Zur Zigarette gibt es sehr viel mehr Studien als zu allen anderen Produkten zusammen. Sie sind hier nicht erschöpfend beschrieben, sondern so vollständig, wie sie in den Rechercheberichten vorliegen (über 100 Humanstudien). Sie liefern den Maßstab, an dem sich die Befunde zu Snus, Kautabak, Beuteln und Wasserpfeife messen lassen müssten, und zeigen zugleich, wie uneinheitlich selbst die Zigarettenbefunde sind: Ein Teil der Studien findet Unterschiede bei einem oder mehreren Parametern, ein anderer nicht, und die Richtung ist nicht in allen Parametern einheitlich. Aus diesen Studien lässt sich nicht ableiten, wie sich die anderen Produkte auswirken.
Skandinavien, Westeuropa, USA
Ramlau-Hansen CH, Thulstrup AM, Aggerholm AS, Jensen MS, Toft G, Bonde JP 2007 (Dänemark; Human Reproduction): Is smoking a risk factor for decreased semen quality? A cross-sectional analysis [s218]. Querschnittsanalyse von sieben gebündelten berufs- und umweltbezogenen Studien der Jahre 1987 bis 2004; es nahmen 2562 gesunde Männer teil, die Samen- und Blutproben abgaben und einen Fragebogen zu Lebensstil und Gesundheit beantworteten; auswertbare Daten zu Samen und Rauchen lagen bei 2542 Männern vor. Nach Adjustierung für Studie, Alter und weitere Einflussgrößen zeigte sich eine inverse Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Rauchen und Samenvolumen, Gesamtspermienzahl und Anteil beweglicher Spermien; starke Raucher hatten eine um 19 % niedrigere Spermienkonzentration als Nichtraucher. Zwischen Rauchen und Testosteron, LH sowie dem Verhältnis LH zu freiem Testosteron bestand eine positive Dosis-Wirkungs-Beziehung. Die Autoren sprechen von einer mäßigen Verschlechterung der Samenqualität. Stärken: sehr große, gesunde Stichprobe, Dosisstufen, Hormone. Schwächen: gebündelte Studien mit unterschiedlichen Rekrutierungswegen, Querschnitt, Selbstauskunft; Konfidenzintervalle stehen im Abstract nicht.
Hernáez Á, Wootton RE, Page CM, Skåra KH et al. 2022 (Norwegen; Fertility and Sterility): Smoking and infertility: multivariable regression and Mendelian randomization analyses in the Norwegian Mother, Father and Child Cohort Study [s71]. Prospektive landesweite Kohorte (MoBa) mit 28 606 Frauen und 27 096 Männern, die Fragebogen- und Genotypdaten hatten. Selbstberichtet wurden „jemals geraucht“ (beide Geschlechter), Rauchbeginn, Rauchstopp (nur Frauen) und Zigaretten pro Woche bei aktuellen Rauchern; für die Mendelsche Randomisierung wurden genetisch vorbestimmte Merkmale geschätzt. Zielgröße: Infertilität (Zeit bis zur Schwangerschaft von mindestens 12 Monaten). Ergebnisse: „Jemals geraucht“ war weder bei Frauen noch bei Männern mit Infertilität verbunden. Bei Frauen war höhere Rauchintensität mit größerer Infertilitätschance verbunden (je +1 Standardabweichung, 48 Zigaretten pro Woche: OR roh 1,19; 95-%-KI 1,11 bis 1,28; OR adjustiert 1,12; 1,03 bis 1,21), auch nach Adjustierung für den Tabakgebrauch des Partners; späterer Rauchbeginn (OR adjustiert 0,89; 0,84 bis 0,95) und Rauchstopp (OR adjustiert 0,83; 0,75 bis 0,93) waren bei Frauen mit weniger Infertilität verbunden. Die Mendelschen Randomisierungsergebnisse waren bei Frauen für Intensität und Rauchstopp nicht richtungskonsistent und in der Zwei-Stichproben-Analyse ungenau. Bei Männern war größere Rauchintensität weder in der Regression noch in der Mendelschen Randomisierung robust mit Infertilität verbunden. Die Autoren sehen keinen belastbaren Beleg für einen Effekt des Rauchens auf Infertilität; das könne an einem echten Fehlen, an schwachen genetischen Instrumenten oder an Verzerrung durch Störgrößen liegen. Stärken: sehr große prospektive Kohorte, beide Partner, genetischer Ansatz. Schwächen: Infertilität als Zeit bis zur Schwangerschaft statt als Samenparameter; Selbstauskunft; schwache genetische Instrumente für die Rauchintensität bei Männern. Einordnung: Diese Studie ist der wichtigste Gegenbefund zu den Querschnittsstudien, weil sie den Endpunkt Schwangerschaftsdauer in der Bevölkerung betrachtet; sie schließt aber kleine Effekte auf Samenparameter nicht aus.
Axelsson J, Lindh CH, Giwercman A 2022 (Schweden; Andrology): Exposure to polycyclic aromatic hydrocarbons and nicotine, and associations with sperm DNA fragmentation [s68]. Querschnittsstudie an 381 jungen schwedischen Männern, Einteilung in 165 Rauchende und 216 Nichtrauchende nach Cotinin im Urin; gemessen wurden außerdem Urinmetaboliten polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (Pyren, Phenanthren) und die Spermien-DNA-Fragmentierung. Ergebnis: Weder Cotinin noch die Metaboliten waren mit der DNA-Fragmentierung verbunden (11,1 % gegenüber 11,8 % bei Nichtrauchenden und Rauchenden; p = 0,31). Stärken: objektive Expositionsmarker. Schwächen: junge, gesunde Männer, nur ein Endpunkt; der Abstract nennt keine Konfidenzintervalle.
Dupont C, Faure C, Daoud F, Gautier B, Czernichow S, Lévy R, ALIFERT collaborative group 2019 (Frankreich; Basic and Clinical Andrology): Metabolic syndrome and smoking are independent risk factors of male idiopathic infertility [s111]. Fall-Kontroll-Studie (ALIFERT) mit 96 infertilen und 100 fertilen Männern. Rauchen war bei Infertilen häufiger (27 von 94 gegenüber 14 von 99; p = 0,014). Nach dem Titel der Arbeit sind sowohl Rauchen als auch das metabolische Syndrom unabhängige Risikofaktoren der idiopathischen Infertilität. Schwächen: kleine Gruppen, Fall-Kontroll-Design mit Selbstauskunft, Effektschätzer und Intervalle im vorliegenden Bericht nicht angegeben.
Coelho C, Júlio C, Silva G, Neves A 2009 (Portugal; Acta Médica Portuguesa): Tobacco and male infertility: a retrospective study in infertile couples (Tabak und männliche Infertilität: eine retrospektive Studie bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch; Originalsprache Portugiesisch) [s211]. Retrospektive Vergleichsstudie in einer Kinderwunschambulanz mit 327 Männern (417 Spermiogramme), davon 135 Raucher. Raucher hatten mehr Oligozoospermie, sonst fanden sich keine Unterschiede. Dies ist die einzige portugiesischsprachige Studie. Der Abstract nennt keine Zahlen zur Oligozoospermiehäufigkeit; Schwächen: retrospektiv, eine Ambulanz, Störgrößen nicht erkennbar.
Reina Bouvet B, Vicenta Paparella C, Nestor Feldman R 2007 (Argentinien; Archivos Españoles de Urología): Effect of tobacco consumption on the spermatogenesis in males with idiopathic infertility (Wirkung des Tabakkonsums auf die Spermatogenese bei Männern mit idiopathischer Infertilität; Originalsprache Spanisch) [s219]. Prospektive Studie mit 131 Männern mit idiopathischer Infertilität in Rosario. Starke Raucher (über 20 Zigaretten täglich; p < 0,001) und leichte Raucher (p < 0,005) unterschieden sich von Nichtrauchern in Konzentration, Morphologie und Anteil unreifer Keimzellen, nicht aber voneinander (p > 0,1). Das spricht gegen eine einfache Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen leichtem und starkem Rauchen. Schwächen: kleine Gruppen, Konfidenzintervalle und Mittelwerte nicht im Bericht, Selektion durch Infertilität.
Kobayashi N, Miyauchi N, Tatsuta N et al. 2017 (Japan): Factors associated with aberrant imprint methylation and oligozoospermia [s135]. Strukturgleichungsmodell mit 221 aufgereinigten Spermienproben infertiler Paare und 22 geprägten Genorten; bei 24,8 % der Patienten fanden sich Methylierungsveränderungen. Aktuelles Rauchen und viel kohlensäurehaltige Getränke waren mit schwerer Oligozoospermie verbunden, höheres Alter indirekt über die Anhäufung von PCB. Bei Methylierungsfehlern sank die Lebendgeburtenrate und stieg die Fehlgeburtenrate (Zahlen stehen im Abstract nicht). Schwächen: Kinderwunschpaare, Pfadmodell mit mehreren Annahmen, keine Zahlen im Bericht.
Komiya A, Kato M, Shibata H, Imamura Y et al. 2023 (Japan): Results of lifestyle modification promotion and reproductive/general health check for male partners [s56]. Interventionsbeobachtung mit 402 männlichen Partnern mit auffälligem Erstspermiogramm. Rauchen 22,6 %, chronischer Alkohol 47,0 %, genitale Wärmebelastung 75,1 %. Nach Lebensstilberatung verbesserten sich Spermienparameter und DNA-Fragmentierung insgesamt. Der Beitrag des Rauchverzichts ist nicht einzeln ausgewiesen; Schwäche: keine Kontrollgruppe, Regression zur Mitte nicht auszuschließen.
Naher Osten und arabischer Raum
Al-Odat I und Al-Fawaeir S 2025 (Jordanien; Health Science Reports): Impact of Tobacco Cigarette Smoking on Semen Quality and Serum Levels of Sex Hormones in Men: A Cross-Sectional Population-Based Study [s19]. Querschnittsstudie mit 145 Rauchern und 136 Nichtrauchern. Das Volumen betrug 2,14 ± 0,03 gegenüber 2,65 ± 0,02 ml (p < 0,001); Konzentration, Gesamtbeweglichkeit und Morphologie waren bei Rauchern niedriger. Gesamttestosteron 400,17 ± 4,29 gegenüber 510,15 ± 5,17 (der Abstract nennt als Einheit „IU/L“, was für Testosteron nicht stimmen kann), FSH 6,23 ± 0,02 gegenüber 7,75 ± 0,52 IE/l (p < 0,05), LH 8,34 ± 0,03 gegenüber 7,04 ± 0,05 IE/l (p < 0,001). Die extrem kleinen Streuungen deuten auf Standardfehler hin; ohne Volltext lassen sie sich nicht einordnen. Schwächen: Querschnitt, keine Konfidenzintervalle, Einheiten- und Streuungsangaben fehlerhaft oder unklar.
Al-Matubsi HY, Kanaan RA, Hamdan F et al. 2011 (Jordanien; Central European Journal of Public Health): Smoking practices in Jordanian people and their impact on semen quality and hormonal levels among adult men (Rauchgewohnheiten bei Jordaniern und ihre Wirkung auf Samenqualität und Hormonspiegel erwachsener Männer) [s202]. Querschnittsumfrage mit 804 Rauchenden (530 Männer, 274 Frauen, 15 bis 45 Jahre) und eine Teilstudie: 111 Männer mit Samen- und Hormonanalyse gegenüber 93 altersgleichen Nichtrauchern. Raucher hatten signifikant niedrigere Spermienkonzentration und Beweglichkeit (p < 0,001) sowie höhere Testosteron- und LH-Werte (p < 0,001). Der Testosteronbefund steht im Gegensatz zu den saudischen und jordanischen Studien mit niedrigerem Testosteron [s19, s152] und ähnelt den Ergebnissen aus Nowosibirsk [s138] und Schweden [s73]. Beim Rauchbeginn nannten 65 % der Männer den Einfluss von Freunden; 89 % der Männer rauchen in der Öffentlichkeit; einkommensschwächere Jordanier konsumierten mehr Tabak. Schwächen: Umfrage und Teilstudie, Konfidenzintervalle im Bericht nicht angegeben.
Al-Turki HA 2015 (Saudi-Arabien; Urology Annals): Effect of smoking on reproductive hormones and semen parameters of infertile Saudi Arabians [s152]. Retrospektive Studie an 258 von 279 Patienten einer Infertilitätsklinik in Dammam (2010 bis 2012). Raucher gegenüber Nichtrauchern: Gesamttestosteron 383,8 ± 239,5 gegenüber 422,5 ± 139,2 ng/dl (p = 0,009); Prolaktin 18,68 ± 13,28 gegenüber 12,85 ± 12,34 ng/ml (p = 0,001); Volumen 2,8 ± 1,35 gegenüber 3,08 ± 0,76 ml (p < 0,008); progressive Beweglichkeit 31,5 ± 23,1 gegenüber 40,05 ± 25,43 % (p = 0,002); Gesamtzahl 119,52 ± 114,12 gegenüber 139,71 ± 104,82 Mio. (p = 0,07). Primäre Infertilität war bei Rauchern häufiger (p < 0,001). Schwächen: retrospektiv, Aktenlage, sehr große Streuungen, keine Dosisangaben im Abstract; die Gesamtzahl verfehlt die Signifikanz.
Hamad MF, Shelko N, Kartarius S, Montenarh M, Hammadeh ME 2014 (Saudi-Arabien und Saarland; Andrology): Impact of cigarette smoking on histone (H2B) to protamine ratio in human spermatozoa and its relation to sperm parameters [s177]. Prospektive Studie mit 35 Rauchern gegenüber 19 Nichtrauchern. Histon H2B 292,27 ± 58,24 gegenüber 109,1 ± 43,70 ng je 10⁶ Spermien (p = 0,001); Protamin-P1/P2-Verhältnis 1,71 ± 0,071 gegenüber 1,05 ± 0,033; H2B/(H2B+P1+P2) 0,29 ± 0,71 gegenüber 0,12 ± 0,01 (p < 0,0001); Malondialdehyd im Samenplasma 7,13 ± 1,15 gegenüber 4,42 ± 1,16 µM (p = 0,001); Cotinin 60,44 ± 31,32 gegenüber 2,01 ± 2,84 ng/ml; Spermienzahl niedriger (p ≤ 0,002), Beweglichkeit (p = 0,018), Vitalität (p = 0,009) und Membranintegrität (p = 0,0001). Stärke: objektiver Expositionsmarker Cotinin im Samen. Schwäche: sehr kleine Gruppen, keine Konfidenzintervalle.
Amor H, Jankowski PM, Dahadhah FW, Al Zoubi MS, Hammadeh ME 2022 (Saarland, jordanische Koautoren; Andrologia): Impact of tobacco smoking in association with H2BFWT, PRM1 and PRM2 genes variants on male infertility [s67]. Querschnittsstudie mit 167 Männern (54 Nichtraucher, 113 Raucher). Starke Raucher gegenüber Kontrollen (Mediane, p < 0,01): Spermienzahl 46,00 gegenüber 78,50 Mio./ml; progressive Beweglichkeit 15,00 gegenüber 22,00 %; Morphologie 4,00 gegenüber 5,00 %; CMA3-Positivität 29,50 gegenüber 20,50 %; DNA-Fragmentierung 24,50 gegenüber 12,00 %. Keine Verbindung zu den untersuchten Varianten der Gene H2BFWT, PRM1 und PRM2. Schwächen: Zentrumspatienten, keine Adjustierung im Abstract, Gruppen sehr ungleich groß.
Amor H, Ismaeil A, Jankowski PM, Smadi MAA, Zoubi MSA et al. 2025 (Saarland und Jordanien; Scientific Reports): Effects of marijuana and tobacco on male fertility and their relationship to genetic variation of mitochondrial cytochrome C oxidase genes [s20]. Querschnittsstudie Tabak gegen Cannabis mit 37 Nichtrauchern, 39 Tabakrauchern und 37 Cannabisrauchern. Normale Formen und nichtprogressive Beweglichkeit waren bei Tabak- und Cannabisrauchern vermindert (p < 0,001); mehr unbewegliche Spermien und höhere Werte in AO- und CMA3-Tests fanden sich bei Cannabisrauchern gegenüber Tabakrauchern und Nichtrauchern (p < 0,001); keine Unterschiede bei Varianten der mitochondrialen Gene MT-CO1 bis MT-CO3. Schwächen: kleine Gruppen, Nutzer können beide Substanzen mischen.
Aljabali SM und Banihani SA 2024 (Jordanien; Journal of Nutrition and Metabolism): Effect of Smoking on Seminal Plasma Vitamin B6 in Fertile and Subfertile Men [s39]. Querschnittsstudie mit 195 Männern (fertil: 32 Raucher und 43 Nichtraucher; subfertil: 65 und 55). Vitamin B6 im Seminalplasma unterschied sich zwischen Rauchern und Nichtrauchern weder bei fertilen (p = 0,5096) noch bei subfertilen Männern (p = 0,5224). Endpunkt ist ein Mikronährstoff, kein Standardparameter.
Farag AGA, Badr EA, Kholif AOA, Khalifa MN, Ghanem MMM 2024 (Ägypten; Biological Trace Element Research): Serum and Seminal Plasma Levels of Lead and Arsenic in Cigarette Smokers and Their Relation to the Semen Parameters [s45]. Querschnittsstudie mit 80 Männern (60 Raucher, 20 Nichtraucher). Spermienzahl, Beweglichkeit und Vitalität waren niedriger (p = 0,001, 0,025 und 0,034), abnorme Formen höher (p = 0,002); Blei im Serum und Seminalplasma war höher (p = 0,002 und 0,001), seminales Blei korrelierte negativ mit der Spermienzahl (r = −0,320; p = 0,004); seminales Arsen war bei Rauchern höher (p = 0,024). Schwächen: sehr kleine Kontrollgruppe, Querschnitt, Korrelation ohne Kausalbeleg; Blei und Arsen können auch aus anderen Quellen stammen.
Bazid HAS, Attia AM, Yousef AM, Fawal AN, Mostafa MI 2022 (Ägypten; Biological Trace Element Research): Evaluating the Serum and Seminal Plasma Levels of Zinc and Cadmium in Smokers and Their Relation to the Semen Parameters [s69]. Querschnittsstudie mit 70 Männern (35 Raucher mit mehr als 20 Zigaretten täglich, 35 Nichtraucher). Dichte und Beweglichkeit waren niedriger (p = 0,001), die Vitalität ebenfalls (p = 0,002); seminales Zink war niedriger (p = 0,038), seminales Cadmium höher (p = 0,022). Schwächen: kleine Gruppen, Querschnitt, nur starke Raucher.
Aboulmaouahib S, Madkour A, Kaarouch I et al. 2018 (Marokko; Andrologia): Impact of alcohol and cigarette smoking consumption in male fertility potential: Looks at lipid peroxidation, enzymatic antioxidant activities and sperm DNA damage [s122]. Studie an 108 infertilen Männern mit normalen konventionellen Parametern in vier Gruppen (Kontrolle, Alkohol, Rauchen, Alkohol und Rauchen). In den drei Expositionsgruppen waren die Aktivitäten von Katalase, Superoxiddismutase und Glutathionreduktase und der Malondialdehydspiegel höher, besonders bei Rauchen und der Kombination; die DNA-Fragmentierung lag in der Kombinationsgruppe bei 31 % und die Chromatindekondensation bei 39 %, über dem Normbereich. Schwächen: Gruppengrößen im Bericht nicht angegeben, Exposition kombiniert.
Al Omrani B, Al Eisa N, Javed M et al. 2018 (Saudi-Arabien; Reproductive Biology and Endocrinology): Associations of sperm DNA fragmentation with lifestyle factors and semen parameters of Saudi men and its impact on ICSI outcome [s123]. Retrospektive Studie mit 94 Paaren unter ICSI. Eine hohe DNA-Fragmentierung (über 30 %) fand sich bei 13,83 % der saudischen Männer (niedrig 53,19 %, mäßig 32,98 %); in der Gruppe mit hoher Fragmentierung trat keine Schwangerschaft ein. Rauchen war positiv mit der niedrigen Fragmentierungskategorie korreliert, im Abstract ohne Erklärung und entgegen der Erwartung.
Al-Kandari AM, Al-Enezi AN, Ibrahim H, Alkandari O 2020 (Kuwait; Urology Annals): A population-based study of the epidemiology and the risk factors for male infertility in Kuwait [s95]. Populationsbezogene Fallserie mit 608 männlichen Patienten; 478 (78,6 %) mit primärer Infertilität; in der Samenanalyse waren nur 43 (8,2 %) normal, Oligoasthenozoospermie fand sich bei 158 (30,2 %). Als Risikofaktoren nennen die Autoren positive Familienanamnese, Rauchen und Varikozele (Effektgrößen im Abstract nicht angegeben; Varikozele „bei 507 Patienten (86 %)“, was zu 507 von 608 nicht passt und auf einen Berichtsfehler im Abstract deutet). Schwäche: reine Fallserie ohne Kontrollgruppe.
Al-Bader A, Omu AE, Dashti H 1999 (Kuwait; Archives of Andrology): Chronic cadmium toxicity to sperm of heavy cigarette smokers: immunomodulation by zinc [s237]. Randomisierte klinische Studie mit 125 männlichen Rauchern mit Infertilität plus Rattenversuch. Starkes Rauchen ging mit niedriger Zahl, Beweglichkeit und Morphologie sowie erhöhtem seminalem Cadmium einher; eine Zinktherapie verbesserte die Spermienqualität und erhöhte das seminale IL-4 bei gesenktem TNF-α und IFN-γ. Die Autoren sprechen von einer immunmodulierenden Wirkung von Zink. Hinweis: Die Studie testete eine Zinkgabe und ist deshalb keine reine Beobachtungsstudie; Zahlen stehen im Abstract nicht.
Almukhtar S, Al-Watar Y, Aljebory K, Ibrahim R 2013 (Irak; Kufa Journal for Nursing Sciences): Effect of Smoking on Semen Quality of Infertile Men in Mosul City, Iraq [s185]. Fall-Kontroll-Studie (1. Januar bis 1. April 2011) mit infertilen Rauchern (n = 150), infertilen Nichtrauchern (n = 100) und gesunden Nichtrauchern (n = 100); Spermienmorphologie auch mit Transmissionselektronenmikroskopie; Rauchergruppen leicht (1 bis 10 Zigaretten täglich), mäßig (10 bis 20) und stark (über 20). Der Abstract berichtet, die Spermienparameter seien bei Rauchern „etwa niedriger“; Rauchen und Dosis hätten einen signifikant negativen Effekt. Zahlenwerte fehlen.
China: große Querschnitts- und Kohortenstudien
Alle Studien dieses Abschnitts betreffen Zigarettenrauch. Typische Probanden sind infertile Männer aus Kliniken, Samenspender, Frischvermählte und Männer in der Präkonzeptionsberatung; die Übertragbarkeit auf andere Populationen ist begrenzt, und Selektionseffekte der Klinikpopulationen sind wahrscheinlich. Die chinesischen Kohorten berichten zum Teil widersprüchliche Richtungen innerhalb derselben Studie.
Yao HL, Yang TT, Tian R, Zhao C, Yang F, Liu ZM et al. 2026 (Chengdu; Asian Journal of Andrology): Modifiable key factors and semen quality in men undergoing preconception evaluation [s12]. Retrospektive Querschnittsanalyse von 3336 Männern der Andrologie des West China Second University Hospital (Januar 2019 bis Juni 2023); multivariable Regression mit natürlichen kubischen Splines, adjustiert für Alter, Karenzzeit und Jahreszeit. Rauchen zeigte einen dosisabhängigen ungünstigen Effekt: Abnahme von Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl und Beweglichkeit bei mehr als 20 Zigaretten pro Tag oder mehr als 10 Jahren Rauchdauer. Konfidenzintervalle stehen im Abstract nicht. Stärke: große Stichprobe, nichtlineare Modellierung. Schwächen: retrospektiv, Klinikpopulation, Selbstauskunft.
Lin M, Feng Y, Zhang Y, He Q, Feng N 2026 (Annals of Medicine and Surgery): The influence of unhealthy lifestyle on semen quality: results from a cross-sectional study and Mendelian randomization [s04]. 508 Teilnehmer in der Querschnittsanalyse (logistische Regression), danach Zwei-Stichproben-Mendelsche-Randomisierung (inverse-variance-weighted, MR-PRESSO, MR-Egger). Rauchen, starker Alkohol- und Kaffeekonsum und sitzende Lebensweise waren mit häufiger niedriger Samenqualität assoziiert; die MR-Analyse stützte einen ursächlichen Zusammenhang für Rauchen, Alkohol, Koffein, Cannabis und Bewegungsmangel. Zahlenwerte stehen im Abstract nicht (die p-Werte sind im Abstract abgeschnitten). Stärke: genetische Instrumente verringern das Problem von Störgrößen. Schwäche: Die MR betrifft Rauchen als Verhalten, nicht ein einzelnes Produkt; ohne Zahlen nicht beurteilbar.
Fan S, Zhang Z, Wang H, Luo L, Xu B 2024 (China; Frontiers in Endocrinology): Associations between tobacco inhalation and semen parameters in men with primary and secondary infertility [s44]. Querschnittsstudie mit 1938 infertilen Männern, davon 1067 Nichtraucher und 871 Raucher (568 mäßig, 1 bis 10 Zigaretten pro Tag; 303 stark, mehr als 10 pro Tag), WHO-2010-Kriterien, logistische Regression. Bei primärer Infertilität lag die mediane Spermienkonzentration starker Raucher bei 59,2 × 10⁶/ml gegenüber 68,6 × 10⁶/ml bei Nichtrauchern (p = 0,01). Bei sekundärer Infertilität betrug die mediane Progressivmotilität starker Raucher 44,7 % gegenüber 48,1 % bei Nichtrauchern (p = 0,04). Stärke: große Stichprobe, Trennung nach primärer und sekundärer Infertilität. Schwächen: Selbstangabe des Rauchens, die absoluten Unterschiede sind klein, keine Konfidenzintervalle im Abstract.
Zhou M, Yao T, Li J, Hui H, Fan W, Guan Y et al. 2022 (Shanghai; Frontiers in Medicine): Preliminary prediction of semen quality based on modifiable lifestyle factors by using the XGBoost algorithm [s79]. Daten von 5109 Männern eines reproduktionsmedizinischen Zentrums; XGBoost-Modell mit 13 Faktoren, Prüfung durch logistische Regression mit k-facher Kreuzvalidierung. Die AUC-Werte lagen zwischen 0,648 und 0,697 für Volumen, Konzentration, Progressiv- und Gesamtmotilität sowie DNA-Fragmentierungsindex, für die Morphologie nur bei 0,506. Rauchen war der wichtigste Einflussfaktor für Volumen, Konzentration und Motilität. Starkes Rauchen (mehr als 20 Zigaretten pro Tag) war mit ungünstigen Werten verbunden (OR 4,69 für das Volumen, 6,97 für die Konzentration, 11,16 für die Progressivmotilität und 10,35 für die Gesamtmotilität); ein Alter über 35 Jahre mit erhöhtem DFI (OR 5,47). Schwächen: Die AUC-Werte sind mäßig (die Vorhersagekraft ist gering), Konfidenzintervalle fehlen im Abstract; die sehr großen Odds Ratios gelten für die Gruppe mit mehr als 20 Zigaretten täglich, die klein sein dürfte; die Population besteht aus Männern einer Kinderwunschklinik.
Tang Q, Pan F, Wu X, Nichols CE, Wang X, Xia Y, London SJ, Wu W 2019 (Nanjing; Environmental Epidemiology): Semen quality and cigarette smoking in a cohort of healthy fertile men [s114]. 1631 gesunde fertile Männer (NMU-LIFE-Kohorte), multivariable lineare Regression. Bei Männern mit mindestens 10 Packungsjahren fanden sich gegenüber Nie-Rauchern ein geringeres Ejakulatvolumen (β = −0,10; p = 0,001) und eine geringere Gesamtspermienzahl (β = −0,42; p = 0,037), aber eine höhere Gesamtmotilität (β = 6,02; p = 0,037) und Progressivmotilität (β = 5,52; p = 0,037). Dosisabhängig: Das Volumen sank (p für Trend 0,042), die Motilität stieg (p für Trend 0,048). Ehemalige Raucher unterschieden sich nicht von Nie-Rauchern. Das ist ein Beispiel dafür, dass auch bei Zigaretten die Richtung nicht für alle Parameter einheitlich ist; die Autoren und die Berichte nennen keine abschließende Erklärung (eine Tierstudie vermutet einen motilitätssteigernden Nikotineffekt, siehe Kapitel Tierversuche). Stärken: Anpassung an Störgrößen, Angaben zu Rauchbeginn und Rauchstopp. Schwächen: Selbstauskunft, nur gesunde Männer, mögliche Selektion; mehrere p-Werte liegen nahe 0,04, bei vielen Vergleichen ist Zufall nicht auszuschließen.
Wu JQ, Li YY, Gao ES, Rong F, Zhou JS, Hovel MF et al. 2012 (fünf Provinzen; Zhonghua Liu Xing Bing Xue Za Zhi, chinesisch mit englischem Abstract): 吸烟对精液质量常规指标影响的研究 (Der Einfluss des Rauchens auf die Routineparameter der Samenqualität) [s197]. 727 Teilnehmer (421 Raucher, 306 Nichtraucher) aus Hebei, Shanxi, Guizhou, Zhejiang und Shandong, erhoben 2004 bis 2006; vier logistische Modelle, adjustiert für Region, Alter, Karenzzeit, Bildung, Alkohol und Pestizidexposition. Auffällige Vitalität: OR 1,77 (95-%-KI 1,12 bis 2,80); auffällige Beweglichkeit OR 1,51 (1,00 bis 2,27); auffällige Morphologie OR 2,55 (1,68 bis 3,88). Verringerte Dichte bei mehr als 20 Zigaretten pro Tag OR 1,70 (1,05 bis 2,76) und bei mehr als 150 000 gerauchten Zigaretten insgesamt OR 1,84 (1,03 bis 3,29). Stärken: mehrere Provinzen, ausführliche Adjustierung. Schwächen: Querschnitt, Fragebogen; das Intervall für die Beweglichkeit berührt mit 1,00 die Grenze der Signifikanz.
Bao HQ, Sun L, Yang XN, Ding J, Ma SY, Yang L et al. 2019 (Chongqing; Zhonghua Nan Ke Xue): 吸烟对育前男性精浆活性氧含量及精子质量的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf reaktive Sauerstoffspezies im Samenplasma und die Spermienqualität bei Männern vor der Konzeption) [s109]. Querschnittsstudie an 368 Männern vor der Konzeption (196 Raucher, 172 Nichtraucher; Raucher aufgeteilt in leichte, n = 88, und mittlere bis starke, n = 108). 53,26 % hatten eine Rauchanamnese, 29,35 % waren mittlere bis starke Raucher. Nur 55,4 % hatten eine normale Morphologie, 52,6 % eine normale Progressivmotilität. Mittlere bis starke Raucher hatten ein geringeres Volumen (Nichtraucher 3,33 ± 1,20 ml gegenüber 2,78 ± 1,08 ml). Laut Schlussfolgerung erhöht Rauchen reaktive Sauerstoffspezies im Samenplasma, senkt Spermienzahl und Progressivmotilität und erhöht Fehlbildungen und DNA-Fragmentierung; weitere Zahlen sind im Abstract abgeschnitten. Schwächen: Querschnitt, Selbstauskunft, im Bericht nur ein Zahlenpaar.
Cui X, Jing X, Wu X, Wang Z, Li Q 2016 (Taiyuan; Molecular Medicine Reports): „吸烟对男性精液质量、精子DNA完整性及Chk1基因表达的影响“ (Der Einfluss des Rauchens auf Samenqualität, Spermien-DNA-Integrität und Chk1-Genexpression) [s141]. Kohortenstudie mit 841 rauchenden und 287 nichtrauchenden Männern (zusammen 1128); untersucht wurden Konzentration, Beweglichkeit, Vitalität, Zink im Samenplasma, Akrosinaktivität und DNA-Fragmentierung sowie die Chk1-Expression (RT-qPCR, Western Blot). Die Progressivmotilität war bei mittlerem und starkem Rauchen vermindert, nicht bei leichtem; bei Langzeitrauchern waren auch Konzentration und Zahl vermindert; Kopfanomalien stiegen bei starken Rauchern und Langzeitrauchern. Vitalität und Zink im Samenplasma waren in der Rauchergruppe erhöht, die DNA-Fragmentierung ebenfalls erhöht, die Chk1-Expression vermindert. Die erhöhte Vitalität und der erhöhte Zinkgehalt laufen der Erwartung entgegen; Zahlenwerte stehen im Abstract nicht. Hinweis: Das Zink steht im Gegensatz zu Liu et al. 2010 [s206], wo es bei Rauchern niedriger war.
Niu ZH, Liu JB, Shi TY, Yuan Y, Shi HJ 2010 (Shanghai; Zhonghua Nan Ke Xue): 吸烟对精子染色质结构完整性影响的探讨 (Zum Einfluss des Rauchens auf die Integrität der Spermien-Chromatinstruktur) [s207]. Auswertung einer Falldatenbank von 784 Männern mit Infertilität mit dem Spermienchromatinstruktur-Assay (SCSA, Durchflusszytometrie). Volumen und Anteil der Grade a und b waren in den Gruppen mit mindestens 20 Zigaretten pro Tag oder mindestens 10 Jahren Rauchdauer niedriger, Morphologieanomalien höher; DNA-Integrität und Kernreifung waren vermindert. Zahlen stehen nicht im Bericht; Schwächen: Datenbankauswertung, Infertilitätspopulation.
Zhang ZH, Zhu HB, Li LL, Yu Y, Zhang HG, Liu RZ 2013 (Changchun; Iranian Journal of Reproductive Medicine): Decline of semen quality and increase of leukocytes with cigarette smoking in infertile men [s191]. Retrospektive Studie mit 1512 infertilen Patienten (2007 bis 2010). Raucher hatten ein geringeres Volumen (p = 0,006), eine geringere schnelle Progressivmotilität (p = 0,002), eine geringere Vitalität (p = 0,019), mehr unbewegliche Spermien (p = 0,005) und mehr Leukozyten (p = 0,002). pH (p = 0,789) und Konzentration (p = 0,297) unterschieden sich nicht. Die Normalmorphologie war geringer (p = 0,003), mit zunehmendem Rauchgrad. Schwächen: retrospektiv, Infertilitätspopulation, keine Effektgrößen.
Zhang M, Zhang QS, Zheng HS, Wang XY, Feng SQ, Tian WJ et al. 2016 (Nordostchina; The Journal of International Medical Research): Clinical, demographic and psychological characteristics of infertile male smokers in Northeast China [s149]. Querschnittsstudie mit 704 rauchenden und 372 nichtrauchenden infertilen Männern; Spermien, Hormone sowie Angst- und Depressionsskalen (SAS, SDS). Raucher hatten höhere SDS- und SAS-Werte; Vitalität und Beweglichkeit waren niedriger; es gab positive Spearman-Korrelationen zwischen Rauchdauer beziehungsweise Zigarettenzahl und SDS/SAS. Schwächen: Querschnitt, psychometrische Skalen nicht kausal deutbar, keine Zahlen im Bericht.
Zhang JP, Meng QY, Wang Q, Zhang LJ, Mao YL, Sun ZX 2000 (Shandong; Asian Journal of Andrology) und Zhang JP et al. 2002 (Zhonghua Nan Ke Xue; chinesische Fassung) [s234, s230]. Zwei Veröffentlichungen, die nach den Abstracts dieselben Probanden betreffen und nicht doppelt gezählt werden dürfen: 110 Nichtraucher und 191 Raucher aus einer Infertilitätsambulanz sowie 61 fertile Kontrollen. Volumen, Azidität, Dichte, Vitalität, Vorwärtsbeweglichkeit sowie Zink, Kupfer und Superoxiddismutase im Samenplasma waren bei mittleren, starken und Langzeitrauchern niedriger als bei Nichtrauchern. Schwächen: Zahlen im Bericht nicht angegeben, Querschnitt.
Tang YG, Tang LX, Wang QL, Song G, Jiang YJ, Deng SM et al. 2015 (Guangdong; Asian Journal of Andrology) und Tang LX, Wang QL, Tang YG, Jiang F, Wang LL, Huang JT 2013 (Zhonghua Nan Ke Xue): Referenzwerte der Samenparameter fertiler Männer [s164, s188]. [s164]: 1213 fertile Männer (Zeit bis zur Schwangerschaft höchstens 12 Monate), WHO-2010; 5. Perzentile 1,3 ml Volumen, 20 × 10⁶/ml Konzentration, 40 × 10⁶ Gesamtzahl, 48 % Vitalität, 39 % Gesamtmotilität, 25 % Progressivmotilität, 5,0 % Normalmorphologie; Beruf, Rauchen, Alkohol und Varikozele schienen die Qualität zu mindern. [s188]: 1152 fertile Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren mit einer Zeit bis zur Schwangerschaft von höchstens 12 Monaten; Median Volumen 1,5 ml, Konzentration 17 Millionen/ml, Gesamtzahl 39 Millionen, Gesamtmotilität 41 %, Progressivmotilität 33 %, Normalmorphologie 5,0 %; Alter, BMI und Lebensstil beeinflussten einzelne Parameter. Ob sich die Probanden überlappen, ist aus den Abstracts nicht erkennbar. Rauchen ist hier nur einer von mehreren Einflussfaktoren, nicht der Gegenstand.
Zhou NY, Cao J, Cui ZH, Han X, Cai M, Bao HQ et al. 2009 (Chongqing; Zhonghua Nan Ke Xue): 吸烟对重庆主城区成年男性精子凋亡及精液质量的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf Spermienapoptose und Samenqualität bei erwachsenen Männern im Stadtgebiet Chongqing) [s215]. Querschnittsstudie mit 235 gesunden Männern (89 Nichtraucher, 146 Raucher), Computer-gestützte Samenanalyse und Annexin-V/PI-Durchflusszytometrie. Früh apoptotische Spermien (AN+/PI−): 8,1 ± 5,1 % bei Rauchern gegenüber 6,8 ± 3,8 % (p = 0,039); spät apoptotisch 5,6 ± 5,2 % gegenüber 5,5 ± 5,1 % (p = 0,87). Die Routineparameter unterschieden sich nicht (Volumen p = 0,30, Dichte 0,82, Motilität 0,37, Vitalität 0,81, Normalmorphologie 0,84). Die Autoren lesen Apoptose als sensitiveren Marker; der Befund zeigt vor allem das Fehlen eines Routineeffekts bei gesunden Männern. Schwächen: ein einziger signifikanter Befund bei kleinem Unterschied (1,3 Prozentpunkte), Querschnitt.
Li WW, Li N, Wu QY et al. 2012 (Zhonghua Nan Ke Xue): 流式细胞术检测吸烟对精子质膜完整性的影响 (Durchflusszytometrischer Nachweis des Einflusses des Rauchens auf die Integrität der Spermienplasmamembran) [s195]. 132 rauchende infertile Männer (68 starke Raucher mit mehr als 20 Zigaretten pro Tag) gegenüber 70 fertilen Kontrollen; SYBR-14/PI-Durchflusszytometrie. Beide Rauchergruppen unterschieden sich in den Anteilen SYBR-14−/PI+ und SYBR-14+/PI− von den Kontrollen (die p-Werte sind im Abstract abgeschnitten); die Schlussfolgerung lautet, Rauchen mindere die Membranintegrität. Schwäche: Kontrollen sind fertile, Raucher infertile Männer, der Rauchereffekt ist also mit dem Fertilitätsstatus vermengt.
Guo H, Zhang HG, Xue BG, Sha YW, Liu Y et al. 2006 (Zhonghua Nan Ke Xue): 吸烟、饮酒和桑拿对精子形态的影响 (Der Einfluss von Rauchen, Alkohol und Sauna auf die Spermienmorphologie) [s221]. Auswertung einer Falldatenbank mit 602 infertilen Männern in den Untergruppen Rauchen (243), Alkohol (224) und Sauna (135). Die Anteile normal geformter Spermien lagen in allen drei Gruppen unter denen der Kontrollen, besonders nahmen Kopfanomalien zu (automatisierte Morphologieanalyse). Zahlenwerte nicht im Bericht; Schwäche: gemeinsame Betrachtung mehrerer Expositionen, Überlappung der Untergruppen möglich.
Zhou YL, Chen K, Yu BL, Gao XC 2013 (Guangzhou; Zhonghua Nan Ke Xue): 吸烟对男性不育患者精子核蛋白成熟度的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf die Reifung der Spermienkernproteine bei unfruchtbaren Männern) [s192]. Querschnittsvergleich von 116 Nichtrauchern und 113 starken Rauchern (Rauchindex mindestens 200 Zigaretten-Jahre) mit Infertilität, Anilinblau-Färbung. Schlussfolgerung: Rauchen korreliere nicht signifikant mit der Motilität, mindere aber den Übergang der Kernproteine. Zahlenwerte im Abstract abgeschnitten.
Liu RZ, Gao JC, Zhang HG, Wang RX et al. 2010 (Changchun; Zhonghua Nan Ke Xue): Seminal plasma zinc level may be associated with the effect of cigarette smoking on sperm parameters [s206]. Querschnittsvergleich von 79 Nichtrauchern und 68 Rauchern. Das Zink im Samenplasma war bei Rauchern signifikant niedriger und mit dem Rauchausmaß korreliert; Konzentration, Motilität und Morphologie waren bei Rauchern niedriger, besonders bei Rauchern mit auffälligem Zink. Der Befund steht im Gegensatz zu Cui et al. [s141], wo Zink bei Rauchern höher war.
Ou Z, Wen Q, Deng Y, Yu Y, Chen Z, Sun L 2020 (Guangzhou; Reproductive Biology and Endocrinology): Cigarette smoking is associated with high level of ferroptosis in seminal plasma and affects semen quality [s101]. Humanproben von 70 starken Rauchern und 75 Nichtrauchern aus der Kinderwunschbehandlung sowie ein Zellmodell (GC-2Spd-Zellen mit Zigarettenrauchkondensat). Starke Raucher hatten häufiger auffällige Vitalität und Progressivmotilität; das Glutathion im Samenplasma war vermindert; Lipid-ROS, Eisen und GPX4 wurden untersucht (Zahlen im Abstract abgeschnitten). Schwächen: Kinderwunschpopulation, Zellmodell mit Rauchkondensat in nicht übertragbarer Konzentration.
Yu B, Qi Y, Liu D, Gao X, Chen H, Bai C et al. 2014 (Guangzhou; Fertility and Sterility): Cigarette smoking is associated with abnormal histone-to-protamine transition in human sperm [s183]. Humanproben von 147 starken Rauchern und 175 Nichtrauchern plus Zellmodell (TM3 mit Zigarettenrauchkondensat). Auch normozoosperme Raucher zeigten mehr Anomalien als ihre nichtrauchenden Gegenstücke; Anomalien beim Histonersatz korrelierten eng mit Motilität, Vitalität, Konzentration, Zahl und Cotininwerten; das Verhältnis der mRNA von Protamin 1 zu Protamin 2 stieg bei starken Rauchern und in TM3-Zellen unter Rauchkondensat. Stärke: Cotinin als objektiver Marker. Schwäche: Zahlen im Bericht nicht angegeben.
Yu B, Chen J, Liu D, Zhou H, Xiao W, Xia X et al. 2013 (Guangzhou; Biology of Reproduction): Cigarette smoking is associated with human semen quality in synergy with functional NRF2 polymorphisms [s190]. Genetische Assoziationsstudie mit 314 starken Rauchern und 314 gematchten Nichtrauchern. Der Genotyp rs6721961 TT war bei starken Rauchern mit niedriger Samenqualität verbunden (OR 2,370; 95-%-KI 1,106 bis 5,081); diese Raucher hatten niedrigere Konzentration und Zahl (p < 0,05) und eine verminderte Superoxiddismutase-Aktivität im Samenplasma (p < 0,05). Der Effekt galt nicht für Nichtraucher oder für Raucher ohne diesen Genotyp. Schwäche: ein einzelnes Gen, breites Konfidenzintervall, keine Replikation im Bericht.
Ji G, Yan L, Liu W, Qu J, Gu A 2013 (Nanjing; Toxicology Letters): OGG1 Ser326Cys polymorphism interacts with cigarette smoking to increase oxidative DNA damage in human sperm and the risk of male infertility [s187]. Fall-Kontroll-Studie mit 620 idiopathisch infertilen Männern und 480 fertilen Kontrollen. Cys/Cys-Träger hatten höhere 8-OHdG-Spiegel in Spermien, nur bei Rauchern mit mindestens 5 Packungsjahren. Das Cys-Allel war im dominanten Modell mit einem Infertilitätsrisiko verbunden (OR 1,35; KI 1,01 bis 1,82; p für Trend < 0,001); die Interaktion zwischen Genotyp und Rauchen hatte p = 0,0003. Schwäche: Untergrenze des Konfidenzintervalls bei 1,01; Gen-Umwelt-Interaktionen sind anfällig für Mehrfachtestung.
Yu B, Ding Q, Zheng T, Jiang L, Li Q, Sun X et al. 2015 (Südchina; Andrologia): Smoking attenuated the association between IκBα rs696 polymorphism and defective spermatogenesis [s165]. Fall-Kontroll-Studie mit 338 Patienten mit gestörter Spermatogenese und 342 Kontrollen, ergänzt durch ein Zellmodell. rs696 AA: 21,60 % gegenüber 14,33 % (p = 0,013); GG: 28,99 % gegenüber 37,13 % (p = 0,024). Der Unterschied zeigte sich nur bei Nichtrauchern (AA in allen Probanden OR 1,647, p = 0,014; bei Nichtrauchern OR 1,889, p = 0,036). Gegenstand ist die Genassoziation und ihre Überlagerung durch Rauchen, nicht der Raucher-Effekt an sich.
Chen X, Xu W, Miao M et al. 2015 (Spermienproteom; Maus mit Validierung am Menschen) [s155]. Mäuse unter täglichem Zigarettenrauch plus 30 männliche Raucher und 30 Nichtraucher. 22 differenziell exprimierte Proteine wurden identifiziert; vier der fünf geprüften Proteine (Aldoa, ATP5a1, Gpx4, Cs) unterschieden sich auf Proteinebene (p < 0,05); beim Menschen waren Aldoa und Cs verändert. Schwäche: kleine menschliche Stichprobe (60 Männer); die Mausdaten gehören in das Kapitel zu den Tierversuchen.
Zhang W, Li M, Sun F et al. 2019 (Guizhou): Association of Sperm Methylation at LINE-1, Four Candidate Genes, and Nicotine/Alcohol Exposure With the Risk of Infertility [s116]. Querschnittsstudie mit DNA-Methylierungsanalyse (MassARRAY) an 143 Männern eines von Minderheiten bewohnten Bezirks. Die Motilität war in der Nikotin-Gruppe (p = 0,0064) und in der Nikotin-plus-Alkohol-Gruppe (p = 0,0008) niedriger, FSH in der Nikotin-Gruppe höher (p = 0,0026); LINE-1 war in den exponierten Gruppen hypermethyliert. Schwächen: kleine Gruppen, kombinierte Exposition, Nikotinexposition per Selbstauskunft.
Liu Y, Chen S, Pang D et al. 2022 (China): Effects of paternal exposure to cigarette smoke on sperm DNA methylation and long-term metabolic syndrome in offspring [s76]. Humane Spermien-Methylierungsprofile bei rauchenden normozoospermen Männern, nichtrauchenden normozoospermen Männern und nichtrauchenden oligoasthenozoospermen Männern sowie ein Mausmodell mit Nachkommen. Die globale Methylierung war erhöht (der p-Wert ist im Abstract abgeschnitten); in der ersten Nachkommengeneration der Mäuse veränderten sich die DLK1-Regionen, mit möglichen Folgen für den Stoffwechsel. Schwäche: kleine Gruppen; der Nachkommenbefund stammt aus der Maus.
Wang C, Zhang J, Gao F et al. 2024 (China; Reproductive Toxicology): Investigating the effects of COVID-19 on sperm in male smokers [s53]. Prospektive Kohorte mit 90 Rauchern und 90 Nichtrauchern vor und nach COVID-19 (Proteomik, Metabolomik). Beide Gruppen zeigten nach der Infektion eine niedrigere Konzentration, Progressivmotilität und Normalmorphologie und eine höhere DNA-Fragmentierung; Raucher hatten deutlichere Rückgänge. Ein Bezug zu anderen Nikotinprodukten besteht nicht; die Studie zeigt vor allem, dass die Infektion selbst Samenparameter verändert, wodurch die Rauchwirkung schwer abgrenzbar ist.
Cui J, Wang C, Zheng Y, Zhang Y, Luo S et al. 2025 (China; Communications Biology): Mechanisms and reversibility of nicotine-induced spermatogenesis impairment and DNA methylation [s21]. Mensch (Querschnitt: 18 Nichtraucher, 19 Raucher und 14 Ex-Raucher, mindestens drei Monate abstinent) und Mausmodell mit Nikotin (8 Tiere je Gruppe, CASA). Nach dem Abstract waren die Spermienmerkmale bei Ex-Rauchern teilweise erholt, im Mausmodell ebenso; ein Rauchstopp kehrte die Methylierung um. Konkrete Messwerte nennt der Abstract nicht. Die Mausbefunde (Nikotin im Trinkwasser, acht Wochen ab dem Alter von drei Wochen; weniger späte Spermatiden, gehemmte Meiose, gestörter Histon-Protamin-Wechsel) gehören in das Kapitel zu den Tierversuchen. Schwächen: sehr kleine menschliche Gruppen, Querschnittsvergleich statt Verlauf, keine Zahlen im Bericht.
Zusammenfassung China. Die chinesischen Studien zeigen überwiegend schlechtere Werte bei Rauchern, am häufigsten bei Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie, vor allem bei starkem Rauchen oder langer Rauchdauer [s12, s44, s79, s197, s191]. Zugleich gibt es Studien ohne Routineeffekt [s215], Studien mit höherer Motilität bei Rauchern [s114], widersprüchliche Zinkbefunde [s141, s206] und Doppelveröffentlichungen derselben Stichprobe in chinesischer und englischer Fassung [s234, s230].
Taiwan und Südkorea
Wang SL, Wang XR, Chia SE et al. 2001 (Taiwan): A study on occupational exposure to petrochemicals and smoking on seminal quality [s232]. Querschnittsstudie mit 68 Petrochemie-Arbeitern (23 Nie-Raucher, 45 Raucher) und 130 nicht Exponierten (49 Nie-Raucher, 81 Raucher). Bei nicht exponierten Rauchern bestand eine inverse Beziehung zwischen Rauchjahren und Spermiendichte (r = −0,24; p < 0,05). Exponierte Raucher hatten gegenüber nicht exponierten Nichtrauchern deutlich schlechtere Dichte, Gesamtzahl und Vorwärtsbeweglichkeit (p < 0,01); kombinierte Exposition und Rauchjahre hingen mit der Dichte zusammen (r = −0,28; p < 0,05). Schwächen: Mischexposition, kleine Gruppen.
Kurniawan AL, Hsu CY, Chao JC et al. 2021 (Taiwan): Interactive Effects of Unhealthy Lifestyle Behaviors on Testicular Function among Healthy Taiwanese Men [s88]. Querschnittsstudie mit 3283 Männern (2009 bis 2015), Fragebogen, Hormone, Spermien. Rauchen und Alkohol zusammen waren mit höherem Testosteron verbunden (β = 0,81); die weiteren Koeffizienten sind im Abstract abgeschnitten. Schwäche: kombinierte Exposition, kaum Zahlen im Bericht.
Hsu PC, Chang HY, Guo YL et al. 2009 (Taiwan): Effect of smoking on blood lead levels in workers and role of reactive oxygen species in lead-induced sperm chromatin DNA damage [s212]. Querschnittsstudie in einer Batteriefabrik mit 80 Arbeitern. Raucher hatten höhere Blutbleiwerte; Blei korrelierte mit Chromatinschäden und Morphologieanomalien, nach Anpassung an das Rauchen. Der Rauchbefund ist hier Störgröße und kein Hauptendpunkt.
Joo KJ, Kwon YW, Myung SC, Kim TH 2012 (Südkorea): The effects of smoking and alcohol intake on sperm quality: light and transmission electron microscopy findings [s194]. Querschnittsstudie mit 62 gesunden Männern. Starkes Rauchen (mehr als 20 Zigaretten pro Tag) war mit verminderter Spermienzahl verbunden; die Transmissionselektronenmikroskopie zeigte keinen Rauchereffekt auf die Ultrastruktur, dagegen Alkohol (morphologisch abnorme Kerne und Plasmamembranen). Schwäche: sehr kleine Stichprobe.
Lee HD, Lee HS, Lee JS, Park YS, Seo JT 2014 (Südkorea): Do cigarette smoking and obesity affect semen abnormality in idiopathic infertile males? [s179]. Querschnittsstudie; von 1073 Patienten wurden nach den Einschlusskriterien 193 analysiert (72 mit normalem, 121 mit auffälligem Samen). Rauchanamnese und Alter waren Risikofaktoren für auffälligen Samen, Adipositas nicht. Zahlenwerte stehen im Abstract nicht; die Auswahl von 193 aus 1073 Patienten ist ein erhebliches Selektionsrisiko.
Kim SK, Jee BC, Kim SH 2015 (Südkorea): Histone methylation and acetylation in ejaculated human sperm: effects of swim-up and smoking [s160]. Prospektive Laborstudie mit 50 gesunden Freiwilligen. Nach Swim-up stiegen Motilität und Normalformen, der DFI sank; 8-OHdG war in der Swim-up-Fraktion nur bei Rauchern signifikant höher. Schwäche: Laborstudie mit kleiner Gruppe, Rauchen nicht Hauptfragestellung.