Was sich über Dosis und Wirkung sagen lässt
Eine belastbare Dosis-Wirkungs-Beziehung setzt eine objektive, abgestufte Expositionsmessung und eine Kontrollgruppe voraus. Beides liegt für die erfragten Produkte nur in Ansätzen vor: bei Snus als Urin-Cotinin und Dosen pro Woche in einer einzigen Studie [s73], bei Kautabak als Konsumhäufigkeit ohne Kontrollgruppe [s223] oder als Packungen pro Tag [s180], bei der Wasserpfeife als Sitzungen pro Woche oder als Index [s24, s38]. Für Nikotinbeutel fehlt jede Dosisinformation. Die Zigarette ist am besten abgestuft (Zigaretten pro Tag, Packungsjahre, Rauchdauer), liefert aber auch keine einheitliche Kurve. Alle folgenden Tabellen fassen berichtete Zahlen zusammen; sie sind keine eigenen Berechnungen und keine Schätzung eines Risikos für Einzelne.
Snus
| Größe | Snus-Nutzer | Nichtnutzer | Quelle |
|---|---|---|---|
| Urin-Cotinin (ng/ml, Mittel) | 3200 (n = 69) | 590 (n = 290) | [s73] |
| Gesamtspermienzahl, adjustiert (Mio.) | 120 (n = 109) | 160 (n = 411) | [s73] |
| Konzentration (Mio./ml) | 47 | 57 | [s73] |
| Progressive Motilität (%) | 42 | 42 | [s73] |
| Normale Morphologie (%) | 8,3 | 8,7 | [s73] |
| DNA-Fragmentierung (%) | 11 | 12 | [s73] |
| Testosteron (nmol/l) | 24 (n = 112) | 21 (n = 425) | [s73] |
| Berechnetes freies Testosteron (Verhältnis der geometrischen Mittel) | 1,04 (95-%-KI 1,01 bis 1,07) | Bezug | [s02] |
Die Dosisabstufungen innerhalb der Snus-Studie: Snusdosen pro Woche (71 Nutzer) und Gesamtspermienzahl B = −0,16 (KI −0,33 bis 0,014; p = 0,07), also kein signifikanter Dosiszusammenhang; Cotinin und Gesamtspermienzahl B = −0,12 × 10⁻³ (p = 0,02 beziehungsweise 0,03), signifikant, nach Adjustierung für Beruf oder Rauchen der Mutter um etwa 36 beziehungsweise 38 % schwächer [s73]. Die Dosisabhängigkeit ist damit nicht eindeutig: Das objektive Maß (Cotinin) zeigt einen Gradienten, das berichtete Maß (Dosen pro Woche) nicht. Ob der Unterschied zwischen Nutzern und Nichtnutzern von der Menge abhängt, bleibt offen. Die Autoren übertragen die 24 % auf eine um etwa 10 % geringere Schwangerschaftschance; das ist eine Extrapolation [s73]. In der Kopenhagener Studie wurde für Snus kein Zusammenhang berichtet, getrennt nach Dosis ist nichts angegeben [s99].
Kautabak und rauchloser Tabak
| Studie | Gruppe | Befund | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Said et al. 2005 [s223] | mild (n = 177) / mäßig (n = 264) / stark (n = 197) | Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, Vitalität abnehmend in dieser Reihenfolge; Azoospermie 1 / 3 / 14 %; OAT 2 / 8 / 29 % (nicht signifikant) | alle Männer Konsumenten, keine Kontrolle |
| Sunanda et al. 2014 [s180] | Kauer (n = 194) gegenüber Nichtkauern | Zahl −18,9 %, Beweglichkeit −23,4 %, Vitalität −8,4 %, Normalmorphologie −28,4 %; OR Teratozoospermie 8,4 (4,9 bis 14,6) | keine Adjustierung beschrieben |
| Sunanda et al. 2014 [s180] | intensiv (mindestens 10 Packungen täglich) gegenüber weniger intensiv | nur Normalmorphologie signifikant (OR 2,7; 1,41 bis 5,08); Zahl OR 0,81, Beweglichkeit OR 1,1 nicht signifikant | Dosisabhängigkeit nur für die Morphologie |
| Sunanda et al. 2014 [s180] | Zahl der Tabakpackungen | Kopfdefekte r = 0,400; Zytoplasmatröpfchen r = 0,611; Mittelstück und Flagellum nicht signifikant | Korrelation, p = 0,001 |
| Kanetkar et al. 2024 [s48] | Nichtnutzer (n = 52) / Kauer (n = 32) / Raucher (n = 17) | Konzentration 83,9 / 34,7 / 32,6 Mio./ml; normales Spermiogramm 41 von 52 / 9 von 32 / 2 von 17 | keine Adjustierung; keine Dosisstufen |
Im Ergebnis zeigen die Kautabakstudien einen Gradienten nach Häufigkeit innerhalb der Konsumenten [s223] und Unterschiede zu Nichtkonsumenten [s180, s244, s48], aber die Dosisabstufung ist inkonsistent (bei Sunanda et al. nur für die Morphologie). Eine Zahl der Art „pro zusätzlicher Portion sinkt die Konzentration um x“ lässt sich aus keiner Studie berechnen.
Wasserpfeife
| Rauchart | leicht | mäßig | stark | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Normale Morphologie, Zigarette, exp(β) gegenüber Nichtrauchern | 0,66 (0,56 bis 0,77) | 0,63 (0,54 bis 0,73) | 0,68 (0,62 bis 0,76) | [s38] |
| Normale Morphologie, Wasserpfeife | 0,66 (0,60 bis 0,74) | 0,80 (0,67 bis 0,94) | 0,81 (0,70 bis 0,92) | [s38] |
| Normale Morphologie, beide Produkte | 0,43 (0,33 bis 0,55) | nicht angegeben | 0,36 (0,24 bis 0,53) | [s38] |
Die Tabelle zeigt, dass die Normalform-Effekte bei der Wasserpfeife mit der Intensität nicht größer, sondern in dieser Studie eher kleiner werden, und dass der Doppelkonsum die niedrigsten Werte hat; eine lineare Dosiskurve liegt nicht vor [s38]. Bei Hamadneh et al. unterschied sich nur das Volumen (Wasserpfeife 2,871 gegenüber Kontrolle 3,457 ml; p = 0,0122), dosisgestuft wurde nicht ausgewertet [s24]. Bei Alenzi beeinflusste die Sitzungszahl pro Woche die Beweglichkeit (p = 0,02) [s84]. In Katar war das Risiko eines niedrigen Gesamttestosterons bei leichten (OR 0,83) wie starken Wasserpfeifenrauchern (OR 0,80) nicht verändert [s112]. In der Metaanalyse sind die Effektschätzer ohne Dosisabstufung dargestellt [s31]. In der Metaanalyse sind nur die Morphologie (SMD −0,71; −1,33 bis −0,10) und die DNA-Fragmentierung (SMD +3,36; 0,29 bis 6,43) signifikant, bei sehr niedriger Evidenzsicherheit [s31].
Zigarette als Vergleichsgradient
| Studie | Abstufung | Befund | Quelle |
|---|---|---|---|
| Osadchuk et al. 2023 (1222 Männer) | Nichtraucher / bis 10 / über 10 Zigaretten täglich | Konzentration 55,15 / 48,26 / 47,36 Mio./ml; progressive Beweglichkeit 46,6 / 43,6 / 39,3 %; DNA-Fragmentierung 8,25 / 10,11 / 14,66 % | [s59] |
| Ramlau-Hansen et al. 2007 (2562 Männer) | starke Raucher | Konzentration 19 % niedriger; inverse Dosisbeziehung zu Volumen, Gesamtzahl, Beweglichkeit; positive zu Testosteron und LH | [s218] |
| Sharma et al. 2016 (20 Studien) | leichte gegenüber mäßigen bis starken Rauchern | Effekte bei mäßigen bis starken Rauchern größer | [s148] |
| Vine et al. 1994 | Zigarettenzahl | Dichte 13 bis 17 % niedriger, keine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung | [s243] |
| Fan et al. 2024 (1938 infertile Männer) | über 10 Zigaretten täglich | primäre Infertilität: Konzentration 59,2 gegenüber 68,6 × 10⁶/ml; sekundäre: Progressivmotilität 44,7 gegenüber 48,1 % | [s44] |
| Tang et al. 2019 (1631 Männer) | ab 10 Packungsjahren | Volumen β = −0,10; Gesamtzahl β = −0,42; Gesamtmotilität β = +6,02 | [s114] |
| Chengdu 2026 (3336 Männer) | über 20 Zigaretten täglich oder über 10 Jahre | Konzentration, Gesamtzahl und Motilität nehmen ab (nichtlineare Modellierung) | [s12] |
| Fünf Provinzen 2012 (727 Männer) | über 20 Zigaretten täglich | verringerte Dichte OR 1,70 (1,05 bis 2,76); über 150 000 Zigaretten insgesamt OR 1,84 (1,03 bis 3,29) | [s197] |
| Reina Bouvet et al. 2007 (131 Männer) | stark (über 20) / leicht | beide gegenüber Nichtrauchern verändert, unter sich kein Unterschied (p > 0,1) | [s219] |
| Nursal et al. 2024 (1005 Männer) | bis 30 gegenüber über 30 Zigaretten; Dauer | kein Mengenunterschied; bei 20 Jahren und mehr niedrigste nicht-progressive und höchste Immotilität | [s40] |
| Keskin et al. 2016 (356 Männer) | Packungsjahre | nur über 20 Packungsjahre niedrigeres Volumen (p = 0,009) | [s145] |
| Ozgur et al. 2005 (296 Männer) | Nichtraucher, leicht, stark | Flagellumanomalien bei starken häufiger; schnelle Vorwärtsbeweglichkeit bei starken höher als bei leichten | [s222] |
| Toprak et al. 2026 (182 Männer mit Varikozele) | 1 bis 10 / 11 bis 20 / über 20 Zigaretten | nur starke Raucher (n = 11) signifikant; Konzentration 30,1 ± 42,3 Mio./ml | [s08] |
| Albeitawi et al. 2024 | leicht / mäßig / stark (Normalform exp(β)) | 0,66 / 0,63 / 0,68 | [s38] |
Aus der Zigarettenliteratur ergibt sich also eher ein Schwellen- als ein linearer Eindruck: Mehrere Studien finden Effekte erst bei starkem Rauchen oder langer Dauer [s08, s12, s145, s40, s59], andere finden keinen Unterschied zwischen leicht und stark [s219, s38], und die Metaanalyse von Vine et al. fand keine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung [s243]. Die Beobachtung, dass sich die Wirkung bei Wasserpfeife und Zigarette mit der Intensität kaum steigert, stützt eher die Vorsicht gegenüber einfachen Dosisannahmen als eine Aussage über die Produkte.
Tierversuche: Dosis und Alter
| Studie | Modell | Dosisabstufung | Befund |
|---|---|---|---|
| Aprioku und Ugwu 2015 [s154] | Ratte, 30 Tage, präpubertär und adult | Tabakrauch (0,25, 0,5, 1 mg Nikotinäquivalent), rauchloser Tabak, Nikotin (0,5 und 1 mg/kg) | Beweglichkeit −77,5 / −89,0 / −82,2 % (präpubertär) und −71,1 / −86,4 / 0 % (adult) für Rauch / rauchlosen Tabak / Nikotin; meist nur die höheren Dosen signifikant |
| Wang et al. 2023 [s63] | Ratte, 90 Tage | erhitzter Tabak 10, 23, 50 µg/l; Zigarettenrauch 23 µg/l | nur höchste Dosis und Zigarettenrauch mit Schaden; niedrigere Dosen schwächer |
| Rattenstudie [s87] | Ratte, 2 bis 12 Wochen | 10, 20, 30 Zigaretten pro Tag | dosis- und zeitabhängige Hodenatrophie, Apoptose ab der 6. Woche |
| Mausstudie [s117] | Nrf2-Knockout-Maus | Exposition ab 4 gegenüber ab 8 Wochen | Konzentration und Motilität bei Beginn ab 4 Wochen niedriger |
| Mausstudie [s126] | Maus, Korea | mütterliche Exposition, Dosisstufen | F1 Spermienzahl −40 bis −60 %, F2 −23 bis −40 % |
| Mausstudie [s28] | Maus, 10 Wochen | 0,075 und 0,15 µg/kg | Epithelhöhe und Hodenkanälchenfläche nur bei höherer Dosis kleiner |
Die Tierversuche zeigen regelmäßig Dosisabhängigkeit, aber die Dosen sind nicht umgerechnet. Die Prozentzahlen aus [s154] dürfen nicht als Maß für menschlichen Konsum gelesen werden.
Subgruppen
| Subgruppe | Befund | Quelle |
|---|---|---|
| Infertile gegenüber Allgemeinbevölkerung | Rauchen-Effekte bei infertilen Männern größer als in der Allgemeinbevölkerung (Metaanalyse); Snus-Befunde in der Klinik (17 Nutzer) auffälliger als in der Allgemeinbevölkerung | [s148], [s163, s73] |
| Fertile, gesunde Männer | Zigarette: kein Routineeffekt bei 235 gesunden Chinesen (Dichte p = 0,82); Spender: keine Unterschiede bei starken Rauchern; höhere Gesamtmotilität in der Nanjinger Kohorte | [s215], [s72], [s114] |
| Junge Männer (17 bis 21 Jahre) | Snus: 24 % niedrigere Gesamtspermienzahl; Zigarette: 49 % höhere Gesamtspermienzahl bei Nichtrauchern (Wehrpflichtige) | [s73], [s216] |
| Ethnie und Region | Russland: Verschlechterung nur bei rauchenden Slawen, die zugleich intensiver rauchten; Jordanien: Zigaretten ohne Unterschied zu Nichtrauchern | [s59], [s24] |
| Männer mit Varikozele | Starke Raucher mit schlechteren Werten und synergistischem Effekt; schlechtere Erholung nach Operation bei Rauchern (Beweglichkeit nach 3 Monaten 24,51 gegenüber 28,11 %) | [s08], [s61], [s37] |
| Doppelkonsum | Wasserpfeife plus Zigarette: niedrigste Normalform-Werte (exp(β) 0,43 und 0,36); Kauen plus Rauchen: Veränderungen am stärksten | [s38], [s48] |
| Präpubertäre gegenüber adulten Tieren | Nikotin wirkte bei präpubertären Ratten, nicht bei adulten | [s154] |
| Genotypen | Erhöhtes Risiko nur bei Rauchern: NRF2 rs6721961 TT (OR 2,370), CYP1A1 (OR 1,91), NAT2 (OR 1,71) | [s190], [s189], [s182] |
| IVF-Kollektive | Kein negativer Effekt des männlichen Rauchens auf Befruchtung und Schwangerschaft (Cotinin-bestimmt); Rauchen beider Partner mit geringeren Lebendgeburtschancen | [s176], [s07] |
| Geschlecht | Rauchen von Mann und Frau verlängerte die Zeit bis zur Schwangerschaft (FOR 0,41 und 0,53); die WHO nennt das Infertilitätsrisiko durch Rauchen bei Frauen höher als bei Männern | [s147], [s10] |
| Nichtraucher in Rauchumgebung | Passivrauch im Tier führt zu Hodenatrophie | [s78, s87] |
Mehrere Subgruppenbefunde stützen sich auf kleine Gruppen (zum Beispiel nur 11 starke Raucher bei Toprak et al.) oder auf selektierte Klinikkollektive und sind nicht verallgemeinerbar.
Reversibilität
| Studie | Design | Zeitraum | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Ragheb et al. 2025 [s30] | 60 Teilnehmer, Rauchstopp, ohne Kontrollgruppe | 3 und 6 Monate | Gesamtzahl 49,33 → 70,16 → 84,01 Mio.; Konzentration 14,77 → 17,71 → 19,27 Mio./ml; progressive Beweglichkeit 20,7 → 35,3 → 42,28 % (p < 0,001) |
| Kulaksiz et al. 2022 [s74] | 48 Rauchstopp gegenüber 42 Kontrollen | mindestens 3 Monate (Mittel 104,2 Tage) | Volumen 2,48 → 2,90 ml; Konzentration 18,45 → 22,64 Mio./ml; Gesamtzahl 45,04 → 65,1 Mio.; Beweglichkeit und Morphologie nicht signifikant |
| Lin et al. 2024 [s49] | 81 nachverfolgt, nur 19 mit Reduktion von mindestens 70 % | 3 bis 6 Monate | nur Akrosin-Aktivität signifikant verbessert |
| Al-khafaji 2017 [s136] | 152 Raucher, Antioxidanzien | nicht genau angegeben | Besserungen in beiden Gruppen, mit Rauchstopp teils deutlicher (Zahl bei Oligozoospermie 6,3 → 15,2 gegenüber 6,4 → 9,2 Mio.) |
| Tang et al. 2019 [s114] | Querschnitt | ehemalige Raucher | ehemalige Raucher unterschieden sich nicht von Nie-Rauchern |
| Cui et al. 2025 [s21] | 14 Ex-Raucher, 19 Raucher, 18 Nichtraucher; Mausmodell | mindestens 3 Monate abstinent | teilweise Erholung der Spermienmerkmale; im Mausmodell ebenso |
| Byhamre et al. 2026 [s02] | Querschnitt Snus | ehemalige Nutzer | ehemalige Nutzer unterschieden sich bei CRP, Vitamin D und Testosteron nicht signifikant von Nie-Nutzern |
| Passivrauch-Ratten [s214] | 8 Wochen Exposition, 48 Tage Rauchpause | 48 Tage | Veränderungen teilweise reversibel |
| IQOS-Mäuse [s102, s82] | pränatal | 5 gegenüber 15 Wochen | Effekte mit 5 Wochen, mit 15 Wochen nicht mehr |
Was daraus folgt: Für die Zigarette zeigen mehrere kleine Beobachtungsstudien nach drei bis sechs Monaten Verbesserungen von Zahl, Konzentration und Volumen [s30, s74]; die Beweglichkeit und die Morphologie verbessern sich nicht in allen Studien [s49, s74]. Keine dieser Studien hat eine unbeobachtete Vergleichsgruppe mit gleichem Verlauf ohne Rauchstopp, sodass Schwankungen der Samenwerte, Regression zur Mitte und saisonale Effekte nicht ausgeschlossen sind. Für Snus gibt es als einzigen Hinweis die Beobachtung, dass ehemalige Nutzer bei Hormonmarkern nicht von Nie-Nutzern abweichen, ohne Spermiendaten [s02]. Für Kautabak, Wasserpfeife und Beutel gibt es keine Rückbildungsstudie. Eine Aussage über eine Dauer oder Vollständigkeit der Erholung für diese Produkte lässt sich nicht treffen. Im Tiermodell war die Wirkung von Nikotin nach dem Absetzen teilweise reversibel [s21], und nach einer Rauchpause bildeten sich Keimzellveränderungen teilweise zurück [s214].
Vergleichsübersicht der Produkte
| Produkt | Humanstudien mit Samenendpunkt | Richtung der Befunde | Sicherheit der Evidenz |
|---|---|---|---|
| Zigarette | viele, mehrere Metaanalysen [s110, s148, s204, s243] | meist niedrigere Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie; Gegenbefunde [s227, s40, s68, s71, s72, s81] | niedrig [s90]; Effekte klein bis mäßig |
| Snus | 4 (17 bis 109 Nutzer) [s163, s216, s73, s99] | eine Studie 24 % niedrigere Gesamtzahl, zwei ohne Befund, eine Klinikstudie auffälliger; Testosteron höher [s02, s73] | niedrig, Querschnitt, kleine Gruppen |
| Kautabak | wenige, Indien [s180, s223, s244, s48] | schlechtere Werte bei Kauern und bei stärkerem Kauen | sehr niedrig, keine Adjustierung, teils ohne Kontrollgruppe |
| Wasserpfeife | etwa 6 und eine Metaanalyse [s24, s31, s38, s46, s57, s62, s96] | meist keine Veränderung konventioneller Parameter; Morphologie schlechter in [s31, s38]; DNA-Marker verändert in [s57, s62] | sehr niedrig (GRADE) [s31] |
| Nikotinbeutel | keine | nicht beurteilbar | keine Daten [s11] |
Ob eines der Produkte weniger oder mehr Schaden verursacht als die Zigarette, lässt sich aus den abgerufenen Studien nicht beantworten: Es gibt nur wenige direkte Vergleiche, sie kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen [s216, s24, s26, s38, s57, s99], und kein Design ist randomisiert.
Lücken und Grenzen
Es fehlen: eine Humanstudie zu Nikotinbeuteln mit Spermien- oder Hormonendpunkt; eine zweite, unabhängige Snus-Studie mit objektiver Dosismessung und Samenanalyse; Längsschnittstudien zu Snus oder Wasserpfeife mit Wechsel oder Beenden des Konsums; Studien zu Kautabak mit Kontrollgruppe und Adjustierung; eine unabhängige Replikation der Gaza-Befunde zur Wasserpfeife; deutschsprachige Primärstudien; arabischsprachige Originalliteratur, die nicht erreichbar war [s31]. Für die meisten Quellen lag nur der Abstract vor; bei 44 chinesischen und japanischen Quellen konnten Effektgrößen nicht erneut geprüft werden [s170, s242]. Die Samenparameter sind Surrogatmaße: Aus ihnen allein lässt sich die klinische Bedeutung für die Fruchtbarkeit nicht ableiten. Dieses Kapitel gibt keine Empfehlung zu Behandlung oder Verhalten; die Leitlinien äußern sich zum Rauchen, nicht zu den erfragten Produkten [s10, s29, s90].