Snus, Nikotinbeutel, Shisha und Kautabak · Kapitel 13 von 21

Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität

Was sich über Dosis und Wirkung sagen lässt

Eine belastbare Dosis-Wirkungs-Beziehung setzt eine objektive, abgestufte Expositionsmessung und eine Kontrollgruppe voraus. Beides liegt für die erfragten Produkte nur in Ansätzen vor: bei Snus als Urin-Cotinin und Dosen pro Woche in einer einzigen Studie [s73], bei Kautabak als Konsumhäufigkeit ohne Kontrollgruppe [s223] oder als Packungen pro Tag [s180], bei der Wasserpfeife als Sitzungen pro Woche oder als Index [s24, s38]. Für Nikotinbeutel fehlt jede Dosisinformation. Die Zigarette ist am besten abgestuft (Zigaretten pro Tag, Packungsjahre, Rauchdauer), liefert aber auch keine einheitliche Kurve. Alle folgenden Tabellen fassen berichtete Zahlen zusammen; sie sind keine eigenen Berechnungen und keine Schätzung eines Risikos für Einzelne.

Snus

GrößeSnus-NutzerNichtnutzerQuelle
Urin-Cotinin (ng/ml, Mittel)3200 (n = 69)590 (n = 290)[s73]
Gesamtspermienzahl, adjustiert (Mio.)120 (n = 109)160 (n = 411)[s73]
Konzentration (Mio./ml)4757[s73]
Progressive Motilität (%)4242[s73]
Normale Morphologie (%)8,38,7[s73]
DNA-Fragmentierung (%)1112[s73]
Testosteron (nmol/l)24 (n = 112)21 (n = 425)[s73]
Berechnetes freies Testosteron (Verhältnis der geometrischen Mittel)1,04 (95-%-KI 1,01 bis 1,07)Bezug[s02]

Die Dosisabstufungen innerhalb der Snus-Studie: Snusdosen pro Woche (71 Nutzer) und Gesamtspermienzahl B = −0,16 (KI −0,33 bis 0,014; p = 0,07), also kein signifikanter Dosiszusammenhang; Cotinin und Gesamtspermienzahl B = −0,12 × 10⁻³ (p = 0,02 beziehungsweise 0,03), signifikant, nach Adjustierung für Beruf oder Rauchen der Mutter um etwa 36 beziehungsweise 38 % schwächer [s73]. Die Dosisabhängigkeit ist damit nicht eindeutig: Das objektive Maß (Cotinin) zeigt einen Gradienten, das berichtete Maß (Dosen pro Woche) nicht. Ob der Unterschied zwischen Nutzern und Nichtnutzern von der Menge abhängt, bleibt offen. Die Autoren übertragen die 24 % auf eine um etwa 10 % geringere Schwangerschaftschance; das ist eine Extrapolation [s73]. In der Kopenhagener Studie wurde für Snus kein Zusammenhang berichtet, getrennt nach Dosis ist nichts angegeben [s99].

Kautabak und rauchloser Tabak

StudieGruppeBefundHinweis
Said et al. 2005 [s223]mild (n = 177) / mäßig (n = 264) / stark (n = 197)Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, Vitalität abnehmend in dieser Reihenfolge; Azoospermie 1 / 3 / 14 %; OAT 2 / 8 / 29 % (nicht signifikant)alle Männer Konsumenten, keine Kontrolle
Sunanda et al. 2014 [s180]Kauer (n = 194) gegenüber NichtkauernZahl −18,9 %, Beweglichkeit −23,4 %, Vitalität −8,4 %, Normalmorphologie −28,4 %; OR Teratozoospermie 8,4 (4,9 bis 14,6)keine Adjustierung beschrieben
Sunanda et al. 2014 [s180]intensiv (mindestens 10 Packungen täglich) gegenüber weniger intensivnur Normalmorphologie signifikant (OR 2,7; 1,41 bis 5,08); Zahl OR 0,81, Beweglichkeit OR 1,1 nicht signifikantDosisabhängigkeit nur für die Morphologie
Sunanda et al. 2014 [s180]Zahl der TabakpackungenKopfdefekte r = 0,400; Zytoplasmatröpfchen r = 0,611; Mittelstück und Flagellum nicht signifikantKorrelation, p = 0,001
Kanetkar et al. 2024 [s48]Nichtnutzer (n = 52) / Kauer (n = 32) / Raucher (n = 17)Konzentration 83,9 / 34,7 / 32,6 Mio./ml; normales Spermiogramm 41 von 52 / 9 von 32 / 2 von 17keine Adjustierung; keine Dosisstufen

Im Ergebnis zeigen die Kautabakstudien einen Gradienten nach Häufigkeit innerhalb der Konsumenten [s223] und Unterschiede zu Nichtkonsumenten [s180, s244, s48], aber die Dosisabstufung ist inkonsistent (bei Sunanda et al. nur für die Morphologie). Eine Zahl der Art „pro zusätzlicher Portion sinkt die Konzentration um x“ lässt sich aus keiner Studie berechnen.

Wasserpfeife

RauchartleichtmäßigstarkQuelle
Normale Morphologie, Zigarette, exp(β) gegenüber Nichtrauchern0,66 (0,56 bis 0,77)0,63 (0,54 bis 0,73)0,68 (0,62 bis 0,76)[s38]
Normale Morphologie, Wasserpfeife0,66 (0,60 bis 0,74)0,80 (0,67 bis 0,94)0,81 (0,70 bis 0,92)[s38]
Normale Morphologie, beide Produkte0,43 (0,33 bis 0,55)nicht angegeben0,36 (0,24 bis 0,53)[s38]

Die Tabelle zeigt, dass die Normalform-Effekte bei der Wasserpfeife mit der Intensität nicht größer, sondern in dieser Studie eher kleiner werden, und dass der Doppelkonsum die niedrigsten Werte hat; eine lineare Dosiskurve liegt nicht vor [s38]. Bei Hamadneh et al. unterschied sich nur das Volumen (Wasserpfeife 2,871 gegenüber Kontrolle 3,457 ml; p = 0,0122), dosisgestuft wurde nicht ausgewertet [s24]. Bei Alenzi beeinflusste die Sitzungszahl pro Woche die Beweglichkeit (p = 0,02) [s84]. In Katar war das Risiko eines niedrigen Gesamttestosterons bei leichten (OR 0,83) wie starken Wasserpfeifenrauchern (OR 0,80) nicht verändert [s112]. In der Metaanalyse sind die Effektschätzer ohne Dosisabstufung dargestellt [s31]. In der Metaanalyse sind nur die Morphologie (SMD −0,71; −1,33 bis −0,10) und die DNA-Fragmentierung (SMD +3,36; 0,29 bis 6,43) signifikant, bei sehr niedriger Evidenzsicherheit [s31].

Zigarette als Vergleichsgradient

StudieAbstufungBefundQuelle
Osadchuk et al. 2023 (1222 Männer)Nichtraucher / bis 10 / über 10 Zigaretten täglichKonzentration 55,15 / 48,26 / 47,36 Mio./ml; progressive Beweglichkeit 46,6 / 43,6 / 39,3 %; DNA-Fragmentierung 8,25 / 10,11 / 14,66 %[s59]
Ramlau-Hansen et al. 2007 (2562 Männer)starke RaucherKonzentration 19 % niedriger; inverse Dosisbeziehung zu Volumen, Gesamtzahl, Beweglichkeit; positive zu Testosteron und LH[s218]
Sharma et al. 2016 (20 Studien)leichte gegenüber mäßigen bis starken RauchernEffekte bei mäßigen bis starken Rauchern größer[s148]
Vine et al. 1994ZigarettenzahlDichte 13 bis 17 % niedriger, keine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung[s243]
Fan et al. 2024 (1938 infertile Männer)über 10 Zigaretten täglichprimäre Infertilität: Konzentration 59,2 gegenüber 68,6 × 10⁶/ml; sekundäre: Progressivmotilität 44,7 gegenüber 48,1 %[s44]
Tang et al. 2019 (1631 Männer)ab 10 PackungsjahrenVolumen β = −0,10; Gesamtzahl β = −0,42; Gesamtmotilität β = +6,02[s114]
Chengdu 2026 (3336 Männer)über 20 Zigaretten täglich oder über 10 JahreKonzentration, Gesamtzahl und Motilität nehmen ab (nichtlineare Modellierung)[s12]
Fünf Provinzen 2012 (727 Männer)über 20 Zigaretten täglichverringerte Dichte OR 1,70 (1,05 bis 2,76); über 150 000 Zigaretten insgesamt OR 1,84 (1,03 bis 3,29)[s197]
Reina Bouvet et al. 2007 (131 Männer)stark (über 20) / leichtbeide gegenüber Nichtrauchern verändert, unter sich kein Unterschied (p > 0,1)[s219]
Nursal et al. 2024 (1005 Männer)bis 30 gegenüber über 30 Zigaretten; Dauerkein Mengenunterschied; bei 20 Jahren und mehr niedrigste nicht-progressive und höchste Immotilität[s40]
Keskin et al. 2016 (356 Männer)Packungsjahrenur über 20 Packungsjahre niedrigeres Volumen (p = 0,009)[s145]
Ozgur et al. 2005 (296 Männer)Nichtraucher, leicht, starkFlagellumanomalien bei starken häufiger; schnelle Vorwärtsbeweglichkeit bei starken höher als bei leichten[s222]
Toprak et al. 2026 (182 Männer mit Varikozele)1 bis 10 / 11 bis 20 / über 20 Zigarettennur starke Raucher (n = 11) signifikant; Konzentration 30,1 ± 42,3 Mio./ml[s08]
Albeitawi et al. 2024leicht / mäßig / stark (Normalform exp(β))0,66 / 0,63 / 0,68[s38]

Aus der Zigarettenliteratur ergibt sich also eher ein Schwellen- als ein linearer Eindruck: Mehrere Studien finden Effekte erst bei starkem Rauchen oder langer Dauer [s08, s12, s145, s40, s59], andere finden keinen Unterschied zwischen leicht und stark [s219, s38], und die Metaanalyse von Vine et al. fand keine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung [s243]. Die Beobachtung, dass sich die Wirkung bei Wasserpfeife und Zigarette mit der Intensität kaum steigert, stützt eher die Vorsicht gegenüber einfachen Dosisannahmen als eine Aussage über die Produkte.

Tierversuche: Dosis und Alter

StudieModellDosisabstufungBefund
Aprioku und Ugwu 2015 [s154]Ratte, 30 Tage, präpubertär und adultTabakrauch (0,25, 0,5, 1 mg Nikotinäquivalent), rauchloser Tabak, Nikotin (0,5 und 1 mg/kg)Beweglichkeit −77,5 / −89,0 / −82,2 % (präpubertär) und −71,1 / −86,4 / 0 % (adult) für Rauch / rauchlosen Tabak / Nikotin; meist nur die höheren Dosen signifikant
Wang et al. 2023 [s63]Ratte, 90 Tageerhitzter Tabak 10, 23, 50 µg/l; Zigarettenrauch 23 µg/lnur höchste Dosis und Zigarettenrauch mit Schaden; niedrigere Dosen schwächer
Rattenstudie [s87]Ratte, 2 bis 12 Wochen10, 20, 30 Zigaretten pro Tagdosis- und zeitabhängige Hodenatrophie, Apoptose ab der 6. Woche
Mausstudie [s117]Nrf2-Knockout-MausExposition ab 4 gegenüber ab 8 WochenKonzentration und Motilität bei Beginn ab 4 Wochen niedriger
Mausstudie [s126]Maus, Koreamütterliche Exposition, DosisstufenF1 Spermienzahl −40 bis −60 %, F2 −23 bis −40 %
Mausstudie [s28]Maus, 10 Wochen0,075 und 0,15 µg/kgEpithelhöhe und Hodenkanälchenfläche nur bei höherer Dosis kleiner

Die Tierversuche zeigen regelmäßig Dosisabhängigkeit, aber die Dosen sind nicht umgerechnet. Die Prozentzahlen aus [s154] dürfen nicht als Maß für menschlichen Konsum gelesen werden.

Subgruppen

SubgruppeBefundQuelle
Infertile gegenüber AllgemeinbevölkerungRauchen-Effekte bei infertilen Männern größer als in der Allgemeinbevölkerung (Metaanalyse); Snus-Befunde in der Klinik (17 Nutzer) auffälliger als in der Allgemeinbevölkerung[s148], [s163, s73]
Fertile, gesunde MännerZigarette: kein Routineeffekt bei 235 gesunden Chinesen (Dichte p = 0,82); Spender: keine Unterschiede bei starken Rauchern; höhere Gesamtmotilität in der Nanjinger Kohorte[s215], [s72], [s114]
Junge Männer (17 bis 21 Jahre)Snus: 24 % niedrigere Gesamtspermienzahl; Zigarette: 49 % höhere Gesamtspermienzahl bei Nichtrauchern (Wehrpflichtige)[s73], [s216]
Ethnie und RegionRussland: Verschlechterung nur bei rauchenden Slawen, die zugleich intensiver rauchten; Jordanien: Zigaretten ohne Unterschied zu Nichtrauchern[s59], [s24]
Männer mit VarikozeleStarke Raucher mit schlechteren Werten und synergistischem Effekt; schlechtere Erholung nach Operation bei Rauchern (Beweglichkeit nach 3 Monaten 24,51 gegenüber 28,11 %)[s08], [s61], [s37]
DoppelkonsumWasserpfeife plus Zigarette: niedrigste Normalform-Werte (exp(β) 0,43 und 0,36); Kauen plus Rauchen: Veränderungen am stärksten[s38], [s48]
Präpubertäre gegenüber adulten TierenNikotin wirkte bei präpubertären Ratten, nicht bei adulten[s154]
GenotypenErhöhtes Risiko nur bei Rauchern: NRF2 rs6721961 TT (OR 2,370), CYP1A1 (OR 1,91), NAT2 (OR 1,71)[s190], [s189], [s182]
IVF-KollektiveKein negativer Effekt des männlichen Rauchens auf Befruchtung und Schwangerschaft (Cotinin-bestimmt); Rauchen beider Partner mit geringeren Lebendgeburtschancen[s176], [s07]
GeschlechtRauchen von Mann und Frau verlängerte die Zeit bis zur Schwangerschaft (FOR 0,41 und 0,53); die WHO nennt das Infertilitätsrisiko durch Rauchen bei Frauen höher als bei Männern[s147], [s10]
Nichtraucher in RauchumgebungPassivrauch im Tier führt zu Hodenatrophie[s78, s87]

Mehrere Subgruppenbefunde stützen sich auf kleine Gruppen (zum Beispiel nur 11 starke Raucher bei Toprak et al.) oder auf selektierte Klinikkollektive und sind nicht verallgemeinerbar.

Reversibilität

StudieDesignZeitraumErgebnis
Ragheb et al. 2025 [s30]60 Teilnehmer, Rauchstopp, ohne Kontrollgruppe3 und 6 MonateGesamtzahl 49,33 → 70,16 → 84,01 Mio.; Konzentration 14,77 → 17,71 → 19,27 Mio./ml; progressive Beweglichkeit 20,7 → 35,3 → 42,28 % (p < 0,001)
Kulaksiz et al. 2022 [s74]48 Rauchstopp gegenüber 42 Kontrollenmindestens 3 Monate (Mittel 104,2 Tage)Volumen 2,48 → 2,90 ml; Konzentration 18,45 → 22,64 Mio./ml; Gesamtzahl 45,04 → 65,1 Mio.; Beweglichkeit und Morphologie nicht signifikant
Lin et al. 2024 [s49]81 nachverfolgt, nur 19 mit Reduktion von mindestens 70 %3 bis 6 Monatenur Akrosin-Aktivität signifikant verbessert
Al-khafaji 2017 [s136]152 Raucher, Antioxidanziennicht genau angegebenBesserungen in beiden Gruppen, mit Rauchstopp teils deutlicher (Zahl bei Oligozoospermie 6,3 → 15,2 gegenüber 6,4 → 9,2 Mio.)
Tang et al. 2019 [s114]Querschnittehemalige Raucherehemalige Raucher unterschieden sich nicht von Nie-Rauchern
Cui et al. 2025 [s21]14 Ex-Raucher, 19 Raucher, 18 Nichtraucher; Mausmodellmindestens 3 Monate abstinentteilweise Erholung der Spermienmerkmale; im Mausmodell ebenso
Byhamre et al. 2026 [s02]Querschnitt Snusehemalige Nutzerehemalige Nutzer unterschieden sich bei CRP, Vitamin D und Testosteron nicht signifikant von Nie-Nutzern
Passivrauch-Ratten [s214]8 Wochen Exposition, 48 Tage Rauchpause48 TageVeränderungen teilweise reversibel
IQOS-Mäuse [s102, s82]pränatal5 gegenüber 15 WochenEffekte mit 5 Wochen, mit 15 Wochen nicht mehr

Was daraus folgt: Für die Zigarette zeigen mehrere kleine Beobachtungsstudien nach drei bis sechs Monaten Verbesserungen von Zahl, Konzentration und Volumen [s30, s74]; die Beweglichkeit und die Morphologie verbessern sich nicht in allen Studien [s49, s74]. Keine dieser Studien hat eine unbeobachtete Vergleichsgruppe mit gleichem Verlauf ohne Rauchstopp, sodass Schwankungen der Samenwerte, Regression zur Mitte und saisonale Effekte nicht ausgeschlossen sind. Für Snus gibt es als einzigen Hinweis die Beobachtung, dass ehemalige Nutzer bei Hormonmarkern nicht von Nie-Nutzern abweichen, ohne Spermiendaten [s02]. Für Kautabak, Wasserpfeife und Beutel gibt es keine Rückbildungsstudie. Eine Aussage über eine Dauer oder Vollständigkeit der Erholung für diese Produkte lässt sich nicht treffen. Im Tiermodell war die Wirkung von Nikotin nach dem Absetzen teilweise reversibel [s21], und nach einer Rauchpause bildeten sich Keimzellveränderungen teilweise zurück [s214].

Vergleichsübersicht der Produkte

ProduktHumanstudien mit SamenendpunktRichtung der BefundeSicherheit der Evidenz
Zigaretteviele, mehrere Metaanalysen [s110, s148, s204, s243]meist niedrigere Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie; Gegenbefunde [s227, s40, s68, s71, s72, s81]niedrig [s90]; Effekte klein bis mäßig
Snus4 (17 bis 109 Nutzer) [s163, s216, s73, s99]eine Studie 24 % niedrigere Gesamtzahl, zwei ohne Befund, eine Klinikstudie auffälliger; Testosteron höher [s02, s73]niedrig, Querschnitt, kleine Gruppen
Kautabakwenige, Indien [s180, s223, s244, s48]schlechtere Werte bei Kauern und bei stärkerem Kauensehr niedrig, keine Adjustierung, teils ohne Kontrollgruppe
Wasserpfeifeetwa 6 und eine Metaanalyse [s24, s31, s38, s46, s57, s62, s96]meist keine Veränderung konventioneller Parameter; Morphologie schlechter in [s31, s38]; DNA-Marker verändert in [s57, s62]sehr niedrig (GRADE) [s31]
Nikotinbeutelkeinenicht beurteilbarkeine Daten [s11]

Ob eines der Produkte weniger oder mehr Schaden verursacht als die Zigarette, lässt sich aus den abgerufenen Studien nicht beantworten: Es gibt nur wenige direkte Vergleiche, sie kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen [s216, s24, s26, s38, s57, s99], und kein Design ist randomisiert.

Lücken und Grenzen

Es fehlen: eine Humanstudie zu Nikotinbeuteln mit Spermien- oder Hormonendpunkt; eine zweite, unabhängige Snus-Studie mit objektiver Dosismessung und Samenanalyse; Längsschnittstudien zu Snus oder Wasserpfeife mit Wechsel oder Beenden des Konsums; Studien zu Kautabak mit Kontrollgruppe und Adjustierung; eine unabhängige Replikation der Gaza-Befunde zur Wasserpfeife; deutschsprachige Primärstudien; arabischsprachige Originalliteratur, die nicht erreichbar war [s31]. Für die meisten Quellen lag nur der Abstract vor; bei 44 chinesischen und japanischen Quellen konnten Effektgrößen nicht erneut geprüft werden [s170, s242]. Die Samenparameter sind Surrogatmaße: Aus ihnen allein lässt sich die klinische Bedeutung für die Fruchtbarkeit nicht ableiten. Dieses Kapitel gibt keine Empfehlung zu Behandlung oder Verhalten; die Leitlinien äußern sich zum Rauchen, nicht zu den erfragten Produkten [s10, s29, s90].

Alle Kapitel und Anhänge (25)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Vorbemerkung zu den Beobachtungsstudien bis Wasserpfeife (Shisha, Hookah, Narghile)
  6. E-Zigarette und erhitzter Tabak
  7. Skandinavien, Westeuropa, USA bis Taiwan und Südkorea
  8. China: Arbeiten aus der Plattform CQVIP (nur Design und Stichprobengröße belegt) bis Nachtrag: Gaza, Zigaretten-Starkraucher
  9. Gesamtbild der Beobachtungsstudien
  10. Zur Lesart dieses Abschnitts bis Die Zigarette als Vergleichsmaßstab: Metaanalysen
  11. Die Zigarette als Vergleichsmaßstab: Einzelstudien bis Tierversuche
  12. Mechanismen und biologische Plausibilität
  13. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  14. Englisch bis Koreanisch
  15. Russisch bis Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen s01–s121
  24. Quellen s122–s244
  25. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle