Snus, Nikotinbeutel, Shisha und Kautabak · Kapitel 8 von 21 · Studienlage: Beobachtungsstudien › Die Zigarette als Vergleichsmaßstab: Beobachtungsstudien nach Region

China: Arbeiten aus der Plattform CQVIP (nur Design und Stichprobengröße belegt) bis Nachtrag: Gaza, Zigaretten-Starkraucher

China: Arbeiten aus der Plattform CQVIP (nur Design und Stichprobengröße belegt)

Die folgenden 22 Arbeiten wurden in einer früheren Suchrunde über Detailseiten der chinesischen Plattform CQVIP gefunden. Bei der Nachprüfung am 4. Oktober 2026 leiteten die Detailseiten auf eine Anmeldeseite um. Eine Anmeldung ist nicht erfolgt. Deshalb stehen hier nur Design und Stichprobengröße aus der Quellendatei; Effektgrößen werden nicht wiedergegeben, weil sie in dieser Runde nicht überprüfbar waren. Alle Studien betreffen das Zigarettenrauchen. Dass ein erheblicher Teil der chinesischen Zigarettenliteratur in nicht PubMed-indizierten Zeitschriften erscheint, ist selbst ein Befund zur Erreichbarkeit der Evidenz.

  • 2015, Huanjing yu Jiankang Zazhi: 基于社区人群的吸烟与男性睾酮水平关系的初步研究 (Vorstudie zum Zusammenhang von Rauchen und Testosteronspiegel bei Männern auf Basis einer Gemeindestichprobe) [s170]. Querschnittsstudie, Gemeindestichprobe (Zunyi), Sexualhormone, 1213 Männer ab 20 Jahren.
  • 2018, Linchuang Miniao Waike Zazhi: 吸烟对男性不育患者生育能力的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf die Fruchtbarkeit infertiler Männer) [s120]. Retrospektive Auswertung einer Infertilitätsambulanz mit 5447 Patienten; die größte Einzelstichprobe unter den Studien dieser Gruppe.
  • 2018, Zhongguo Xiandai Yaowu Yingyong: 孕前检查男性中吸烟因素对精液质量影响的分析 (Analyse des Einflusses des Rauchens auf die Samenqualität bei Männern in der Vorsorgeuntersuchung vor der Schwangerschaft) [s121]. Vergleich dreier Gruppen: 280 infertile Männer (100 Raucher, 180 Nichtraucher) und 100 Kontrollen.
  • 2024, Xiandai Shiyong Yixue: 精浆中尼古丁和可替宁含量对精液参数的影响 (Der Einfluss von Nikotin- und Cotiningehalt im Samenplasma auf Samenparameter) [s36]. Prospektive Querschnittsstudie mit Gaschromatographie-Massenspektrometrie von Nikotin und Cotinin im Samenplasma (Ningbo), 293 Männer; die einzige Studie der Gruppe mit direkter Nikotinmessung beim Menschen.
  • 2025, Yiyao Qianyan: 吸烟对≤35岁男性精液质量及宫腔内夫精人工授精妊娠结局的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf Samenqualität und Schwangerschaftsergebnis nach intrauteriner Insemination bei Männern bis 35 Jahre) [s16]. Retrospektive Kohorte (Qingyuan), 73 Paare und 95 Zyklen (19 Zyklen Raucher, 76 Kontrolle); sehr kleine Raucherzahl.
  • 2024, Anhui Yike Daxue Xuebao: 安徽省人类精子库志愿者精液质量与生活方式的关联研究 (Zusammenhang zwischen Samenqualität und Lebensstil bei Freiwilligen der Humanspermienbank der Provinz Anhui) [s55]. Querschnittsstudie an 1222 Samenspender-Freiwilligen.
  • 2021, Dazhong Keji: 广西柳州市男性精液质量与生活方式关系研究 (Zusammenhang zwischen Samenqualität und Lebensstil bei Männern in Liuzhou, Guangxi) [s91]. Querschnittsstudie mit Kovarianzanalyse, 369 Männer.
  • 2020, Guangxi Yixue: 弱精子症的发生情况及其相关危险因素 (Häufigkeit der Asthenozoospermie und zugehörige Risikofaktoren) [s104]. Retrospektive Studie mit logistischer Regression (Suqian), 396 Patienten.
  • 2001, Zhonghua Nankexue Zazhi: 吸烟与精子密度 (Rauchen und Spermiendichte) [s231]. Querschnittsstudie bei Frischvermählten, 257 Männer.
  • 2000, Zhongguo Nankexue Zazhi: 吸烟对男性精液参数、精子功能及睾酮影响的研究 (Der Einfluss des Rauchens auf Samenparameter, Spermienfunktion und Testosteron bei Männern) [s235]. Vergleich dreier Gruppen (Raucher und Nichtraucher mit Zeugungsanamnese) mit 38, 51 und 55 Männern.
  • 2011, Jianyan Yixue: 吸烟对男性不育患者精子活力和动态参数的影响及相关性研究 (Der Einfluss des Rauchens auf Spermienmotilität und dynamische Parameter bei infertilen Männern und deren Korrelationen) [s199]. Vergleich mit computergestützter Bewegungsanalyse (CASA): 255 infertile Patienten und 112 fertile Männer.
  • 2016, Wuhan Daxue Xuebao (Yixue Ban): 吸烟对男性精子DNA及RNA甲基化水平的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf das DNA- und RNA-Methylierungsniveau in Spermien) [s139]. Querschnittsstudie, LC-MS/MS der DNA- und RNA-Methylierung; Stichprobengröße im Abstract nicht angegeben.
  • 1997, Zhongguo Xingwei Yixue Kexue: 吸烟对男性不育症精浆超氧化物歧化酶的影响及相关性研究 (Der Einfluss des Rauchens auf die Superoxiddismutase im Samenplasma bei männlicher Infertilität und Korrelationen) [s239]. Querschnittsstudie mit Samenplasma-SOD (Radioimmunoassay), 143 infertile Männer.
  • 2014, Zhongguo Xingkexue: 吸烟对男性精液中抗精子抗体及精子形态的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf Antispermienantikörper im Samen und die Spermienmorphologie) [s171]. Kohortenansatz; Stichprobengröße im Abstract nicht angegeben.
  • 2015, Yan’an Daxue Xuebao: 吸烟对男性精液质量影响的探讨 (Zum Einfluss des Rauchens auf die Samenqualität) [s150]. Vergleichsstudie mit 141 rauchenden infertilen Männern und 53 nichtrauchenden fertilen Kontrollen; Raucher- und Kontrollgruppe unterscheiden sich im Fertilitätsstatus.
  • 2014, Zhongguo Yousheng yu Yichuan Zazhi: 吸烟对精子参数、精子形态及精子DNA完整性的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf Spermienparameter, Spermienmorphologie und Spermien-DNA-Integrität) [s172]. Querschnittsstudie mit dem Spermienchromatin-Dispersionstest (SCD), 210 infertile Männer.
  • 2012, Linchuang Junyi Zazhi: 吸烟对精子DNA完整性和精子参数的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf Spermien-DNA-Integrität und Spermienparameter) [s193]. Querschnittsstudie mit SCD-Test, 200 infertile Männer.
  • 2009, Zhongguo Yishi Jinxiu Zazhi: 生活习惯对男性精液质量的影响 (Der Einfluss von Lebensgewohnheiten auf die Samenqualität bei Männern) [s209]. Querschnittsstudie an 300 gesunden jungen Männern.
  • 2007, Chongqing Yike Daxue Xuebao: 吸烟对男性精液质量、血睾酮水平及精浆左卡尼汀水平影响的研究 (Der Einfluss des Rauchens auf Samenqualität, Serumtestosteron und L-Carnitin im Samenplasma bei Männern) [s217]. Dreigruppenvergleich nach Menge und Dauer; Stichprobengröße im Abstract nicht angegeben.
  • 2011, Zhongguo Fuyou Baojian: 男性职业、吸烟及精液质量与自然流产的相关性 (Zusammenhang von Beruf, Rauchen und Samenqualität der Männer mit Spontanaborten) [s200]. Querschnittsstudie zu Spontanaborten der Partnerinnen (Xiamen), 2431 Männer.
  • 2020, Zhonghua Shengzhi yu Biyun Zazhi: 精子DNA碎片指数与精液常规参数和生活方式关系及其对夫精人工授精妊娠结局的影响 (Zusammenhang der Spermien-DNA-Fragmentierung mit Routineparametern und Lebensstil und ihr Einfluss auf das Schwangerschaftsergebnis nach Insemination mit Partnersamen) [s92]. Retrospektive Studie (Zhengzhou), 1185 Inseminationszyklen.
  • 2009, Zhongguo Shengyu Jiankang Zazhi: 吸烟对精液质量和月经功能的影响 (Der Einfluss des Rauchens auf Samenqualität und Menstruationsfunktion) [s210]. Vergleichsstudie mit 597 infertilen Männern (395 Raucher, 202 Nichtraucher) und 304 Frauen.

Einordnung: Diese Arbeiten decken Sexualhormone (zwei Studien), Nikotin und Cotinin im Samenplasma, Rauchen und Insemination, Epigenetik, Spermien-DNA-Fragmentierung, Antispermienantikörper und Spontanaborte ab. Ohne Ergebnisse tragen sie zur Bewertung nichts bei; sie zeigen vor allem Umfang und Streuung der chinesischen Literatur.

Japan: ältere Studien

Sofikitis N, Miyagawa I, Dimitriadis D et al. 1995 (Tottori; The Journal of Urology): Effects of smoking on testicular function, semen quality and sperm fertilizing capacity [s241]. Vergleich von 49 Rauchern und 28 Nichtrauchern mit linker Hodenbiopsie. Testosteron in der linken Hodenvene, In-vitro-Sekretion des androgenbindenden Proteins, Motilität, Anteil morphologisch normaler Spermien, Spermienmorphometrie und Funktionstests waren bei Rauchern signifikant niedriger (die p-Werte sind im Abstract abgeschnitten). Die Autoren deuten die Anomalien als Folge einer sekretorischen Störung der Leydig- und Sertoli-Zellen. Stärke: seltene invasive Hodengewebedaten beim Menschen. Schwächen: kleine Gruppen, alte Methodik, keine Zahlen im Bericht.

Ono T et al. 1995 (Japan; Japanese Journal of Urology, Kongressabstract): Sperm acrosin systemにおける喫煙の影響 (Der Einfluss des Rauchens auf das Spermien-Acrosin-System) [s242]. Vergleich von 16 Rauchern und 13 Nichtrauchern. In J-STAGE war nur die erste Seite als PDF erreichbar; Effektgrößen wurden nicht ausgewertet.

Matsumiya K et al. 2003 (Japan; Japanese Journal of Urology, Kongressabstract): 男性不妊患者の生活様式についてのアンケート調査 : 妊孕性確認男性との比較検討 (Fragebogenuntersuchung zum Lebensstil männlicher Infertilitätspatienten: Vergleich mit Männern bestätigter Fertilität) [s228]. Fragebogenstudie mit 251 fertilen Männern und 271 Patienten; die Inhalte wurden nicht ausgewertet (nur der Seitenkopf war lesbar).

Türkei

Auch hier gibt es viele Zigarettenstudien, aber keine einzige Studie zu Wasserpfeife (Nargile), Snus oder Nikotinbeuteln mit Spermienendpunkt. Eine Suche in TR Dizin nach „nargile“, „snus“, „çiğneme tütünü“ und „nikotin poşet“ lieferte Arbeiten zu Kohlenmonoxidvergiftung, Atemfunktion und Konsumverhalten, aber keine zur Fertilität. Die türkischen Arbeiten liegen oft nur als zweisprachiger Abstract vor.

Fıçıcıoğlu C et al. 2002 (Ankara; Zeynep Kamil Tıp Bülteni): „Sigara içiminin semen kalitesi üzerine etkisi“ (Der Einfluss des Zigarettenrauchens auf die Samenqualität) [s229]. Vergleich von 224 infertilen Männern (mindestens ein Jahr Infertilität): 122 Raucher, 102 Nichtraucher; zwei Samenanalysen im Abstand von sieben Tagen. Ejakulatvolumen sowie Spermien pro Milliliter und Gesamtzahl waren bei Rauchern signifikant niedriger (p < 0,05); Beweglichkeit, Morphologie, hypoosmotischer Schwelltest (HOS) und Akrosomreaktion unterschieden sich nicht (p > 0,05). Die Autoren folgern, bei ausreichender Zahl normaler Spermien verursache Rauchen keine Infertilität, bei grenzwertiger Fertilisationsfähigkeit könne es über Volumen und Zahl zur Infertilität beitragen. Schwächen: ältere Arbeit, keine Konfidenzintervalle, keine Dosisangabe im Abstract, keine Adjustierung.

Özçakır HT, İnceboz Ü, Laçin S 2003 (Türk Fertilite Dergisi): „İnfertil çiftlerde sigaranın erkeğin sperm parametreleri üzerine etkileri“ (Wirkung des Rauchens auf die Spermaparameter des Mannes in infertilen Paaren) [s227]. 117 Männer mit mindestens 10 Zigaretten täglich gegen 69 Männer, die nie geraucht hatten, alle aus Paaren in Infertilitätsabklärung. Die Spermiendichte war bei Rauchern niedriger, aber nicht signifikant: 49,4 ± 38,2 gegenüber 38,5 ± 34,9 Mio./ml, p = 0,06 (Zuordnung nach dem Wortlaut: Nichtraucher gegenüber Raucher). Spermienzahl vor und nach Swim-up, Volumen, Beweglichkeit und Morphologie ohne signifikanten Einfluss. Die Autoren halten fest, sie hätten keinen statistisch signifikanten Schaden für die Spermatogenese zeigen können; bei Männern mit grenzwertiger Samenqualität sei das Aufhören „nützlich“ (Aussage der Autoren). Der p-Wert von 0,06 bei einer kleinen Stichprobe spricht eher für mangelnde Teststärke als für Wirkungslosigkeit.

Ozgur K, Isikoglu M, Seleker M, Donmez L 2005 (Antalya; Archives of Gynecology and Obstetrics): Semen quality of smoking and non-smoking men in infertile couples in a Turkish population [s222]. Retrospektive Studie an 296 infertilen türkischen Männern, eingeteilt in Nichtraucher sowie leichte und starke Raucher. Der Anteil schnell vorwärtsbeweglicher Spermien war bei starken Rauchern höher als bei leichten Rauchern (p < 0,05). In der Morphologie schnitten Nichtraucher besser ab als starke Raucher bei Flagellumanomalien und beim Anteil aufgerollter Flagellen (p < 0,05). Die Autoren schließen, starkes Rauchen habe bei infertilen türkischen Männern schädliche Wirkungen auf das Flagellum des Spermiums; der höhere Anteil schnell beweglicher Spermien bei starken gegenüber leichten Rauchern sei „interessant“. Schwächen: retrospektiv, Zahlen im Abstract nur als Signifikanzaussage, Schichtung nach Rauchmenge ohne Definition.

Keskin MZ, Budak S, Gubari S et al. 2016 (Izmir; Archivio Italiano di Urologia, Andrologia): Do cigarette and alcohol affect semen analysis? [s145]. Prospektive Studie: 762 Patienten einer urologischen Poliklinik (Januar bis März 2015) wurden befragt, 356 eingeschlossen. Einteilung nach Zigarettenkonsum (fünf Gruppen), Alkohol (fünf Gruppen) und kombiniert (vier Gruppen). Nur in der Gruppe mit mehr als 20 Packungsjahren war das Ejakulatvolumen gegenüber der Kontrolle signifikant niedriger (Mann-Whitney-U, p = 0,009). Alle weiteren Parameter (Konzentration, Gesamt- und Vorwärtsbeweglichkeit, Normalform, Kopf-, Hals- und Flagellumanomalien) unterschieden sich nicht signifikant (p > 0,05). Stärken: Zigarette und Alkohol gleichzeitig betrachtet, Dosisstufen. Schwächen: nur 356 von 762 eingeschlossen (Selektion), viele Vergleiche, keine Mehrfachtestkorrektur im Abstract.

Demirel G und İrez T 2020 (Istanbul; Androloji Bülteni): „Alkol ve sigara kullanımının infertil erkeklerde semen parametreleri üzerine etkisinin araştırılması“ (Untersuchung der Wirkung von Alkohol- und Tabakkonsum auf Spermaparameter infertiler Männer) [s98]. Retrospektiv, 426 infertile Männer, Vergleich nach Alkohol- und Tabakkonsum. Der Abstract nennt niedrigere FSH-Werte, verminderte Beweglichkeit bei Rauchern und als Schlussfolgerung einen signifikanten Rückgang des Ejakulatvolumens durch Rauchen; er ist sprachlich unklar, Zahlenwerte und p-Werte fehlen. Methodisch kaum beurteilbar.

Özkavukcu İS, Doğan Ö, Baysal E 2022 (TÜBİTAK-Projektbericht, TR Dizin): „Sigara İçen Bireylerde Cinsel Perhiz Süresinin Sperm Parametrelerine Etkisi“ (Einfluss der Karenzzeit auf Spermaparameter bei Rauchern) [s72]. Experimentelle Studie mit normozoospermen Spendern: starke Raucher (mindestens 20 Zigaretten, Angabe „?20“ im Abstract) gegen Nichtraucher, Probengewinnung nach 7 und nach 1 Tag sexueller Karenz. Volumen und Gesamtzahl stiegen in allen Gruppen mit der Karenzdauer. Zwischen Rauchern und Nichtrauchern fanden sich keine signifikanten Unterschiede bei Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie, verbliebenem Histon, Vitalität, DNA-Fragmentierung und intrazellulären reaktiven Sauerstoffspezies. Der Malondialdehyd-Wert im Seminalplasma war nach langer Karenz bei Nichtrauchern höher. Die Autoren folgern, die empfohlenen Karenzzeiten seien optimal und die Parameter blieben „trotz starken Zigarettenkonsums“ unbeeinflusst. Schwächen: Fallzahl im Abstract nicht angegeben (vermutlich klein); normozoosperme Spender (wenig Raum für messbare Verschlechterung); Projektbericht ohne Hinweis auf Begutachtung.

Çimen S, Öksüz E, Buğday MS, Dursun M, Sulukaya M, Çakmak BS 2023 (İnönü-Universität): Negative effects of smoking on semen parameters after varicocelectomy [s61]. Retrospektiv, 378 Männer nach mikrochirurgischer Varikozelenoperation (Alter 16 bis 52, Mittel 27,20 ± 6,74 Jahre). Gruppen: 220 Nichtraucher, 52 Raucher mit weniger als 10 Zigaretten täglich, 106 mit mindestens 10 täglich. Die im Abstract genannten Prozentwerte (52,82 %, 13,8 % und 28,0 %) passen für die erste Gruppe nicht zur Zahl 220; hier werden die Absolutzahlen verwendet. Spermienkonzentration und Beweglichkeit drei Monate nach der Operation verbesserten sich in der Gruppe mit mindestens 10 Zigaretten täglich weniger als in den anderen Gruppen. Einordnung: Hinweis auf eine Dosis-Antwort-Beziehung; keine Effektgrößen im Abstract, keine Adjustierung für Varikozelengrad und Alter, Nachbeobachtung nur drei Monate.

Nursal AF, Akkoç H, Afşin M, Yavuz D 2024 (Fırat Tıp Dergisi): A Single-Center Study Assessing the Relationship Between Smoking Habits and sperm Parameters in Men with Suspected Infertility [s40]. Einzentrische Studie mit 1005 Männern mit Infertilitätsverdacht: 599 Raucher (59,60 %), 406 Nichtraucher (40,40 %). Spermaparameter (Leukozyten, Konzentration, Gesamtzahl, Beweglichkeit, Gesamtzahl progressiv beweglicher Spermien) waren bei Rauchern und Nichtrauchern ähnlich; der BMI war bei Nichtrauchern höher. Kein Unterschied zwischen bis zu 30 und mehr als 30 Zigaretten täglich. Bei einer Rauchdauer von 20 Jahren und mehr war die nichtprogressive Beweglichkeit am niedrigsten und die Immotilität am höchsten. Die Autoren nennen es die umfassendste türkische Studie zum Thema und schließen auf einen Einfluss der Rauchdauer. Stärken: Größe, Dauer- und Mengenstufen. Schwächen: Selektion (Infertilitätsverdacht), retrospektiv, keine Konfidenzintervalle im Abstract, BMI-Ungleichgewicht zwischen den Gruppen.

Asçı R, Ergun S, Güneş S, Hekim N, Ulusoy O 2024 (Samsun; Annals of Medical Research): Investigating the relationship of seminal oxidative damage with smoking and occupations in infertile men with normal semen parameters [s50]. Pilotstudie mit 13 normozoospermen infertilen Männern und 10 fertilen Kontrollen; 8-OHdG im Seminalplasma. Die fertilen Kontrollen hatten höhere Werte (487,33 ± 209,42 gegenüber 283,12 ± 102,73; p = 0,013). Die Gesamtspermienzahl war bei Rauchern niedriger (84,94 ± 24,09 gegenüber 115,80 ± 25,46; p = 0,036), der oxidative Schaden unterschied sich zwischen Rauchern und Nichtrauchern nicht (p > 0,05). Sehr kleine Fallzahl, kaum verwertbar.

Toprak T, Akbal C, Arslan U et al. 2026 (Androloji Bülteni): „Varikosel derecesi ve sigara kullanımının semen parametreleri üzerindeki sinerjistik etkisi: Retrospektif bir analiz“ (Synergistischer Effekt von Varikozelengrad und Zigarettenrauchen auf Spermaparameter: eine retrospektive Analyse) [s08]. Retrospektiv, 182 Männer mit linksseitiger Varikozele (2005 bis 2010): 94 Nichtraucher, 47 leichte (1 bis 10 pro Tag), 30 mäßige (11 bis 20) und 11 starke Raucher (mehr als 20). Die Spermienkonzentration nahm mit dem Varikozelengrad ab (Grad I etwa 55 bis 60 Mio./ml; Grad III etwa 30 bis 41 Mio./ml; p < 0,01). Starke Raucher hatten eine niedrigere Konzentration (30,1 ± 42,3 Mio./ml), niedrigere Beweglichkeit (22 bis 26 %) und niedrigere Normalform-Rate (30 bis 35 %) als Nichtraucher (p < 0,01); bei leichten Rauchern waren die Unterschiede nicht signifikant. Multivariat zeigte sich ein synergistischer negativer Effekt von Varikozelengrad und Rauchen auf Beweglichkeit und Morphologie (p < 0,01). Schwächen: nur 11 starke Raucher; eine Normalform-Rate von 30 bis 35 % liegt weit über den üblichen Werten nach strengen Kriterien und deutet auf eine andere Morphologiebewertung hin, die im Abstract nicht erläutert ist.

Aksakallı T, Utlu A, Demirdogen SO, Cinislioglu AE, Karabulut İ 2024 (Erzurum; International Urology and Nephrology): Effects of smoking on varicocelectomy outcomes: a retrospective cohort study [s37]. Retrospektive Kohorte mit 63 Männern mit primärer Infertilität nach Varikozelektomie (2020 bis 2023): 27 Raucher, 36 Nichtraucher; die Ausgangsmerkmale waren vergleichbar. Progressive Beweglichkeit nach drei Monaten 28,11 ± 5,78 % (Nichtraucher) gegenüber 24,51 ± 4,24 % (Raucher) und nach sechs Monaten 29,61 ± 5,16 gegenüber 26,22 ± 4,14 % (jeweils p < 0,05). Schwangerschaftsrate bei Nichtrauchern 53 % (nicht signifikant); Zeit bis zur spontanen Schwangerschaft 5,84 ± 2,26 gegenüber 9,20 ± 2,30 Monaten (p < 0,05; Zuordnung nach Wortlaut). Die Autoren fordern prospektive, größere Studien. Schwächen: kleine Stichprobe, retrospektiv, die p-Wert-Angabe zur Schwangerschaftsrate im Abstract ist widersprüchlich.

Kulaksiz D, Toprak T, Tokat E et al. 2022 (Trabzon; International Journal of Impotence Research): Sperm concentration and semen volume increase after smoking cessation in infertile men [s74]. Prospektive kontrollierte Studie mit 90 infertilen Männern mit mindestens 20 Zigaretten täglich seit mindestens einem Jahr; 48 in der Studiengruppe (Rauchstopp), 42 in der Kontrollgruppe. Alter 34,69 ± 5,3 Jahre, Infertilitätsdauer 34,12 ± 12,1 Monate, 30,14 ± 6,69 Zigaretten täglich, 8,31 ± 3,53 Raucherjahre; der Rauchstopp dauerte im Mittel 104,2 ± 11,51 Tage. Nach mindestens drei Monaten: Volumen 2,48 ± 0,79 auf 2,90 ± 0,77 ml (p = 0,002); Konzentration 18,45 ± 8,56 auf 22,64 ± 11,69 × 10⁶/ml (p = 0,001); Gesamtzahl 45,04 ± 24,38 auf 65,1 ± 34,9 × 10⁶ (p < 0,001). Beweglichkeit und Morphologie verbesserten sich ohne Signifikanz. Stärke: Kontrollgruppe. Schwächen: Selbstauskunft über den Rauchstopp (kein Biomarker im Abstract), Spontanschwankungen von Samenwerten (Regression zur Mitte).

Aydın MS, Şentürk GE, Ercan F 2013 (Istanbul; Acta Histochemica): Cryopreservation increases DNA fragmentation in spermatozoa of smokers [s186]. Experimentelle Studie an Humanproben von 40 normozoospermen Freiwilligen (20 Raucher, 20 Nichtraucher); Proben vor und 1 und 3 Monate nach dem Einfrieren und Auftauen. Vor dem Einfrieren war der Unterschied der DNA-Fragmentierung bei Rauchern nicht signifikant. Nach dem Auftauen stieg sie in beiden Gruppen signifikant, bei Rauchern deutlich stärker; die Morphologie war bei Rauchern stärker betroffen; im Elektronenmikroskop zeigten sich Membranveränderungen und subakrosomale Schwellung. Schwächen: kleine Stichprobe, Zahlen im Abstract nicht angegeben; die Studie ist für die Kryokonservierung bei Rauchern relevant, nicht für die frische Probe.

Kılıç S, Lortlar N, Bardakcı Y et al. 2009 (Ankara; Journal of Assisted Reproduction and Genetics): Caspase-3 and VEGF immunopositivity in seminiferous tubule germ cells in cases of obstructive and non-obstructive azoospermia in smokers versus non-smokers [s213]. Hodenbiopsien von 75 azoospermen Männern (37 Nichtraucher, 38 Raucher). Caspase-3 (Apoptosemarker) war in Keimzellen bei rauchenden Patienten mit Reifungsarrest erhöht; VEGF-positive Leydig-Zellen waren bei Rauchern häufiger. Die Autoren vermuten eine durch Hypoxie und Umweltgifte verstärkte Keimzellapoptose. Schwächen: Azoospermie-Kohorte, nicht auf normale Fertilität übertragbar.

Cinar O, Dilbaz S, Terzioglu F, Karahalil B et al. 2014 (Ankara; European Journal of Obstetrics, Gynecology, and Reproductive Biology): Does cigarette smoking really have detrimental effects on outcomes of IVF? [s176]. Prospektive Vergleichsanalyse von IVF-Paaren; der Raucherstatus wurde anhand von Cotinin im Follikel- beziehungsweise Samenplasma bestimmt: Frauen 171 Nichtraucherinnen und 43 Raucherinnen; Männer 118 Nichtraucher und 96 Raucher. Bei Raucherinnen wurden mehr Eizellen gewonnen (p = 0,005 gesamt, p = 0,006 reife); Eizellqualität, Befruchtungsrate, Embryoentwicklung und Schwangerschaftsrate unterschieden sich nicht. Rauchen des Mannes hatte keinen signifikanten negativen Effekt auf die IVF-Ergebnisse; in der Regression gab es keine Unterschiede bei Befruchtungsrate, Embryoqualität und klinischer Schwangerschaft. Stärke: objektiver Biomarker (Cotinin). Einschränkung: IVF umgeht natürliche Selektionsbarrieren; die Aussage gilt nur für diesen Behandlungsweg.

Tiske PK und Özgü-Erdinç AS 2026 (Ankara; Clinical and Experimental Reproductive Medicine): Impact of smoking and antioxidant use on in vitro fertilization success rates: A retrospective cohort study [s07]. Retrospektive Kohorte mit 327 IVF-Paaren (2018 bis 2019). Rauchen nur durch den Mann bei 38,5 % der Paare, nur durch die Frau bei 8,0 %, durch beide bei 21,4 %. Rauchen war univariat nicht mit klinischer Schwangerschaft oder Lebendgeburt assoziiert; Rauchen beider Partner war multivariat unabhängig mit geringeren Lebendgeburtschancen verbunden (die Odds Ratio nennt der Abstract nicht). Eine Antioxidanzien-Einnahme des Mannes war unadjustiert mit besseren Raten verbunden, nach Adjustierung nicht mehr. Keine Spermaparameter.

Zusammenfassung Türkei. Mehrere ältere Studien (2002 bis 2005) fanden nur begrenzte Unterschiede [s229, s227, s222]; die neuere große Einzelstudie fand insgesamt ähnliche Werte bei Rauchern und Nichtrauchern, aber eine Verschlechterung ab 20 Rauchjahren [s40]. Drei Arbeiten verbinden Rauchen mit Varikozele und Operationserfolg [s61, s08, s37]; sie liefern Dosis-Antwort-Hinweise, aber mit kleinen Gruppen starker Raucher.

Russland und Kasachstan

Der russische Raum liefert ausschließlich Zigarettenstudien und Übersichtsarbeiten. In keiner der gefundenen Arbeiten wird Snus, Kautabak, Nasvay (Nasswar) oder Wasserpfeife als Exposition mit Samenendpunkt untersucht; Suchen in CyberLeninka nach den entsprechenden russischen Begriffen in Kombination mit Fertilität, Sperma oder Ejakulat ergaben keinen einschlägigen Treffer. Rauchen kommt in diesem Raum oft mit hohem Alkoholkonsum zusammen, was die Zuordnung der Effekte zum Tabak erschwert.

Grigorenko DA und Kutorova EE 2020 (Saratow; Bjulleten medicinskich internet-konferencij): „Оценка влияния курения табака на показатели спермограммы у мужчин с патоспермией“ (Bewertung des Einflusses des Tabakrauchens auf die Spermiogramm-Parameter bei Männern mit Patospermie) [s103]. Retrospektive Aktenanalyse eines Reproduktionszentrums, Konferenzthese in einem Absatz. 140 zufällig ausgewählte Akten von Männern mit Kinderwunschproblem (2011 bis 2018), alle mit pathologischem Spermiogramm nach WHO 2010; 46,4 % (n = 65) gaben regelmäßiges Rauchen an. Nach Ausschluss von Azoospermie, ausgeprägter Oligozoospermie, hypergonadotropem Hypogonadismus, Varikozele, Harnwegsinfekten und Voroperationen wurden 87 Männer in zwei vergleichbare Gruppen geteilt: 41 Nichtraucher, 46 regelmäßige Raucher. Der Anteil morphologisch normaler Spermatozoen war bei Rauchern signifikant niedriger (2,6 ± 0,31 % gegenüber 3,88 ± 0,36 %; p < 0,05); Konzentration, Beweglichkeit und Vitalität unterschieden sich nicht signifikant (p > 0,05). Stärken: Ausschluss wichtiger Störfaktoren (Varikozele, Infektionen). Schwächen: retrospektiv, nur Akten, Raucherstatus ohne Menge und Dauer, keine Adjustierung für Alter und BMI, Kohorte mit bereits pathologischem Spermiogramm (Selektion), nur ein Absatz publiziert, Angabe als Mittelwert ± Fehler ohne Konfidenzintervall.

Lesnikov AI, Shmelev AA, Trishkin AG et al. 2022 (Kemerowo; Medicina v Kuzbasse): „Курение как экзогенный фактор, влияющий на показатели фертильности мужчин Кузбасса“ (Rauchen als exogener Faktor mit Einfluss auf Fertilitätsparameter von Männern aus Kuzbass) [s81]. Querschnittsvergleich im Zentrum „Krasnaja Gorka“ mit 66 Männern (Alter 34,07 ± 5,78 Jahre, BMI 22,53 ± 1,58) mit Infertilitätsdiagnose oder Kinderwunsch; Ausschluss BMI unter 18,5 oder über 25, Azoospermie und Erkrankungen der Geschlechtsorgane. 33 Raucher, 33 Nichtraucher; Ejakulat nach WHO 2010, Test nach Mann und Whitney. Ergebnisse (Raucher gegenüber Nichtrauchern, Mittelwert ± Standardabweichung, p): Volumen 3,30 ± 1,32 gegenüber 3,46 ± 1,46 ml (0,58); Konzentration 65,51 ± 28,93 gegenüber 68,12 ± 33,15 Mio./ml (0,88); Gesamtbeweglichkeit 65,66 ± 11,08 gegenüber 66,33 ± 8,33 % (0,95); progressive Beweglichkeit 33,63 ± 11,04 gegenüber 31,84 ± 10,59 % (0,59); normale Morphologie 4,75 ± 1,56 gegenüber 5,06 ± 1,36 % (0,22); Vitalität 75,42 ± 8,78 gegenüber 76,84 ± 4,55 % (0,41). Alle Unterschiede sind nicht signifikant; die Nichtraucher lagen bei Volumen, Konzentration, Morphologie und Vitalität numerisch höher. Die Autoren schließen, Rauchen beeinflusse die Spermatogenese „vermutlich“ nicht direkt oder nur begrenzt; sie nennen selbst die kleine Stichprobe und die fehlende Berücksichtigung von Zigaretten pro Tag und Raucherjahren als Schwächen. Mit 33 pro Gruppe kann die Studie kleine Effekte nicht ausschließen.

Epanchintseva EA und Selyatitskaya VG 2023 [s65] und 2022 (Advances in Gerontology; Analysis of risk factors for the development of infertility in men from infertile couples, depending on age) [s70], Nowosibirsk. Dreistufige Analyse (Aktenanalyse, Fragebogen, Ejakulatvergleich) in einem Zentrum für Reproduktionsmedizin (2014 bis 2020) mit 1198 Männern aus Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch (93 % aus Nowosibirsk; Alter 33, Spanne 30 bis 38 Jahre). Rauchprävalenz: 73 % Alkoholkonsum, 41 % Rauchen, 17 % Drogenkonsum (meist früher). In der Fragebogen-Teilgruppe (n = 239) rauchten 45,6 % (n = 109); Rauchdauer 15 (10 bis 20) Jahre, 15 (10 bis 20) Zigaretten pro Tag; 92,7 % rauchten Zigaretten, 7,3 % „elektronische Zigaretten“ (im Text „Aikos“, offenbar IQOS-Tabakerhitzer); rauchlose Produkte wurden nicht erfasst. Der Ejakulatvergleich betraf nur Alkohol: bei ausschließlich hochprozentigem Alkohol (n = 46) war die DNA-Fragmentierung höher als bei Männern ohne Gewohnheiten (n = 60), 16,0 (13,5 bis 19,6) % gegenüber 12,8 (8,8 bis 19,4) %, p = 0,018. Zum Rauchen selbst enthält die Arbeit keinen Samenvergleich. Die Arbeit von 2022 [s70] (1198 Männer, fünf Altersgruppen) nennt im Abstract: Rauchen 41 %, Alkohol 73 %, Stress 47 %; unter den medizinischen Faktoren sexuell übertragbare Infektionen 54 %, Prostatitis 32 %, Adipositas 27 %; Infektionen, Adipositas, Prostatitis, Hepatitis B/C und Mumps nahmen mit dem Alter signifikant zu. Stärken: große Stichprobe, standardisierte Methodik (WHO 2010, strenge Kriterien nach Kruger, SCD-Test). Schwächen: Selektion (nur Männer aus einem Kinderwunschzentrum), Selbstangabe, keine Rauch-Samen-Auswertung.

Andreeva MV, Khayat SS, Sorokina TM et al. 2015 (Moskau; Andrologija i genitalnaja chirurgija): „Распространенность курения среди мужчин с бесплодием в браке и/или заболеваниями органов половой системы“ (Rauchprävalenz bei Männern mit Kinderlosigkeit und/oder Erkrankungen der Geschlechtsorgane) [s167]. Fragebogen-Querschnitt mit 255 Männern mit Fortpflanzungsproblemen oder Erkrankungen der Geschlechtsorgane (2012 bis 2013, überwiegend Moskau). Nie geraucht hatten 35 %, aufgehört 27 %, aktuell rauchten 38 % (davon mehr als 70 % regelmäßig). 58 % der regelmäßigen Raucher rauchten länger als 10 Jahre; die meisten 10 bis 20 Zigaretten täglich, bevorzugt „leichte“ und „mittelstarke“ Sorten. Unter den Aufgehörten hatten 63 % mehr als 6 Jahre geraucht; bei 54 % lag der Rauchstopp weniger als ein Jahr zurück. Die Raucherquote lag nach Angabe der Autoren etwa 20 % unter der der männlichen Gesamtbevölkerung. Reine Prävalenzstudie ohne Spermaparameter und ohne Kontrollgruppe.

Osadchuk LV, Popova AV, Erkovich AA, Voroshilova NA, Osadchuk AV 2017 (Westsibirien; Urologiia): Effects of smoking and alcohol consumption on reproductive and metabolic indicators in young men in western Siberia [s138]. Querschnittsstudie mit 133 Freiwilligen (Durchschnittsalter 21,1 ± 0,3 Jahre); Spermienkonzentration, Beweglichkeit, Morphologie, Hormone (FSH, LH, Prolaktin, Testosteron, Östradiol, Inhibin B) und Stoffwechselwerte. Die untersuchten Lebensstilfaktoren hatten keinen Effekt auf die Spermatogenese. Rauchen von mehr als 10 Zigaretten pro Tag und mäßiger Alkoholkonsum (bis einmal pro Woche) gingen mit höherem Serumtestosteron und häufigeren Sexualkontakten einher; häufigeres Trinken (mehr als einmal pro Woche) und mehr als 8 Zigaretten pro Tag zusätzlich mit niedrigerem FSH und höheren Triglyzeriden. Die Autoren folgern, dass häufiges Rauchen und Trinken bei jungen Männern das hormonelle und metabolische Gleichgewicht verändern könne. Stärken: gesunde junge Männer, breites Panel. Schwächen: kleine Stichprobe, keine Konfidenzintervalle im Abstract, überlappende Raucher- und Trinkergruppen.

Osadchuk L, Kleshchev M, Osadchuk A 2023 (Nowosibirsk; Frontiers in Endocrinology): Effects of cigarette smoking on semen quality, reproductive hormone levels, metabolic profile, zinc and sperm DNA fragmentation in men: results from a population-based study [s59]. Bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie mit 1222 jungen Männern (Median 23 Jahre) aus einer multiethnischen russischen Allgemeinbevölkerung: 450 Raucher, 772 Nichtraucher; Raucher unterteilt in mäßig (bis 10 Zigaretten pro Tag, n = 274) und stark (mehr als 10, n = 176); 36,8 % rauchten täglich. Die größten Gruppen waren Slawen (n = 654, 53,5 %), Burjaten (n = 191) und Jakuten (n = 125). Ergebnisse (Mittelwert, Standardabweichung in Klammern, Tabelle 1; Nichtraucher / mäßige Raucher / starke Raucher): Ejakulatvolumen 3,6 (1,6) / 3,3 (1,6) / 3,3 (1,6) ml; Gesamtspermienzahl 196,8 (188,4) / 157,6 (145,6) / 147,2 (118,3) Mio.; Konzentration 55,15 (40,74) / 48,26 (36,31) / 47,36 (35,25) Mio./ml; progressive Beweglichkeit 46,6 (25,9) / 43,6 (26,7) / 39,3 (26,0) %; normale Morphologie 6,9 (3,0) / 6,4 (3,0) / 6,6 (3,0) %; DNA-Fragmentierungsindex 8,25 (5,37) / 10,11 (7,95) / 14,66 (12,72) % (nur bei 180 / 36 / 29 Männern gemessen); Zink im Seminalplasma 5,77 (4,65) / 5,03 (4,11) / 4,52 (3,53) µmol je Ejakulat. Serum-LH, -FSH, -Testosteron und -Östradiol unterschieden sich nicht signifikant. Im Text: Starke Raucher hatten gegenüber Nichtrauchern weniger Volumen, Gesamtzahl, Konzentration und Beweglichkeit sowie mehr DNA-Fragmentierung und Teratozoospermie (p < 0,05). Ethnische Besonderheit: Die Verschlechterung der Samenwerte und der Seminalzinkwerte sowie der Anstieg der DNA-Fragmentierung und der Teratozoospermie fanden sich nur bei rauchenden Slawen (p < 0,05); bei rauchenden Jakuten zeigte sich ein mäßiger Testosteronabfall und höhere Triglyzeride, bei Burjaten keine signifikante Änderung. Die Autoren vermuten eine unterschiedliche Aktivität des antioxidativen Systems im Seminalplasma. Slawen rauchten intensiver als Burjaten oder Jakuten; die Rauchintensität ist also mit der Ethnie vermengt. Stärken: mit Abstand größte russische Studie, DNA-Fragmentierung, Zink und Hormone gemessen, Ethnien verglichen. Schwächen: beobachtend, Raucherstatus selbst angegeben; DNA-Fragmentierung nur bei 245 von 1222 Teilnehmern; Zink als einziges Antioxidans; kleine Burjaten- und Jakutengruppen; kein Konfidenzintervall im Abstract.

**Yarosh SL, Kokhtenko EV, Starodubova NI, Churnosov MI, Polonikov AV 2013 (Kursk; Reproductive Sciences): Smoking status modifies the relation between CYP1A1*2C gene polymorphism and idiopathic male infertility [s189], und Yarosh SL, Kokhtenko EV, Churnosov MI et al. 2014 (Reproductive BioMedicine Online): Synergism between the N-acetyltransferase 2 gene and oxidant exposure increases the risk of idiopathic male infertility [s182].** Fall-Kontroll-Studien zur idiopathischen männlichen Infertilität (zusammen 430 Teilnehmende, nach den Berichten 203 Fälle und 227 fertile Kontrollen) zu Genvarianten und Gen-Umwelt-Interaktion; Spermaparameter sind kein Endpunkt, das Rauchen dient als Effektmodifikator. 2013 (CYP1A1): Das Risiko für idiopathische Infertilität bei Trägern des Genotyps 462Ile/Val war nur bei Rauchern erhöht (OR 1,91; 95-%-KI 1,01 bis 3,59), bei Nichtrauchern nicht (OR 1,58; 0,66 bis 3,76). 2014 (NAT2): Der Genotyp 590GA (langsame Acetylierung) war mit erhöhtem Risiko bei Zigarettenrauchern assoziiert (OR 1,71; 1,02 bis 2,87; p = 0,042), ebenso bei Alkoholmissbrauch (OR 2,14; 1,08 bis 4,27) und niedrigem Obst- und Gemüseverzehr (OR 1,68; 1,01 bis 2,79). Schwächen: Die Konfidenzintervalle sind breit und reichen knapp über 1; es handelt sich um Pilotbefunde mit Mehrfachvergleichen, ohne Replikation.

Alchinbaev MK, Mukhamedzhan IT et al. 2015 (Almaty, Kasachstan; West Kazakhstan Medical Journal): „Взаимосвязь уровня тестостерона с табакокурением“ (Zusammenhang zwischen Testosteronspiegel und Tabakrauchen) [s166]. Klinische Beobachtungsstudie. Bei Rauchern mit mehr als 20 Jahren Rauchdauer (32 Männer, 32 % der Untersuchten) lag das Testosteron bei 1,65 ng/ml gegenüber einer altersbezogenen Norm von 2,0 ng/ml, mit einer Korrelation zur erektilen Dysfunktion. Kein Spermaendpunkt; im Abstract kein Kontrollgruppenvergleich; hier nur als hormoneller Randbefund geführt.

Zusammenfassung Russland. Hormonbefunde sind nicht einheitlich: höheres Testosteron bei jungen Rauchern in Nowosibirsk [s138], bei starken Rauchern in der Großstudie keine Änderung [s59], niedrigeres Testosteron in Kasachstan nach über 20 Jahren Rauchdauer [s166]. Lokale russische Arbeiten sind häufig kleine Aktenanalysen oder Thesen ohne Adjustierung [s103, s81]; Lesnikov et al. weisen selbst darauf hin, dass solche Studien im russischen Schrifttum „äußerst selten“ seien [s81].

Rauchstopp und Nikotinmessung beim Menschen

Ragheb A, Abdelbary A, Massoud A, Abd Elkhalek M, Elbatanony A 2025 (Beni-Suef, Ägypten; Reproduction & Fertility): Evaluating the effect of smoking and its cessation on semen parameters [s30]. Prospektive Beobachtungsstudie bei 60 Teilnehmern eines Rauchentwöhnungsprogramms: Proben vor dem Rauchstopp sowie nach drei und sechs Monaten (je zwei Proben im Abstand von zwei Wochen), Urin-Nikotin als Kontrolle der Abstinenz. Volumen 3,33 ± 1,07, 3,88 ± 0,80 und 4,34 ± 0,67 ml; Konzentration 14,77 ± 6,49, 17,71 ± 6,41 und 19,27 ± 6,46 Mio./ml; Gesamtzahl 49,33 ± 25,31, 70,16 ± 30,85 und 84,01 ± 31,00 Mio.; progressive Beweglichkeit 20,7, 35,3 und 42,28 %; Gesamtbeweglichkeit 41,48, 60,33 und 67,67 %; abnorme Morphologie 69,32, 50,88 und 40,82 % (jeweils p < 0,001). Die Verbesserung stieg mit der Zeit nach dem Rauchstopp; höhere Raucherindizes gingen mit stärkerer Verbesserung einher (Flächen unter der Kurve 0,867, 0,852 und 0,863). Stärken: wiederholte Messungen, biochemisch kontrollierte Abstinenz. Schwächen: keine Kontrollgruppe, Regression zur Mitte und saisonale Effekte nicht ausgeschlossen, Teilnehmer mit Entwöhnungswunsch. Dies ist die Studie mit den größten Veränderungen im Berichtsmaterial; die Ausgangswerte (Konzentration 14,77 Mio./ml, abnorme Morphologie 69 %) liegen sehr niedrig, sodass eine Rückkehr zur Mitte nach unten ausgelesener Werte nicht ausgeschlossen ist.

Lin M, Feng Y, Zhang Y, He Q, Feng N 2024 (China; Revista Internacional de Andrología): By ameliorating redox imbalance, patients of oligoasthenospermia increased sperm acrosin activity after quitting smoking [s49]. Prospektive Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe: 90 Patienten mit Oligoasthenospermie und langer Rauchanamnese wurden zum Aufhören angeleitet, 81 wurden nachverfolgt (3 bis 6 Monate); nur 19 (23,5 %) erreichten mindestens 70 % Reduktion. In dieser Gruppe veränderte sich nur die Akrosinaktivität signifikant; Glutathion stieg und ROS sank in Spermien und Samenplasma. Konzentration, Progressivmotilität, Volumen, Gesamtzahl, Morphologie und DFI zeigten laut Abstract keinen signifikanten Unterschied. Schwächen: kleine aktive Gruppe (19), fehlende Kontrolle.

Mahdi Ali Al-khafaji F 2017 (Diwaniya, Irak; Al-Qadisiyah Medical Journal): Role of antioxidant therapy and cessation of smoking in treatment of infertile men [s136]. Nicht randomisierter Therapievergleich bei 152 infertilen Rauchern (15 bis 40 Zigaretten täglich seit 2 bis 15 Jahren): 90 mit Antioxidanzien ohne, 62 mit Rauchstopp. Asthenozoospermie: Beweglichkeit bei Rauchstopp (n = 27) von 16,4 auf 30,1 %, ohne Rauchstopp (n = 53) von 15,3 auf 31 %. Oligozoospermie: Zahl bei Rauchstopp (n = 23) von 6,3 auf 15,2 Mio., ohne (n = 33) von 6,4 auf 9,2 Mio. Teratozoospermie: bei Rauchstopp (n = 5) 1,8 auf 12,4 %, ohne (n = 11) 1,7 auf 5,6 % (im Abstract „abnormal morphology“, gemeint offenbar Normalformen). Schwächen: nicht randomisiert, kleine Untergruppen, keine Statistik im Abstract, Antioxidanzien als Störfaktor, unklare Gruppenzuteilung.

Die Rauchstoppstudien zeigen in der Beobachtungszeit Verbesserungen von Volumen, Konzentration und Gesamtzahl [s74, s30, s136]; eine Studie mit Kontrollgruppe liegt nur in [s74] vor. Zur Studie von Cui et al. mit Ex-Rauchern siehe den Abschnitt China [s21].

Abu-Awwad A, Arafat T, Schmitz OJ 2016 (Analytical and Bioanalytical Chemistry): Simultaneous determination of nicotine, cotinine, and nicotine N-oxide in human plasma, semen, and sperm by LC-Orbitrap MS [s140]. Methodenvalidierung mit Proben von 12 rauchenden Freiwilligen. Nikotin und Cotinin waren in den Spermien ähnlich hoch wie im Plasma. Die Arbeit ist keine Studie zur Spermienqualität; sie zeigt, dass Nikotin und Metaboliten den Samen und die Spermien erreichen. Schwäche: nur 12 Probanden, Methodenarbeit.

Nachtrag: Gaza, Zigaretten-Starkraucher

Laqqan MM und Yassin MM 2022 (Gaza; Zigaretten-Starkraucher): Cigarette heavy smoking alters DNA methylation patterns and gene transcription levels in human spermatozoa [s75]. Screening- und Validierungsstudie: Screening mit dem 450K-Array an 15 Starkrauchern und 15 Nichtrauchern, Validierung mit Tiefensequenzierung an 200 Starkrauchern und 100 Nichtrauchern (insgesamt 330 Männer). Signifikante Methylierungsunterschiede an den Genen PRICKLE2 und ALS2CR12 (alle CpG-Stellen, p < 0,001), ALDH3B2 (neun von dreizehn CpG-Stellen, p < 0,01) und PTGIR (18 von 26 CpG-Stellen, p < 0,01); globale Methylierung, Chromatin-Nichtkondensation und DNA-Fragmentierung waren erhöht (p < 0,001); die Transkription der vier Gene war gesenkt. Die Zahlen aus dem Abstract nennen keine Effektgrößen für die Fragmentierung. Wie bei den übrigen Gaza-Studien fehlen im Abstract Angaben zu Rekrutierung, Verblindung, Störfaktoren und Dosis; die Kombination hoher Probenzahlen und großer Effekte bei einer einzelnen Arbeitsgruppe verlangt unabhängige Bestätigung.

Alle Kapitel und Anhänge (25)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Vorbemerkung zu den Beobachtungsstudien bis Wasserpfeife (Shisha, Hookah, Narghile)
  6. E-Zigarette und erhitzter Tabak
  7. Skandinavien, Westeuropa, USA bis Taiwan und Südkorea
  8. China: Arbeiten aus der Plattform CQVIP (nur Design und Stichprobengröße belegt) bis Nachtrag: Gaza, Zigaretten-Starkraucher
  9. Gesamtbild der Beobachtungsstudien
  10. Zur Lesart dieses Abschnitts bis Die Zigarette als Vergleichsmaßstab: Metaanalysen
  11. Die Zigarette als Vergleichsmaßstab: Einzelstudien bis Tierversuche
  12. Mechanismen und biologische Plausibilität
  13. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  14. Englisch bis Koreanisch
  15. Russisch bis Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis
  22. Diagramme
  23. Quellen s01–s121
  24. Quellen s122–s244
  25. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle