Dieses Kapitel ordnet die Literatur zu Antipsychotika, Lithium, Benzodiazepinen und ADHS-Medikamenten (vor allem Methylphenidat) nach Sprachräumen. Es fragt in jedem Raum nach den gleichen Dingen: Gibt es eigene Kohorten oder Register, gibt es Leitlinien, in welchen Fachzeitschriften erscheinen die Arbeiten, welche regionalen Besonderheiten prägen die Forschung, wie gut ist der Raum über Datenbanken erreichbar, und wo gibt es kaum eigene Literatur. Es beschreibt Studien und gibt keine Behandlungsempfehlung. Wo Autorinnen, Autoren oder Leitlinien selbst etwas empfehlen, ist dies als deren Aussage gekennzeichnet.
Wie die Zuordnung zu einem Sprachraum erfolgt. Maßgeblich ist die Veröffentlichungssprache, bei englischsprachigen Arbeiten ersatzweise die Herkunft der Erstautorinnen und Erstautoren, wie sie in den Rechercheberichten angegeben ist. Eine Arbeit kann deshalb in mehreren Räumen auftauchen, etwa eine ägyptische Rattenstudie in englischer Sprache im Englischen und im Arabischen. Die Zählung in der Quellentabelle der Studie (192 Einträge) kennzeichnet 154 Einträge mit „en“, von denen 110 ausschließlich diesem Raum zugeordnet sind. Es folgen Türkisch (24 Einträge), Russisch (20), Arabisch (14), Persisch als Nachbarraum (9), Spanisch (4), Japanisch (4), Französisch (4), Chinesisch (2), Deutsch (1) und Portugiesisch (1). Für Italienisch und Koreanisch trägt kein Eintrag das Kennzeichen des jeweiligen Raums. Diese Zahlen beschreiben die Zusammensetzung der gefundenen Quellen. Sie sind kein Maß dafür, wie viel Forschung in einer Sprache tatsächlich existiert, denn die Suche war je nach Raum unterschiedlich gut möglich, was in den Abschnitten zur Erreichbarkeit offen dargestellt wird.
Zwei Vorbemerkungen, die für alle Räume gelten. Erstens sind die Fragen, die in den Räumen bearbeitet werden, nicht dieselben. Humane Samenanalysen unter Psychopharmaka sind in allen Räumen selten. Häufig sind dagegen Tierversuche, Hormonstudien (Prolaktin, Testosteron) und Befragungen zur Sexualfunktion. Prolaktin ist ein Zwischenmarker und kein Fertilitätsbefund. Zweitens ist die Randgruppe der Antiepileptika (Valproat, Carbamazepin, Oxcarbazepin), die auch in der Psychiatrie als Stimmungsstabilisierer dienen, besser untersucht als die vier eigentlich gesuchten Wirkstoffgruppen. Sie erscheint hier nur dort, wo sie für die Einordnung eines Raums nötig ist, und ist nicht auf Lithium, Antipsychotika, Benzodiazepine oder ADHS-Medikamente übertragbar.
Englisch
Umfang und Rolle. Die englischsprachige Literatur trägt fast die gesamte Evidenz: alle großen Registerstudien, alle Metaanalysen, alle Pharmakovigilanzauswertungen und die große Mehrheit der Tierversuche. In den Rechercheberichten fand sich keine Primärstudie mit Spermienparametern, die in einer anderen Sprache veröffentlicht wurde und über Fallberichte, Übersichten, Konsensdokumente oder Abschlussarbeiten hinausginge. Das heißt auch: Wer das Thema verstehen will, liest im Kern englischsprachige Arbeiten. Die übrigen Räume liefern Ergänzungen, Gegenstimmen und regionale Datenquellen.
Humane Kohorten und Studien mit echten Samenparametern. Hier zeigt sich zugleich die Stärke und die Grenze der Literatur.
- Gemischte Psychopharmaka. Yland und Kollegen (2021) werteten die nordamerikanische Präkonzeptionskohorte Pregnancy Study Online aus: 329 Männer mit 566 Samenproben, gemessen mit einem Heimtest für Volumen, Konzentration und Konzentration beweglicher Spermien [s83]. 49 Männer (15 %) berichteten eine diagnostizierte Depression, 41 (12 %) die Einnahme von Psychopharmaka in den letzten vier Wochen. Eine Depressionsdiagnose war mit einem 4,3-fach erhöhten Risiko für ein niedriges Volumen (unter 1,5 ml) verbunden (95-%-Konfidenzintervall 1,16 bis 16); für Konzentration, Beweglichkeit und Gesamtzahl blieben alle Konfidenzintervalle um 1. Für die aktuelle Medikation lagen die adjustierten Risikoverhältnisse zwischen 1,00 und 1,37 mit Konfidenzintervallen, die 1 einschlossen (zum Beispiel niedrige Beweglichkeit 1,37; 0,95 bis 1,98). Die Zahl der Anwender war nach Angabe der Autoren zu klein für klassenspezifische Auswertungen, sodass die Studie die hier gesuchten Wirkstoffgruppen nicht getrennt zeigt.
- Methylphenidat und Stimulanzien. Das größte humane Datenmaterial zu einer der gesuchten Klassen stammt ebenfalls aus dem englischsprachigen Schrifttum. Shalev und Kollegen (2021, Archives of Gynecology and Obstetrics) analysierten 9.769 Samenproben von Männern ab 18 Jahren aus einer Kinderwunschklinik in Beer-Sheva, Israel, und teilten nach Medikamentenkäufen ein: Methylphenidat in den letzten 90 Tagen gekauft (aktuelle Anwender, n = 83), früher gekauft (n = 293), nie (n = 9.393) [s77]. Methylphenidat beeinflusste die Morphologie nicht und war mit höherer Konzentration, Gesamtzahl und Gesamtbeweglichkeit assoziiert; die Autoren sahen keinen negativen Effekt. Pham und Kollegen (2022) fanden in einer retrospektiven Kohorte aus einer akademischen Einrichtung (2002 bis 2020) unter 8.861 Männern 106 (1,2 %) mit aktiver Stimulanzienverordnung (86,7 % Amphetamine, 16,9 % Methylphenidat, 3,8 % beides) und ein niedrigeres Volumen (Median 2,70 gegenüber 3,00 ml; p = 0,025), in der multivariablen Analyse außerdem eine geringere Gesamtzahl beweglicher Spermien (β −18,00 Mio. je Ejakulat; p = 0,033), bei unveränderter Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie [s65]. Siva und Kollegen (2026) verglichen in einer multizentrischen Analyse 388 exponierte mit 776 nicht exponierten Männern mit ADHS-Diagnose (Alter 18 bis 40 Jahre, Median 33 Jahre) und fanden ein niedrigeres Volumen (Median 2,70 gegenüber 2,95 ml; p = 0,02) ohne Unterschiede bei den anderen Parametern (alle p über 0,25) [s17]. Die drei Studien messen Verordnung oder Kauf und nicht die tatsächliche Einnahme, und die Ergebnisse widersprechen sich teilweise: höhere Spermienwerte in [s77], ein niedrigeres Volumen in [s65] und [s17].
- Antipsychotika, Benzodiazepine, Lithium. Die Humanlage in englischer Sprache ist hier sehr dünn. Mazzilli und Kollegen (2021) untersuchten 20 behandelte Männer und 10 unbehandelte fertile Kontrollen, darunter 10 unter Antipsychotika oder Antiepileptika und 4 unter Alprazolam [s73]; sie wird im Abschnitt Italienisch ausführlicher dargestellt. Altiok und Kollegen (2026) verglichen 14 behandelte Männer mit 15 Nichtanwendern und berichten Unterschiede in allen untersuchten Bereichen, doch fehlen im Abstract Wirkstoffe, Dosen und Effektgrößen [s01]. Für Lithium gibt es eine prospektive Studie mit 10 Männern [s183] und eine Untersuchung der Spermienvitalität nach drei Wochen Therapie [s189]. Eine randomisierte kontrollierte Studie mit Spermienparametern als primärem Endpunkt wurde für keine der vier Klassen gefunden, und eine Cochrane-Übersicht zum Thema ebenfalls nicht.
Die frühen Humanarbeiten (1978 bis 1989). Ein auffälliger Teil der englischen Literatur ist alt. Levin und Kollegen (1981) fanden bei depressiven Patienten und Samenspendern keinen Unterschied in Zahl, Vitalität oder Beweglichkeit; drei Wochen Desmethylimipramin oder Lithiumcarbonat senkten die Vitalität, nicht Zahl oder Beweglichkeit [s189]. Hong und Kollegen (1982) fanden in vitro, dass von vier geprüften Substanzen nur Chlorpromazin die Beweglichkeit hemmte (Konzentration für 50 % Hemmung 0,22 mM) [s187]. Raoof und Kollegen (1989) beschrieben eine Hemmung der Beweglichkeit durch Lithium in vitro [s182], was im Widerspruch zu [s189] steht; dazu passt Shen 1992 mit einer halbmaximalen Hemmkonzentration von 10 mM [s180]. García Díez und Gonzalez Buitrago (1982) führten bei 22 Männern durch Metoclopramid und Sulpirid eine Hyperprolaktinämie herbei und sahen weniger Samenvolumen und eine geringere Samenqualität [s186]; Oseko und Kollegen (1988) gaben fünf gesunden Männern 64 Tage lang 300 mg Sulpirid täglich, das basale Testosteron fiel von 1011 auf Werte zwischen 520 und 572 ng/dl, Samenparameter wurden nicht berichtet [s184].
Hormonstudien und Befragungen. Die englischsprachige psychiatrische Literatur liefert viele Prolaktinstudien, die keine Spermien messen. Smith und Kollegen (2002) fanden bei 67 Patienten unter typischen Antipsychotika bei den Männern normale Gonadotropine und Geschlechtshormone [s167]. Redman und Kollegen (2021) fanden in einer Pilotstudie mit 22 Männern erhöhtes Prolaktin bei 68 % und niedriges Testosteron bei 55 % [s76]. Costa und Kollegen (2007) randomisierten 63 Patienten auf Olanzapin oder konventionelle Antipsychotika [s157]. Die Übersichten zeichnen ein einheitliches Bild der Ungewissheit: Drobnis und Nangia (2017) halten fest, bemerkenswert wenige Studien hätten die Wirkung von Antipsychotika auf die Samenqualität untersucht [s104]; Solomon und Kollegen (2019) betonen, die meisten Daten stammten aus präklinischen und nicht randomisierten klinischen Studien mit kleinen Stichproben [s92]; Worly und Gur (2015) werteten 37 Studien systematisch aus und kamen zu dem Schluss, die Literatur sei nicht robust genug, um den Einsatz von Psychopharmaka bei Kinderwunsch zu beeinflussen [s119]. Hier liegt auch eine Verzerrung des englischen Raums: Worly und Gur schlossen nur englischsprachige Artikel ein, sodass die systematische Übersicht die übrigen Räume per Konstruktion nicht abbildet.
Register, Pharmakovigilanz und genetische Analysen. Das größte Register in der Gruppe der Stimmungsstabilisierer ist die TriNetX-Auswertung von Mbizvo und Kollegen (2025, Nature Communications): 91.917 Männer mit Valproat-Exposition und 535.803 ohne, nach Propensity-Matching verglichen [s26]. Der Gesamtendpunkt über die Lebenszeit ergab ein Hazard-Ratio von 0,932 (95-%-Konfidenzintervall 0,849 bis 1,024), die Autoren sahen keinen Zusammenhang zwischen Valproat und Infertilität; Schwächen sind Diagnosecodes statt Samenanalysen und fehlende Dosisangaben. Pharmakovigilanz-Auswertungen sind Meldesysteme und erlauben keine Häufigkeitsaussage: Gong und Kollegen (2026) werteten 1.955 FAERS-Fälle und 1.384 Fälle aus EudraVigilance aus und nennen unter den Signalgebern keinen der gesuchten Wirkstoffe [s07]; An und Kollegen (2025) fanden unter 81.618 deduplizierten Antiepileptika-Berichten 60 zur männlichen Infertilität [s20]; Zeng und Kollegen (2025) werteten 3.210 Berichte mit väterlicher Exposition aus 16.180.533 aus [s35]. Eine bidirektionale Mendelsche Randomisierung (Chen 2024) fand für ADHS und affektive Störungen einen Zusammenhang mit männlicher Infertilität, ohne Medikamente zu untersuchen [s38]; das erinnert daran, dass die Grunderkrankung selbst ein Störfaktor sein kann.
Leitlinien. Zwei englischsprachige Leitlinien wurden im Volltext geprüft. Die AUA/ASRM-Leitlinie zur Infertilität beim Mann (2020, ergänzt 2024; online am 15. August 2024) enthält im abgerufenen Volltext die Begriffe Lithium, Benzodiazepin, Methylphenidat, Psychopharmaka und ADHS nicht [s36]. Sie nennt „many antipsychotics and antidepressants“ nur im Abschnitt zur Hyperprolaktinämie unter den Arzneimitteln, die über den Wegfall der dopaminergen Prolaktinhemmung eine Hyperprolaktinämie verursachen, und hält fest, dass die Daten zu den meisten Risikofaktoren einschließlich Medikamenten begrenzt seien. Das Kapitel Male Infertility der EAU-Leitlinie Sexual and Reproductive Health enthält die Wörter Antipsychotika, Neuroleptika, Lithium, Benzodiazepine, Methylphenidat, Psychopharmaka und ADHS ebenfalls nicht [s192]. Es verlangt allgemein, jede mögliche gonadotoxische Medikation auszuschließen, und nennt anabole Substanzen und Chemotherapeutika als Beispiele; zur Hyperprolaktinämie führt es Dopaminagonisten oder das Absetzen des auslösenden Arzneimittels auf (Stärke der Empfehlung „weak“), ohne Antipsychotika zu nennen. Beide Leitlinien treffen also keine Aussage zu den vier Wirkstoffgruppen und der Samenqualität.
Fachzeitschriften und regionale Besonderheiten. Die Arbeiten erscheinen in toxikologischen, andrologischen und psychiatrischen Zeitschriften, etwa Reproductive Toxicology [s11, s12, s34], Andrology [s15, s65], Fertility and Sterility [s83], Frontiers in Endocrinology [s73] oder Epilepsy & Behavior Reports [s78]. Der englische Raum ist zugleich der Ort, an dem die Erkenntnislücke am deutlichsten benannt wird: Es gibt keine kontrollierte Studie, die Samenparameter unter Antipsychotika, Lithium oder Benzodiazepinen als Hauptzielgröße misst, und keine Studie, die Schwangerschaften oder Geburten nach väterlicher Exposition nachverfolgt (nur Einzelfallberichte [s135, s67]).
Tierversuche und In-vitro-Arbeiten. Der Großteil der englischsprachigen Befunde zu Antipsychotika, Lithium und Methylphenidat entstammt Nagerversuchen mit Dosen von etwa 2 bis 40 mg/kg und Körpergewicht und Tag; eine Umrechnung auf den Menschen ist in den Abstracts nicht dargestellt. Beispiele sind Olanzapin 2,5, 5 und 10 mg/kg über 28 Tage, wobei der Anteil normal geformter Spermien von 84,00 % auf 64,86 % (5 mg/kg) und 66,81 % (10 mg/kg) sank, Konzentration und Beweglichkeit sich aber nicht signifikant änderten [s68], und eine GLP-konforme Zwei-Generationen-Studie zu Lithiumcarbonat, die keine nachteiligen Wirkungen auf die Spermien fand [s81]. Mehrere Arbeiten sind Schutzversuche, in denen das Antipsychotikum nur als Schädigungsmodell dient [s08, s27]. In-vitro-Arbeiten an menschlichen Spermien zeigen bei hohen Konzentrationen Funktionsminderungen, etwa für Atomoxetin ab 50 µM (progressive Beweglichkeit 27,8 % gegenüber 53,0 % nach 120 Minuten) [s12] oder Natriumvalproat [s14]; ob solche Konzentrationen im Samen behandelter Männer erreicht werden, geben die Abstracts nicht an.
Erreichbarkeit der Datenbanken. Der englische Raum ist über PubMed (Webseite gesperrt, deshalb nur über die NCBI-E-utilities), Europe PMC und über die Volltexte frei zugänglicher Artikel am besten erreichbar. Zwei Besonderheiten sind zu nennen. Die E-utilities lieferten bei dichter Abfolge zeitweise Fehlerantworten ohne Daten, und Abstracts in Europe PMC verlieren teils Text hinter dem Zeichen „<“, sodass Zahlen mit der PubMed-Fassung abgeglichen werden mussten. Für zwei nicht frei zugängliche Studien (Yland 2021, Pham 2022) ließen sich Autorenmanuskripte über PMC abrufen. Die Cochrane Library lieferte per Abruf keine auswertbaren Suchergebnisse; die ersatzweise Suche in Europe PMC nach Cochrane-Übersichten ergab keine Übersicht zu Psychopharmaka und Spermienqualität.
Deutsch
Befund in einem Satz. Die deutschsprachige Literatur ist in den abgerufenen Quellen praktisch nicht vorhanden: Es fand sich genau eine deutschsprachige Arbeit mit auswertbarem Abstract, und sie stammt aus dem Jahr 1985.
Die einzige Quelle. Schill und Przybilla (1985) schrieben in der Zeitschrift für Hautkrankheiten über Nebenwirkungen von Arzneimitteln auf die männliche Fertilität [s185]. Der Abstract zählt unter den Mechanismen die antispermatogene Wirkung von Zytostatika, Immunsuppressiva, Psychopharmaka und Antibiotika auf, ferner eine Hemmung des Spermientransports durch Neuroleptika und trizyklische Antidepressiva und eine Hemmung der Beweglichkeit durch psychopharmakologische Substanzen. Er nennt keine Zahlen, keine Wirkstoffe im Einzelnen und keine Kohorte; die Arbeit ist eine Übersicht aus einer dermatologischen Zeitschrift und keine eigene Untersuchung. Ein weiterer deutschsprachiger Titel von 1974, der die Wirkung einer Kombination aus Acetylsalicylsäure, Chinidin und Lithium auf die Fertilität von Mäusen betrifft, wurde gefunden, aber ohne abrufbaren Abstract; sein Inhalt ist nicht bekannt und fließt nicht in die Bewertung ein.
Kohorten und Register. Eigene deutschsprachige Kohorten oder Register mit Samenparametern unter Psychopharmaka wurden nicht gefunden. Ob es deutsche Registerdaten, etwa aus Kinderwunsch- oder Andrologieambulanzen, gibt, die das Thema berühren, lässt sich aus den Recherchen nicht beantworten: Gesucht wurde in Literaturdatenbanken, nicht in den Berichten einzelner Zentren. Auf europäischer Ebene ist die Pharmakovigilanzdatenbank EudraVigilance in eine englischsprachige Auswertung eingegangen (1.384 Fälle zu arzneimittelbedingter männlicher Infertilität); im Abstract dieser Studie wird keiner der gesuchten Wirkstoffe als Beispiel genannt [s07].
Leitlinien. Das Register der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) ist eine JavaScript-Anwendung; über die Suche per Abruf kamen keine Ergebnisse zurück. Eine Aussage zum Inhalt deutscher Leitlinien zum Thema kann deshalb ausdrücklich nicht gemacht werden. Das ist eine Lücke der Recherche und kein Befund; wer den deutschen Leitlinienstand beurteilen will, muss das Register direkt einsehen. Die europäische Leitlinie der EAU enthält zu den vier Wirkstoffgruppen keine Aussage [s192].
Fachzeitschriften und Erreichbarkeit. Die einzige abgerufene Quelle erschien in einer dermatologischen Fachzeitschrift. Europe PMC war mit dem Sprachfilter für Deutsch durchsuchbar; außer den beiden genannten Titeln wurde dabei nichts Einschlägiges berichtet. Es gibt in den Berichten keinen Hinweis auf deutschsprachige psychiatrische, andrologische oder reproduktionsmedizinische Primärstudien zum Thema.
Einordnung. Die deutsche Literatur liefert keine Evidenz, die über den englischsprachigen Teil hinausgeht. Das ist eine Aussage über das, was in den durchsuchten Datenbanken auffindbar war, und keine darüber, was in deutschsprachigen Zentren in der Praxis bekannt ist oder untersucht wird.
Französisch
Befund in einem Satz. Das Französische liefert eine alte Übersicht, eine Tierstudie aus Tunesien und zwei Abschlussarbeiten, aber keine humane Samenstudie unter den gesuchten Wirkstoffen.
Übersicht. Cohen (1981) ordnete im Journal de gynécologie, obstétrique et biologie de la reproduction die Psychopharmaka in drei Gruppen (Depressiva, Stimulanzien, Modifikatoren der Aktivität des zentralen Nervensystems) und hielt fest, dass die vorliegende Information einen Einfluss auf die männliche und weibliche Gonadenfunktion nahelege, aber beweisende Studien fehlten [s188]. Der Abstract nennt keine Zahlen. Die Aussage entspricht der Einschätzung, die in englischsprachigen Übersichten von 2015 und 2019 wiederkehrt [s119, s92].
Tierstudie aus Tunesien. Allagui und Kollegen (2005) veröffentlichten in den Comptes Rendus Biologies einen Rattenversuch zu Lithium: Lithiumcarbonat 2000 oder 4000 mg/kg Futter [s159]. Der Serumspiegel stieg in der niedrigeren Gruppe von 0,44 mM (Tag 7) auf 1,34 mM (Tag 28); in der höheren wurde der Versuch am Tag 14 wegen hoher Sterblichkeit beendet. Testosteron sank, und die Spermatogenese kam laut Abstract zum Stillstand. Die Autoren schließen, Lithium könne rasch toxische Effekte bei Konzentrationen auslösen, wie sie in der Behandlung bipolarer Störungen verwendet werden. Nach der Einordnung in den Rechercheberichten lagen nur Abstracts vor, und die starke Allgemeintoxizität (Nierenfunktionsstörung, Sterblichkeit) macht hodenspezifische Effekte nicht isolierbar.
Abschlussarbeiten. Oukhaba (2024, HAL/DUMAS) befasst sich in einer Literaturübersicht mit dem Einfluss von Psychopharmaka auf die männliche Fertilität einschließlich Erektionsfunktion, Spermienparametern und Folgen für die Nachkommen [s42]. Der Abstract nennt, dass in Frankreich 16 Millionen Menschen schon einmal Psychopharmaka und fünf Millionen Cannabis konsumiert haben, und gibt keine Studienzahlen wieder; die Arbeit selbst wurde nicht ausgewertet. Hocede (2017, Université Toulouse III) wertete 1.923 Meldungen zu Arzneimitteln und männlicher Fertilität in der WHO-Datenbank Vigibase aus (1981 bis 25. November 2016); die Patienten waren überwiegend 18 bis 44 Jahre alt [s106]. An der Spitze der Wirkstoffe standen Finasterid, Testosteron, Valproinsäure, Acetylsalicylsäure und Dutasterid; die Autorin nennt außerdem „gewisse Psychotropika“ unter den weniger erwarteten Wirkstoffen. Es sind Meldungen ohne Nenner, und die gesuchten Wirkstoffklassen sind im Abstract nicht aufgeschlüsselt. Mit Valproinsäure erscheint ein Stimmungsstabilisierer unter den häufigsten Meldungen.
Kohorten, Register, Leitlinien. Eigene französische Kohorten mit Samenparametern unter Psychopharmaka wurden nicht gefunden. Als Register kommt die internationale Vigibase in der Toulouser Arbeit vor [s106]. Eine französische Leitlinie zum Thema wurde nicht gefunden; Webseiten französischer Fachgesellschaften sind in den Berichten nicht eigens geprüft worden, sodass dazu keine Aussage möglich ist. Eine französischsprachige Übersicht zu Ejakulationsstörungen (Progrès en Urologie, 2013) wurde über OpenAlex gefunden, aber ohne Abstract nicht ausgewertet.
Fachzeitschriften und Erreichbarkeit. Die Comptes Rendus Biologies und das Journal de gynécologie, obstétrique et biologie de la reproduction sind die Fundstellen der beiden Zeitschriftenarbeiten. Die HAL-Schnittstelle war erreichbar: Von sieben französischsprachigen Abfragen ergab eine (fertilité masculine médicaments psychotropes) einen einschlägigen Treffer, die Abschlussarbeit [s42]. Eine Abfrage zu spermatozoïdes psychotropes lieferte eine Doktorarbeit über ein Anxiolytikum bei einer Süßwasserschnecke, die für den Menschen nicht einschlägig ist, und eine Abfrage zu „méthylphénidate“ ergab 201 Treffer, deren erste Titel nicht das Thema betrafen. Europe PMC war mit dem Sprachfilter für Französisch durchsuchbar. Die Datenbank Cairn war nicht erreichbar (Zugriff mit 403 und Bot-Schutz verweigert); Belhadga und Kollegen nennen Cairn unter den Quellen ihrer Übersicht [s49], was zeigt, dass dort Literatur liegt, die hier nicht gesichtet werden konnte. Der Raum ist also wegen des Datenbankzugangs eher unterbewertet als belegt dünn; dennoch gilt: Was erreichbar war, enthält keine humane Samenstudie.
Regionale Besonderheit. Aus dem frankophonen Maghreb stammen zwei Arbeiten: die genannte tunesische Lithiumstudie [s159] und das Kongressabstract aus einer marokkanischen psychiatrischen Universitätsklinik (European Psychiatry, Supplement), das Antipsychotika und Spermatogenese behandelt [s49]. Es ist englischsprachig und enthält keine Zahlen; die Autoren räumen ein, dass die meisten prospektiven Studien an Ratten durchgeführt wurden.
Italienisch
Befund in einem Satz. Der italienische Raum liefert eine einzige, dafür besonders informative Humanstudie, und sie ist englischsprachig.
Die Studie von Mazzilli und Kollegen (2021). Die Andrologie der Sapienza-Universität Rom (Klinikum Sant'Andrea) und ein Labor für Massenspektrometrie entwickelten ein LC-MS/MS-Verfahren, um Psychopharmaka im Samenplasma zu messen, und veröffentlichten die Beobachtungsstudie in Frontiers in Endocrinology [s73]. Von 41 Männern aus infertilen Paaren (idiopathische oder ungeklärte männliche Infertilität, Psychopharmaka seit mehr als drei Monaten) wurden 21 ausgeschlossen, unter anderem wegen weiterer Medikamente, Hypogonadismus, Hyperprolaktinämie, Hypothyreose, schwerer Varikozele, früherer Hodentorsion oder -trauma und obstruktiver Azoospermie. Es blieben 20 Männer, verglichen mit 10 unbehandelten fertilen Kontrollen (mittleres Alter 34,8 ± 3,7 gegenüber 34,1 ± 3,8 Jahre). Sechs erhielten einen SSRI (Fluoxetin), vier ein Benzodiazepin (Alprazolam) und zehn Antipsychotika beziehungsweise Antiepileptika (Quetiapin, Olanzapin, Levetiracetam, Aripiprazol); die Behandlungsdauer lag zwischen 10 und 24 Monaten.
Wirkstoffspiegel. Alprazolam, Olanzapin und Levetiracetam erreichten im Samenplasma ähnliche Konzentrationen wie im Serum: Alprazolam 9,1 ± 8,1 ng/ml im Samenplasma gegenüber 17,8 ± 10,8 ng/ml im Serum, Olanzapin 37,4 ± 21,3 gegenüber 42,0 ± 19,8 ng/ml. Quetiapin (34,3 ± 14,9 gegenüber 318,0 ± 76,7 ng/ml) und Aripiprazol (39,1 ± 17,2 gegenüber 240,3 ± 62,3 ng/ml) lagen im Samenplasma deutlich unter den Serumwerten. Mit zwei bis vier Männern je Wirkstoff sind das Beobachtungen und keine Verteilungsstudien.
Samenparameter. Die progressive Beweglichkeit war in der gesamten behandelten Gruppe niedriger (36,8 ± 11,6 % gegenüber 46,3 ± 10,0 %; p = 0,03). Volumen, Konzentration, Gesamtzahl und Anteil abnormer Formen unterschieden sich nicht. In der Untergruppe Antipsychotika/Antiepileptika (n = 10) waren Konzentration (52,6 ± 27,4 × 10^6/ml; p = 0,01) und Gesamtzahl (167,1 ± 101,5 × 10^6) niedriger, und die progressive Beweglichkeit betrug 31,3 ± 10,0 % gegenüber 46,3 ± 10,1 % bei den Kontrollen (p = 0,003). Die Alprazolam-Gruppe (n = 4) unterschied sich in Konzentration (84,3 ± 15,3 × 10^6/ml) und Beweglichkeit (41,3 ± 11,1 %) nicht erkennbar von den Kontrollen (82,1 ± 17,6 × 10^6/ml; 46,3 ± 10,0 %).
Grenzen. Die Untergruppe vereint vier verschiedene Wirkstoffe, darunter das Antiepileptikum Levetiracetam; Dosen sind nicht angegeben; die Kontrollen sind fertile Männer ohne Behandlungsindikation, sodass die Grunderkrankung als Störfaktor nicht auszuschließen ist; die Studie ist ein Querschnitt. Die Autoren nennen die Ergebnisse selbst vorläufig. Weil sie Wirkstoffspiegel im Samenplasma misst, erlaubt sie einen Blick auf die Frage, die In-vitro-Arbeiten offen lassen: Trifluoperazin wurde in vitro in 12,5 bis 100 µM eingesetzt [s45]; ob diese mikromolaren Konzentrationen den im Samenplasma gemessenen Nanogramm-Spiegeln entsprechen, geht aus dem Abstract jener Arbeit nicht hervor.
Weitere Literatur, Leitlinien, Register. Italienischsprachige Treffer in Europe PMC und OpenAlex waren für das Thema nicht einschlägig; ein Übersichtsartikel zu „Fattori maschili dei disturbi della fertilità“ (männliche Faktoren von Fruchtbarkeitsstörungen) wurde im Volltext durchsucht und enthielt keine Aussage zu Psychopharmaka. Die Webseite der Società Italiana di Andrologia war erreichbar, lieferte aber über die Suchabfrage keine Inhalte; Leitlinien oder Positionspapiere zum Thema wurden dort nicht gefunden. Italienische Kohorten oder Register außerhalb der einen beschriebenen Studie wurden nicht gefunden.
Einordnung. Eigene Literatur in italienischer Sprache zu dieser Frage war nicht auffindbar. Das ist offen zu sagen, ohne daraus zu schließen, dass dort nichts geforscht würde: Die Suche beschränkte sich auf Europe PMC, OpenAlex und die Webseite einer Fachgesellschaft. Die Studie aus Rom ist in der Gesamtlage dennoch gewichtig, weil sie zeigt, wie wenig bisher gemessen wurde: In der Antipsychotika-Untergruppe stützt sie sich auf zehn Männer [s73].
Portugiesisch
Befund in einem Satz. In portugiesischer Sprache fand sich genau eine Quelle, eine Dissertation zu Methylphenidat bei Mäusen; Humandaten gibt es nicht.
Die Dissertation. Rodrigues (2019) legte an der Universidade Federal de Viçosa eine Dissertation vor, die über das Repositorienportal LA Referencia mit portugiesischem Abstract und englischem Titel auffindbar war: Wirkungen von Methylphenidat-Chlorhydrat (Ritalin) auf die Hoden von Balb/c-Mäusen [s90]. Der Abstract beschreibt 24 Mäuse und Tagesdosen von 20 und 40 mg/kg. Körpergewicht und Plasma-Testosteron sanken; vermindert waren auch Spermatiden, Spermatozoen, Spermienproduktion und die Transitzeit der Spermien im Nebenhoden. Durchmesser der Hodenkanälchen und des Lumens blieben unverändert, wesentliche pathologische Veränderungen wurden nicht beobachtet. Die Autorin schließt, Methylphenidat könne die männliche Fertilität beeinträchtigen. Eine englischsprachige Zeitschriftenfassung (Reproductive Biology, 2025) hat dasselbe Design mit 24 Mäusen und dieselbe Richtung der Befunde (weniger Körpergewicht, weniger Testosteron, geringere Spermienproduktion) [s31]; nach den Rechercheberichten handelt es sich vermutlich um dieselben Daten, sodass beide Quellen nicht als unabhängige Bestätigung zählen.
Übrige Nagerstudien. Die Berichte weisen für die englischsprachigen Nagerstudien die Herkunft der Gruppen nicht im Einzelnen aus. Sie werden deshalb hier nicht geografisch dem portugiesischen Raum zugeordnet, sondern im Abschnitt Englisch behandelt. Als Beispiele für Arbeiten zu den gesuchten Wirkstoffen, bei denen sich eine Zuordnung nach den Namen der Autorinnen und Autoren aufdrängen könnte, seien genannt: Methylphenidat 5 mg/kg über 30 Tage ab dem 38. Lebenstag mit Paarung ab Tag 107, wobei hohe Spiegel an Spermien-DNA-Schäden und eine um 40 % verminderte frühe Embryoqualität beschrieben werden [s59]; Methylphenidat 2,5 oder 5,0 mg/kg vom 21. bis 60. Lebenstag mit mehr Spermien mit abnormer Flagellum-Morphologie bei 2,5 mg/kg [s125]; Olanzapin in der Laktation mit kleineren Hoden und niedrigerem Testosteron bei den männlichen Jungtieren [s55]; Sulpirid in der Laktation mit geringeren Hodengewichten der Nachkommen [s137]. Das sind Tierversuche an Nagern ohne Aussage zum Menschen.
Übersichten. In zwei englischsprachigen Übersichten desselben Autorenkreises (Rodrigues und Kollegen, 2026) werden Benzodiazepine als lipophile Substanzen beschrieben, die sich in lipidreichen Geweben wie dem Reproduktionstrakt anreichern könnten, wobei die humanen Studien begrenzt seien und longitudinale Untersuchungen zu Dosisabhängigkeit, Reversibilität und transgenerationalen Folgen fehlten [s16]; die Übersicht zu Psychostimulanzien trennt im Abstract therapeutische Anwendung und Missbrauch nicht [s15].
Kohorten, Register, Leitlinien. Portugiesischsprachige Kohorten, Register oder Leitlinien zum Thema wurden nicht gefunden. Aussagen zu brasilianischen oder portugiesischen Fachgesellschaften sind nicht möglich, weil sie nicht geprüft wurden.
Erreichbarkeit. Die wichtigsten Regionaldatenbanken, SciELO und LILACS (BVS), waren nicht erreichbar (Zugriff mit 403 und Bot-Schutz verweigert). Die ArticleMeta-Schnittstelle von SciELO war erreichbar, bietet aber keine Textsuche. Die portugiesischsprachige Suche über OpenAlex ergab nur die genannte Dissertation. Der portugiesische Raum ist damit der Raum, in dem die Lücke am deutlichsten durch den Datenbankzugang mitbestimmt ist: Dass dort mehr existiert, ist möglich, aber mit den verfügbaren Mitteln nicht prüfbar.
Spanisch
Befund in einem Satz. Die spanischsprachige Literatur ist klein und besteht aus einer Übersicht, einem Konsensdokument, einer Querschnittsstudie ohne Samenparameter und einer Fallserie.
Übersicht und Konsens. Elenitza (2005, Vertex, Buenos Aires) fasste die endokrinologischen Nebenwirkungen von Psychopharmaka zusammen: Hyperprolaktinämie könne unter anderem Galaktorrhö, Amenorrhö, Sexualstörungen, gestörte Spermatogenese und ein erhöhtes Osteoporoserisiko verursachen; atypische Antipsychotika verursachten weniger Hyperprolaktinämie als konventionelle; Lithium wirke deutlich auf die Schilddrüsenfunktion [s160]. Der spanische multidisziplinäre Konsens zur arzneimittelbedingten Hyperprolaktinämie durch Antipsychotika (Montejo González und Kollegen 2016, Revista de psiquiatría y salud mental) nennt als kurzfristige Symptome Amenorrhö, Galaktorrhö und sexuelle Dysfunktion (verminderte Lust und erektile Dysfunktion durch sekundären Hypogonadismus) und als mittel- bis langfristige Folgen unter anderem Hypogonadismus, niedrige Knochendichte und kardiovaskuläres Risiko [s111]. Die Autorengruppe empfiehlt eine Prolaktinbestimmung bei Behandlungsbeginn aller Patienten unter Antipsychotika, zusätzlich FSH, LH, Testosteron und Vitamin D sowie ein routinemäßiges Erfragen der Sexualfunktion; bei Prolaktin über 150 ng/ml solle ein Prolaktinom ausgeschlossen werden. Das ist eine Aussage der Autorengruppe zur Überwachung und kein Beleg zur Samenqualität; der Abstract nennt keine Spermienparameter und keine Fertilität. Es ist eines der wenigen Konsensdokumente der Recherche, die die Fortpflanzungsachse unter Antipsychotika ausdrücklich ansprechen.
Querschnittsstudie. Martín-Muñoz und Kollegen (2018, Actas españolas de psiquiatría; über Dialnet nachgewiesen) untersuchten 57 ambulante Patienten mit Schizophrenie unter Antipsychotika-Monotherapie der zweiten Generation [s99]. 80 % hatten eine sexuelle Dysfunktion, ein Drittel in starker Ausprägung, und nur 30 % berichteten dies spontan. Die multivariate Regression fand keinen Zusammenhang der sexuellen Dysfunktion mit Prolaktin, Geschlechtshormonen, Art des Antipsychotikums, psychotischer Psychopathologie oder metabolischem Syndrom, sondern nur mit Alter, Familienstand (ledig oder geschieden) und depressiver Psychopathologie. Das ist ein Gegengewicht zur verbreiteten Kette Antipsychotikum, Hyperprolaktinämie, Sexualstörung; Samenparameter wurden nicht untersucht.
Fallserie. Jimeno Orozco und Kollegen (2026, IATREIA, über DOAJ nachgewiesen) berichten über zwei Patienten unter Quetiapin und Olanzapin mit Aneiakulation bei erhaltenem Orgasmusempfinden [s09]. Die retrograde Ejakulation wurde über den Nachweis von Spermien im Urin nach Masturbation diagnostiziert und mit dem Naranjo-Algorithmus bewertet; der erste Patient besserte sich nach Wechsel des Antipsychotikums und Aufklärung, beim zweiten (Olanzapin, Hyperprolaktinämie ohne Hypophysenläsion) gab es keine Nachbeobachtung. Zwei Fälle erlauben keine Häufigkeitsaussage. Wichtig ist der Befund für die Beurteilung einer Samenprobe, denn eine retrograde Ejakulation verändert das Ejakulat, ohne dass die Spermatogenese betroffen sein muss; ähnliche Berichte gibt es auf Englisch für Risperidon bei Jugendlichen und bei einem 51-jährigen Mann [s165, s164].
Kohorten, Register, Leitlinien, Zeitschriften. Spanischsprachige Kohorten oder Register mit Samenparametern wurden nicht gefunden. Eine spanische Leitlinie zur Samenqualität unter Psychopharmaka wurde nicht gefunden; das Konsensdokument [s111] ist das nächstliegende Dokument. Die Fundstellen sind Fachzeitschriften der Psychiatrie und Allgemeinmedizin (Actas españolas de psiquiatría, Revista de psiquiatría y salud mental, IATREIA, Vertex).
Erreichbarkeit. Dialnet war erreichbar. Suchen zu Spermien und Psychopharmaka (esperma und espermatozoides in Verbindung mit psicofármacos, antipsicóticos, litio, metilfenidato) ergaben keine Treffer; Suchen zu Hyperprolaktinämie unter Antipsychotika ergaben 25 Dokumente. Das ist ein deutlicher Hinweis, dass der Raum zur Spermienfrage kaum eigene Literatur hat, aber über die Hyperprolaktinämie und die Sexualfunktion sehr wohl publiziert. Die Datenbanken SciELO und LILACS, die für lateinamerikanische Zeitschriften wichtig sind, waren nicht erreichbar.
Chinesisch
Befund in einem Satz. Aus dem chinesischen Raum kommt viel englischsprachige Literatur, aber kaum Zugang zur chinesischsprachigen; für die vier gesuchten Wirkstoffgruppen fand sich keine Studie mit Spermiogrammen an behandelten Patienten.
Chinesischsprachige Quellen. Zwei Einträge der Studie sind in chinesischer Sprache erschienen. Gao und Kollegen (2017, Zhonghua Nan Ke Xue, Foshan; Abstract auch englisch) stellten in einer einarmigen Studie 75 Männer mit erstmaliger Schizophrenie und sekundärer Sexualfunktionsstörung nach Amisulprid oder Risperidon auf Aripiprazol (10 auf 30 mg/Tag in zwei Wochen) um [s105]. Nach vier Wochen stiegen der Sexualfunktionswert (24,3 ± 2,1 auf 32,6 ± 3,6) und das Testosteron (13,3 ± 2,7 auf 17,4 ± 3,0, in der Quelle in mmol/l angegeben, eine ungewöhnliche Einheit, die unverändert übernommen wird), Prolaktin sank (38,5 ± 10,5 auf 27,9 ± 8,2 ng/ml); nach acht Wochen lagen Sexualfunktion und Prolaktin wieder auf dem Aufnahmeniveau. Die Studie hat keine Kontrollgruppe und misst keine Spermienparameter. Meng und Kollegen (2001, Zhonghua Yi Xue Yi Chuan Xue Za Zhi) setzten menschliche Spermienchromosomen in vitro Phenytoin (10, 20 und 40 µg/ml) aus; strukturelle Aberrationen waren in allen drei Gruppen häufiger als in der Blindkontrolle, signifikant aber nur bei 40 µg/ml [s169]. Phenytoin ist ein Antiepileptikum und liegt außerhalb der vier gesuchten Gruppen.
Englischsprachige Arbeiten aus Festlandchina. Der größte Teil der neueren Arbeiten erscheint auf Englisch. Auffällig ist eine Gruppe in Jiangxi und Nanchang, die menschliche Spermien in vitro mit häufig verordneten Substanzen exponiert und Kalzium-, CatSper-, Mitochondrien- und ROS-Befunde erhebt: Atomoxetin [s12], Clonidin [s11], Trifluoperazin [s45] und, in Yichun, Natriumvalproat [s14]. Die Studien nutzen ähnliche Methodik und teils überlappende Autorenschaft; sie sind nicht unabhängig voneinander, und die Zahl der Spender ist in den Abstracts meist nicht genannt. Beispielhaft: Bei 50 µM Atomoxetin sank die progressive Beweglichkeit nach 120 Minuten auf 27,8 % (Kontrolle 53,0 %) ohne wesentliche Minderung der Vitalität (68,9 % gegenüber 74,4 %) [s12]; Trifluoperazin führte bei 50 und 100 µM zu ROS-Anhäufung und Abfall des Membranpotenzials der Mitochondrien [s45]. Hinzu kommen Tierstudien zu Carbamazepin aus Anhui (100, 200, 400 mg/kg über 12 Wochen; Hormone und Hoden betroffen) [s10, s41] und eine Studie zu Olanzapin und Hodenfibrose aus Xuzhou ohne Zahlen im Abstract [s03]. Pharmakovigilanz-Auswertungen aus China sind zunehmend häufig [s07, s20, s35], ebenso eine Mendelsche Randomisierung [s38] und eine Querschnittsstudie aus Wuhan, nach der Depression, nicht Angst, mit schlechteren Samenparametern verbunden war [s47].
Klinische Samenstudien aus China: Antiepileptika. Die einzigen gemessenen Spermiogramme an behandelten Männern aus dem chinesischen Raum stammen aus epileptologischen Zentren und betreffen die Randgruppe. Guo und Kollegen (2021, Sichuan) untersuchten 44 neu diagnostizierte Männer (23 unter Valproat, 21 unter Oxcarbazepin) und 30 gesunde Kontrollen vor und sechs Monate nach Therapiebeginn [s71]. Unter Valproat sanken Konzentration von 37,70 ± 7,64 auf 30,00 ± 9,17 Mio./ml (p = 0,003) und Vorwärtsbeweglichkeit von 41,95 ± 4,64 auf 34,73 ± 8,15 % (p = 0,001); unter Oxcarbazepin änderten sich diese Werte nicht. Wichtig ist die Basismessung: Schon vor der Therapie lagen Konzentration (37,07 ± 6,54 gegenüber 41,77 ± 7,19 Mio./ml; p = 0,005) und Gesamtzahl bei den Epilepsiepatienten unter den Kontrollwerten, was die Deutung aller Epilepsiestudien ohne Basismessung erschwert. Wu und Kollegen (2018) fanden bei 38 neu diagnostizierten Männern unter Oxcarbazepin, Levetiracetam oder Lamotrigin ebenfalls schon vor der Therapie verminderte Samenqualität [s101]; Xiaotian und Kollegen (2013, Yangzhou) verglichen Valproat (n = 32), Levetiracetam (n = 20) und Kontrollen (n = 30) [s138]. Die Metaanalyse von Asghar und Kollegen (2024, Chongqing) mit 7 präklinischen (112 Tiere) und 5 klinischen Studien (274 Männer) zeigte für die klinische Beweglichkeit eine standardisierte Mittelwertdifferenz von −1,62 (−2,81 bis −0,43), für Spermienzahl (−0,78; −1,58 bis 0,03) und abnorme Spermien (0,93; −0,97 bis 2,84) keine signifikante Wirkung [s37]. Eine Übertragung auf Lithium, Antipsychotika, Benzodiazepine oder ADHS-Medikamente ist nicht möglich.
Taiwan und Hongkong. Taiwan liefert zwei Dinge. Erstens die frühen Laborarbeiten aus Kaohsiung zu menschlichen Spermien in vitro: Shen und Kollegen (1992) fanden für Lithium eine halbmaximale Hemmkonzentration der Beweglichkeit von 10 mM, während Haloperidol bei 0,027 µM die Beweglichkeit auf 127 % der Kontrolle steigerte [s180]; Chen und Kollegen (1992) und Shen und Chen (1990) prüften Antiepileptika [s179, s181]. Zweitens große Kohortenstudien aus der nationalen Krankenversicherung. Wang und Kollegen (2019) untersuchten 59.746 Jungen mit ADHS und 52.008 Kontrollen (Beobachtung 1999 bis 2011); die Hodendysfunktion, kodiert über ICD-9-CM 257.x, kam bei 0,14 % der Jungen mit ADHS und 0,06 % der Kontrollen vor (adjustiertes Odds-Ratio 1,95; 1,26 bis 3,04), unter Methylphenidat jedoch nicht signifikant häufiger (adjustiertes Hazard-Ratio 1,40; 0,77 bis 2,54) [s93]. Das ist ein Diagnosecode und kein Spermiogramm. Feng und Kollegen (2026) werteten eine Geburtskohorte (2001 bis 2016) mit 2.583.503 Personen aus, darunter 1.701 mit väterlicher Valproat-Exposition in den drei Monaten vor der Zeugung, ohne Zunahme neuronaler Entwicklungsstörungen (zum Beispiel ADHS HR 1,02; 0,88 bis 1,18) [s06]; auch das ist keine Studie zur Spermienqualität. Psychiatrische Prolaktinstudien kommen aus Taipeh (279 Patienten unter Olanzapin-Monotherapie, Hyperprolaktinämie bei 51,6 %) [s82], Taichung (Fallserie mit 9 Männern) [s147] und Xinxiang/Zhengzhou (randomisierte offene Studie mit 113 Patienten) [s120]. Aus Hongkong stammt eine Querschnittsstudie an 5.877 Patienten in neun asiatischen Ländern und Gebieten, in der die berichtete Häufigkeit sexueller Störungen gering war; ob dies echt oder Folge mangelnder Erfassung ist, lassen die Autoren offen [s149].
Leitlinien und Fachzeitschriften. Eine chinesische Leitlinie zum Thema wurde nicht gefunden. Chinesischsprachige Fachzeitschriften sind nur mit den beiden genannten Zeitschriften vertreten. Die psychiatrische Literatur aus China konzentriert sich auf Prolaktin und Sexualfunktion bei Schizophrenie; klinische Samenstudien stammen aus der Neurologie.
Erreichbarkeit. Sie ist der entscheidende Punkt. CNKI lieferte auf der Startseite nur eine kleine Ladeseite von 381 Byte, und die Suchadresse antwortete nicht (Verbindungsfehler). Wanfang lieferte eine große, skriptgesteuerte Seite von rund 171 KB, aus der keine Trefferliste ausgelesen wurde. Chinesische Suchbegriffe in Europe PMC lieferten Tausende themenfremde Treffer, vermutlich wegen der Zeichenverarbeitung; die Auswahl stützt sich deshalb auf englische Wirkstoff- und Spermienbegriffe in Kombination mit Affiliations- und Zeitschriftenfiltern. Dass keine chinesischsprachige Studie mit Spermiogrammen unter den gesuchten Wirkstoffen gefunden wurde, ist deshalb kein Beleg für ihre Abwesenheit, sondern die Folge eines Zugangs, der die chinesischsprachigen Datenbanken nicht erschloss.
Japanisch
Befund in einem Satz. Japan trägt eine eigene Gattung bei, nämlich standardisierte reproduktionstoxikologische Tierversuche der 1990er Jahre aus der pharmazeutischen Industrie, dazu urologische Einzelfallberichte und neuere Keimbahnstudien an Mäusen; Humanstudien mit Spermiogrammen unter den gesuchten Wirkstoffgruppen fehlen.
Standardisierte Tierversuche. Die Arbeiten im Journal of Toxicological Sciences entstanden im Rahmen einer japanischen Gemeinschaftsstudie zur Frage, welcher Behandlungszeitraum und welche Parameter für den Nachweis männlicher Reproduktionstoxizität optimal sind. Imanishi und Kollegen (1995) gaben Haloperidol Sprague-Dawley-Ratten, über vier Wochen in Dosen von 0, 3, 10, 30 und 60 mg/kg täglich und über neun Wochen in Dosen von 0, 3, 10 und 30 mg/kg täglich, mit Histopathologie oder Paarung [s177]. Bei 60 mg/kg sanken der Fertilitätsindex (vier Wochen) und das absolute Hodengewicht; der Präimplantationsverlust stieg ab 30 mg/kg. Es gab leichte Hodenveränderungen (Nekrose pachytäner Spermatozyten im Stadium VII, Atrophie der Leydig-Zellen); nach neun Wochen waren weder Fortpflanzungsfähigkeit noch Histologie bis 30 mg/kg verändert. Kohge und Kollegen (2000) fanden bei 30 und 60 mg/kg histologische Veränderungen schon nach zwei Wochen, nämlich Leydig-Zell-Atrophie und zahlreiche nekrotische pachytäne Spermatozyten [s171]. Kishi und Kollegen (1995) prüften Nitrazepam, das einzige in den Berichten gefundene Benzodiazepin mit direkter Prüfung der Spermatogenese: Bei 80 mg/kg war der Fertilitätsindex schon nach zwei Wochen vermindert; bei 80 mg/kg nach zwei und bei 40 und 80 mg/kg nach vier Wochen fanden sich weniger Spermienköpfe im Hoden und mehr Spermien mit abnormen Köpfen; Plasma- und Hodentestosteron waren nicht signifikant verändert [s178]. Die Autoren folgerten, die Hypospermatogenese sei am ehesten eine direkte Wirkung auf Keim- oder Sertoli-Zellen. Nishimura und Kollegen (2000) prüften Valproinsäure (250, 500, 1000 mg/kg), wobei die Tiere der höchsten Dosis nach drei bis vier Tagen starben oder moribund wurden [s172]. Schwächen aller dieser Arbeiten: sehr hohe Dosen, Gruppengrößen in den Abstracts nicht genannt, keine humanäquivalenten Dosen oder Plasmaspiegel, und bei Haloperidol lässt sich eine direkte Hodenwirkung nicht von einer Prolaktin-vermittelten trennen.
Urologische Fallberichte. Takeshima und Kollegen (2013, Hinyokika Kiyo, japanisch) beschrieben einen 46-jährigen Mann mit Oligozoospermie, Asthenozoospermie und Hyperprolaktinämie, wahrscheinlich durch Sulpirid wegen einer Depression; die Samenqualität besserte sich nach dem Absetzen allmählich, nach fünf Monaten war Prolaktin normal, und die Partnerin wurde spontan schwanger [s135]. Zu Antiepileptika liegen drei Berichte vor, die in entgegengesetzte Richtungen weisen: Niwa und Kollegen (1996, Rinsho Shinkeigaku) sahen eine Normalisierung nach dem Wechsel von Phenytoin auf Valproat [s176], Hayashi und Kollegen (2005) berichten eine Verbesserung nach dem Wechsel von Carbamazepin auf Phenytoin [s161] und bei zwei Männern eine vollständige Rückbildung nach dem Absetzen von Valproat [s162]. Phenytoin erscheint damit in einem Bericht als Ursache und in zwei anderen als Lösung, Valproat umgekehrt; das spricht gegen eine einfache Rangfolge der Wirkstoffe und für individuelle Unterschiede oder Zufall bei Einzelfällen.
Neuere Keimbahnstudien. Akaike und Kollegen (2025) berichteten auf der Jahrestagung der Japanischen Gesellschaft für Toxikologie (J-STAGE, japanischer Titel, Abstract) über Mäuse, die 28 Tage Methylphenidat erhielten und teils danach eine 40-tägige Auswaschphase hatten [s19]. In den Spermien fanden sich nach 28 Tagen Unterschiede bei 5245 kleinen nichtkodierenden RNAs, nach der Auswaschphase bei 712 mit nahezu unveränderter miRNA-Expression; die Nachkommen unterschieden sich im Verhalten nicht von den Kontrollen. Die Autoren folgern, die Veränderungen seien reversibel. Das ist ein Kongressabstract mit nur einer Tierart und ohne Angabe von Gruppengrößen und p-Werten, nicht auf den Menschen übertragbar. Nakano und Kollegen (2025, Journal of Toxicological Sciences, Showa Medical University) fanden bei den Enkeln väterlich exponierter Mäuse (F2) unveränderte Geburtenzahlen, aber ein geringeres Körpergewicht, vorübergehend verzögerte motorische Entwicklung und vermindertes angstbezogenes Verhalten; da die F1-Männchen selbst kein Methylphenidat erhielten, deuten die Autoren auf epigenetische Veränderungen in Keimzellen [s29]. Das ist ein Befund zur Keimbahn und nicht zur Spermienqualität im klassischen Sinn.
Psychiatrische Studien, Übersicht und Leitlinie. Tasaki und Kollegen (2021) verglichen 94 Männer unter Risperidon oder Paliperidon mit 83 unter Aripiprazol: Prolaktin 27,5 ± 13,1 gegenüber 3,9 ± 3,5 ng/ml (p unter 0,001), Hypoprolaktinämie bei 75 % der Aripiprazol-Gruppe und Hyperprolaktinämie bei 65 % der Risperidon-Gruppe [s79]. Yasui-Furukori und Kollegen (2012) fanden bei 191 Patienten (108 Männer) und 182 Gesunden keinen Zusammenhang von Prolaktin, Testosteron oder Östradiol mit sexueller Funktionsstörung [s143]. Kirino (2017) fand bei etwa der Hälfte der Patienten (48,1 %) Sexualfunktionsstörungen, mit höherem Prolaktin unter diesen [s107]. Watanabe und Kikuchi (2014, Seishin Shinkeigaku Zasshi) schrieben eine Übersicht über oft übersehene Nebenwirkungen von Psychopharmaka, ohne Aussage zu Spermien im Abstract [s130]. Die Zusammenfassung der Leitlinie der Japanischen Urologischen Gesellschaft zur männlichen Infertilität (2024; Tsujimura und Kollegen 2025, International Journal of Urology) nennt als häufigste Ursache die Spermatogenesestörung (82,4 % der männlichen Faktoren) und gibt Empfehlungsgrade für Gonadotropine, Clomifen, Antioxidantien, Varikozelenoperation, Mikro-TESE und Sexualfunktionsstörungen; im Abstract kommen Antipsychotika, Lithium, Benzodiazepine oder ADHS-Medikamente als Ursache von Spermienveränderungen nicht vor, der Volltext wurde nicht ausgewertet [s33]. Es ist eine Aussage der Leitlinie und keine Empfehlung dieses Kapitels, dass dort für Sexualfunktionsstörungen PDE5-Hemmer mit Grad A und trizyklische Antidepressiva bei retrograder Ejakulation mit Grad B bewertet werden.
Erreichbarkeit. J-STAGE war erreichbar, und die Ergebnislisten für japanische Stichwörter waren lesbar, zum Beispiel 113 Treffer für die Kombination Spermien und Antipsychotika, 8 für Psychopharmaka und Samenbefund, 24 für Lithium und Spermienbeweglichkeit und 50 für Benzodiazepine und Spermien. Die Treffer waren überwiegend themenfremd (Tagungsbände, Sammelbände). Ein Kongressabstract war lesbar und wurde übernommen [s19]. Zwei Berichte der Japanischen Teratologie-Gesellschaft (1980 und 1981) zu Haloperidol und frühen Entwicklungsstadien bei Mäusen waren wegen der Schriftkodierung nicht lesbar; ein Kongressbeitrag von Hayashi und Mitarbeitern zu arzneimittelbedingten Spermatogenesestörungen (2007) war nur in einzelnen Zahlen lesbar; eine japanische Übersicht von T. Hayashi in Nihon Rinsho (2006) lag ohne Abstract vor. Diese Titel wurden nicht als Quellen aufgenommen und sind Hinweise auf Literatur, die im Original zu sichten wäre. CiNii antwortete mit einem leeren Inhalt (die Seite erwartet Skriptausführung). Europe PMC lieferte für japanische Begriffe nur wenige Treffer. Die Kongressabstracts auf J-STAGE zeigen, dass Forschung existiert, die in PubMed nicht auftaucht.