Snus, Nikotinbeutel, Shisha und Kautabak · Kapitel 15 von 21 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Russisch bis Türkisch

Russisch

Umfang und Schwerpunkt. Dreizehn Quellen tragen das Kennzeichen Russisch (russischsprachiger Raum einschließlich Kasachstan). Sie liefern ausschließlich Zigarettenstudien und Übersichtsarbeiten. In keiner der gefundenen Arbeiten wird Snus, Kautabak, Nasvay (Nasswar) oder Wasserpfeife als Exposition mit Samenendpunkt untersucht. Suchen in CyberLeninka nach den russischen Begriffen für Wasserpfeife, Nasvay, Snus, Kautabak, Nikotinbeutel und rauchlosen Tabak in Kombination mit Fertilität, Sperma oder Ejakulat ergaben keinen einschlägigen Treffer. Elektronische Zigaretten oder Tabakerhitzer treten nur am Rand auf: In einer Fragebogen-Teilgruppe von 239 Männern eines Novosibirsker Kinderwunschzentrums rauchten 45,6 Prozent (n = 109), davon 92,7 Prozent Zigaretten und 7,3 Prozent elektronische Zigaretten; im Text „Aikos“ genannt, gemeint offenbar IQOS-Tabakerhitzer. Rauchlose Produkte wurden dort nicht erfasst [s65].

Eigene Kohorten. Die größte russische Studie ist die bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie von Osadchuk et al. 2023 in Frontiers in Endocrinology mit 1222 jungen Männern (Median 23 Jahre) aus der multiethnischen Allgemeinbevölkerung in Novosibirsk: 450 Raucher, 772 Nichtraucher; die Raucher waren in mäßige (bis 10 Zigaretten täglich, n = 274) und starke Raucher (mehr als 10, n = 176) unterteilt [s59]. In der Gesamtgruppe hatten starke Raucher gegenüber Nichtrauchern weniger Volumen, Gesamtzahl, Konzentration und Beweglichkeit sowie mehr DNA-Fragmentierung und Teratozoospermie (p < 0,05). Beispielsweise lag die Gesamtspermienzahl bei 196,8 (Nichtraucher), 157,6 (mäßige) und 147,2 Millionen (starke Raucher), der DNA-Fragmentierungsindex bei 8,25, 10,11 und 14,66 Prozent, wobei er nur bei 245 der 1222 Teilnehmer gemessen wurde (n = 180, 36 und 29). Die Serumhormone LH, FSH, Testosteron und Östradiol unterschieden sich nicht signifikant. Das Alleinstellungsmerkmal der Studie ist der ethnische Vergleich: Die Verschlechterung der Samenwerte, des Seminalzinks und der DNA-Integrität fand sich nur bei rauchenden Slawen (n = 654); bei rauchenden Jakuten (n = 125) zeigte sich ein mäßiger Testosteronabfall und höhere Triglyzeride, bei Burjaten (n = 191) keine signifikante Änderung. Slawen rauchten allerdings intensiver, sodass die Rauchintensität mit der Ethnie vermengt ist; die Autoren vermuten unterschiedliche Aktivität des antioxidativen Systems im Seminalplasma, noch aufzuklären. Eine frühere Studie derselben Gruppe an 133 Freiwilligen (Durchschnittsalter 21,1 Jahre) fand keinen Effekt der Lebensstilfaktoren auf die Spermatogenese, aber bei mehr als 10 Zigaretten täglich ein höheres Serumtestosteron [s138].

Kleinere russische Arbeiten sind häufig Aktenanalysen. Grigorenko und Kutorova 2020 (Saratow) werteten 140 Akten von Männern mit pathologischem Spermiogramm aus und verglichen nach Ausschlüssen 41 Nichtraucher mit 46 Rauchern: Der Anteil normaler Formen war bei Rauchern niedriger (2,6 ± 0,31 gegenüber 3,88 ± 0,36 Prozent; p < 0,05), Konzentration, Beweglichkeit und Vitalität unterschieden sich nicht; die Arbeit ist als Konferenzthese in einem Absatz publiziert [s103]. Lesnikov et al. 2022 (Kemerowo) verglichen je 33 Raucher und Nichtraucher und fanden bei allen Parametern keine signifikanten Unterschiede; sie weisen selbst auf die kleine Stichprobe hin und darauf, dass im russischen Schrifttum solche Studien äußerst selten seien [s81]. Mit 33 pro Gruppe kann die Studie kleine Effekte nicht ausschließen. Epanchintseva und Selyatitskaya (1198 Männer eines Zentrums für Reproduktionsmedizin, 2014 bis 2020) nennen als Lebensstil in der Gruppe 73 Prozent Alkohol, 41 Prozent Rauchen und 17 Prozent Drogenkonsum; ein Ejakulatvergleich betraf nur den Alkohol (DNA-Fragmentierung 16,0 gegenüber 12,8 Prozent; p = 0,018), zum Rauchen selbst enthält die Arbeit keinen Spermavergleich [s65, s70]. Andreeva et al. 2015 (Moskau, 255 Männer) ist eine reine Prävalenzstudie: aktuell rauchten 38 Prozent, aufgehört hatten 27 Prozent, nie geraucht 35 Prozent; Spermaparameter fehlen [s167]. Aus Kasachstan (Almaty) berichten Alchinbaev et al. 2015 bei Rauchern mit mehr als 20 Jahren Rauchdauer (32 Männer) ein Testosteron von 1,65 ng/ml gegenüber einer altersbezogenen Norm von 2,0 ng/ml, ohne Spermaendpunkt [s166].

Gen-Umwelt-Studien und Übersichten. Aus Kursk stammen Fall-Kontroll-Studien (203 Fälle mit idiopathischer männlicher Infertilität, 227 fertile Kontrollen), in denen das Rauchen als Effektmodifikator dient: Das Risiko bei Trägern des CYP1A1-Genotyps 462Ile/Val war nur bei Rauchern erhöht (OR 1,91; 95-%-KI 1,01 bis 3,59), bei Nichtrauchern nicht (OR 1,58; 0,66 bis 3,76) [s189], und für den NAT2-Genotyp 590GA bei Zigarettenrauchern OR 1,71 (1,02 bis 2,87) [s182]. Die Konfidenzintervalle sind breit; es sind Pilotbefunde ohne Replikation. Gromenko et al. 2022 fassen in einer narrativen Übersicht Rauchen als mit Astheno-, Oligo- und Teratozoospermie verbunden zusammen und nennen den Effekt „reversibel“, weil er bei Ex-Rauchern nicht gefunden worden sei; der Volltext-OCR ist teils unlesbar [s80]. Belyi 2024 (Urologiia) schreibt, zur Wirkung von E-Zigaretten-Aerosol auf Hoden und Spermatogenese gebe es wenig klinische Daten, und die Ergebnisse erlaubten es nicht, Vapen als sichere Alternative zu bezeichnen; Snus oder Tabakerhitzer sind nicht Gegenstand [s42]. Eine Übersicht in Vestnik RAMN nennt Rauchen unter vielen Stressoren ohne eigene Zahlen [s161].

Besonderheiten. Rauchen kommt in den Kohorten oft zusammen mit hohem Alkoholkonsum vor (73 Prozent Alkohol gegenüber 41 Prozent Rauchen), und die Autoren betonen das Trinkmuster mit Spirituosen als eigenen Einfluss auf die DNA-Fragmentierung [s65]; das erschwert die Zuordnung der Effekte zum Tabak. Die Hormonbefunde sind nicht einheitlich: höheres Testosteron bei jungen Rauchern in Novosibirsk [s138], keine Testosteronänderung bei starken Rauchern in der Großstudie [s59], niedrigeres Testosteron in Kasachstan nach über 20 Rauchjahren [s166]. Übersichtsarbeiten stützen sich überwiegend auf westliche Literatur [s80]. Zwei sowjetische Arbeiten von Stekhun (1979, 1980) wurden nicht aufgenommen, weil ihr Inhalt nicht abrufbar war.

Erreichbarkeit der Datenbanken. CyberLeninka (Open Access) war über seine interne Suchschnittstelle nutzbar, die Artikelseiten liefern Abstract und OCR-Volltext, der aber teils schwer lesbar ist; die Webseite selbst ließ sich nicht auswerten, weil der Inhalt per Skript nachgeladen wird. eLIBRARY.ru war nicht erreichbar (fehlende Sitzung beziehungsweise Anmeldung). In Europe PMC lieferten kyrillische Suchwörter 0 Treffer; der Sprachfilter für Russisch lieferte 7 Treffer. Der Zugriff lief deshalb über Länder- und Institutionsfilter und englische Titel.

Arabisch

Umfang und Einordnung. 31 Quellen tragen das Kennzeichen Arabisch. Es sind Zeitschriftenaufsätze aus arabischen Ländern, meist englischsprachig veröffentlicht; Studien in arabischer Sprache selbst waren über die erreichbaren Quellen nicht auffindbar. Gesucht wurde mit Ländern- und Institutionsfiltern für 18 arabische Staaten (Ägypten, Saudi-Arabien, Irak, Jordanien, Libanon, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Oman, Syrien, Libyen, Algerien, Tunesien, Marokko, Sudan, Jemen, Palästina, Bahrain). Der arabische Raum ist der einzige der angefragten Räume mit Humanstudien zur Wasserpfeife (Shisha, Hookah, Narghile, „Hubble-Bubble“) und zugleich der mit dem breitesten Spektrum an Rauchprodukten.

Wasserpfeife: die jordanischen Kohorten. Hamadneh, Al-Zenati und Banihani 2025 (Jordan University of Science and Technology) untersuchten in einer prospektiven Querschnittsstudie 558 Männer: 300 Zigarettenraucher, 95 Wasserpfeifenraucher und 163 Nichtraucher, mit Samenanalyse nach WHO 2021 [s24]. Das Ejakulatvolumen betrug bei Nichtrauchern 3,457 ± 0,1996 ml, bei Zigarettenrauchern 3,152 ± 0,182 ml (p = 0,1772 gegenüber der Kontrolle) und bei Wasserpfeifenrauchern 2,871 ± 0,150 ml (p = 0,0122 im Ergebnisteil, im Abstract p = 0,0097), also rechnerisch rund 17 Prozent weniger als bei Nichtrauchern (die Autoren nennen etwa 16,4 Prozent). Progressive Motilität (Zigarette, Wasserpfeife, Nichtraucher: 29,51, 28,4 und 32,47 Prozent), Spermienzahl (in derselben Reihenfolge 44,20, 41,88 und 47,48 Millionen pro Milliliter), Morphologie und Vitalität unterschieden sich nicht signifikant. Es gab keine Adjustierung für Störgrößen, und die Wasserpfeifengruppe war die kleinste; in dieser Stichprobe unterschieden sich auch Zigarettenraucher nicht von Nichtrauchern. Die Studie von Albeitawi et al. 2024 (Yarmouk-Universität, Tobacco Induced Diseases) bezog 761 Männer aus IVF-Laboren ein (108 Doppelraucher, 219 Wasserpfeifenraucher, 222 Zigarettenraucher, 212 Nichtraucher) und adjustierte für Alter, BMI, Bildung, Kinder, chronische Krankheiten, Varikozele, Hodenoperation, Infertilitätsdauer und Ursache [s38]. Es gab keinen signifikanten Unterschied bei Konzentration und progressiver Beweglichkeit; der Anteil normaler Formen war bei Zigaretten- wie Wasserpfeifenrauch niedriger. Der exponenzierte Regressionskoeffizient lag bei leichten Zigarettenrauchern bei 0,66, bei leichten Wasserpfeifenrauchern bei 0,66 und bei leichten Doppelrauchern bei 0,43 (95-%-KI 0,33 bis 0,55), bei starken Doppelrauchern bei 0,36 (0,24 bis 0,53). In der unadjustierten Analyse hatten Wasserpfeifenraucher die höchste Konzentration, was die Autoren selbst als der Erwartung widersprechend beschreiben und mit Selektion erklären, weil die Männer ohnehin wegen Infertilität kamen. Die Vorläuferstudie mit 104 Männern (54 Wasserpfeifenraucher, 50 Nichtraucher) fand numerisch niedrigere Werte ohne Signifikanz [s96]. Die Quellen zeigen auch, dass spätere größere Studien Effekte fanden, die die kleine zunächst nicht zeigte: beim Volumen [s24] oder bei der Morphologie [s38].

Saudi-Arabien und Katar. Eine Studie bei Varikozele in Saudi-Arabien (Jouf-Universität) mit 192 Patienten (100 mit Wasserpfeifenrauchen, 92 ohne Rauchen) nennt im Abstract einen signifikanten Testosteronabfall bei Wasserpfeifenrauchern (p = 0,05), gibt aber Zahlen an (2,83 ± 0,21 gegenüber 2,33 ± 0,07), die in Gegenrichtung liegen; die Angaben sind in sich widersprüchlich, die Berichtsqualität ist gering [s84]. Haik et al. 2019 (Katar-Universität, Tobacco Induced Diseases) verglichen in der Qatar Biobank 277 Wasserpfeifenraucher mit 264 Nichtrauchern (von 1000 männlichen Freiwilligen) und fanden nach Adjustierung keinen Unterschied bei Gesamttestosteron, freiem und bioverfügbarem Testosteron und SHBG; das Odds Ratio für niedriges Gesamttestosteron lag bei 0,83 (0,46 bis 1,49) bei leichten und 0,80 (0,43 bis 1,49) bei starken Wasserpfeifenrauchern [s112]. Es war eine Hormonstudie ohne Samenendpunkt, und die Konfidenzintervalle sind breit.

Gaza. Laqqan und Mitarbeiter (Islamische Universität Gaza) berichten sehr große Effekte. In der Studie mit 900 Samenproben (je 300 von Wasserpfeifenrauchern, starken Zigarettenrauchern und Nichtrauchern) lag die DNA-Fragmentierung bei 73,4 ± 13,4 Prozent bei Wasserpfeifenrauchern, 50,5 ± 18,9 Prozent bei Zigarettenrauchern und 9,3 ± 4,3 Prozent bei Nichtrauchern, das Protamindefizit bei 72,8, 51,7 und 15,3 Prozent (jeweils p < 0,001); die Autoren folgern, Wasserpfeifenrauchen sei schädlicher als Zigarettenrauchen [s57]. Der Abstract beschreibt die Transkription von PRM1, PRM2 und H2BFWT zugleich als erhöht bei Wasserpfeifenrauchern und als erniedrigt in den Rauchergruppen gegenüber Nichtrauchern, was ohne Volltext nicht aufzulösen ist. Eine zweite Studie mit 500 Proben (300 Hubble-Bubble-Raucher, 200 Nichtraucher) fand höhere Methylierung, höheres Protamindefizit und höhere DNA-Fragmentierung [s58]; eine dritte (Screening mit 15 gegenüber 15 Männern, Validierung mit 200 starken Zigarettenrauchern gegenüber 100 Nichtrauchern) fand Methylierungsunterschiede an den Genen PRICKLE2, ALS2CR12, ALDH3B2 und PTGIR [s75]. Die DNA-Fragmentierungswerte liegen weit über denen anderer Studien (zum Beispiel Mittel 14,66 Prozent bei starken Rauchern in [s59]); es fehlen im Abstract Angaben zu Rekrutierung, Verblindung, Störfaktoren und Dosis. Die Kombination hoher Probenzahlen und großer Effekte bei einer einzelnen Arbeitsgruppe verlangt unabhängige Bestätigung; ohne Replikation sollten die Ergebnisse nicht als gesichert gelten.

Iran und Metaanalyse. Aus dem Iran, einem persischsprachigen Raum und damit nicht arabisch, stammen zwei Arbeiten, die in den arabischen Abschnitt der Quellendatei fallen, weil sie die Wasserpfeife betreffen. Firouzabadi et al. 2024 (Yazd) verglichen 32 Wasserpfeifenraucher mit 52 Nichtrauchern; die Spermaparameter änderten sich nicht, die mRNA des antioxidativen Regulators NRF2 war bei Rauchern höher (p = 0,01) [s46]. Die Metaanalyse von Sepidarkish et al. 2025 [s31] ist oben im Abschnitt Englisch beschrieben; die Evidenzsicherheit ist durchgängig „sehr niedrig“, und ein Teil der eingeschlossenen Studien stammt von den hier besprochenen jordanischen und Gaza-Gruppen, sodass die Unabhängigkeit der Datenbasis begrenzt ist. Die Metaanalyse liefert keinen direkten Vergleich mit der Zigarette.

Tierversuche. Aus dem Oman stammen mehrere Mausversuche mit demselben Modell. Nach sechs Monaten Wasserpfeifenrauch (30 Minuten täglich) fielen Testosteron und Östradiol, LH stieg leicht, die antioxidativen Enzyme sanken, TNF-α und Interleukin-6 stiegen, der Durchmesser der Samenkanälchen war vermindert, und elektronenmikroskopisch zeigten sich abnorm geformte Spermien [s131]. Ein 30-Tage-Versuch zeigte ähnliche Veränderungen, die Gummi arabicum [s97] beziehungsweise Nootkaton [s108] milderten; pränatale und Laktationsexposition bei Ratten veränderten Hormonwerte der Nachkommen [s107, s83]. Alle stammen aus sehr wenigen Labors, und die Expositionen lassen sich nicht auf menschliche Sitzungen umrechnen.

Rauchloser Tabak. Shammah (Saudi-Arabien), Toombak (Sudan) und Naswar tauchten in der Suche nur in Toxikologie- und Schwermetallarbeiten auf, von denen nur Titel gesehen wurden. Eine Spermastudie beim Menschen wurde nicht gefunden. Es existiert ein Rattenversuch mit Shammah-Extrakt (Jazan, 2025), der in behandelten Hoden erweiterte Gefäße, Ödem und verminderte Spermatogenese beschreibt; Spermienzahl und Dosis nennt der Abstract nicht [s17]. Der Medwakh, eine kleine Rauchpfeife, ist ein Rauchprodukt und kein rauchloser Tabak; auch dazu fand sich keine Spermastudie.

Zigarette als Vergleichsbasis und Hormone. Al-Odat und Al-Fawaeir 2025 (Jordanien, 145 Raucher, 136 Nichtraucher) fanden ein Volumen von 2,14 ± 0,03 gegenüber 2,65 ± 0,02 ml (p < 0,001) und niedrigere Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie; die sehr kleinen Streuungen deuten auf Standardfehler hin, und die Testosteronzahlen tragen im Abstract eine nicht passende Einheit [s19]. Al-Matubsi et al. 2011 (Amman, 111 Männer gegenüber 93 Nichtrauchern) fanden niedrigere Konzentration und Beweglichkeit sowie höheres Testosteron und LH [s202], während Al-Turki 2015 (Dammam, 258 Patienten) ein niedrigeres Gesamttestosteron (383,8 gegenüber 422,5 ng/dl; p = 0,009) und eine niedrigere progressive Beweglichkeit fand [s152]. Das Testosteron war also bei Rauchern in einer saudischen und einer jordanischen Studie niedriger, in einer anderen jordanischen höher; bei Wasserpfeifenrauchern in Katar zeigte sich nach Adjustierung kein Unterschied. Hamad et al. 2014 (Riad und Saarland) nutzten mit dem Cotinin im Samen einen objektiven Expositionsmarker: 60,44 ± 31,32 gegenüber 2,01 ± 2,84 ng/ml bei 35 Rauchern und 19 Nichtrauchern [s177]. Aus Ägypten stammen Studien mit Blei, Arsen, Zink und Cadmium im Samenplasma bei Rauchern [s45, s69], aus Kuwait eine Studie an 125 rauchenden infertilen Männern mit Zinktherapie [s237] und eine Patientenserie mit 608 Männern [s95], aus dem Irak Studien aus Mosul und Diwaniya [s185, s136].

Rauchstopp. Ragheb et al. 2025 (Beni-Suef, Ägypten) beobachteten 60 Teilnehmer eines Rauchentwöhnungsprogramms mit Urin-Nikotin als Abstinenzkontrolle: Volumen 3,33, 3,88 und 4,34 ml, Konzentration 14,77, 17,71 und 19,27 Millionen pro Milliliter, progressive Beweglichkeit 20,7, 35,3 und 42,28 Prozent vor sowie drei und sechs Monate nach Rauchstopp (jeweils p < 0,001); eine Kontrollgruppe ohne Rauchstopp fehlt [s30]. Die Studie aus Diwaniya gab zusätzlich Antioxidanzien und hat keine Statistik im Abstract [s136]. Regression zur Mitte und saisonale Effekte sind nicht auszuschließen.

Leitlinien, Zeitschriften, Besonderheiten. Arabische Leitlinien zur männlichen Fruchtbarkeit mit Aussagen zu den Produkten wurden nicht gefunden. Eine Übersicht aus Beirut zu 63 Studien (2012 bis Juni 2024) aus der Region Östliches Mittelmeer hält fest, starke Raucher hätten schlechtere Samenqualität als regelmäßige Raucher, und die Evidenz zu Umweltfaktoren, Rauchen und Behandlungsergebnissen sei begrenzt und regional ungleich verteilt [s22]. Mehrere Arbeiten stammen aus einer arabisch-deutschen Kooperation mit Labor in Homburg beziehungsweise dem Saarland [s177, s67, s20]; deren Daten gelten für Patienten dieses Zentrums und nicht für die Bevölkerung der Herkunftsländer. Die Arbeiten erscheinen in Zeitschriften wie Andrologia, Tobacco Induced Diseases, Urology Annals, Reproduction and Fertility und Scientific Reports. Die Wasserpfeife ist hier nicht nur Exposition, sondern Alltagsgewohnheit; die Studien erfassen sie aber unscharf (Sitzungen pro Woche, Dauer, Tabak- und Kohleart, Doppelkonsum mit Zigaretten).

Erreichbarkeit. Arabische Originalartikel und die großen arabischen Datenbanken waren nicht erreichbar: Arab World Research Source (EBSCO) ließ keinen Verbindungsaufbau zu und ist kostenpflichtig, Mandumah leitete auf eine Anmeldeseite um, die Plattform ASJP (Algerien) ließ keinen Verbindungsaufbau zu, Google Scholar lieferte 403. Europe PMC lieferte für arabische Suchwörter und für den Sprachfilter Arabisch 0 Treffer. Crossref war erreichbar, arabische Suchbegriffe lieferten aber fast nur unpassende Treffer; vier Arbeiten aus arabischen Zeitschriften (Bagdad 2025, Al-Azhar 2023, Egyptian Journal of Hospital Medicine 2021, British Journal of Medical and Health Research 2020) ließen sich nicht mit Abstract abrufen, weil die Zeitschriftenseiten den Zugriff verweigerten, und wurden nicht aufgenommen. Die Aussagen zum arabischen Sprachraum beruhen daher auf englischsprachigen Arbeiten aus arabischen Ländern.

Türkisch

Umfang und Schwerpunkt. 23 Quellen tragen das Kennzeichen Türkisch. Es gibt Zigarettenstudien in größerer Zahl, aber keine einzige Studie zu Wasserpfeife (Nargile), Snus oder Nikotinbeuteln mit Spermienendpunkt. Eine Suche in TR Dizin nach „nargile“, „nargile sperm“, „nargile infertilite“, „snus“, „çiğneme tütünü“ (Kautabak) und „nikotin poşet“ (Nikotinbeutel) lieferte Arbeiten zu Kohlenmonoxidvergiftung, Atemfunktion, Gefäßfunktion und Konsumverhalten, aber keine zur Fertilität. Zum rauchlosen Tabak „Maraş otu“ (Maraş-Pulver, Nicotiana rustica, Region Kahramanmaraş) fanden sich zahlreiche Arbeiten zu Mundschleimhaut, Kreislauf, Blasenkrebs, Knochendichte und Schwangerschaft, aber keine zur männlichen Fruchtbarkeit.

Maraş-Pulver: nur indirekte Befunde. Zwei Serumstudien sind aufgenommen, weil oxidativer Stress ein genannter Mechanismus der Spermienschädigung ist. Çelik et al. 2011 verglichen 21 Maraş-Konsumenten ohne Zigaretten, 27 reine Zigarettenraucher und 24 Kontrollen: Die Gesamtantioxidanskapazität war bei Maraş-Konsumenten niedriger als in beiden anderen Gruppen (p < 0,05), der oxidative Stressindex in beiden Konsumgruppen höher als bei den Kontrollen, ohne Unterschied zwischen Maraş und Zigarette [s203]. Atilla et al. 2017 (36 Maraş-Konsumenten, 32 Raucher, 30 Nichtraucher) fanden Serumtelomerase und Malondialdehyd bei Maraş-Konsumenten höher als bei Rauchern (p < 0,001) [s137]. Beide Arbeiten haben keinen Spermienendpunkt.

Zigarettenstudien in zeitlicher Reihenfolge. Fıçıcıoğlu et al. 2002 (Ankara; 122 Raucher, 102 Nichtraucher unter infertilen Männern) fanden bei Rauchern ein niedrigeres Volumen sowie niedrigere Spermienkonzentration und Gesamtzahl (p < 0,05), aber keine Unterschiede bei Beweglichkeit, Morphologie, hypoosmotischem Schwelltest und Akrosomreaktion [s229]. Özçakır et al. 2003 (117 Männer mit mindestens 10 Zigaretten täglich gegen 69 Nie-Raucher) fanden eine niedrigere, aber nicht signifikante Spermiendichte (38,5 ± 34,9 gegenüber 49,4 ± 38,2 Millionen pro Milliliter; p = 0,06), wobei der p-Wert bei kleiner Stichprobe eher für mangelnde Teststärke als für Wirkungslosigkeit spricht [s227]. Ozgur et al. 2005 (Antalya, 296 infertile Männer) fanden bei starken Rauchern mehr Flagellumanomalien und mehr aufgerollte Flagellen, aber einen höheren Anteil schnell vorwärtsbeweglicher Spermien als bei leichten Rauchern [s222]. Keskin et al. 2016 (Izmir; 356 von 762 befragten Patienten eingeschlossen) sahen nur bei mehr als 20 Packungsjahren ein niedrigeres Volumen (p = 0,009), alle anderen Parameter ohne Unterschied [s145]. Nursal et al. 2024 (1005 Männer mit Infertilitätsverdacht, 599 Raucher) fanden ähnliche Spermaparameter bei Rauchern und Nichtrauchern, bei einer Rauchdauer von 20 Jahren und mehr aber die niedrigste nicht-progressive Beweglichkeit und die höchste Immotilität; die Autoren nennen es die umfassendste türkische Studie zum Thema [s40]. Ein TÜBİTAK-Projektbericht (Özkavukcu et al. 2022) mit normozoospermen Spendern fand zwischen starken Rauchern und Nichtrauchern keine signifikanten Unterschiede bei Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, Vitalität und DNA-Fragmentierung; die Fallzahl ist im Abstract nicht angegeben, und ein Hinweis auf Begutachtung fehlt [s72]. Eine Pilotstudie mit 13 normozoospermen infertilen Männern und 10 fertilen Kontrollen ist wegen der kleinen Fallzahl kaum verwertbar [s50]. Demirel und İrez 2020 (426 infertile Männer) ist sprachlich unklar und ohne Zahlenwerte [s98].

Varikozele und Rauchen als Schwerpunkt. Drei Arbeiten verbinden Rauchen mit Varikozele und Operationserfolg. Çimen et al. 2023 (378 Männer nach mikrochirurgischer Varikozelenoperation: 220 Nichtraucher, 52 Raucher mit weniger als 10 Zigaretten täglich, 106 mit mindestens 10) fanden, dass Konzentration und Beweglichkeit drei Monate nach der Operation in der Gruppe mit mindestens 10 Zigaretten täglich weniger zunahmen [s61]. Toprak et al. 2026 (182 Männer mit linksseitiger Varikozele) fanden bei 11 starken Rauchern niedrigere Konzentration (30,1 ± 42,3 Millionen pro Milliliter), Beweglichkeit und Normalform-Rate als bei Nichtrauchern (p < 0,01) und einen synergistischen negativen Effekt von Varikozelengrad und Rauchen [s08]; die Normalform-Rate von 30 bis 35 Prozent liegt weit über den üblichen Werten nach strengen Kriterien und deutet auf eine andere Morphologiebewertung hin. Aksakallı et al. 2024 (63 Männer mit primärer Infertilität nach Varikozelektomie: 27 Raucher, 36 Nichtraucher) fanden nach drei Monaten eine progressive Beweglichkeit von 28,11 ± 5,78 Prozent bei Nichtrauchern gegenüber 24,51 ± 4,24 Prozent bei Rauchern (p < 0,05) [s37]. Alle drei liefern Hinweise auf eine Dosis-Antwort-Beziehung, mit kleinen Starkraucher-Gruppen.

Rauchstopp, Kryokonservierung, IVF und Tierversuche. Kulaksiz et al. 2022 (Trabzon) verglichen in einer prospektiven kontrollierten Studie 48 infertile Männer mit Rauchstopp mit 42 Kontrollen (mindestens 20 Zigaretten täglich); nach mindestens drei Monaten stiegen Volumen (2,48 auf 2,90 ml; p = 0,002), Konzentration (18,45 auf 22,64 Millionen pro Milliliter; p = 0,001) und Gesamtzahl (45,04 auf 65,1 Millionen; p < 0,001), Beweglichkeit und Morphologie ohne Signifikanz [s74]. Der Rauchstopp beruht auf Selbstauskunft, Regression zur Mitte ist möglich. Aydın et al. 2013 (40 normozoosperme Freiwillige) fanden nach Einfrieren und Auftauen bei Rauchern eine deutlich stärkere Zunahme der DNA-Fragmentierung [s186]. In einer IVF-Studie, in der der Raucherstatus anhand von Cotinin bestimmt wurde (118 Nichtraucher, 96 Raucher unter den Männern), hatte das Rauchen des Mannes keinen signifikanten negativen Effekt auf die IVF-Ergebnisse [s176]; die Autoren verweisen darauf, dass die IVF natürliche Selektionsbarrieren umgeht. Tiske und Özgü-Erdinç 2026 (327 IVF-Paare) fanden Rauchen beider Partner multivariat unabhängig mit geringeren Lebendgeburtschancen verbunden, ohne Spermaparameter [s07]. An Tierversuchen sind Rattenstudien zu Zigarettenrauch mit Schutzstoffen (Resveratrol, CAPE) [s205, s225], eine Studie mit Zigaretten- und E-Zigaretten-Rauch, die ungeordnete Samenkanälchen, aber keinen Unterschied bei Spermienzahl und Beweglichkeit zeigte [s60], und eine Studie zu intrauteriner Rauchexposition mit Sertoli-Zell-Apoptose bei einer sehr kleinen Kontrollgruppe (n = 6) aufgenommen [s184].

Zeitschriften, Datenbanken und Besonderheiten. Viele Arbeiten erscheinen in kleinen Fachzeitschriften mit zweisprachigem Abstract (Türkisch und Englisch) wie Androloji Bülteni, Türk Fertilite Dergisi, Fırat Tıp Dergisi und Türk Üroloji Dergisi und sind nur über TR Dizin sichtbar; in PubMed tauchen sie nicht auf. TR Dizin war über die Schnittstelle des neuen Portals erreichbar und liefert zweisprachige Abstracts, aber keinen Volltext. DergiPark war nicht erreichbar, weil die Suchseite eine Cloudflare-Prüfung anzeigt; Inhalte türkischer Zeitschriften wurden stellvertretend über TR Dizin gesucht. In Europe PMC lieferte der Sprachfilter für Türkisch 0 Treffer. Türkische Quellen liegen deshalb nur als Abstract vor. Die frühen Arbeiten (2002 bis 2005) fanden nur begrenzte Unterschiede, die neuere große Einzelstudie insgesamt ähnliche Werte mit Verschlechterung erst bei langer Rauchdauer. Türkische Leitlinien oder Register mit Produktangaben wurden nicht gefunden.

Kapitel 05: Widersprüche, Grenzen der Evidenz, offene Fragen, praktische Einordnung, Glossar und Quellenverzeichnis

Dieses Kapitel ordnet ein, wo sich die Befunde zu Snus, Nikotinbeuteln, Kautabak, Wasserpfeife und Zigarette widersprechen, wie belastbar sie sind und was fehlt. Es enthält keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Abklärung. Zitiert wird mit den Kennungen aus dem Quellenverzeichnis am Ende des Kapitels. Alle Zahlen stammen aus den Rechercheberichten zu dieser Studie und damit aus Abstracts oder frei zugänglichen Volltexten, die tatsächlich abgerufen wurden. Wo Abstract und Text einer Arbeit sich widersprechen, steht das ausdrücklich dabei.

Alle Kapitel und Anhänge (25)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Vorbemerkung zu den Beobachtungsstudien bis Wasserpfeife (Shisha, Hookah, Narghile)
  6. E-Zigarette und erhitzter Tabak
  7. Skandinavien, Westeuropa, USA bis Taiwan und Südkorea
  8. China: Arbeiten aus der Plattform CQVIP (nur Design und Stichprobengröße belegt) bis Nachtrag: Gaza, Zigaretten-Starkraucher
  9. Gesamtbild der Beobachtungsstudien
  10. Zur Lesart dieses Abschnitts bis Die Zigarette als Vergleichsmaßstab: Metaanalysen
  11. Die Zigarette als Vergleichsmaßstab: Einzelstudien bis Tierversuche
  12. Mechanismen und biologische Plausibilität
  13. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  14. Englisch bis Koreanisch
  15. Russisch bis Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen s01–s121
  24. Quellen s122–s244
  25. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle