der Samenflüssigkeit bei Patienten mit Chlamydieninfektion des Urogenitalsystems und verminderter Spermienbeweglichkeit). Russischsprachige Studie aus Tscheljabinsk: Zinkionen im Samen von Männern mit urogenitaler Chlamydieninfektion (mittleres Alter 35 ± 9,5 Jahre) und Gesunden; die durchschnittliche Zinkkonzentration bei Chlamydieninfektion betrug 1,9 mmol/l; es bestand eine Korrelation zwischen Zink, veränderter Beweglichkeit und weiteren Parametern. Fallzahl und weitere Zahlen fehlen im Abstract; die Aussage zu Zink als diagnostischem Marker ist durch den Infektionsstatus konfundiert.

**Kolesnikova et al. 2016 [s277].** „[Sperm quality and features of the antioxidant defense system in men living in various regions of Siberia]“ (deutsch: Spermienqualität und Besonderheiten des antioxidativen Abwehrsystems bei Männern aus verschiedenen Regionen Sibiriens). Russischsprachige Querschnittsstudie (Irkutsk, Ulan-Ude, Nowosibirsk): Gesunde Männer aus Irkutsk hatten eine um 34,4 % und 23,6 % höhere Spermienzahl als Männer aus Nowosibirsk und Ulan-Ude und eine um 44 % und 38 % höhere α-Tocopherol-Konzentration als Männer aus Ulan-Ude und Nowosibirsk; Männer aus Ulan-Ude hatten 16 % und 11 % mehr aktive Spermien und eine um 34 % und 13 % höhere antioxidative Gesamtaktivität des Ejakulats. Die Autoren führen die Unterschiede auf Wohnort und ökologisch-geographische Lage zurück. Einordnung: Ein Kausalbeleg ist das nicht; Fallzahlen und Konfidenzintervalle fehlen im Abstract.

### Ernährung, diätetische antioxidative Kapazität und Varikozele

**Huang et al. 2023, Fall-Kontroll-Studie [s81].** „Dietary total antioxidant capacity and the risk of developing asthenozoospermia: a hospital-based case-control study in China“. Krankenhausbasierte Fall-Kontroll-Studie am Shengjing Hospital der China Medical University (Shenyang) von Juni bis Dezember 2020: 553 Männer mit Asthenozoospermie (WHO-Kriterien, 5. Auflage) und 586 Männer mit normalen Spermienparametern; Ernährung über einen validierten Häufigkeitsfragebogen. Die diätetische antioxidative Gesamtkapazität (DTAC) wurde über sieben Indizes berechnet. Nach multivariabler Adjustierung bestand kein signifikanter Zusammenhang mit dem Risiko einer Asthenozoospermie (oberstes gegenüber unterstem Terzil: FRAP OR 0,99 [95-%-KI 0,73 bis 1,33]; T-ORAC 1,05 [0,77 bis 1,42]; H-ORAC 0,88 [0,65 bis 1,18]; L-ORAC 0,98 [0,71 bis 1,34]; Gesamtphenole 1,03 [0,76 bis 1,39]; TRAP 1,18 [0,87 bis 1,59]; TEAC 1,15 [0,85 bis 1,55]). Für Rauchen und T-ORAC ergab sich eine Wechselwirkung (relativer Exzess durch Interaktion 0,45; 0,07 bis 0,83; attributabler Anteil 0,46; 0,07 bis 0,84; multiplikativ P = 0,033). Stärken: große Fallzahl, validierter Fragebogen, Konfidenzintervalle. Schwächen: retrospektiv, Erinnerungs- und protopathische Verzerrung (die Ernährung kann sich schon vor der Diagnose verändert haben), Schätzungenauigkeit der antioxidativen Kapazität aus Fragebogen; die Wechselwirkung ist nach vielen Tests ein explorativer Befund. Die Autoren heben hervor, dass es die erste Studie zu dieser Frage ist.

**Huang et al. 2023, Querschnittsstudie [s82].** „Association between dietary total antioxidant capacity and semen quality among men attending an infertility clinic: a cross-sectional study“. Querschnittsstudie derselben Gruppe an 1.715 Männern einer Kinderwunschklinik in China (Juni bis Dezember 2020); DTAC-Indizes (FRAP, ORAC, TRAP, TEAC), Quantilregression. Nach Adjustierung für viele Störgrößen bestand nur ein inverser Zusammenhang zwischen DTAC und Ejakulatvolumen (kontinuierlicher FRAP: β = −0,015; 95-%-KI −0,023 bis −0,006; oberstes gegenüber unterstem Terzil β = −0,193; −0,379 bis −0,006; P für Trend 0,007; TRAP: β kontinuierlich −0,019 [−0,041 bis 0,002], Terzil β = −0,291 [−0,469 bis −0,112]; P für Trend 0,002); die meisten DTAC-Indizes hingen mit keinem Samenparameter zusammen. Stärken: große Stichprobe, Konfidenzintervalle. Schwächen: Querschnitt, keine Kausalität, mögliche Ungenauigkeit der Schätzung der nicht enzymatischen antioxidativen Kapazität; die Autoren nennen die Ergebnisse überwiegend nicht signifikant. Beide Arbeiten sprechen nicht dafür, dass eine ernährungsbedingt höhere antioxidative Kapazität mit besserer Samenqualität zusammenhängt.

**Fang et al. 2026 [s05].** „Dietary antioxidants and micronutrient status in varicocele-associated male infertility: oxidative stress-mediated effects on semen quality“. Retrospektive Kohortenstudie an 900 Männern mit Varikozele (300 Grad I, 400 Grad II, 200 Grad III; Nanjing) mit Erhebung von Demografie, Körpermaßen, Gewohnheiten, Ernährung, Mikronährstoffspiegeln, Oxidationsmarkern, Enzymaktivitäten, Hormonen, Samenparametern und Fortpflanzungserfolg; multiple lineare und logistische Regression mit standardisierten β-Koeffizienten. Schweregrad der Varikozele, Alter, BMI, Rauchen, ROS und MDA waren (P < 0,05) mit schlechterer Konzentration und Motilität und mit DNA-Fragmentierung verbunden. Die Nahrungsantioxidantien Vitamin C, Vitamin E, Zink und Selen hatten positive Effekte auf Konzentration (β = 0,09 bis 0,18) und Motilität (β = 0,10 bis 0,16) und negative auf die DNA-Fragmentierung (β = −0,07 bis −0,15); die Modelle erklärten 40 bis 42 % der Varianz. Höhere Antioxidantienzufuhr erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer natürlichen Konzeption (OR 1,05 bis 1,13; P < 0,01), Alter, BMI, Varikozelengrad, Rauchen, ROS und MDA verringerten sie (OR 0,64 bis 0,97; P < 0,05); 30 % konzipierten spontan, 25 % benötigten assistierte Reproduktion, die Lebendgeburtenrate betrug 28 %. Die Gruppe mit Grad I und höherer Antioxidantienzufuhr schnitt besser ab. Stärken: große Stichprobe, multiple Adjustierung. Schwächen: retrospektiv, Konfundierung durch Lebensstil (wer sich gesund ernährt, lebt auch sonst anders), Odds Ratios nahe 1, keine Konfidenzintervalle im Abstract; ein Vergleich mit Männern ohne Varikozele wird im Abstract nicht beschrieben, obwohl die Schlussfolgerung einen solchen Vergleich nahelegt; die Erfassung der Nahrungsaufnahme ist nicht beschrieben. Die Autoren sehen Ernährung und Lebensstil als möglichen Beitrag.

**Adoamnei et al. 2019 [s212].** „[Dietary intake of trace elements and semen quality and reproductive hormone levels in young men: relationship with fertility]“ (deutsch: Nahrungsaufnahme von Spurenelementen sowie Spermienqualität und Reproduktionshormone bei jungen Männern: Zusammenhang mit der Fertilität). Spanischsprachige Querschnittsstudie (Region Murcia, 2010 bis 2011) an 209 gesunden Universitätsstudenten: Zufuhr von Eisen, Jod und Zink über einen validierten Häufigkeitsfragebogen, Samenanalyse nach WHO, Serum-FSH, -LH und -Testosteron; Kruskal-Wallis, Chi-Quadrat und multiple lineare Regression. Die Eisenzufuhr war invers mit der Spermienkonzentration (P für Trend 0,01) und der progressiven Motilität (P für Trend 0,004) verbunden; sonst fanden sich keine Zusammenhänge mit Samenparametern oder Hormonen. Die Autoren halten fest, hohe Eisenzufuhr könne mit geringerer Konzentration und Motilität verbunden sein, und empfehlen Untersuchungen an Männern aus Kinderwunschambulanzen. Einordnung: Junge gesunde Männer; keine Konfidenzintervalle im Abstract; die Zinkzufuhr zeigte keinen Zusammenhang.

**Ren et al. 2023 [s98].** „Mixed exposure effect of seminal metals on semen quality, mediation of total antioxidant capacity, and moderation of GSTM1/GSTT1 gene deletion in Chinese reproductive-aged men“. Querschnittsstudie an 825 chinesischen Männern (Chongqing): 12 Metalle im Samenplasma (Mangan, Kupfer, Zink, Selen, Nickel, Cadmium, Blei, Kobalt, Silber, Barium, Thallium, Eisen), TAC und reduziertes Glutathion, Samenparameter und GSTM1/GSTT1-Nullgenotypen; Bayessche Kernel-Maschinen-Regression für gemischte Exposition, Mediations- und Moderationsanalyse. Die Metallmischung war negativ mit dem Ejakulatvolumen verbunden (Hauptbeiträge: Cadmium mit bedingter Aufnahmewahrscheinlichkeit 0,60, Mangan 0,10); das Anheben aller Metalle vom Median auf das 75. Perzentil senkte die TAC um 2,17 Einheiten (95-%-KI −2,60 bis −1,75); 27,82 % der Assoziation von Mangan mit dem Volumen wurden über die TAC vermittelt. Nickel war mit Konzentration, Gesamtzahl und progressiver Motilität negativ verbunden, modifiziert durch GSTM1/GSTT1; bei Nullträgern bestand ein negativer Zusammenhang von Nickel mit der Gesamtzahl (im Abstract als β 0,328 [−0,521; −0,136] angegeben; das Vorzeichen des Punktschätzers ist dort nicht konsistent). Eisen war positiv, aber in einer umgekehrten U-Form mit Konzentration und Gesamtzahl verbunden. Stärken: Mehrfachexposition statt Einzelwerte, Mediationsprüfung. Schwächen: Querschnitt; die Mediation über TAC beruht auf Annahmen; die Studie betrifft Schadstoffmetalle, nicht Supplemente.

### Vitamin D und Carnitine

**Güngör et al. 2022 [s118].** „Relationship between serum vitamin D levels semen parameters and sperm DNA damage in men with unexplained infertility“. Fall-Kontroll-Studie: 58 Männer mit ungeklärter Infertilität (normale Samenparameter, aber ausbleibende Schwangerschaft) und 50 alters- und BMI-gleiche fertile Männer; Serum-Vitamin-D nach drei Tagen Karenz, DNA-Schäden per Anilinblau-Färbung. Infertile Männer hatten signifikant niedrigeres Vitamin D (P < 0,004; die Medianangaben im Abstract sind nicht eindeutig zugeordnet); Werte unter 20 ng/ml fanden sich bei 26 (44,8 %) gegenüber 5 (10,0 %) der Fertilen (P < 0,001); DNA-Schäden 31,50 % (9,0 bis 71,0) gegenüber 26,00 % (11,0 bis 54,0; P < 0,002). Bei den Infertilen korrelierte Vitamin D mit Gesamtzahl (r = 0,527; P < 0,001), Gesamtmotilität (r = 0,527) und Morphologie (r = 0,416; P = 0,001) und negativ mit DNA-Schäden (r = −0,605; P < 0,001); in der logistischen Regression ging Vitamin D über 20 ng/ml mit einem besseren Fertilitätsergebnis einher. Einordnung: Auffällig sind identische Korrelationskoeffizienten (0,527) für zwei Parameter; die Korrelationen betreffen Männer, deren Samenparameter definitionsgemäß im Normbereich lagen, und das „Fertilitätsergebnis“ der Regression ist im Abstract nicht definiert. Die Studie betrifft Vitamin D, nicht eine der Hauptsubstanzen.

**Özkaya und Demirel 2018 [s244].** „Vitamin D deficiency in infertile patients“. Studie aus der Türkei zu Vitamin-D-Mangel: 103 infertile Männer (20 bis 40 Jahre) und Fertile als Kontrollgruppe, die aus anderen Gründen kamen (Oktober 2014 bis Mai 2015); Vitamin D, Testosteron, Calcium, FSH, LH nüchtern zwischen 10 und 12 Uhr. Vitamin-D-Mangel bestand bei 89 (86,4 %) der Infertilen und bei 33 (66 %) der Kontrollen (signifikanter Unterschied; im Abstract „p0,05“ durch Zeichenverlust unleserlich). Die Autoren schließen, Vitamin D habe wichtige Funktionen im männlichen Fortpflanzungssystem und bei Mangel seien die Samenparameter negativ betroffen. Einordnung: Auch 66 % der Kontrollen hatten einen Mangel (schwache Trennschärfe, Sonnenexposition der Region), die Zahl der Kontrollen steht nicht im Abstract.

**Ipek et al. 2025 [s23].** „Associations between serum and seminal vitamin D levels and sperm parameters“. Prospektive Studie an 87 Männern; Serum-Vitamin-D (LC-MS/MS) in niedrig (< 50 nmol/l), normal (50 bis 75) und hoch (> 75), Samenplasma-Vitamin-D, intrazelluläres Calcium und MDA. Männer mit normalem Serum-Vitamin-D hatten höhere Konzentrationen progressiv motiler Spermien (14,0 gegenüber 8,5 gegenüber 4 Mio./ml; P = 0,037) und mehr Normalformen (6 % gegenüber 4 % gegenüber 3 %; P = 0,020) als Männer mit niedrigem oder hohem Wert. Serum-Vitamin-D korrelierte nicht mit Samen-Vitamin-D (r = 0,052; P = 0,468), MDA (r = −0,048; P = 0,791) oder intrazellulärem Calcium (r = 0,064; P = 0,929); Calcium korrelierte mit Gesamt- (r = 0,241; P = 0,024) und progressiver Motilität (r = 0,217; P = 0,043). Einordnung: Eine nicht lineare Beziehung (beide Extreme schlechter); der Abstract nennt Gruppengrößen nicht, und die vermuteten Wirkwege (Calcium, MDA) ließen sich nicht stützen.

**Alzoubi et al. 2017 [s252].** „NORMALIZATION OF SERUM VITAMIN D IMPROVES SEMEN MOTILITY PARAMETERS IN PATIENTS WITH IDIOPATHIC MALE INFERTILITY“. Fall-Kontroll-Studie über ein Jahr (November 2015 bis November 2016) mit anschließender zweimonatiger Interventionskohorte aus Jordanien: 117 Männer in drei Gruppen (Kontrollen n = 30, idiopathische Infertilität n = 67, sekundäre Infertilität n = 20). Vitamin D war bei idiopathischer Infertilität niedriger als bei Kontrollen und bei sekundärer Infertilität. 45 Männer mit idiopathischer Infertilität und niedrigem Vitamin D erhielten zwei Monate lang 5.000 IE täglich; 34 wurden erneut untersucht (11 Ausfälle). Progressive und Gesamtmotilität stiegen nach der Gabe signifikant; über die ganze Studienpopulation korrelierte Vitamin D mit der Samenqualität, innerhalb der Gruppe mit idiopathischer Infertilität aber nicht. Die Autoren schließen, Vitamin-D-Gabe verbessere die Motilität bei idiopathischer Infertilität. Schwächen: offene Kohorte ohne Kontrollgruppe, 24 % Ausfälle, nur zwei Monate; eine Motilitätsänderung nach zwei Monaten kann auch dem natürlichen Verlauf entsprechen; die fehlende Korrelation in der Behandlungsgruppe stützt den behaupteten Zusammenhang nicht.

**Gürbüz et al. 2003 [s386].** „Relationship between semen quality and seminal plasma total carnitine in infertile men“. Studie aus Istanbul mit 79 Männern: Gesamtcarnitin im Samenplasma bei 65 infertilen Männern (31,52 ± 20,77 mg/l) und 14 Männern mit nachgewiesener Fertilität (45,52 ± 10,73 mg/l; P < 0,05). Die infertilen Männer wurden nach Samenanalyse in fünf Gruppen geteilt (Normospermie n = 42, Oligospermie 23, Asthenospermie 40, Teratospermie 44, Oligoasthenospermie 10; die Gruppenzahlen summieren sich auf 159, die Gruppen überlappen also und schließen sich nicht gegenseitig aus). Carnitin korrelierte positiv mit Gesamtzahl (P < 0,05) und Normalformen (P < 0,01) und war bei Asthenospermie niedrig (P < 0,05). Die Autoren sehen die Bestimmung von Samencarnitin als möglichen Test in der Abklärung. Einordnung: 14 Kontrollen; Querschnitt.

**Mostafa et al. 2022 [s130].** „Seminal L-Carnitine In Infertile Oligoasthenoteratozoospermic Men with Varicocele“. Prospektive Querschnittsstudie aus Kairo mit 86 Männern: 45 infertile Männer mit Oligoasthenoteratozoospermie (OAT) und Varikozele, 21 infertile OAT-Männer ohne Varikozele, 20 fertile Kontrollen; L-Carnitin im Samenplasma (kolorimetrisch), Kruskal-Wallis- und Mann-Whitney-Tests. Das mittlere Samen-L-Carnitin war bei OAT mit Varikozele (216,3 ± 57,1 ng/ml) niedriger als bei OAT ohne Varikozele (252,9 ± 62,9 ng/ml; P = 0,01) und bei Fertilen (382,8 ± 63,6 ng/ml; P = 0,001), bei Grad III niedriger als bei Grad II und bei beidseitiger niedriger als bei einseitiger Varikozele; insgesamt positive Korrelation mit Konzentration, Motilität und Normalformen. Einordnung: Gruppen klein, Zusammenhänge mit Varikozelengrad ohne Zahlen im Abstract.

**Arslan et al. 2023 [s72].** „Comparison of sperm carnitine profiles of normospermic, oligospermic and azospermic individuals“. Stoffwechselstudie (LC-MS/MS) aus Uşak (Türkei) zu Carnitinprofilen im Samen von normospermen, oligospermen und azospermen Männern; Acetylcarnitin (C2), Octenoylcarnitin (C8:1) und Palmitoleylcarnitin (C16:1) erschienen als mögliche neue Marker. Die Fallzahl steht nicht im Abstract; es handelt sich um eine explorative Biomarkerstudie ohne Aussage zur Einnahme von Carnitin.

### Genetische Beobachtungsstudien und Mendelsche Randomisierung

Gene des Glutathion- und des Folatstoffwechsels werden untersucht, weil sie unabhängig von Lebensstil und Einnahme feststehen; das macht Assoziationsbefunde weniger anfällig für Störgrößen, aber anfällig für Mehrfachtests und kleine Fallzahlen.

**Polonikov et al. 2010 [s342].** „The functional genotype of glutathione S-transferase T1 gene is strongly associated with increased risk of idiopathic infertility in Russian men“. Fall-Kontroll-Genstudie aus Kursk (Russland) mit 203 infertilen und 227 fertilen Männern: Der Nichtdeletions-(funktionelle) Genotyp von GSTT1 war stark mit idiopathischer männlicher Infertilität und Asthenozoospermie verbunden; der Abstract nennt keine Odds Ratio und keinen P-Wert.

**Kulchenko et al. 2021 [s165].** „[Association of glutathione S-transferase gene polymorphism with risk of male infertility in Moscow region]“ (deutsch: Zusammenhang des Glutathion-S-Transferase-Genpolymorphismus mit dem Risiko männlicher Infertilität in der Region Moskau). Russischsprachige Studie aus Moskau mit 138 Männern (70 mit nachgewiesener Pathospermie, 68 fertile): Der Genotyp AA des GSTP1-Polymorphismus (Ile/Val, rs1695) überwog bei Fertilen, GG bei Pathospermie, der Unterschied war aber nicht signifikant (P = 0,344). In der Untergruppe mit Teratospermie unterschied sich die Genotypverteilung (χ² = 7,00; P = 0,03) und die G-Allelfrequenz betrug 52 % gegenüber 30 % (χ² = 10,004; P = 0,0015); bei Azoospermie und Asthenospermie fand sich kein Unterschied (P > 0,05). Einordnung: Der Gesamtvergleich ist negativ, die positive Untergruppe ist ein nachträglich gebildeter Teilbefund.

**Kurashova et al. 2020 [s195].** „[Association of polymorphic markers of GSTP1 gene with oxidative stress parameters in infertility men]“ (deutsch: Zusammenhang polymorpher Marker des GSTP1-Gens mit Parametern des oxidativen Stresses bei infertilen Männern). Russischsprachige Studie aus Irkutsk mit 160 Männern mit Infertilität (mittleres Alter 29,9 ± 5,3 Jahre) und 104 fertilen Männern (30,2 ± 3,6): Die Verteilung des GSTP1-Polymorphismus Ile105Val unterschied sich (χ² = 7,487; P = 0,024), Ala114Val nicht (χ² = 3,823; P = 0,14). Bei infertilen Trägern des heterozygoten Ile105Val-Polymorphismus waren im Blut die Glutathionaktivität um 7 % erhöht, die Glutathionreduktase um 20 % erniedrigt und im Ejakulat die SOD-Aktivität um 8 % erniedrigt. Einordnung: Kleine prozentuale Unterschiede, keine Konfidenzintervalle.

**Sharif et al. 2024 [s65].** „Antioxidant Genes Variants and Their Association with Sperm DNA Fragmentation“. Fall-Kontroll-Genstudie aus Gaza (Basma Fertility Center): 75 Proben mit abnormer Spermien-DNA-Fragmentierung (SDF) und 75 mit normaler SDF; Genotypisierung von zwölf Varianten (unter anderem CYP1A1, CYP4F2, NRF2, PON1, NOS3, GSTM1, CAT, SOD2, GSTP1, PON2, EPHX2, AHR). Zwischen Fällen und Kontrollen unterschieden sich Verflüssigungszeit, Gesamtmotilität und Normalformen; die Genotypverteilungen von NOS3 (GT), SOD2 (AA und AG), EPHX2 (CC und CT) und AHR (GA und GG) unterschieden sich, ebenso die Allelfrequenzen von SOD2 (G) und EPHX2 (T); die Kombination aus NOS3, SOD2 und EPHX2 hatte in der MDR-Analyse den größten Einfluss auf die SDF. Einordnung: 150 Proben und zwölf Varianten; Mehrfachtests und die Gruppenbildung nach SDF-Grenzwert schränken die Aussagekraft ein.

**Weiner et al. 2014 [s308].** „Polymorphisms in folate-metabolizing genes and risk of idiopathic male infertility: a study on a Russian population and a meta-analysis“. Fall-Kontroll-Studie aus Nowosibirsk (Russland) mit 275 Männern mit idiopathischer Infertilität und 349 Kontrollen sowie Metaanalyse. Sieben Polymorphismen in Genen des Folatstoffwechsels (MTHFR C677T und A1298C, MTR A2756G, MTRR A66G, SHMT1 C1420T, MTHFD1 G1958A, CBS 844ins68) wurden bestimmt. Nach Bonferroni-Korrektur war keiner signifikant mit idiopathischer Infertilität assoziiert; MTHFD1 G1958A und MTR A2756G waren es nur vor der Korrektur. Die Metaanalyse im Festeffektmodell zeigte einen Zusammenhang von MTHFR C677T mit dem Azoospermierisiko. Die Autoren halten fest, Polymorphismen könnten an der Ätiologie beteiligt sein, brauchten aber größere Gruppen. Einordnung: Positiv ist, dass die Korrektur für Mehrfachtests berichtet wird; das Festeffektmodell der Metaanalyse ist bei Heterogenität zwischen Studien anfällig.

**Zhang et al. 2022, Genpolymorphismen und Antioxidantientherapie [s143].** „Metabolic enzyme gene polymorphisms predict the effects of antioxidant treatment on idiopathic male infertility“. Fall-Kontroll-Studie aus China (Guizhou, nach den Recherchebefunden) mit 310 Männern mit idiopathischer Infertilität und 170 gesunden Kontrollen; Genotypen von CYP1A1, CYP2D6, GSTM1, GSTT1 und GSTP1. Die Infertilen erhielten drei Monate Vitamin C, Vitamin E und Coenzym Q10 und wurden sechs Monate nachbeobachtet. GSTM1(−), GSTT1(−) und GSTM1/T1(−/−) waren bei Infertilen häufiger als bei Kontrollen; bei Trägern waren Konzentration, Motilität, Vitalität, mitochondriales Membranpotenzial und Samen-TAC niedriger, DNA-Fragmentierungsindex, 8-OHdG, MDA und Stickstoffmonoxid höher. Die Antioxidantientherapie war bei Männern mit GSTM1- und GSTT1-Deletion nicht wirksam. Die Autoren deuten dies als Hinweis auf genetisch bedingtes Nichtansprechen. Einordnung: Der Interventionsteil hat keine Kontrollgruppe ohne Behandlung und der Abstract nennt keine Zahlen; „nicht wirksam“ bezieht sich auf Veränderungen unter Behandlung. Die Studie enthält also einen Interventionsarm und gehört auch zu den klinischen Studien.

**Zhang et al. 2025, Mendelsche Randomisierung [s40].** „The causal effects of systemic antioxidant capacity on male infertility: A two-sample mendelian randomization analysis“. Zwei-Stichproben-Mendelsche Randomisierung (inverse Varianzgewichtung als Hauptanalyse, ergänzt durch MR-Egger, gewichteten Modus, einfachen Modus und gewichteten Median) mit zusammengefassten Daten des IEU OpenGWAS Project: 680 infertile Männer und 72.799 Kontrollen europäischer Herkunft; zehn Biomarker der systemischen antioxidativen Kapazität. Keine genetisch bestimmte antioxidative Kapazität hatte einen kausalen Einfluss auf das Infertilitätsrisiko: GST OR 1,08 (95-%-KI 0,91 bis 1,29; P = 0,35), SOD 0,83 (0,66 bis 1,04; P = 0,11), GPX 1,12 (0,92 bis 1,36; P = 0,26), Katalase 1,04 (0,83 bis 1,29; P = 0,75), Gesamtbilirubin 0,98 (0,94 bis 1,01; P = 0,18), Albumin 1,14 (0,73 bis 1,76; P = 0,57), α-Tocopherol 0,56 (0,03 bis 9,38; P = 0,69), Askorbat 1,06 (0,24 bis 4,60; P = 0,94), Retinol 1,29 (0,34 bis 4,96; P = 0,71) und Harnsäure 0,88 (0,67 bis 1,17; P = 0,39). Die Autoren sehen keinen kausalen Zusammenhang und fordern größere Stichproben aus anderen Bevölkerungsgruppen. Stärke: Die Methode umgeht Störgrößen und umgekehrte Verursachung. Schwächen: nur 680 Fälle; die Intervalle für α-Tocopherol, Askorbat und Retinol sind extrem weit (zum Beispiel 0,03 bis 9,38) und schließen daher sowohl starke Schutz- als auch starke Schadenseffekte ein; die Marker bilden die Zufuhr als Supplement nicht ab; die Stichprobe war europäisch; die Studie stammt von einer chinesischen Gruppe. Ein „Kein Effekt“ ist hier ein Fehlen von Evidenz, nicht der Nachweis fehlender Wirkung.

### Retrospektive und unkontrollierte Beobachtungsserien

Die folgenden Arbeiten beschreiben Männer, die ein Präparat erhielten, ohne dass eine Kontrollgruppe mit Placebo bestand. Ihre Veränderungen lassen sich nicht vom Spontanverlauf, von Regression zur Mitte und von Zusatzmaßnahmen trennen.

**Li et al. 2021 [s167].** „[L-carnitine-astaxanthin compound nutrients for the treatment of idiopathic oligospermia and asthenozoospermia: A multicenter clinical observation]“ (deutsch: L-Carnitin-Astaxanthin-Nährstoffkombination bei idiopathischer Oligo- und Asthenozoospermie: multizentrische klinische Beobachtung). Chinesischsprachige multizentrische klinische Beobachtungsstudie (Foshan) ohne Kontrollgruppe: 73 Männer mit idiopathischer Oligozoospermie und 220 mit Asthenozoospermie erhielten drei Monate lang die L-Carnitin-Astaxanthin-Kombination „Menglankang“ (ein Beutel, zweimal täglich). Bei Oligozoospermie stiegen vom Ausgangswert bis Monat 3 das Ejakulatvolumen (3,07 ± 1,47 auf 3,63 ± 1,39 ml), die Konzentration (10,96 ± 6,09 auf 20,56 ± 14,7 × 10⁶/ml), die Gesamtzahl (29,78 ± 17,48 auf 66,35 ± 55,91 × 10⁶), der Anteil progressiv motiler Spermien (39,8 ± 11,66 auf 49,24 ± 13,45 %) und der Normalformen (1,71 ± 1,07 auf 2,59 ± 0,93 %); bei Asthenozoospermie stiegen die progressive Motilität (19,23 ± 8,32 auf 29,11 ± 13,58 %), das Volumen (3,27 ± 1,42 auf 3,85 ± 1,59 ml) und die Normalformen (2,01 ± 1,14 auf 2,57 ± 1,15 %). Der DNA-Fragmentierungsindex sank bei Oligozoospermie von 25,87 ± 13,76 % auf 18,66 ± 10,83 % (Monat 2) und 16,48 ± 11,46 % (Monat 3), bei Asthenozoospermie von 26,40 ± 12,28 % auf 19,35 ± 11,54 % und 15,32 ± 10,89 %. Stärken: Fallzahl, drei Messzeitpunkte, multizentrisch. Schwächen: keine Kontrollgruppe, Astaxanthin nicht isoliert vom L-Carnitin geprüft, keine Trennung von Spontanverlauf; die hohe Streuung der Werte (Standardabweichung teils so groß wie die Veränderung) erschwert die Deutung.

**Takeshima et al. 2022 [s139].** „Effect of keishibukuryogan combined with tocopherol nicotinate on sperm parameters in patients with a varicocele“. Retrospektive Auswertung von 119 Männern mit Varikozele (17 subklinisch, 41 Grad 1, 44 Grad 2, 17 Grad 3; mittleres Alter 35,6 Jahre) an der Yokohama City University (Japan), behandelt mit dem Kampo-Mittel Keishibukuryogan (7,5 g/Tag) und Tocopherolnicotinat (600 mg/Tag). Die Veränderung der Konzentration motiler Spermien nach drei Monaten war insgesamt nicht signifikant (Median 0,58 Mio./ml; 95-%-KI −0,12 bis 1,56; P = 0,115); bei niedriggradiger Varikozele stieg sie (Median 1,21; 0,45 bis 2,47; P = 0,024), bei hochgradiger nicht. Die Autoren sehen eine begrenzte Wirkung der Kombination. Schwächen: retrospektiv, keine Kontrollgruppe, Kombination aus Pflanzenmittel und Vitamin-E-Derivat; die Untergruppenbildung nach Varikozelengrad ist nachträglich.

**Nashivochnikova und Krupin 2023 [s94].** „[Use of the antioxidant complex Androdoz in men with fertility impairments]“ (deutsch: Einsatz des Antioxidantienkomplexes Androdoz bei Männern mit Fertilitätsstörungen). Russischsprachige retrospektive Auswertung von Patientenakten von 32 Männern (21 bis 45 Jahre, Mittel 27,8 ± 6,7) mit Pathospermie unter dem Komplex Androdoz (zweimal täglich zwei Kapseln bis zu drei Monate); Nachbeobachtung nach 3 und 12 Monaten. Motilität und Vitalität verbessert, DNA-Fragmentierung unter 15 %, antioxidative Gesamtkapazität des Ejakulats erhöht. Zahlen nennt der Abstract nicht; keine Kontrollgruppe, retrospektiv, Handelspräparat.

**Martín Adrados und Engels 2023 [s92].** „Estudio de la influencia del estilo de vida y tratamiento con antioxidantes orales sobre la fertilidad en varone“ (deutsch: Studie zum Einfluss von Lebensstil und oraler antioxidativer Behandlung auf die Fertilität von Männern) [Titel im Indexeintrag möglicherweise gekürzt]. Spanischsprachige retrospektive Beobachtungsstudie (Zeitschrift Toko-ginecología práctica, Dialnet) an 35 Männern mit Lebensstilhinweisen sowie Zink, Selen und Coenzym Q über etwa sieben Wochen. Der Anteil der für eine Insemination geeigneten Spermiogramme stieg von 20 % auf 37,1 % (P = 0,03); einzeln war nur der Anteil unbeweglicher Spermien signifikant verändert (Abnahme um 8,7 %; P = 0,025); keine Nebenwirkungen. Die Autoren fordern größere randomisierte Studien. Einordnung: Zwei Maßnahmen gleichzeitig (Lebensstil und Präparat), 35 Männer, kein Kontrollarm; für diese Arbeit liegt kein PubMed-Eintrag vor, die Angaben stammen aus dem Dialnet-Abstract.

**Fathi et al. 2021 [s158].** „Varicocelectomy versus antioxidants in infertile men with isolated teratozoospermia: A retrospective analysis“. Retrospektive Analyse aus Qena (Ägypten, nach den Recherchebefunden), Datenbank eines tertiären Zentrums von Juli 2014 bis Januar 2019: 72 Männer mit isolierter Teratozoospermie nach mikroskopischer subinguinaler Varikozelenoperation gegenüber 60 Männern, die Antioxidantien (L-Carnitin, Vitamin C, Vitamin E) erhielten (Kontrollgruppe). Nach sechs Monaten besserten sich in der Operationsgruppe alle Parameter und die DNA-Fragmentierung (P < 0,001), in der Antioxidantiengruppe Morphologie und DNA-Fragmentierung (P < 0,05); Verbesserung der Samenparameter, der Fragmentierung und die Schwangerschaftsrate waren in der Operationsgruppe höher; spontane Schwangerschaften innerhalb von 12 bis 18 Monaten Nachbeobachtung: 30,5 % nach Operation gegenüber 16,7 % unter Antioxidantien. Die Autoren sehen einen positiven Effekt der Operation. Einordnung: Kein Placebovergleich, sondern ein Vergleich zweier Behandlungen; die Zuteilung war nicht zufällig (retrospektiv), und Männer mit tastbarer Varikozele wurden operiert; eine randomisierte Folgestudie aus Ägypten [s12] (81 Männer, 40 gegen 41) fand ebenfalls nach der Operation einen stärkeren Anstieg der Normalformen (P = 0,007) und eine stärkere Senkung der DNA-Fragmentierung (P = 0,013) und natürliche Schwangerschaften bei 9 Männern (22,5 %) gegenüber 5 (12,5 %); der Abstract nennt 12,5 %, obwohl 5 von 41 rechnerisch 12,2 % ergeben.

**Fu et al. 2024 [s51].** „Astaxanthin compound nutrient improved insulin resistance, hormone levels, embryo quality and pregnancy outcomes in polycystic ovary syndrome patients undergoing in vitro fertilization/intracytoplasmic sperm injection“. Retrospektive Kohortenstudie an 92 Patientinnen mit polyzystischem Ovarsyndrom vor IVF/ICSI, die drei Monate lang ein Astaxanthin-Kombinationspräparat erhielten, gegen 92 Patientinnen ohne Präparat; Zhoushan (China). Stimulationsdauer, Gonadotropingesamtdosis, Östradiol-Spitzenwert und Zahl entnommener Eizellen unterschieden sich nicht; die Zahl der Zygoten mit zwei Vorkernen, übertragbarer und hochwertiger Embryonen war in der Präparategruppe höher, ebenso positive Schwangerschaftstests (frisch und aufgetaut); BMI, AMH, Nüchterninsulin, HOMA-IR und basale Hormone sanken. Zahlenwerte nennt der Abstract nicht. Die Arbeit betrifft Frauen und sagt nichts über die männliche Fertilität; sie ist nur aufgeführt, weil sie eine der wenigen Humanarbeiten mit Astaxanthin und klinischen Endpunkten im Fund ist.

**Ogawa et al. 2024 [s59].** „Micronutrient Antioxidants for Men (Menevit®) Improve Sperm Function by Reducing Oxidative Stress, Resulting in Improved Assisted Reproductive Technology Outcomes“. Studie aus Japan (Sendai ART Clinic) an Partnern von Paaren mit geplanter assistierter Reproduktion mit selbst gewählten Vergleichsgruppen: tägliche Einnahme eines Mikronährstoffpräparats (Menevit®, mit Folsäure und Zink) oder keine Einnahme über sechs Monate; ausgewertet wurden Serum-Oxidanzien, Samenparameter, oxidativer Stress und DNA-Fragmentierung nach 3 und 6 Monaten sowie Implantations-, Schwangerschafts- und Fehlgeburtsrate nach Transfer vitrifizierter und aufgetauter Embryonen. Bei Männern mit hohem statischem Oxidations-Reduktions-Potenzial (sORP) stiegen Spermienkonzentration und sORP, Implantations- und klinische Schwangerschaftsrate nahmen nach sechs Monaten signifikant zu, die Rate hochwertiger Blastozysten tendenziell. Die Autoren halten Mikronährstoffe für eine mögliche Behandlungsoption. Schwächen: Selbstselektion der Gruppen (Gruppe und Ergebnis können gemeinsame Ursachen haben, etwa Gesundheitsbewusstsein), Teilnehmerzahlen im Abstract nicht stimmig (171 Männer gegenüber 84 plus 52), die Aussage beruht auf einer nachträglich gebildeten Untergruppe (hohes sORP); keine Randomisierung, keine Verblindung.

**Grenzfälle mit Interventionscharakter.** Zwei weitere Arbeiten tragen im Titel oder Register das Wort „Fall-Kontroll“, sind aber Interventionsstudien und werden an anderer Stelle der Gesamtstudie ausführlich behandelt. Alahmar und Mitarbeiter [s148] gaben 65 Männern mit idiopathischer Oligoasthenozoospermie drei Monate lang 200 mg Coenzym Q10 täglich und verglichen mit 40 fertilen Männern (Ausgangswerte); Konzentration, progressive Motilität, Gesamtmotilität und Seminal-CoQ10 stiegen, ROS und DNA-Fragmentierung sanken, ohne Placebogruppe unter den Patienten. Hodeeb und Mitarbeiter [s80] ordneten 80 Männer mit idiopathischer Asthenozoospermie zufällig 600 mg alpha-Liponsäure oder Placebo zu (je 40, 90 Tage); der Abstract nennt Verbesserungen von Motilität, Vitalität, Volumen, Konzentration und Morphologie in der Behandlungsgruppe und führt die Studie als „case-controlled“, obwohl sie randomisiert und placebokontrolliert war.

### Plasmaspiegel in einer randomisierten Studie und oxidativer Status nach Varikozelenoperation

**Knudtson et al. 2021, Sekundäranalyse der MOXI-Studie [s163].** „The relationship of plasma antioxidant levels to semen parameters: the Males, Antioxidants, and Infertility (MOXI) randomized clinical trial“. Sekundäranalyse der randomisierten Studie MOXI (Males, Antioxidants, and Infertility, USA): Es wurde geprüft, ob Plasmaspiegel von Vitamin E (α-Tocopherol), Zink und Selen mit Samenparametern, DNA-Fragmentierung und Ergebnissen der Paare (Schwangerschaft, Lebendgeburt) zusammenhängen. Zu Studienbeginn lagen Werte für Vitamin E bei 131, für Selen bei 124 und für Zink bei 128 Männern vor; alle Basiswerte lagen im Normbereich. Es fand sich kein Zusammenhang zwischen Selen-, Zink- oder Vitamin-E-Spiegeln und Samenparametern oder DNA-Fragmentierung; die Basisspiegel sagten weder Schwangerschaft noch Lebendgeburt voraus, und unter den Männern der Placebogruppe unterschieden sich die Basisspiegel nicht zwischen Paaren mit und ohne Lebendgeburt (Wilcoxon-Rangsummentest und lineare Regression). Die Autoren schließen, bei Männern in US-Kinderwunschzentren mit ausreichenden Plasmaspiegeln scheinen höhere Spiegel im Normbereich keinen Nutzen für Samenparameter oder Fertilität zu bringen. Stärken: Daten aus einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit standardisierter Erhebung. Schwächen: Es wurden nur Männer mit Werten im Normbereich untersucht, sodass über Mangelzustände nichts folgt; die Fallzahlen sind klein (124 bis 131), der Abstract nennt keine Effektschätzer oder Konfidenzintervalle. Für die Frage, ob Nahrungsergänzung bei ausreichend versorgten Männern etwas ändert, ist die Analyse dennoch aufschlussreich.

**Mostafa et al. 2001 [s402].** „Varicocelectomy reduces reactive oxygen species levels and increases antioxidant activity of seminal plasma from infertile men with varicocele“. Prospektive Studie am Cairo University Hospital (1999) mit 68 infertilen Männern mit Varikozele, die zur Varikozelenoperation anstanden. Im Samenplasma wurden zwei reaktive Sauerstoffspezies (Malondialdehyd, Wasserstoffperoxid), ein Radikal (Stickstoffmonoxid) und sechs Antioxidanzien (Superoxiddismutase, Katalase, Glutathionperoxidase, Vitamin C, Vitamin E, Albumin) am Tag vor der Operation sowie nach 3 und 6 Monaten bestimmt. Nach drei Monaten waren MDA, Wasserstoffperoxid und Stickstoffmonoxid signifikant niedriger, nach sechs Monaten nochmals; vier der sechs Antioxidanzien (SOD, Katalase, Glutathionperoxidase, Vitamin C) stiegen nach drei und weiter nach sechs Monaten; Albumin änderte sich in den ersten drei Monaten nicht, stieg aber danach; Vitamin E dagegen sank nach drei und weiter nach sechs Monaten. Die Autoren schließen, die Operation senke die ROS und erhöhe die antioxidative Aktivität. Einordnung: Ohne Kontrollgruppe; der Abfall von Vitamin E nach der Operation zeigt, dass die Wirkung auf antioxidative Marker nicht einheitlich ist; die Studie zeigt, dass sich oxidativer Status durch eine Operation ändert, nicht, dass er durch Einnahme veränderbar wäre.

**Özturk et al. 2012 [s323].** „Effect of spermatic vein ligation on seminal total antioxidant capacity in terms of varicocele grading“. Prospektive Studie aus der Türkei (Ankara, nach den Recherchebefunden) mit 20 infertilen Männern mit Varikozele (8 nicht tastbar, 12 tastbar, Grad II bis III) und 20 normalen fertilen Männern als Kontrollgruppe; alle Männer mit Varikozele wurden mikrochirurgisch operiert; verglichen wurden die präoperativen Werte mit denen nach 3 bis 6 Monaten und mit der Kontrollgruppe. Nach der Venenligatur stiegen die totale antioxidative Kapazität im Samen sowie Spermienzahl, Motilität und Normalformen signifikant; eine signifikante Zunahme der TAC zeigte sich nur in der Gruppe mit Grad II bis III. Die Autoren sehen eine Verbesserung der TAC besonders bei mittel- und hochgradiger Varikozele. Einordnung: Sehr kleine Untergruppen (8 und 12 Männer), keine Konfidenzintervalle im Abstract.

### Gesamtbild der Beobachtungsstudien

Aus den Beobachtungsstudien lassen sich fünf Aussagen mit unterschiedlicher Sicherheit ableiten. Erstens hängen Marker des oxidativen Stresses im Samenplasma (MDA, TAC, ROS, Thiole) in den meisten Studien mit schlechterer Samenqualität zusammen [s388, s383, s375, s310, s373, s272]; dies bestätigt die Hypothese des oxidativen Stresses als Merkmal, nicht als Ursache, und sagt nichts über den Nutzen einer Einnahme aus. Zweitens sind die Befunde zu einzelnen Mikronährstoffen widersprüchlich: Für Zink [s170, s119, s174, s359], Selen [s406, s392, s77, s298], Magnesium (siehe oben), Vitamin B12 und Vitamin D finden sich Studien mit positiver, ohne und mit gegenläufiger Beziehung; die jeweils größten Studien zeigen schwache Zusammenhänge (Korrelationen von 0,2 bis 0,3) oder keinen. Drittens sprechen die beiden großen Studien zur Ernährung nicht für einen Zusammenhang der diätetischen antioxidativen Kapazität mit der Samenqualität [s81, s82]; eine retrospektive Kohorte bei Varikozele berichtet einen schwachen positiven Zusammenhang [s05], und in der Sekundäranalyse einer randomisierten Studie hingen Plasmaspiegel von Vitamin E, Zink und Selen im Normbereich weder mit Samenparametern noch mit Schwangerschaft oder Lebendgeburt zusammen [s163]. Viertens zeigt die einzige Mendelsche Randomisierung keinen kausalen Effekt systemischer antioxidativer Kapazität, aber mit sehr großer Unsicherheit [s40]. Fünftens liefern genetische Studien Hinweise darauf, dass Träger von GSTM1- und GSTT1-Deletionen anders auf Antioxidantien ansprechen könnten [s143], ohne dass eine Wirksamkeitsprüfung mit Kontrollgruppe vorläge. Für Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC und Glutathion (als Einnahme) enthält die Beobachtungsliteratur keine Studien am Menschen; für Melatonin liegen vier Messstudien mit uneinheitlichem Ergebnis [s371, s187, s385, s294] vor.

## Studienlage: Klinische Studien, Leitlinien und Tierversuche

Dieser Abschnitt stellt die Arbeiten einzeln vor, soweit sie am Menschen entstanden sind oder Leitliniencharakter haben. Tierversuche und Laborarbeiten sind nach Modell und Substanz gebündelt, weil sie zahlreich sind und für die Frage nach der Wirkung einer Einnahme beim Mann nur indirekt beitragen. Alle Zahlen stammen aus den Abstracts beziehungsweise den abgerufenen Leitlinientexten; Volltexte wurden nicht ausgewertet. Wo ein Abstract abbricht oder in sich widersprüchlich ist, steht das ausdrücklich dabei. Aussagen wie „die Autoren befürworten“ sind Aussagen der jeweiligen Autoren und keine Empfehlung dieser Studie.

### Leitlinien und Konsensdokumente

**EAU-Leitlinie, Ausgabe 2021 [s169].** Die Zusammenfassung der Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie hält fest, es gebe „insufficient evidence to support the widespread use of other empirical treatments and surgical interventions in clinical practice (such as antioxidants and surgical sperm retrieval in men without azoospermia)“. Die Autoren sprechen von „low-quality evidence supporting the use of empirical treatments“ und fordern große randomisierte Studien. Methodisch beruht die Fassung auf einer strukturierten Literaturübersicht bis Januar 2021 mit Stärkegrad je Empfehlung. Der Abstract enthält keine Zahlen zu einzelnen Wirkstoffen.

**EAU-Leitlinie, Ausgabe 2025 [s29, s20].** Der Abstract der Aktualisierung [s29] nennt als Neuerungen zwei Abschnitte (Exomsequenzierung, probiotische Behandlung) und eine überarbeitete Diagnostik; Antioxidantien erscheinen dort nicht. Der Volltext des Kapitels zur männlichen Infertilität auf der EAU-Webseite [s20] wurde abgerufen. Im Abschnitt „Antioxidant treatment“ steht: „Evidence for the role of antioxidant therapy in male infertility is still conflicting.“ Genannt werden der Cochrane-Review mit 34 RCT und 2.876 Paaren [s329] sowie eine Auswertung mit 61 Studien und 6.264 Männern [s228] mit dem Zusatz „The quality of the reported studies is poor.“ Die MOXI-Studie [s205] habe gezeigt, dass Antioxidantien Spermienparameter und DNA-Integrität gegenüber Placebo nicht verbesserten; die kumulativen Lebendgeburten nach sechs Monaten lagen bei 15 % gegenüber 24 %. „No clear conclusions were possible regarding the specific antioxidants to use.“ Zur Messung reaktiver Sauerstoffspezies sagt das Kapitel, es gebe keine standardisierten Verfahren; die Routinemessung solle experimentell bleiben, bis Tests in randomisierten Studien validiert seien. Zur Leukozytospermie heißt es, die Daten reichten nicht aus, um zu beurteilen, ob Antibiotika und Antioxidantien die Fertilitätsergebnisse verbessern. Einschränkung: Die Webseite nennt kein Stichdatum je Absatz und verweist teils auf ältere Übersichten.

**AUA/ASRM-Leitlinie, Aktualisierung 2024 [s47] und Leitlinientext [s44].** Der Abstract der Aktualisierung [s47] beschreibt 4.093 neue Abstracts, 125 eingeschlossene Studienabstracts und 22 Studien in der endgültigen Evidenzbasis; Neuerungen betreffen Y-Chromosom-Mikrodeletionen, MRT des Beckens und Hodensperma bei Nicht-Azoospermie, Antioxidantien erscheinen im Abstract nicht. Der abgerufene Leitlinientext [s44] enthält Statement 45: „Clinicians should counsel patients that the benefits of supplements (e.g., antioxidants, vitamins) are of questionable clinical utility in treating male infertility. Existing data are inadequate to provide recommendation for specific agents to use for this purpose. (Moderate Recommendation; Evidence Level: Grade B)“. In der Erläuterung steht, die Daten ließen vermuten, dass solche Präparate wahrscheinlich nicht schädlich seien, ihr greifbarer Nutzen für die Fertilität aber fraglich sei. Als Beleg wird die 2020 veröffentlichte RCT des NIH Reproductive Medicine Network mit 174 Männern genannt (MOXI [s205]). Aus dem abgerufenen Text ist nicht eindeutig ablesbar, aus welcher Fassung der Leitlinie der Statementtext stammt.

**AFU und SALF [s162].** Die gemeinsamen französischen Empfehlungen (Suche in PubMed bis 1. Januar 2020, Evidenzgrade nach HAS 2013) betreffen die Abklärung, nicht die Behandlung: systematische Anamnese, körperliche Untersuchung, zwei Spermiogramme nach WHO-Vorgaben bei Auffälligkeit des ersten, Hodensonografie. Zu Antioxidantien trifft der Abstract keine Aussage.

**Global Andrology Forum, Delphi-Leitlinie 2026 [s01].** An der ersten Phase nahmen 151 internationale Fachleute mit mehr als fünf Jahren Erfahrung teil; Aussagen mit mehr als 80 % Zustimmung (Wert über 7 von 10) galten als angenommen. Die ursprünglich acht Aussagen wurden auf 19 erweitert und auf 18 gekürzt. In der zweiten Phase bewerteten 84 erfahrene Ärzte (mehr als zehn Jahre) die Aussagen nach dem GRADE-Ansatz. Vier von 18 Aussagen erreichten keinen Konsens; von den verbleibenden 14 wurden sieben (50 %) als „stark“ und sieben (50 %) als „schwach“ eingestuft. Inhaltlich fasst der Abstract zusammen: Antioxidantientherapie könne oxidativen Stress senken, die Spermienqualität verbessern und möglicherweise Fortpflanzungsergebnisse verbessern; der Nutzen variiere je nach Wirkstoff, Schema und Patientengruppe. Die Leitlinie betone, oxidativen Stress zu dokumentieren und zugrunde liegende Faktoren zu prüfen, bevor eine Antioxidantientherapie beginnt, und warne vor unterschiedsloser oder verlängerter Anwendung. Die Texte der 14 einzelnen Aussagen stehen im Abstract nicht und konnten nicht wiedergegeben werden. Einordnung: Es handelt sich um eine Expertenkonsens-Leitlinie eines internationalen Gremiums, nicht um die Leitlinie einer urologischen Fachgesellschaft; die Daten einer Umfrage unter praktizierenden Ärzten dienten als Bezugspunkt.

**Systematische Übersicht als Leitlinienvorschlag, Agarwal 2022 [s147].** 97 Artikel; 52 (53,6 %) waren unkontrollierte offene Studien, 12 (12,4 %) unverblindete RCT, 33 (34,0 %) verblindete RCT. 44 Artikel (45,4 %) prüften Einzelsubstanzen, 31 (32,0 %) Kombinationen, 22 (22,6 %) registrierte Antioxidantienpräparate. Die Autoren schließen, Antioxidantiengabe verbessere Spermienparameter, und leiten Indikationen für Varikozele, unklare und idiopathische Infertilität und veränderte Samenqualität ab. Es ist ein Vorschlag einer Autorengruppe, die in diesem Feld auch eigene Arbeiten veröffentlicht, keine Leitlinie einer Fachgesellschaft. Das MOSI-Konzept [s213] (Male Oxidative Stress Infertility) schlägt vor, infertile Männer mit auffälligem Sperma und oxidativem Stress so zu benennen. Es nennt 30 % bis 80 % infertile Männer mit erhöhten reaktiven Sauerstoffspezies im Sperma und hält fest: „Current treatment protocols for OS, including the use of antioxidants, are not evidence-based and have the potential for complications and increased healthcare-related expenditures.“ Das Oxidations-Reduktions-Potenzial wird als möglicher Messwert genannt, um einer Überdosierung vorzubeugen.

**Weitere Stellungnahmen.** Eine französische urologische Übersicht [s93] (Literatursuche bis Mai 2023) fasst zusammen, Antioxidantiengabe scheine „certain spermogram parameters“ zu verbessern und „an impact on pregnancy and live birth rates“ zu haben. Eine dänische Stellungnahme zum Cochrane-Review [s326] widerspricht der Schlussfolgerung zu Lebendgeburt und Schwangerschaft: Publikationsverzerrung sei nicht auszuschließen, die meisten Studien seien auf die Samenqualität als Zielgröße angelegt gewesen, Typ und Dosis der Antioxidantien ließen sich aus den vielen Kombinationen nicht ableiten; künftig seien große randomisierte placebokontrollierte Studien nötig. Der deutschsprachige Überblick von Nieschlag [s313] hält fest, dass „most empirical treatments have been demonstrated to be ineffective“; Antioxidantien nennt der abgerufene Abstract nicht. Die Übersicht von Ko [s304] sieht in der Messung reaktiver Sauerstoffspezies eine mögliche prognostische Zusatzinformation, empfiehlt sie aber nicht als Routine; ihr Einfluss auf Befruchtung und Schwangerschaft sei umstritten, auch wegen fehlender Standardisierung.

**Nicht prüfbar.** Die ESHRE führt auf ihrer Leitlinienseite keine eigene Leitlinie zur männlichen Infertilität (gelistet waren unter anderem „Unexplained infertility 2023“ und „Add-ons 2023“; der Abstract der Add-on-Empfehlungen enthält keine Aussage zu Antioxidantien beim Mann). Das AWMF-Leitlinienregister ließ sich ohne Skriptausführung nicht abfragen; ob eine deutsche S-Leitlinie zu Antioxidantien bei männlicher Infertilität existiert, konnte weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Die Empfehlungen der Società Italiana di Andrologia waren nicht auswertbar.

**Zusammenschau der Leitlinien.** Die beiden urologischen Fachgesellschaften (EAU, AUA) sehen keine ausreichende Grundlage für die Empfehlung bestimmter Wirkstoffe; die EAU nennt die Evidenz „conflicting“, die AUA stuft den Nutzen als „questionable“ ein. Das Konsensdokument des Global Andrology Forum fällt in der Tonalität zugunsten einer rational begründeten Anwendung aus, verlangt aber die Dokumentation oxidativen Stresses vorab, was die EAU mangels standardisierter Messverfahren als noch nicht routinetauglich beschreibt. Beide Positionen berufen sich auf dieselbe Literatur und kommen zu unterschiedlicher Gewichtung.

### Cochrane-Review „Antioxidants for male subfertility“: vier Fassungen

Die vier Fassungen sind keine unabhängigen Replikationen; die Studienmengen überlappen. Ausschlaggebend für die Lesart ist, dass der Schätzer für die Lebendgeburt von Fassung zu Fassung sinkt (OR 4,85; 4,21; 1,79; 1,43).

**Showell 2011 [s329].** 34 RCT mit 2.876 Paaren, ausschließlich Männer in Paaren mit assistierter Reproduktion. Lebendgeburt in drei Studien: gepoolte OR 4,85 (95 %-KI 1,92 bis 12,24; P = 0,0008; I² = 0 %), gestützt auf 20 Lebendgeburten bei 214 Paaren. Schwangerschaft in 15 Studien mit 964 Paaren und 96 Schwangerschaften: OR 4,18 (2,65 bis 6,59; P < 0,00001; I² = 0 %). Keine Studie berichtete schädliche Nebenwirkungen. Die Ereigniszahlen für die Lebendgeburt sind winzig; die Autoren verlangen Kopf-an-Kopf-Vergleiche.

**Showell 2014 [s306].** 48 RCT mit 4.179 Männern, Dauer 3 bis 26 Wochen, Alter 20 bis 52 Jahre. Lebendgeburt: OR 4,21 (2,08 bis 8,51; P < 0,0001; 4 RCT, 277 Männer; I² = 0 %; 44 Lebendgeburten). Klinische Schwangerschaft: OR 3,43 (1,92 bis 6,11; P < 0,0001; 7 RCT, 522 Männer). Fehlgeburt: OR 1,74 (0,40 bis 7,60; P = 0,46; 3 RCT). Magen-Darm-Beschwerden: OR 1,60 (0,47 bis 5,50; P = 0,46; 6 RCT, 429 Männer). Qualität „very low“ bis „low“ (GRADE). Von 15 Studien mit Finanzierungsangabe nannten vier kommerzielle Quellen, bei 33 fehlte die Angabe. Nur drei von 25 Studien zu Spermienparametern berichteten auch Lebendgeburt oder Schwangerschaft.

**Smits 2019 [s228].** 61 Studien, 6.264 Männer, 18 Antioxidantien; in der Metaanalyse 44 Studien, davon nur 12 mit Lebendgeburt oder klinischer Schwangerschaft. Lebendgeburt: OR 1,79 (1,20 bis 2,67; P = 0,005; 7 RCT, 750 Männer; I² = 40 %; 124 Lebendgeburten; „low-quality“). Nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko: Peto-OR 1,38 (0,89 bis 2,16; P = 0,15; 5 RCT, 540 Männer), also kein Nachweis mehr. Klinische Schwangerschaft: OR 2,97 (1,91 bis 4,63; P < 0,0001; 11 RCT, 786 Männer; I² = 0 %). Fehlgeburt: OR 1,74 (0,40 bis 7,60; P = 0,46). Leichte Magen-Darm-Beschwerden: OR 2,51 (1,25 bis 5,03; P = 0,010; 11 RCT, 948 Männer; I² = 50 %; 35 Ereignisse; „very low“).

**de Ligny 2022 [s111].** 90 Studien, 10.303 Männer, 20 Antioxidantien; in der Metaanalyse 67 Studien, nur 20 mit klinischer Schwangerschaft und 12 mit Lebendgeburt. Lebendgeburt: OR 1,43 (1,07 bis 1,91; P = 0,02; 12 RCT, 1.283 Männer; I² = 44 %; 246 Lebendgeburten; „very low“); nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko Peto-OR 1,22 (0,85 bis 1,75; P = 0,27; 8 RCT, 827 Männer). Klinische Schwangerschaft: OR 1,89 (1,45 bis 2,47; 20 RCT, 1.706 Paare; I² = 3 %; 327 Schwangerschaften; „low“). Fehlgeburt: OR 1,46 (0,75 bis 2,83; P = 0,27; 6 RCT). Magen-Darm-Beschwerden: OR 2,70 (1,46 bis 4,99; P = 0,002; 16 RCT, 1.355 Männer; 46 Ereignisse; „low“). Die Autoren halten die Gesamtlage wegen Verzerrungsrisiko, lückenhafter Berichte und kleiner Fallzahlen für nicht belastbar.

### Weitere Übersichten und Metaanalysen zu Antioxidantien allgemein

**Ross 2010 [s343].** 17 RCT, 1.665 Männer. 14 von 17 Studien (82 %) zeigten eine Verbesserung von Samenqualität oder Schwangerschaftsrate; von zehn Studien zur Schwangerschaftsrate sechs mit signifikanter Verbesserung. Nur 11 von 17 berichteten Zuteilungsverdeckung, drei (18 %) eine Intention-to-treat-Auswertung.

**Salas-Huetos 2018 [s246].** 28 RCT qualitativ, 15 quantitativ. Mittlere Differenzen der Spermienkonzentration (95 %-KI): Selen 3,91 x 10⁶/mL (3,08; 4,73), Zink 1,48 (0,69; 2,27), Omega-3 10,98 (10,25; 11,72), Coenzym Q10 5,93 (5,36; 6,51). Gesamtmotilität: Selen 3,30 % (2,95; 3,65), Zink 7,03 % (6,03; 8,03), Omega-3 7,55 % (7,09; 8,01), CoQ10 5,30 % (4,98; 5,62), Carnitin 7,84 % (6,54; 9,13); progressive Motilität nur durch Carnitin 7,45 % (6,24; 8,67). Die Autoren warnen vor kleinen Stichproben und „considerable observed interstudy heterogeneity“; die sehr schmalen Intervalle trotz dieser Heterogenität sind auffällig.

**Su 2022, Netzwerk-Metaanalyse [s138].** 18 RCT, 1.790 subfertile Männer, acht Wirkstoffe. Konzentration: CoQ10 MD 5,95 (0,05; 10,79), SUCRA 79,4 %. Motilität: Carnitin MD 12,43 (4,07; 20,26), SUCRA 88,7 %; CoQ10 MD 7,33 (0,35; 14,17). Morphologie: Vitamin C höchster Rang (SUCRA 93,6 %), aber nicht signifikant (MD 7,73; -0,94 bis 16,33).

**Li 2022, Netzwerk-Metaanalyse [s126].** 23 RCT, 1.917 Patienten, zehn Antioxidantien: L-Carnitin lag bei Motilität (WMD 6,52 %; KI 2,55 bis 10,05) und Morphologie (WMD 4,96 %; KI 0,20 bis 9,73) vorn, Omega-3-Fettsäuren bei der Konzentration (WMD 9,89 x 10⁶/ml; KI 7,01 bis 12,77); auf die Schwangerschaftsrate hatte keiner der Stoffe einen signifikanten Effekt.

**Agarwal 2023 [s69].** 45 RCT, 4.332 Männer. Höhere Schwangerschaftsrate unter Antioxidantien ohne relevante Heterogenität; kein Effekt auf Lebendgeburt oder Fehlgeburt (vier Studien) und auf DNA-Fragmentierung (drei Studien); höhere Konzentration, Motilität und normale Morphologie. Der Abstract nennt keine Effektgrößen; die Autoren räumen ein, dass zu Lebendgeburt, Fehlgeburt und Fragmentierung zu wenige RCT vorliegen.

**Sharma 2022 [s136].** 20 Studien zu Selen, Carnitin und CoQ10. Schwangerschaftsrate 69/426 (16,2 %) gegenüber 45/401 (11,2 %); P = 0,05. Motilität MD 5,05 (2,77; 7,34), progressive Motilität MD 5,72 (2,77; 8,66), Konzentration MD 6,58 (3,22; 9,93). Die Autoren: Unterschiede klein, Studienqualität schlecht.

**Michaelsen 2025 [s28].** 50 RCT mit mindestens zwölf Wochen Behandlung gegen Placebo, bewertet mit RoB 2 und GRADE. Kein Effekt auf Schwangerschaft und Lebendgeburt. Zink, Folsäure und Mehrstoffpräparate (mindestens drei Substanzen) verbesserten die Konzentration; Selen, Carnitin und CoQ10 die Motilität; Alpha-Liponsäure die Morphologie; Vitamin D, Vitamin E und Omega-3 keinen Parameter. Schluss der Autoren: „no convincing evidence of an effect of any dietary supplements on male infertility“. Es ist die jüngste und strengste der abgerufenen Übersichten.

**Melhem 2026 [s10].** 41 RCT mit 3.615 Männern mit idiopathischer Infertilität (PubMed, Embase, Scopus, Cochrane CENTRAL, ClinicalTrials.gov, Google Scholar; Januar 2010 bis Januar 2026; PROSPERO CRD420261289976; Drei-Ebenen-Modelle mit Knapp-Hartung-Korrektur; GRADE). Antioxidantien waren mit höherer Spermienkonzentration (SMD 1,09; 95 %-KI 0,10 bis 2,08), progressiver Beweglichkeit (SMD 1,11; 0,32 bis 1,90), Gesamtbeweglichkeit (SMD 0,69; 0,26 bis 1,13) und normal geformten Spermien (SMD 0,43; 0,05 bis 0,82) verbunden. Die Vorhersageintervalle schlossen für alle vier Endpunkte den Nullwert ein. PDE-Hemmer: Konzentration SMD 1,96 (-2,25 bis 6,17), Morphologie SMD 1,28 (-0,47 bis 3,02); Methylgruppen-Donatoren: DNA-Fragmentation SMD -1,17 (-2,82 bis 0,47); alle drei Intervalle schließen den Nullwert ein. Die Heterogenität war erheblich (I² über 80 %). Die Autoren stufen die Sicherheit der Evidenz als sehr niedrig ein und fordern größere Studien mit Lebendgeburten. Antioxidantien sind als Klasse zusammengefasst; einzelne Substanzen wie Myo-Inositol, NAC oder Astaxanthin sind im Abstract nicht getrennt ausgewiesen.

**Weitere.** Noegroho 2022 [s131]: neun Artikel zur DNA-Fragmentierung, vier mit signifikanter, fünf mit nichtsignifikanter Senkung, keine gepoolten Zahlen. Majzoub und Agarwal 2018 [s242]: 26 Studien mit signifikant positivem Effekt auf Basisparameter, Spermienfunktion, Ergebnisse der assistierten Reproduktion und Lebendgeburtenrate; der Abstract nennt nur die positiven Studien, nicht die Gesamtzahl der geprüften und keine Prüfung auf Publikationsverzerrung. Ioannidou 2022 [s121] (Varikozele ohne Operation): Konzentration WMD +5,86 x 10⁶/mL (1,47 bis 10,24; sechs Studien, 213 Patienten), Gesamtmotilität +3,76 % (0,18 bis 7,34), progressive Motilität +6,38 % (3,04 bis 9,71), Volumen +0,55 mL (0,06 bis 1,04); Morphologie nicht signifikant (+3,89 %; -0,14 bis 7,92); Evidenz „limited“. Eine Mendelsche Randomisierung (Zhang 2025 [s40]) wird im Mechanismenabschnitt behandelt.

**Marktanalysen, Garolla 2020 und 2021 [s185, s160].** 21 beziehungsweise 24 in Italien vermarktete Präparate; Zink war mit 70 % der Produkte der häufigste Inhaltsstoff. 2021: drei (12,5 %) hoch, neun (37,5 %) niedrig, zwölf (50,0 %) ohne erwartete Wirksamkeit eingestuft; 15 Präparate (65,2 %) enthielten mindestens einen Stoff ohne Wirksamkeitsbeleg, 21 dosierten wirksame Stoffe unter der minimalen wirksamen Tagesdosis. Die Einstufung beruht auf einer eigenen Bewertungsformel, nicht auf klinischen Ergebnissen.

**Metaanalysen aus dem chinesischen Sprachraum.** Alle 18 als Metaanalyse geführten Arbeiten stammen von chinesischen Gruppen und durchsuchten überwiegend PubMed, Embase und Cochrane; ausdrücklich chinesische Datenbanken nannten nur [s209] (CNKI, Wanfang, VIP, CBM), [s145] (CBMdisc) und [s113] (CNKI, CBM). Die chinesischsprachige Primärliteratur ist damit nur indirekt erfasst. Die jüngste, 101 Publikationen mit 11.889 Männern umfassende Auswertung [s14] ergab gepoolte SMD von 2,33 (KI 1,73 bis 2,94) für die Konzentration und 1,62 (KI 1,20 bis 2,04) für die Gesamtmotilität; Behandlungen über mehr als sechs Monate wirkten stärker als solche unter drei Monaten, die Autoren lehnen eine definitive Empfehlung ab. Niu [s33] berichtet für Carnitin und CoQ10 bei unerklärter Infertilität aus 16 Studien eine SMD von 2,98 (KI 1,13 bis 7,87) für CoQ10 (Konzentration) und 4,19 (KI 1,60 bis 10,95) für L-Carnitin (progressive Motilität); die weiten Intervalle zeigen große Unsicherheit.

### Myo-Inositol

Die Datenlage zu Myo-Inositol beim Mann ist dünn und überwiegend methodisch schwach. Die Treffer zu „inositol sperm“ betrafen meist Inositoltrisphosphat-Signalwege in Spermien und Eizellen oder Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom und wurden nicht aufgenommen. Aus China, Japan und Korea liegt keine Interventionsstudie am Menschen mit Spermienparametern vor; die einzige chinesische Arbeit mit klinischen Endpunkten ist eine Netzwerk-Metaanalyse bei Frauen mit PCOS [s55], die für die Spermienqualität nichts aussagt. Aus dem russischen, türkischen und arabischen Raum fand sich keine Studie mit Einnahme von Myo-Inositol durch Männer; als einzige Humanarbeit aus diesen Räumen gilt die Laborstudie [s247].

**Ghaemi 2024, Metaanalyse [s52].** 16 Humanstudien aus 2.240 Treffern (PubMed, Web of Science, Embase); der Abstract wurde im Original geprüft. Gesamtmotilität SMD 0,90 (95 %-KI 0,34 bis 1,46; I² = 0 %; p = 0,001); progressive Motilität SMD 1,48 (0,37 bis 2,59; I² = 0 %; p = 0,008); Testosteron bei Männern mit Oligo-Astheno-Teratozoospermie SMD 0,54 (0,34 bis 0,73; I² = 0 %; p < 0,0001); Spermien mit DNA-Fragmentierung SMD -1,37 (-2,43 bis -0,32; I² = 85 %; p = 0,01). Die Autoren nennen die Datenlage selbst „controversial“. Wie viele der 16 Studien in jede einzelne Analyse eingingen, steht im Abstract nicht; der Titel nennt auch IVF-Ergebnisse, zu denen der Abstract keine Zahl berichtet. Die hohe Heterogenität bei der DNA-Fragmentierung begrenzt die Aussage, und die weiten Intervalle bei den Motilitätsendpunkten trotz I² = 0 % legen kleine Einzelstudien nahe (Vermutung, der Abstract nennt die Studienzahlen nicht).

**Gulino 2016 [s276].** Interventionsstudie an 62 Männern in drei Gruppen (gesunde fertile Männer, Männer mit Oligoasthenozoospermie, Kontrollgruppe) im IVF-Zyklus; 4.000 mg Myo-Inositol und 400 µg Folsäure täglich über zwei Monate. Bei Oligoasthenozoospermie stieg die Spermienkonzentration signifikant (nativ und nach Dichtegradient), bei den Gesunden die Zahl nach Dichtegradient; die Motilität besserte sich in keiner Gruppe. Schwächen: Vorher-nachher-Vergleich mit t-Test, Kombination mit Folsäure, kleine Gruppen; im Abstract nicht als randomisiert beschrieben.

**Canepa 2018 [s235].** Multizentrische Vorher-nachher-Studie an 143 subfertilen Männern, von denen 100 abschlossen; Myo-Inositol, Alpha-Liponsäure, Folsäure, Betain und Vitamine (Handelspräparat Sinopol®) über 90 Tage. Zunahmen von Konzentration (p = 0,0009), Spermienzahl (p = 0,0017), progressiver Motilität (p = 0,0047), Gesamtzahl motiler Spermien (p = 0,0010) und normaler Morphologie (p < 0,0001). Ausfälle: 8,4 % verloren, 6,8 % durch spontane Schwangerschaft der Partnerin. Keine Kontrollgruppe; der Beitrag des Myo-Inositols ist nicht isolierbar.

**Artini 2017 [s253].** Laborstudie: Inkubation von Samenproben normozoospermer und OAT-Männer mit Myo-Inositol (15 µl/ml) verbesserte die progressive Motilität in beiden Gruppen gegenüber Standardmedium. Das betrifft die Aufbereitung im Labor, nicht die Einnahme.

**Saleh 2018 [s247].** Ejakulate von 41 infertilen Männern, jede Probe geteilt (1 mg Myo-Inositol in 10 µl gegen 10 µl Medium), 20 Minuten Inkubation vor dem Einfrieren. Kryoüberlebensrate 40 % (25 bis 70 %) gegen 30 % (13 bis 58 %), p = 0,041; bei den 26 Proben mit auffälligen Ausgangswerten 38 % (20 bis 50 %) gegen 23 % (12 bis 30 %), p = 0,031. Gepaartes Design; nur Motilität als Endpunkt, nur eine Konzentration, in vitro.

**Übersichten [s208, s256].** Vazquez-Levin und Verón [s208] berichten von „discrete improvement in sperm motility in fresh and frozen-thawed semen“, merken aber an, mehrere Studiendesigns ließen angemessene Kontrollen oder Datenanalysen vermissen; größere randomisierte Studien seien nötig. Condorelli [s256] begründet Myo-Inositol als antioxidativ und die Motilität fördernd und schlägt einen klinischen Algorithmus für Asthenozoospermie vor (keine Zahlen im Abstract). Die Metaanalysen zu NAC und Carnitin [s176, s27] enthalten kein Inositol.

**Tier- und Laborarbeiten.** Hundespermien: 1 mg/ml im Einfriermedium (1 oder 2 mg/ml geprüft) verbesserte nach dem Auftauen Motilität (57,9 ± 0,4 % gegen 47,8 ± 0,2 %), Vitalität (57,5 ± 0,5 % gegen 44,6 ± 0,6 %), Plasmamembran (56,6 ± 0,4 % gegen 46,2 ± 0,6 %) und Akrosom (59,3 ± 0,5 % gegen 51,8 ± 0,5 %); BAX und ROMO1 waren niedriger, BCL2, PRM2 und PRM3 höher [s224]. Eberspermien: 0,5 mg/ml im Gefriermedium (0,5 bis 2 mg/ml geprüft) verbesserte Motilität, Akrosomintegrität und Befruchtungsfähigkeit [s96]; in der Flüssiglagerung bei 17 °C ergaben 2 mg/ml (2 bis 8 mg/ml geprüft) die beste Motilität und Überlebenszeit [s83]. Eine Übersicht derselben Gruppe beschreibt die Wirkung als dosis- und stadienabhängig und Myo-Inositol eher als „Redox- und Stoffwechselmodulator“ denn als klassisches Antioxidans [s07]. Fischsperma: 5 bis 40 mg im Verdünner verbesserten linear Beweglichkeit und Beweglichkeitsdauer, senkten MDA und TOS und erhöhten TAS und Glutathion [s155]. Hengstsperma: eine Nanoemulsion (1 und 2 mg/ml) verbesserte nach 72 Stunden Kühlung progressive Motilität, Vitalität und Membranintegrität (p < 0,05) und senkte Fehlformen (p < 0,01); Docking-Rechnungen zeigten Bindungsenergien von -4,0 bis -2,31 kcal/mol an mitochondriale Proteine [s08]. Die optimale Konzentration unterscheidet sich zwischen Spezies und Studien.

**Einordnung.** Eine Metaanalyse mit hoher Heterogenität, zwei Vorher-nachher-Studien (eine mit Kombinationspräparat), mehrere Laborarbeiten und zwei Übersichten. Eine große placebokontrollierte Studie mit Lebendgeburt als Endpunkt wurde nicht gefunden. Die Aussagen beziehen sich auf Samenparameter, nicht auf Geburten.

### Astaxanthin

**Comhaire 2005 [s378].** Doppelblinde randomisierte Studie an 30 Männern; zusätzlich zur konventionellen Behandlung 16 mg Astaxanthin täglich (Präparat AstaCarox) oder Placebo über drei Monate. Reaktive Sauerstoffspezies und Inhibin B sanken in der Astaxanthin-Gruppe (n = 11) signifikant, die lineare Spermiengeschwindigkeit stieg; in der Placebogruppe (n = 19) nicht. Der Hamster-Oozyten-Test tendierte zur Besserung ohne Signifikanz. Schwangerschaftsraten: Placebo 10,5 % gesamt und 3,6 % je Zyklus, Astaxanthin 54,5 % und 23,1 % (P = 0,028; P = 0,036). Schwächen: sehr kleine, ungleiche Gruppen (11 gegen 19), viele Endpunkte, Schwangerschaft als Nebenergebnis; die Autoren fordern eine größere Studie.

**Kumalic 2020 [s194].** Randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Studie an 80 Männern mit Oligo-(Astheno-/Terato-)Zoospermie; 16 mg täglich über drei Monate; 72 schlossen ab (37 gegen 35). Der Abstract wurde im Original geprüft: keine signifikante Änderung von Gesamtzahl, Konzentration, Gesamtmotilität, Morphologie, DNA-Fragmentierung, mitochondrialem Membranpotenzial oder FSH unter Astaxanthin; unter Placebo stiegen Gesamtzahl und Konzentration signifikant. Schluss der Autoren: kein Einfluss auf die Samenparameter. Placebo, Doppelblindung, mitochondriale und DNA-Endpunkte sprechen für die Studie, die Dauer von drei Monaten und das Fehlen von Schwangerschaftsdaten dagegen.

**Ayub Mohammed Salih 2024 [s45].** Dreifach verblindete randomisierte Studie an 40 Männern mit klinischer Varikozele und auffälligem Spermiogramm; nach der Operation drei Monate lang 6 mg Astaxanthin täglich oder Placebo. Gesamt- und progressive Motilität stiegen in der Behandlungsgruppe (p < 0,05); die Expression von NRF2, Keap1, SOD2, SOD3 und BCL2 nahm zu (SOD3 nicht signifikant), BAX nahm ab; die Gesamtantioxidantienkapazität im Samenplasma stieg (p < 0,05), der oxidative Gesamtstatus unterschied sich nicht (p > 0,05); TNF-α, IL-1β und IL-6 sanken (p < 0,05). Der Abstract nennt keine Konzentrations- oder Morphologieergebnisse und keine Effektgrößen. Die Operation allein verbessert die Samenqualität, weshalb nur der Vergleich mit Placebo zählt.

**Dehpahni 2026, Metaanalyse [s03].** Zehn Studien (drei klinische, sieben Tierstudien; SYRCLE und RoB 2); Abstract im Original geprüft. Beim Menschen keine statistisch signifikante Verbesserung irgendeines Samenparameters gegenüber Placebo („very limited and low-certainty clinical evidence“). In den Tierstudien Verbesserungen von Spermienzahl (MD 27,15), Motilität (MD 11,29 %), Viabilität (MD 15,98 %) und Morphologie (MD -6,78 %; der Abstract zählt dies unter die Verbesserungen und erklärt das Vorzeichen nicht) sowie sinkende Oxidationsmarker. Schwangerschaftsraten wurden nicht erfasst; die Zahlen aus Comhaire [s378] gingen somit nicht ein. Schluss der Autoren: Die humane Evidenz stütze keine klinische Wirksamkeit.

**Kombinationspräparate.** Li (Foshan, China) behandelte 73 Männer mit idiopathischer Oligozoospermie und 220 mit Asthenozoospermie drei Monate lang mit einer L-Carnitin-Astaxanthin-Kombination (ein Beutel zweimal täglich) [s167]. Bei Oligozoospermie stiegen (Ausgangswert gegen Monat 3) die Konzentration von 10,96 ± 6,09 auf 20,56 ± 14,7 × 10⁶/ml, die Gesamtzahl von 29,78 ± 17,48 auf 66,35 ± 55,91 × 10⁶, die progressive Motilität von 39,8 ± 11,66 auf 49,24 ± 13,45 % und die normale Morphologie von 1,71 ± 1,07 auf 2,59 ± 0,93 %; bei Asthenozoospermie die progressive Motilität von 19,23 ± 8,32 auf 29,11 ± 13,58 %. Der DNA-Fragmentationsindex sank bei Oligozoospermie von 25,87 ± 13,76 % auf 16,48 ± 11,46 % und bei Asthenozoospermie von 26,40 ± 12,28 % auf 15,32 ± 10,89 %. Keine Kontrollgruppe; die Wirkung ist weder von L-Carnitin noch von Spontanverlauf trennbar. Terai (Juntendo) randomisierte 31 Männer auf eine Kombination aus L-Carnitin, Zink, Astaxanthin, CoQ10, Vitamin C, B12 und E oder auf das Kampo-Mittel Hochu-ekki-to für zwölf Wochen [s207]: In der Supplementgruppe besserte sich die Gesamtzahl motiler Spermien signifikant, nicht aber Volumen, Konzentration oder Motilität allein; unter dem Kampo-Mittel kein Parameter. Sehr kleine Stichprobe, kein Placebo, Zahlen nicht im Abstract. Eine Frauenstudie mit Astaxanthin-Kombination bei PCOS vor IVF/ICSI [s51] sagt nichts über männliche Fertilität.

**Übersichten.** Liu (Nanjing) beschreibt in einer Übersicht, Astaxanthin schütze Spermienmitochondrien, mindere Hitze- und Giftschäden, fördere Kapazitation und Akrosomenreaktion; Zahlen nennt der Abstract nicht [s280].

**Tier- und Laborarbeiten.** Ratten mit Ornidazol-induzierter Oligoasthenozoospermie, 20 mg/kg und Tag über drei Wochen: Motilität von 45,3 ± 8,7 auf 66,3 ± 8,9 % (niedrige Ornidazoldosis) beziehungsweise von 17,9 ± 3,5 auf 27,3 ± 5,3 % (hohe Dosis), Nebenhoden-SOD von 116,7 ± 25,3 auf 146,1 ± 23,8 U/mg, MDA von 1,68 ± 0,45 auf 1,19 ± 0,42 nmol/mg [s263]. Diabetische KKAy-Mäuse (10, 50, 100 mg/kg): Blutzucker sank, Spermiendichte und Morphologie verbesserten sich, Zahlen im Abstract fehlen [s188]. Mäuse unter Hitzestress: 50 und 100 mg/kg/Tag minderten die Einbußen bei Motilität, Vitalität und Morphologie [s37]. Alternde Hähne (96 Tiere, 0, 25, 50, 100 mg/kg, sechs Wochen): bessere Samenqualität und höhere MAPK/Nrf2-Expression bei 50 bis 100 mg/kg [s159]; dosisabhängig höhere Hormonspiegel, Atmungskettenaktivität und mitochondriales Membranpotenzial, niedrigere ROS [s116]. Hahnensperma in der Kryokonservierung: 1 µg/ml am wirksamsten [s68]; Eberspermien bei 17 °C: 0,25 µg/ml verbesserte die Motilität am fünften Tag [s120]. Minischweinsperma (10 bis 500 µM) [s240] und Hundesperma (1 µM am besten; intakte Membranen 55,7 ± 0,6 % gegen 51,3 ± 0,9 %, aktive Mitochondrien 54,9 ± 0,5 % gegen 42,6 ± 0,6 %) [s199]. Eine japanische Fütterungsstudie an Zuchtebern (3 Kontrolltiere, 4 mit Astaxanthin, zwei Monate) fand keinen Effekt auf Samenparameter vor Lagerung, nach sieben Tagen Flüssiglagerung bei 15 °C jedoch höhere Motilität [s271]. Humanes Gefriersperma von 30 normozoospermen Männern (0, 50, 100, 500 µM): geringster Motilitätsverlust bei 100 µM, Zahlen nicht im Abstract [s112]. Lymphozyten von vier Freiwilligen, 20 µg/ml nach Bestrahlung mit 1,0 Gy: kein Effekt auf Chromosomenaberrationen (72,35 ± 1,17 gegen 2,46 ± 0,30 je 100 Metaphasen ohne Bestrahlung) oder Comet-Test; keine Spermien [s270]. Ratten unter Bisphenol A (je 8 Tiere): Johnsen-Score und Tubulusdurchmesser besserten sich, Bax normalisierte sich (p < 0,001), Bcl-2 nicht (p = 0,487); die Oxidationsmarker im Blut änderten sich nicht signifikant, ein antioxidativer Mechanismus ist damit in dieser Studie nicht belegt [s02]. Büffelbullen (40 Ejakulate von fünf Bullen): Astaxanthin-Chitosan-Nanopartikel wirkten stärker als freies Astaxanthin (127 µM); die Schwangerschaftsrate lag um 24,28 % über der Kontrolle [s13].

**Einordnung.** Zwei kleine RCT mit gegensätzlichem Ergebnis, eine kleine postoperative RCT, eine Metaanalyse ohne signifikanten Effekt beim Menschen und unkontrollierte Kombinationsstudien. Lebendgeburtsdaten fehlen. Die Tierdosen (zum Beispiel 10 bis 100 mg/kg bei Mäusen) sind nicht auf Menschen übertragbar.

### N-Acetylcystein (NAC)

**Safarinejad und Safarinejad 2009 [s349].** Randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Studie an 468 Männern mit idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie, vier Gruppen: Selen 200 µg täglich (n = 116), NAC 600 mg täglich (n = 118), beide (n = 116) oder Placebo (n = 118); 26 Wochen Behandlung, 30 Wochen Nachbeobachtung. FSH sank, Testosteron und Inhibin B stiegen; alle Samenparameter verbesserten sich signifikant, die Kombination wirkte additiv. Die Summe der Konzentrationen von Selen und NAC im Samenplasma korrelierte mit Konzentration (r = 0,67), Motilität (r = 0,64) und Morphologie (r = 0,66; jeweils p = 0,01). Die Autoren „advocate their use“, was ihre Aussage ist. Stärke: Größe und Dauer. Schwächen: keine Effektgrößen oder Konfidenzintervalle im Abstract; eine einzelne Arbeitsgruppe, dieselbe wie bei der Omega-3-Studie [s328].

**Ciftci 2009 [s348].** 120 Männer mit idiopathischer Infertilität, 600 mg NAC täglich oder Placebo über drei Monate (je 60). Besserung von Volumen, Motilität und Viskosität des Ejakulats; im Serum höhere Gesamtantioxidantienkapazität, niedrigere Peroxide und niedrigerer oxidativer Stressindex; kein Unterschied bei Zahl oder Morphologie. Der oxidative Status wurde im Serum, nicht im Ejakulat gemessen; Zahlenwerte stehen nicht im Abstract.

**Jannatifar 2019 [s220].** 50 Männer mit Asthenoteratozoospermie, 600 mg NAC täglich über drei Monate, Vergleich mit dem Zustand vor der Behandlung (kein Placebo, obwohl PubMed die Arbeit als randomisierte Studie einordnet). Nach der Behandlung stiegen Zahl und Motilität, abnorme Morphologie, DNA-Fragmentierung (TUNEL) und Protamindefizit (CMA3) sanken (P < 0,05); FSH und LH sanken, Testosteron stieg; Gesamtantioxidantienkapazität stieg, Malondialdehyd sank. Ohne Parallelkontrolle nicht von Spontanschwankungen abgrenzbar.

**Metaanalysen [s176, s27, s178].** Wei 2021 [s176]: sieben Artikel mit 621 Patienten; Carnitin/Acetylcarnitin und NAC verbesserten die Motilität (p = 0,03 beziehungsweise p < 0,0001) und die normale Morphologie (p = 0,006 beziehungsweise p = 0,0002); NAC erhöhte zusätzlich Konzentration (p < 0,00001) und Ejakulatvolumen (p = 0,002); Serumhormone änderten sich unter NAC nicht. Zhou 2021 [s178] (drei RCT, 431 Männer mit idiopathischer Infertilität): NAC erhöhte die Konzentration (MD 3,80; p < 0,00001), das Volumen (MD 0,69; p = 0,002), die Motilität (MD 4,69; p < 0,0001) und die normale Morphologie (MD 1,68; p = 0,0002); keine Unterschiede bei Testosteron (MD 1,35; p = 0,21), LH, FSH und Prolaktin. Ma 2025 [s27] (sieben RCT, vier zu Carnitin, drei zu NAC): Carnitin erhöhte Konzentration (p < 0,001), Morphologie (p = 0,03), Motilität (p = 0,02) und Testosteron (p < 0,001); NAC die ersten drei Parameter und das Volumen (p = 0,002). Die Arbeiten überschneiden sich vermutlich stark; die NAC-Aussagen beruhen auf nur drei RCT, ohne Konfidenzintervalle im Abstract, und keine enthält Schwangerschaftsdaten.

**Ethylcystein, kein NAC.** Akiyama (Okayama): zehn Männer, randomisierte Überkreuzstudie, 600 mg/Tag Ethylcystein gegen 600 mg/Tag Vitamin E, je drei Monate mit vier Wochen Auswaschphase [s408]. Dichte und Motilität besserten sich nicht; die ROS-Spiegel sanken nur unter Ethylcystein; beide Stoffe erhöhten den Serum-, nicht den Seminalplasmaspiegel. Die Substanz ist ein verwandter Cysteinabkömmling, und der Schluss auf Wirksamkeit aus der ROS-Senkung bei unveränderten klassischen Parametern ist eine Deutung des Autors.

**Warnsignal und Frauenstudie.** Elsedfy 2018 [s238]: Pilotstudie bei Männern mit Beta-Thalassämie major (20 Männer, davon 10 azoosperm; 10 analysiert), sechs Monate L-Carnitin plus NAC; der Missbildungsindex stieg von 1,90 ± 0,33 auf 2,46 ± 0,61, der Teratozoospermie-Index von 1,59 ± 0,22 auf 1,86 ± 0,28. Die Autoren schließen, die Antioxidantien hätten Missbildungen verstärkt. Zehn Patienten, keine Kontrolle, Eisenüberladung als besondere Ausgangslage: ein Warnsignal, mehr nicht. Elgindy 2010 [s337]: Frauen vor ICSI bei männlichem Faktor, NAC gegen keine Zugabe, klinische Schwangerschaft 52,6 % gegen 47,4 %, nicht signifikant; keine Aussage zur Spermienqualität.

**Tier- und Laborarbeiten.** Wistar-Ratten, Cyclophosphamid 6 mg/kg und/oder NAC 100 mg/kg über 21 Tage: Cyclophosphamid senkte die Spermienzahl (69,95 ± 7,78 × 10⁶/ml), NAC allein erhöhte sie (132,20 ± 28,71 gegen 115,30 ± 8,70 bei den Kontrollen), in der Kombination blieb sie niedrig (64,78 ± 3,52), während Histologie und Histon-Protamin-Austausch gebessert waren [s227]. Varikozele-Modell der Ratte (20 Tiere, NAC 50 mg/kg zwei Monate): Verhältnis Rundspermatiden zu Pachytänen in beiden Varikozelengruppen niedriger als bei Scheinoperation (p = 0,012), apoptotischer Index nicht signifikant verschieden (p = 0,256) [s336]. Mäuse nach Busulfan (32 Tiere, NAC 10 mg/kg, 35 Tage): teilweiser Schutz mit höherer Nrf2- und HO-1-mRNA [s86]. Mäuse unter BDE-209 (NAC 150 mg/kg): weniger oxidativer Stress, teilweise erhaltene Meiose, in Zellen Wiederherstellung von DMC1, RAD51, MLH1 [s103]. TCPP-Modell: NAC milderte den Motilitätsrückgang bei Mäusen [s66]. Natriumfluorid (25 mg/kg) mit NAC 150 mg/kg über sieben Wochen: 8-OHdG und Lipidperoxidation sanken, nicht der Fluoridgehalt des Hodens [s286]. Ratten mit phosphorreicher, zinkfreier Diät: Schutz bei Wistar-Kyoto-Ratten, nicht bei Ratten mit metabolischem Syndrom [s314]. Ebersperma: 5,0 mM NAC im Auftaumedium hob die Motilität nach drei Stunden von 24,2 auf 42,9 % [s316]. Mäuse unter Valproat: ein Gemisch aus Arginin, NAC 2 mg/kg und Taurin hob die Spermienzahl um etwa 270,7 % (NAC-Anteil nicht isolierbar) [s18]. Ratten nach Torsion/Detorsion: 20 mg/kg NAC früh gegeben senkte TBARS und besserte die Histologie [s334]. Ziegenböcke unter Hitzestress (12 Tiere, sieben Wochen): bessere Hodendurchblutung, Testosteron und Samenqualität [s42]. Ratten unter Gibberellinsäure, NAC 150 mg/kg: normalisierte Histologie und Steroidogenese-Gene [s172].

**Einordnung.** Eine große, positive, von einer einzelnen Arbeitsgruppe stammende RCT (nur in Kombination mit Selen), eine mittelgroße gemischte RCT, eine unkontrollierte Studie, drei kleine Metaanalysen und ein Warnsignal. Lebendgeburtsdaten fehlen.

### Melatonin

**Humanstudien an Männern.** Luboshitzky 2002 [s396]: sechsmonatige doppelblinde Überkreuzstudie an acht gesunden Männern mit 3 mg Melatonin täglich. Bei sechs Männern keine Änderung der Samenqualität; bei zweien sank die Konzentration auf 3 × 10⁶/mL und 12 × 10⁶/mL und die Motilität auf 32 % und 30 %, verbunden mit niedrigerem Östradiol; sechs Monate nach Absetzen war ein Mann weiter auffällig. Die Autoren vermuten eine Aromatasehemmung im Hoden und nennen die Beobachtung „preliminary“. Es ist die einzige Humanstudie mit einem möglichen negativen Signal, jedoch bei Gesunden mit n = 8.

Lu 2018 [s241]: 54 infertile Männer mit Varikozele nach subinguinaler Operation, 27 mit Melatonin über drei Monate, 27 mit Placebo, doppelblind. Konzentration, Motilität, Anteil normaler Formen, Inhibin B und Gesamtantioxidantienkapazität waren in der Melatoningruppe gegenüber Placebo besser; der Abstract nennt Dosis, Zahlenwerte und p-Werte nicht, und die Autoren fordern größere Studien.

Bejarano 2014 [s296]: bei infertilen Männern führte 6 mg Melatonin täglich nach 45 Tagen zu höherem 6-Sulfatoxymelatonin im Urin, höherer Gesamtantioxidantienkapazität in Urin und Samenplasma und geringerem oxidativem Schaden der Spermien-DNA; bei den Paaren stieg der Anteil der Embryonen der Güteklassen A, B und C signifikant (Abstract abgebrochen; Kontrollgruppe und Verblindung nicht erkennbar).

**Messstudien.** Sharbatoghli 2015 [s294]: 75 infertile Männer vor ICSI; Melatonin im Samenplasma korrelierte nicht mit Spermienparametern, positiv mit der DNA-Fragmentierung (r = 0,273; p < 0,05). Shang 2004 [s385]: 18 fertile und 99 infertile Männer; Samenplasmamelatonin unterschied sich nicht signifikant (bei Oligoasthenozoospermie relativ niedriger, P > 0,05). Zhang 2019 [s231]: niedrigere Melatoninkonzentration im Sperma von Männern mit schlechter IVF-Befruchtung, geschwollene Mitochondrien, mehr mitochondriale ROS; Melatonin stellte das durch 3-NPA verminderte Penetrationsvermögen wieder her. Awad 2006 [s371]: 120 Männer in sechs Gruppen; Melatonin in Serum und Seminalplasma bei allen Infertilengruppen erniedrigt, Korrelation mit der Beweglichkeit (r = 0,607 beziehungsweise 0,623; das Abstract druckt den ersten Wert als „607“). Hassan 2020 [s187]: je 50 Männer mit iOAT und Fertile; Melatonin niedriger bei iOAT (Serum P = 0,0004, Samen P = 0,01), Lichtexposition nachts senkte es zusätzlich; Serummelatonin und Beweglichkeit r = 0,614. Rossi 2014 [s305]: in Hodenbiopsien infertiler Männer korrelierte Melatonin negativ mit Makrophagenzahl, TNF-α, IL-1β und COX2 und positiv mit antioxidativen Enzymen. Alle Messstudien zeigen Zusammenhänge; die Befunde sind widersprüchlich (kein Unterschied in [s385], niedrigere Werte in [s187, s371], positive Korrelation mit Fragmentierung in [s294]).

**In-vitro-Arbeiten mit Humanspermien.** Du Plessis 2010 [s335]: zwölf Proben, 2 mM über 120 Minuten: mehr motile Spermien, weniger nicht lebensfähige Zellen, weniger Stickstoffmonoxid, keine Wirkung auf ROS. Zhao 2021 [s177]: Schutz vor Hitzestress. Shang 2004 [s384]: 6 mmol/l Melatonin minderte ROS-bedingten Mitochondrienschaden. Deng 2017 [s257]: 0,1 mM im Kryoprotektivum hob die Vitalität von 20,97 ± 1,27 auf 24,80 ± 0,46 % (P < 0,05); der Effekt lief über den MT1-Rezeptor und HSP90. Xi 2025 [s38]: Melatonin in Nanopartikeln (5 µM) verbesserte Vitalität, Motilität und DNA-Integrität aufgetauter Spermien. Al Bijou 2025 [s17]: 104 normozoosperme Libyer; ein Frier-Tau-Zyklus erhöhte den DNA-Fragmentationsindex von 46,3 ± 18,3 auf 60,0 ± 23,0 % (p < 0,001) und ROS; Melatonin (2 mM) senkte ROS um 12 % (p = 0,045) und den Index um 11 % (p = 0,004); die Autoren sprechen von begrenztem Schutz. Embryokultur bei Frauen [s146]: Vergleich mit dem eigenen Vorzyklus, daher methodisch schwach, und ohne Aussage zur männlichen Fertilität.

**Tierversuche.** Die Zahl der Arbeiten ist groß: Schutz vor Doxorubicin und Gentamicin bei Ratten [s321, s302], vor Homocystein (1 mg/kg, ebenso Vitamin E) [s367], Cisplatin (10 mg/kg Melatonin) [s370], Varikozele [s389, s106], Strahlung [s97, s110], Cadmium [s61], Bisphenol A [s281], Hitze und Kryoschäden bei Haus- und Nutztieren [s273, s322, s26, s401, s48, s04, s197, s157]. Zwei Rattenstudien zeigen die Grenzen: Nach Ischämie/Reperfusion verhinderte Melatonin den Konzentrationsrückgang nicht [s339], nach Radiojod waren Vitalität und Beweglichkeit auch mit Melatonin niedriger als bei Kontrollen [s236]. Bei einer Maus-Kryptorchismus-Studie stiegen TUNEL-positive Zellen in allen Behandlungsgruppen gegenüber Scheinoperation [s67]. Im Modell mit Palmitinsäure stellte Melatonin Spermatogenese und Fertilität wieder her [s210]. Übersichten: Makris [s91], Neymark (bis zu 80 % infertiler Männer mit erhöhten ROS; klinische Studien stünden aus) [s31], Chinesische Übersichten [s289, s206].

**Einordnung.** Eine kleine Varikozele-RCT ohne Zahlen im Abstract, eine Interventionsstudie mit Embryonendaten ohne erkennbare Kontrolle, eine Kleinstudie mit negativem Signal bei Gesunden, viele Labor- und Tierbefunde. Eine große Studie bei infertilen Männern fand die Recherche nicht; eine randomisierte Studie mit Einnahme außerhalb des Varikozele-Settings ebenfalls nicht [s31].

### Glutathion

Zu oral eingenommenem Glutathion fand die Recherche in keinem Sprachraum eine kontrollierte Humanstudie mit Spermienparametern. Viele Treffer betrafen Glutathion in Verdünnungsmedien tierischer Samen (Eber, Stier, Hahn, Hund) und wurden nur exemplarisch aufgenommen [s412].

**Lenzi 1993 [s417].** Randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Überkreuzstudie an 20 infertilen Männern mit Dyspermie bei einseitiger Varikozele oder keimfreier Entzündung des Genitaltrakts; Glutathion 600 mg intramuskulär jeden zweiten Tag oder Placebo über zwei Monate, dann Wechsel für zwei weitere Monate. Signifikant positive Wirkung auf die Motilität (insbesondere Vorwärtsmotilität), die kinetischen Parameter der computergestützten Analyse und die Morphologie. Es handelt sich um eine Injektion, nicht um eine orale Ergänzung; sehr kleine Fallzahl, keine Schwangerschaftsdaten.

**Irvine 1996 [s412].** Übersicht: Glutathion spiele für die antioxidative Abwehr des Keimepithels und des Nebenhodens eine Rolle; in vitro scheine Antioxidantiengabe die Befruchtungsfähigkeit zu erhalten, klinische Daten fehlten, kontrollierte Studien seien „urgently required“. Das war der Stand 1996.

**Glutathion als Bestandteil von Kombinationen.** Kopets 2020 [s193] (Lemberg, Ukraine): randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Studie in acht Zentren, 83 Männer mit idiopathischer Subfertilität; Verum aus L-Carnitin/Acetyl-L-Carnitin, L-Arginin, Glutathion, CoQ10, Zink, Vitamin B9, Vitamin B12 und Selen über sechs Monate. Normales Spermiogramm nach vier Monaten bei 29 von 42 (69,0 %) gegen 9 von 41 (22,0 %) unter Placebo (P < 0,001); Spontanschwangerschaften 10/42 (23,8 %) gegen 2/41 (4,9 %), P = 0,017. Das ist die methodisch stärkste Studie des russischsprachigen Raums; der Beitrag von Glutathion und B12 ist nicht isolierbar, Konfidenzintervalle fehlen im Abstract. Saylam 2020 [s203] (Mersin): 100 Männer, je 50 in Behandlung und Kontrolle, sechs Monate ein Präparat mit unter anderem Glutathion, Magnesium und Vitamin B12; die Gesamtzahl beweglicher Spermien stieg nicht signifikant, FSH (p = 0,008), LH (p = 0,008) und Testosteron (p = 0,006) stiegen in der Behandlungsgruppe gegenüber dem Ausgangswert, in der Kontrollgruppe nicht. Ein Medium mit Grüntee-Extrakt, Glutathion und Vitamin C senkte in 200 Proben den DNA-Fragmentationsindex nach dem Swim-up stärker als ein Handelsmedium [s84].

**Humane Messstudien.** Foresta 2002 [s395]: Die selenabhängige Phospholipid-Hydroperoxid-Glutathionperoxidase (PHGPx) war in Spermien von 75 infertilen Männern niedriger als bei 37 Kontrollen (93,2 ± 60,1 gegen 187,5 ± 55,3 Einheiten/mg Protein), am niedrigsten bei Oligoasthenozoospermie (p < 0,001), und korrelierte mit der Vorwärtsmotilität (r = 0,45). Imai 2001 [s400]: PHGPx-Ausfall bei etwa 10 % von 73 infertilen Männern, bei keinem von 31 fertilen Freiwilligen. Atig 2012 [s317]: 60 fertile und 190 infertile Männer; Glutathion im Samenplasma bei Normozoospermie höher als in den Patientengruppen. Xu und Zhao 2025 [s39]: 147 Männer mit Asthenozoospermie gegen 151 Gesunde (retrospektiv); Serum-Selenoprotein P und Glutathion niedriger (p < 0,001); Glutathion korrelierte mit der Zahl vorwärts beweglicher Spermien (r = 0,518), der Konzentration (r = 0,554) und der Vitalität (r = 0,524); AUC für die Diagnose 0,824 (SeP) und 0,852 (GSH). Zhang 2026 [s16]: Im Samenplasma von 47 infertilen Männern lagen 5-MTHF (139,50 gegen 387,80 ng/ml; P < 0,001) und Glutathion (4.314 gegen 9.049 ng/ml; P < 0,001) niedriger als bei 120 gesunden Männern, Vitamin E nicht (199,00 gegen 168,50 ng/ml; P = 0,211); zwischen Serum und Seminalplasma (22 Paare) bestand keine signifikante Korrelation. Hsieh 2006 [s373]: Malondialdehyd bei Oligoasthenospermie höher (2,25 ± 0,88 gegen 1,52 ± 0,75 nM bei Normozoospermie; p = 0,0021), die Glutathionperoxidase-Aktivität nicht verschieden. Eskiocak 2005 [s380]: bei 34 Medizinstudenten waren Glutathion und freie Sulfhydrylgruppen im Samenplasma und der Beweglichkeitsindex während des Prüfungsstresses niedriger, der Anteil abnormer Spermien höher (jeweils P < 0,001); eine Beobachtung an Gesunden. Menevse 2022 [s128]: kein Unterschied bei Glutathion zwischen je 30 normozoospermen und oligozoospermen Männern. Ammar 2020 [s181]: 69 Männer mit isolierter Teratozoospermie gegen 20 Kontrollen, niedrigeres reduziertes Glutathion; zur Glutathion-S-Transferase widerspricht sich der Abstract selbst. Bdeir 2024 [s46]: Glutathion hing mit Vitamin-B6-Mangel zusammen. Genstudien: Bei 203 infertilen und 227 fertilen russischen Männern war der Nichtdeletions-Genotyp von GSTT1 mit idiopathischer Infertilität und Asthenozoospermie verbunden [s342]; GSTP1 nur in der Teratospermie-Untergruppe auffällig (Gesamtvergleich p = 0,344) [s165]; bei infertilen Trägern des heterozygoten Ile105Val-Polymorphismus Glutathion-Aktivität im Blut +7 %, Glutathionreduktase -20 % [s195]. Diese Arbeiten zeigen Zusammenhänge, keine Wirkung einer Einnahme.

**Zusatz zu Humansperma, Tier- und Modellarbeiten.** Brahmajosyula 2023 [s76]: Restproben von 71 Patienten, 5 mM GSH für eine Stunde; nach zwei Stunden waren VSL, VCL, VAP und ALH vermindert, STR, LIN und BCF erhöht, Motilität (p = 0,9574) und progressive Motilität (p = 0,5657) unverändert, ATP erhöht (p < 0,05); die Studie zeigt keine Verbesserung der Motilität. Mausmodell des Morbus Wilson: bessere Histologie und weniger oxidativer Stress [s78]. Gefrorene Mäusespermien: GSH im Befruchtungsmedium erhöhte die Befruchtungsrate [s330]; 10 mmol/l GSH reduzierte die Protamine der Spermienkerne reversibel, verschlechterte aber die Zonabindung [s397]. Hunde: 5 mM GSH verbesserte Motilität und Lipidperoxidation; aus vier besamten Hündinnen kamen bei zwei Hündinnen fünf Welpen [s293]. Bullen: GSH vor ICSI erhöhte die Raten von 4-8-Zell-Embryonen und Blastozysten (71,4 % und 31,0 % gegen 36,6 % und 7,0 %) [s243]; bei vier Bullen war die Wirkung bullenabhängig (bei einem sank die Motilität, bei zweien die DNA-Integrität) [s132]; im Waschmedium wirksamer als im IVF-Medium [s123]; im Kaninchen-Verdünner verbesserten 0,5, 1 und 2 mM Glutathion mit Taurin die Spermienkinetik und senkten MDA [s73]; bei drei Bullen (54 Ejakulate): keine Wirkung auf Beweglichkeit und Morphologie, DNA-Schäden bei 0,5 mM Glutathion niedriger [s344]. Ratten unter Bleomycin-Etoposid-Cisplatin: Glutathion senkte DNA-Fragmentation und Fehlformen und stellte Testosteron und Spermienzahl wieder her [s74]. Zur Rolle der PHGPx: bei 30 % infertiler Männer mit Oligoasthenozoospermie war die Expression in Spermien vermindert; hodenspezifische Knockout-Mäuse waren alle unfruchtbar, mit weniger Spermien, geringerer Vorwärtsmotilität, niedrigerem mitochondrialem Membranpotenzial und einer haarnadelartigen Biegung des Flagellums im Mittelstück [s351].

**Einordnung.** Eine kleine Injektionsstudie von 1993, eine Übersicht, ein Kombinationspräparat-RCT mit Glutathion als einem Bestandteil und viele Messstudien. Ob von außen zugeführtes Glutathion die Spermienqualität verbessert, ist aus diesen Quellen nicht ableitbar.

### Magnesium

**Závaczki 2003 [s393].** Randomisierte placebokontrollierte Pilotstudie an 20 Männern mit idiopathischer Infertilität; 3.000 mg Magnesiumorotat täglich (n = 10) gegen Placebo (n = 10) über 90 Tage. Keine signifikante Änderung der Spermiencharakteristika oder des Gesamtmagnesiums in Blut und Ejakulat; das ionisierte Magnesium im Ejakulat stieg von 0,18 ± 0,05 auf 0,30 ± 0,05 mmol/l (p < 0,05); eine Schwangerschaft in der Magnesiumgruppe. Die Autoren schließen, die Behandlung habe sich nicht als wirksam erwiesen; die Stichprobe ist zu klein, um einen Effekt auszuschließen.

**Beobachtungsstudien.** Liang 2016 [s278]: Querschnitt an 515 Männern (Guizhou, China); Calcium (β = -0,47; P = 0,0123) und der Calcium/Magnesium-Quotient (β = -0,25; P = 0,0393) im Samenplasma waren negativ mit der Konzentration verbunden; in der Schicht mit Quotient ≤ 2,5 war Magnesium positiv verbunden (β = 0,73; P = 0,0386). Wong 2001 [s405]: 107 fertile und 103 subfertile Männer; Calcium, Magnesium, Zink und Kupfer unterschieden sich nicht. Sørensen 1999 [s411]: 50 Paare, keine Korrelation mit der Zeit bis zur Schwangerschaft. Yahyavi 2026 [s15]: Sekundäranalyse einer RCT an 299 infertilen Männern; im höchsten gegenüber dem niedrigsten Serummagnesium-Terzil Konzentration 20,9 gegen 8,6 Mio./ml (P = 0,007), Gesamtzahl 72 gegen 37 Mio. (P = 0,009), progressiv motile Spermien 23 gegen 11 Mio. (P = 0,033) und Anti-Müller-Hormon 40 gegen 28 pmol/l (P = 0,002); die Vitamin-D-Gabe veränderte das Serummagnesium nicht. Değer 1988 [s421]: Seminalmagnesium 11,9 ± 3,0 mg/100 ml bei 37 Fertilen gegen 6,9 ± 2,1 bei 45 Infertilen, kein p-Wert im Abstract. Abdul-Rasheed 2010 [s333]: Seminalmagnesium bei 78 Infertilen niedriger als bei 41 Fertilen. Azab 2021 [s154]: bei Varikozele niedriger, nach Operation höher; Magnesium korrelierte mit Konzentration (r = 0,541), Beweglichkeit (r = 0,477) und Normalformen (r = 0,520). Aljaser 2021 [s153]: bei 30 Asthenozoospermen niedrigeres Magnesium und Zink. Omu 2001 [s403]: normale Spiegel in allen Gruppen bis auf niedrigeres Seminalmagnesium bei vorzeitiger Ejakulation. Eine japanische Elementanalyse an 372 Gesunden trennte eine Gruppe mit mehr motilen Spermien und höheren Konzentrationen essentieller Elemente ab [s41]; ein frühes Laborexperiment fand, dass menschliche Spermien in calcium- und magnesiumfreiem Medium keine Hamstereizellen penetrierten [s428]. Eine Supplementationsstudie mit Magnesium als Einzelstoff liegt aus keinem Sprachraum vor; Magnesium ist nur Bestandteil eines Kombinationspräparats [s203].

**Einordnung.** Eine kleine negative Interventionsstudie und Messstudien mit überwiegend niedrigerem Seminalmagnesium bei Infertilen; Querschnittsbeziehungen erlauben keinen Schluss auf Ursache und Wirkung.

### Vitamin B12 (Cobalamin, Methylcobalamin) und Folat

**Japanischer Studienblock (1984 bis 1992).** Methylcobalamin ist in Japan als Arzneimittel verfügbar; die Studien sind methodisch alt und überwiegend unkontrolliert.
- Isoyama 1984 [s427]: 26 infertile Männer (ohne Azoospermie), 4 bis 24 Wochen mit 1.500 µg/Tag. Die Konzentration stieg bei zehn Männern (38,4 %), die Gesamtzahl bei 14 (53,8 %), die Motilität bei 13 (50,0 %); LH, FSH und Testosteron blieben unverändert. Nach eigenen Kriterien besserten sich 11 Männer (42,3 %), 11 blieben unverändert, vier verschlechterten sich (15,4 %). Fallserie ohne Kontrolle.
- Isoyama 1986 [s425]: Methylcobalamin 1.500 µg/Tag (Gruppe M), Clomifen (Gruppe C) oder Kombination (MC); Besserung nach eigenen Kriterien 60,0 % (24/40), 71,4 % (25/35) und 66,7 % (8/12). Gruppenbildung im Abstract nicht als randomisiert beschrieben, unterschiedliche Behandlungsdauern.
- Okada 1986 [s426]: 62 oligozoosperme Männer, 3.000 µg/Tag über drei Monate; Spermiendichte, Gesamtzahl, Motilität und Geschwindigkeit stiegen signifikant, ebenso die B12-Konzentration im Seminalplasma; Schwangerschaften bei fünf von 62 Partnerinnen (eine nach intrauteriner Insemination). Keine Kontrollgruppe.
- Moriyama 1987 [s424]: 6 mg/Tag (16 Männer) gegen 12 mg/Tag (23 Männer) über 16 Wochen; Wirkungsraten 37,5 % und 39,1 %; je ein Patient mit klinischer Nebenwirkung. Die Autoren nennen 6 mg/Tag die „empfohlene Dosis“; das ist ihre Aussage, keine Empfehlung dieser Studie. Keine Placebogruppe.
- Kumamoto 1988 [s422]: die größte japanische Studie, doppelblind, 25 Zentren, drei Gruppen (6.000 µg/Tag, n = 125; 1.500 µg/Tag, n = 124; Placebo, n = 126) über zwölf Wochen, 375 auswertbare Männer. Gesamtanalyse: keine signifikanten Unterschiede bei Spermienzahl oder Motilität. Die anschließende Subgruppenanalyse bei Ausgangskonzentration von höchstens 20 × 10⁶/ml ist im Abstract abgeschnitten und konnte nicht ausgewertet werden.
- Yamasaki 2022 [s141]: 84 Patienten randomisiert auf Antioxidantienkombination (Vitamin C, E, CoQ10, Leinöl) oder Methylcobalamin, 67 beendeten drei Monate. Keine signifikante Änderung der Samenparameter, außer der Konzentration unter Methylcobalamin; bei Oxidations-Reduktions-Potenzial (ORP) über dem Grenzwert stieg die Konzentration unter beiden Therapien signifikant (explorativ; kein Placebo).
- Hu 2017 [s261]: retrograde Ejakulation, 500 µg dreimal täglich B12 gegen Amoxapin: antegrade Ejakulation bei 16 % (4/25) gegen 80 % (20/25), P < 0,0001; betrifft die Ejakulationsfunktion, nicht die Spermienqualität.

**Messstudien.** Boxmeer 2007 [s361]: 73 Männer im IVF/ICSI-Programm; Cobalamin in Serum und Samenplasma korrelierte (r = 0,55; P = 0,001), das Samenplasma-B12 mit der Spermienkonzentration (r = 0,42; P < 0,001). Murphy 2011 [s327]: 153 infertile Männer und 184 fertile Kontrollen; bei Männern ohne Supplemente Serumfolat der Infertilen niedriger (12,89 gegen 14,73 nmol/l; P = 0,02), B12 und Homocystein nicht verschieden, keiner der Marker mit einem Samenparameter korreliert. Chen 2001 [s399]: 44 infertile und 176 fertile Männer; Seminal-B12 und -Folat nicht verschieden, ROS bei Infertilen höher (P < 0,01) und negativ mit B12 und Folat korreliert; ROS korrelierten ungewöhnlicherweise auch positiv mit der Motilität (P < 0,01), was der Abstract nicht erklärt. Qi 2018 [s245]: 83 Männer; bei Adipösen niedrigere Werte für Volumen, Gesamtzahl, progressive Motilität und B12 im Samenplasma (230,07 ± 37,75 gegen 282,41 ± 30,38 pmol/l). Boushaba 2023 [s75]: Serumfolat korrelierte mit progressiver Motilität und mit dem DNA-Fragmentierungsindex; die Autoren mahnen zu Vorsicht bei Folatpräparaten. Kumar 2024 [s53]: 73 infertile Männer, 39,7 % mit B12 unter 200 pg/mL; Samenparameter unterschieden sich zwischen niedrigen und normalen B12-Gruppen. Rastegar Panah 2024 [s60]: 303 infertile Männer; Serum-B12 und Gesamttestosteron korrelierten (ρ = 0,19; P = 0,001); im höchsten B12-Terzil geringere Chance eines Testosteronmangels (adjustiert OR 0,44; 0,22 bis 0,87). Ishtulin 2022 [s122]: B12 im Seminalplasma bei chronischer Prostatitis mit Asthenozoospermie 3,6-fach, bei Varikozele II/III mit Asthenozoospermie 4,4-fach niedriger; Korrelation mit Beweglichkeit r = 0,690; keine Fallzahl im Abstract.

**In-vitro-Arbeiten und Übersichten.** Hosseinabadi 2020 [s190]: 30 Proben normozoospermer Männer; 1 und 2 mg/ml B12 im Einfriermedium erhöhten Motilität und Viabilität nach dem Auftauen (p < 0,05), 2 mg/ml senkte die Fragmentierung. Banihani 2017 [s254]: narrative Übersicht (nur englische Arbeiten bis März 2017); überwiegend positive Effekte auf Zahl, Motilität und DNA-Schäden, einige In-vivo-Studien hätten jedoch Nebenwirkungen erwogen; klinische Studien fehlten weitgehend; als mögliche Mechanismen werden geringere Homocystein-Toxizität, weniger Stickstoffmonoxid und die Hemmung von NF-κB genannt.

**Tierversuche.** Mecobalamin 1,0 mg/kg bei Adriamycin-geschädigten Mäusen (zehn Wochen): Spermienzahl, Motilität und Kanälchendurchmesser stiegen [s420]; bei Ethylenoxid-geschädigten Ratten wurde der Hodengewichtsverlust vollständig verhindert [s418]; bei Doxorubicin-Ratten stiegen Zahl und Kanälchendurchmesser [s423]; nach Hodenbestrahlung wirkten nur 1 mg/kg, nicht 0,01 und 0,1 mg/kg [s419]. B12-Mangeldiät: Bei durchgehendem Mangel war die Spermienzahl der männlichen Rattennachkommen deutlich niedriger, bei Mangel nur in der unreifen Phase hatten 14,4 % der Spermien kein Flagellum und 4,8 % ein verkürztes Flagellum [s391]; am 21. Lebenstag fehlten Spermatozyten, 51,5 % der Kanälchen enthielten apoptotische Zellen [s368]. Die englische Arbeit von 2007 berichtet diese Veränderungen als durch B12-Zufuhr umkehrbar [s368], die japanische von 2003 desselben Teams dagegen, die Spermatogenese habe sich auch unter Kontrolldiät nicht hinreichend erholt [s394]; der Widerspruch wird in den Abstracts nicht aufgelöst. Nach 14 und 23 Wochen Mangeldiät: Kanälchendurchmesser auf etwa 50 %, fehlende Spermatiden und Spermien [s407]. Als Ursache nennt eine Übersicht die Methioninsynthase [s360]. Rindersperma: 2,5 mg/ml B12 verbesserte die Kryokonservierung [s325].

**Folat (Randbereich).** Huang 2020 [s191]: doppelblinde placebokontrollierte Studie mit 0,8 mg Folsäure täglich bei Oligozoospermie und MTHFR-Polymorphismen, drei Monate; nur beim Genotyp 677 TT verbesserten sich Spermienparameter, MDA und Fragmentationsindex gegen Placebo; Fallzahlen im Abstract nicht genannt. Weitere Folat-Studien (Wong 2002, FAZST) im Abschnitt zu Zink und Folsäure.

**Einordnung.** Der japanische Block liefert in offenen Designs Besserungsraten zwischen 37,5 und 60,0 % (nach jeweils eigenen Kriterien), in der einzigen großen doppelblinden Studie [s422] jedoch keinen Unterschied zu Placebo in der Gesamtauswertung. Randomisierte Studien mit reinem B12 gegen Placebo in modernem Design wurden nicht gefunden. Im Tiermodell ist die Rolle von B12 für die Spermatogenese gut belegt, mit Mangeldiäten, die nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragbar sind.

### Große kontrollierte Studien mit Mehrstoffpräparaten und Folsäure/Zink

**MOXI 2020 [s205].** Multizentrische doppelblinde placebokontrollierte Studie in neun US-Zentren, 174 Männer (Konzentration ≤ 15 Mio./mL, Motilität ≤ 40 %, Morphologie ≤ 4 % oder DNA-Fragmentierung > 25 %). Mehrstoffpräparat (500 mg Vitamin C, 400 mg Vitamin E, 0,20 mg Selen, 1.000 mg L-Carnitin, 20 mg Zink, 1.000 µg Folsäure, 10 mg Lycopin; n = 85) gegen Placebo (n = 86), drei bis sechs Monate. Nach drei Monaten: Konzentrationsänderung unter Antioxidantien median -4,0 (IQR -12,0; 5,7), unter Placebo +2,4 (-9,0; 15,5) Mio./mL; keine signifikanten Unterschiede bei Morphologie, Motilität oder DNA-Fragmentierung; kumulative Lebendgeburt nach sechs Monaten 15 % gegen 24 %. Die Autoren: „Antioxidants do not improve semen parameters or DNA integrity“; wegen der Stichprobengröße begrenzt. Die Sekundäranalyse Knudtson 2021 [s163] fand bei Ausgangswerten von Vitamin E, Zink und Selen im Normbereich keinen Zusammenhang mit Samenparametern, Schwangerschaft oder Lebendgeburt.

**FAZST, Schisterman 2020 [s204].** 2.370 Männer in Paaren mit geplanter Kinderwunschbehandlung (vier US-Zentren), 5 mg Folsäure plus 30 mg Zink (n = 1.185) gegen Placebo (n = 1.185) über sechs Monate; 75 % kamen zur Abschlussuntersuchung. Lebendgeburt 404 (34 %) gegen 416 (35 %); Risikodifferenz -0,9 % (-4,7 % bis 2,8 %). Die meisten Samenparameter unterschieden sich nicht; die DNA-Fragmentierung war unter Folsäure und Zink höher (29,7 % gegen 27,2 %; Differenz 2,4 %; 0,5 % bis 4,4 %); Magen-Darm-Beschwerden häufiger (Bauchschmerz 66 [6 %] gegen 40 [3 %]; Übelkeit 50 [4 %] gegen 24 [2 %]; Erbrechen 32 [3 %] gegen 17 [1 %]). Die Autoren sehen die Befunde nicht im Einklang mit einer Anwendung dieser Kombination. Stärke: mit Abstand größte Studie, Lebendgeburt als Endpunkt, Placebo; Einschränkung: allgemeine Kinderwunschpopulation, nicht nur Männer mit Samenauffälligkeit.

**Wong 2002 [s398].** 108 fertile und 103 subfertile Männer, 2x2-Design über 26 Wochen mit 5 mg Folsäure und 66 mg Zinksulfat täglich; bei Subfertilen stieg die Zahl normaler Spermien um 74 % bei einem Anstieg abnormer Formen von 4 %.

**Hoek 2020 [s189].** Von 13 Humanstudien zeigten vier positive Zusammenhänge zwischen Folat und Spermienparametern; in einer Metaanalyse von vier RCT bei subfertilen Männern stieg die Konzentration nach drei bis sechs Monaten mit 5 mg Folsäure um 3,54 (-1,40 bis 8,48), also nicht signifikant. Die Suche reichte bis Dezember 2017, vor FAZST.

**Li 2023 [s89].** Acht RCT mit 2.168 Patienten: Folsäure erhöhte die Motilität (MD 3,63; P = 0,003), nicht Konzentration (MD 2,53; P = 0,24) und Morphologie; Folsäure plus Zink änderte keinen der drei Parameter; Schwangerschaften nach Embryotransfer 35,6 % gegen 20,4 % (P = 0,082). Das angegebene Konfidenzintervall der Motilität (-1,22 bis 6,05) schließt null ein, der p-Wert nicht: Der Abstract ist hier in sich widersprüchlich.

**Zink-Messstudien und Zinkgabe.** Osadchuk 2021 [s170]: 626 junge russische Männer; Seminalzink korrelierte mit Gesamtzahl (Spearman 0,221), Konzentration (0,286), progressiver Beweglichkeit (0,269) und Normalformen (0,183), jeweils p < 0,001. Osadchuk 2023 [s95]: starke Raucher mit niedrigerem Seminal- und Serumzink und schlechteren Parametern, nur bei Slawen, nicht bei Burjaten. Tsujimura 2021 [s174] (217 Männer) und Hibi 2022 [s119] (2.010 Männer; 53,2 % normales Zink, 42,0 % subklinischer Mangel, 3,9 % Mangel): keine Korrelation von Serumzink mit Samenqualität (bei Tsujimura FSH und Serumzink als unabhängige Prädiktoren einer unterschrittenen WHO-Grenze). Omu 2008 [s358]: 45 asthenozoosperme Männer, Zink allein (n = 11), mit Vitamin E (n = 12), mit E und C (n = 14) oder ohne Behandlung (n = 8), drei Monate; Zink verbesserte Samenparameter bei weniger oxidativem Stress, Apoptose und DNA-Fragmentierung, Vitamin E und C brachten keinen Zusatznutzen. Rybalov 2022 [s134]: 98 Männer mit abakterieller Prostatitis, zehn Tage Prostatilen AC mit Zink-Arginyl-Glycinat gegen Prostatilen; Anteil beweglicher Spermien +14,3 % gegen +4,1 %; sehr kurz.

### Coenzym Q10

**Metaanalysen.** Lafuente 2013 [s312]: drei RCT, 149 Männer mit CoQ10 und 147 mit Placebo; keine Lebendgeburtsdaten, keine Zunahme der Schwangerschaftsrate; Anstieg von CoQ10 im Samenplasma (RR 49,55; 46,44 bis 52,66), der Konzentration (RR 5,33; 4,18 bis 6,47; I² = 58 %) und der Motilität (RR 4,50; 3,92 bis 5,08). Bei Werten dieser Größe bleibt unklar, ob es Risikoverhältnisse im üblichen Sinn sind. Akhigbe 2024 [s43]: acht RCT, 877 Männer (462 CoQ10, 415 Kontrolle); Abstract im Original geprüft. Höhere Gesamtspermienzahl (SMD -13,38; -16,33 bis -10,43), Gesamtmotilität (SMD -7,26; -10,15 bis -4,36), progressive Motilität (SMD -6,386; -10,04 bis -2,73) und normale Morphologie (SMD -1,96; -3,29 bis -0,62) bei „significant inter-study heterogeneity“; kein Effekt auf Volumen (SMD 0,12) und Konzentration; Serumtestosteron (SMD -0,59) und Inhibin B (SMD -0,92) höher, LH (SMD 1,77) und FSH (SMD 1,60) niedriger. Die Vorzeichen stehen so im Abstract, obwohl die Autoren Verbesserungen unter CoQ10 meinen; das wird nicht erklärt, und Effektgrößen von SMD bis -13 sind für Metaanalysen ungewöhnlich groß. Bakri 2025 [s19]: neun Studien, 781 Teilnehmer; Konzentration MD 10,22 × 10⁶/mL (3,51 bis 16,93), Volumen MD 0,17 mL, Gesamtmotilität MD 4,95 % (1,15 bis 8,75), CoQ10 im Samenplasma MD 37,04 ng/ml, klinische Schwangerschaft OR 6,02 (1,97 bis 18,41; p = 0,002); Morphologie besser bei Behandlungsdauer über drei Monate; keine Nebenwirkungen in drei Studien, mild und vorübergehend in einer. Niu 2025 [s33]: für CoQ10 (Konzentration) SMD 2,98 (1,13 bis 7,87), für L-Carnitin (progressive Motilität) 4,19 (1,60 bis 10,95). Ein Protokoll für eine Metaanalyse bei hohem DNA-Fragmentationsindex (CRD42022293340) hat noch keine Ergebnisse [s105].

**Einzelstudien am Menschen.** Balercia 2009 [s347]: 60 Männer mit idiopathischer Asthenozoospermie, 200 mg täglich über sechs Monate, 55 schlossen ab; CoQ10 und Ubichinol stiegen in Samenplasma und Spermien, ebenso die Motilität; bei niedrigerem Ausgangswert für Motilität und CoQ10 sprachen Männer eher an. Cheng 2018 [s237]: 262 Männer, computergenerierte Zufallsfolge, vier Gruppen (L-Carnitin n = 62, CoQ10 20 mg dreimal täglich n = 63, beides n = 63, Vitamin B1 als Placebo n = 74), drei Monate, doppelblind; die Kombination erreichte höhere Gesamt- und Vorwärtsmotilität gegen alle drei anderen Gruppen und einen niedrigeren DNA-Fragmentationsindex gegen die Kontrolle (P < 0,05) sowie eine klinische Schwangerschaftsrate von 30,0 % gegen 6,8 % (P < 0,008); Einzelvergleiche der Monotherapien gegen Placebo nennt der Abstract nicht. Tang 2011 [s331]: 183 Männer, Tamoxifen plus CoQ10, Tamoxifen oder CoQ10; Motilität und Normalformen stiegen unter CoQ10 signifikant, Konzentration nicht; Vorher-nachher-Vergleiche. Gou 2022 [s117]: 232 Männer; L-Carnitin und/oder CoQ10 wurden dem Sperma in vitro zugesetzt und mit einem Hilfsgerät eingebracht, gegen orale Therapie; Schwangerschaftsraten 38,2 %, 35,4 %, 57,1 % und 30,3 % (orale Kombination); ungewöhnliche Anwendungsform, Randomisierung im Abstract nicht beschrieben, mögliches Interesse am Hilfsmittel. Enatsu 2024 [s50]: 35 Patienten mit hoher DNA-Fragmentierung, drei Monate CoQ10-Präparat; Fragmentierung von 31,6 auf 25,3 % (p < 0,05), Konzentration, Motilität und Redoxpotenzial nicht signifikant verändert; bei hohem Redoxpotenzial (≥ 1,38) 34,0 auf 26,1 %, Konzentration von 12,5 auf 24,3 Mio./ml; unkontrolliert, Untergruppe post hoc gebildet. Ma und Sun 2022 [s127]: 143 Männer mit Asthenoteratozoospermie, einfachblind, L-Carnitin-Komplex gegen CoQ10 plus Vitamin E über drei Monate; in beiden Gruppen stiegen Motilität, Morphologie und Testosteron, nur unter Carnitin auch die Spermienzahl, alle Parameter waren unter Carnitin besser. Higazy 2026 [s06]: 200 Patienten mit idiopathischer OAT in vier Armen (CoQ10, L-Carnitin, beides, Placebo), 174 beendeten; unter Mono- und Kombinationstherapie besserten sich alle Samenparameter und der SDF-Index, unter Placebo nicht; die Kombination war überlegen; Zahlen nicht im Abstract. Fadhil 2023 [s79]: 67 Männer, Letrozol allein oder mit CoQ10 400 mg/Tag; offenes Design, ungleiche Zuteilung. Tas 2023 [s101] (in vitro, 40 Proben): progressive Beweglichkeit mit 25 µM CoQ10 im Gefriermedium 9,4 ± 7,6 gegen 7,1 ± 6,3 bei Kontrolle (p < 0,05). Eroglu 2014 [s298]: CoQ10 in Serum und Seminalplasma bei 44 Infertilen und 15 Fertilen nicht verschieden.

**Die Serie von Alahmar (Babylon, Irak).** Alle Arbeiten stammen vom selben Erstautor und derselben Region; es sind keine unabhängigen Replikationen, und Mehrfachzählung von Patienten lässt sich nicht ausschließen. Alahmar 2019 [s214]: 35 Männer mit 200 mg, 30 mit 400 mg täglich über drei Monate; Konzentration von 8,22 ± 6,88 auf 12,53 ± 8,11 Mio./ml (p = 0,019) beziehungsweise von 7,58 ± 5,41 auf 12,33 ± 6,1 (p = 0,002); progressive Beweglichkeit von 16,54 ± 9,26 auf 22,58 ± 10,15 % beziehungsweise von 14,22 ± 12,85 auf 26,1 ± 14,52 %; die höhere Dosis wirkte stärker, ohne p-Wert für den Dosisvergleich. Alahmar 2021 [s151, s148]: 50 und 65 Patienten, 200 mg über drei Monate; Konzentration, Beweglichkeit, antioxidative Kapazität stiegen, ROS und SDF sanken. Alahmar 2021 [s150]: 70 Patienten randomisiert auf CoQ10 200 mg oder Selen 200 µg; Konzentration stieg unter CoQ10 (p < 0,01), Beweglichkeit unter beiden; CoQ10 brachte die größere Verbesserung. Alahmar 2022 [s107]: 300 mg, 50 Patienten. Alahmar und Singh 2022 [s109]: 130 Männer, CoQ10 200 mg gegen ein Multivitaminpräparat (Centrum); beide erhöhten Konzentration und Beweglichkeit, stärker unter dem Multivitaminpräparat (p < 0,05), das auch ROS und SDF stärker senkte, aber mit niedrigerem Serumtestosteron einherging; ohne Placebo. Alahmar und Naemi 2022 [s108]: 178 Männer, 200 mg über sechs Monate, 18 Monate Nachbeobachtung; Schwangerschaftsrate 24,2 % bei den Patienten gegen 95,2 % bei fertilen Kontrollen; der Vergleich mit Fertilen ist kein Wirksamkeitsbeleg, eine unbehandelte Patientenkontrolle fehlt. Alahmar 2023 [s70]: Selen 200 µg über sechs Monate bei 65 Männern, ohne Placebo; Konzentration, Beweglichkeit und antioxidative Kapazität stiegen, SDF sank.

### Carnitin und Alpha-Liponsäure

**Carnitin-Metaanalysen.** Zhou 2007 [s369]: neun RCT; Schwangerschaftsrate OR 4,10 (2,08 bis 8,08), Gesamtmotilität WMD 7,43 (1,72 bis 13,14), Vorwärtsmotilität WMD 11,83 (0,49 bis 23,16); keine Änderung von Konzentration (WMD 5,69; -4,47 bis 15,84) und Volumen. Zhang 2020 [s211]: sieben RCT mit 693 Patienten, L-Carnitin plus Acetylcarnitin bei idiopathischer OAT: Vorwärtsmotilität MD 6,98 (1,06 bis 12,90), Gesamtzahl motiler Spermien MD 16,45 (8,10 bis 24,79), Schwangerschaften OR 3,76 (1,66 bis 8,50). Die Netzwerk-Metaanalysen [s138, s126] sahen Carnitin bei der Motilität vorn (siehe oben); Li 2022 [s126]: kein Stoff mit signifikantem Effekt auf die Schwangerschaftsrate.

**Einzelstudien (China).** Li 2005 [s382]: 150 Männer, L-Carnitin 2 g plus Acetylcarnitin 1 g täglich (90; 85 beendeten) gegen Vitamin E plus C (60; 53 beendeten), drei Monate; Schwangerschaften bei 10 Partnerinnen (11,6 %) gegen zwei (3,7 %); keine Nebenwirkungen; ungleiche Gruppen, kein Placebo. Cheng und Chen 2008 [s352]: 30 Männer, unkontrolliert. Wang 2010 [s345]: 135 Männer, L-Carnitin plus Vitamin E (n = 68) gegen Vitamin E allein (n = 67); Schwangerschaftsrate 31,1 % gegen 3,8 % (P < 0,01). Sun 2018 [s248]: 240 Männer mit niedriger Akrosinaktivität, L-Carnitin gegen Vitamin E im Verhältnis 3:1; Akrosinaktivität 37,05 ± 0,66 auf 58,61 ± 1,93 µIE/10⁶ Spermien in der Carnitingruppe; Ersatzmarker, überwiegend Vergleich innerhalb der Gruppen. Chen 2012 [s318]: 106 Männer, Tamoxifen mit oder ohne Vitamin E beziehungsweise Levocarnitin mit oder ohne Vitamin E; bei Oligozoospermie Spontanschwangerschaften 0 gegen 6 (P < 0,01), bei Asthenozoospermie 5 gegen 9. Zhang 2017 [s267]: 60 Männer, Alpha-Liponsäure 0,6 g plus Tamoxifen gegen L-Carnitin plus Tamoxifen; in beiden Gruppen Besserung, zwischen den Gruppen außer bei der antioxidativen Kapazität kein Unterschied; Schwangerschaften 3 gegen 1 (P > 0,05). Fan 2022 [s115]: 50 Männer, Jujing-Dekokt plus Liponsäure (n = 40) gegen Fertilitätsberatung (n = 10); Schwangerschaftsrate 8,33 % (3/36) gegen 0 % (0/10); Zuteilung 4:1, Kräuter und Liponsäure kombiniert. Liang 2023 [s90]: 120 Männer, drei Gruppen, doppelblind; Gesamtmotilität unter Aminosäurekapsel plus L-Carnitin von 27,50 ± 0,77 auf 32,50 ± 0,74 %, unter L-Carnitin von 27,60 ± 0,66 auf 30,90 ± 0,70 %; das Präparat ist keine Liponsäure. Dong 2022, Metaanalyse zu Liponsäure: drei RCT mit 133 Teilnehmern, Konzentration MD 3,98 (2,28 bis 5,67), Gesamtmotilität MD 6,68 (4,88 bis 8,48), Vorwärtsmotilität MD 6,90 (5,62 bis 8,17); sehr kleine Datenbasis [s113]. Hodeeb 2023 [s80]: 80 Männer mit Asthenozoospermie, 600 mg Liponsäure oder Placebo über 90 Tage; Gesamt- und progressive Beweglichkeit und Vitalität stiegen in der Behandlungsgruppe.

**Einzelstudien (Italien, Russland, weitere).** Morgante 2010 [s341]: 180 Männer mit Asthenospermie, Carnitin, Acetylcarnitin, L-Arginin und Ginseng gegen keine Behandlung; bessere progressive Motilität. Gambera 2007 [s363]: 20 Männer mit Leukozytospermie, Beta-Glucan, fermentierte Papaya, Laktoferrin, Vitamin C und E, ohne Kontrolle. Busetto 2020 [s184]: 104 Männer, Carnitine und Mikronährstoffe sechs Monate, Post-hoc-Analyse nach Alter und BMI; Wirkung vor allem bei Männern mit Varikozele, unter 35 Jahren und BMI unter 25 (Gesamtmotilität p = 0,0272). Gamidov 2017 [s260]: 114 Männer nach Varikozelenoperation, drei Gruppen zu je 38; offen; nach drei Monaten stieg unter SpermActin-forte die Kategorie-A-Beweglichkeit um 76,7 %, die DNA-Fragmentation sank um 22,3 %. Bozhedomov 2017 [s255]: 173 Männer, beide Gruppen Clomifen und Vitaminkomplex, die Studiengruppe zusätzlich L-Carnitin und Acetyl-L-Carnitin; zusätzlicher positiver Effekt der Carnitine auf die Konzentration, aber keine Verbesserung von Morphologie, progressiver Beweglichkeit und Schwangerschaftsrate (Schwangerschaften per Befragung): der klarste Hinweis auf fehlenden Zusatznutzen. Gamidov 2019 [s216]: 80 Männer mit Fragmentierung und oxidativem Stress, 180 Tage; freie Radikale sanken um 86 %, Fragmentierung 21,5 % gegen 3,6 %; Schwangerschaften 1 gegen 13; Titel „doppelblind“, Methodenteil „open-label“, Gruppenverhältnis 20 zu 60. Popova 2019 [s223]: 80 Männer, 60 Androdoz gegen 20 Kontrollen; Schwangerschaftsrate 45 % gegen 25 %, per Befragung, ohne p-Werte. Lahimer 2023 [s88, s87]: 263 Teilnehmer (131 gegen 132), drei Monate Fertilis (L-Carnitin plus Mikronährstoffe), dann IVF/ICSI; DNA-Fragmentierung sank (p = 0,01), Beweglichkeit stieg (p = 0,02), klinische Schwangerschaft (p = 0,01) und Lebendgeburtenrate (p = 0,031) verbesserten sich; keine Änderung bei Volumen, Zahl, Vitalität; die absoluten Raten nennt der Abstract nicht (Abstract im Original geprüft). Elnashar 2025 [s21]: 100 Patienten, Überkreuzstudie mit L-Carnitin-L-Tartrat plus Mikronährstoffen; die Besserung in Gruppe A hielt unter Placebo an, was das Design infrage stellt. Rochdi 2024 und 2025 [s62, s34]: 420 Männer ohne Kontrollgruppe; Konzentration 8,67 ± 1,41, 12,17 ± 1,91 und 19,01 ± 0,86 Mio./ml bei Beginn, nach drei und sechs Monaten; bei Varikozele vor allem Grad 0 und 1 mit Nutzen. Arafa 2020 [s182]: 148 Männer, unkontrolliert; stärkere Wirkung bei auffälligem ORP und SDF.

### Vitamin E und Vitamin C

**Metaanalysen.** Zhou 2022 [s145]: elf RCT, 832 Patienten; Vitamin E: Schwangerschaftsrate RR 1,86 (1,02 bis 3,41); Vitamin E und C zusammen: progressive Motilität SMD 0,38 (0,22 bis 0,55), Konzentration SMD 0,21 (0,09 bis 0,34), Morphologie SMD 0,32 (0,09 bis 0,55), Gesamtzahl SMD 0,28 (0,12 bis 0,43); Evidenzqualität moderat bis niedrig. Wang 2022 [s140]: acht RCT, 459 Patienten; Volumen verringert (SMD -0,30; p = 0,015), Gesamtzahl erhöht (SMD 0,23; p = 0,035); Konzentration (SMD 0,04), Gesamtmotilität (SMD 0,20; p = 0,061) und Vorwärtsmotilität (SMD 0,29; p = 0,106) nicht signifikant; bei sechsmonatiger Behandlung Vorwärtsmotilität SMD 0,80 (0,46 bis 1,14). Beide Arbeiten bewerten dieselbe Substanz verschieden; das Ergebnis hängt von Einschlusskriterien und Endpunkten ab.

**Einzelstudien.** Kessopoulou 1995 [s414]: Überkreuzstudie, 30 Männer mit hoher ROS-Bildung, 600 mg Vitamin E über drei Monate; als einziger von mehreren Funktionstests besserte sich die Zonabindung (0,2 auf 0,5 gegen 0,2 auf 0,3 unter Placebo). Suleiman 1996 [s413]: bei asthenospermen Männern senkte Vitamin E MDA und verbesserte die Beweglichkeit; von 52 behandelten Patienten bewirkten 11 (21 %) eine Schwangerschaft, in der Placebogruppe keine (Größe nicht genannt). Greco 2005 [s381]: 64 Männer mit unerklärter Infertilität und mindestens 15 % DNA-fragmentierten Spermien; 1 g Vitamin C und 1 g Vitamin E täglich über zwei Monate gegen Placebo; Fragmentierung (TUNEL) von 22,1 ± 7,7 auf 9,1 ± 7,2 % (P < 0,001), unter Placebo unverändert; Basisparameter unverändert. Ménézo 2007 [s365]: 90 Tage Vitamine mit Zink und Selen senkten die Fragmentierung um 19,1 % (P < 0,0004), erhöhten aber die Spermiendekondensation um 22,8 % (P < 0,0009); die Autoren erklären dies mit dem Öffnen von Disulfidbrücken in Protaminen durch Vitamin C (eine Hypothese; keine Kontrollgruppe im Abstract genannt). Cyrus 2015 [s283]: 115 Männer nach Varikozelenoperation, Vitamin C 250 mg zweimal täglich gegen Placebo über drei Monate; Motilität 20,8 gegen 12,6 (P = 0,041), Morphologie 23,2 gegen 10,5 (P < 0,001), Konzentration nicht signifikant (P = 0,091). Saeedian 2025 [s35]: 90 Männer (15 bis 25 Jahre) nach Operation, 400 Einheiten Vitamin E gegen Placebo; die Motilitätszunahme war unter Vitamin E größer (P = 0,03), beide Gruppen verbesserten sich deutlich (P < 0,001): Die Operation allein wirkte bereits. Ener 2016 [s274]: 45 Männer nach Operation, 22 mit zwölf Monaten Vitamin E: zu keinem Zeitpunkt signifikante Unterschiede. Matorras 2020 [s196]: 101 Paare unter IVF, 400 mg Vitamin E über drei Monate; Morphologie war unter Placebo besser, die Befruchtungsrate unter Placebo höher; Lebendgeburt je Transfer unter Vitamin E 17/41 (41,46 %) gegen 9/44 (20,46 %), Schwangerschafts- und Einnistungsraten nicht signifikant verschieden. Joseph 2020 [s192]: 200 Paare, offene RCT; Vitamin C, E und Zink über drei Monate vor ART gegen keine Vorbehandlung; klinische Schwangerschaft 36 % gegen 26 % (OR 1,60; 0,87 bis 2,93), Lebendgeburt 25 % gegen 22 % (OR 1,18; 0,61 bis 2,27); je Embryotransfer klinische Schwangerschaft 54,7 % gegen 36,6 % (OR 2,09; 1,05 bis 4,16), Lebendgeburt 39,1 % gegen 31,0 % (OR 1,43; 0,70 bis 2,91); Samenparameter unverändert; nicht verblindet. Keskes-Ammar 2003 [s387]: 54 Männer, Vitamin E und Selen gegen Vitamin B, nur 20 schlossen ab; MDA sank, Motilität stieg; offen, hoher Ausfall. Ghanem 2010 [s338]: 60 Männer, Clomifen plus 400 mg Vitamin E gegen Placebo, sechs Monate; Schwangerschaftsrate 36,7 % (11/30) gegen 13,3 % (4/30), OR 3,76 (1,03 bis 13,64); Clomifen und Vitamin E nicht trennbar. ElSheikh 2015 [s284]: 90 Männer; Vitamin E allein erhöhte die Konzentration nicht signifikant. Kızılay 2019 [s221]: 90 Männer nach Operation, 62 mit Antioxidantien (Zusammensetzung im Abstract nicht genannt) gegen 28; klinische Schwangerschaft 29 % gegen 17,9 % (p = 0,029); stark ungleiche Gruppen. Sengul 2024 [s64]: 48 subfertile Männer; Fragmentierung (p = 0,003) und Histon/Protamin-Verhältnis (p < 0,001) sanken unter Antioxidantien; keine Placebokontrolle. Fathi 2021 und Saber-Khalaf 2026 [s158, s12]: Operation gegen Antioxidantien (L-Carnitin, Vitamin C, E); natürliche Schwangerschaft 22,5 % gegen 12,5 %; kein Placebovergleich. Yaris 2022 [s142]: 122 Männer, zwei Kombinationen über sechs Monate, kein Unterschied zwischen ihnen, keine Nullgruppe. Ioannidou 2025 [s22]: 80 Männer, drei Monate; innerhalb der Verumgruppe stieg die progressive Motilität um +3,0 % (p = 0,02) und die Fragmentierung sank um -3,2 % (p = 0,02), der Vergleich der Veränderungen mit Placebo war für alle Parameter nicht signifikant. Das ist ein Beispiel dafür, dass Vorher-nachher-Effekte ohne Gruppenvergleich irreführen können. Mehrere chinesische Arbeiten vergleichen nicht gegen Placebo, sondern gegen Vitamin E oder E plus C [s382, s345, s248, s127, s324, s266, s297].

### Selen, Omega-3, Lycopin, Vitamin D, weitere

**Selen.** Salas-Huetos [s246] berichtet Anstiege von Konzentration (3,91 × 10⁶/mL) und Motilität (3,30 %); Michaelsen [s28] für die Motilität; MOXI [s205] enthielt Selen im Mehrstoffpräparat und fand keinen Nutzen. Messstudien: Xu 2001 und 2003 [s406, s392] (Seminalselen bei Fertilen 0,74 gegen 0,56 µmol/l; Korrelation mit Dichte r = 0,48; 8-OHdG negativ); Chen 2023 [s77]: bei 1.159 gesunden Spendern (5.617 Messungen) lagen im obersten gegenüber dem untersten Quartil des Seminalplasma-Selens die Konzentration um 70,1 % (53,3 bis 88,9) und die Gesamtzahl um 59,1 % (40,5 bis 80,2) höher; die mitochondriale DNA-Kopienzahl vermittelte 19,7 % und 23,1 %. Eroglu 2014 [s298]: Serum- und Seminalselen bei 44 Infertilen anders als bei 15 Fertilen. Nikolaev 1999 [s409]: drei Kuren Selen (3,5 µg/kg/Tag) bei subfertilen Männern, ohne Zahlen im Abstract, kontrolliert mit Fertilen. Rattenstudie: Selenmangel senkte die Motilität (63,07 % bei ausreichender gegen 53,91 % bei niedriger Zufuhr) [s175].

**Omega-3 und Lycopin.** Safarinejad 2011 [s328]: 238 Männer mit OAT, 1,84 g EPA/DHA täglich über 32 Wochen gegen Placebo, 211 beendeten; Gesamtzahl von 38,7 ± 8,7 auf 61,7 ± 11,2 × 10⁶, Konzentration von 15,6 ± 4,1 auf 28,7 ± 4,4 × 10⁶/ml (P = 0,001). Hosseini 2019 [s219]: Metaanalyse mit drei Studien (147 gegen 143), Motilität RR 5,82 (2,91 bis 8,72; I² = 76 %), Konzentration RR 0,31 (-8,13 bis 8,76). Vinogradov 2019 [s229]: 109 Männer, DHA 350 mg dreimal täglich gegen Placebo, 90 Tage; nach dem Kryotoleranztest stiegen progressive Beweglichkeit und Vitalität; keine Zahlen im Abstract. Nouri 2019 [s222]: 44 Männer mit Oligozoospermie, Lycopin 25 mg täglich über zwölf Wochen gegen Placebo; Gesamtzahl und Konzentration nahmen zu (p < 0,05). Tang 2016 [s282]: Fall-Kontroll-Studie, Männer mit Varikozele hatten niedrigere Omega-3-Konzentrationen in Spermien und stärkeren oxidativen DNA-Schaden.

**Vitamin D.** Tania 2023 [s100]: fünf RCT mit 648 infertilen Männern; Gesamtmotilität MD 4,96 (0,38 bis 9,54; I² = 69 %), progressive Motilität MD 4,14 (0,25 bis 8,02; I² = 89 %), normale Morphologie MD 0,44 (0,30 bis 0,57; I² = 0 %); Gesamtzahl, Konzentration und Volumen ohne Unterschied. Jiao 2025 [s24]: sechs Studien, 945 Teilnehmer; Testosteron SMD 0,07 (-0,11 bis 0,25), Gesamtspermienzahl SMD 1,04 (0,11 bis 2,19). Blomberg Jensen 2018 [s233]: 330 infertile Männer mit 25-OH-Vitamin D ≤ 50 nmol/L; 300.000 IE Cholecalciferol, dann 1.400 IE täglich plus 500 mg Calcium über 150 Tage gegen Placebo; keine Änderung der Samenparameter; spontane Schwangerschaften tendenziell häufiger (7,3 % gegen 2,4 %; Δ 5,0 %; -0,6 bis 10,5 %); in der Untergruppe oligozoospermer Männer Lebendgeburt 35,6 % gegen 18,3 % (Δ 17,3 %; 1,6 bis 32,9 %); explorativ. Deng 2014 [s297]: 86 Männer, Vitamin D 200 IE plus Calcium gegen Vitamin E plus C, Schwangerschaften 7 (16,3 %) gegen 1 (2,3 %); kein Placebo. Alzoubi 2017 [s252]: 34 Männer, 5.000 IE/Tag über zwei Monate, offen, ohne Kontrolle, 24 % Ausfälle. Messstudie: Güngör 2022 [s118]: Vitamin D < 20 ng/ml bei 44,8 % der Infertilen gegen 10,0 %; Korrelation mit DNA-Schäden r = -0,605.

**Weitere Stoffe.** Vimang-Extrakt (Kuba, 68 Männer) besserte Konzentration und Vitalität gegen einmalige Vitamintherapie, keine Zahlen im Abstract [s265]; ein retrospektiver Befund bei 35 Männern mit Zink, Selen und Coenzym Q: Anteil für Insemination geeigneter Spermiogramme von 20 % auf 37,1 % (p = 0,03) [s92]. Traditionelle Mittel: Keishibukuryogan plus Tocopherolnicotinat bei 119 Männern mit Varikozele ohne Gesamteffekt (p = 0,115) [s139]; Sairei-to bei 47 Männern ohne Kontrollgruppe, SOD änderte sich nicht [s390]. Ernährung: Eine Fall-Kontroll-Studie mit 553 Fällen und 586 Kontrollen fand keinen Zusammenhang zwischen diätetischer antioxidativer Kapazität und Asthenozoospermie (OR 0,88 bis 1,18) [s81]; in einer Querschnittsstudie mit 1.715 Männern nur ein inverser Zusammenhang mit dem Ejakulatvolumen [s82]; bei 900 Männern mit Varikozele hing höhere Zufuhr mit höherer Spontanschwangerschaftswahrscheinlichkeit zusammen (OR 1,05 bis 1,13) [s05], retrospektiv und mit möglichem Confounding durch Lebensstil.

### Tierversuche und Laborarbeiten im Überblick

Die Literatur zu Tierversuchen ist erheblich größer als die erfasste Auswahl. Die Ergebnisse sind überwiegend positiv, die Modelle künstlich (Cisplatin, Bisphenol A, Strahlung, Ischämie/Reperfusion, Hitze, Mangeldiäten) und die Dosen bezogen auf das Körpergewicht oft nicht übertragbar. Substanzbezogen sind Astaxanthin, Melatonin, NAC, Glutathion, B12 und Myo-Inositol in den Abschnitten oben erfasst. Weitere: CoQ10 schützte Ratten und Mäuse unter Bisphenol A (10 mg/kg) [s217], Glyphosat (200 mg/kg) [s11] und Bestrahlung [s226], und bei Ziegenböcken verbesserte es die Hodendurchblutung [s114]; bei Hunden hob Ubiquinol (100 mg/Tag) Motilität und SOD, nicht Testosteron und Zahl [s164]; im Nierenmodell (36 Mäuse) wirkten 10 mg/kg über acht Wochen [s173]. Vitamin E bei Schafböcken: 200 IE besser als 0, 20, 1.000 oder 2.400 IE [s346]; Vitamin-E-Mangel bei Mäusen führte zu abgelösten Epithelzellen und mehr apoptotischen Keimzellen [s201]; Vitamin-C-Mangel bei Gulo-/--Mäusen zu Apoptose von Spermatozyten [s376]. Zink: marginaler Mangel (10 gegen 30 mg/kg Futter) zerstörte Spermienköpfe [s133]; nach zinkfreier Diät waren die Veränderungen nach vier Wochen normaler Diät weitgehend rückläufig [s99]. Curcumin und β-Carotin bei Hitzestress (Mäuse, 20 bis 80 mg/kg) [s290, s279], Ginsengextrakte bei alten Ratten [s309, s288, s262]. Zur Rolle geringer ROS-Mengen: Wasserstoffperoxid 10 und 100 µM erhöhte in vitro den Anteil progressiv beweglicher Humanspermien um 20 % und 18 % [s285]; Ascorbat 300 µmol/l und Katalase verbesserten die Motilität von Humanspermien, Ascorbat 600 µmol/l und SOD nicht [s364]. Taurin, Cystein und Glutathion (je 1 mM) minderten den Motilitätsverlust in vitro synergistisch [s315].

### Zusammenschau und Grenzen der Studienlage

**Endpunkte.** Lebendgeburt als Zielgröße berichten nur die Cochrane-Reviews [s228, s306, s329, s111], FAZST [s204], MOXI [s205], die Vitamin-D-Studie [s233], Joseph [s192], Matorras [s196], die Studie von Lahimer [s88] und einige Metaanalysen. Für Astaxanthin, NAC, Melatonin, Glutathion, Magnesium, Vitamin B12 und Myo-Inositol gibt es keine Studie mit Lebendgeburt als Endpunkt; Schwangerschaftsraten berichten nur Comhaire (Astaxanthin) [s378], Okada (Methylcobalamin, ohne Kontrolle) [s426] und Závaczki (eine Schwangerschaft unter Magnesium) [s393], dazu Kombinationspräparate [s193]. Die Aussagen zu diesen Stoffen beruhen also auf Surrogatparametern des Spermiogramms.

**Widersprüche zwischen den Evidenzblöcken.** Cochrane [s228, s306, s329, s111] und die Metaanalyse [s69] sehen Hinweise auf höhere Schwangerschaftsraten; Michaelsen [s28], FAZST [s204], MOXI [s205] und die Leitlinientexte der AUA und EAU [s44, s20] sehen keinen belastbaren Nutzen. Mögliche Gründe nach den Autoren und Abstracts: Studienauswahl (kleine, offene Studien), Endpunkte, Wirkstoffgemische, Verzerrungsrisiko [s326]. Hinzu kommen eigene Beobachtungen aus dem Material: In mehreren der positiven Studien gibt es keinen Placebovergleich, sondern Vorher-nachher-Werte oder Vitamin E als „aktive“ Kontrolle [s382, s345, s248, s127, s297]; die Placebogruppen verbessern sich teils selbst (Kumalic [s194]: Gesamtzahl und Konzentration stiegen unter Placebo signifikant); bei Varikozele wirkt die Operation allein [s35].

**Mögliche Schäden und Warnsignale.** Magen-Darm-Beschwerden häufiger unter Antioxidantien (OR 2,51 und 2,70 in den Cochrane-Fassungen; Bauchschmerz, Übelkeit, Erbrechen in FAZST) [s228, s111, s204]; höhere DNA-Fragmentierung unter Folsäure plus Zink [s204]; Dekondensation der Spermien unter Vitaminen mit Zink und Selen [s365]; Tierversuche, nach denen unangemessene Gabe wasserlöslicher Antioxidantien die genetische Integrität der Spermien beeinträchtigen kann („even at doses previously considered safe“) [s57]; Melatonin bei zwei von acht Gesunden mit niedriger Konzentration und Motilität [s396]; verstärkte Missbildungen bei Thalassämie unter L-Carnitin plus NAC [s238]. Jeder dieser Befunde ist klein, explorativ oder tierexperimentell; zusammen zeigen sie, dass „Antioxidans“ nicht gleichbedeutend mit „unschädlich“ ist.

**Interessen und Abhängigkeiten.** Mehrere Studien prüften benannte Handelspräparate (AstaCarox [s378], Sinopol [s235], Spermactin Forte [s216], Spermotrend [s22]); Finanzierungsangaben stehen in den Abstracts nur teilweise (Cochrane [s306]: von 15 Studien mit Angabe vier kommerziell, bei 33 ohne Angabe). Die Studien von Alahmar [s214, s151, s150, s148, s108, s107, s109, s70] und Rochdi [s62, s34] stammen je aus einer Arbeitsgruppe. Die positiven Befunde dominieren; die wenigen negativen [s194, s204, s205, s255, s274, s203, s142, s238] sind deshalb besonders wichtig. Publikationsverzerrung wurde in den meisten Arbeiten nicht geprüft; die Cochrane-Stellungnahme [s326] nennt sie nicht auszuschließen.

## Mechanismen und biologische Plausibilität

Dieser Abschnitt trennt, was in den abgerufenen Quellen **belegt**, was **plausibel** und was **spekulativ** ist. „Belegt“ heißt hier: im jeweiligen Modell (Mensch, Tier, Zelle) durch Messung oder genetische Eingriffe gezeigt. Es heißt nicht, dass eine Einnahme den Spermienbefund oder die Geburtenrate verbessert; dieser Schritt ist für keinen der genannten Stoffe belegt. Alle Angaben stammen aus Abstracts; Mechanismen werden dort oft nur als Deutung der Autoren formuliert, und das ist an den Stellen vermerkt.

### Belegt (im Modell gezeigt)

**1. Oxidativer Stress und Spermienbefund hängen zusammen.** Männer mit schlechter Samenqualität haben im Mittel höhere Marker oxidativer Schäden und niedrigere antioxidative Kapazität. Beispiele: Die totale antioxidative Kapazität im Samenplasma war in allen Gruppen infertiler Männer außer bei Normozoospermie niedriger als bei 28 Fertilen (19,82 ± 6,33 U; P < 0,01) [s383], auch bei 113 Infertilen mit normaler Spermiendichte (14,37 ± 8,45 gegen 19,82 ± 6,33 U) [s375]; bei 433 Männern im IVF-Programm hatten jene mit hohem Fragmentationsindex (≥ 30 %) mehr MDA (2,28 ± 0,26 gegen 0,95 ± 0,18 nmol/l), weniger TAC (10,2 ± 3,5 gegen 33,2 ± 7,9 U/l), geringere progressive Motilität und niedrigere Befruchtungsrate (58,9 ± 30,0 gegen 77,2 ± 25,0 %) [s272]; MDA bei Oligoasthenospermie 2,25 ± 0,88 gegen 1,52 ± 0,75 nM [s373]; Koca [s388]: 1,78 ± 0,23 gegen 2,02 ± 0,16 mmol/l; ROS bei Infertilen höher (P < 0,01) [s399]; mehr TUNEL-positive Spermien und mehr Nitrotyrosin [s310]; nach Varikozelenoperation sanken MDA, H₂O₂ und NO und stiegen SOD, Katalase, Glutathionperoxidase [s402]; nach Venenligatur stieg die seminale antioxidative Kapazität [s323]. Der Anteil infertiler Männer mit erhöhten ROS wird mit 30 bis 80 % angegeben [s213]. Einschränkung: Alle diese Arbeiten sind Querschnitt- oder Beobachtungsstudien; sie zeigen Assoziation, nicht Ursache [s383, s375, s272]. Es gibt auch Gegenbefunde: Menevse [s128] fand bei je 30 Männern keinen Unterschied bei MDA und Glutathion, Hsieh [s373] keinen Unterschied der Glutathionperoxidase.

**2. Die selenabhängige Glutathionperoxidase PHGPx ist für Spermien strukturell nötig.** Bei Männern: verminderte PHGPx in den Spermien infertiler Männer (93,2 ± 60,1 gegen 187,5 ± 55,3 Einheiten/mg; Korrelation mit der Vorwärtsmotilität r = 0,45) [s395]; PHGPx-Ausfall bei etwa 10 % von 73 infertilen Männern und bei keinem von 31 fertilen [s400]; verminderte Expression bei 30 % infertiler Männer mit Oligoasthenozoospermie [s351]. Im Tier: Hodenspezifische Knockout-Mäuse waren alle unfruchtbar, mit weniger Spermien, geringerer Vorwärtsmotilität, niedrigerem mitochondrialem Membranpotenzial und einer haarnadelartigen Biegung des Flagellums im Mittelstück [s351]. Das belegt die Rolle des Enzyms, nicht den Nutzen von Glutathion- oder Selenzufuhr. Passend dazu waren Serum-Selenoprotein P und Glutathion bei Asthenozoospermie niedriger [s39] und Seminalselen mit Dichte und Gesamtzahl korreliert [s406, s392, s77]; Serumselen korrelierte in der einen Studie nicht mit diesen Parametern [s406], während Eroglu [s298] eine Korrelation von Serum- und Seminalselen fand (r = 0,46).

**3. Mangel an einzelnen Mikronährstoffen schädigt die Spermatogenese im Tier, teils reversibel.** Vitamin B12: Mangeldiät führte bei Ratten zu verminderter Spermienzahl, apoptotischen Kanälchen (51,5 %) und fehlender Anlage von Spermatiden [s391, s368, s407]; die Rolle der Methioninsynthase im Methionin- und Folatstoffwechsel wird als Ursache genannt [s360]; die Reversibilität ist zwischen zwei Arbeiten derselben Gruppe widersprüchlich [s368, s394]. Zink: Mangel zerstörte die Spermienköpfe [s133], war nach vier Wochen normaler Diät weitgehend rückläufig [s99]. Vitamin E: Mangel führte zu abgelösten Epithelzellen und mehr apoptotischen Keimzellen [s201]. Vitamin C: bei Mäusen ohne Eigensynthese Apoptose von Spermatozyten [s376]. Selen: Mangel senkte die Motilität bei Ratten [s175]. Das sind Mangelmodelle; für Männer mit ausreichender Versorgung folgt daraus nichts, und die Sekundäranalyse von MOXI fand bei normalen Ausgangswerten von Vitamin E, Zink und Selen keinen Zusammenhang mit Samenparametern oder Schwangerschaft [s163].

**4. Reaktive Sauerstoffspezies sind nicht nur schädlich.** Wasserstoffperoxid (10 und 100 µM) erhöhte in vitro den Anteil progressiv beweglicher Humanspermien um 20 % und 18 % und die Aktivität der GAPDS um 27 % und 20 %; 10 µM erhöhte reduziertes Glutathion um 50 % [s285]. In einer Studie korrelierten ROS positiv mit der Motilität [s399]. Das ist der Kern des Redox-Gleichgewichts-Gedankens: Ein vollständiges Abfangen von ROS ist kein Ziel an sich.

**5. Zufuhr erhöht die Konzentration des Stoffes im Zielkompartiment.** CoQ10 stieg im Samenplasma (RR 49,55; MD 37,04 ng/ml) [s312, s19] und in den Spermien [s347]; B12 stieg im Seminalplasma unter Methylcobalamin [s426]; L-Carnitin stieg im Seminalplasma unter Carnitintherapie [s382]; ionisiertes Magnesium im Ejakulat stieg unter Magnesiumorotat von 0,18 ± 0,05 auf 0,30 ± 0,05 mmol/l (p < 0,05), ohne dass sich die Spermiencharakteristika änderten [s393]; die Gesamtantioxidantienkapazität stieg unter NAC im Serum [s348] und unter Melatonin im Urin und Samenplasma [s296]. Dagegen erhöhten Ethylcystein und Vitamin E den Serum-, aber nicht den Seminalplasmaspiegel [s408]. Dass eine Substanz im Kompartiment ankommt, ist notwendig, aber nicht hinreichend für eine Wirkung auf die Spermien; dies zeigt gerade die Magnesiumstudie.

**6. Genetisch bestimmte antioxidative Kapazität begründet in der Mendelschen Randomisierung keinen Zusammenhang mit männlicher Infertilität.** Mit Daten von 680 infertilen Männern und 72.799 Kontrollen europäischer Herkunft: GST OR 1,08 (0,91 bis 1,29), SOD 0,83 (0,66 bis 1,04), GPX 1,12 (0,92 bis 1,36), Katalase 1,04 (0,83 bis 1,29), Gesamtbilirubin 0,98 (0,94 bis 1,01), Harnsäure 0,88 (0,67 bis 1,17) und weitere [s40]. Einschränkung der Autoren und dieser Studie: wenige Fälle, die Marker bilden nicht die Zufuhr als Supplement ab. Das Ergebnis spricht weder für noch gegen die Wirkung von Supplementen, relativiert aber die Annahme, dass eine höhere körpereigene antioxidative Kapazität ursächlich Infertilität verhindert. Ähnlich fand sich bei diätetischer antioxidativer Gesamtkapazität kein Zusammenhang mit Asthenozoospermie (OR 0,88 bis 1,18) [s81].

### Plausibel (Hinweise aus Zell-, Tier- und Humanstudien, aber nicht für den klinischen Nutzen geprüft)

**Astaxanthin: Nrf2-Weg, Mitochondrien, Entzündung.** Nach Operation bei Varikozele erhöhte Astaxanthin 6 mg die Expression von NRF2, Keap1, SOD2, BCL2, senkte BAX und die Zytokine TNF-α, IL-1β, IL-6; die Gesamtantioxidantienkapazität stieg, der oxidative Gesamtstatus nicht [s45]. Bei alternden Hähnen stiegen MAPK/Nrf2-Expression, Atmungskettenaktivität und mitochondriales Membranpotenzial dosisabhängig [s159, s116]; im Hodenmodell der Ratte sanken MDA und stieg SOD [s263]. Gegen diese Plausibilität stehen die humane Studie ohne Änderung von mitochondrialem Membranpotenzial und DNA-Fragmentierung [s194] und die Rattenstudie ohne signifikante Änderung der Blut-Oxidationsmarker [s02]; Metaanalytisch fehlt der Humaneffekt [s03].

**Melatonin: Rezeptor, Mitochondrienschutz, Nrf2.** In Humanspermien läuft der Schutz bei Einfrieren über den MT1-Rezeptor und gesteigerte Translation von HSP90 (belegt durch Hemmstoffe Luzindol, 4-P-PDOT und Geldanamycin) und erhöht Nrf2 und Bcl-2 [s257]; Hamsterspermien zeigen MT1-abhängig stärkere Hyperaktivierung [s354]; ROS senkten das mitochondriale Membranpotenzial und die Succinatdehydrogenase fast auf null, 6 mmol/l Melatonin minderte diesen Schaden [s384]; Hitzestress-Schäden humaner Spermien (mitochondriale ROS, 4-HNE, DNA-Schäden) wurden vorbehandelt gemindert [s177]; bei Männern mit schlechter IVF-Befruchtung fanden sich niedrige Melatoninwerte, geschwollene Mitochondrien und mehr mitochondriale ROS [s231]. In Hodenbiopsien korrelierte Melatonin negativ mit Makrophagen und Entzündungsmarkern [s305]. Offen: Die Messstudien widersprechen sich [s385, s187, s371, s294], und ein Überträger vom Labor auf eine orale Einnahme ist nicht belegt.

**N-Acetylcystein: Hodenschutz im Modell, unklarer Beitrag beim Mann.** Im Tier senkte NAC 8-OHdG und Lipidperoxidation (Fluoridmodell) [s286], erhöhte Nrf2 und HO-1 (Busulfan) [s86], erhielt Reparaturproteine der Meiose (DMC1, RAD51, MLH1) [s103], senkte TBARS und besserte die Histologie bei früher Gabe nach Torsion (bei später Gabe kein vergleichbarer Effekt im Abstract) [s334] und blieb bei Ratten mit metabolischem Syndrom ohne Wirkung [s314]. Beim Mann beschreiben die Autoren die Wirkung als Folge weniger ROS im Serum und geringerer Viskosität [s348]; die Studie von Jannatifar sah Absenkung von Protamindefizit und Fragmentierung ohne Kontrolle [s220]. Unter Selen plus NAC korrelierte die Summe der Seminalspiegel beider Stoffe mit den Samenparametern [s349]. Welcher Teil des Effekts auf Selen und welcher auf NAC entfällt, ist aus dem Abstract nicht zu trennen.

**Myo-Inositol: Redox- und Stoffwechselmodulator, Mitochondrien.** Die Autorengruppe zu Schweinemodellen beschreibt Myo-Inositol als eher „Redox- und Stoffwechselmodulator“ als klassisches Antioxidans, mit dosis- und stadienabhängiger Wirkung [s07]; in Hund und Eber stiegen Mitochondrienaktivität und Akrosomintegrität bei gleichzeitig weniger Apoptosegenen (BAX, ROMO1) [s83, s96, s224]; in Fischsperma sanken MDA und TOS und stieg Glutathion [s155]; die Docking-Rechnung an mitochondrialen Proteinen (Bindungsenergie -4,0 bis -2,31 kcal/mol) ist eine reine Rechnung [s08]. Beim Mann zeigt die Metaanalyse höhere Motilität und Testosteron [s52]; ein Mechanismus für den Testosteronanstieg wird im Abstract nicht genannt.

**Glutathion und Thiole: Zusatz verändert Bewegungsmuster, Protamine und Zonabindung.** In Humansperma erhöhte 5 mM GSH das ATP, senkte VCL und VAP und erhöhte STR und LIN, ohne die Motilität zu ändern [s76]; in der Maus reduzierten 10 mmol/l GSH die Protamine der Spermienkerne reversibel, verschlechterten aber die Zonabindung [s397], bei gefrorenen Spermien erhöhte GSH im Befruchtungsmedium freie Thiole in der Zona und die Befruchtungsrate [s330]. Zusammen mit dem Befund, dass Vitamin C die Spermiendekondensation um 22,8 % erhöhte und dies mit dem Öffnen von Disulfidbrücken in Protaminen erklärt wird [s365], ergibt sich eine Hypothese: Stark reduzierende Stoffe können die Chromatinverpackung lockern, was erwünschte und unerwünschte Folgen haben kann. Es ist eine Hypothese aus zwei Einzelbefunden, die nicht an derselben Spezies, Dosis oder Substanz erhoben wurden.

**Vitamin B12: Methylgruppenstoffwechsel.** Die Rolle über die Methioninsynthase im Methionin- und Folatstoffwechsel ist im Tiermodell mit Mangel beschrieben [s360]; die Übersicht nennt zusätzlich geringere Homocystein-Toxizität, weniger Stickstoffmonoxid, weniger oxidative Schäden und Hemmung der NF-κB-Aktivierung als mögliche Mechanismen [s254]. Beim Mann korrelierte B12 im Samenplasma mit der Spermienkonzentration (r = 0,42) [s361], Serum-B12 mit Gesamttestosteron (ρ = 0,19) [s60] und die ROS negativ mit B12 und Folat [s399]; in Metaanalysen zu Methylgruppen-Donatoren war der Effekt auf die DNA-Fragmentation nicht signifikant (SMD -1,17; -2,82 bis 0,47) [s10]. Die Folatseite ist uneinheitlich: Bei einem MTHFR-Genotyp (677 TT) besserten 0,8 mg Folsäure die Parameter, bei anderen Genotypen nicht [s191]; Serumfolat korrelierte positiv mit dem DNA-Fragmentierungsindex [s75]; Seminalfolat und B12 waren zwischen Infertilen und Fertilen nicht verschieden [s399].

**Magnesium: Ionenhaushalt.** Menschliche Spermien penetrierten ohne Calcium und Magnesium im Medium keine Hamstereizellen; in calciumfreiem Medium konnte Magnesium (ab 1,19 mM) Calcium teilweise ersetzen; beide Ionen seien für Akrosomenreaktion und Fusion nötig [s428]. Das Calcium/Magnesium-Verhältnis im Samenplasma war mit niedrigerer Konzentration verbunden [s278]. Das erklärt die Bedeutung der Ionen im Labor, nicht den Nutzen einer Magnesiumzufuhr; die einzige Interventionsstudie war negativ [s393].

**Carnitin und CoQ10: Energiestoffwechsel.** Seminales Gesamtcarnitin war bei 65 infertilen Männern niedriger als bei 14 Fertilen (31,52 ± 20,77 gegen 45,52 ± 10,73 mg/l) und korrelierte mit Gesamtzahl und Normalformen [s386]; Acetylcarnitin und andere Carnitine erscheinen als Markerkandidaten [s72]; in der Übersicht wird L-Carnitin als natürlich vorkommendes enzymatisches Antioxidans beschrieben [s379]. Unter L-Carnitin besserten sich ultrastrukturelle Mitochondrien- und Flagellumanomalien bei Männern mit OAT [s291]. Bei CoQ10 korrelierte die Konzentration im Samenplasma mit Konzentration und Motilität [s148].

### Spekulativ oder ungeklärt

**Reduktiver Stress und Überdosierung.** Die Dissertation von Moazamian [s57] berichtet aus Tierversuchen, dass die unangemessene Anwendung gängiger wasserlöslicher antioxidativer Mikronährstoffe die genetische Integrität der Spermien beeinträchtigen und Schwangerschaftsergebnisse verschlechtern kann, auch bei Dosen, die als sicher galten, während dieselben Stoffe bei Mäusen unter oxidativem Stress nützlich sein konnten; zentral ist das Konzept des Redoxgleichgewichts. Zahlen nennt die Zusammenfassung nicht. Das MOSI-Konzept hält fest, dass Protokolle mit Antioxidantien nicht evidenzbasiert seien und Komplikationen möglich sind, und nennt das Oxidations-Reduktions-Potenzial als möglichen Messwert gegen Überdosierung [s213]. Die Befunde in MOXI (Konzentration -4,0 gegen +2,4 Mio./mL; Lebendgeburt 15 % gegen 24 %) [s205] und FAZST (höhere Fragmentierung unter Folsäure plus Zink) [s204] passen zu dieser Hypothese, sind aber mit ihr nicht bewiesen. Für Morphologie, Motilität und Fragmentierung berichtet MOXI keine signifikanten Unterschiede; für die Konzentrationsmediane nennt der Abstract keinen Test; die Studie ist wegen der Stichprobengröße begrenzt.

**Stratifizierung nach Oxidationsstatus.** Mehrere japanische und katarische Studien fanden Effekte nur bei erhöhtem Oxidations-Reduktions-Potenzial (ORP): Konzentration unter Methylcobalamin und Antioxidantien nur bei hohem ORP [s141]; CoQ10 senkte die Fragmentation insgesamt und stärker bei hohem sORP [s50]; Implantations- und Schwangerschaftsrate nur bei hohem sORP unter einem Mikronährstoffpräparat mit selbst gewählter Einnahme [s59]; stärkere Wirkung bei auffälligem ORP und SDF [s182]; Moazamian und die Delphi-Leitlinie verlangen die Dokumentation oxidativen Stresses vorab [s57] und [s01]. Alle diese Studien sind klein, unkontrolliert oder retrospektiv, die Untergruppen sind post hoc gebildet, und die EAU nennt die ROS-Messung experimentell [s20]. Das Konzept ist plausibel, aber nicht bestätigt.

**Genetische Nichtansprecher.** In einer Studie mit 310 infertilen Männern und 170 Kontrollen war die Antioxidantientherapie (Vitamin C, E, CoQ10; drei Monate, sechs Monate Nachbeobachtung) bei Männern mit GSTM1- und GSTT1-Deletion nicht wirksam; Zahlen fehlen im Abstract [s143]. Das ist ein einzelner Hinweis auf genetisch bedingte Nichtansprechbarkeit, ohne Replikation.

**Aromatasehemmung durch Melatonin.** Luboshitzky beobachtete bei zwei von acht gesunden Männern niedrigeres Östradiol im Samenplasma und Serum zusammen mit schlechterer Samenqualität und vermutet eine Aromatasehemmung im Hoden, bezeichnet das aber als vorläufig [s396]. Eine Bestätigung liegt in den Quellen nicht vor. Im Gegensatz dazu stiegen bei Ziegenböcken Testosteron und Östradiol nach Melatonin [s202], bei Hunden ebenfalls [s135].

**Hormonelle Wirkung der Antioxidantien.** Mehrere Metaanalysen berichten Testosteronanstiege (CoQ10 [s43], Carnitin [s27], Myo-Inositol [s52]), Inhibin-B-Anstiege (CoQ10 [s43], Melatonin [s241]; unter Astaxanthin dagegen eine Senkung [s378]) und Senkung von FSH und LH; NAC änderte Serumhormone in der einen Metaanalyse nicht [s176], in einer Einzelstudie schon [s349]. Ein einheitlicher Wirkweg ist daraus nicht abzuleiten; die Vorzeichen in [s43] sind im Abstract widersprüchlich erklärt.

**Nanoformulierungen und Übertragbarkeit.** In Büffelbullen und Hengsten wirkten Nanoformen von Astaxanthin und Myo-Inositol stärker als die freien Stoffe [s08, s13]; ob eine Zubereitung beim Menschen in die Spermien gelangt, ist offen. Alle Tierdosen, zum Beispiel 10 bis 100 mg/kg Astaxanthin bei Mäusen [s188, s37] oder 150 mg/kg NAC [s103, s172], sind nicht auf Menschen übertragbar; Kryokonservierungsversuche beantworten nur die Frage der Laboraufbereitung [s253, s257, s247].

### Übersicht

| Stoff | Belegt (im Modell) | Plausibel | Spekulativ oder offen |
|---|---|---|---|
| Myo-Inositol | Verbesserung der Aufbereitung im Labor (Hund, Eber, Fisch, Pferd, Mensch in vitro) [s224, s96, s155, s08, s247] | Redox- und Stoffwechselmodulator, Mitochondrien [s07] | Wirkung nach Einnahme; Testosteronanstieg [s52] |
| Astaxanthin | Antioxidative Marker und Nrf2-Expression im Tier [s263, s159] | Nrf2-Weg, Zytokine bei Varikozele [s45] | Humaner Nutzen: nicht belegt [s03, s194] |
| NAC | Schutz im Tiermodell [s86, s103, s286] | Weniger ROS und Viskosität [s348] | Nutzen allein ohne Selen; Schaden bei Thalassämie [s238] |
| Melatonin | MT1-Weg in vitro [s257, s354] | Mitochondrienschutz [s384, s177] | Orale Wirkung; negatives Signal bei Gesunden [s396] |
| Glutathion | PHGPx unentbehrlich (Knockout) [s351] | Thiolwirkung auf Protamine und Zona [s397] | Orale Zufuhr: keine Studie |
| Magnesium | Rolle im Ionenhaushalt der Spermien in vitro [s428] | Ca/Mg-Quotient [s278] | Nutzen als Zusatz: eine negative Pilotstudie [s393] |
| Vitamin B12 | Mangel schädigt Spermatogenese im Tier [s391, s407] | Methionin- und Folatstoffwechsel [s360, s254] | Nutzen beim Mann: Gesamtauswertung negativ [s422] |

## Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität

Vorab: Diese Tabellen geben wieder, was die Studien berichten. Sie sind keine Dosierungsempfehlung. Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung im strengen Sinn (mehrere Dosisstufen im selben Design, gegen Placebo) wurde beim Menschen für keinen der genannten Stoffe gefunden. Wo Dosisvergleiche vorliegen, sind sie klein, unverblindet oder ohne Placebo.

### Tabelle 1: Dosen, Dauer und Ergebnis in den wichtigsten Humanstudien je Stoff

| Stoff | Studie | Dosis und Dauer | Teilnehmer, Design | Hauptergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Myo-Inositol | [s276] | 4.000 mg plus 400 µg Folsäure täglich, 2 Monate | 62 Männer, Vorher-nachher, 3 Gruppen | Konzentration nur bei Oligoasthenozoospermie höher; Motilität unverändert |
| Myo-Inositol (Kombination) | [s235] | Sinopol (mit Liponsäure, Folsäure, Betain, Vitaminen), 90 Tage | 100 Abschließende, ohne Kontrolle | Mehrere Parameter besser; Beitrag nicht isolierbar |
| Astaxanthin | [s378] | 16 mg täglich, 3 Monate | 30 Männer, doppelblind | Schwangerschaft 54,5 % gegen 10,5 % (n = 11 gegen 19) |
| Astaxanthin | [s194] | 16 mg täglich, 3 Monate | 72 Abschließende, doppelblind | Kein Parameter verändert |
| Astaxanthin | [s45] | 6 mg täglich, 3 Monate (nach Varikozelenoperation) | 40 Männer, dreifach verblindet | Motilität und Zytokinmarker besser; kein Zahlenwert im Abstract |
| NAC | [s349] | 600 mg täglich (mit/ohne Selen 200 µg), 26 Wochen | 468 Männer, doppelblind | Alle Parameter besser, Kombination additiv |
| NAC | [s348] | 600 mg täglich, 3 Monate | 120 Männer, placebokontrolliert | Volumen, Motilität, Viskosität besser; Zahl und Morphologie nicht |
| NAC | [s220] | 600 mg täglich, 3 Monate | 50 Männer, ohne Kontrolle | Mehrere Parameter besser |
| Melatonin | [s396] | 3 mg täglich, 6 Monate | 8 Gesunde, Überkreuz | 6 unverändert, 2 verschlechtert |
| Melatonin | [s241] | Dosis im Abstract nicht genannt, 3 Monate | 54 Männer nach Varikozelenoperation | Mehrere Parameter besser gegen Placebo |
| Melatonin | [s296] | 6 mg täglich, 45 Tage | Infertile Männer | Höhere antioxidative Kapazität, bessere Embryoklassen |
| Glutathion | [s417] | 600 mg intramuskulär jeden zweiten Tag, 2 Monate je Phase | 20 Männer, Überkreuz | Motilität und Morphologie besser (Injektion) |
| Magnesium | [s393] | 3.000 mg Magnesiumorotat täglich, 90 Tage | 20 Männer, placebokontrolliert | Keine Änderung der Spermien; ionisiertes Mg im Ejakulat höher |
| Vitamin B12 | [s427] | 1.500 µg täglich, 4 bis 24 Wochen | 26 Männer, ohne Kontrolle | Besserung nach eigenen Kriterien bei 42,3 % |
| Vitamin B12 | [s426] | 3.000 µg täglich, 3 Monate | 62 Männer, ohne Kontrolle | Mehrere Parameter besser; 5 Schwangerschaften |
| Vitamin B12 | [s422] | 6.000 oder 1.500 µg täglich, 12 Wochen | 375 Männer, doppelblind | Gesamtanalyse ohne Unterschied zu Placebo |
| Vitamin B12 | [s424] | 6 gegen 12 mg täglich, 16 Wochen | 39 Männer, ohne Placebo | Wirkungsrate 37,5 % gegen 39,1 % |
| Selen, CoQ10 | [s150, s70] | Selen 200 µg, CoQ10 200 mg, 3 bis 6 Monate | 70 und 65 Männer | Beide besser; CoQ10 stärker; ohne Placebo |
| CoQ10 | [s347] | 200 mg täglich, 6 Monate | 60 Männer | Motilität und CoQ10-Spiegel höher |
| CoQ10 | [s214] | 200 gegen 400 mg täglich, 3 Monate | 35 und 30 Männer | Höhere Dosis wirkte stärker (kein p-Wert für den Vergleich) |
| Vitamin E | [s414, s196, s35] | 400 bis 600 mg beziehungsweise 400 Einheiten täglich, 3 Monate | 30, 101, 90 | Zonabindung besser; Lebendgeburt je Transfer 41,5 % gegen 20,5 %; Operation allein wirksam |
| Vitamin C plus E | [s381] | je 1 g täglich, 2 Monate | 64 Männer, Placebo | Fragmentierung 22,1 auf 9,1 % |
| Folsäure plus Zink | [s204] | 5 mg plus 30 mg täglich, 6 Monate | 2.370 Männer, Placebo | Lebendgeburt 34 % gegen 35 %; Fragmentierung höher |
| Mehrstoff | [s205] | Siehe MOXI, 3 bis 6 Monate | 174 Männer, Placebo | Kein Nutzen; Lebendgeburt 15 % gegen 24 % |
| Omega-3 | [s328] | 1,84 g EPA/DHA täglich, 32 Wochen | 238 Männer, Placebo | Zahl und Konzentration höher |
| Vitamin D | [s233] | 300.000 IE, dann 1.400 IE täglich plus Calcium, 150 Tage | 330 Männer, Placebo | Samenparameter unverändert; Lebendgeburt bei Oligozoospermen 35,6 % gegen 18,3 % (explorativ) |

### Tabelle 2: Dosisvergleiche innerhalb einer Studie (Mensch und Tier)

| Bereich | Studie | Verglichene Dosen | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Mensch, CoQ10 | [s214] | 200 gegen 400 mg täglich | 400 mg stärkere Wirkung, kein formaler Test im Abstract |
| Mensch, B12 | [s424] | 6 gegen 12 mg täglich | Kein Unterschied (37,5 % gegen 39,1 %); die Autoren nennen 6 mg die „empfohlene Dosis“ |
| Mensch, B12 | [s422] | 6.000 gegen 1.500 µg gegen Placebo | Kein Unterschied im Gesamtkollektiv |
| Mensch, B12 in vitro | [s190] | 1 gegen 2 mg/ml im Einfriermedium | Beide verbessern Motilität; 2 mg/ml senkte die Fragmentierung |
| Tier, Astaxanthin (Maus, Hitze) | [s37] | 50 gegen 100 mg/kg/Tag | Beide mildern die Einbußen; 50 mg/kg auch Hodengewicht und Testosteron |
| Tier, Astaxanthin (Hahn) | [s159, s116] | 0, 25, 50, 100 mg/kg | Wirkung ab 50 bis 100 mg/kg; Hormone und Mitochondrien linear mit der Dosis |
| Tier, Astaxanthin (Hund, in vitro) | [s199] | 1 µM am besten | Höhere Dosen nicht besser |
| Tier, Astaxanthin (Minischwein, in vitro) | [s240] | 10 bis 500 µM | 500 µM zusätzlich progressive Motilität |
| Mensch in vitro, Astaxanthin | [s112] | 0, 50, 100, 500 µM | Geringster Motilitätsverlust bei 100 µM |
| Tier, Melatonin (Kamelsperma) | [s04] | 0,5 bis 3 mM | 1 bis 2 mM am günstigsten; 3 mM ohne Mehrgewinn |
| Tier, Myo-Inositol (Eber) | [s83, s96] | 0,5 bis 2 und 2 bis 8 mg/ml | Optimum 0,5 mg/ml (Gefrieren) beziehungsweise 2 mg/ml (Lagerung) |
| Tier, Myo-Inositol (Hund) | [s224] | 1 gegen 2 mg/ml | 1 mg/ml wirksamer |
| Tier, Vitamin E (Schafbock) | [s346] | 0, 20, 200, 1.000, 2.400 IE | 200 IE besser als niedrigere und höhere Dosen (nichtlinear) |
| Tier, Glutathion (Bulle) | [s132] | 1, 5, 10 mM | Wirkung bullenabhängig |
| Tier, B12 (Mäuse nach Bestrahlung) | [s419] | 0,01, 0,1, 1 mg/kg | Nur 1 mg/kg wirksam |
| Tier, Zink (Maus) | [s133, s99] | 10 gegen 30 mg/kg Futter beziehungsweise < 1 mg/kg | Schon marginaler Mangel schädigt |
| Tier, Curcumin (Maus) | [s290] | 20, 40, 80 mg/kg | Dosisabhängige Besserung |
| Tier, Melatonin (Ratte) | [s367, s370, s236] | 1, 10, 12 mg/kg | Schutz gegen Homocystein und Cisplatin; nach Radiojod nicht alle Parameter |

Lesehinweise: In mehreren Tier- und In-vitro-Versuchen ist das Optimum nicht die höchste Dosis (Hund, Kamel, Eber, Schafbock) [s199, s04, s83, s96, s346]. Das passt zu der Aussage, die Wirkung von Myo-Inositol sei dosis- und stadienabhängig [s07]. Die Dosen sind nicht zwischen Tierarten oder auf den Menschen übertragbar.

### Tabelle 3: Behandlungsdauer und zeitlicher Verlauf

| Frage | Studie | Befund |
|---|---|---|
| Längere Behandlung wirkt stärker? | [s14] (101 Publikationen, 11.889 Männer) | Behandlungen über mehr als sechs Monate wirkten stärker als solche unter drei Monaten |
| | [s140] Wang 2022, Vitamin E | Nach sechs Monaten Vorwärtsmotilität SMD 0,80 (0,46 bis 1,14), insgesamt nicht signifikant |
| | [s19] Bakri 2025, CoQ10 | Morphologie besser bei Behandlungsdauer über drei Monate |
| | [s230] Wang 2019, Antioxidantien nach Varikozelenoperation | Nach drei Monaten Konzentration, Motilität, Morphologie besser; nach sechs Monaten außer Motilität (p = 0,72) und progressiver Motilität (p = 0,57) ebenfalls |
| Verlauf in einer Kohorte | [s62] Rochdi 2024 | Konzentration 8,67 auf 12,17 auf 19,01 Mio./ml bei Beginn, nach 3 und 6 Monaten; ohne Kontrolle |
| | [s167] Li (Carnitin plus Astaxanthin) | DFI bei Oligozoospermie 25,87 auf 18,66 auf 16,48 % (Monat 0, 2, 3); ohne Kontrolle |
| Langzeitverlauf | [s108] Alahmar und Naemi | CoQ10 200 mg über 6 Monate, dann 18 Monate Beobachtung; Schwangerschaftsrate 24,2 % gegen 95,2 % bei Fertilen |
| Kurze Behandlung | [s134] Rybalov | Zehn Tage; kurzfristige Veränderungen von Beweglichkeit und Morphologie |

Zeitliche Gesichtspunkte, die die Abstracts selbst nicht erörtern, sind hier nicht ergänzt. Die meisten Studien dauern drei Monate; Studien über sechs Monate oder länger gibt es unter anderem für NAC und Selen [s349], Selen [s70], CoQ10 [s347, s108], FAZST [s204], Omega-3 [s328] und Vitamin D [s233]. Eine direkte Gegenüberstellung von Behandlungsdauern im selben Design fehlt bei den genannten Hauptstoffen.

### Tabelle 4: Subgruppen, in denen Effekte unterschiedlich ausfielen

Die Subgruppenbefunde sind überwiegend post hoc, ohne Korrektur für Mehrfachvergleiche und mit kleinen Gruppen. Sie erzeugen Hypothesen und belegen keine Wirkung.

| Subgruppe | Studie | Befund | Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Nach Varikozelenoperation | [s230, s45, s241, s283, s35, s274, s221] | Effekte der Antioxidantien neben dem der Operation: Placebo-kontrolliert bei Astaxanthin, Melatonin, Vitamin C und E | Operation allein wirkt; Vitamin E nach Operation in [s274] ohne signifikanten Effekt |
| Varikozele ohne Operation | [s121] Ioannidou 2022 | Konzentration WMD +5,86 × 10⁶/mL (1,47 bis 10,24; 213 Patienten), Morphologie nicht signifikant | Evidenz „limited“ |
| Niedriggradige Varikozele | [s139] Takeshima; [s34] Rochdi | Wirkung bei niedrigem Grad (Median 1,21; 0,45 bis 2,47), nicht bei hohem; Nutzen vor allem bei Grad 0 und 1 | Ohne Kontrollgruppe |
| Hoher oxidativer Stress (ORP/sORP) | [s141, s50, s59, s182] | Effekt nur oder stärker bei erhöhtem ORP (zum Beispiel Fragmentierung 34,0 auf 26,1 %) | Post hoc, klein, teils selbst gewählte Einnahme |
| Normale Ausgangswerte von Vitamin E, Zink, Selen | [s163] | Kein Zusammenhang mit Samenparametern oder Schwangerschaft | Sekundäranalyse von MOXI |
| Niedriger Ausgangswert von Motilität und CoQ10 | [s347] | Ansprechen wahrscheinlicher | Einzelstudie |
| Niedriger Ausgangswert bei Oligozoospermie, Konzentration ≤ 20 Mio./ml | [s422] | Subgruppenanalyse im Abstract abgeschnitten | Nicht auswertbar |
| Alter unter 35, BMI unter 25, Varikozele | [s184] | Gesamtmotilität p = 0,0272, progressive p = 0,0159 | Post hoc |
| Genotyp MTHFR 677 TT | [s191] | Besserung nur hier, nicht bei anderen Genotypen | Kleine Untergruppen |
| GSTM1/GSTT1-Deletion | [s143] | Antioxidantientherapie nicht wirksam | Keine Zahlen im Abstract |
| Vitamin-D-Mangel, oligozoosperm | [s233] | Lebendgeburt 35,6 % gegen 18,3 % (1,6 bis 32,9); Inhibin B bei Mangel +49 pg/mL | Explorativ; insgesamt keine Änderung der Samenparameter |
| Idiopathische gegen unerklärte Infertilität | [s182] | Bei unerklärter Infertilität nur progressive Beweglichkeit, ORP, SDF | Unkontrolliert |
| Thalassämie | [s238] | Verstärkte Missbildungsindizes unter L-Carnitin plus NAC | 10 Männer, ohne Kontrolle |
| Rauchen | [s95, s340, s357] | Niedrigeres Seminalzink bei starken Rauchern; Effekte nur bei Slawen, nicht Burjaten | Beobachtung |
| Adipositas | [s245] | Volumen, Zahl, progressive Motilität, B12 niedriger | Querschnitt |
| Zinkversorgung | [s119, s174] | Serumzink ohne Korrelation mit Samenqualität; Zink höher bei Normozoospermie | Querschnitt |
| Subtypen der Metaanalyse | [s28] | Zink, Folsäure, Mehrstoffe: Konzentration; Selen, Carnitin, CoQ10: Motilität; Liponsäure: Morphologie; Vitamin D, E, Omega-3: nichts | Kein Effekt auf Schwangerschaft und Lebendgeburt |

### Tabelle 5: Effekte nach Metaanalysen (Auswahl, Samenparameter)

| Stoff | Metaanalyse | Konzentration | Motilität | Morphologie oder DNA | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| Myo-Inositol | [s52] | nicht berichtet | Gesamt SMD 0,90 (0,34 bis 1,46); progressiv SMD 1,48 (0,37 bis 2,59) | DNA-Fragmentierung SMD -1,37 (-2,43 bis -0,32; I² = 85 %) | Testosteron SMD 0,54 |
| Astaxanthin | [s03] | kein signifikanter Humaneffekt | kein signifikanter Humaneffekt | kein signifikanter Humaneffekt | Tierdaten deutlich positiv |
| NAC | [s178] | MD 3,80 | MD 4,69 | Morphologie MD 1,68 | Drei RCT, 431 Männer |
| Melatonin | keine Metaanalyse | | | | |
| Glutathion | keine Metaanalyse | | | | |
| Magnesium | keine Metaanalyse | | | | |
| Methylgruppen-Donatoren (Klasse) | [s10] | | | DNA-Fragmentation SMD -1,17 (-2,82 bis 0,47) | Intervall schließt null ein |
| CoQ10 | [s19] | MD 10,22 (3,51 bis 16,93) | Gesamt MD 4,95 (1,15 bis 8,75) | | Schwangerschaft OR 6,02 (1,97 bis 18,41) |
| CoQ10 | [s312] | RR 5,33 (4,18 bis 6,47) | RR 4,50 (3,92 bis 5,08) | | Keine Schwangerschaftszunahme |
| Vitamin E und C | [s145] | SMD 0,21 (0,09 bis 0,34) | progressiv SMD 0,38 (0,22 bis 0,55) | Morphologie SMD 0,32 (0,09 bis 0,55) | Schwangerschaft RR 1,86 für Vitamin E |
| Vitamin E | [s140] | SMD 0,04 | SMD 0,20 (nicht signifikant) | | Volumen SMD -0,30 |
| Vitamin D | [s100] | ohne Unterschied | Gesamt MD 4,96; progressiv MD 4,14 | Morphologie MD 0,44 | I² 69 und 89 % |
| Antioxidantien insgesamt, idiopathisch | [s10] | SMD 1,09 (0,10 bis 2,08) | progressiv SMD 1,11; gesamt SMD 0,69 | Normalformen SMD 0,43 | Vorhersageintervalle schließen null ein; I² über 80 % |

Bei Cochrane [s228, s306, s329, s111] sinkt die Lebendgeburt-Odds-Ratio von 4,85 auf 1,43, und nach Ausschluss von Studien mit hohem Verzerrungsrisiko ist sie nicht mehr signifikant (Peto-OR 1,38 und 1,22). Diese Schrumpfung der Effektgröße mit besserer Studienqualität ist ein Befund von allgemeiner Bedeutung für alle Tabellen dieses Abschnitts.

### Reversibilität und Nachwirkung

Was nach Absetzen geschieht, ist in den Studien selten untersucht. Die Befunde im Überblick:

| Frage | Studie | Befund | Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Normalisieren sich Parameter nach Absetzen? | [s396] Melatonin | Bei zwei von acht Gesunden zuvor gesunkene Konzentration und Motilität; sechs Monate nach Absetzen war ein Mann weiter auffällig | n = 8, „preliminary“ |
| Wirkt die Behandlung nach Absetzen fort? | [s21] Elnashar | Besserung in Gruppe A hielt in den folgenden drei Placebomonaten an; Gruppe B besserte sich erst nach dem Wechsel auf das Präparat | Nachwirkung oder zeitliche Entwicklung nicht trennbar; Crossover bei persistierendem Parameter ungeeignet |
| Überkreuzdesigns | [s417] Lenzi (Glutathion), [s414] Kessopoulou (Vitamin E), [s408] Akiyama (Ethylcystein, vier Wochen Auswaschphase), [s396] | Wechsel nach Behandlungsphase | Abstracts nennen Nachwirkung nur selten; Fallzahlen sehr klein |
| Verbleibt ein Effekt ein halbes Jahr nach Behandlung? | [s349] NAC/Selen | 26 Wochen Behandlung, 30 Wochen Nachbeobachtung | Der Abstract berichtet keine Ergebnisse der Nachbeobachtung |
| Langzeit | [s108] CoQ10 | Schwangerschaftsrate nach 18 Monaten Beobachtung 24,2 % | Keine unbehandelte Patientenkontrolle |
| Reversibilität eines Mangels | [s99] Zink | Veränderungen nach vier Wochen normaler Diät weitgehend rückläufig | Maus, Mangeldiät |
| | [s368] gegen [s394] B12 | Eine Arbeit: durch B12-Zufuhr umkehrbar; die andere derselben Gruppe: unter Kontrolldiät nach dem Absetzen unzureichende Erholung | Widerspruch ungeklärt |
| Reversible Wirkung des Stoffes selbst | [s397] Glutathion | 10 mmol/l reduzierte Protamine reversibel, verschlechterte Zonabindung | Maus, Labor |
| Schaden durch Behandlung | [s365] Vitamine, Zink, Selen | Dekondensation +22,8 %; Rückbildung nicht berichtet | Keine Kontrollgruppe im Abstract |
| | [s204] Folsäure, Zink | Fragmentierung nach 6 Monaten +2,4 % (0,5 bis 4,4 %) | Nachverfolgung nicht berichtet |
| Spontanschwankung | [s163], [s22] | Placebo und Verum verbessern sich oder schwanken; Vorher-nachher-Effekte ohne Kontrolle irreführend | Siehe Ioannidou 2025 |

Reversibilität ist damit für die Hauptsubstanzen nicht beurteilbar: Für keinen der sieben Stoffe liegt eine Studie mit definierter Beobachtung nach Absetzen und berichteten Zahlen vor. Wo Hinweise bestehen (Melatonin bei Gesunden, B12- und Zinkmangel im Tier, Elnashar), sind sie klein oder tierexperimentell.

### Zusammenfassende Lesart dieses Abschnitts

1. **Dosis.** Die untersuchten Dosen reichen für Humanstudien zum Beispiel von 6 bis 16 mg Astaxanthin, 600 mg NAC, 3 bis 6 mg Melatonin, 1.500 bis 12.000 µg Methylcobalamin, 3.000 mg Magnesiumorotat, 4.000 mg Myo-Inositol und 600 mg injiziertem Glutathion. Ein höherer Wert war in keinem Humanvergleich zweifelsfrei besser; die einzige Studie mit Hinweis auf eine stärkere Wirkung der höheren Dosis (CoQ10) hat keine Placebogruppe und keinen Test des Dosisunterschieds [s214]; bei B12 war die Wirkung im Vergleich 6 gegen 12 mg gleich [s424], und die Gesamtanalyse gegen Placebo negativ [s422].
2. **Subgruppen.** Konsistent über mehrere Quellen sind nur zwei Muster: Nach Varikozelenoperation sind die Effekte der Operation und der Antioxidantien schwer zu trennen, und die Studien mit hohem Ausgangs-ORP oder erniedrigten Ausgangswerten berichten eher Effekte als solche mit normalen Werten. Beides sind schwache Hinweise und ersetzen keine prospektiv geplante Stratifizierung.
3. **Reversibilität.** Offen.
4. **Offene Punkte für künftige Studien**, wie sie die Autoren der Quellen selbst nennen: größere placebokontrollierte Studien mit Lebendgeburt als Endpunkt [s10, s326], getrennte Prüfung der Einzelsubstanzen statt Mischpräparate [s10], Messung des oxidativen Stresses vorab und Stratifizierung [s213, s57, s20], Berichterstattung der Nachbeobachtung und Sicherheit.

## Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Dieses Kapitel fragt nicht, was ein einzelner Wirkstoff bewirkt (das behandeln die übrigen Kapitel), sondern wo und in welcher Form zu Myo-Inositol, Astaxanthin, N-Acetylcystein, Melatonin, Glutathion, Magnesium, Vitamin B12 und den weiteren Antioxidantien geforscht und veröffentlicht wird. Es beschreibt je Sprachraum die Art der Quellen, die Fachzeitschriften, die Leitlinien und Register, die typischen Studienformen und die Lücken. Drei Vorbemerkungen gelten für alle Abschnitte.

Erstens beruht jede Angabe auf Abstracts beziehungsweise auf abgerufenen Webseitentexten; Volltexte wurden nicht ausgewertet. Zweitens folgt die Zuordnung zu einem Raum teils der Sprache der Veröffentlichung, teils der Institution des Erstautors. Viele Arbeiten chinesischer, japanischer, koreanischer, türkischer oder arabischer Institutionen erscheinen auf Englisch in englischsprachigen Zeitschriften; sie zählen hier zu dem Raum, in dem die Studie entstand, nicht zur Sprache des Abstracts. Die Sprachmarken der Quellenliste sind nicht ausschließlich: Eine Quelle kann mehrere tragen. Von den 428 Quellen der Gesamtstudie tragen 208 die Marke Englisch, 101 Chinesisch, 76 Arabisch, 50 Türkisch, 46 Japanisch, 42 Russisch, 16 Koreanisch, 12 Italienisch, je 6 Spanisch und Französisch, eine Deutsch (daneben je eine Dänisch und Tschechisch); Portugiesisch kommt nicht vor. Die Quellenliste ist ein Auswahlbestand und kein Abbild der Weltliteratur. Drittens enthält das Kapitel keine Therapieempfehlung. Wo Autoren eine Empfehlung aussprechen, ist das als deren Aussage gekennzeichnet. Studienregister (ClinicalTrials.gov, PROSPERO, ChiCTR und andere) wurden nicht durchsucht; Registrierungen werden nur genannt, wo der Abstract sie enthält.

Als grobes Maß für das Gefälle zwischen den Sprachräumen wurde am 5. Oktober 2026 die Trefferzahl der Europe-PMC-Schnittstelle je Sprachfilter abgefragt. Die Abfrage lautete: `(sperm* OR semen OR "male infertility") AND (antioxidant* OR inositol OR astaxanthin OR acetylcysteine OR melatonin OR glutathione OR magnesium OR "vitamin B12" OR cobalamin OR "coenzyme Q10" OR carnitine) AND LANG:` plus Sprachkürzel. Das sind rohe Trefferzahlen, keine Zahlen einschlägiger Studien: Sie zählen auch Tierversuche, Messstudien und Arbeiten, die einen der Begriffe nur am Rande erwähnen, und der Sprachfilter richtet sich nach dem Sprachvermerk des Datensatzes.

| Sprachfilter (Europe PMC) | Treffer am 5.10.2026 |
|---|---|
| Englisch (eng) | 89.753 |
| Chinesisch (chi) | 207 |
| Russisch (rus) | 103 |
| Französisch (fre) | 45 |
| Deutsch (ger) | 44 |
| Japanisch (jpn) | 23 |
| Spanisch (spa) | 18 |
| Italienisch (ita) | 14 |
| Portugiesisch (por) | 2 |
| Türkisch (tur) | 1 |
| Koreanisch (kor) | 0 |
| Arabisch (ara) | 0 |

Die Zahlen zeigen vor allem eines: Außerhalb des Englischen ist die in Europe PMC auffindbare Literatur zu diesem Thema klein, und die Räume mit großer Forschungsleistung (Türkei, Ägypten und die übrigen arabischen Länder, Korea) erscheinen im Sprachfilter fast gar nicht, weil sie auf Englisch publizieren. Der niedrige Wert für Türkisch und Arabisch ist deshalb kein Hinweis auf geringe Forschung, sondern auf die Publikationssprache.

**Gemeinsame Muster.** Über die Räume hinweg wiederholen sich vier Befunde. Erstens sind die sieben namentlich genannten Substanzen außerhalb des Englischen fast nur in Tier-, Labor- und Messstudien vertreten. Interventionsstudien am Mann mit einer Einzelsubstanz fehlen in den nichtenglischen Räumen zu Astaxanthin und Magnesium; zu Myo-Inositol gibt es sie nur im italienischen Umfeld, kombiniert mit Folsäure und als Vorher-nachher-Vergleich [s276], zu Glutathion nur als Injektionsstudie von 1993 [s417]; zu Vitamin B12 gibt es sie nur im japanischen Methylcobalamin-Block [s426, s425, s427, s424, s422], zu NAC in einer türkischen [s348] und zu Melatonin in einer chinesischen randomisierten Studie [s241]. Zweitens dominieren Kombinationspräparate mit Markennamen, in denen sich der Beitrag einzelner Stoffe nicht trennen lässt. Drittens stammen die großen placebokontrollierten Studien aus dem englischsprachigen Raum; nach dem Befund der Teilrecherchen ergänzen die nichtenglischen Arbeiten regionale Präparate, ändern aber die Schlussfolgerungen der englischsprachigen Evidenz nicht. Viertens überwiegen positive Befunde; die wenigen negativen oder unentschiedenen Humanstudien [s255, s274, s203, s142, s238, s337] sind deshalb besonders wichtig, und Publikationsverzerrung ist anzunehmen, wurde aber nicht geprüft.

### Englisch

Die englischsprachige Literatur trägt das Gewicht der Evidenzsynthese. Alle vier Fassungen des Cochrane-Reviews „Antioxidants for male subfertility“ [s329, s306, s228, s111], die Leitlinientexte der Fachgesellschaften und die großen placebokontrollierten Studien mit Lebendgeburt als Endpunkt erschienen auf Englisch. Die Cochrane-Fassungen wuchsen von 34 RCT mit 2.876 Paaren (2011) über 48 RCT mit 4.179 Männern (2014) und 61 Studien mit 6.264 Männern (2019) auf 90 Studien mit 10.303 Männern (2022); der Schätzer für die Lebendgeburt sank dabei von einer Odds Ratio von 4,85 auf 1,43 [s329, s306, s228, s111]. Die Fassungen überlappen in ihren Studien und sind keine unabhängigen Wiederholungen. Die Cochrane Library selbst war nicht nutzbar (Suchseite nur ein Skript-Gerüst, Volltextseite mit Statuscode 412); die Abstracts aller vier Fassungen kamen über Europe PMC.

**Leitlinien und Konsensdokumente.** Die Europäische Gesellschaft für Urologie hält in der Zusammenfassung ihrer Ausgabe 2021 fest, es gebe „insufficient evidence to support the widespread use of other empirical treatments and surgical interventions in clinical practice (such as antioxidants and surgical sperm retrieval in men without azoospermia)“ [s169]. Das abgerufene Kapitel „Male Infertility“ der Ausgabe 2025 nennt die Evidenz zur antioxidativen Therapie „still conflicting“, verweist auf den Cochrane-Review mit 34 RCT und auf die Auswertung mit 61 Studien („The quality of the reported studies is poor“) und stützt sich auf die MOXI-Studie, in der die kumulative Lebendgeburtenrate nach sechs Monaten bei 15 % gegenüber 24 % lag [s20, s29, s205]. Die US-amerikanische Leitlinie AUA/ASRM hält in Statement 45 fest, Patienten seien darüber zu beraten, dass der Nutzen von Supplementen „of questionable clinical utility“ sei und die Daten nicht ausreichten, bestimmte Wirkstoffe zu benennen (Moderate Recommendation; Evidenzgrad B) [s44, s47]. Das ist die Formulierung der Leitlinie, keine Empfehlung dieses Kapitels. Die Webseite der AUA ließ sich auswerten, doch ist aus dem abgerufenen Text nicht eindeutig ablesbar, aus welcher Fassung der Statementtext stammt.

Eine eigene Leitlinie der ESHRE zur männlichen Infertilität ist auf der abgerufenen Leitlinienseite nicht gelistet; vorhanden waren unter anderem „Unexplained infertility 2023“ und „Add-ons 2023“. Die Add-on-Empfehlungen wurden gefunden, aber nicht aufgenommen, weil ihr Abstract keine Aussage zu Antioxidantien für den Mann enthält. Daneben stehen Dokumente, die von einer einzelnen Arbeitsgruppe um Agarwal ausgehen und keine Leitlinien einer Fachgesellschaft sind: die systematische Übersicht mit Leitlinienvorschlag (97 Artikel, davon 52 unkontrollierte offene Studien, 12 unverblindete und 33 verblindete RCT) [s147], das Konzept „Male Oxidative Stress Infertility“ [s213] und die Delphi-Leitlinie des Global Andrology Forum (151 Experten, danach 84 Senior-Ärzte; 14 von 18 Aussagen erreichten Konsens, je sieben mit starkem und schwachem Empfehlungsgrad) [s01]. Dieselbe Autorengruppe steht auch hinter der Metaanalyse von 45 RCT [s69] und einer Übersicht mit 26 positiven Studien [s242]; mehrere Übersichten ohne Effektgrößen im Abstract stammen damit aus einem überlappenden Autorenkreis. Das Konzept [s213] hält selbst fest, aktuelle Behandlungsprotokolle bei oxidativem Stress, auch mit Antioxidantien, seien „not evidence-based“.

**Große Studien und Kohorten.** Die drei großen placebokontrollierten Studien mit Lebendgeburt als Endpunkt, auf die sich die Leitlinientexte stützen, sind englischsprachig. MOXI lief an neun US-Zentren mit 174 Männern und einem Mehrstoffpräparat [s205]. FAZST schloss in vier US-Zentren 2.370 Männer in Paaren mit geplanter Kinderwunschbehandlung ein (Folsäure plus Zink gegenüber Placebo, sechs Monate; Lebendgeburt 34 % gegenüber 35 %), mit höherer DNA-Fragmentierung und mehr Magen-Darm-Beschwerden im Verumarm [s204]. Die Vitamin-D-Studie aus Dänemark (330 infertile Männer, dreifach verblindet) fand keine Änderung der Samenparameter, aber explorative Hinweise in einer Untergruppe [s233]. Keine der drei untersucht eine der sieben namentlich genannten Substanzen: Zu Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Melatonin, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 gibt es im englischsprachigen Bestand keine vergleichbare Großstudie. Es gibt die doppelblinde Astaxanthin-Studie an 30 Männern [s378], eine zweite an 80 Männern ohne Effekt [s194], die NAC-Studie an 468 Männern gemeinsam mit Selen [s349] und die Magnesium-Pilotstudie an 20 Männern [s393]; Einzelheiten stehen in den Kapiteln zu den Wirkstoffen.

**Fachzeitschriften und Formen.** Die Quellen erscheinen in einem überschaubaren Kreis: Cochrane Database of Systematic Reviews, Fertility and Sterility, JAMA, The World Journal of Men's Health, Andrology, Andrologia, Nutrients, Antioxidants, Frontiers in Endocrinology, Clinical and Experimental Reproductive Medicine. Typisch sind Metaanalysen, die Antioxidantien als Klasse zusammenfassen und dadurch einzelne Substanzen verdecken. Mehrere Studien prüfen benannte Handelspräparate (AstaCarox [s378], Sinopol [s235], Spermotrend [s22]); im Cochrane-Review von 2014 nannten von 15 Studien mit Finanzierungsangabe vier kommerzielle Quellen, bei 33 fehlte die Angabe [s306]. Marktanalysen aus Italien bewerteten 21 und 24 Präparate und stuften 2021 nur 3 (12,5 %) als hoch wirksam ein; die Einstufung beruht auf einer eigenen Bewertungsformel [s160, s185]. Kritisch äußerte sich auch ein dänischsprachiger Kommentar zum Cochrane-Review (Publikationsverzerrung sei nicht auszuschließen) [s326].

**Erreichbarkeit.** Europe PMC und die NCBI-E-utilities waren vollständig nutzbar, ebenso die Leitlinienkapitel von AUA und EAU. Die PubMed-Webseite war laut Auftrag nicht zu nutzen; einzelne Testabrufe lieferten dennoch den Statuscode 200 beziehungsweise 203, wurden aber nicht ausgewertet.

### Deutsch

Deutschsprachige Primärliteratur zu diesem Thema ist in der Quellenliste praktisch nicht vorhanden. Eine einzige Quelle trägt die Sprachmarke Deutsch: der Überblick von Nieschlag in der Zeitschrift Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz [s313]. In PubMed liegt dazu nur die in eckige Klammern gesetzte englische Übersetzung des Titels vor („[Male infertility: recent developments]“); der deutsche Originaltitel wurde nicht abgerufen und wird hier nicht ergänzt. Der Abstract hält fest, dass „most empirical treatments have been demonstrated to be ineffective“, nennt als Beispiele Eingriffe bei Varikozele und beschreibt den Rauchstopp als Präventionsmaßnahme. Antioxidantien nennt der abgerufene Abstract nicht. Die Quelle ist damit ein Hinweis auf die Haltung eines deutschsprachigen Überblicks zu empirischen Therapien, keine Auswertung der hier interessierenden Wirkstoffe.

Die Suche mit deutschen Begriffen lieferte kaum mehr: „Antioxidantien männliche Infertilität Spermien“ ergab zwei Treffer, „Myo-Inositol Spermien“ einen. Ein weiterer Treffer unter dem Titel „Antioxidantien und Subfertilität beim Mann“ (2023, PubMed-ID 37725155) hatte in Europe PMC keinen Abstract und wurde deshalb nicht ausgewertet. Der Sprachfilter Deutsch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 44 rohe Treffer; welche davon einschlägig sind, wurde nicht einzeln geprüft. Aufgenommen wurde aus der deutschsprachigen Suche nur der Überblick [s313]. Eigene Kohorten, Register oder Interventionsstudien zu den sieben Hauptsubstanzen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz sind in der Quellenliste nicht enthalten; das ist ein Befund über den Bestand und kein Beleg dafür, dass es sie nicht gibt.

Zu Leitlinien: Das Leitlinienregister der AWMF ließ sich ohne Skriptausführung nicht abfragen; die Seite lieferte den Statuscode 200, aber nur die Hülle einer Webanwendung ohne Ergebnisse im HTML. Ob eine deutsche S-Leitlinie zu Antioxidantien bei männlicher Infertilität besteht, konnte deshalb weder bestätigt noch ausgeschlossen werden; aus den Europe-PMC-Treffern ging keine hervor. Zugänglich waren die englischsprachigen Leitlinientexte (EAU [s20], AUA/ASRM [s44]), die im Abschnitt Englisch behandelt sind; ob sie in der deutschen Versorgung die maßgebliche Grundlage bilden, wurde nicht geprüft.

### Französisch

Die französische Literatur der Quellenliste besteht aus einer Leitlinie, einer Übersicht, zwei Dissertationen und einer Studie mit französischer Marke. Die gemeinsamen Empfehlungen der Association Française d'Urologie und der Société d'Andrologie de Langue Française (AFU/SALF) in der Zeitschrift Progrès en urologie betreffen die Abklärung, nicht die Behandlung [s162]: systematische Anamnese, körperliche Untersuchung, zwei Spermiogramme nach WHO-Vorgaben bei Auffälligkeit des ersten, Hodensonografie; die PubMed-Suche reichte bis 1. Januar 2020, die Evidenzgrade folgen der französischen Gesundheitsbehörde (HAS 2013). Zu Antioxidantien trifft der abgerufene Abstract keine Aussage. Für die Behandlung ist die Übersicht von Methorst und Mitarbeitern in derselben Zeitschrift einschlägig (Titel in der Quellenliste, dort abgeschnitten: „Medical treatments for male infertilit…“; deutsch: Medizinische Behandlungen der männlichen Infertilität) [s93]. Nach ihrem Abstract scheint die Antioxidantiengabe bestimmte Spermiogrammparameter zu verbessern und einen Einfluss auf Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten zu haben; die Literatursuche bezog englischsprachige Arbeiten bis Mai 2023 ein. Die Literaturbasis auch dieser französischsprachigen Übersicht ist damit englischsprachig.

Eigenständiger sind zwei Dissertationen im Archiv HAL, von denen nur die Zusammenfassungen abgerufen wurden. Die Arbeit von Moazamian (2024) berichtet aus Tierversuchen, dass die unangemessene Anwendung gängiger wasserlöslicher antioxidativer Mikronährstoffe die genetische Integrität von Spermien beeinträchtigen und Schwangerschaftsergebnisse verschlechtern kann, „even at doses previously considered safe“, während dieselben Stoffe bei Mäusen unter oxidativem Stress nützlich sein konnten; zentral ist das Konzept des Redoxgleichgewichts samt reduktivem Stress [s57]. Die Dissertation von Lahimer (2023; Titel in der Quellenliste, dort abgeschnitten: „Impact des pesticides et du traitement anti oxydant sur le génome, l’épi génome des gamètes et les résultats de la fécondation in vitro chez des couples consultant pour infertilit…“; deutsch: Einfluss von Pestiziden und antioxidativer Behandlung auf Genom und Epigenom der Gameten und auf die Ergebnisse der In-vitro-Fertilisation bei Paaren in Kinderwunschbehandlung) verbindet Pestizidexposition und höheres väterliches Alter mit Spermien-DNA-Fragmentierung und beschreibt eine doppelblinde Studie in der assistierten Reproduktion mit L-Carnitin plus Mikronährstoffen über drei Monate, mit besserer Motilität, geringerer Fragmentierung und höherer Schwangerschaftsrate gegenüber Placebo; Zahlen nennt die Zusammenfassung nicht [s87]. Eine Studie gleichen Namens und ähnlichen Designs (263 Teilnehmer, Tunesien) steht im Abschnitt Arabisch [s88]; ob es sich um dieselbe Studie handelt, geht aus den Abstracts nicht hervor.

Mit französischer Marke versehen ist außerdem eine multizentrische Vorher-nachher-Studie, die für die Gesamtstudie wichtig ist, weil sie einen möglichen Schaden beschreibt: Eine 90-tägige Gabe von Antioxidantienvitaminen mit Zink und Selen senkte die DNA-Fragmentierung um 19,1 % (P < 0,0004), erhöhte aber zugleich die Spermiendekondensation um 22,8 % (P < 0,0009); die Autoren führen das auf das Öffnen von Disulfidbrücken in Protaminen durch Vitamin C zurück, was eine Hypothese ist, und nennen es einen möglichen Grund für widersprüchliche Ergebnisse [s365]. Der Abstract nennt keine Kontrollgruppe.

Die direkten HAL-Suchen bestätigen die Dünne des Bestands: „antioxydants spermatozoïdes“ ergab sechs Treffer, „mélatonine spermatozoïdes“ drei (alle zu Nutztieren), „inositol sperme“ und „N-acétylcystéine sperme“ keinen; „astaxanthine“ ergab 30 Treffer, keiner zur männlichen Fertilität. Das Portal Cairn war nicht abfragbar (Statuscode 403, Aufforderung, JavaScript zu aktivieren und Werbeblocker zu deaktivieren). Der Sprachfilter Französisch in Europe PMC lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 45 rohe Treffer. Die frankophone Welt reicht über Frankreich hinaus: Studien aus Tunesien, Marokko und Algerien erscheinen auf Englisch und sind im Abschnitt Arabisch eingeordnet.

### Italienisch

Die italienische Andrologie ist in der Quellenliste verhältnismäßig stark vertreten, überwiegend mit englischsprachigen Veröffentlichungen. Die Schwerpunkte sind Carnitine, Myo-Inositol und Mehrstoffpräparate. Auf Italienisch erschienen vier der zwölf Quellen: die Übersicht von Gulino (2014) in der Zeitschrift Urologia (Titel in der Quellenliste abgeschnitten: „Male infertility: non-surgical therap…“; deutsch: Männliche Infertilität: nichtchirurgische Therapie) [s300], die randomisierte Studie von Morgante und Mitarbeitern (2010) in Minerva Urologica e Nefrologica mit 180 Männern, die Carnitin, Acetylcarnitin, L-Arginin und Ginseng erhielten oder unbehandelt blieben, mit besserer progressiver Motilität und besserem Sexualzufriedenheits-Index in der Behandlungsgruppe [s341], die Studie von Gambera (2007) in Minerva Ginecologica an 20 Männern mit Leukozytospermie, die Beta-Glucan, fermentierte Papaya, Laktoferrin sowie Vitamin C und E erhielten, mit weniger Leukozyten und besserer Motilität und Morphologie, ohne Kontrollgruppe [s363], und die randomisierte Vergleichsstudie von Vicari (2001) im Archivio italiano di urologia an 90 Männern mit bakterieller oder abakterieller Prostato-Vesikulo-Epididymitis, die nach Antibiotika drei Monate Carnitine erhielten; der Abstract bricht nach den ersten Teilgruppen ab [s404]. Alle vier sind klein oder methodisch begrenzt, und keine betrifft eine der sieben Hauptsubstanzen.

Für die Hauptsubstanz Myo-Inositol stammen mehrere der wenigen Humanstudien der Quellenliste aus dem italienischsprachigen Umfeld (Sprachmarke Italienisch). Gulino (2016) gab 62 Männern im IVF-Zyklus zwei Monate lang täglich 4.000 mg Myo-Inositol und 400 µg Folsäure; die Konzentration stieg bei Oligoasthenozoospermie, die Motilität in keiner Gruppe [s276]. Canepa (2018) berichtet aus mehreren Zentren über 143 subfertile Männer (100 schlossen ab) unter einem Kombinationspräparat aus Myo-Inositol, Alpha-Liponsäure, Folsäure, Betain und Vitaminen über 90 Tage, ohne Kontrollgruppe [s235]. Artini (2017) inkubierte Samenproben in vitro mit Myo-Inositol [s253]; Condorelli (2017) schlägt in einer narrativen Übersicht einen klinischen Algorithmus für Asthenozoospermie vor [s256]. Zusammen mit der Metaanalyse von 16 Studien (Ghaemi 2024 [s52]) ergibt das ein Bild aus kleinen, überwiegend unkontrollierten Studien; eine große placebokontrollierte Studie fehlt.

Weitere italienische Beiträge, auf Englisch publiziert, betreffen Wirkstoffe außerhalb der Hauptsubstanzen oder Glutathion: die post-hoc-Analyse einer doppelblinden placebokontrollierten Studie mit Carnitinen und Mikronährstoffen an 104 Männern, deren Wirkung vor allem bei Varikozele, unter 35 Jahren und bei einem Körpermasseindex unter 25 sichtbar wurde (eine Hypothese, kein Beleg) [s184]; die Studie von Balercia (2009) mit 200 mg Coenzym Q10 täglich über sechs Monate bei 60 Männern [s347]; die Glutathion-Studie von Lenzi (1993), eine Überkreuzstudie mit intramuskulären Injektionen an 20 Männern [s417]; und der Nachweis niedriger Aktivität der Phospholipid-Hydroperoxid-Glutathionperoxidase in Spermien von 75 infertilen Männern gegenüber 37 Kontrollen [s395]. Besondere Erwähnung verdienen die beiden Marktanalysen von Garolla (2020 und 2021) zu 21 beziehungsweise 24 in Italien vermarkteten Präparaten: Zink war mit 70 % der Produkte der häufigste Inhaltsstoff, und 2021 galten 12 Präparate (50,0 %) als ohne erwartete Wirksamkeit [s185, s160]. Die Einstufung folgt einer eigenen Bewertungsformel der Autoren.

Zur Erreichbarkeit: Die Startseite der Società Italiana di Andrologia (siaonline.it) war erreichbar, aber nicht durchsuchbar; Empfehlungen der Gesellschaft zu Antioxidantien ließen sich daher nicht auswerten. Der Sprachfilter Italienisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 14 rohe Treffer.

### Portugiesisch

Zum Portugiesischen liegt keine Quelle vor. In der Quellenliste fehlt die Sprachmarke Portugiesisch völlig; eine portugiesischsprachige Humanstudie zum Thema wurde nicht gefunden. Die Europe-PMC-Abfrage mit dem Sprachfilter Portugiesisch ergab in der Recherche 22 Treffer, von denen keiner einschlägig war; die für dieses Kapitel gesondert abgefragte breite Suche (siehe Einleitung) ergab zwei Treffer, die ebenfalls nicht passen: eine kardiometabolische Stellungnahme zur Gesundheit der Frau (PubMed-ID 41294176) und eine Arbeit über Marker des oxidativen Stresses bei Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom in der assistierten Reproduktion (PubMed-ID 20512258). Beide stehen nicht in der Quellenliste, weil sie die Spermienqualität nicht betreffen.

Die brasilianische Seite ist nur indirekt sichtbar. Die Studie von Cyrus und Mitarbeitern zu Vitamin C bei 115 Männern nach Varikozelenoperation erschien auf Englisch im International Braz J Urol (der DOI-Präfix 10.1590 entspricht dem von SciELO); der Abstract nennt keinen Studienort [s283]. Die Portale, die portugiesischsprachige Literatur bündeln, waren nicht nutzbar: SciELO blockierte die Suche mit einer Schutzabfrage (Statuscode 403, beim zweiten Versuch 502), und das Suchportal von LILACS (BVS) lieferte den Statuscode 403, während die Hauptseite erreichbar war. Aus beiden wurden keine Datensätze direkt abgerufen; Arbeiten aus Zeitschriften, die in MEDLINE erfasst sind, kamen über Europe PMC und PubMed. Das Fehlen portugiesischer Studien im Bestand ist darum nur begrenzt aussagekräftig: Es zeigt, dass im MEDLINE-Bestand nichts zu den Wirkstoffen auftaucht, nicht, dass in Brasilien oder Portugal nichts geforscht wurde.

### Spanisch

Die spanischsprachige Literatur der Quellenliste umfasst sechs Quellen und stammt zum Teil aus Dialnet, dem spanischen Portal für regionale Zeitschriften. Dialnet war erreichbar und lieferte Titel und Zusammenfassungen. Drei Quellen sind Humanstudien aus Spanien und Kuba. Robaina Castillo (2017, Universidad Médica Pinareña, Kuba) verglich bei 68 Männern mit idiopathischer Infertilität (Stichprobe aus 112) vier Monate lang den Pflanzenextrakt Vimang® (dreimal täglich; laut Abstract mit nachgewiesen antioxidativen Eigenschaften) mit einer einmaligen Vitamintherapie und berichtet deutliche Besserungen, besonders bei Konzentration und Vitalität, ohne dass der Abstract Zahlen nennt [s265]. Martín Adrados (2023, Toko-ginecología práctica) wertete retrospektiv 35 Männer aus, die neben Lebensstilhinweisen Zink, Selen und Coenzym Q über etwa sieben Wochen erhielten: Der Anteil für eine Insemination geeigneter Spermiogramme stieg von 20 % auf 37,1 % (p = 0,03), von den Einzelparametern war nur der Anteil unbeweglicher Spermien signifikant verändert (minus 8,7 %; p = 0,025); die Autoren fordern größere randomisierte Studien [s92]. Adoamnei (2019, Revista internacional de andrología) fand in einer Querschnittsstudie an 209 Studenten in Murcia eine inverse Beziehung der Eisenaufnahme mit Spermienkonzentration und progressiver Motilität und sonst keine Zusammenhänge der Spurenelementzufuhr mit der Samenqualität [s212].

Die Revista internacional de andrología ist die einzige spanischsprachige Fachzeitschrift der Liste mit mehreren Treffern. Dort erschien auch die Metaanalyse von sieben RCT zu L-Carnitin und N-Acetylcystein in der Monotherapie [s27]; der Dialnet-Eintrag weist dieselbe Arbeit mit spanischer Zusammenfassung als Zweitnachweis nach [s27], er ist keine weitere Studie. Mit der Marke Spanisch versehen sind außerdem zwei englischsprachige Studien: die randomisierte placebokontrollierte Studie zu 400 mg Vitamin E bei 101 Paaren unter IVF, in der die Lebendgeburt je Transfer unter Vitamin E 17 von 41 (41,46 %) gegenüber 9 von 44 (20,46 %) betrug, während Befruchtungsrate und Morphologie unter Placebo besser waren [s196], und die Interventionsstudie zu 6 mg Melatonin täglich, die nach 45 Tagen höhere Melatoninwerte, höhere antioxidative Kapazität in Urin und Samenplasma und geringeren oxidativen Schaden der Spermien-DNA berichtet; das Design (Kontrollgruppe, Verblindung) geht aus dem abgerufenen Text nicht hervor [s296].

Die Dialnet-Suchen nach „inositol espermatozoides“, „vitamina B12 esperma“ und „magnesio esperma“ blieben ohne Treffer; viele Treffer betrafen Nutztiere (Schaf, Ziege, Eber, Hengst). Der Sprachfilter Spanisch in Europe PMC lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 18 rohe Treffer. Zu den sieben Hauptsubstanzen enthält der spanischsprachige Bestand damit nur eine Studie zu Melatonin und, indirekt, die gemeinsame Metaanalyse zu NAC [s27].

### Chinesisch

Der chinesische Raum liefert nach dem Englischen die größte Menge an Quellen (101 mit der Marke Chinesisch). Von den 165 Quellen der Teilrecherche zu China, Japan und Korea stammen nach Erstautor-Affiliation 98 aus Festlandchina, 45 aus Japan, 16 aus Südkorea, 3 aus Taiwan, 2 von internationalen Gremien beziehungsweise aus den USA (als Kontext) und 1 aus Vietnam mit japanischer Koautorschaft. Nach Veröffentlichungssprache sind 119 englisch, 29 chinesisch und 17 japanisch; die 29 chinesischsprachigen Datensätze sind PubMed-Einträge chinesischer Zeitschriften mit englischem Abstract, 25 davon aus einer einzigen Zeitschrift, der Zhonghua Nan Ke Xue (National Journal of Andrology). Das ist der erreichbare Teil der chinesischen Primärliteratur. Bei diesen Einträgen liefert PubMed nur eine in eckige Klammern gesetzte englische Übersetzung des Titels; der Originaltitel in Hanzi wurde nicht abgerufen und wird hier nicht ergänzt. Beispiel: „[L-carnitine combined with coenzyme Q10 for idiopathic oligoasthenozoospermia: A double-blind randomized controlled trial]“ (deutsch: L-Carnitin kombiniert mit Coenzym Q10 bei idiopathischer Oligoasthenozoospermie: doppelblinde randomisierte Studie) [s237]. Nach Studienform zählt die Teilrecherche 61 Tier- oder Tierzellstudien, 22 randomisierte Studien (einschließlich zweier Protokolle und einer Cross-over-Studie zur Ejakulationsfunktion), 19 Querschnittsstudien, 18 Metaanalysen, 16 klinische Beobachtungs- oder Kohortenstudien, 14 In-vitro-Studien mit humanen Spermien oder Zellen, 9 Übersichten, 3 Fall-Kontroll-Studien, 2 Leitlinien (die beiden internationalen Dokumente [s147, s01], nicht aus China) und eine Mendelsche Randomisierung; diese Verteilung gilt für alle drei ostasiatischen Räume zusammen.

**Metaanalysen.** Alle 18 als Metaanalyse geführten Quellen stammen von chinesischen Gruppen, aber nur wenige durchsuchten chinesische Datenbanken. Ausdrücklich genannt werden CNKI, Wanfang, VIP und CBM bei einer Metaanalyse von 14 RCT mit 1.488 Patienten zu Vitaminen kombiniert mit traditioneller chinesischer Medizin (TCM) [s209], CBMdisc bei der Metaanalyse von elf RCT mit 832 Patienten zu Vitamin E und C [s145] sowie CNKI und CBM bei drei RCT mit 133 Teilnehmern zu Alpha-Liponsäure [s113]. Die übrigen beruhen überwiegend auf PubMed, Embase und Cochrane, sodass die in CNKI und Wanfang liegende chinesischsprachige Primärliteratur nur über diese drei Arbeiten indirekt erfasst ist; ihre Studien wurden hier nicht einzeln gelesen. Inhaltlich reichen die Metaanalysen von Carnitinen (neun RCT; Schwangerschaftsrate OR 4,10) [s369] und NAC (drei RCT, 431 Männer) [s178] über Netzwerkanalysen mit 18 RCT und 1.790 Männern [s138] beziehungsweise 23 RCT und 1.917 Patienten [s126] bis zu einer Auswertung von 101 Publikationen mit 11.889 Männern [s14], deren Autoren eine definitive Empfehlung ablehnen. Die Metaanalyse zu Vitamin E und C und die zu Vitamin E allein kommen für dieselbe Substanz zu unterschiedlichen Bewertungen [s145, s140]; das Ergebnis hängt von Einschlusskriterien und Endpunkten ab. Eine Mendelsche Randomisierung mit 680 infertilen Männern und 72.799 Kontrollen europäischer Herkunft fand keinen kausalen Zusammenhang zwischen genetisch bestimmter antioxidativer Kapazität und männlicher Infertilität, bildet aber die Zufuhr als Supplement nicht ab [s40].

**Typisches Studiendesign.** Auffällig ist der aktive Vergleichsarm: Statt Placebo erhalten die Kontrollgruppen sehr häufig Vitamin E oder Vitamin E plus C [s382, s345, s248, s127, s324, s266, s297]. Das erschwert die Deutung, denn der Vergleichsstoff ist selbst Gegenstand der Metaanalysen mit uneinheitlichem Ergebnis. Eine echte Placebokontrolle findet sich in den gefundenen chinesischen Studien nur bei Cheng (2018; Vitamin B1 als Placebo, vier Arme, 262 Männer; Kombination aus L-Carnitin und Coenzym Q10 mit einer klinischen Schwangerschaftsrate von laut Abstract 30,0 % gegenüber 6,8 %) [s237], bei Lu (2018; Melatonin nach Varikozelenoperation, 54 Männer) [s241] und bei der Folsäurestudie an Männern mit MTHFR-Polymorphismen [s191]. Typisch sind drei Monate Behandlungsdauer, Vorher-nachher-Angaben mit Mittelwert und Standardabweichung und eine Schwangerschaftsrate als sekundärer Endpunkt mit kleinen Fallzahlen; Verblindung und Randomisierungsverfahren sind in den Abstracts der Zhonghua Nan Ke Xue meist nicht beschrieben. Ein Beispiel ist die kontrollierte Studie von Li (2005) mit 150 Männern, in der L-Carnitin plus Acetyl-L-Carnitin gegen Vitamin E plus C verglichen wurde und Schwangerschaften bei 11,6 % gegenüber 3,7 % der Partnerinnen auftraten [s382]. Regionale Besonderheiten sind TCM-Rezepturen in Kombination mit Antioxidantien (Xuanju-Kapsel [s324], Gujing-Maisiha-Tabletten [s266], Jujing-Dekokt mit Liponsäure [s115]) und Präparate mit Markennamen wie „Menglankang“, eine L-Carnitin-Astaxanthin-Kombination, die bei 73 Männern mit Oligozoospermie und 220 mit Asthenozoospermie ohne Kontrollgruppe einen Rückgang des DNA-Fragmentationsindex von 25,87 % auf 16,48 % beziehungsweise von 26,40 % auf 15,32 % zeigte [s167]. Eine Studie prüfte eine ungewöhnliche Anwendungsform: Samenproben wurden mit L-Carnitin und Coenzym Q10 versetzt und mit einem Hilfsgerät in die Scheide der Partnerin eingebracht; die Schwangerschaftsrate betrug in der Kombinationsgruppe 57,1 % gegenüber 30,3 % bei oraler Kombination (registriert als ChiCTR2000040349; das mögliche Interesse der Autoren am Hilfsmittel ist im Abstract nicht ausgewiesen) [s117].

**Die sieben Hauptsubstanzen.** Zu Myo-Inositol liegt aus China (wie aus Japan und Korea) keine Interventionsstudie am Menschen mit Spermienparametern vor; einziger humaner Bezug ist eine Netzwerk-Metaanalyse bei Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom (20 RCT, 1.827 Patientinnen), die für die Spermienqualität nichts aussagt [s55]. Zu Astaxanthin gibt es neben der erwähnten Kombination [s167] Tierversuche, vor allem an Hähnen und Ebern, die nutztierwissenschaftlich motiviert sind [s159, s116, s68, s120]. Zu NAC erscheint der Stoff in Metaanalysen und in Tierversuchen [s178, s176, s27], nicht in einer chinesischen Humanstudie. Zu Melatonin gibt es die Studie von Lu [s241], die Messung im Seminalplasma von 18 fertilen und 99 infertilen Männern ohne signifikanten Unterschied [s385] und mehrere In-vitro-Arbeiten an humanen Spermien [s384, s177, s257, s38]. Zu Glutathion und Selen gibt es Messstudien: niedrigeres Serumglutathion und Selenoprotein P bei 147 Männern mit Asthenozoospermie gegenüber 151 gesunden [s39], eine Methodenstudie zum Seminalplasma [s16] und die Auswertung von 5.617 Messungen bei 1.159 gesunden Spendern, in der höheres Seminalplasma-Selen mit höherer Spermienkonzentration zusammenhing [s77]. Zu Magnesium liegt nur die Querschnittsstudie an 515 Männern in Sandu County (Provinz Guizhou) vor [s278]. Zu Vitamin B12 liegen aus China ausschließlich Messstudien vor [s399, s245]. Eine eigene Interventionsstudie mit Einzelsubstanz gibt es damit nur in Ansätzen für Melatonin; die meisten klinischen Studien gelten Carnitinen, Coenzym Q10, Vitamin E, Liponsäure und TCM.

**Große Messstudien und Genetik.** China liefert die größten Beobachtungsdatensätze: 1.715 Männer in einer Querschnittsstudie zur diätetischen antioxidativen Kapazität, die nur einen inversen Zusammenhang mit dem Ejakulatvolumen fand [s82], die erwähnten 1.159 Spender [s77], 825 Männer mit Metallbelastung [s98] und 900 Männer mit Varikozele, bei denen Vitamin C, Vitamin E, Zink und Selen aus der Nahrung mit besseren Samenparametern zusammenhingen [s05]. In allen vier ist die Ernährung oder Supplementierung nur indirekt erfasst. Eine Studie aus Guizhou berichtet, dass die Antioxidantientherapie (Vitamin C, Vitamin E, Coenzym Q10) bei Männern mit GSTM1- und GSTT1-Deletion nicht wirksam war; der Abstract nennt keine Zahlen [s143]. Das ist ein Hinweis auf eine genetisch bedingte Nichtansprechbarkeit, aber nicht mehr.

**Register und Erreichbarkeit.** Chinesische Studien sind teilweise im Chinese Clinical Trial Registry geführt (ChiCTR2000040349 [s117], ChiCTR2100054958 für ein Protokoll zu Liponsäure bei Varikozele ohne Ergebnisse [s144]); ein Metaanalyse-Protokoll zu Coenzym Q10 ist bei PROSPERO registriert (CRD42022293340) [s105]. CNKI war nur über die Startseite erreichbar (die Suchadresse lieferte keine Verbindung, Statuscode 000); bei Wanfang lieferte die Suchseite den Statuscode 200, eine auswertbare Trefferliste ließ sich daraus nicht gewinnen. Der Sprachfilter Chinesisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 207 rohe Treffer. Die chinesische Literatur war deshalb nur indirekt über Metaanalysen und über die in PubMed indizierten Zeitschriften erreichbar, vor allem Zhonghua Nan Ke Xue und Wei Sheng Yan Jiu (Journal of Hygiene Research). Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.

**Taiwan.** Drei Quellen (die Einordnung unter Chinesisch dient nur der Gruppierung nach Schriftsprache und ist nicht politisch gemeint): eine Querschnittsstudie zu Seminal-Malondialdehyd bei 20 Männern mit Normozoospermie und 31 mit Oligoasthenospermie [s373] und zwei Mausstudien zu Coenzym Q10 [s173, s168].

### Japanisch

Japan hat in der Literatur ein historisch eigenständiges Feld, das es sonst nirgends gibt: Methylcobalamin (Mecobalamin), in Japan als Arzneimittel verfügbar, wurde zwischen 1984 und 1992 klinisch bei Oligozoospermie geprüft. Die Serien sind auf Japanisch in japanischen Fachzeitschriften erschienen (Hinyokika Kiyo, Acta urologica Japonica; Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi) und liegen nur als englische Abstracts beziehungsweise Titelübersetzungen vor. Die Auswahl der Quellen: Isoyama (1984) behandelte 26 Männer ohne Azoospermie 4 bis 24 Wochen mit 1.500 µg täglich; elf besserten sich nach den eigenen Kriterien der Autoren (42,3 %), elf blieben unverändert, vier verschlechterten sich (15,4 %) [s427]. Okada (1986; japanischer Originaltitel „乏精子症患者に対するメチルコバラミン (CH3-B12) の臨床的検…“, in der Quellenliste abgeschnitten; deutsch: Klinische Untersuchung von Methylcobalamin bei Patienten mit Oligozoospermie) gab 62 Männern 3.000 µg täglich über drei Monate; es traten Schwangerschaften bei fünf von 62 Partnerinnen auf, eine Kontrollgruppe fehlte [s426]. Isoyama (1986) verglich Methylcobalamin, Clomifen und die Kombination in drei Gruppen mit Besserungsraten von 60,0 % (24 von 40), 71,4 % (25 von 35) und 66,7 % (8 von 12); die Gruppenbildung wird im Abstract nicht als randomisiert beschrieben [s425]. Moriyama (1987) fand bei 6 und 12 mg täglich über 16 Wochen Wirkungsraten von 37,5 % und 39,1 % ohne Placebogruppe [s424].

Die größte Studie dieses Blocks, die doppelblinde Vergleichsstudie von Kumamoto (1988) an 25 Zentren, schloss 375 auswertbare Männer ein (6.000 µg täglich, n = 125; 1.500 µg, n = 124; Placebo, n = 126; je 12 Wochen) und fand in der Gesamtanalyse keine signifikanten Unterschiede der Wirksamkeit bei Spermienzahl oder Motilität; das Ergebnis der anschließenden Subgruppenanalyse bei Ausgangskonzentration von höchstens 20 Mio./ml ist im Abstract abgeschnitten [s422]. Daneben stehen Tierversuche mit Mecobalamin [s420, s418, s423, s419], unter deren Affiliationen sich das Forschungslabor eines Pharmaunternehmens findet (Eisai, [s423]); wie die Studien finanziert waren, geht aus den Abstracts nicht hervor. Ein ebenfalls japanischer Forschungsstrang betrifft den B12-Mangel im Tiermodell [s391, s368, s394, s407, s360]: Bei Rattenmüttern und Nachkommen mit B12-defizienter Diät hatten bei Mangel nur in der unreifen Phase 14,4 % der Spermien kein Flagellum und 4,8 % ein verkürztes [s391]. Zwei Arbeiten derselben Gruppe kommen zu gegensätzlichen Ergebnissen zur Umkehrbarkeit (die englischsprachige von 2007 berichtet Umkehrbarkeit durch B12-Zufuhr [s368], die japanischsprachige von 2003 eine unzureichende Erholung [s394]); die Abstracts lösen diesen Widerspruch nicht auf. Das ist methodisch ein altes Feld ohne einheitlichen Endpunkt; Aussagen auf Menschen sind aus den Mangeldiäten nicht ohne Weiteres übertragbar.

**Neuere klinische Studien.** Mehrere neuere japanische Arbeiten stratifizieren nach dem Oxidations-Reduktions-Potential im Sperma (ORP): Yamasaki (2022) randomisierte 84 Patienten auf eine Antioxidantienkombination oder Methylcobalamin (67 beendeten); nur bei erhöhtem ORP stieg unter beiden die Konzentration, insgesamt änderte sich außer der Konzentration unter Methylcobalamin kein Parameter [s141]. Enatsu (2024; japanische Fassung in der Zeitschrift der Japanischen Urologischen Gesellschaft) berichtet an 35 Männern unter einem Coenzym-Q10-Präparat über einen Rückgang der DNA-Fragmentierung von 31,6 % auf 25,3 % ohne Kontrollgruppe [s50]; Ogawa (2024) fand bei selbstgewählter Einnahme eines Mikronährstoffpräparats Effekte bei Männern mit hohem ORP [s59]. Terai (2020) randomisierte 31 Männer auf eine Kombination mit Astaxanthin, die auch L-Carnitin, Zink, Coenzym Q10 und B12 enthielt, oder auf ein Kampo-Mittel; die Gesamtzahl motiler Spermien stieg in der Supplementgruppe [s207]. Tsounapi (2018) prüfte an 217 Männern Mikronährstoffe, L-Carnitin und Avanafil [s250]. Das entspricht dem international diskutierten Konzept, Antioxidantien nur bei nachgewiesenem oxidativem Stress zu prüfen; alle diese Studien sind klein oder nicht kontrolliert. Kampo-Rezepturen werden selbst als „antioxidativ“ geprüft: Sairei-to bei 47 Männern ohne Normozoospermie und 16 normozoospermen Männern (Serumhormone und SOD-Aktivität blieben unverändert, was die Deutung als antioxidative Wirkung erschwert) [s390] sowie Keishibukuryogan mit Tocopherolnicotinat bei 119 Männern mit Varikozele [s139]. Für NAC liegt nur eine Humanstudie mit dem verwandten Ethylcystein an zehn Männern im Cross-over vor, die keine Besserung von Dichte und Motilität, aber eine Senkung reaktiver Sauerstoffspezies zeigte [s408]; zu Myo-Inositol gibt es aus Japan keine Humanstudie. Beim Zink fanden zwei große Querschnittsstudien (217 und 2.010 Männer) keine Korrelation des Serumzinks mit Spermienparametern; in der größeren hatten 53,2 % normales Zink, 42,0 % einen subklinischen Mangel, 3,9 % einen Mangel und 0,9 % hohes Zink [s174, s119]. Ein Tagungsabstract von 2025 (岩井; Originaltitel „日本人男性における精液中の必須・有害元素と精子の質との関…“, in der Quellenliste abgeschnitten; deutsch: Zusammenhang zwischen essentiellen und toxischen Elementen im Sperma und der Spermienqualität bei japanischen Männern) untersuchte 17 Elemente im Sperma von 372 gesunden Männern und trennte per Clusteranalyse eine Gruppe (14 %) mit besseren Spermienwerten und höheren Konzentrationen essentieller Elemente, darunter Magnesium [s41]. Eine frühe Laborarbeit von 1982 (Hoshi) fand, dass menschliche Spermien in calcium- und magnesiumfreiem Medium keine Hamstereizellen penetrierten und dass Magnesium in calciumfreiem Medium Calcium teilweise ersetzen konnte [s428].

**Zeitschriften und Tierstudien.** Japanischsprachige Quellen erscheinen in der Zeitschrift der Japanischen Urologischen Gesellschaft [s408, s50], in Hinyokika Kiyo [s425, s427, s424, s422], in tierwissenschaftlichen Zeitschriften (Nihon Yoton Gakkaishi: Astaxanthin im Eberfutter im Sommer, drei Kontrolltiere und vier Tiere ohne Effekt auf die meisten Parameter vor der Lagerung [s271]; NAC in der Auftaulösung für Ebersperma [s316]) und in Zeitschriften der Vitamin- und Spurenelementforschung [s351, s394, s407, s360]. Von den 46 Quellen mit der Marke Japanisch (die Teilrecherche zählt 45 nach Erstautor-Affiliation) sind rund 25 Tier- und In-vitro-Studien (japanisch- wie englischsprachig), vor allem zu Glutathion in Kryokonservierung und IVF bei Rind, Maus und Hund [s330, s397, s293, s243, s132, s123, s351]. Eine humane In-vitro-Arbeit setzte Restproben von 71 Infertilitätspatienten Glutathion zu und fand veränderte Geschwindigkeitsparameter bei unveränderter Motilität [s76]. Eine B12-Studie bei retrograder Ejakulation (26 Männer, Cross-over; antegrade Ejakulation bei 80 % unter Amoxapin gegenüber 16 % unter B12) betrifft die Ejakulationsfunktion und nicht die Spermienqualität [s261].

**Erreichbarkeit.** Für Japan waren J-STAGE und CiNii nutzbar. Bei J-STAGE lieferte die Programmierschnittstelle Titel und Autoren, der Abstract war über ein Meta-Feld der Artikelseite abrufbar; mit 16 japanischen Suchbegriffen ergaben sich 523 Treffer, von denen 104 einen Sperma- oder Hodenbezug hatten und acht mit nutzbarem Abstract aufgenommen wurden. CiNii Research lieferte Trefferlisten und bibliographische Datensätze, aber keine Abstracts; ein einschlägiger Datensatz (Taniguchi, Iwamoto und Mitarbeiter 2010, Vitamin E, Vitamin C und Glutathion bei Oligo- und Asthenozoospermie) enthielt nur Titel und Schlagwörter und ist deshalb keine Quelle. Eine ältere Arbeit (Oshio 1992, PubMed-ID 1297720) wurde ausgeschlossen, weil der Datensatz keinen Abstract enthielt. Der Sprachfilter Japanisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung 23 rohe Treffer. Die japanischsprachige Literatur ist damit unvollständig erfasst. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.

### Koreanisch

Die koreanische Literatur der Quellenliste (16 Quellen) ist fast ausschließlich tiermedizinisch oder zellbiologisch; eine koreanische Interventionsstudie am Menschen mit Spermienparametern wurde nicht gefunden. Von den 16 Quellen sind 13 Tier- oder Tierzellstudien, zwei In-vitro-Studien mit humanen Spermien und eine Übersicht. Koreanischsprachige Zeitschriftenartikel wurden nicht gefunden; alle 16 Quellen tragen neben der Marke Koreanisch die Marke Englisch. Die Schwerpunkte folgen den Forschungsgruppen: Myo-Inositol in der Kryokonservierung und Flüssiglagerung von Eber- und Hundesperma (Jeonbuk National University, Chungnam National University) [s07, s83, s96, s224], Astaxanthin bei Minischwein und Hund [s240, s199], Melatonin und NAC in Toxizitätsmodellen an Ratten und Mäusen (Chonnam National University, Pusan National University) [s86, s321, s302], Curcumin und β-Carotin bei Hitzestress (Chungbuk National University) [s290, s279] und Ginseng-Extrakte bei alten Ratten (Konkuk University) [s309, s288, s262].

Die zwei Humanstudien sind Laborarbeiten: Yun (2013, Seoul National University) fand an Spermien von sechs fertilen Männern, dass 1 mM Taurin die günstigste Konzentration war und dass Taurin zusammen mit Cystein und Glutathion den Motilitätsverlust während 24 Stunden In-vitro-Inkubation synergistisch verminderte [s315]. Chi (2008, Mizmedi Hospital, Seoul) zeigte, dass EDTA und Katalase im Präparationsmedium die Menge reaktiver Sauerstoffspezies auf 196 bis 312 relative Lichteinheiten gegenüber 604 in der Kontrolle senkten [s353]. Zum Myo-Inositol fasst eine Übersicht derselben veterinärmedizinischen Gruppe zusammen, dass die Wirkung dosis- und stadienabhängig sei und der Stoff eher als „Redox- und Stoffwechselmodulator“ denn als klassisches Antioxidans wirke, vor allem aus Schweinemodellen [s07]; die optimale Konzentration unterscheidet sich zwischen den Arbeiten (0,5 bis 2 mg/ml) und Tierarten. Für die Frage, ob die Einnahme beim Mann wirkt, tragen diese Arbeiten nichts bei.

Zur Erreichbarkeit: Koreanische Suchbegriffe (zum Beispiel für Spermien und Antioxidantien oder Melatonin) ergaben in Europe PMC keinen Treffer; der Sprachfilter Koreanisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung null Treffer. Das spricht dafür, dass koreanischsprachige Zeitschriftenartikel dort und in PubMed so gut wie nicht indiziert sind. Ob sie in KCI, KoreaMed oder DBpia stehen, konnte nicht geprüft werden: KCI war nur über die Startseite erreichbar (die versuchte Suchadresse lieferte den Statuscode 404), KoreaMed lieferte auf die Suchanfrage „0 results“, vermutlich weil die Suche per Skript läuft, und DBpia war nicht erreichbar (Statuscode 000). Insbesondere könnte es koreanischsprachige klinische Studien zu Antioxidantien geben, die hier nicht auffindbar waren. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.

### Russisch

Die russischsprachige Literatur (42 Quellen mit der Marke Russisch, aus Russland und der Ukraine) besteht überwiegend aus Studien zu Fertigpräparaten und ist zu großen Teilen in einer einzigen Fachzeitschrift konzentriert: „Urologiia“ (Moskau). Die Präparate tragen Markennamen: SpermActin (Acetyl-L-Carnitin, L-Carnitinfumarat, Alpha-Liponsäure), Speroton, Androdoz, BESTFertil, Superlymph und Prostatilen. Einzelsubstanzstudien zu Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Magnesium oder Glutathion fehlen in diesem Fund; Glutathion und Vitamin B12 kommen nur als Bestandteil von Komplexen oder als Messgröße vor. Im Index erscheinen die russischen Artikel mit einer in eckige Klammern gesetzten englischen Titelübersetzung; die russischen Originale konnten nicht eingesehen werden, und in den Abstracts fehlen teilweise vollständige Zahlen wie p-Werte. Die Zuordnung der ukrainischen Arbeiten [s193, s183, s303, s270] zum russischsprachigen Raum ist eine Festlegung der Recherche und kein Befund der Studien.

**Klinische Studien.** Methodisch häufig sind offene oder halboffene Designs, kleine Gruppen, ungleiche Gruppengrößen (20 gegen 60 bei Gamidov 2019 [s216]; 60 gegen 20 bei Popova 2019 [s223]), selten Placebo und Endpunkte mit Surrogatcharakter; Schwangerschaftsdaten stammen meist aus Befragungen. Die Studie von Gamidov (2017) an 114 Männern nach Varikozelenoperation verglich drei Gruppen zu je 38 offen (SpermActin forte, dasselbe mit Vitaminkomplex, keine Zusatztherapie): Unter SpermActin forte stieg die Kategorie-A-Beweglichkeit um 76,7 %, die DNA-Fragmentierung sank um 22,3 % [s260]. Bei Gamidov (2019) bleibt unklar, ob die Studie doppelblind oder offen war: Der Titel nennt „doppelblind“, der Methodenteil „open-label“; berichtet werden ein Rückgang freier Sauerstoffradikale um 86 % und 13 Schwangerschaften gegenüber einer in der Placebogruppe, ohne Signifikanzangabe für die Schwangerschaftsraten [s216]. Der Titel lautet in der Übersetzung des Index: „[Double-blind, randomized placebo-controlled study of efficiency and safety of complex acetyl-L-carnitine, L-carnitine f…]“ (deutsch: Doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie zu Wirksamkeit und Sicherheit des Komplexes aus Acetyl-L-Carnitin, L-Carnitinfumarat und …; in der Quellenliste abgeschnitten). Ein klarer negativer Befund steht bei Bozhedomov (2017): In einer randomisierten Studie an 173 Männern brachten zusätzliche Carnitine zu Clomifen und einem Vitamin-Spurenelement-Komplex einen Effekt auf die Konzentration, aber keine Verbesserung von Morphologie, progressiver Beweglichkeit und Schwangerschaftsrate [s255]. Die methodisch stärkste Studie des Raums ist die ukrainische von Kopets (2020, Lemberg): randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert, acht Zentren, 83 Männer, Kombinationspräparat mit L-Carnitin, L-Arginin, Glutathion, Coenzym Q10, Zink, Vitamin B9, Vitamin B12 und Selen über sechs Monate; nach vier Monaten hatten 29 von 42 Männern (69,0 %) ein normales Spermiogramm gegenüber 9 von 41 (22,0 %) unter Placebo (P < 0,001), Spontanschwangerschaften 10 von 42 (23,8 %) gegenüber 2 von 41 (4,9 %; P = 0,017) [s193]. Glutathion und B12 lassen sich darin nicht einzeln beurteilen. Weitere Präparatestudien betreffen Speroton (60 Männer [s239], 30 Männer ohne Placebo [s259], 113 Paare [s292], 102 Männer mit metabolischem Syndrom [s58]), Androdoz (32 Männer retrospektiv [s94]), DHA (109 Männer, doppelblind, placebokontrolliert, Zahlen im Abstract nicht genannt [s229]), Selen (Nikolaev 1999, ohne Zahlen im Abstract, kontrolliert mit Fertilen statt mit Placebo [s409]) und L-Carnitin (23 % Schwangerschaften bei 60 Männern ohne Kontrollgruppe [s319]). Zwei Arbeiten aus Irkutsk untersuchen nicht näher benannte Antioxidantienkomplexe nach COVID-19, gemessen im Blutplasma statt im Ejakulat [s125, s54]. Bei einer Studie an 98 Männern mit chronischer abakterieller Prostatitis, die den Zinkzusatz isoliert prüfte, beträgt die Therapie nur zehn Tage [s134].

**Zink, Rauchen, Region, Ethnie.** Eine häufige Fragestellung ist Zink als Marker: In Nowosibirsk fand eine bevölkerungsbasierte Studie an 626 jungen Männern (Median 22,5 Jahre) einen Seminalzinkwert (Median 1.571,8 µmol/l) weit über dem im Serum (23,6 µmol/l) und positive Korrelationen mit Gesamtzahl, Konzentration, progressiver Beweglichkeit und Normalformen (Spearman 0,183 bis 0,286; jeweils p < 0,001) [s170]. Eine Folgestudie an 1.222 Männern, davon 450 Raucher, fand die Effekte starken Rauchens (geringere Samenqualität, niedrigeres Zink, mehr DNA-Fragmentierung) nur bei Slawen (n = 654), nicht bei Burjaten (n = 191); bei Jakuten (n = 125) fand sich ein mäßiger Testosteronabfall [s95]. Die Autoren vermuten eine unterschiedliche Aktivität des seminalen Antioxidanssystems, ohne dass das geprüft wäre. Die Ethnie-Befunde sind eine Besonderheit, die in der westlichen Literatur selten erscheint und nur beschreibend belegt ist. Eine Querschnittsstudie aus Irkutsk, Ulan-Ude und Nowosibirsk beschreibt regionale Unterschiede bei Spermienzahl und α-Tocopherol (Wohnort und Ökologie als Erklärung der Autoren, kein Kausalbeleg) [s277]. Vitamin B12 im Seminalplasma war in Rjasan bei Männern mit chronischer Prostatitis und Asthenozoospermie 3,6-fach, bei Varikozele und Asthenozoospermie 4,4-fach niedriger als in der Kontrollgruppe, ohne Fallzahl im Abstract [s122].

**Genetik des Glutathionsystems.** Die Glutathion-S-Transferase-Gene sind ein eigener Forschungsstrang: GSTT1 (203 infertile und 227 fertile Männer in Kursk; der Nichtdeletions-Genotyp war stark mit idiopathischer Infertilität und Asthenozoospermie verbunden) [s342], GSTP1 [s165, s195] und Folatstoffwechselgene (275 Männer mit idiopathischer Infertilität gegen 349 Kontrollen in Nowosibirsk; nach Bonferroni-Korrektur kein Polymorphismus signifikant) [s308]. Alle diese Studien zeigen Assoziationen und sagen nichts über die Wirksamkeit von Supplementen.

**Übersichten und Experimente.** Mehrere russische Übersichten stammen aus dem Umfeld der Präparate: eine zur Teratozoospermie [s258], eine zur Rolle von Antioxidantien mit Hinweis auf mögliche Komplikationen und die Notwendigkeit, oxidativen Stress labordiagnostisch zu sichern [s186], zwei von Korneyev, von denen die jüngere russische Studien zu BESTFertil zusammenfasst und wegen des Produktbezugs in ihrer Sichtweise eingeschränkt ist [s124, s25], eine zu Zink [s171], eine zu Melatonin (bis zu 80 % infertiler Männer hätten erhöhte reaktive Sauerstoffspezies; klinische Studien stünden aus) [s31] und eine zu Lipidperoxidation [s166]. Die früheste Übersicht (1994) behandelt Vitamine und Spermienstoffwechsel [s416]. Experimentell sind Rattenmodelle [s234], Kaninchenversuche nach Bestrahlung und im Varikozelenmodell [s303, s09], ein In-vitro-Versuch zur physiologischen Rolle geringer Mengen reaktiver Sauerstoffspezies [s285] und die einzige Astaxanthin-Arbeit des Raums, die an Lymphozyten von vier Freiwilligen nach Gammabestrahlung keinen Effekt auf Chromosomenaberrationen fand und keine Spermien betrifft [s270].

**Erreichbarkeit.** CyberLeninka lieferte auf die Suchseite den Statuscode 200, die robots.txt untersagt aber automatisierte Abfragen von /search und /api; nach einer einzelnen Testabfrage wurden keine weiteren Suchanfragen gestellt und keine Treffer übernommen. Abfragen bei eLIBRARY.ru wurden umgeleitet („Object moved“); Suchergebnisse waren nicht erreichbar. Alle russischsprachigen Quellen der Liste stammen deshalb aus dem MEDLINE-Bestand; russische Dissertationen und Regionalzeitschriften fehlen. Der Sprachfilter Russisch in Europe PMC lieferte in der Recherche 121 Datensätze mit Spermien- oder Antioxidantienbezug bei grober Suche, bei der breiten Abfrage der Einleitung 103 rohe Treffer. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.

### Arabisch

Im arabischen Raum (76 Quellen mit der Marke Arabisch) erscheinen im Index fast ausschließlich englischsprachige Arbeiten arabischer Institutionen. Arabischsprachige PubMed-Titel zu diesem Thema gibt es praktisch nicht: Europe PMC enthielt einen einzigen Datensatz mit der Sprachkennung Arabisch zu Sperma oder Infertilität, arabische Suchbegriffe blieben ohne Treffer, und der Sprachfilter Arabisch lieferte bei der breiten Abfrage der Einleitung null Treffer. Die Sprachmarke der Quellenliste bezeichnet hier also die Herkunft der Institution, nicht die Sprache der Veröffentlichung. Dominant sind Ägypten (Kairo, Sohag, Qena, Zagazig), der Irak (Babylon, Bagdad, Hilla), Saudi-Arabien, Jordanien, Kuwait, Katar, Tunesien, Marokko, Algerien, Libyen, der Libanon und Gaza.

**Studienserie aus Babylon.** Die dichteste Einzelsubstanzliteratur des Raums stammt von einer Gruppe: Alahmar prüfte Coenzym Q10 in zwei Dosen (200 und 400 mg; 35 und 30 Männer, Konzentration stieg von 8,22 auf 12,53 beziehungsweise von 7,58 auf 12,33 Mio./ml; keine Placebogruppe) [s214], bei 50 Männern mit idiopathischer Oligo-Astheno-Teratozoospermie gegen 50 Fertile [s151], bei 65 Patienten gegen 40 Fertile [s148], gegen Selen bei 70 Patienten [s150], in der Dosis 300 mg bei 50 Patienten [s107] und gegen ein Multivitaminpräparat bei 130 Männern, wobei Konzentration und Beweglichkeit unter dem Multivitaminpräparat stärker stiegen [s109]; eine Nachbeobachtung von 178 Männern und 84 Fertilen ergab Schwangerschaftsraten von 24,2 % gegenüber 95,2 %, ohne dass daraus ein Wirksamkeitsbeleg folgt [s108]. Auch Selen 200 µg über sechs Monate (65 Männer, 50 Fertile) wurde geprüft [s70]. Alle Arbeiten stammen vom selben Erstautor und derselben Patientenpopulation der Region; es sind keine unabhängigen Wiederholungen, und eine Mehrfachzählung von Teilnehmern lässt sich aus den Abstracts nicht ausschließen. Dasselbe gilt für die Studien aus Oujda (Marokko): 420 Männer mit SP-Power-Tabletten ohne Kontrollgruppe, mit auf 19,01 Mio./ml steigender Konzentration nach sechs Monaten [s62], und die Folgeauswertung bei Varikozele [s34]. Auch die Gruppe um Mostafa in Kairo trägt mehrere Messstudien bei.

**Randomisierte Studien aus Ägypten, Tunesien und dem Maghreb.** Higazy (2026, Kairo) prüfte in einer doppelblinden placebokontrollierten Studie an 200 Männern Coenzym Q10, L-Carnitin, beide und Placebo (174 beendeten); unter Mono- und Kombinationstherapie besserten sich alle Samenparameter und die DNA-Fragmentierung, unter Placebo nicht, Zahlen nennt der Abstract nicht [s06]. Elnashar (2025, Kairo) führte eine doppelblinde placebokontrollierte Cross-over-Studie an 100 Patienten durch; auffällig ist, dass die Besserung in der zuerst behandelten Gruppe in den folgenden Placebomonaten anhielt, was sich als Nachwirkung oder zeitliche Entwicklung deuten lässt [s21]. Lahimer (2023, Sousse, Tunesien) schloss 263 Teilnehmer ein (131 Behandlung, 132 Placebo; drei Monate L-Carnitin plus Mikronährstoffe, danach IVF/ICSI); DNA-Fragmentierung (p = 0,01), Beweglichkeit (p = 0,02), klinische Schwangerschaft (p = 0,01) und Lebendgeburt (p = 0,031) besserten sich [s88]. Das ist die einzige doppelblinde randomisierte Studie dieses Funds mit Lebendgeburtenendpunkt innerhalb der drei Räume Russisch, Arabisch und Türkisch. Die Region liefert zudem die einzige Metaanalyse aus diesen drei Räumen: Melhem (2026, Jordanien) wertete 41 RCT mit 3.615 Männern mit idiopathischer Infertilität aus; Antioxidantien waren mit höherer Konzentration (SMD 1,09), progressiver Beweglichkeit (SMD 1,11), Gesamtbeweglichkeit (SMD 0,69) und Normalformen (SMD 0,43) verbunden, aber die Vorhersageintervalle schlossen für alle vier Endpunkte den Nullwert ein, die Heterogenität lag über 80 %, die Sicherheit der Evidenz wurde als sehr niedrig eingestuft (PROSPERO CRD420261289976) [s10]. Antioxidantien sind darin als Klasse zusammengefasst; einzelne Substanzen sind im Abstract nicht getrennt.

**Die sieben Hauptsubstanzen im arabischen Raum.** Myo-Inositol: Die einzige Humanstudie der drei Räume Russisch, Arabisch und Türkisch ist eine In-vitro-Arbeit aus Sohag (Saleh 2018, Ejakulate von 41 infertilen Männern): Die Kryoüberlebensrate der Beweglichkeit lag mit Inositol bei 40 % gegenüber 30 % (p = 0,041), bei den 26 Proben mit auffälligen Ausgangswerten bei 38 % gegenüber 23 % (p = 0,031); es ist ein gepaartes Laborexperiment mit einer Konzentration ohne Aussage zur Einnahme [s247]. Dazu kommt eine Nanoemulsion im Hengstsperma [s08]. NAC: nur Tier- und Frauenstudien [s42, s172, s337]; eine Pilotstudie an zehn Männern mit Beta-Thalassämie major, die L-Carnitin plus NAC erhielten, zeigte steigende Missbildungsindizes (1,90 auf 2,46), was die Autoren gegen den Einsatz bei Thalassämie deuten; zehn Patienten, keine Kontrollgruppe, Eisenüberladung als besondere Ausgangslage, ein Warnsignal und mehr nicht [s238]. Astaxanthin: nur eine Studie an Büffelbullen, in der Chitosan-Nanopartikel stärker wirkten als freies Astaxanthin und die Schwangerschaftsrate um 24,28 % gegenüber der Kontrolle stieg [s13]. Melatonin: Messstudien (niedrigere Spiegel in Serum und Samen bei Infertilität, in Kairo bei 120 Männern; nach nächtlicher Lichtexposition in Qena) [s371, s187], ein Laborversuch an aufgetauten Humanspermien (ROS minus 12 %, Fragmentierungsindex minus 11 %) [s17] und viele Tierversuche [s106, s135, s04, s197, s157, s110, s61]; eine randomisierte Studie mit eingenommenem Melatonin bei Männern wurde nicht gefunden. Glutathion: Messgröße (niedrigeres reduziertes Glutathion bei Teratozoospermie in Monastir [s181], Zusammenhang mit Vitamin-B6-Mangel in Jordanien [s46]), Bestandteil eines Mediums [s84] und Tierversuche. Magnesium: ausschließlich Messstudien (niedrigeres Seminalmagnesium bei Infertilen in Bagdad bei 78 infertilen und 41 fertilen Männern, bei Varikozele in Gizeh, in Riad) [s333, s154, s153, s403]; ein Magnesium-Supplement wurde nicht untersucht. Vitamin B12: Übersicht [s254], Folat-Cobalamin-Studie aus Batna (Algerien), in der Serumfolat mit progressiver Beweglichkeit und mit dem DNA-Fragmentationsindex korrelierte und die Autoren zu Vorsicht bei Folatpräparaten mahnen; der Cobalamin-Befund steht nicht im Abstract [s75].

**Besonderheiten.** Die Region ist von Varikozele-Studien geprägt (Operation gegen Antioxidantien [s158, s12], Marker nach Operation [s154, s402]), von Studien zu Spurenelementen und Rauchen (Kuwait, Saudi-Arabien, Ägypten [s415, s357, s374]) und von traditionellen Stoffen: In den Trefferlisten, die nicht in die Quellenliste aufgenommen wurden, fielen viele Tierstudien zu Schwarzkümmel, Honig, Propolis, Gelée Royale und Pflanzenextrakten auf. Auffällig ist der hohe Anteil von Nanoformulierungen in Veterinärstudien aus Ägypten und Saudi-Arabien [s08, s13]. Registrierungen finden sich vereinzelt (NCT05847257 bei [s79], NCT03361618 bei [s180]). Mehrere Übersichten aus Katar, Ägypten, dem Libanon und Saudi-Arabien fassen die Datenlage zusammen und nennen sie uneinheitlich (zum Beispiel 112 ausgewertete Arbeiten aus der Region Östliches Mittelmeer [s36]; Dosierung, Kombination, Dauer und Patientengruppen unklar [s63]).

**Erreichbarkeit.** Die Arab World Research Source (EBSCO) leitet die Suche auf eine Anmeldeseite um, ebenso die ergänzend getestete Datenbank Mandumah (Startseite erreichbar, Suche nur mit Anmeldung). Arabischsprachige Zeitschriften sind deshalb nicht erfasst; die Abwesenheit solcher Studien im Bestand bedeutet nicht, dass es sie nicht gibt. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.

### Türkisch

Die türkische Literatur (50 Quellen mit der Marke Türkisch) umfasst beides: einige klinische Studien am Menschen und eine sehr große Zahl von Tierversuchen an Ratte, Maus, Widder, Bulle und Fisch, oft mit Melatonin, Vitamin C und E, Carnitinen, Lycopen oder Pflanzenextrakten. Die Auswahl ist ein Ausschnitt; die Literatur aus der Türkei zu diesem Thema ist deutlich größer, als hier abgebildet ist. Die türkischen Veterinärfakultäten (Elazığ, Konya, Ankara, Aydın, Harran) bilden ein eigenes Forschungsumfeld mit standardisierten Modellen (Cisplatin, Ischämie und Reperfusion, Bisphenol A, Strahlung); die Befunde sind überwiegend positiv, aber Schadstoffmodelle am Tier sind für die Frage nach der Spermienqualität beim gesunden oder subfertilen Mann nur begrenzt übertragbar.

**Klinische Studien.** Zu NAC liegt eine randomisierte placebokontrollierte Studie vor (Ciftci 2009, Harran-Universität, Şanlıurfa; 120 Männer, 600 mg täglich über drei Monate): Volumen, Beweglichkeit und Viskosität besserten sich, Spermienzahl und Morphologie nicht; der oxidative Status wurde im Plasma statt im Ejakulat gemessen [s348]. Nach Varikozelenoperation prüften drei Studien Antioxidantien: Vitamin E bei 45 Männern über zwölf Monate ohne signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (Ankara) [s274]; orale Antioxidantien bei 90 Patienten (62 gegen 28; Izmir) mit einer klinischen Schwangerschaftsrate von 29 % gegenüber 17,9 % (p = 0,029), bei stark ungleichen Gruppen und unklarer Zusammensetzung [s221]; und 48 subfertile Männer (Samsun; Registrierung NCT06042738), bei denen DNA-Fragmentierung (p = 0,003) und Histon-Protamin-Verhältnis (p < 0,001) in der Behandlungsgruppe sanken, ohne Placebo und mit im Abstract nicht genannter Zusammensetzung [s64]. Ein Präparat mit Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 (Mersin; 100 Männer, sechs Monate) veränderte die Gesamtzahl beweglicher Spermien nicht signifikant, wohl aber FSH, LH und Testosteron gegenüber dem Ausgangswert [s203]; zwei Antioxidantienkombinationen (Diyarbakır; 122 Männer) unterschieden sich nach sechs Monaten nicht, beide ohne Placebo- oder Nullgruppe [s142]. Bemerkenswert sind diese negativen oder unentschiedenen Humanstudien [s274, s203, s142]. Ein neues Spermienwaschmedium mit Serotonin, L-Carnitin und Coenzym Q10 senkte bei 98 Freiwilligen Apoptose, Nekrose und ROS; es ist eine Präparationsstudie in vitro, keine Einnahmestudie [s49].

**Messstudien.** Die Türkei trägt viele Messstudien zu oxidativem Stress bei: Thiol-Disulfid-Gleichgewicht [s129], antioxidative Kapazität und Zink im Seminalplasma [s388], Carnitin im Seminalplasma (65 Infertile gegenüber 14 Fertile) [s386], Selen und Coenzym Q10 [s298], Kupfer und Eisen [s372], Carnitinprofile [s72], Malondialdehyd, Proteincarbonyle und Nitrotyrosin [s310], Sialinsäure [s128] und Vitamin D bei Infertilen [s244, s118, s23]. Zu Magnesium stammt die älteste Studie des Fundes aus Erzurum (1988): Seminalmagnesium 11,9 ± 3,0 mg/100 ml bei 37 Fertilen gegenüber 6,9 ± 2,1 bei 45 Infertilen; die Autoren sehen es als Kriterium der Prostatafunktion, der Abstract nennt keinen p-Wert [s421]. Zu Glutathion beobachtete eine Studie an 34 Medizinstudenten vor und nach den Abschlussprüfungen niedrigeres Glutathion im Seminalplasma, niedrigeren Beweglichkeitsindex und mehr abnorme Formen während des Prüfungsstresses [s380]; das ist eine Assoziation mit psychischer Belastung, keine Wirkung einer Glutathiongabe.

**In-vitro-Studien und Tierversuche.** Zu Astaxanthin gibt es einen Gefrierversuch an Proben von 30 normozoospermen Männern (Bolu; 0, 50, 100 und 500 µM; kleinster Beweglichkeitsverlust bei 100 µM, ohne Zahlenwerte im Abstract; keine Aussage zur Einnahme) [s112] und eine Rattenstudie unter Bisphenol A, in der die Oxidationsmarker im Blut nicht signifikant verändert wurden [s02]. Zu Myo-Inositol gibt es nur eine Studie an Fischsperma [s155]. Zu Melatonin liegt eine Reihe von Rattenstudien vor: Varikozele (30 Ratten, Elazığ) [s389], Homocystein [s367], Cisplatin [s370], Hodentorsion [s339, s320], Diabetes [s355], Radiojod, wobei Melatonin nicht alle Parameter besserte [s236], und Hochfrequenzstrahlung [s97]; dazu Widder und Ziegen [s401, s48] und Fischsperma [s198]. Zu NAC gibt es eine Rattenstudie nach Hodentorsion [s334], zu Glutathion zwei Tierstudien [s74, s344]. Zu Coenzym Q10, Carnitinen, Folsäure und den Vitaminen C und E liegen weitere Rattenstudien vor [s217, s11, s311, s362, s218, s350]. Eine Übersicht zu Dattelpalmen-Produkten zeigt, dass türkische Autoren DergiPark, Ulakbim und Akademik Dizin durchsuchen [s249].

**Übersichten.** Mehrere türkische Übersichten bewerten die Lage zurückhaltend: Wegen schwacher, kleiner Studien fehle für die meisten Nahrungsergänzungen wissenschaftliche Stützung, auch wenn die Literatur einen günstigen Effekt von Antioxidantien beim Mann nahelege [s307]; weitere behandeln die medikamentöse Behandlung der idiopathischen Infertilität [s299] und Carnitine [s379].

**Erreichbarkeit.** Die türkischsprachige Literatur (DergiPark, TR Dizin) ist in PubMed und Europe PMC kaum abgebildet: Es fanden sich nur sieben türkischsprachige Datensätze zu Sperma oder Samen, keiner zu Antioxidantien; bei der breiten Abfrage der Einleitung ergab der Sprachfilter Türkisch einen einzigen Treffer, einen Tierversuch zu Carnitin bei Hodentorsion (2009; PubMed-ID 20037868), der nicht in der Quellenliste steht. DergiPark leitete die Suche auf eine Verifizierungsseite um; bei TR Dizin war die Startseite erreichbar (Statuscode 200), die Suchseite lieferte nur das Gerüst einer Webanwendung, und die Such-Schnittstelle antwortete mit einem JSON-Syntaxfehler. Die türkischen Hochschulzeitschriften fehlen deshalb in der Zusammenstellung. Mit türkischen Begriffen ergab die Freitextsuche nur Rauschen aus englischen Wörtern in den Abstracts. Eine Leitlinie einer Fachgesellschaft aus diesem Raum enthält die Quellenliste nicht.

## Widersprüche und ihre mögliche Erklärung

Die Literatur zu Antioxidantien und Nahrungsergänzungsmitteln bei der Spermienqualität widerspricht sich an mehreren Stellen, und zwar nicht nur zwischen einzelnen kleinen Studien, sondern auch zwischen Übersichtsarbeiten, zwischen Übersichten und großen Einzelstudien und zwischen Leitlinien und Autorenvorschlägen. Dieser Abschnitt ordnet die Widersprüche nach der Art des Gegensatzes, nennt jeweils die beteiligten Quellen und prüft danach, welche Erklärungen sich aus den vorliegenden Abstracts und Leitlinientexten belegen lassen und welche nur Vermutungen sind. Alle Zahlen stammen aus den abgerufenen Abstracts oder Leitlinientexten; Volltexte wurden nicht ausgewertet. Aussagen von Autoren sind als solche wiedergegeben und keine Empfehlung dieser Studie.

### Gepoolte Auswertungen gegen große Einzelstudien und Leitlinien

**Der Cochrane-Review verliert von Fassung zu Fassung an Effekt.** Die vier Fassungen des Reviews „Antioxidants for male subfertility“ liegen nacheinander vor. Die Fassung von 2011 [s329] fasste 34 randomisierte Studien mit 2.876 Paaren zusammen und fand für die Lebendgeburt eine gepoolte Odds Ratio (OR) von 4,85 (95 %-Konfidenzintervall 1,92 bis 12,24), gestützt auf nur drei Studien mit 20 Lebendgeburten bei 214 Paaren. Die Fassung von 2014 [s306] (48 Studien, 4.179 Männer) nennt für die Lebendgeburt eine OR von 4,21 (2,08 bis 8,51) aus vier Studien mit 277 Männern und 44 Lebendgeburten; die Qualität der Evidenz stufen die Autoren zwischen „very low“ und „low“ ein. Die Fassung von 2019 [s228] (61 Studien, 6.264 Männer) kommt auf eine OR von 1,79 (1,20 bis 2,67) aus sieben Studien mit 750 Männern, und die jüngste Fassung von 2022 [s111] (90 Studien, 10.303 Männer) auf eine OR von 1,43 (1,07 bis 1,91) aus zwölf Studien mit 1.283 Männern und 246 Lebendgeburten, bewertet als „very low“. Der Schätzer sinkt also von 4,85 über 4,21 und 1,79 auf 1,43. Hinzu kommt, dass beide jüngeren Fassungen eine Sensitivitätsanalyse ohne Studien mit hohem Verzerrungsrisiko vorlegen, und in beiden verschwindet dann der Nachweis: Peto-OR 1,38 (0,89 bis 2,16; fünf Studien, 540 Männer) in [s228] und Peto-OR 1,22 (0,85 bis 1,75; acht Studien, 827 Männer) in [s111]. Die Studienmengen der Fassungen überlappen, die Fassungen sind keine unabhängigen Wiederholungen. Die Abfolge zeigt eher, wie ein anfangs aus wenigen kleinen Studien gewonnener Effekt bei wachsender Datenbasis kleiner wird, als dass sie einen Wirkungsnachweis liefert.

Für die klinische Schwangerschaft bleibt der Befund in den Cochrane-Fassungen nominell signifikant: OR 3,43 (1,92 bis 6,11) in [s306], OR 2,97 (1,91 bis 4,63) in [s228] und OR 1,89 (1,45 bis 2,47) in [s111]. Auch hier sinkt der Schätzer von Fassung zu Fassung. Die dänische Stellungnahme zum Review [s326] widerspricht der Schlussfolgerung zu Lebendgeburt und Schwangerschaft: Publikationsverzerrung sei nicht auszuschließen, die meisten Studien seien auf die Samenqualität als Zielgröße angelegt gewesen, und Typ und Dosis der Antioxidantien ließen sich aus den vielen Kombinationen nicht ableiten.

**Gepoolt positiv gegen groß und streng negativ.** Auf der einen Seite stehen Metaanalysen und Autorenvorschläge mit positivem Tenor. Agarwal und Mitarbeiter [s69] (45 Studien, 4.332 Männer) berichten eine höhere Schwangerschaftsrate bei fehlendem Effekt auf Lebendgeburt und Fehlgeburt (vier Studien) sowie auf die DNA-Fragmentation (drei Studien). Die Zusammenstellung von 97 Artikeln [s147] kommt zu dem Schluss, Antioxidantien verbesserten Spermienparameter; davon waren 52 Studien unkontrollierte offene Studien, zwölf unverblindete und 33 verblindete randomisierte Studien. Die Delphi-Leitlinie des Global Andrology Forum [s01] rät, oxidativen Stress zu dokumentieren und vor Beginn einer Antioxidantientherapie zugrunde liegende Faktoren zu prüfen; von 18 Aussagen erreichten 14 Konsens. Die Metaanalyse von Melhem und Mitarbeitern [s10] (41 randomisierte Studien, 3.615 Männer) fand für Antioxidantien höhere Konzentration (SMD 1,09), progressive Beweglichkeit (SMD 1,11), Gesamtbeweglichkeit (SMD 0,69) und Normalformen (SMD 0,43); allerdings schlossen die Vorhersageintervalle für alle vier Endpunkte den Nullwert ein, die Heterogenität lag über 80 % (I²), und die Autoren stufen die Sicherheit der Evidenz als sehr niedrig ein. Die jüngste umfassende Auswertung [s14] (101 Publikationen, 11.889 Männer) ergab gepoolte SMD von 2,33 für die Konzentration und 1,62 für die Gesamtbeweglichkeit, mit stärkerem Effekt bei Behandlung über mehr als sechs Monate; die Autoren lehnen eine definitive Empfehlung ab.

Auf der anderen Seite stehen die strengste Übersicht und die größten Placebostudien. Michaelsen und Mitarbeiter [s28] schlossen nur Placebostudien mit mindestens zwölf Wochen Behandlung ein (50 Studien aus 3.137 Artikeln) und fanden keinen Effekt auf Schwangerschaft und Lebendgeburt. Einzelne Präparate verbesserten einzelne Parameter (Zink, Folsäure und Mehrstoffpräparate die Konzentration; Selen, Carnitin und Coenzym Q10 die Beweglichkeit; Alpha-Liponsäure die Morphologie), Vitamin D, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren dagegen keinen. Die Mehrzahl der Studien hatte „some concerns“ oder ein hohes Verzerrungsrisiko, die Sicherheit der Evidenz war insgesamt niedrig oder sehr niedrig; die Schlussfolgerung lautet: „no convincing evidence of an effect of any dietary supplements on male infertility“. Die MOXI-Studie [s205] (174 Männer, Mehrstoffpräparat gegen Placebo) fand weder Änderungen der Samenparameter noch der DNA-Fragmentation; die kumulative Lebendgeburtenrate nach sechs Monaten lag bei 15 % unter dem Präparat gegenüber 24 % unter Placebo. Die FAZST-Studie [s204] (2.370 Männer, 5 mg Folsäure plus 30 mg Zink gegen Placebo über sechs Monate) fand 404 Lebendgeburten (34 %) gegenüber 416 (35 %), eine höhere DNA-Fragmentation unter Folsäure und Zink (29,7 % gegenüber 27,2 %) und häufiger Magen-Darm-Beschwerden. Die Leitlinientexte folgen dieser Seite: Die AUA/ASRM-Leitlinie [s44] spricht von „questionable clinical utility“, das EAU-Kapitel [s20] von „still conflicting“ Evidenz, und die EAU-Fassung von 2021 [s169] von „insufficient evidence to support the widespread use of other empirical treatments“ wie Antioxidantien.

Zwei Befunde mildern diesen Gegensatz, ohne ihn aufzuheben. Erstens enthalten die Cochrane-Fassungen und viele Metaanalysen überwiegend Studien mit der Samenqualität als Zielgröße; nur drei von 25 Studien zu Spermienparametern berichteten in [s306] auch Lebendgeburt oder Schwangerschaft. Zweitens sind die Endpunkte nicht dieselben: Parameteränderungen in Metaanalysen und Geburten in großen Studien sind verschiedene Fragen. Eine Verbesserung eines Laborwerts ist weder ein Beleg für noch gegen einen Nutzen für die Geburt. Auch die Populationen unterscheiden sich stark (siehe unten).

### Gleicher Wirkstoff, gegenläufige Befunde

**Vitamin E.** Zwei chinesische Metaanalysen zur selben Substanz kommen zu verschiedenen Bewertungen. Zhou und Mitarbeiter [s145] (elf Studien, 832 Patienten, Evidenzqualität mäßig bis niedrig) fanden eine höhere Schwangerschaftsrate unter Vitamin E (relatives Risiko 1,86; 1,02 bis 3,41) und für die Kombination von Vitamin E und C bessere progressive Beweglichkeit, Konzentration, Morphologie und Gesamtzahl. Wang und Mitarbeiter [s140] (acht Studien, 459 Patienten) fanden ein sinkendes Ejakulatvolumen (SMD −0,30) und eine höhere Gesamtzahl (SMD 0,23), aber keine signifikante Änderung der Konzentration (SMD 0,04), der Gesamtbeweglichkeit (p = 0,061) und der Vorwärtsbeweglichkeit (p = 0,106); nur in der Untergruppe mit sechsmonatiger Behandlung stieg die Vorwärtsbeweglichkeit (SMD 0,80). Michaelsen [s28] sah für Vitamin E keinen Effekt auf Samenparameter. Unter den Einzelstudien steht die randomisierte Studie nach Varikozelenoperation von Ener und Mitarbeitern [s274] (45 Männer, zwölf Monate Vitamin E gegen keine Zusatzbehandlung) ohne signifikanten Unterschied zu irgendeinem Zeitpunkt. Die Studie von Saeedian [s35] (90 Männer nach Varikozelenoperation) zeigt zwar einen größeren Beweglichkeitszuwachs unter Vitamin E (p = 0,03), aber in beiden Gruppen besserten sich die Werte deutlich (p < 0,001): Die Operation allein wirkte bereits. Bei Matorras und Mitarbeitern [s196] (101 Paare unter IVF, 400 mg Vitamin E über drei Monate) lag die Lebendgeburt je Transfer unter Vitamin E bei 17 von 41 (41,46 %) gegenüber 9 von 44 (20,46 %); zugleich war aber die Befruchtungsrate unter Placebo höher und die Morphologie unter Placebo besser, und Schwangerschafts- und Einnistungsraten unterschieden sich nicht. Ein Studienergebnis kann also in sich widersprüchlich sein.

**Astaxanthin.** Die klinischen Arbeiten und die Metaanalyse zeigen kein einheitliches Bild. Comhaire und Mitarbeiter [s378] (30 Männer, 16 mg täglich über drei Monate zusätzlich zur konventionellen Behandlung) fanden sinkende reaktive Sauerstoffspezies und sinkendes Inhibin B und Schwangerschaftsraten von 54,5 % gegenüber 10,5 % in der Placebogruppe (11 gegenüber 19 Männer). Kumalic und Mitarbeiter [s194] (80 Männer, ebenfalls 16 mg täglich über drei Monate, 72 Auswertbare) fanden dagegen keine signifikante Änderung von Gesamtzahl, Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, DNA-Fragmentation oder mitochondrialem Membranpotenzial in der Astaxanthin-Gruppe; in der Placebogruppe stiegen Gesamtzahl und Konzentration signifikant. Ayub Mohammed Salih und Mitarbeiter [s45] (40 Männer nach Varikozelenoperation, 6 mg täglich) berichten höhere Beweglichkeit und höhere Gesamtantioxidantienkapazität, aber keinen Unterschied des oxidativen Gesamtstatus. Die Metaanalyse von Dehpahni [s03] (zehn Studien, drei klinische) fand beim Menschen keine signifikante Verbesserung eines Samenparameters („very limited and low-certainty clinical evidence“), in sieben Tierstudien dagegen klare Verbesserungen; Schwangerschaftsraten gingen nicht ein, die Zahlen von [s378] blieben also außerhalb der Auswertung. Auch im Tierversuch ist das Bild nicht einheitlich: Bei Ratten unter Bisphenol A besserten sich Gewebebefunde, aber die Oxidationsmarker im Blut änderten sich nicht signifikant [s02]; bei Zuchtebern im Sommer fand sich kein Effekt auf Volumen, Konzentration und Beweglichkeit vor der Lagerung, nur nach Flüssiglagerung eine höhere Beweglichkeit [s271]. Die kleinen Fallzahlen erlauben keine Entscheidung zwischen den beiden Placebostudien.

**N-Acetylcystein (NAC).** In der größten Studie, einer Vierarmstudie mit 468 Männern [s349], verbesserten sich unter 600 mg NAC, 200 µg Selen und beiden alle Samenparameter signifikant, die Kombination additiv; der Abstract nennt keine Effektgrößen, und die Studie stammt von einer einzelnen Arbeitsgruppe. Bei Ciftci und Mitarbeitern [s348] (120 Männer, 600 mg über drei Monate gegen Placebo) besserten sich Volumen, Beweglichkeit und Viskosität, nicht aber Spermienzahl und Morphologie. Jannatifar und Mitarbeiter [s220] (50 Männer) sahen Verbesserungen in nahezu allen Parametern, jedoch ohne Parallelkontrollgruppe. In den Metaanalysen [s178, s176] stiegen unter NAC Konzentration, Volumen, Beweglichkeit und Morphologie; sie beruhen für NAC auf nur drei Studien, und beide stammen aus derselben Arbeitsgruppe. Bei Männern mit Beta-Thalassämie major [s238] stieg der Missbildungsindex unter L-Carnitin plus NAC von 1,90 auf 2,46; es sind zehn Männer ohne Kontrollgruppe mit Eisenüberladung als besonderer Ausgangslage, der Befund ist ein Warnsignal und mehr nicht. Eine Frauenstudie vor ICSI wegen männlichen Faktors fand keinen signifikanten Unterschied der Schwangerschaftsrate (52,6 % gegenüber 47,4 %) [s337]; sie betrifft nicht die Spermienqualität.

**Myo-Inositol.** Die Metaanalyse von Ghaemi und Mitarbeitern [s52] (16 Studien) fand eine höhere Gesamtbeweglichkeit (SMD 0,90) und progressive Beweglichkeit (SMD 1,48), ein höheres Testosteron bei Männern mit Oligo-Astheno-Teratozoospermie (SMD 0,54) und weniger Spermien mit DNA-Fragmentation (SMD −1,37); letzteres bei einer Heterogenität von I² = 85 %. Der Abstract nennt die Datenlage selbst „controversial“; die Zahl der Studien je Parameter geht aus ihm nicht hervor. Dagegen steht die Studie von Gulino und Mitarbeitern [s276] (62 Männer, 4.000 mg Myo-Inositol plus 400 µg Folsäure über zwei Monate), in der die Konzentration in der Gruppe mit Oligoasthenozoospermie stieg, die Beweglichkeit aber in keiner Gruppe. Die multizentrische Vorher-nachher-Studie [s235] (143 Männer, Kombinationspräparat) sah Zunahmen in vielen Parametern, ohne Kontrollgruppe und ohne Möglichkeit, den Beitrag des Myo-Inositols zu isolieren. Die Laborbefunde mit Myo-Inositol im Einfriermedium [s247, s253] betreffen eine andere Frage als die Einnahme.

**Folsäure und Zink.** Die Studie von Wong und Mitarbeitern [s398] (2 × 2-Design über 26 Wochen mit 5 mg Folsäure und 66 mg Zinksulfat) fand bei subfertilen Männern einen Anstieg der Zahl normaler Spermien um 74 %; die FAZST-Studie [s204] fand mit einer ähnlichen Kombination bei 2.370 Männern keinen Nutzen und eine höhere DNA-Fragmentation. Die Übersicht von Hoek und Mitarbeitern [s189] (Datenbanksuche bis Dezember 2017, also vor FAZST) fand in vier Studien einen nichtsignifikanten Konzentrationsanstieg von 3,54 (−1,40 bis 8,48). In der Metaanalyse von Li und Mitarbeitern [s89] (acht Studien, 2.168 Patienten) bestand nur für die Beweglichkeit ein Effekt; hier ist der Abstract in sich widersprüchlich, weil das angegebene Konfidenzintervall der Beweglichkeit (−1,22 bis 6,05) den Nullwert einschließt, der p-Wert (0,003) dagegen für einen Effekt spricht. Eine chinesische Studie mit MTHFR-Polymorphismen [s191] sah Vorteile nur bei Männern mit dem 677-TT-Genotyp. Boushaba und Mitarbeiter [s75] fanden Serumfolat positiv mit der progressiven Beweglichkeit, aber auch mit dem DNA-Fragmentationsindex korreliert und mahnen zur Vorsicht bei Folatpräparaten.

**Vitamin B12.** Die japanischen offenen Serien zu Methylcobalamin berichten Besserungsraten zwischen 37,5 und 60,0 % nach jeweils eigenen Kriterien [s427, s425, s424]; bei Okada und Mitarbeitern [s426] besserten sich ohne Kontrollgruppe bei 62 Männern mehrere Parameter signifikant. Die größte Studie dagegen, doppelblind mit 375 auswertbaren Männern und drei Armen (6.000 µg, 1.500 µg, Placebo) über zwölf Wochen [s422], fand in der Gesamtanalyse keinen signifikanten Unterschied bei Spermienzahl und Beweglichkeit; das Ergebnis der Subgruppenanalyse bei niedriger Ausgangskonzentration ist im Abstract abgeschnitten. Die Pilotstudie von Yamasaki [s141] (84 randomisierte Männer, Antioxidantienkombination gegen Methylcobalamin, ohne Placebo) sah keine signifikante Änderung der Samenparameter außer der Konzentration unter Methylcobalamin; lag das Oxidations-Reduktions-Potenzial vor der Behandlung über dem Grenzwert, steigerten beide Therapien die Konzentration. Im Tiermodell widerspricht sich dieselbe Arbeitsgruppe: Die englischsprachige Arbeit von 2007 [s368] berichtet eine Umkehrbarkeit der durch B12-Mangel verursachten Veränderungen nach Zufuhr, die japanischsprachige Arbeit von 2003 [s394] kommt zum gegenteiligen Ergebnis. Der Abstract löst diesen Widerspruch nicht auf. Auch Beobachtungsstudien zu B12 gehen auseinander: ein Zusammenhang des Samenplasma-Cobalamins mit der Spermienkonzentration (r = 0,42) bei Boxmeer [s361], kein Unterschied von B12 und keine Korrelation mit einem Samenparameter bei Murphy [s327], 3,6-fach niedrigere B12-Werte bei Prostatitis mit Asthenozoospermie bei Ishtulin [s122], und bei Chen [s399] niedrigere reaktive Sauerstoffspezies bei höherem B12, aber auch eine positive Beziehung der Sauerstoffspezies zur Beweglichkeit, die der Abstract nicht erklärt.

**Melatonin.** Bei gesunden Männern berichtete Luboshitzky [s396] in einer Überkreuzstudie mit acht Männern bei zwei Teilnehmern eine sinkende Konzentration und Beweglichkeit unter 3 mg täglich. Bei Männern mit Varikozele nach Operation fanden Lu und Mitarbeiter [s241] (54 Männer, Placebo) höhere Konzentration, Beweglichkeit und Normalformen. Beide Studien sind sehr klein, unterscheiden sich in der Population und lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen. Zur Messung im Samenplasma gibt es drei Richtungen: keinen signifikanten Unterschied zwischen Fertilen und Infertilen [s385], niedrigere Werte bei Infertilen [s371, s187] und eine positive Korrelation mit der DNA-Fragmentation (r = 0,273) [s294]; im Sperma von Männern mit niedriger Befruchtungsrate war Melatonin vermindert [s231]. Auch Tierstudien sind nicht einheitlich: Melatonin verhinderte nach Ischämie und Reperfusion den Rückgang der Konzentration nicht [s339] und stellte nach Radiojod Vitalität und Beweglichkeit nicht wieder her [s236]; bei aufgetautem Humansperma senkte es die reaktiven Sauerstoffspezies um nur 12 % und den DNA-Fragmentationsindex um 11 %, was die Autoren als begrenzten Schutz bezeichnen [s17].

**Glutathion.** Für die Wirkung der Gabe liegt ein Injektionsversuch von 1993 vor (20 Männer, Überkreuzdesign, 600 mg intramuskulär) mit besserer Beweglichkeit und Morphologie [s417]. Glutathion im Reagenzglas verändert bei humanen Spermien Geschwindigkeitsparameter, nicht aber Beweglichkeit oder progressive Beweglichkeit [s76]. Die Messstudien widersprechen sich: niedrigeres Glutathion bei Asthenozoospermie im Serum [s39] und bei Infertilen im Samenplasma [s16], bei Normozoospermie höheres Glutathion im Samenplasma als in den Patientengruppen [s317], dagegen kein Unterschied bei Oligozoospermie [s128] und unveränderte Glutathionperoxidase bei Oligoasthenospermie [s373]. Eine Mendelsche Randomisierung mit 680 infertilen Männern [s40] fand keinen kausalen Zusammenhang zwischen genetisch bestimmter Aktivität der Glutathion-S-Transferase und männlicher Infertilität (OR 1,08; 0,91 bis 1,29); sie bildet die Zufuhr als Supplement aber nicht ab.

**Magnesium.** Die einzige Interventionsstudie [s393] (20 Männer, 3.000 mg Magnesiumorotat über 90 Tage) fand keine Änderung der Spermiencharakteristika und kann wegen der Stichprobengröße einen Effekt nicht ausschließen. Die Messstudien widersprechen sich: Im höchsten gegenüber dem niedrigsten Serummagnesium-Terzil lagen Konzentration (20,9 gegenüber 8,6 Mio./ml) und Gesamtzahl höher [s15]; im Samenplasma war Magnesium bei Infertilen niedriger [s421, s333, s154, s153], es fand sich aber kein Unterschied zwischen fertilen und subfertilen Männern bei Wong [s405] und keine Korrelation mit der Zeit bis zur Schwangerschaft bei Sørensen [s411]; bei Liang [s278] war Magnesium nur in der Schicht mit einem Calcium/Magnesium-Quotienten bis 2,5 positiv mit der Konzentration verbunden.

**Coenzym Q10, Carnitine und Vitamin D (zum Vergleich).** Die Metaanalyse von Akhigbe [s43] (acht Studien, 877 Männer) meldet höhere Gesamtzahl, progressive Beweglichkeit und Normalformen unter Coenzym Q10 bei erheblicher Heterogenität. Die SMD tragen aber negative Vorzeichen (zum Beispiel −13,38 für die Gesamtzahl), obwohl die Autoren höhere Werte unter Coenzym Q10 berichten; für LH, das niedriger lag, steht ein positives SMD (1,77). Das ist mit einer Differenz „Kontrolle minus Behandlung“ vereinbar, der Abstract erklärt die Konvention aber nicht, und die Effektgrößen sind für Metaanalysen ungewöhnlich groß. Bakri [s19] (neun Studien, 781 Teilnehmer) berichtet eine OR von 6,02 (1,97 bis 18,41) für die klinische Schwangerschaft, während die frühere Metaanalyse von Lafuente [s312] keine Zunahme der Schwangerschaftsrate fand. Bei Carnitinen berichten chinesische Metaanalysen höhere Schwangerschaftsraten (OR 4,10 in [s369]; OR 3,76 in [s211]); eine Netzwerk-Metaanalyse mit zehn Antioxidantien fand für keinen Stoff einen signifikanten Effekt auf die Schwangerschaftsrate [s126], und die randomisierte Studie von Bozhedomov [s255] (173 Männer) fand keinen zusätzlichen Nutzen von Carnitinen auf Morphologie, progressive Beweglichkeit und Schwangerschaftsrate gegenüber der Basistherapie. Zu Vitamin D fand Blomberg Jensen [s233] (330 Männer) keine Änderung der Samenparameter, aber in der Untergruppe oligozoospermer Männer eine Lebendgeburtenrate von 35,6 % gegenüber 18,3 % (explorativ). Metaanalysen zeigen Verbesserungen der Beweglichkeit mit hoher Heterogenität (I² = 69 % und 89 %) [s100] beziehungsweise Konfidenzintervalle, die den Nullwert berühren [s24].

### Messstudien und Zusammenhangsstudien, die sich nicht decken

Querschnitts- und Fall-Kontroll-Studien liefern häufig die Begründung für eine Gabe („niedrige Spiegel bei Infertilen“), widersprechen sich aber untereinander. Beim Zink fanden zwei große japanische Studien (217 und 2.010 Männer) keine Korrelation zwischen Serumzink und Spermienparametern [s174, s119], während chinesische Studien einen Zusammenhang niedrigen Zinks mit höherem Asthenozoospermie-Risiko und mit Rauchen berichteten [s359, s340]; die russische Bevölkerungsstudie [s170] (626 Männer) fand positive Korrelationen des Seminalzinks mit Gesamtzahl, Konzentration, progressiver Beweglichkeit und Normalformen (Spearman 0,183 bis 0,286). Für Selen korrelierte der Gehalt im Sperma in einer chinesischen Studie mit Dichte, Gesamtzahl, Beweglichkeit und Vitalität, das Serumselen jedoch nicht [s406]; bei 1.159 gesunden Spendern lagen Konzentration und Gesamtzahl im obersten Quartil des Seminalplasma-Selens um 70,1 % beziehungsweise 59,1 % höher [s77]. Die diätetische antioxidative Gesamtkapazität zeigte in einer Fall-Kontroll-Studie mit 553 Fällen und 586 Kontrollen keinen Zusammenhang mit Asthenozoospermie [s81] und in einer Querschnittsstudie mit 1.715 Männern nur einen inversen Zusammenhang mit dem Ejakulatvolumen [s82]; die retrospektive Auswertung bei 900 Männern mit Varikozele fand dagegen positive Zusammenhänge der Nahrungszufuhr von Vitamin C, Vitamin E, Zink und Selen mit Konzentration und Beweglichkeit (OR für Spontanschwangerschaft 1,05 bis 1,13) [s05]. Gemeinsam ist diesen Arbeiten, dass ein Zusammenhang noch keine Wirkung einer Einnahme belegt: Ein niedriger Wert kann Folge der Erkrankung, einer Entzündung, von Rauchen oder Übergewicht sein; bei adipösen Männern waren Vitamin B12 und Homocystein im Samenplasma niedriger als bei normalgewichtigen [s245].

### Mögliche Erklärungen

Aus den Quellen lassen sich mehrere Erklärungen ableiten. Sie schließen sich nicht aus, und für keine ist belegt, wie viel sie zum jeweiligen Widerspruch beiträgt.

**1. Studienauswahl, Studiengröße und Verzerrungsrisiko.** Die positiven Schätzer stammen überwiegend aus kleinen, oft offenen Studien. In [s228] und [s111] verschwindet der Effekt auf die Lebendgeburt, wenn Studien mit hohem Verzerrungsrisiko ausgeschlossen werden. In [s306] nannten von 15 Studien mit Finanzierungsangabe vier kommerzielle Quellen, bei 33 fehlte die Angabe. Von den 97 Artikeln in [s147] waren 52 unkontrollierte offene Studien. Die Metaanalyse von Salas-Huetos [s246] berichtet sehr schmale Konfidenzintervalle trotz erheblicher Heterogenität, die Autoren warnen selbst vor kleinen Stichproben; bei Sharma [s136] sprechen die Autoren von kleinen Unterschieden und schlechter Studienqualität.

**2. Der Vergleichsarm.** In den chinesischen Studien erhält die Kontrollgruppe sehr häufig kein Placebo, sondern Vitamin E oder Vitamin E plus Vitamin C [s382, s345, s248, s127, s297]. Der Vergleichsstoff ist selbst Gegenstand uneinheitlicher Metaanalysen [s145, s140]; ein „Vorteil gegenüber Vitamin E“ belegt daher weder eine Wirkung gegenüber Placebo noch eine Wirkungslosigkeit des Vergleichsstoffs. In der russischen und türkischen Literatur ist die Vergleichsgruppe dagegen oft unbehandelt [s221, s260, s223]. Die Ergebnisse sind damit zwischen den Studien nicht direkt vergleichbar.

**3. Vorher-nachher-Vergleich statt Gruppenvergleich.** Viele Studien berichten Verbesserungen innerhalb der Behandlungsgruppe. Das Beispiel von Ioannidou [s22] zeigt die Fallgrube: In dieser randomisierten, placebokontrollierten Studie (80 Männer, 70 Auswertbare) stiegen innerhalb der Verumgruppe die progressive Beweglichkeit um 3,0 % (p = 0,02) und sank die DNA-Fragmentation um 3,2 % (p = 0,02), während im Vergleich der Änderungen mit Placebo kein Parameter signifikant verschieden war. Ähnlich stiegen bei Kumalic [s194] Gesamtzahl und Konzentration signifikant in der Placebogruppe, und bei Saeedian [s35] besserten sich beide Gruppen. Studien ohne parallele Kontrolle [s220, s142, s214, s62] können Spontanschwankungen und die Regression zur Mitte nicht von einer Wirkung trennen.

**4. Unterschiedliche Populationen.** Die FAZST-Studie schloss Männer in Paaren mit geplanter Kinderwunschbehandlung ein, nicht nur Männer mit auffälligem Spermiogramm [s204]; die Cochrane-Fassung von 2011 schloss ausschließlich Männer in Paaren mit assistierter Reproduktion ein [s329]. In den Studien zu Männern nach Varikozelenoperation [s241, s45, s35, s274, s221] wirkt die Operation selbst, sodass der zusätzliche Effekt eines Präparats klein ausfallen kann. Zusammen mit unterschiedlichen Ausgangswerten (Konzentration, Beweglichkeit, DNA-Fragmentation) kann das erklären, warum ein Präparat in einer Population einen Effekt zeigt und in einer anderen nicht; belegt ist das nicht, weil kaum eine Studie dieselbe Substanz in verschiedenen Populationen prüft.

**5. Oxidativer Status als Effektmodifikator.** Mehrere neuere Studien stratifizieren nach dem Oxidations-Reduktions-Potenzial (ORP) im Sperma. Effekte zeigten sich nur oder verstärkt bei erhöhtem ORP: bei Yamasaki [s141] (beide Therapien steigerten die Konzentration, wenn das ORP über dem Grenzwert lag), bei Ogawa [s59] (Implantations- und klinische Schwangerschaftsrate bei hohem statischem ORP), bei Enatsu [s50] (Coenzym Q10: DNA-Fragmentation insgesamt von 31,6 % auf 25,3 %, bei hohem ORP von 34,0 % auf 26,1 %; 35 Männer, ohne Kontrolle) und bei Arafa [s182] (stärkere Wirkung bei auffälligem ORP und DNA-Fragmentation, unkontrollierte Vorher-nachher-Studie). Das entspricht dem Konzept der Delphi-Leitlinie [s01] und der MOSI-Arbeit [s213], Antioxidantien nur bei nachgewiesenem oxidativem Stress zu erwägen. Die Studien sind aber klein, Untergruppen wurden zum Teil nachträglich gebildet, und eine vorab geplante, nach ORP stratifizierte randomisierte Studie wurde in den ausgewerteten Quellen nicht gefunden. Das EAU-Kapitel [s20] hält fest, es gebe keine standardisierten Verfahren zur Messung reaktiver Sauerstoffspezies, und die Routinemessung solle experimentell bleiben, bis Tests in randomisierten Studien validiert seien.

**6. Genetische Unterschiede im Glutathion-System.** Eine chinesische Studie [s143] fand, dass Vitamin C, Vitamin E und Coenzym Q10 über drei Monate bei Männern mit Deletion von GSTM1 und GSTT1 nicht wirksam waren; der Abstract nennt keine Zahlen. Genstudien zu GSTT1 [s342], GSTP1 [s165, s195] und weiteren Genen [s65] berichten Assoziationen mit Infertilität, teils nur in Untergruppen (bei [s165] ist der Gesamtvergleich nicht signifikant, p = 0,344). Ob ein Teil der uneinheitlichen Ergebnisse auf unterschiedliche Genotypen in den Studienpopulationen zurückgeht, ist denkbar, aber aus den Quellen nicht belegt; die Genotypen wurden in den meisten Studien nicht erhoben.

**7. Überdosierung und reduktiver Stress.** Menezo und Mitarbeiter [s365] fanden, dass eine 90-tägige Gabe von Antioxidantienvitaminen mit Zink und Selen die DNA-Fragmentation um 19,1 % senkte, aber die Spermiendekondensation um 22,8 % erhöhte; sie erklären das mit dem Öffnen von Disulfidbrücken in Protaminen durch Vitamin C und sehen darin einen möglichen Grund für widersprüchliche Ergebnisse. Der Mechanismus ist eine Hypothese; im Abstract ist keine Kontrollgruppe genannt. Die Dissertation von Moazamian [s57] berichtet aus Tierversuchen, dass die unangemessene Anwendung wasserlöslicher antioxidativer Mikronährstoffe die genetische Integrität der Spermien beeinträchtigen und Schwangerschaftsergebnisse verschlechtern könne („even at doses previously considered safe“), während dieselben Stoffe bei Mäusen unter oxidativem Stress nützlich sein konnten. Dazu passen die höhere DNA-Fragmentation unter Folsäure und Zink in FAZST [s204] und die Mahnung zur Vorsicht bei Folatpräparaten in [s75]. Aus Tierversuchen und einzelnen Abstracts lässt sich ein solcher Mechanismus nicht auf den Menschen übertragen; er bleibt eine Erklärung, die geprüft werden müsste.

**8. Dosis und Behandlungsdauer.** Die Behandlungsdauer reicht in den Studien von wenigen Wochen bis zu sechs Monaten und länger (Cochrane [s306]: 3 bis 26 Wochen). In [s14] wirkten Behandlungen über mehr als sechs Monate stärker als solche unter drei Monaten; bei Wang [s140] stieg die Vorwärtsbeweglichkeit nur in der Untergruppe mit sechsmonatiger Behandlung; Bakri [s19] berichtet bessere Morphologie bei einer Behandlungsdauer über drei Monate. In der Auswertung nach Varikozelenoperation [s230] waren nach drei Monaten Konzentration, Beweglichkeit, progressive Beweglichkeit und Morphologie besser, nach sechs Monaten Beweglichkeit (p = 0,72) und progressive Beweglichkeit (p = 0,57) nicht mehr. Gegen eine einfache Erklärung über die Dauer spricht, dass MOXI [s205] drei bis sechs Monate prüfte und FAZST [s204] sechs Monate dauerte, beide ohne Nutzen. Zu Dosisfragen wird die Lage durch Mehrstoffpräparate unübersichtlich: Die Marktanalyse für Italien [s185] fand unter 21 Präparaten 9,5 % in der Klasse mit höherer erwarteter Wirksamkeit, 71,4 % in der niedrigeren und 19,1 % in der Klasse ohne erwartete Wirksamkeit, mit häufig zu niedrigen Dosen oder Stoffen ohne Wirkungsbeleg. Die Einstufung beruht auf einer eigenen Bewertungsformel der Autoren und nicht auf klinischen Ergebnissen.

**9. Abhängigkeit zwischen Studien und Autorengruppen.** Die Cochrane-Fassungen überlappen [s329, s306, s228, s111]; die beiden NAC-Metaanalysen [s178, s176] stammen aus derselben Gruppe, und die Metaanalysen [s27] und [s176] mit je sieben Studien überschneiden sich vermutlich stark. Die Serie zu Coenzym Q10 und Selen aus Babylon im Irak [s214, s151, s148, s150, s107, s109, s108, s70] stammt vom selben Erstautor und aus derselben Region; Doppelzählungen von Patienten lassen sich aus den Abstracts nicht ausschließen. Die Studien von Safarinejad [s349, s328] haben denselben Erstautor, die Studien aus Marokko [s62, s34] dasselbe Zentrum. Mehrere Übersichten und Vorschläge mit positiver Aussage haben eine überlappende Autorengruppe (Agarwal als Autor von [s69, s242, s147, s213, s01]). Die scheinbar große Zahl positiver Studien entspricht deshalb weniger unabhängigen Bestätigungen, als die Zahl der Quellen nahelegt.

**10. Publikationsverzerrung.** Die dänische Stellungnahme [s326] hält Publikationsverzerrung für nicht auszuschließen. Die Recherche zu den nichtenglischen Räumen fand in den Interventionsstudien überwiegend positive Ergebnisse, und die wenigen negativen [s255, s274, s203, s142, s238] sind nach Einschätzung des Berichts deshalb besonders wichtig. Ob Studien ohne Effekt seltener erscheinen, wurde in keiner der Quellen mit einem formalen Test geprüft; die Aussage ist ein Verdacht und kein Befund. Auch bei Melatonin dominieren positive Befunde in Tier- und Laborstudien; ob Studien ohne Effekt seltener erscheinen, wurde nicht geprüft.

**11. Berichtsprobleme in den Abstracts selbst.** Mehrere Befunde, die zunächst wie inhaltliche Widersprüche aussehen, sind Berichtsprobleme. In [s43] stehen die Vorzeichen der SMD entgegen der berichteten Richtung (anhand des Abstracts verifiziert; vermutlich Differenz Kontrolle minus Behandlung, aber nicht erklärt). In [s89] schließt ein Konfidenzintervall den Nullwert ein, obwohl der p-Wert dagegen spricht. In der Studie mit Gujing-Maisiha-Tabletten plus Vitamin E nennt der Abstract 135 Patienten, die Gruppengrößen ergeben 120 [s266]. In der Studie [s59] passen die Teilnehmerzahlen (171 gegenüber 84 plus 52) nicht zusammen. Der Titel einer russischen Studie spricht von „doppelblind“, der Methodenteil von „open-label“ [s216]. In [s181] widerspricht sich der Abstract zur Glutathion-S-Transferase. Bei Watanabe widersprechen sich zwei Abstracts derselben Gruppe [s368, s394]. Solche Unstimmigkeiten sind ein Grund, Abstracts nicht als Ersatz für die Volltexte zu lesen.

**12. Grenzen der Tiermodelle.** Die Tierstudien zeigen überwiegend schützende Wirkungen, aber nahezu ausschließlich gegen einen zuvor verabreichten Schadstoff oder in Konservierungsmedien. Dass Astaxanthin, Melatonin und NAC in diesen Modellen wirken, steht nicht im Widerspruch zu den fehlenden Humanbefunden, sondern betrifft eine andere Frage (Schutz vor einer Schädigung gegenüber Wirkung bei einer vorhandenen Subfertilität). Ein Beispiel für die Grenzen: NAC schützte bei Ratten mit phosphorreicher, zinkfreier Diät, aber nicht bei Ratten mit metabolischem Syndrom [s314].

### Was die Widersprüche nicht erklären

Weder die Erklärungen noch die Quellen erlauben es, den Widerspruch zugunsten einer Seite aufzulösen. Der Gegensatz zwischen gepoolt positiv und streng negativ verschwindet nicht, wenn man einzelne Studien herausnimmt, und die Hypothesen zu ORP, Genotyp und Überdosierung sind nach dem vorliegenden Stand nicht in vorab geplanten Studien geprüft. Wer die Frage beantworten will, braucht Studien mit gemeinsamen Endpunkten (Lebendgeburt), Placebokontrolle, vorab definierter Ausgangslage und einzelnen Substanzen; die folgenden Abschnitte zu Limitationen und offenen Fragen greifen das auf.

## Limitationen der Evidenz

Dieser Abschnitt trennt zwei Ebenen: die Grenzen der Studien, die in den Quellen steckt, und die Grenzen der hier vorgelegten Gesamtstudie. Beide Ebenen wirken zusammen, wenn es darum geht, wie viel Gewicht ein Befund tragen kann.

### Grenzen der zugrunde liegenden Studien

**Surrogatendpunkte statt Geburten.** Die Mehrzahl der Studien misst Laborwerte des Spermiogramms (Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie), seltener DNA-Fragmentation oder Oxidationsmarker. Lebendgeburt als Zielgröße berichten nur wenige Arbeiten: die Cochrane-Fassungen [s329, s306, s228, s111], FAZST [s204], MOXI [s205], die Vitamin-D-Studie [s233], die Studien von Joseph [s192] und Matorras [s196], die Studie von Lahimer mit Fertilis (Lebendgeburtenrate p = 0,031) [s88] und einige Metaanalysen. Für die im Titel genannten Wirkstoffe liegen Geburtsdaten praktisch nicht vor; bei Astaxanthin gibt es mit Comhaire [s378] eine Schwangerschaftsrate als Nebenergebnis einer 30-Mann-Studie. Zahlreiche Schwangerschaftsdaten stammen aus Telefon- oder Onlinebefragungen [s255, s223] oder aus Gruppen mit wenigen Ereignissen (zum Beispiel 3 gegenüber 0 Schwangerschaften bei [s115]).

**Kleine Stichproben.** Viele der Studien zu den namentlich genannten Wirkstoffen sind sehr klein: Magnesiumorotat bei 20 Männern [s393], Melatonin bei gesunden Männern an acht Teilnehmern [s396], Glutathion-Injektionen an 20 Männern [s417], Astaxanthin an 30 [s378] und 40 Männern [s45], Vitamin-D-Gabe bei 34 behandelten Männern [s252], L-Carnitin plus NAC bei zehn Männern mit Thalassämie [s238]. In so kleinen Studien sind zufällige Unterschiede groß, und das Ausbleiben eines Effekts beweist keine Wirkungslosigkeit: Die Autoren der Magnesiumstudie schlossen selbst, die Behandlung habe sich nicht als wirksam erwiesen, der Stichprobenumfang ist aber zu klein, um einen Effekt auszuschließen.

**Kombinationspräparate.** Ein großer Teil der klinischen Daten stammt aus Mehrstoffpräparaten: Menevit [s59], Sinopol [s235], Fertilis [s88], Fertitonex [s21], SpermActin Forte [s260, s216], Speroton [s239, s259, s58], Androdoz [s223, s94], BESTFertil [s25], das Präparat mit Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 bei Saylam und Çayan [s203], das L-Carnitin-Multimikronährstoff-Präparat bei Kopets [s193] und das MOXI-Präparat [s205]. Bei diesen Präparaten lässt sich der Beitrag der Einzelsubstanz nicht bestimmen. Myo-Inositol, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 erscheinen in der klinischen Literatur vor allem als Bestandteile solcher Kombinationen. Die Autoren der Studie mit Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 [s203] berichten, die Gesamtzahl beweglicher Spermien sei nicht signifikant gestiegen, FSH, LH und Testosteron dagegen schon; der Hormonbefund ist ein Vorher-nachher-Vergleich in der Behandlungsgruppe ohne klinische Deutung.

**Fehlende Verblindung, fehlende Placebokontrolle, aktive Vergleichsarme.** Von den 97 Artikeln, die in der Zusammenstellung von Agarwal und Mitarbeitern [s147] ausgewertet wurden, waren 52 unkontrollierte offene Studien, 12 unverblindete und nur 33 verblindete randomisierte Studien. Ein Studientitel kann von „doppelblind“ sprechen, während der Methodenteil „open-label“ nennt [s216]. In den chinesischen Studien ist die Kontrolle oft ein aktives Vergleichspräparat [s382, s345, s248, s127, s297], in den russischen und türkischen Studien häufig unbehandelt [s221, s260, s223]; die Gruppengrößen sind nicht selten stark ungleich (62 gegenüber 28 in [s221]; 20 gegenüber 60 in [s216]; 40 gegenüber 10 in [s115]).

**Heterogenität und Effektgrößen.** Gepoolte Auswertungen zeigen oft hohe Heterogenität: I² = 85 % für die DNA-Fragmentation unter Myo-Inositol [s52], über 80 % bei Melhem [s10], 69 % und 89 % für Beweglichkeit unter Vitamin D [s100], 76 % für die Beweglichkeit unter Omega-3-Fettsäuren [s219]. Mehrere Effektgrößen wirken ungewöhnlich groß (SMD bis −13 bei Akhigbe [s43]) oder stehen mit sehr schmalen Intervallen trotz Heterogenität da [s246]. Für die Metaanalyse von Niu zu Carnitinen und Coenzym Q10 bei unerklärter Infertilität nennt der Abstract SMD von 2,98 (1,13 bis 7,87) und 4,19 (1,60 bis 10,95); die sehr weiten Intervalle zeigen große Unsicherheit [s33].

**Verzerrungsrisiko und Gewissheit.** Die Cochrane-Fassungen stufen die Evidenz zwischen „very low“ und „low“ ein [s306, s228, s111]; Michaelsen bewertet die Gewissheit insgesamt als niedrig oder sehr niedrig [s28], Melhem als sehr niedrig [s10], und Dehpahni nennt die humane Evidenz zu Astaxanthin „very limited and low-certainty“ [s03]. Die EAU-Leitlinie bewertet die Qualität der berichteten Studien als schlecht („The quality of the reported studies is poor“) [s20].

**Endpunkt und Messort.** Der oxidative Status wurde in einigen Studien im Plasma oder Serum statt im Ejakulat gemessen [s348, s125, s54]; bei Zhang [s16] bestand zwischen Serum und Samenplasma bei 22 Paaren keine signifikante Korrelation. Das EAU-Kapitel hält fest, es gebe keine standardisierten Verfahren zur Messung reaktiver Sauerstoffspezies [s20]. Normwerte und Grenzwerte (zum Beispiel für das Oxidations-Reduktions-Potenzial) unterscheiden sich zwischen Studien. Ein Teil der Studien schließt Männer unabhängig vom oxidativen Status ein, obwohl die Konzepte der Delphi-Leitlinie [s01] und der MOSI-Arbeit [s213] einen nachgewiesenen oxidativen Stress voraussetzen.

**Populationen und Übertragbarkeit.** Die Studien erfassen sehr verschiedene Gruppen: idiopathisch infertile Männer, Männer mit Varikozele (oft nach Operation), Männer vor assistierter Reproduktion, gesunde Spender, Raucher, Männer mit Prostatitis oder metabolischem Syndrom. Ethnische und regionale Unterschiede werden beschrieben (zum Beispiel erschienen Effekte starken Rauchens nur bei Slawen und nicht bei Burjaten [s95]), sind aber nur beschreibend belegt. Regional vermarktete Präparate (Vimang [s265], Menglankang [s167], Sinopol [s235]) sind außerhalb ihres Marktes oft nicht verfügbar, sodass die Ergebnisse nicht ohne Weiteres übertragbar sind.

**Interessenkonflikte und Finanzierung.** Mehrere Studien prüften namentlich genannte Handelspräparate (AstaCarox [s378], Sinopol [s235], Spermactin Forte [s216], Spermotrend [s22], Menevit [s59], MySeed [s50]). Finanzierungsangaben stehen in den Abstracts nur teilweise: In [s306] nannten von 15 Studien mit Angabe vier kommerzielle Quellen, bei 33 fehlte die Angabe; bei Joseph [s192] waren es interne Hochschulmittel. Die Autorengruppe, die mehrere Übersichten und Vorschläge zu Antioxidantien veröffentlicht hat, ist in diesem Feld auch mit eigenen Beiträgen aktiv [s147, s213]. Zu den japanischen Methylcobalamin-Tierstudien nennt ein Affiliationseintrag ein pharmazeutisches Forschungslabor [s423]; ob oder wie die Studien finanziert waren, geht aus den Abstracts nicht hervor. Die Übersicht zu den russischen Komplexen BESTFertil [s25] ist wegen des Produktbezugs in der Sichtweise eingeschränkt.

**Sicherheitsdaten.** Nebenwirkungen werden in vielen Studien nicht systematisch berichtet. Wo sie berichtet werden, lag die Rate an Magen-Darm-Beschwerden unter Antioxidantien höher (OR 2,51 in [s228]; OR 2,70 in [s111]; Bauchschmerz 6 % gegenüber 3 % in [s204]). Für Langzeitwirkungen, Überdosierung und Wechselwirkungen liefern die Abstracts kaum Daten. Mögliche Hinweise auf Schaden stammen aus einzelnen Arbeiten (Dekondensation [s365], höhere DNA-Fragmentation [s204], Tierversuche [s57], Melatonin bei gesunden Männern [s396], Thalassämie [s238]) und sind jeweils begrenzt belastbar.

**Tier- und Laborstudien.** Ein großer Teil der Literatur zu Myo-Inositol, Astaxanthin, Melatonin, NAC und Glutathion besteht aus Tierstudien und Konservierungsversuchen (Eber, Hund, Hahn, Bulle, Hengst, Fisch). Diese Studien arbeiten mit Dosen, Zielgrößen und Modellen, die sich nicht auf die orale Einnahme beim Mann übertragen lassen; die Dosisangaben (zum Beispiel 10 bis 100 mg/kg bei Mäusen) sind nicht übertragbar.

### Evidenzlage nach Wirkstoff im Überblick

Die Tabelle fasst zusammen, was in den ausgewerteten Quellen zur Einnahme der in der Fragestellung genannten Stoffe beim Mann vorliegt. Sie bewertet nicht, ob die Stoffe wirken.

| Wirkstoff | Studien zur Einnahme beim Menschen (Auswahl) | Was fehlt |
|---|---|---|
| Myo-Inositol | Metaanalyse mit 16 Studien [s52]; Vorher-nachher-Studie mit 62 Männern [s276]; Kombinationspräparat bei 143 Männern [s235] | große placebokontrollierte Studie mit Geburtsendpunkt; Einnahmestudien mit der Einzelsubstanz aus den chinesisch-, japanisch-, koreanisch-, russisch-, türkisch- und arabischsprachigen Räumen |
| Astaxanthin | zwei Placebostudien mit 16 mg (30 und 80 Männer) mit gegensätzlichem Ergebnis [s378, s194]; Studie nach Varikozelenoperation mit 40 Männern [s45]; Metaanalyse ohne signifikanten humanen Effekt [s03] | größere Studien, Geburtsdaten, Studien zur Einzelsubstanz außerhalb von Kombinationen |
| N-Acetylcystein | Vierarmstudie mit 468 Männern [s349]; Placebostudie mit 120 Männern [s348]; Studie ohne Kontrolle [s220]; Metaanalysen mit nur drei NAC-Studien [s178, s176] | Schwangerschaftsdaten, größere unabhängige Wiederholung der Vierarmstudie |
| Melatonin | Placebostudie nach Varikozelenoperation mit 54 Männern [s241]; Überkreuzstudie mit acht Gesunden [s396]; Messstudien | Studie mit infertilen Männern in größerem Umfang, Dosisfindung, Geburtsdaten |
| Glutathion | Injektionsversuch mit 20 Männern (1993) [s417]; Messstudien; Teil von Kombinationen [s193, s203] | kontrollierte Studie mit oraler Gabe |
| Magnesium | Studie mit 20 Männern [s393]; Messstudien mit uneinheitlichem Ergebnis; Teil von Kombinationen [s203] | Studie mit ausreichender Fallzahl |
| Vitamin B12 | doppelblinde Studie mit 375 Männern, in der Gesamtanalyse ohne Unterschied zu Placebo [s422]; offene japanische Serien [s426, s427, s425, s424]; Beobachtungsstudien | moderne placebokontrollierte Studie mit reinem B12; Geburtsdaten |

### Grenzen dieser Gesamtstudie

**Nur Abstracts.** Alle Angaben beruhen auf Abstracts, Leitlinientexten der Webseiten von EAU und AUA und einzelnen abgerufenen Quellen. Verblindung, Randomisierungsverfahren, Dosierungen, Nebenwirkungen und Interessenkonflikte sind nur so weit bekannt, wie der Abstract sie nennt. Wo Abstracts abbrechen (zum Beispiel die Subgruppenanalyse bei [s422], der Abstract von Vicari [s404]), fehlen Angaben ganz. Eine eigene Verzerrungsbewertung (Risk of Bias) der Volltexte fand nicht statt, ebenso wenig eine eigene Metaanalyse.

**Keine systematische Übersicht.** Die Auswahl der Quellen war nicht vollständig im Sinne einer systematischen Übersicht. Vorrang hatten Leitlinien, Metaanalysen, randomisierte Studien und Humanstudien zu den namentlich genannten Wirkstoffen, ergänzt um Beobachtungsstudien, In-vitro-Arbeiten, Tierversuche und nichtenglische Arbeiten. Insgesamt führt die Gesamtstudie 428 Quellen. Die hohen Trefferzahlen der Abfragen (zum Beispiel 511 Treffer für „astaxanthin sperm“ in Europe PMC beim ersten Test in der englischsprachigen Recherche) zeigen, dass vor allem Tier- und Zellarbeiten nur beispielhaft erfasst sind. Weitere einschlägige Studien existieren sehr wahrscheinlich.

**Datenbankzugang.** Die Recherche lief über Europe PMC, die E-utilities der NCBI und einzelne Webseiten. Nicht durchsuchbar waren unter anderem das Leitlinienregister der AWMF (eine deutsche S-Leitlinie zu Antioxidantien bei männlicher Infertilität konnte weder bestätigt noch ausgeschlossen werden), Cairn, SciELO, LILACS, CNKI, Wanfang, KCI, DBpia, CyberLeninka, eLIBRARY.ru, DergiPark, TR Dizin und die Arab World Research Source. Fast alle ausgewerteten Quellen stammen deshalb aus dem in MEDLINE/PubMed indizierten Bestand. Literatur, die nur in Regionalzeitschriften oder Hochschulserien steht (russische Dissertationen, türkische Hochschulzeitschriften, arabischsprachige Zeitschriften, koreanische Fachzeitschriften), fehlt daher; die Abwesenheit von Studien zu einem Wirkstoff in einem Sprachraum bedeutet nicht, dass es dort keine gibt.

**Sprache.** Die Titel der nichtenglischen Arbeiten stammen aus den PubMed-Datensätzen, die für chinesische, japanische und russische Zeitschriften nur eine in eckige Klammern gesetzte englische Übersetzung liefern; die Originaltitel wurden nur in einem Teil der Fälle abgerufen. Die deutschen Übersetzungen der Titel sind Arbeitsübersetzungen. Die Abstracts sind meist englisch; Details, die nur im Volltext der Originalsprache stehen, sind nicht berücksichtigt. Der Stand der Abfragen ist der 4. Oktober 2026.

**Datenfehler in der Quellenliste.** In der Quellentabelle der Gesamtstudie fehlte bei einem Teil der Titel nichtenglischer und älterer Arbeiten der letzte Buchstabe des Originaltitels. Für das Quellenverzeichnis dieses Kapitels wurden diese Titel anhand von Europe PMC, Crossref, den Landeseiten der Digital Object Identifier, Dialnet und HAL berichtigt; die übrigen Angaben stammen unverändert aus der Quellentabelle.

**Keine Therapieempfehlung.** Dieser Text gibt weder eine Therapie- noch eine Einnahmeempfehlung. Aussagen von Autoren (zum Beispiel zu Dosierungen) sind als solche wiedergegeben und nicht übernommen.

## Offene Forschungsfragen

Aus den Widersprüchen und Lücken ergeben sich Fragen, die die vorliegende Literatur nicht beantwortet. Die Fragen sind hier als offene Punkte formuliert, nicht als Forderungen. Wo Autoren der Quellen selbst Studien anmahnen, ist das vermerkt.

**1. Verbessern einzelne Wirkstoffe die Lebendgeburtenrate, wenn man sie in großen, placebokontrollierten, registrierten Studien prüft?** Dies ist die am häufigsten genannte Lücke. Die Autoren der Cochrane-Fassung von 2011 verlangten Kopf-an-Kopf-Vergleiche [s329], die dänische Stellungnahme große randomisierte placebokontrollierte Studien [s326], Melhem und Mitarbeiter größere Studien mit Lebendgeburten [s10], Michaelsen und Mitarbeiter größere Studien zu bestimmten Präparaten mit Schwangerschaft als Zielgröße [s28], und die EAU-Ausgabe 2021 fordert große randomisierte Studien [s169]. Für Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Melatonin, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 liegt keine solche Studie vor. Die beiden großen Placebostudien zu Mehrstoffpräparaten und zu Folsäure plus Zink [s205, s204] sind negativ ausgefallen, sagen aber über die Einzelstoffe nichts aus.

**2. Wer könnte profitieren, und lässt sich das vorab bestimmen?** Mehrere kleine Studien deuten an, dass Effekte vom oxidativen Status abhängen könnten (Oxidations-Reduktions-Potenzial, ORP) [s141, s59, s50, s182]. Die Delphi-Leitlinie [s01] und die MOSI-Arbeit [s213] verlangen oder legen nahe, oxidativen Stress zu dokumentieren, bevor Antioxidantien erwogen werden; das EAU-Kapitel hält fest, es gebe keine standardisierten Verfahren zur Messung reaktiver Sauerstoffspezies und die Routinemessung solle experimentell bleiben, bis Tests in randomisierten Studien validiert seien [s20]. Offen ist, ob ein vorab festgelegter Grenzwert in einer randomisierten Studie Männer mit und ohne Nutzen trennt, ob verschiedene Messverfahren zu denselben Gruppen führen und ob ein Wert im Blut, im Samenplasma oder in den Spermien selbst die geeignete Messgröße ist (bei [s16] bestand zwischen Serum und Samenplasma keine signifikante Korrelation).

**3. Welche Dosis, welche Dauer, Einzelsubstanz oder Kombination?** Alahmar fasste zusammen, über Dosis, Dauer und Einzel- gegenüber Kombinationsgabe bestehe keine Einigkeit [s232]; die Analyse von [s14] spricht für stärkere Effekte bei Behandlung über mehr als sechs Monate, die Studien MOXI [s205] und FAZST [s204] mit drei bis sechs Monaten sind aber negativ. In einer Studie zu Coenzym Q10 wirkten 400 mg täglich stärker als 200 mg, ohne dass der Abstract einen Dosisvergleich mit p-Wert berichtet [s214]. Ein Multivitaminpräparat schnitt in einer Studie bei einigen Parametern besser ab als Coenzym Q10 allein [s109]. Unbeantwortet ist, ob ein Mehrstoffpräparat besser, gleich oder schlechter wirkt als seine Bestandteile und ob die Dosis bei den in der Fragestellung genannten Stoffen eine Rolle spielt.

**4. Gibt es einen Schadenseffekt, und wo liegt die Schwelle?** Die Hinweise auf mögliche Nachteile sind verstreut: höhere DNA-Fragmentation und mehr Magen-Darm-Beschwerden unter Folsäure plus Zink [s204], Magen-Darm-Beschwerden in den Cochrane-Auswertungen [s228, s111], vermehrte Dekondensation von Spermienchromatin [s365], Tierversuche zur Überdosierung wasserlöslicher Mikronährstoffe [s57], die Beobachtung bei acht gesunden Männern unter Melatonin [s396] und der steigende Missbildungsindex bei Thalassämie [s238]. Keine dieser Arbeiten ist groß genug, um Häufigkeit und Schwelle zu bestimmen. Offen ist insbesondere, ob eine Überversorgung („reduktiver Stress“) beim Menschen die Spermienqualität oder die Embryonalentwicklung beeinträchtigen kann, wie es die Dissertation [s57] aus Tierversuchen herleitet, und ob Männer mit unauffälligem oxidativem Status betroffen sind. Die MOSI-Arbeit nennt als Risiko der Antioxidantiengabe Komplikationen und höhere Kosten [s213].

**5. Erreichen die Stoffe nach oraler Einnahme überhaupt Hoden und Samenplasma?** Die Abstracts geben darauf selten eine Antwort. Bei Ethylcystein stieg der Serumspiegel, nicht aber der Spiegel im Samenplasma [s408]; bei Coenzym Q10 stiegen Werte im Samenplasma und in den Spermien [s347]; unter L-Carnitin und Acetylcarnitin stieg die Carnitinkonzentration im Samenplasma [s382]; bei Methylcobalamin stieg die B12-Konzentration im Samenplasma [s426], während zwei Dosen von 6 und 12 mg täglich keinen Unterschied der B12-Konzentrationen in Serum und Samenflüssigkeit ergaben [s424]. Für Myo-Inositol, Astaxanthin, Melatonin, Glutathion und Magnesium fehlen entsprechende Messungen nach Einnahme in den ausgewerteten Quellen weitgehend; bei Glutathion war die einzige kontrollierte Humanstudie ein Injektionsversuch [s417].

**6. Welche Rolle spielen Genotyp und Begleitumstände?** Die Befunde zu GSTM1 und GSTT1 [s143], zu GSTP1 [s165, s195] und zu MTHFR [s191, s308] legen nahe, dass die Antwort auf Antioxidantien und Folat genetisch beeinflusst sein könnte, sind aber klein oder in Untergruppen erhoben. Eine Mendelsche Randomisierung fand für genetisch bestimmte antioxidative Kapazität insgesamt keinen kausalen Zusammenhang mit männlicher Infertilität [s40]. Ob eine vorab geplante Stratifizierung nach Genotyp, Alter, Körpergewicht, Rauchen oder Varikozele Effekte sichtbar macht, ist offen; in einer Post-hoc-Analyse war die Wirkung bei Männern mit Varikozele, unter 35 Jahren und mit Körpermassenindex unter 25 stärker [s184], was als Hypothese zu prüfen wäre.

**7. Wie verlässlich sind die positiven Einzelbefunde bei unabhängiger Wiederholung?** Die Serie aus Babylon zu Coenzym Q10 und Selen [s214, s151, s148, s150, s107, s109, s108, s70] und die Studien von Safarinejad zu NAC und Omega-3-Fettsäuren [s349, s328] stammen jeweils aus einer Arbeitsgruppe. Für Astaxanthin stehen sich zwei Placebostudien mit gegensätzlichem Ausgang gegenüber [s378, s194]. Unabhängige Wiederholungen mit identischer Substanz, Dosis und Population und mit vorab registriertem Endpunkt sind die offene Voraussetzung, um beide Seiten zu klären.

**8. Wie lassen sich Berichtsqualität und Vergleichbarkeit verbessern?** Zu den beobachteten Mängeln gehören abgeschnittene oder in sich widersprüchliche Abstracts, uneinheitliche Endpunkte, fehlende Zahlen und ungenaue Angaben zur Verblindung. Registrierungen sind bei einem Teil der Studien vorhanden (zum Beispiel NCT06042738 in [s64], NCT05847257 in [s79], NCT03361618 in [s180], ChiCTR2000040349 in [s117], ChiCTR2100054958 in [s144]; PROSPERO CRD420261289976 in [s10]; ein Protokoll mit CRD42022293340 in [s105]), in anderen fehlen sie. Ein gemeinsamer Satz von Endpunkten (Lebendgeburt, klinische Schwangerschaft, Samenparameter, DNA-Fragmentation, Nebenwirkungen) mit einheitlichen Messmethoden würde den Vergleich zwischen Studien und Sprachräumen erleichtern.

**9. Was sagt die Literatur außerhalb der durchsuchbaren Datenbanken?** Wegen fehlenden Zugangs blieben die AWMF, Cairn, SciELO, LILACS, CNKI, Wanfang, KCI, DBpia, CyberLeninka, eLIBRARY.ru, DergiPark, TR Dizin und arabische Datenbanken ungeprüft. Ob dort klinische Studien zu Myo-Inositol, Astaxanthin, NAC, Magnesium oder anderen Stoffen stehen, ist offen, und es ist offen, ob eine deutsche S-Leitlinie zu Antioxidantien bei männlicher Infertilität existiert. Eine systematische Auswertung dieser Quellen mit Verzerrungsbewertung und Volltextprüfung steht aus.

**10. Wie verhalten sich die Befunde im Reagenzglas und im Tierversuch zur Einnahme beim Mann?** Antioxidantien in Einfrier-, Wasch- und Lagermedien (Myo-Inositol [s247], Melatonin [s17], Astaxanthin [s112]) zeigen Effekte auf Beweglichkeit, Membranintegrität oder DNA-Fragmentation, teils mit begrenztem Ausmaß; Glutathion veränderte in vitro Geschwindigkeitsparameter, aber nicht die Beweglichkeit [s76]. Ob und wie sich solche Effekte auf Behandlungen im Rahmen der assistierten Reproduktion übertragen lassen, ist eine eigene Frage, die von der Einnahme über Wochen oder Monate zu trennen ist. Ein Beleg für Spermienbewegung nach Zugabe im Labor ist kein Beleg für eine Wirkung der Einnahme. Hinzu kommt der Befund, dass geringe Mengen reaktiver Sauerstoffspezies eine physiologische Rolle spielen: In-vitro-Arbeiten fanden unter 10 und 100 µM Wasserstoffperoxid mehr progressiv bewegliche Spermien [s285]. Wo die Grenze zwischen nützlichem und schädlichem Redoxgleichgewicht liegt, ist beim Menschen nicht geklärt.

**11. Hat eine Behandlung von Männern mit Varikozele nach Operation, bei Prostatitis oder metabolischem Syndrom einen Zusatznutzen?** Für diese Gruppen gibt es Studien [s241, s45, s35, s274, s221, s58, s134], aber widersprüchliche Ergebnisse, und die Operation allein verbessert die Parameter bereits [s35]. Ob Antioxidantien über die Operation hinaus zusätzlich helfen, ist offen.

## Praktische Einordnung

Dieser Abschnitt ordnet die Befunde für Leserinnen und Leser ein, die sich über Nahrungsergänzungsmittel und Spermienqualität informieren wollen. Er ist keine Therapieempfehlung und kein Ersatz für Diagnostik oder ärztliche Beratung. Ob ein Mann ein Präparat einnimmt, sollte er mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, die den Einzelfall kennen. Die Studien beschreiben Gruppen von Männern; sie sagen nicht voraus, was bei einer einzelnen Person geschieht.

### Was die Evidenz zeigt

Die Studienlage zeigt, dass in kleinen und mittelgroßen Studien, in Metaanalysen und in Laborarbeiten häufig Verbesserungen einzelner Samenparameter berichtet werden: bei Beweglichkeit, Konzentration, Morphologie oder DNA-Fragmentation. Das gilt in unterschiedlichem Maß für Coenzym Q10, Carnitine, Selen, Zink, Vitamin E und weitere Stoffe [s28, s10, s14, s138]. Die Metaanalysen der Cochrane-Reihe sahen über vier Fassungen hinweg nominell höhere Schwangerschaftsraten unter Antioxidantien (OR zwischen 1,89 und 3,43) [s306, s228, s111]. Für die im Titel der Gesamtstudie genannten Stoffe ist die Datenlage unterschiedlich dicht: Für Myo-Inositol gibt es eine Metaanalyse mit 16 Studien, deren Autoren die Daten „controversial“ nennen [s52]; für Astaxanthin zwei kleine Placebostudien mit gegensätzlichem Ergebnis [s378, s194]; für NAC eine große Vierarmstudie und eine Placebostudie mit gemischtem Ergebnis [s349, s348]; für Melatonin eine kleine Placebostudie nach Varikozelenoperation [s241]; für Glutathion einen Injektionsversuch von 1993 [s417]; für Magnesium eine Pilotstudie ohne Wirkung [s393]; für Vitamin B12 Beobachtungsstudien, offene Serien und eine große doppelblinde Studie ohne Unterschied zu Placebo in der Gesamtanalyse [s422].

### Was die Evidenz nicht zeigt

Die Evidenz zeigt nicht, dass eines der Präparate die Chance auf ein Kind sicher erhöht. In der strengsten Übersicht fand sich kein Effekt auf Schwangerschaft und Lebendgeburt und „no convincing evidence of an effect of any dietary supplements on male infertility“ [s28]. In den beiden größten Placebostudien war die Lebendgeburtenrate nicht höher als unter Placebo (FAZST: 34 % gegenüber 35 % [s204]; MOXI: 15 % gegenüber 24 % [s205]). In den Cochrane-Auswertungen verschwand der Lebendgeburtenbefund, wenn Studien mit hohem Verzerrungsrisiko ausgeschlossen wurden [s228, s111]. Für Astaxanthin, Myo-Inositol, Melatonin, Glutathion, Magnesium und Vitamin B12 als Einzelsubstanz fehlen große Studien mit Geburtsendpunkt. Die Evidenz zeigt auch nicht, welcher Stoff, in welcher Dosis und über welche Dauer wirken könnte; dazu fehlt in den Fachtexten eine Aussage („No clear conclusions were possible regarding the specific antioxidants to use“ [s20]; „Existing data are inadequate to provide recommendation for specific agents to use for this purpose“ [s44]).

### Die Positionen der Fachgesellschaften

Die Leitlinientexte sind zurückhaltend. Die AUA/ASRM-Leitlinie [s44] weist darauf hin, dass der Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln (zum Beispiel Antioxidantien, Vitaminen) bei männlicher Infertilität von „questionable clinical utility“ sei; die Daten ließen vermuten, dass solche Präparate wahrscheinlich nicht schädlich seien, ihr greifbarer Nutzen für die Fertilität aber fraglich sei (Moderate Recommendation, Evidenzgrad B). Das EAU-Kapitel [s20] bezeichnet die Evidenz zur Antioxidantientherapie als „still conflicting“, nennt die Qualität der berichteten Studien schlecht und verweist darauf, dass in der MOXI-Studie [s205] keine Verbesserung der Spermienparameter oder der DNA-Integrität gegenüber Placebo nachweisbar war; die Ausgabe 2021 [s169] sah unzureichende Evidenz für den breiten Einsatz empirischer Behandlungen wie Antioxidantien. Die Delphi-Leitlinie des Global Andrology Forum [s01] rät dagegen, oxidativen Stress zu dokumentieren und vor Beginn einer Antioxidantientherapie zugrunde liegende Faktoren zu prüfen; sie ist eine Leitlinie einer Expertengruppe, keine einer Fachgesellschaft, und ihre Erstautoren haben in diesem Feld auch eigene Beiträge veröffentlicht [s147, s213]. Eine eigene ESHRE-Leitlinie zur männlichen Infertilität ist in der abgerufenen Liste nicht aufgeführt; eine deutsche S-Leitlinie konnte nicht geprüft werden. Die Fachtexte beschreiben außerdem die Abklärung als eigenen Schritt (systematische Anamnese, körperliche Untersuchung, zwei Spermiogramme bei Auffälligkeit des ersten, Hodensonografie [s162]); die Leitlinienaussagen zu Nahrungsergänzungsmitteln betreffen die Behandlung, nicht die Abklärung. Der Überblick von Nieschlag hält fest, dass die meisten empirischen Behandlungen als wirkungslos erwiesen worden seien, und nennt den Rauchstopp als Präventionsmaßnahme [s313].

### Sicherheitsaspekte, soweit die Quellen sie berichten

Nebenwirkungen werden in vielen Studien nicht systematisch erfasst. Wo sie erfasst sind, traten Magen-Darm-Beschwerden unter Antioxidantien häufiger auf (OR 2,51 und 2,70 in den Cochrane-Auswertungen [s228, s111]; Bauchschmerz 6 % gegenüber 3 %, Übelkeit 4 % gegenüber 2 % in FAZST [s204]). In FAZST war die DNA-Fragmentation unter Folsäure plus Zink höher als unter Placebo [s204]. Weitere Hinweise sind begrenzt belastbar: Dekondensation des Chromatins unter einer Kombination mit Vitamin C [s365], Tierversuche zur Beeinträchtigung der genetischen Integrität bei unangemessener Anwendung wasserlöslicher Mikronährstoffe [s57], eine Verschlechterung bei zwei von acht gesunden Männern unter Melatonin [s396] und ein steigender Missbildungsindex bei zehn Männern mit Thalassämie [s238]. Die MOSI-Arbeit nennt als mögliche Folgen von Antioxidantienprotokollen ohne Evidenzbasis Komplikationen und höhere Kosten [s213]. Die Quellen erlauben keine Aussage dazu, bei welcher Dosis oder Dauer Nachteile auftreten könnten.

### Hinweise zum Lesen von Studienaussagen und Produktversprechen

Mehrere Gesichtspunkte aus den Quellen helfen bei der Einordnung von Aussagen zu Präparaten. Ein verbesserter Laborwert (zum Beispiel eine höhere Beweglichkeit) ist nicht dasselbe wie eine Schwangerschaft oder Geburt; nur ein kleiner Teil der Studien berichtet Geburten. Eine Verbesserung „gegenüber dem Ausgangswert“ ist kein Wirkungsnachweis, weil Spermienparameter zwischen Messungen schwanken [s427, s422] und weil in Placebogruppen ebenfalls Verbesserungen auftreten können [s194, s22]. Ergebnisse aus dem Reagenzglas oder Tierversuch (zum Beispiel Zugabe zum Einfriermedium) betreffen eine andere Frage als die Einnahme. Bei Mehrstoffpräparaten lässt sich der Beitrag eines einzelnen Stoffes nicht erkennen. Eine Marktanalyse für Italien fand, dass unter 21 untersuchten Präparaten 71,4 % nach der Bewertungsformel der Autoren in die Klasse mit niedrigerer erwarteter Wirksamkeit fielen und 19,1 % in die Klasse ohne erwartete Wirksamkeit; häufig lagen Wirkstoffe unter der minimalen wirksamen Tagesdosis oder hatten keinen Wirksamkeitsbeleg [s185]. Mehrere Studien prüfen namentlich genannte Handelspräparate; Finanzierungsangaben stehen in den Abstracts nur teilweise [s306]. Schließlich beschreiben Zusammenhangsstudien („niedrige Werte bei Infertilen“) einen Zusammenhang, nicht den Nutzen einer Einnahme.

### Was sich daraus ergibt

Für die Frage, ob Nahrungsergänzungsmittel die Spermienqualität verbessern, ist der Stand der Evidenz offen und widersprüchlich. Es gibt Signale für Verbesserungen von Laborwerten, aber keinen belastbaren Nachweis für einen Nutzen bei Schwangerschaft und Lebendgeburt, und für die meisten der im Titel genannten Stoffe fehlen die entscheidenden Studien. Die Fachgesellschaften behandeln die Abklärung der Ursachen und die Behandlung getrennt und sind beim Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln zurückhaltend [s44, s20, s162]. Diese Zusammenfassung ist keine Empfehlung für ein Vorgehen im Einzelfall. Die Gesamtstudie ersetzt weder eine Diagnose noch eine ärztliche Beratung.

## Glossar

Das Glossar erklärt Begriffe, die in der Gesamtstudie vorkommen. Die Erklärungen sind allgemein gehalten; wo ein Zahlenbeispiel genannt ist, stammt es aus den ausgewerteten Quellen.

### Befunde und Messgrößen am Sperma

**Asthenozoospermie.** Verminderte Beweglichkeit der Spermien im Spermiogramm.

**Oligozoospermie.** Verminderte Spermienkonzentration. Die Studien nutzen unterschiedliche Grenzwerte; Kopets definiert ein „normales Spermiogramm“ als Konzentration von mindestens 15 Mio./ml, mindestens 32 % progressiv beweglichen Spermien und mindestens 4 % Normalformen [s193].

**Teratozoospermie.** Erhöhter Anteil morphologisch auffälliger Spermien.

**Oligoasthenoteratozoospermie (OAT).** Gleichzeitige Verminderung von Konzentration und Beweglichkeit mit erhöhtem Anteil auffälliger Formen.

**Normozoospermie.** Spermiogramm ohne Auffälligkeit nach den jeweils angewandten Grenzwerten.

**Idiopathische Infertilität.** Verminderte Fruchtbarkeit des Mannes ohne identifizierbare Ursache; die MOSI-Arbeit schlägt vor, einen Teil dieser Männer als Männer mit oxidativem Stress zu benennen [s213].

**Spermiogramm.** Laboruntersuchung des Ejakulats mit Volumen, Konzentration, Gesamtzahl, Beweglichkeit, Morphologie und Vitalität. Die Werte schwanken zwischen Messungen; die französischen Empfehlungen sehen zwei Spermiogramme bei Auffälligkeit des ersten vor [s162].

**Progressive Beweglichkeit.** Anteil der Spermien, die sich vorwärts bewegen; in den Studien häufig als Kategorie A oder A plus B angegeben.

**Vitalität.** Anteil lebender Spermien.

**Varikozele.** Erweiterung der Venen im Hodensack; viele Studien untersuchen Männer vor oder nach einer Varikozelenoperation. Die Operation selbst verbessert die Parameter teils bereits [s35].

**Spermien-DNA-Fragmentation (DFI, SDF).** Anteil der Spermien mit geschädigter DNA; gemessen mit verschiedenen Tests, unter anderem TUNEL. Der Fragmentationsindex wird je nach Studie als DFI oder SDF bezeichnet.

**TUNEL.** Färbetest zum Nachweis von DNA-Strangbrüchen in Spermien [s381].

**CMA3.** Chromomycin-A3-Färbung, mit der ein Protamindefizit der Spermien sichtbar gemacht wird [s220].

**Protamine, Dekondensation.** Protamine verpacken die DNA im Spermienkopf. Dekondensation bezeichnet eine unzureichende Verpackung des Chromatins; Menezo und Mitarbeiter fanden unter einer Antioxidantienkombination eine um 22,8 % höhere Spermiendekondensation bei gleichzeitig niedrigerer DNA-Fragmentation [s365].

**Akrosom, Akrosomenreaktion.** Kappe am Spermienkopf mit Enzymen, die für das Eindringen in die Eizelle nötig sind; die Akrosomenreaktion ist der dazugehörige Vorgang.

**Flagellum.** Geißel der Spermien; in den Tiermodellen zu Vitamin-B12-Mangel fanden sich Spermien ohne oder mit verkürztem Flagellum [s391, s368].

### Oxidativer Stress und seine Messung

**Oxidativer Stress.** Ungleichgewicht zwischen oxidativen Substanzen (reaktiven Sauerstoffspezies) und antioxidativer Abwehr. Nach der MOSI-Arbeit haben 30 % bis 80 % infertiler Männer erhöhte reaktive Sauerstoffspezies im Sperma [s213].

**Reaktive Sauerstoffspezies (ROS).** Sauerstoffhaltige, reaktionsfreudige Moleküle, die in geringen Mengen eine physiologische Rolle spielen können [s285] und in größeren Mengen Zellen schädigen.

**Reduktiver Stress.** Von einigen Autoren beschriebener Zustand eines Überschusses an reduzierenden Substanzen (Antioxidantien); als mögliche Folge unangemessener Antioxidantiengabe wird eine Beeinträchtigung der Spermien-DNA diskutiert, belegt ist das nur im Tierversuch [s57].

**Antioxidans.** Stoff, der oxidative Schäden vermindert. Als „Antioxidantien“ werden in der Literatur sehr verschiedene Stoffe zusammengefasst; die Cochrane-Fassungen werteten 18 [s228] und 20 [s111] verschiedene Antioxidantien aus.

**Oxidations-Reduktions-Potenzial (ORP, sORP).** Messgröße, die nach den Autoren der MOSI-Arbeit sowohl Oxidantien als auch Reduktionsmittel berücksichtigt [s213]; „sORP“ bezeichnet das statische ORP im Sperma. Grenzwerte unterscheiden sich zwischen Studien (zum Beispiel sORP ≥ 1,38 in [s50]).

**TAC (totale antioxidative Kapazität).** Messgröße für die antioxidative Gesamtkapazität in Samenplasma oder Serum. Verwandt sind TAS und TOS (totaler Antioxidans- und Oxidansstatus) und FRAP.

**MDA (Malondialdehyd).** Abbauprodukt der Lipidperoxidation, in vielen Studien als Marker des oxidativen Schadens gemessen.

**8-OHdG.** 8-Hydroxy-2'-desoxyguanosin, Marker oxidativer DNA-Schäden.

**SOD, Katalase, Glutathionperoxidase (GPx), PHGPx.** Antioxidative Enzyme. PHGPx ist die selenabhängige Phospholipid-Hydroperoxid-Glutathionperoxidase; sie war in Spermien infertiler Männer niedriger als bei Kontrollen [s395].

**Glutathion (GSH), Glutathion-S-Transferase (GST).** Glutathion ist ein Bestandteil der antioxidativen Abwehr des Keimepithels und des Nebenhodens [s412]; GST-Gene (GSTM1, GSTT1, GSTP1) werden auf Assoziationen mit Infertilität untersucht [s342, s165].

### Die in der Gesamtstudie genannten Stoffe

**Myo-Inositol.** In der Literatur als antioxidativ und beweglichkeitsfördernd beschrieben [s256] und von anderen Autoren eher als „Redox- und Stoffwechselmodulator“ [s07]; beim Menschen in Tagesdosen von 4.000 mg mit Folsäure geprüft [s276].

**Astaxanthin.** In den Studien als Antioxidans in Tagesdosen von 6 bis 16 mg geprüft [s45, s378, s194].

**N-Acetylcystein (NAC).** In den klinischen Studien meist 600 mg täglich [s349, s348, s220]. Ethylcystein ist ein verwandter Cysteinabkömmling, aber nicht NAC [s408].

**Melatonin.** In den Humanstudien 3 mg [s396] bis 6 mg [s296] täglich; in vitro in Konzentrationen im millimolaren Bereich [s335, s17].

**Magnesium.** In den Studien als Konzentration im Samenplasma oder Serum gemessen oder als Magnesiumorotat (3.000 mg täglich) gegeben [s393].

**Vitamin B12 (Cobalamin, Methylcobalamin, Mecobalamin).** In Japan wurde Methylcobalamin als Arzneimittel bei Oligozoospermie geprüft [s422, s426].

**Coenzym Q10, L-Carnitin, Zink, Selen, Folsäure, Vitamin C, D und E, Omega-3-Fettsäuren, Alpha-Liponsäure, Lycopin.** Weitere in den Studien geprüfte Stoffe, die hier als Vergleich zu den im Titel genannten dienen.

### Studiendesigns und Statistik

**RCT (randomisierte kontrollierte Studie).** Studie, in der die Teilnehmer zufällig auf Behandlung und Vergleich verteilt werden. **Doppelblind** bedeutet, dass weder Teilnehmer noch Behandelnde die Zuteilung kennen. **Placebo** ist eine Scheinbehandlung. Ein **aktiver Vergleichsarm** erhält dagegen eine andere Substanz.

**Überkreuzstudie (Crossover).** Jeder Teilnehmer erhält nacheinander beide Behandlungen, getrennt durch eine Auswaschphase.

**Vorher-nachher-Studie.** Vergleich der Werte desselben Teilnehmers vor und nach einer Behandlung, ohne Parallelgruppe.

**Fall-Kontroll-Studie, Querschnittsstudie, Kohortenstudie.** Beobachtungsstudien, die Zusammenhänge beschreiben, aber nicht belegen, dass ein Stoff eine Wirkung hat.

**Metaanalyse, Netzwerk-Metaanalyse.** Statistische Zusammenfassung mehrerer Studien; die Netzwerk-Metaanalyse vergleicht mehrere Behandlungen untereinander. **SUCRA** ist ein Ranking-Maß in solchen Analysen; ein hoher Rang bedeutet nicht automatisch einen signifikanten Effekt (Vitamin C stand bei der Morphologie mit SUCRA 93,6 % vorn, aber ohne signifikanten Effekt [s138]).

**Odds Ratio (OR), relatives Risiko (RR).** Maße für den Unterschied der Häufigkeit eines Ereignisses zwischen zwei Gruppen; Werte über 1 bedeuten ein häufigeres Ereignis in der Behandlungsgruppe. **Peto-OR** ist eine Variante, die in den Cochrane-Fassungen für die Sensitivitätsanalyse verwendet wurde [s228, s111].

**Mittelwertdifferenz (MD, WMD), standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD).** Maße für den Unterschied von Mittelwerten; die SMD erlaubt den Vergleich verschiedener Messskalen.

**Konfidenzintervall (KI).** Bereich, in dem der wahre Wert mit der angegebenen Wahrscheinlichkeit (meist 95 %) liegt; schließt es den Nullwert (bei Differenzen) oder den Wert 1 (bei Verhältnissen) ein, ist der Effekt nicht signifikant.

**Vorhersageintervall.** Bereich, in dem der Effekt einer künftigen Studie nach dem Modell der Metaanalyse liegen würde; in [s10] schlossen die Vorhersageintervalle für alle vier Endpunkte den Nullwert ein.

**I² (Heterogenität).** Anteil der Streuung zwischen Studien, der nicht auf Zufall beruht; hohe Werte (zum Beispiel 85 % in [s52]) bedeuten, dass die Studien sehr unterschiedliche Ergebnisse liefern.

**GRADE, RoB 2.** GRADE bewertet die Gewissheit der Evidenz („very low“ bis „high“); RoB 2 ist das Cochrane-Werkzeug zur Bewertung des Verzerrungsrisikos randomisierter Studien [s28].

**Sensitivitäts-, Subgruppen-, Post-hoc-Analyse.** Zusatzauswertungen; Subgruppen und Post-hoc-Analysen erzeugen Hypothesen und gelten als weniger belastbar.

**Publikationsverzerrung.** Tendenz, dass Studien mit positivem Ergebnis eher veröffentlicht werden.

**Surrogatendpunkt.** Ersatzmessgröße (zum Beispiel Beweglichkeit) statt des eigentlich interessierenden Ereignisses (Geburt eines Kindes).

**Lebendgeburt, klinische Schwangerschaft.** Endpunkte, die für das Paar am bedeutsamsten sind; klinische Schwangerschaft ist die nachgewiesene Schwangerschaft, Lebendgeburt die Geburt eines lebenden Kindes.

**Mendelsche Randomisierung.** Verfahren, das genetische Varianten als Ersatz für eine Exposition nutzt, um Kausalität zu prüfen [s40].

**Delphi-Verfahren.** Strukturierte Expertenbefragung zur Konsensbildung; die Leitlinie des Global Andrology Forum nutzt es [s01].

**ART, IVF, ICSI, IUI.** Verfahren der assistierten Reproduktion (Befruchtung außerhalb des Körpers, Spermieninjektion, intrauterine Insemination).

**Leitlinie.** Systematisch entwickelte Entscheidungshilfe einer Fachgesellschaft; die AUA/ASRM-Leitlinie [s44] und die EAU-Leitlinie [s20] sind hier gemeint.

**MOSI.** „Male Oxidative Stress Infertility“, ein vorgeschlagener Begriff für infertile Männer mit auffälligem Sperma und oxidativem Stress [s213].

## Quellenverzeichnis

Vollständige Liste aller Quellen der Gesamtstudie, nach Kennung geordnet. Angaben zu Autoren, Jahr, Journal, PMID und DOI stammen aus der Quellentabelle der Gesamtstudie. Bei Quellen ohne PMID und DOI steht die Internetadresse. Titel nichtenglischer Arbeiten stehen im Original, soweit dieses abgerufen wurde (J-STAGE, Dialnet, HAL, Crossref); bei Zeitschriftenartikeln, die in PubMed nur mit einer in eckige Klammern gesetzten englischen Übersetzung geführt werden, steht diese Übersetzung, danach in Klammern die deutsche Übersetzung („deutsch:“). Bei Titeln, denen in der Quellentabelle der letzte Buchstabe fehlte, ist der Titel anhand von Europe PMC, Crossref, Dialnet, HAL beziehungsweise der Seite des Digital Object Identifier berichtigt.

[s01] Agarwal A, Mostafa T, Al Hashimi M et al (2026): Global Andrology Forum Clinical Guidelines on Antioxidant Use in the Treatment of Male Infertility. The world journal of men's health. PMID 41508382; DOI 10.5534/wjmh.250290

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