Snus, Nikotinbeutel, Shisha und Kautabak · Kapitel 14 von 21 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Englisch bis Koreanisch

Dieses Kapitel ordnet die 244 Quellen der Studie nach Sprachräumen. Ein Sprachraum bedeutet dabei zweierlei: die Sprache, in der eine Arbeit oder ihre Zeitschrift erscheint, und die Region, aus der die Kohorte stammt. Beides fällt oft auseinander. Eine jordanische Kohorte ist in der Regel auf Englisch veröffentlicht, eine türkische Studie kann nur über ein nationales Verzeichnis mit zweisprachigem Abstract auffindbar sein, und ein schwedisches Snus-Kollektiv steht in einer englischsprachigen Fachzeitschrift. Die Quellendatei trägt deshalb Sprachraumkennzeichen, und eine Quelle kann mehrere tragen. Gezählt wurden: Englisch 128, Chinesisch 105, Arabisch 31, Türkisch 23, Russisch 13, Japanisch 11, Koreanisch 6, Französisch 3 sowie je eine Quelle mit den Kennzeichen Deutsch, Portugiesisch und Spanisch. Italienisch kommt als Kennzeichen nicht vor.

Drei Vorbemerkungen gelten für alle Abschnitte. Erstens ist die Zahl der Studien, die Snus, Nikotinbeutel, Kautabak oder Wasserpfeife überhaupt mit einem Spermien- oder Hormonendpunkt verbinden, klein, und sie liegt zum größten Teil in nur zwei Sprachräumen, dem englischen (Skandinavien, Indien) und dem arabischen (Jordanien, Gaza, Saudi-Arabien, Katar). In allen anderen Sprachräumen betrifft die Literatur die Zigarette, den erhitzten Tabak oder das reine Nikotin im Tierversuch; sie dient hier als Vergleichsmaßstab, nicht als Beleg für die gefragten Produkte. Zweitens stammen fast alle Zahlen aus Abstracts, nicht aus Volltexten; wo nur ein Abstract vorlag, steht das im Text. Drittens enthält dieses Kapitel keine Therapie- und keine Verhaltensempfehlung. Aussagen von Leitlinien werden als deren Inhalt wiedergegeben.

Englisch

Umfang und Rolle. Praktisch die gesamte belastbare Evidenz erscheint auf Englisch, und zwar auch dann, wenn die Kohorte aus Jordanien, Iran, Indien, Ägypten, Südkorea oder China stammt. Die einzigen größeren Humanstudien zu Snus (Schweden, Dänemark) sind englischsprachig, ebenso alle Leitlinien, die in der Studie ausgewertet wurden. Englisch ist damit zugleich Hauptsprache der Primärliteratur und der Sammelsprache, in der Befunde aus anderen Räumen international sichtbar werden.

Snus: die skandinavischen Kohorten. Vier Humanstudien mit Samenanalyse und zwei weitere ohne Samenanalyse bilden die gesamte Humanliteratur zu Snus. Die größte ist die Querschnittsstudie von Kimblad et al. 2022 aus Schweden [s73]. Sie fasst zwei Kohorten aus der Allgemeinbevölkerung zusammen (Wehrpflichtige und Schüler im Alter von 17 bis 21 Jahren, Erhebung 2000 bis 2001 und 2008 bis 2010). Von 619 Männern blieben nach Ausschluss von sechs Männern mit anderen Rauchprodukten als Zigaretten 613, für 538 lag die Angabe zum Snusgebrauch vor. Das Urin-Cotinin lag bei 69 Snus-Nutzern im Mittel bei 3200 ng/ml (Standardabweichung 2300) und bei 290 Nichtnutzern bei 590 ng/ml (Standardabweichung 1100). Die Gesamtspermienzahl war bei 109 Nutzern um 34 Millionen oder 24 Prozent niedriger als bei 411 Nichtnutzern (120 gegenüber 160 Millionen; p = 0,03). Konzentration, Volumen, progressive Motilität, normale Morphologie und DNA-Fragmentierung unterschieden sich nicht signifikant. Das Testosteron war bei Nutzern höher (24 gegenüber 21 nmol/l; p < 0,001), ebenso das FSH (5,9 gegenüber 4,3 IE/l; p = 0,04). Die Autoren halten den FSH-Befund selbst für möglicherweise zufällig. Die Studie ist die größte Snusgruppe mit Samenanalyse unter den ausgewerteten Arbeiten, sie nutzt Cotinin als objektiven Marker und stützt sich auf die Allgemeinbevölkerung statt auf eine Kinderwunschklinik; sie bleibt aber ein Querschnitt mit geringen Teilnahmequoten und mit Variablen, die nur in Teilkohorten erhoben wurden (Snusdosen bei 71 Nutzern). Die Berechnung der Autoren, daraus ergebe sich eine um etwa 10 Prozent geringere Chance, ein Kind zu zeugen, ist eine Extrapolation und kein Studienergebnis.

Die dänische Studie von Holmboe et al. 2020 [s99] umfasst 2008 junge Männer (Medianalter 19,0 Jahre), von denen 1221 auch zu E-Zigaretten und Snus befragt wurden; 25 Prozent nutzten Snus. Für Snus wurden keine Zusammenhänge mit Markern der Hodenfunktion beobachtet, wohingegen tägliche Zigarettenraucher eine niedrigere Gesamtspermienzahl hatten (103 gegenüber 139 Millionen) und tägliche E-Zigaretten-Nutzer ebenfalls (91 gegenüber 147 Millionen). Für diese Studie lag nur der Abstract vor. Die ältere schwedische Wehrpflichtigenstudie von Richthoff et al. 2008 [s216] mit 302 Männern fand bei Rauchern eine um 49 Prozent niedrigere Gesamtspermienzahl (95-%-Konfidenzintervall 4,5 bis 112 Prozent; p = 0,01); zu Snus nennt ihr Abstract keine Zahl, und nach der Darstellung von Kimblad et al. war Snus bei 51 Nutzern nicht mit Spermienqualität oder Hormonen verknüpft. Das ist eine Sekundärangabe. Die Kinderwunschstudie von Pärn et al. 2015 [s163] mit 62 Männern, in der Snus nur nebenbei als Determinante geprüft wurde, fand bei Nichtnutzern höhere Spermienwerte (P < 0,05); nach Kimblad et al. waren 17 der 62 Männer Snus-Nutzer. Eine Hormonstudie aus Nordschweden, Byhamre et al. 2026 [s02], mit 6158 nie rauchenden Männern und Frauen (21 Prozent der Männer Snus-Nutzer) fand bei Männern ein höheres berechnetes freies Testosteron (exp(β) 1,04; 95-%-KI 1,01 bis 1,07), aber keine Spermienmessung. Insgesamt fand nur die Studie mit der größten Snusgruppe eine niedrigere Gesamtspermienzahl, die beiden anderen Studien an jungen Männern fanden nichts, und das höhere Testosteron zeigte sich in zwei von vier Studien. Kein Design erlaubt einen ursächlichen Schluss.

Aus den USA stammt die prospektive Kohorte von Sapra et al. 2016 [s147] mit 501 Paaren aus 16 Landkreisen in Michigan und Texas; 9 Prozent der Männer nutzten Schnupftabak, 2 Prozent Kautabak, 15 Prozent rauchten Zigaretten. Rauchen des Mannes war mit längerer Zeit bis zur Schwangerschaft verbunden (Fecundability Odds Ratio 0,41; 95-%-KI 0,24 bis 0,68). Rauchloser Tabak verlängerte die Zeit gegenüber Nie-Nutzern nicht; einen Schätzwert dafür nennt der Abstract nicht. Die Gruppe der Nutzer rauchlosen Tabaks war sehr klein, Samenparameter wurden nicht gemessen.

Nikotinbeutel. Unter den gefundenen Quellen gibt es keine Studie an Menschen oder Tieren, die Nikotinbeutel mit Spermienqualität, Hodenfunktion oder Fruchtbarkeit verbindet, auch nicht bei gezielter Suche in Europe PMC mit „nicotine pouch“, „oral nicotine“ und „sperm/semen“. Yang et al. 2026 [s11] beschreiben in einer Übersicht zu oralen Nikotinprodukten Kohortenstudien mit Schwerpunkt Mundhöhle und Herz-Kreislauf-System und halten fest, dass nur „begrenzte Evidenz“ zu gesundheitlichen Auswirkungen vorliege; für den Hoden verweisen sie auf einen Rattenversuch zu Mundtabak. Nach dieser Übersicht stieg der Absatz in den USA von 126 Millionen Einheiten in den letzten fünf Monaten 2019 auf 808 Millionen Einheiten in den ersten drei Monaten 2022. Die Übertragbarkeit von Snus-Befunden auf Beutel ist durch keine Studie belegt, weil die Beutel keinen Tabak enthalten.

Kautabak und rauchlose Produkte in englischsprachiger Literatur aus Indien. Die Humanbefunde zu Kautabak sind überwiegend indisch und stammen aus Kinderwunschkliniken. Said, Ranga und Agarwal 2005 [s223] untersuchten 638 Männer, die alle Kautabak konsumierten, nach Häufigkeit gruppiert (unter 3-mal täglich n = 177, 3- bis 6-mal n = 264, über 6-mal n = 197). Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie und Vitalität waren in der leichten Gruppe höher als in der mäßigen und dort höher als in der starken; der Anteil azoospermer Männer stieg von 1 über 3 auf 14 Prozent, der Anteil mit Oligoasthenoteratozoospermie von 2 über 8 auf 29 Prozent, wobei diese beiden Unterschiede nicht signifikant waren. Es fehlt eine Kontrollgruppe ohne Kautabak. Sunanda et al. 2014 [s180] verglichen in einer retrospektiven Studie 194 kauende mit 448 nicht kauenden Männern (642 insgesamt) und fanden bei Kauern niedrigere Mittelwerte bei Spermienzahl (18,9 Prozent), Beweglichkeit (23,4 Prozent), Vitalität (8,4 Prozent) und normaler Morphologie (28,4 Prozent); die Odds Ratios für den auffälligen Befund lagen bei 2,2 (Oligozoospermie), 3,2 (Asthenozoospermie) und 8,4 (Teratozoospermie). Eine beschriebene Mehrgrößenadjustierung fehlt. Kanetkar et al. 2024 [s48] fanden bei 98 Samenproben ein normales Spermiogramm bei 41 von 52 Nichtnutzern, 2 von 17 Rauchern und 9 von 32 Kauern; hier waren die Raucher stärker betroffen als die Kauer. Banerjee et al. 1993 [s244] verglichen 79 Tabakkonsumenten mit 21 Nie-Konsumenten und fanden bei Kauern niedrigere Beweglichkeit und Gesamtspermienzahl (p < 0,05). Die Richtung ist in allen Studien gleich; die Stärke der Beziehung lässt sich wegen der Designs nicht seriös beziffern. Im Tierversuch aus Nigeria war rauchloser Tabak (Nasenschnupftabakpulver per Schlundsonde) wirksamer als Tabakrauch und Nikotin allein, mit einer um 89,0 Prozent geminderten Beweglichkeit bei präpubertären Ratten gegenüber 77,5 Prozent bei Rauch [s154]; pro Gruppe standen nur sechs Tiere zur Verfügung.

Wasserpfeife in der englischsprachigen Literatur. Die einzige Metaanalyse stammt aus dem Iran und erschien auf Englisch: Sepidarkish et al. 2025 [s31] werteten 191 Beobachtungsstudien mit 807 174 Teilnehmern aus. Für aktuelle Wasserpfeifenraucher gegenüber Nie-Rauchern fanden sie ein Odds Ratio von 1,67 für Infertilität (95-%-KI 1,05 bis 2,65; drei Studien, 849 Teilnehmer; Prädiktionsintervall 0,07 bis 36,80), eine höhere DNA-Fragmentierung (standardisierte Mittelwertdifferenz 3,36; 0,29 bis 6,43) und eine geringere normale Morphologie (−0,71; −1,33 bis −0,10), aber keine signifikanten Unterschiede bei Volumen, Spermienzahl und Beweglichkeit. Die Sicherheit der Evidenz wurde nach GRADE durchgängig als „sehr niedrig“ eingestuft. Die Einzelstudien aus dem Nahen Osten stehen im Abschnitt Arabisch.

Die Zigarette als Maßstab. Die englischsprachigen Metaanalysen bilden den Vergleichsrahmen. Bundhun et al. 2019 [s110] (16 Studien, 10 823 infertile Männer) fanden bei Rauchern häufiger Oligozoospermie (RR 1,29; 95-%-KI 1,05 bis 1,59) und mehr morphologische Defekte, aber keinen Effekt auf Beweglichkeit (RR 1,42; 0,97 bis 2,09). Sharma et al. 2016 [s148] (20 Studien, 5865 Teilnehmer) berichten eine um 9,72 Millionen pro Milliliter niedrigere Konzentration (−13,32 bis −6,12). Li et al. 2011 [s204] (57 Studien, 29 914 Teilnehmer aus 26 Ländern) und Vine et al. 1994 [s243] (Dichte im Mittel 13 bis 17 Prozent niedriger) stützen die Richtung. Dem stehen Kohorten gegenüber, die keinen belastbaren Zusammenhang fanden: In der norwegischen MoBa-Kohorte mit 27 096 Männern war die Rauchintensität weder in der Regression noch in der Mendelschen Randomisierung robust mit Infertilität verbunden [s71], und bei 381 jungen schwedischen Männern gab es keinen Zusammenhang zwischen Urin-Cotinin und DNA-Fragmentierung (11,1 gegenüber 11,8 Prozent; p = 0,31) [s68].

Leitlinien und Fachgesellschaften. Die AUA/ASRM-Leitlinie [s90] nennt in ihrer Webfassung „low quality evidence (due to high risk of bias)“ für einen kleinen Einfluss des Rauchens auf Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie; Snus, Kautabak, Nikotinbeutel und Wasserpfeife kommen im abgerufenen Webtext nicht vor. Die EAU-Leitlinie [s29] führt Rauchen unter den Lebensstilfaktoren mit verminderter Spermienqualität (Evidenzgrad 2a) und stützt sich auf die Metaanalyse mit 20 Studien und 5865 Teilnehmern; rauchloser Tabak, Wasserpfeife und E-Zigaretten werden im abgerufenen Kapiteltext nicht erwähnt. Die WHO-Leitlinie [s10] enthält eine Empfehlung zur Kurzberatung für Tabaknutzer, begründet mit dem Zusammenhang zwischen Infertilität und Rauchen, und schließt rauchlosen Tabak, Vapes, E-Zigaretten und Cannabis ausdrücklich aus dem Geltungsbereich der ersten Ausgabe aus. Die australischen Leitlinien [s25] und die ASRM-Stellungnahme von 2018 [s127] behandeln Rauchen allgemein; bei letzterer lag nur der Abstract vor. Ein Vergleich der WHO-Leitlinie mit AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE beschreibt ESHRE und NICE als paarorientiert mit begrenztem männlichem Schwerpunkt [s01]; eine Bewertung mit dem AGREE-II-Instrument findet Mängel bei der Strenge der Leitlinienentwicklung [s27]. Die Cochrane-Übersicht zur Lebensstilberatung vor der Konzeption [s86] (sieben randomisierte Studien, 2130 Teilnehmende, nur eine Studie mit männlichen Partnern) fand bei Lebendgeburten kaum einen Unterschied (RR 0,93; 0,79 bis 1,10) und keine sichere Aussage zum Rauchstopp bei Männern (RR 1,01; 0,91 bis 1,12). Eine Cochrane-Übersicht zu Tabakprodukten und Spermienqualität wurde nicht gefunden.

Zeitschriften. Die Befunde dieses Raums erscheinen in Fachzeitschriften der Andrologie und Reproduktionsmedizin, etwa Andrology [s73, s68, s01], Fertility and Sterility [s223, s71, s127], The Journal of Urology [s90], European Urology [s29] und Tobacco Induced Diseases [s38, s112], in toxikologischen Titeln wie Toxicology Reports [s18] sowie in der Scandinavian Journal of Clinical and Laboratory Investigation [s02].

Register, Kohorten, Datenbanken. Als bevölkerungsbasierte Kohorten treten die MONICA-Studie in Nordschweden [s02], die norwegische MoBa-Kohorte [s71] und die Qatar Biobank (Abschnitt Arabisch) auf. Krankheits- oder Produktregister mit Samenendpunkt nennen die Quellen nicht. Zugang: Europe PMC (REST) war uneingeschränkt nutzbar; die NCBI-E-utilities lieferten Daten, die PubMed-Webseite lieferte HTTP 203 ohne Inhalt und ist nicht nutzbar. Die Cochrane-Suchseite gab nur eine Seitenhülle ohne Trefferliste zurück; die Cochrane-Übersicht wurde über Europe PMC gefunden. Die Webseiten von AUA und EAU lieferten Volltext, WHO, Australien, ASRM und die AGREE-Studie kamen über Europe PMC.

Deutsch

Eigene Primärliteratur: keine. Im deutschsprachigen Raum wurde keine Primärstudie gefunden, die Snus, Nikotinbeutel, Kautabak oder Wasserpfeife mit Spermienqualität verbindet. Das Sprachraumkennzeichen Deutsch trägt in der gesamten Quellendatei nur eine einzige Quelle, nämlich die Leitlinie der Fachgesellschaften DGGG, OEGGG und SGGG „Diagnosis and Treatment Before Assisted Reproductive Treatments“ (S2k-Leitlinie, AWMF-Register 015-085, Teil 2) in der Zeitschrift Geburtshilfe und Frauenheilkunde [s115]. Von ihr war nur der Abstract abrufbar, und im Abstract steht keine Aussage zu Tabak. Der Volltext war nicht zugänglich: Die Registerseite der AWMF und der Verlag Thieme lieferten keinen verwertbaren Text. Ob die Leitlinie im Volltext Tabakprodukte behandelt und welche, lässt sich aus den abgerufenen Quellen daher nicht sagen. Sicher ist nur, dass der Abstract zu den hier gefragten Produkten schweigt.

Leitlinienlage. Eine deutsche Leitlinie, die rauchlosen Tabak, Beutel oder Wasserpfeife im Zusammenhang mit der männlichen Fruchtbarkeit behandelt, wurde nicht gefunden. Der europäische Rahmen kommt aus der EAU-Leitlinie [s29] und aus einem Vergleich der WHO-Leitlinie mit AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE [s01]. Von der ESHRE lag kein eigener Leitlinientext vor: Ihre Webseite war erreichbar, wurde aber nicht ausgewertet, und die Aussagen zu ESHRE stützen sich allein auf diesen Vergleich. Auch die WHO-Leitlinie schließt rauchlosen Tabak aus ihrem Geltungsbereich aus [s10].

Studien aus Deutschland in englischer Sprache. Eine Arbeit hat einen unmittelbar deutschen Bezug. Trapphoff et al. 2024 [s52] untersuchten bei 320 Frauen unter ICSI wegen männlicher Subfertilität Nikotin und Cotinin in der Follikelflüssigkeit. Cotinin fand sich in 20,3 Prozent und Nikotin in 6,8 Prozent der Proben, auch bei ausschließlichem Konsum von E-Zigaretten oder Wasserpfeifen; Fertilisations-, Reifungs- und Schwangerschaftsraten unterschieden sich nicht. Die Studie liefert keine Daten zur Spermienqualität. Sie zeigt aber, dass Nikotin aus alternativen Produkten in der Follikelflüssigkeit messbar sein kann. Mehrere arabisch-deutsche Arbeiten stammen nach den Berichten aus einem Labor in Homburg beziehungsweise dem Saarland [s177, s67, s20]. Sie sind im Abschnitt Arabisch beschrieben, weil ihre Probanden aus Jordanien und Saudi-Arabien stammen.

Fachzeitschriften, Register, Erreichbarkeit. Die deutschsprachige Fachliteratur erscheint in den ausgewerteten Quellen nur über die genannte Leitlinie. Nationale Register zu Tabakkonsum und Samenqualität wurden nicht gefunden, ebenso keine Kohorte der Allgemeinbevölkerung mit Snus- oder Wasserpfeifenangaben. Die Quellen erklären das nicht; die rauchlosen Produkte, die in den Studien untersucht werden, sind Themen der Forschung aus Südasien, dem Nahen Osten und Skandinavien. Zugang gab es über Europe PMC und die NCBI-E-utilities. Fazit: Für den deutschen Sprachraum liefert diese Studie keine eigene Evidenz zu den gefragten Produkten; die Datenlage, die hier gilt, ist die englischsprachige.

Französisch

Umfang. Drei Quellen tragen das Kennzeichen Französisch. Alle sind Übersichtsarbeiten zur Zigarette beziehungsweise zu Lebensstil und Umwelt, keine betrifft Snus, Beutel, Kautabak oder Wasserpfeife. Zwei stammen von Sepaniak et al. im Journal de gynécologie, obstétrique et biologie de la reproduction: „Conséquences du tabagisme sur la fertilité masculine“ (Folgen des Zigarettenrauchens für die männliche Fruchtbarkeit, 2005) [s224] und „Impact négatif du tabagisme sur la fertilité masculine: des spermatozoïdes à la descendance“ (Negative Auswirkungen des Zigarettenrauchens auf die männliche Fruchtbarkeit: von den Spermien bis zur Nachkommenschaft, 2004) [s226]. Beide haben einen englischen Abstract. Sie beschreiben den Übertritt von Tabakinhaltsstoffen durch die Blut-Hoden-Schranke und nennen oxidativen Stress mit DNA-Fragmentierung als Hauptmechanismus; Zahlen enthalten sie nicht. Die dritte Quelle, Bendayan et al. 2018 [s124], trägt den Titel „Toxiques, mode de vie, environnement : quels impacts sur la fertilité masculine ?“ (Giftstoffe, Lebensstil, Umwelt: welche Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit?) und erschien in Gynécologie, obstétrique, fertilité & sénologie. Sie nennt Tabak als einen von mehreren Faktoren und ist auch in HAL nachgewiesen, dort ohne Abstract.

Datenbanken. HAL, das französische Open-Archive-Portal, war über seine Schnittstelle nutzbar. Eine Abfrage zu „tabac“ und „sperme“ ergab zwei Treffer, einer davon die Arbeit von Bendayan et al.; Abfragen zu Wasserpfeife und Nikotin ergaben keine Treffer. Cairn lieferte HTTP 403 (Bot-Schutz) und war nicht abrufbar; dort können zusätzliche Arbeiten liegen. Gesucht wurde mit französischen Begriffen wie „tabac à chiquer“ und „spermogramme“.

Besonderheiten. Ein Bericht der CNGOF und der Société française de tabacologie aus dem Jahr 2020 behandelt E-Zigarette, erhitzten Tabak, Shisha und Snus, aber nur für die Schwangerschaft; er wurde deshalb nicht aufgenommen. Aus dem Maghreb, wo Französisch weit verbreitet ist, liegt die Studie von Aboulmaouahib et al. 2018 aus Casablanca vor [s122], erschienen in Andrologia: 108 infertile Männer mit normalen konventionellen Parametern in vier Gruppen (Kontrolle, Alkohol, Rauchen, Alkohol und Rauchen). Die Aktivitäten von Katalase, Superoxiddismutase und Glutathionreduktase sowie das Malondialdehyd waren in den drei Expositionsgruppen höher, besonders bei Rauchen und der Kombination; in der Kombinationsgruppe lag die DNA-Fragmentierung bei 31 Prozent und die Chromatindekondensation bei 39 Prozent. Eine französischsprachige Primärstudie zu rauchlosen Produkten oder zur Wasserpfeife fehlt.

Italienisch

Eigene Literatur: keine italienischsprachige Primärstudie. Das Sprachraumkennzeichen Italienisch kommt in der Quellendatei nicht vor. Einschlägige Arbeiten aus Italien sind in englischer Sprache erschienen. Condorelli et al. 2017 [s133] untersuchten in einem In-vitro-Experiment Spermien von 30 gesunden normozoospermen Männern. Nikotin in einer Konzentration von 100 ng/ml wirkte über nikotinische Rezeptoren (die α7-Untereinheit wurde als Protein nachgewiesen); der Antagonist Hexamethonium hob die Effekte auf Beweglichkeit, Mitochondrienpotenzial, Chromatin, Apoptose und DNA-Fragmentierung auf. Das ist ein Hinweis auf biologische Plausibilität, aber keine Aussage über die Dosis, die aus Snus, Beuteln oder Wasserpfeife den Hoden erreicht. Granata et al. 2024 [s47] zeigten im Rattenversuch, dass erhitzter Tabak (Heat-not-Burn, vier Wochen) das Plasmatestosteron sowie Marker für Entzündung und oxidativen Stress verändert. Barbagallo et al. 2024 [s41] fassen in einer Übersicht im Journal of Clinical Medicine die Rolle der nikotinischen Acetylcholinrezeptoren im Hoden zusammen.

Fachgesellschaft und Datenbanken. Ein italienischsprachiges Kapitel („Andrologia clinica“) wurde nur mit Titel und Autoren gefunden und nicht aufgenommen, weil kein Abstract abrufbar war. Die Webseiten der Società Italiana di Andrologia (andrologiaitaliana.it und prevenzioneandrologica.it) waren erreichbar, enthielten aber nichts zu Tabak oder Nikotin. Eine Leitlinie der italienischen Fachgesellschaft wurde nicht gefunden. Der Zugang zur italienischen Literatur lief über Europe PMC.

Einordnung. Italien ist in dieser Studie Herkunftsland guter experimenteller Arbeiten zu Nikotinrezeptoren und zu erhitztem Tabak, nicht aber von Daten zu Konsumenten rauchloser Produkte. Der Sprachraum hat zu den gefragten Produkten keinen eigenen Beitrag; diese Lücke wird offen so benannt.

Portugiesisch

Eine einzige portugiesischsprachige Studie, und sie betrifft die Zigarette. Coelho et al. 2009 aus Portugal erschien in Acta Médica Portuguesa unter dem Titel „Tabaco e infertilidade masculina: estudo retrospectivo em casais inférteis“ (Tabak und männliche Infertilität: eine retrospektive Studie bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch) [s211]. Es ist ein retrospektiver Vergleich von 327 Männern (417 Spermiogramme) aus einer anfänglichen Gruppe von 372 Männern der Infertilitätssprechstunde einer Einrichtung im Jahr 2007. 135 (41 Prozent) waren Raucher und 55 (40,7 Prozent der Raucher) starke Raucher. Rauchen war mit einer erhöhten Häufigkeit von Oligozoospermie verbunden, ohne Unterschied bei den anderen Parametern, und es zeigte sich eine negative Korrelation zwischen starkem Rauchen und Volumenanomalien. Die Autoren folgern, Rauchen beeinträchtige die männliche Fruchtbarkeit. Schwächen: retrospektiv, eine Einrichtung, keine Aussage zu rauchlosen Produkten.

Brasilien und Lusophonie. Brasilianische Literatur zu den gefragten Produkten wurde nicht gefunden. SciELO und LILACS/BVS, die beiden wichtigsten Verzeichnisse für Portugiesisch und Spanisch, lieferten HTTP 403 (Bot-Schutz) und waren nicht abrufbar. Als Ersatz diente Europe PMC mit portugiesischen und spanischen Suchbegriffen. Eine Abfrage über brasilianische und iberische Zeitschriften ergab 238 Treffer, von denen die ersten 25 gesichtet wurden; sie lieferten nur allgemeine Übersichten zum Lebensstil, zum Beispiel Rotimi und Singh 2024 in JBRA Assisted Reproduction [s51]. Wegen des gesperrten Zugangs und der nur teilweisen Durchsicht der Treffer kann nicht ausgeschlossen werden, dass portugiesischsprachige Arbeiten existieren, die diese Recherche nicht erreicht hat.

Leitlinien, Register. Es wurden keine portugiesischen oder brasilianischen Leitlinien und keine Register mit Samenendpunkt gefunden. Die Erreichbarkeit war der begrenzende Faktor: Für diesen Sprachraum ist die Aussage „kaum eigene Literatur“ mit Vorbehalt zu lesen, weil die einschlägigen regionalen Datenbanken nicht zugänglich waren.

Spanisch

Eine spanischsprachige Studie, Zigarette. Reina Bouvet et al. 2007 erschien in den Archivos Españoles de Urología: „Efecto del consumo de tabaco sobre la espermatogénesis en varones con infertilidad idiopática“ (Wirkung des Tabakkonsums auf die Spermatogenese bei Männern mit idiopathischer Infertilität) [s219]. Es ist eine prospektive Studie an 131 Männern mit idiopathischer Infertilität, die zwischen Mai 2004 und Juni 2006 den Reproduktionsdienst des Centenario-Krankenhauses in Rosario aufsuchten. Die Spermien wurden nach WHO untersucht, Keimzellen und Morphologie nach Papanicolaou, die Konzentration mit der Neubauer-Kammer in einer nach eigener Angabe subjektiven Methode. Gruppen: Raucher mit mehr als 20 Zigaretten täglich (G1), mit weniger (G2) und Nichtraucher (G3), jeweils seit mehr als einem Jahr. Es fanden sich signifikante Unterschiede zwischen G1 und G3 (p < 0,001) und zwischen G2 und G3 (p < 0,005) in Konzentration, Morphologie und Anteil unreifer Keimzellen, aber keine zwischen den beiden Rauchergruppen (p > 0,1). Die Autoren schließen, Tabak verändere Konzentration und Morphologie und zeige eine veränderte Spermatogenese. Zur Aussagekraft: kleine Gruppen, subjektive Konzentrationsbestimmung.

Zeitschrift mit spanischem Titel, englischem Inhalt. Saygın et al. 2023 [s60] (Sivas, Türkei) und Lin et al. 2024 [s49] (China) erschienen in der Revista Internacional de Andrología, aber auf Englisch. Sie gehören inhaltlich in den türkischen und den chinesischen Abschnitt. Der spanische Name einer Zeitschrift erlaubt also keinen Schluss auf Sprache oder Herkunft der Kohorte.

Datenbanken und Lücken. Dialnet, das spanische Verzeichnis, lieferte auf der Suchseite spanischsprachige Treffer, zum Beispiel zu E-Zigarette und menschlichen Spermien in vitro und zur DNA-Fragmentierung bei Rauchern. Die Artikelseiten waren wegen Zugriffsbegrenzung nicht abrufbar, die Treffer wurden nicht als Quellen aufgenommen. LILACS/BVS und SciELO waren wie beim Portugiesischen gesperrt. Es wurden keine spanischsprachigen Leitlinien und Register ausgewertet. Zu Snus, Beuteln, Kautabak und Wasserpfeife (cachimba) fand sich keine spanischsprachige Studie. Die romanischen Sprachräume und der deutsche haben damit gemeinsam, dass die Literatur dort die Zigarette betrifft.

Chinesisch

Umfang und Schwerpunkt. Der chinesische Raum liefert mit Abstand das meiste Material: 105 der 244 Quellen tragen das Sprachraumkennzeichen Chinesisch, teils chinesischsprachig, teils aus China mit englischem Abstract. Von diesen hat ein großer Teil keine PMID und wurde über die chinesische Plattform CQVIP gefunden. Ihr Gegenstand ist fast ausschließlich die Zigarette. Für die eigentliche Fragestellung gibt es im chinesischen, japanischen und koreanischen Sprachraum zusammen keine einzige Humanstudie, die bei Männern die Spermienqualität unter Snus, Nikotinbeuteln, Kautabak oder Wasserpfeife untersucht. Das ist ein negativer Befund der Suche und kein Beleg für Unschädlichkeit. Die englische Kernabfrage (Snus, oraler Tabak, rauchloser Tabak, Nikotinbeutel, Kautabak, verbunden mit Spermien oder Samen, eingeschränkt auf Einrichtungen in China, Japan, Korea und Taiwan) lieferte 14 Treffer, von denen keiner eine Humanstudie zu diesen Produkten war; die Wasserpfeifenabfrage mit derselben Einschränkung lieferte 5 Treffer ohne einschlägige Studie. Die Treffermengen für chinesische Suchbegriffe (bis zu 1675) waren wegen Mehrdeutigkeit nicht aussagekräftig und wurden nicht einzeln durchgesehen; die Aussage „keine Humanstudie“ gilt daher für die indexierte Literatur mit englischem Abstract mit hoher, für rein chinesischsprachige Quellen mit begrenzter Sicherheit.

Kohorten: die Zigarette als Vergleichsmaßstab. Die chinesischen Kohorten sind groß und stammen überwiegend aus andrologischen Ambulanzen, von Samenspendern, Frischvermählten und präkonzeptionell untersuchten Männern. Eine Querschnittsanalyse aus der Andrologie des West China Second University Hospital in Chengdu (3336 Männer, 2019 bis 2023) fand mit nichtlinearer Modellierung (kubische Splines, adjustiert für Alter, Karenzzeit und Jahreszeit) einen dosisabhängigen ungünstigen Effekt: Abnahme von Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl und Motilität bei mehr als 20 Zigaretten pro Tag oder mehr als 10 Jahren Rauchdauer [s12]. Fan et al. 2024 [s44] untersuchten 1938 infertile Männer (1067 Nichtraucher, 871 Raucher); bei primärer Infertilität lag die mediane Konzentration starker Raucher bei 59,2 gegenüber 68,6 Millionen pro Milliliter (p = 0,01), bei sekundärer Infertilität die mediane Progressivmotilität bei 44,7 gegenüber 48,1 Prozent (p = 0,04). Ein maschinelles Lernmodell mit 5109 Männern nannte das Rauchen als wichtigsten Einflussfaktor für Volumen, Konzentration und Motilität, mit moderaten Gütemaßen (AUC 0,648 bis 0,697) [s79]. Eine Studie aus fünf Provinzen mit 727 Teilnehmern (421 Raucher, 306 Nichtraucher), erschienen in der chinesischsprachigen Zeitschrift Zhonghua Liu Xing Bing Xue Za Zhi, fand nach Adjustierung ein Odds Ratio von 2,55 für auffällige Morphologie (95-%-KI 1,68 bis 3,88) [s197]. Die NMU-LIFE-Kohorte aus Nanjing mit 1631 gesunden fertilen Männern zeigte bei mindestens 10 Packungsjahren ein geringeres Volumen (β = −0,10; p = 0,001) und eine geringere Gesamtspermienzahl (β = −0,42; p = 0,037), aber eine höhere Gesamtmotilität (β = 6,02; p = 0,037) [s114]. Das ist ein Beispiel, dass selbst bei der Zigarette die Richtung nicht für alle Parameter einheitlich ist. Dasselbe gilt für die Chk1-Studie mit 841 Rauchern und 287 Nichtrauchern, in der Vitalität und Zink im Samenplasma bei Rauchern erhöht waren [s141], während eine andere Studie bei Rauchern niedrigeres Zink fand [s206], und für eine Untersuchung an 235 gesunden Männern, bei der die Routineparameter unverändert blieben und nur der Anteil früh apoptotischer Spermien erhöht war (8,1 gegenüber 6,8 Prozent; p = 0,039) [s215]. Eine Querschnittsanalyse mit Mendelscher Randomisierung (508 Teilnehmer) stützte einen ursächlichen Zusammenhang für Rauchen als Verhalten, nicht für ein einzelnes Nikotinprodukt [s04]. Der Umbrella-Review von Wang et al. 2026 (43 Studien, 67 Risikofaktoren, 249 Effektgrößen) bewertete 136 (54,6 Prozent) der Effektgrößen als „sehr niedrig“, 59 (23,7 Prozent) als „niedrig“ und 54 (21,7 Prozent) als „moderat“ und nennt Rauchen unter den Faktoren mit verminderter Samenqualität; Nikotinprodukte außer der Zigarette erwähnt sein Abstract nicht [s09]. Eine Metaanalyse mit 23 316 infertilen Männern und 40 934 gesunden Kontrollen berichtet für Rauchen ein Odds Ratio von 1,33 (95-%-KI 1,16 bis 1,53; I² = 79,2 Prozent) bei einem gemeinsamen Endpunkt aus Samenanomalien und sexueller Dysfunktion [s33].

Nikotin allein, erhitzter Tabak und Arekanuss. Stärker als in anderen Räumen ist hier das reine Nikotin im Tier- und Zellmodell vertreten, und zwar überwiegend aus chinesischen Gruppen. Das ist für Snus und Beutel die einzige indirekt einschlägige Evidenz, in der Nikotin vom Rauch getrennt wird. Berichtet werden Seneszenz spermatogonialer Stammzellen [s54], eine gestörte Blut-Hoden-Schranke mit Ferroptose [s64], Apoptose und verkürzte Telomere [s144], Veränderungen der Spermien-DNA-Methylierung mit teilweiser Rückbildung nach Nikotinstopp bei Mensch und Maus [s21] und in einer Pilotstudie an 40 Mäusen (0,75 mg/kg Nikotin täglich über 35 Tage) eine verringerte Nebenhodenspermiendichte und ein niedrigeres Serumtestosteron [s100]. Gegenläufig war ein Befund erhöhter Spermienbewegungsparameter bei nikotinbehandelten Mäusen [s156]. Dosis, Applikationsweg (meist Injektion), Zeitraum und Tierart unterscheiden sich von der Nutzung von Beuteln oder Kautabak. Auffällig ist, dass mehrere chinesischsprachige Arbeiten Schutzstoffe wie Melatonin und Taurin gegen Nikotinschäden prüfen [s119, s168]; das setzt einen Nikotinschaden als Ausgangsannahme voraus und ist kein unabhängiger Beleg. Nicht-nikotinische Rauchbestandteile können den Schaden mittragen: 5-Hydroxymethylfurfural schädigte bei Mäusen Hodenmorphologie und Spermatogenese ohne Änderung der Sexualhormone [s13]. Beim erhitzten Tabak fand ein 90-Tage-Versuch an Ratten bei der höchsten Dosis (50 µg/l Nikotinäquivalent) wie beim Zigarettenrauch weniger Spermien und niedrigeres Testosteron, bei den niedrigeren Dosen schwächere Wirkungen [s63]; eine systematische Übersicht von 48 Tierstudien fand, dass 28 geringere toxikologische Wirkungen erhitzter Produkte gegenüber Zigaretten stützten, während 20 fortbestehende Sicherheitsbedenken nannten, darunter Hodenschäden [s05]. Die jüngste chinesische Übersicht zu oralen Nikotinprodukten (Yang et al. 2026) beschreibt Klassifikation, schädliche Substanzen und Wirkungen auf Mundraum und Herz-Kreislauf-System; Spermien und Fruchtbarkeit erwähnt ihr Abstract nicht [s11]. Als regionale Parallele zum Kautabak dient die Arekanuss (Betel), verbreitet in Taiwan und Südchina, die kein Tabak ist: Arecolin senkte die Motilität menschlicher Spermien in vitro (30 Freiwillige) [s220], und die Alkaloide wirkten in absteigender Stärke Arecolin, Arecaidin, Guvacin [s198]. Humanstudien an Betelkauern wurden nicht gefunden.

Fachzeitschriften, Register und Besonderheiten. Ein erheblicher Teil der chinesischen Zigarettenliteratur erscheint in nicht PubMed-indizierten Zeitschriften (etwa Huanjing yu Jiankang Zazhi, Linchuang Miniao Waike Zazhi, Zhongguo Nankexue Zazhi) und ist über die üblichen westlichen Suchwege nicht erreichbar. Die Studien dazu sind in der Quellendatei nur mit Design und Stichprobengröße geführt: zum Beispiel 5447 Patienten einer Infertilitätsambulanz [s120], 1222 Samenspender in Anhui [s55] und 2431 Männer in Xiamen mit Bezug zu Spontanaborten der Partnerinnen [s200]. Eine dieser Arbeiten, eine Querschnittsstudie mit Gaschromatographie und Massenspektrometrie von Nikotin und Cotinin im Samenplasma bei 293 Männern in Ningbo, ist die einzige Studie dieser Gruppe mit direkter Nikotinmessung beim Menschen [s36]; ihre Ergebnisse waren nicht abrufbar. Doppelveröffentlichungen derselben Stichprobe in chinesischer und englischer Fassung kommen vor und dürfen nicht doppelt gezählt werden [s234, s230]. Eigene Register mit Produktangaben wurden nicht gefunden. Die Kohorten einer Klinikpopulation sind mit westlichen Populationen nur begrenzt vergleichbar, und Selektionseffekte sind wahrscheinlich. Die Einordnung, dass Snus und Nikotinbeutel in China kaum verbreitet seien und die Forschung sich deshalb auf Zigaretten, erhitzten Tabak, E-Zigaretten und lokal übliche gekaute Produkte konzentriere, ist eine Einordnung der Rechercheure und wurde in den abgerufenen Quellen nicht belegt.

Erreichbarkeit. Europe PMC war mit chinesischen Suchbegriffen nutzbar, die Treffer enthalten aber viel Rauschen. CQVIP-Detailseiten waren in einer früheren Runde lesbar; bei der Nachprüfung am 4. Oktober 2026 leiteten sie auch im automatisierten Browser auf eine Anmeldeseite um, eine Anmeldung erfolgte nicht. Deshalb stehen für 44 Quellen (vor allem die CQVIP-Arbeiten) nur Design und Stichprobengröße der Quellendatei, keine Effektgrößen. CNKI und Wanfang, die großen chinesischen Datenbanken, wurden nicht erreicht.

Japanisch

Umfang. Elf Quellen tragen das Kennzeichen Japanisch: Humanstudien, Tier- und Zellstudien sowie Kongressabstracts. Zu Snus, Nikotinbeuteln, Kautabak und Wasserpfeife gibt es keine japanische Studie; die durchgesehenen Titel einer japanischen Trefferliste (27 Treffer) enthielten keine einschlägige Humanstudie.

Die Tottori-Gruppe. Die ältere Literatur wird von der Universität Tottori geprägt. Sofikitis et al. 1995 [s241] entnahmen linke Hodenbiopsien bei 49 Rauchern und 28 Nichtrauchern; Testosteron in der linken Hodenvene, in vitro Sekretion des androgenbindenden Proteins, Motilität, Anteil morphologisch normaler Spermien und Funktionstests waren bei Rauchern signifikant niedriger (die p-Werte sind im Abstract abgeschnitten). Das sind seltene invasive Hodengewebedaten beim Menschen, allerdings mit kleinen Gruppen. Im Rattenversuch von 1998 wurden 20 Ratten täglich eine Stunde dem Rauch von 20 Zigaretten ausgesetzt, 10 dem Rauch von 40 Räucherstäbchen und 10 dienten als Kontrolle; Nikotin und Cotinin waren nur in der Zigarettengruppe nachweisbar, und nur dort waren epididymale Spermienzahl, Motilität und Fertilität vermindert [s238]. Im In-vitro-Versuch mit Cotinin an menschlichen Spermien waren bei 400 oder 800 ng/ml Motilität, hypoosmotischer Schwelltest, Hyperaktivierung und Penetrationstest im Hamsteroozyten-Assay signifikant vermindert [s233]; das ist der einzige Hinweis der Sammlung auf einen Nikotinmetaboliten allein am menschlichen Spermium, mit Laborkonzentrationen. Hinzu kommen drei Kongressabstracts der Japanischen Urologischen Gesellschaft [s242, s240, s228], von denen in J-STAGE nur die erste PDF-Seite als Scan erreichbar war; Effektgrößen wurden nicht ausgewertet.

Erhitzter Tabak als japanischer Schwerpunkt. Jüngere japanische Arbeiten betreffen erhitzte Tabakprodukte. Nach pränataler Exposition gegenüber dem Aerosol von IQOS-Heat-Sticks war die Spermienproduktion männlicher Mäuse im Alter von fünf Wochen verringert, nach Referenzzigarettenrauch nicht; bei 15 Wochen waren laut Kongressabstract keine Effekte mehr nachweisbar [s102, s82]. Bei erwachsenen Männchen verschlechterte sich die Spermienbeschaffenheit, und die Spermatogenese war bei fünfmaliger, nicht bei einmaliger Exposition pro Woche betroffen [s82]. Das ist nach der Einordnung der Rechercheure von Bedeutung, weil erhitzte Tabakprodukte in Japan weit verbreitet sind; die Quellen belegen die Verbreitung selbst nicht.

Weitere Arbeiten. Eine Studie zu geprägter Methylierung bei 221 Spermienproben infertiler Paare fand bei 24,8 Prozent der Patienten Methylierungsveränderungen; aktuelles Rauchen und viel kohlensäurehaltige Getränke waren mit schwerer Oligozoospermie verbunden [s135]. Eine Studie zu Lebensstilberatung mit 402 männlichen Partnern mit auffälligem Erstspermiogramm nennt Rauchen bei 22,6 Prozent, chronischen Alkohol bei 47,0 Prozent und genitale Wärmebelastung bei 75,1 Prozent; nach der Beratung verbesserten sich Spermienparameter und DNA-Fragmentierung insgesamt, der Beitrag des Rauchverzichts ist nicht einzeln ausgewiesen, eine Kontrollgruppe fehlt [s56]. Im Mäusemodell war die nikotinische Rezeptoruntereinheit ε in Hoden und Spermien nachweisbar, und Acetylcholin und Nikotin unterdrückten die Akrosomreaktion [s89]; nach den Autoren hat Nikotin damit am Spermium einen direkten Angriffspunkt.

Leitlinien, Register, Erreichbarkeit. Japanische Leitlinien oder Register zu den gefragten Produkten wurden nicht gefunden. J-STAGE war erreichbar, aber Abstracts von Fachgesellschaftsbeiträgen lagen meist nur als gescannte erste PDF-Seite vor; der Abstract von Yoshida 2022 war lesbar. CiNii, das japanische Verzeichnis, wurde nicht systematisch durchsucht.

Koreanisch

Umfang. Sechs Quellen tragen das Kennzeichen Koreanisch, fast alle sind englischsprachig publizierte Studien aus Korea. Fünf davon sind Humanstudien. Keine untersucht ein anderes Nikotinprodukt als Zigarette und E-Zigarette. Eine koreanischsprachige Abfrage in Europe PMC mit Begriffen für Snus, rauchlosen Tabak, Kautabak, Nikotinbeutel und Wasserpfeife in Kombination mit Spermien oder Samen lieferte 0 Treffer.

Die E-Zigaretten-Kohorte. Kim et al. 2025 [s26] verglichen in einer retrospektiven Kohortenanalyse bei IVF und ICSI (Mai 2022 bis Januar 2024) 151 Zigarettenraucher mit 145 E-Zigaretten-Nutzern. Die Lebendgeburtenrate war in der E-Zigaretten-Gruppe höher (55,86 gegenüber 41,06 Prozent; p = 0,011), das basale Prolaktin niedriger (13,02 gegenüber 13,84 ng/ml; p = 0,029) und die Spermienmotilität höher (p = 0,014); die Spermienkonzentration war dagegen in der Zigarettengruppe höher (81,55 gegenüber 71,78 Millionen pro Milliliter; p = 0,007). Eine Nichtraucher-Kontrolle fehlt, sodass sich die Befunde nicht als pathologisch deuten lassen; die Autoren betonen selbst, dass ihr Befund keine Befürwortung der E-Zigarette sei. Das ist, abgesehen von der dänischen Studie [s99], die einzige Studie dieser Recherche, die ein nicht verbranntes Nikotinprodukt beim Menschen mit Spermienparametern verbindet.

Weitere koreanische Studien. Bei 127 Kinderwunschpaaren waren 43,3 Prozent (55 von 127) der Männer und 10,2 Prozent (13 von 127) der Frauen im qualitativen Urin-Cotinintest positiv; die Spermienmerkmale unterschieden sich zwischen Cotinin-positiven und -negativen Männern nicht, die Spermienzahl war bei Cotinin-positiven sogar höher [s159]. Bei idiopathischer Infertilität (von 1073 Patienten wurden 193 analysiert, 72 mit normalem und 121 mit auffälligem Samen) waren Rauchanamnese und Alter Risikofaktoren für auffälligen Samen, Adipositas nicht [s179]. An 62 gesunden Männern war starkes Rauchen (mehr als 20 Zigaretten pro Tag) mit einer verminderten Spermienzahl verbunden, die Elektronenmikroskopie zeigte aber keinen Rauchereffekt auf die Ultrastruktur, wohl aber einen Alkoholeffekt [s194]. Eine Laborstudie an 50 gesunden Freiwilligen untersuchte Histonmethylierung nach Swim-up [s160]. Aus Korea stammt außerdem ein Mausversuch zu multigenerationalen Effekten mütterlicher Zigarettenrauchexposition: Die epididymalen Spermienzahlen sanken dosisabhängig bei der F1-Generation um 40 bis 60 Prozent und bei der F2-Generation um 23 bis 40 Prozent [s126].

Leitlinien, Register, Erreichbarkeit. Koreanische Leitlinien oder Register zu den Produkten wurden nicht gefunden. KCI, KoreaMed und DBpia ließen sich nicht systematisch durchsuchen; koreanische Treffer kamen ausschließlich über Europe PMC. Kautabak und Snus fehlen in der koreanischen Literatur der Sammlung ganz; ob sie in nationalen Verzeichnissen vorkommen, ist offen.

Alle Kapitel und Anhänge (25)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Vorbemerkung zu den Beobachtungsstudien bis Wasserpfeife (Shisha, Hookah, Narghile)
  6. E-Zigarette und erhitzter Tabak
  7. Skandinavien, Westeuropa, USA bis Taiwan und Südkorea
  8. China: Arbeiten aus der Plattform CQVIP (nur Design und Stichprobengröße belegt) bis Nachtrag: Gaza, Zigaretten-Starkraucher
  9. Gesamtbild der Beobachtungsstudien
  10. Zur Lesart dieses Abschnitts bis Die Zigarette als Vergleichsmaßstab: Metaanalysen
  11. Die Zigarette als Vergleichsmaßstab: Einzelstudien bis Tierversuche
  12. Mechanismen und biologische Plausibilität
  13. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  14. Englisch bis Koreanisch
  15. Russisch bis Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen s01–s121
  24. Quellen s122–s244
  25. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle