Aufbau der Gesamtstudie
Die Studie besteht aus mehreren Kapiteln. Dieses erste Kapitel liefert Kurzfassung, Kernbefunde, Methodik und Hintergrund. Die folgenden Kapitel behandeln die Befunde nach Produkt und Sprachraum. Alle Aussagen stützen sich auf dieselbe Quellenliste mit 244 Einträgen, die mit den Kennungen s01 bis s244 durchnummeriert ist (sortiert nach Erscheinungsjahr absteigend, innerhalb des Jahres nach Erstautor). Zitiert wird in eckigen Klammern, etwa [s73] oder [s73, s99]. Zusätzlich liegen der Studie 61 Diagramme zugrunde, die ausschließlich Zahlen aus diesen Quellen darstellen; Dubletten (zum Beispiel mehrere Darstellungen derselben Wasserpfeifen-Metaanalyse) wurden zugunsten je einer Fassung verworfen.
Wie recherchiert wurde
Die Recherche lief in drei parallelen Strängen nach Sprachgruppen. Jeder Strang führte zunächst einen eigenen Quellenkatalog; die drei Kataloge enthielten zusammen 272 Quellennennungen. Nach Zusammenführung von Mehrfachfunden (dieselbe Arbeit wurde von mehreren Strängen gefunden, etwa die Metaanalyse von Bundhun et al. oder die Studie von Kimblad et al.) blieben 244 verschiedene Quellen [s110, s73].
Strang A (Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch). Gesucht wurde mit Begriffen wie Snus, Kautabak, tabac à chiquer, tabacco da masticare, tabaco mascado, fumo sem fumaça, Wasserpfeife, narguilé, chicha, narghilè, cachimba, Spermiogramm, spermogramme und espermograma. Abfragewege waren die REST-Schnittstelle von Europe PMC, die E-utilities der NCBI, die Schnittstelle des französischen Archivs HAL sowie die Webseiten von Dialnet, der Cochrane Library, der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU), der American Urological Association (AUA) und der Società Italiana di Andrologia. Eine gezielte Abfrage zu Nikotinbeuteln (unter anderem „nicotine pouch*“ und „oral nicotine“, jeweils mit „sperm“ und „semen“) lieferte keine Humanstudie. Die Datenbanken SciELO, LILACS/BVS und Cairn lieferten HTTP 403 (Bot-Schutz) und waren nicht abrufbar; einzelne Artikelseiten von Dialnet waren nach der Trefferliste gesperrt. Das schränkt vor allem die portugiesisch- und spanischsprachige sowie die französischsprachige Primärliteratur ein.
Strang B (Chinesisch, Japanisch, Koreanisch). Gesucht wurde in Europe PMC mit englischen, chinesischen, japanischen und koreanischen Begriffen sowie über Detailseiten von CQVIP (Chongqing VIP) und J-STAGE. Die englische Kernabfrage (Snus, oraler Tabak, rauchloser Tabak, Nikotinbeutel, Kautabak, verbunden mit Spermien oder Samen, eingeschränkt auf Einrichtungen in China, Japan, Korea und Taiwan) ergab 14 Treffer ohne eine einzige einschlägige Humanstudie; die Wasserpfeifen-Abfrage mit derselben Einschränkung ergab 5 Treffer, die E-Zigaretten-Abfrage 20. Die koreanischsprachige Abfrage lieferte 0 Treffer. Die chinesischen Treffermengen (bis zu 1675) und die japanischen (27) waren wegen mehrdeutiger Begriffe wenig aussagekräftig; die chinesischen Treffer wurden nicht einzeln durchgesehen. CNKI und Wanfang wurden nicht erreicht. Bei der Nachprüfung am 4. Oktober 2026 leiteten die CQVIP-Detailseiten auf eine Anmeldeseite um; 44 der 122 Quellen dieses Strangs (41 chinesische CQVIP-Artikel und drei japanische Kongressseiten) konnten deshalb nicht erneut auf Effektgrößen geprüft werden. Für sie werden in dieser Studie nur Design und Stichprobengröße genannt, keine Ergebnisse.
Strang C (Russisch, Arabisch, Türkisch). Gesucht wurde in Europe PMC (mit Länder- und Institutionsfiltern für 18 arabische Staaten, die Türkei, Russland und Kasachstan), in CyberLeninka, in TR Dizin (zweisprachige Abstracts türkischer Zeitschriften) und in Crossref. Europe PMC lieferte für kyrillische und arabische Suchwörter 0 Treffer; der Sprachfilter für Russisch ergab 7 Treffer, für Türkisch und Arabisch jeweils 0. Nicht erreichbar waren eLIBRARY.ru (fehlende Sitzung), DergiPark (Cloudflare-Prüfung), Arab World Research Source, Mandumah, ASJP und Google Scholar (HTTP 403). Vier Arbeiten aus arabischen Zeitschriften ließen sich nicht mit Abstract abrufen und wurden nicht aufgenommen. Die Aussagen zum arabischen Sprachraum beruhen deshalb auf englischsprachig veröffentlichten Arbeiten aus arabischen Ländern, nicht auf arabischsprachigen Originalartikeln.
Zugang zu PubMed. Die PubMed-Webseite ist gesperrt und lieferte keinen Inhalt. Zugriff auf Titel, Abstracts und, wo frei verfügbar, Volltexte lief über Europe PMC und die NCBI-E-utilities. Aufgenommen wurde eine Quelle nur, wenn mindestens ihr Abstract tatsächlich abgerufen wurde.
Ergänzende Abrufe für dieses Kapitel. Für den Abschnitt zu den WHO-Referenzwerten wurden zusätzlich drei Arbeiten über Europe PMC abgerufen, die nicht in der Quellenliste stehen und deshalb im Text mit Autor, Jahr und PubMed-Nummer genannt werden statt mit einer Kennung: Cooper et al. 2010 (PMID 19934213), Boitrelle et al. 2021 (PMID 34947899) und Paffoni et al. 2022 (PMID 35849333).
Sprachräume im Überblick
Von den 244 Quellen tragen 128 die Sprachkennung Englisch, 105 Chinesisch (teils chinesischsprachig, teils aus China mit englischem Abstract), 31 Arabisch, 23 Türkisch, 13 Russisch, 11 Japanisch, 6 Koreanisch, 3 Französisch und je eine Deutsch, Spanisch und Portugiesisch. Da 79 Quellen zwei Kennungen tragen (zum Beispiel Chinesisch und Englisch), ergeben die Zahlen zusammen mehr als 244. Von den 244 Quellen haben 178 eine PubMed-Kennung; 66 sind nicht in PubMed indiziert, darunter die erwähnten chinesischen CQVIP-Arbeiten und die türkischen, russischen und japanischen Beiträge aus lokalen Datenbanken. Nach Erscheinungsjahr verteilen sich die Quellen so: 2 aus den Jahren 1990 bis 1994, 7 aus 1995 bis 1999, 11 aus 2000 bis 2004, 16 aus 2005 bis 2009, 38 aus 2010 bis 2014, 66 aus 2015 bis 2019, 69 aus 2020 bis 2024 und 35 aus 2025 und 2026. Die Forschung hat also in den letzten zwanzig Jahren stark zugenommen; für die Produkte dieser Studie ist der Zuwachs aber gering (siehe Hintergrund).
Inhaltlich ist die Verteilung schief. Die Quellenliste enthält 59 Querschnittsstudien, 28 Übersichtsarbeiten, 14 Kohortenstudien, 9 Fall-Kontroll-Studien, 8 Metaanalysen und 7 Leitlinien oder Stellungnahmen (Mehrfachzuordnung möglich; Stichwortzählung in der Designangabe der Quellenliste, daher Näherungswerte). Dazu kommt eine große Gruppe von Tierversuchen an Ratten und Mäusen (Stichwortzählung: jeweils rund 30 Quellen mit Ratte beziehungsweise Maus in der Designangabe). Die überwältigende Mehrheit der Humanstudien betrifft die Zigarette. Humanstudien mit Samenanalyse zu Snus (vier), Kautabak (wenige, überwiegend indische) und Wasserpfeife (etwa ein halbes Dutzend plus eine Metaanalyse) sind die Ausnahme, zu Nikotinbeuteln gibt es keine.
Grenzen der Methode
- Überwiegend Abstracts. Zahlen und Bewertungen stammen aus Zusammenfassungen und frei zugänglichen Volltexten. Bei wichtigen Studien lag nur der Abstract vor (zum Beispiel bei Holmboe et al. zu Snus [s99], bei Byhamre et al. [s02] und bei Laqqan et al. [s57]). Abstracts enthalten nachweislich Zahlenfehler und Widersprüche, die an Ort und Stelle genannt werden: Bei Hamadneh et al. weicht der p-Wert des Volumens zwischen Abstract und Ergebnisteil ab (0,0097 gegenüber 0,0122) [s24]; bei Alenzi nennt der Abstract eine Testosteronabnahme, aber Zahlen, die eine Zunahme bedeuten [s84]; bei Kimblad et al. stehen in einer Tabelle für zwei Parameter identische Werte, was auf einen Übertragungsfehler hindeutet [s73]; bei Kanetkar et al. weicht eine Prozentangabe im Text von der Tabelle ab [s48]. In solchen Fällen folgt die Studie dem Ergebnisteil und weist auf den Widerspruch hin.
- Keine formale systematische Übersicht. Die Recherche war eine strukturierte Literaturrecherche, keine registrierte systematische Übersicht mit Protokoll und formaler Verzerrungsbewertung wie bei Cochrane. Stärken und Schwächen sind je Studie beschrieben, aber nicht mit einem einheitlichen Instrument bewertet. Die Zahl nicht gefundener Arbeiten lässt sich nicht beziffern; die genannten nicht erreichbaren Datenbanken können regionale Arbeiten enthalten.
- Negative Befunde sind Suchergebnisse. Dass keine Humanstudie zu Nikotinbeuteln, zu Snus im ostasiatischen Raum oder zu Maraş-Pulver mit Spermienendpunkt gefunden wurde, ist ein Ergebnis der Suche. Es belegt keine Unschädlichkeit.
Das Raster für Evidenzstärke und Gewissheit
Die beiden Begriffe im Abschnitt „Das Wichtigste in Kürze“ sind ein eigenes, grobes Raster. Sie ersetzen keine GRADE-Bewertung; GRADE wird nur dort genannt, wo eine Quelle sie selbst berichtet, etwa die Metaanalyse zur Wasserpfeife [s31] und der Umbrella-Review zu Risikofaktoren der Samenqualität [s09].
- Evidenzstärke beschreibt das Design. Mäßig: mehrere Metaanalysen oder große, adjustierte Kohorten, die in dieselbe Richtung weisen, aber ohne Randomisierung. Niedrig: einzelne Querschnitts- oder Fall-Kontroll-Studien mit begrenzter Adjustierung oder kleinen Gruppen. Sehr niedrig: widersprüchliche Studien, Abstract-Zahlen mit Fehlern, sehr kleine Gruppen oder keine Vergleichsgruppe. Keine: keine Humandaten.
- Gewissheit beschreibt, wie sicher die Richtung einer Aussage ist, wenn man alle Studien zusammen betrachtet: hoch, mittel, gering. Eine geringe Gewissheit bedeutet, dass weitere Studien die Aussage leicht umkehren könnten.
- Die Aussage „kein Unterschied“ heißt bei kleinen Studien nicht „kein Effekt“; dort fehlt oft die statistische Trennschärfe. So nennen die Autoren einer russischen Studie mit je 33 Männern selbst die kleine Stichprobe als Schwäche [s81], und bei einem p-Wert von 0,06 in einer türkischen Studie spricht vieles eher für mangelnde Trennschärfe als für Wirkungslosigkeit [s227].
Umgang mit Zahlen und Sprache
Zahlen in dieser Studie stammen aus den Eingabedateien (Rechercheberichte und Quellenliste) oder aus den oben genannten ergänzenden Abrufen; Zahlen aus dem Gedächtnis wurden nicht ergänzt. Originaltitel nicht englischer und nicht deutscher Arbeiten bleiben im Original, die deutsche Übersetzung steht in Klammern. Streuungsmaße werden so bezeichnet, wie die Quelle sie nennt (Standardabweichung oder Standardfehler). Prozentangaben wie „24 Prozent niedriger“ sind Gruppenunterschiede im Querschnitt, sofern nicht anders vermerkt. Aussagen von Leitlinien werden als deren Inhalt wiedergegeben, nicht als Empfehlung der Studie.