Diese Produkte standen nicht im Zentrum der Fragestellung, sind aber die einzigen weiteren nikotinhaltigen Alternativen, zu denen Humandaten mit Samenbezug vorliegen und die in den Snus-Studien mitgeführt werden.
Kim HK, Choi WY, Lee JI, Kim TJ 2025 (Südkorea; Scientific Reports): Impact of conventional cigarette and electronic cigarette use on sperm quality and IVF/ICSI outcomes [s26]. Retrospektive Kohortenstudie an IVF/ICSI-Paaren zwischen Mai 2022 und Januar 2024 mit 151 konventionellen Zigarettenrauchern und 145 E-Zigaretten-Nutzern (männliche Partner). Die Infertilität lag überwiegend beim Tubenfaktor, polyzystischen Ovarsyndrom, bei Schilddrüsenstörung und Hyperprolaktinämie. Ausgeschlossen waren unter anderem Oligoteratozoospermie, schwere Asthenospermie (unter 32 % progressive Motilität), Varikozele und Azoospermie. Es gab keine Nichtraucher-Kontrolle. Ergebnisse: Die Lebendgeburtenrate war in der E-Zigaretten-Gruppe höher (55,86 % gegenüber 41,06 %; p = 0,011), die klinische Fehlgeburtenrate niedriger (11,96 % gegenüber 36,27 %). Biochemische, klinische und fortlaufende Schwangerschaftsraten unterschieden sich nicht. Bei den Samenparametern war die Spermienkonzentration in der Zigarettengruppe höher (81,55 ± 57,19 gegenüber 71,78 ± 44,40 Mio./ml; p = 0,007), die Beweglichkeit in der E-Zigaretten-Gruppe höher (die Mittelwerte 48,15 ± 13,29 und 48,91 ± 11,75 % sind in den Berichten nicht eindeutig den Gruppen zugeordnet; p = 0,014 im Abstract und in der Tabelle, p = 0,04 im Ergebnistext). Volumen, Leukozyten im Samen und Morphologie unterschieden sich nicht. Das basale Prolaktin war bei E-Zigaretten-Nutzern niedriger (13,02 ± 4,80 gegenüber 13,84 ± 5,97 ng/ml; p = 0,029). Für die Lebendgeburt waren in der multivariaten Analyse das männliche FSH und die Zahl der Zweikernstadien unabhängig bedeutsam. Die Autoren betonen, ihr Befund sei keine Befürwortung der E-Zigarette; ohne Nichtraucher-Kontrolle ließen sich die Befunde nicht als pathologisch deuten. Stärken: direkter Vergleich beider Produkte in einer IVF-Population, harter Endpunkt Lebendgeburt. Schwächen: retrospektiv, ohne Nichtraucher-Kontrolle, Zusammensetzung der Gruppen nach Expositionsdauer und Menge fehlt, Unterschiede in der Beweglichkeit klein, höhere Spermienkonzentration der Zigarettengruppe entgegen der Erwartung; die Behandlungsindikation war überwiegend weiblich, sodass die männliche Komponente nur ein Teil des Ergebnisses ist. Es ist die einzige Studie dieser Recherche, die ein nicht verbranntes Nikotinprodukt beim Menschen mit Spermienparametern direkt gegen die Zigarette stellt; die Holmboe-Studie [s99] fand bei täglichen E-Zigaretten-Nutzern eine niedrigere Gesamtspermienzahl (91 gegenüber 147 Millionen), siehe Abschnitt Snus.
Kim H, Kim SK, Yu EJ, Lee JR, Jee BC, Suh CS et al. 2015 (Südkorea; Clinical and Experimental Reproductive Medicine): The prevalence of positive urinary cotinine tests in Korean infertile couples and the effect of smoking on assisted conception outcomes (Häufigkeit positiver Urin-Cotinintests bei koreanischen Kinderwunschpaaren und Einfluss des Rauchens auf die Ergebnisse der assistierten Empfängnis) [s159]. Prospektive Kohorte, 127 Paare (IVF n = 92, IUI n = 35), qualitativer Urin-Cotinintest. Positiv waren 43,3 % (55 von 127) der Männer und 10,2 % (13 von 127) der Frauen. Spermienmerkmale, Marker der ovariellen Reserve und Oozytenzahl waren zwischen Cotinin-positiven und -negativen Männern vergleichbar; die Spermienzahl war bei Cotinin-positiven Männern sogar höher. Die Cotininergebnisse waren nicht mit dem Behandlungsausgang verbunden. Schwächen: kleine Stichprobe, qualitativer Test, keine Unterscheidung der Nikotinquellen; der Cotininnachweis betrifft Nikotin gleich welcher Herkunft und ist deshalb auch ein (unspezifischer) Hinweis für die nicht verbrannten Produkte.
Epanchintseva EA und Selyatitskaya VG 2023 (Russland; Sibirskij naučnyj medicinskij žurnal): „Распространенность социальных факторов риска развития мужского бесплодия: курения, употребления алкоголя и наркотических веществ …“ (Häufigkeit sozialer Risikofaktoren der männlichen Infertilität: Rauchen, Alkohol und Drogen bei Männern aus unfruchtbaren Paaren) [s65] liefert eine Randzahl zu neuen Produkten: In der Fragebogen-Teilgruppe (n = 239) rauchten 92,7 % der Raucher Zigaretten und 7,3 % „elektronische Zigaretten“ (im Text „Aikos“ genannt, gemeint offenbar IQOS-Tabakerhitzer); rauchlose Produkte wurden nicht erfasst. Zur Methodik der Studie siehe Abschnitt Russland.
Zusammenfassung E-Zigarette und erhitzter Tabak. Beim Menschen liegen nur die koreanische IVF-Studie ohne Nichtraucherkontrolle [s26] und die dänische Querschnittsstudie [s99] vor, die zu entgegengesetzt gerichteten Einschätzungen führen können: In der einen schnitt die E-Zigarette bei Lebendgeburten besser ab als die Zigarette, in der anderen war die Gesamtspermienzahl bei täglichem E-Zigaretten-Gebrauch niedriger als bei Nichtnutzern. Beide Studien erlauben keinen Schluss über Ursache und Wirkung; Langzeitdaten fehlen [s85].