Alpha-Blocker, Prostatamedikamente und retrograde Ejakulation · Kapitel 14 von 23 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Englisch bis Koreanisch

Dieses Kapitel ordnet die Literatur nach den Sprachräumen, in denen sie entstanden ist oder erschienen ist. Gefragt wird je Raum: Welche eigenen Kohorten, Register, Leitlinien und Fachzeitschriften gibt es, was ist regional auffällig, wie gut waren die Datenbanken erreichbar, und wo gibt es kaum eigene Literatur? Die Raumzuordnung folgt der Quellenliste der Gesamtstudie. Sie richtet sich nach Publikationssprache und nach der Herkunft der Autorengruppe und ist deshalb teilweise unscharf; eine Quelle kann mehreren Räumen zugeordnet sein. Von den 229 Quellen der Studie tragen 179 die Marke Englisch, 38 Chinesisch, 35 Japanisch, 32 Koreanisch, 19 Russisch, 12 Französisch, 6 Spanisch, 5 Türkisch, 3 Deutsch, 2 Italienisch und 1 Portugiesisch. Schon diese Verteilung zeigt das Gefälle: Die Literatur ist stark auf Englisch und auf Ostasien konzentriert, während der deutsche, italienische und portugiesische Raum nur Randbeiträge liefert.

Zwei Vorbemerkungen gelten für alle Abschnitte. Erstens stützen sich die Berichte hinter diesem Kapitel in aller Regel auf Abstracts und nicht auf Volltexte; Zahlen stehen so im Abstract, und was dort fehlt (Konfidenzintervalle, Gruppengrößen, Messzeitpunkte), wird nicht ergänzt. Zweitens betrifft der größte Teil der Literatur die Ejakulation, also den Transport und die Abgabe des Samens, und nur ein kleiner Teil die Spermienbildung oder die Samenqualität. Dieses Kapitel berichtet Befunde und spricht keine Therapieempfehlung aus; wo Autoren oder Leitlinien etwas empfehlen, wird das als deren Aussage wiedergegeben.

Englisch

Umfang und Charakter. Die englischsprachige Literatur trägt die Hauptmasse der Evidenz. Europe PMC lieferte für die englischen Suchen mehrere hundert bis über tausend Treffer (1163 für Wirkstoffnamen mit Ejakulation oder Sperma, 180 für Silodosin mit Metaanalyse, 562 für Tamsulosin mit Samen oder Sperma), von denen viele Harnleitersteine (medikamentöse Steinaustreibung), Haarausfall-Medikamente oder Chirurgie betrafen; einschlägig waren nach Angabe der Recherche nur wenige Dutzend. Ein erheblicher Teil der englischsprachigen Marken geht auf Autorengruppen in China, Japan oder Korea zurück, deren Arbeiten auf Englisch erschienen sind und in den jeweiligen Abschnitten behandelt werden.

Probandenstudien zum Mechanismus. Der wichtigste Block sind kleine Studien an gesunden Männern. Hisasue und Kollegen fanden in zehn Samenblasenpräparaten überwiegend mRNA des Alpha-1a-Subtyps (75,0 %; 1b 11,7 %, 1d 13,3 %); bei 17 gesunden Männern sank das Ejakulatvolumen von 2,72 ± 0,28 ml unter Tamsulosin auf 1,75 ± 0,31 ml (0,2 mg) und 1,51 ± 0,39 ml (0,4 mg), nicht unter Naftopidil, und nach keiner Ejakulation fanden sich Spermien im Mittelstrahlurin [s208]. In einer randomisierten Cross-over-Studie an 15 Urologen führte Silodosin (4 mg zweimal täglich über 3 Tage) bei allen zu vollständiger Anejakulation, ohne Spermien im Urin; drei Tage nach Ende der Einnahme war das Volumen wieder auf dem Ausgangswert [s194]. Hellstrom und Sikka untersuchten 48 gesunde Männer fünf Tage lang mit 0,8 mg Tamsulosin, 10 mg Alfuzosin oder Placebo: Das Ejakulatvolumen sank unter Tamsulosin um 2,4 ± 0,17 ml, eine vollständige Anejakulation hatten 35,4 %, unter Alfuzosin und Placebo niemand [s207]. In der Auswertung derselben Studie sank die Gesamtspermienzahl pro Ejakulat unter Tamsulosin um 54,6 ± 24,0 Millionen, während sie unter Placebo um 81,5 ± 18,8 Millionen und unter Alfuzosin um 46,2 ± 19,0 Millionen stieg; normale Samenviskosität hatten 65 % unter Tamsulosin gegen 98 % unter Placebo [s183]. Dabei ist zu beachten, dass die Gesamtzahl vom Ejakulatvolumen abhängt und die Dosis doppelt so hoch war wie die Standarddosis; eine Wirkung auf die Spermatogenese lässt sich daraus nicht ableiten.

Es gibt auch Gegenstimmen zur reinen Emissionsthese: Farbdoppler-Ultraschall zeigte bei drei Männern unter Silodosin einen Einstrom von Samenflüssigkeit in die Blase [s196], und bei 6 von 10 Männern mit Anejakulation fanden sich Spermien im Urin nach dem Verkehr [s206]. Die Beobachtung, dass „retrograde Ejakulation“ in Studien und Meldedatenbanken als Sammelbegriff dient, obwohl mehrere Probandenstudien auf einen Verlust der Samenemission hinweisen, ist ein Dauerthema der englischsprachigen Literatur.

Neuere Kontrazeptionsstudien. Eine Einzeldosisstudie mit 0,8 mg Tamsulosin an 31 gesunden Männern (18 bis 45 Jahre) fand bei 80,7 % eine Aspermie und eine Azoospermie, die sich innerhalb von 2 Tagen nach Auswaschung normalisierte; keine retrograde Ejakulation [s13]. Eine randomisierte, doppelblinde Pilotstudie mit 63 gesunden Männern berichtete nach Silodosin 8 mg eine reversible Azoospermie und im zweiten Teil über ein Jahr keine ungewollte Schwangerschaft [s73]. Eine ägyptische Randomisierung mit 200 Männern wird im Abschnitt Arabisch besprochen [s15]. Eine offene Studie an 35 Männern mit BPH-Beschwerden ohne Ejakulationsprobleme fand nach einer Dosis Silodosin 8 mg bei keinem der 33 auswertbaren Teilnehmer eine abgebbare Samenprobe und weder im Blasenaspirat noch im Urin nach der Ejakulation Spermien [s30]. Eine Übersicht fasst zusammen, die Wirkung beruhe auf einer Beeinträchtigung der Samenemission und nicht auf einer direkten Hemmung der Spermatogenese; verlässliche Wirksamkeit bei einzelnen Kontakten sei nicht belegt [s17].

Häufigkeit: Metaanalysen. Die Metaanalyse von Gacci und Kollegen (23 von 101 gefundenen Artikeln) nennt für Ejakulationsstörungen unter Alphablockern gegenüber Placebo eine Odds Ratio von 5,88, für Tamsulosin 8,58, für Silodosin 32,5, während Doxazosin und Terazosin ein Risiko ähnlich wie Placebo hatten; die Kombination mit einem 5-Alpha-Reduktase-Hemmer erhöhte das Risiko gegenüber Alphablockern allein (OR 3,75) [s137]. Der Cochrane-Review zu Silodosin (19 Studien, 4295 Randomisierte) berichtet sexuelle unerwünschte Ereignisse mit RR 26,07 gegen Placebo (95-%-KI 12,36 bis 54,97) und RR 6,05 gegen Tamsulosin (3,55 bis 10,31) bei moderater Evidenzsicherheit; wohlgemerkt zählt er „sexuelle unerwünschte Ereignisse“ und nicht ausdrücklich die retrograde Ejakulation [s103]. Der Cochrane-Review zu Naftopidil (22 Studien, 2223 Randomisierte, alle in Asien) fand gegenüber Silodosin RR 0,15 (0,06 bis 0,42) [s94]. Eine Netzwerk-Metaanalyse mit 25 Studien und 6831 Patienten nennt für retrograde Ejakulation unter Silodosin gegenüber Placebo RR 24,94 [s26]. Eine post hoc gebildete Untergruppe fiel auf: Unter Silodosin 8 mg berichteten 131 von 466 Männern (28 %) eine „retrograde Ejakulation“, unter Placebo 4 von 457 (0,9 %), wobei 82 % der Ereignisse als Orgasmus ohne Samenemission angegeben wurden [s170].

Patientenstudien und Dosisfragen. In einer Fragebogenstudie an 214 Männern unter Tamsulosin 0,4 mg sank der Ejakulationswert (MSHQ-EjD-SF) von 11 auf 7, mit einer Korrelation zum intravesikalen Prostatavorsprung [s05]. Eine prospektive Studie an 71 Männern fand nach vier Wochen Tamsulosin bei 49,3 % eine relevante Ejakulationsstörung; 12 von ihnen änderten ihre Präferenz für den geplanten Eingriff [s12]. Studien zur reduzierten oder intermittierenden Gabe berichten Erholung der Ejakulation (siehe Arabisch und Türkisch [s88, s205]).

Leitlinien. Die EAU-Leitlinie in der Webfassung 2026 stellt fest, dass Alpha-1-Blocker Libido und Erektion nicht ungünstig beeinflussen, aber abnorme Ejakulation verursachen können (OR 7,53), dass die Störung zunächst als retrograd angesehen wurde, neuere Daten aber eine Abnahme oder das Fehlen von Samenflüssigkeit zeigten, und dass sexuell aktive Patienten unter selektiven Alpha-1-Blockern über das Risiko aufgeklärt werden sollten [s04]. Gacci nennt für Tamsulosin OR 8,58, die Leitlinie gibt 8,57 an; ob dies eine Rundungsabweichung ist, bleibt offen [s137, s04]. Die Zusammenfassungen der EAU-Leitlinien 2026 und 2023 und die AUA-Leitlinie 2026 (Teile I bis III) enthalten in den Abstracts keine Zahlen zur Ejakulation [s01, s52, s09, s10, s11]; die AUA/ASRM-Leitlinie zur männlichen Infertilität 2024 nennt Alphablocker im Abstract nicht [s35].

Pharmakovigilanz und andere Medikamente. Eine Auswertung der Meldesysteme FAERS und EudraVigilance zählte 7404 Meldungen zu Ejakulationsstörungen; Tamsulosin stand bei retrograder Ejakulation an erster Stelle (366 von 1033 Ereignissen, 35,4 %), Finasterid bei Ejakulationsversagen (735 Ereignisse, 38,4 %); Spontanmeldungen sind keine Häufigkeiten [s43]. Bei 5-Alpha-Reduktase-Hemmern berichtet eine randomisierte Einjahresstudie an 99 gesunden Männern milde Veränderungen (Gesamtspermienzahl nach 26 Wochen um 28,6 % unter Dutasterid und 34,3 % unter Finasterid vermindert, nach 52 Wochen nicht mehr signifikant) [s198]; eine Studie mit 1 mg Finasterid an 181 jungen Männern fand keine signifikanten Effekte auf Konzentration, Gesamtzahl, Beweglichkeit oder Morphologie [s224]. In einer Kinderwunschdatenbank stieg die Spermienzahl nach dem Absetzen von Finasterid bei 27 Männern im Mittel auf das 11,6-Fache [s152]. Zur Spermienmorphologie oder DNA-Fragmentation unter Alphablockern beim Menschen fanden die Suchen keine Studie. Zum Rahmen der Tierversuche gehört der Befund, dass die gängigen Tiermodelle die Spermientoxizität beim Menschen nicht gut vorhersagen [s96].

Einordnung. Im englischen Raum liegen die methodisch stärksten Arbeiten (Cochrane, Metaanalysen, Leitlinien), aber nur wenige kontrollierte Samenanalysen, und die einzige placebokontrollierte Samenanalyse mit mehreren Parametern unter Tamsulosin dauerte fünf Tage [s183]. Die Datenbanken (Europe PMC, NCBI E-utilities) waren erreichbar; Europe PMC antwortete bei großen Abfragen zeitweise mit Fehlern. Die PubMed-Webseite wurde auftragsgemäß nicht genutzt.

Deutsch

Eigene Literatur. Im deutschsprachigen Raum fanden die Recherchen keine Primärstudie zu Alphablockern und Samenqualität. Gefunden wurden drei Quellen: zwei Teile der deutschen S2e-Leitlinie 2023 zum benignen Prostatasyndrom (Urologie, Heidelberg) und ein deutschsprachiger Überblick zur männlichen Kontrazeption.

Leitlinien. Teil 2 der S2e-Leitlinie (Konservative und medikamentöse Behandlung der benignen Prostatahyperplasie) fasst die Kapitel 9 und 10 zusammen; er stellt Phytotherapie, Alphablocker, 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, Phosphodiesterase-Hemmer, Antimuskarinika, den Beta-3-Agonisten Mirabegron und verschiedene Kombinationen vor und bewertet sie nach Indikation, Wirkung und Nebenwirkungen; Zahlen zur Ejakulation nennt der Abstract nicht [s50]. Teil 3 (Operative Behandlungsoptionen) benennt den Erhalt der Ejakulationsfunktion ausdrücklich als Kriterium der Verfahrenswahl neben Prostataanatomie und Morbidität [s53]. Damit liegt die Ejakulation in der deutschen Leitlinie nach den Abstracts bei der Operationswahl im Blick, nicht bei der Medikamentenwahl; ob der Volltext von Teil 2 dazu mehr sagt, wurde nicht geprüft.

Kontrazeption. Der Überblick von Zitzmann in einem Heft des Bundesgesundheitsblatts (Titel im Original englisch indiziert, Beitrag auf Deutsch) behandelt hormonelle Ansätze (Testosteron mit Gestagen, transdermale Kombinationen), nicht-hormonelle Ansätze (RAR-alpha-Antagonist YCT-529, Hemmer der löslichen Adenylylcyclase) und stellt fest, dass noch kein marktreifes Präparat vorliegt; Alphablocker erwähnt der Abstract nicht [s18].

Erreichbarkeit. Das AWMF-Leitlinienregister ließ sich nicht auslesen: Der Aufruf lieferte HTTP 200, aber nur eine etwa 7 KB große JavaScript-Hülle ohne lesbare Inhalte. Das bedeutet, dass die Volltexte der deutschen Leitlinie im Rahmen der Recherche nicht eingesehen wurden. Zwei weitere Treffer (ein deutscher Review 2025, die kanadische Aktualisierung 2022) hatten keinen Abstract und blieben unberücksichtigt.

Einordnung. Die Lage ist dünn: Aus drei Quellen lässt sich weder eine Häufigkeit noch ein Befund zur Samenqualität gewinnen. Das gilt für diesen Suchstand und beweist nicht, dass es keine deutschsprachige Literatur gibt, etwa in nicht durchsuchten Fachzeitschriften oder Registern.

Französisch

Eigene Literatur. Das tragfähigste nicht-englische Material im westeuropäischen Raum stammt aus Frankreich und erscheint überwiegend in der Zeitschrift Progrès en Urologie. Die Recherche fand zwei Praxisbeobachtungen, eine randomisierte Studie, mehrere Übersichten und eine aktualisierte Leitlinie. Die Titel dieser Arbeiten sind in PubMed in englischer Übersetzung geführt; die Originaltitel wurden nicht abgerufen.

Praxisbeobachtungen. Descazeaud und Kollegen werteten eine prospektive Beobachtung von 272 Urologen mit 914 Patienten unter Silodosin aus (mittleres Alter 66 Jahre): Der IPSS sank nach 3 Monaten von 16,2 ± 6,1 auf 9,7 ± 5,5, mindestens ein unerwünschtes Ereignis hatten 21,2 %, das häufigste war die abnorme Ejakulation (17,2 %), und 7,1 % setzten deswegen ab; nach 3 Monaten wurde Silodosin bei 86,9 % fortgeführt [s136]. Die Beobachtungsstudie PERSAT (Allgemeinärzte, Männer mit IPSS ≥ 12, freie Wahl zwischen Alphablocker und pflanzlicher Therapie) meldet in der Auswertung von 2020 (849 eingeschlossen, 759 analysiert) Ejakulationsstörungen als häufigste Nebenwirkung bei 3,9 % unter Alphablockern gegenüber 0,9 % unter Phytotherapie [s74]; die Subanalyse von 2023 (309 Alphablocker, 324 Serenoa-repens-Extrakt) nennt 4,9 % Ejakulationsstörungen und 4,2 % Hypotonie unter Alphablockern [s51]. Die Ansprechraten nach sechs Monaten lagen in der Auswertung von 2020 bei 94,2 % und 92,5 % [s74]. Diese Raten liegen deutlich unter den Werten prospektiv und gezielt befragter Studien (zum Beispiel 42 % unter Silodosin nach Befragung [s163]); die Erhebungsart erklärt vermutlich einen Teil des Unterschieds, was eine Deutung und kein Beleg ist.

Randomisierte Studie. Debruyne und Kollegen verglichen in einer doppelblinden Zwölfmonatsstudie in 11 europäischen Ländern Tamsulosin 0,4 mg (n = 354) mit Permixon 320 mg (n = 350) bei 704 Randomisierten; der IPSS sank in beiden Gruppen um 4,4, und Ejakulationsstörungen traten unter Tamsulosin häufiger auf, wobei der Abstract dazu keine Zahlen nennt [s222].

Übersichten und Expertenmeinung. Eine Übersicht in Progrès en Urologie nennt für Ejakulationsstörungen die jeweils höchsten berichteten Häufigkeiten gegenüber Placebo: Silodosin 28,1 % gegen 1,1 %, Tamsulosin 11 % gegen weniger als 1 %, Alfuzosin retard 1 % gegen 0 %, Doxazosin 0,4 % gegen 1,4 %, Finasterid (12 Monate) 4,4 % gegen 1,5 %, Dutasterid (24 Monate) 2,2 % gegen 0,8 %; die Übersicht ist nicht systematisch und nennt nur Maximalwerte [s123]. Zwei Expertenübersichten halten fest, dass bei erworbenen Ejakulationsstörungen die Medikamentenanamnese entscheidend ist und Tamsulosin und Silodosin erfragt werden müssen [s151] und dass Tamsulosin und Silodosin häufig für Anejakulation verantwortlich sind [s145]. Eine umfassende Übersicht (65 Artikel) mit dem Titel „Ejaculations and Benign Prostatic Hyperplasia: An Impossible Compromise?“ nennt für Alphablocker Häufigkeiten von 4 bis 30 % und für 5-Alpha-Reduktase-Hemmer 4 bis 18 % und spricht eher von Anejakulation als von retrograder Ejakulation [s67]. Eine systematische Übersicht zur Ejakulation bei operativen Verfahren nennt einen Erhalt der Ejakulation von 66 bis 91 % bei modifizierter TUR-P und 87 bis 96 % bei modifizierter Photovaporisation [s83].

Leitlinie. Die Leitlinie des französischen LUTS-Komitees (2025) fasst die nicht-interventionelle und medikamentöse Behandlung zusammen: Alphablocker bei mäßigen bis schweren Beschwerden als Erstbehandlung, 5-Alpha-Reduktase-Hemmer und die Kombination bei Prostatavolumen über 40 ml; zur Ejakulation sagt der Abstract nichts [s22].

Abschlussarbeiten und HAL. Die französische Archivschnittstelle HAL war erreichbar, der Ertrag niedrig: Sie enthält Volltexte von Übersichten, die auch in PubMed stehen [s67, s83], und Abschlussarbeiten, die nicht die Ejakulation betreffen. Eine Abschlussarbeit an 117 Patienten zum Fehlgebrauch der BPH-Therapie bei Älteren fand in 70 % einen Fehlgebrauch und für Stürze eine Odds Ratio von 3,22 (95-%-KI 1,1 bis 10,2) [s79]; eine Pharmazie-Abschlussarbeit zur medikamentösen BPH-Behandlung [s190] betrifft die Ejakulation nicht. Die HAL-Suche nach „éjaculation rétrograde“ ergab acht Treffer, davon vier einschlägige englischsprachige; „alpha-blocker sperm“ und „finastéride sperme“ ergaben keine.

Erreichbarkeit. Cairn.info (HTTP 403 mit JavaScript-Aufforderung) war nicht erreichbar; die Einträge in Europe PMC (mit Sprachfilter für Französisch) waren die Hauptquelle.

Einordnung. Typisch für den französischen Raum sind Erhebungen über Praxisnetzwerke mit niedrigen, überwiegend als unerwünschtes Ereignis gemeldeten Raten (3,9 bis 4,9 % unter Alphablockern, 17,2 % unter Silodosin) und eine Fachdebatte, die den Begriff Anejakulation gegenüber der retrograden Ejakulation betont. Zur Samenqualität unter Alphablockern fanden sich keine französischen Daten.

Italienisch

Eigene Literatur. Mit italienischen Begriffen und Sprachfilter fanden sich nur wenige Titel: zwei Beiträge in der Zeitschrift „Urologia“ von 2011 (Dutasterid plus Tamsulosin, Tamsulosin allein; kein Abstract abgerufen), eine Bindungsstudie von 2002 ohne Bezug zur Ejakulation und ein Buchkapitel zur männlichen Fertilität (2010), dessen Volltext bei einer Stichwortsuche nach „eiacul“, „tamsulosin“ und „alfa“ keinen Treffer lieferte. Einschlägiges italienisches Material liegt nur auf Englisch vor.

Register. Das Benign-Research-Netzwerk der Società Italiana di Urologia (SIU) schloss zwischen Oktober 2022 und Dezember 2024 in 15 Zentren 312 Patienten ein, die Aquablation (30), Rezūm (97), iTIND (49), TPLA (108) oder PUL (28) erhielten. Es handelt sich um eine Zwischenanalyse der Ausgangsdaten: Rezūm- und TPLA-Patienten berichteten bessere Ejakulationsfunktion (P < 0,02), iTIND-Patienten die ausgeprägteste Störung (P < 0,05); postoperative Ergebnisse stehen aus. Der Bezug zu Alphablockern ist indirekt, denn das Register betrifft operative Verfahren, die den Erhalt der Ejakulation anstreben [s14].

Zeitschrift. Die Metaanalyse zu Silodosin bei vorzeitiger Ejakulation erschien im Archivio Italiano di Urologia e Andrologia: vier Studien, längere Latenzzeit (MD 132,54; 95-%-KI 51,51 bis 213,57; Einheit im Abstract nicht genannt), höheres Risiko verminderter Samenmenge (OR 10,79; 3,46 bis 33,67) [s36]. Die Länderzuordnung der Autoren ist im Abstract nicht angegeben; die Quelle zählt hier wegen der Zeitschrift.

Erreichbarkeit. Die Website der Società Italiana di Andrologia war erreichbar, eine thematische Literatursuche fand dort nicht statt.

Einordnung. Italienische Primärstudien zu Alphablockern, Ejakulation oder Samenqualität fanden sich nicht. Die Lücke betrifft diesen Suchstand und nicht notwendig die Lage in Italien.

Portugiesisch

Eigene Literatur. Eine portugiesischsprachige Primärstudie fand sich nicht. Sprachfilter-Suchen nach „tamsulosina“, „ejaculação“ und „hiperplasia prostática“ lieferten nur fachfremde Treffer und eine Leitlinie zur Nephrolithiasis.

Einziger Beitrag. Die englischsprachige Studie von Lopes und Kollegen erschien in der Zeitschrift der Brasilianischen Urologischen Gesellschaft (International Braz J Urol). Sie war eine offene Einzeldosisstudie an 31 gesunden Männern (18 bis 45 Jahre) mit 0,8 mg Tamsulosin; eine Ausgangsprobe und sechs weitere Samenproben im Abstand von 1 bis 3 Wochen, jede zu einem anderen Zeitpunkt (alle 4 Stunden) nach der Dosis, ergaben einen konstruierten 24-Stunden-Verlauf. Das Ejakulatvolumen sank bei 93,6 % deutlich, bei 80,7 % kam es zur Aspermie mit Höhepunkt 12 Stunden nach Einnahme (p < 0,001; d = 2,05); die Spermienkonzentration fiel bei 80,7 % bis zur Azoospermie (p < 0,001; d = 1,59) und normalisierte sich nach Auswaschung innerhalb von 2 Tagen; einen Rückfluss in die Blase gab es nicht. Schwächen: keine Kontrollgruppe und keine Verblindung laut Abstract, jeder Zeitpunkt stammt aus einer anderen Probe, nur gesunde Männer [s13]. Die Studie gehört zu den wenigen mit einem zeitlichen Verlauf der Samenwirkung von Tamsulosin, bleibt aber ein Einzelfall.

Erreichbarkeit. SciELO (search.scielo.org) und LILACS/BVS (pesquisa.bvsalud.org) lieferten HTTP 403 (Sicherheitsseite); die Schnittstelle articlemeta.scielo.org antwortete, bot aber keine thematische Suche. Lateinamerikanische Primärliteratur auf Portugiesisch blieb damit unsichtbar. Der Naftopidil-Cochrane-Review nennt LILACS unter seinen durchsuchten Quellen [s94]; ob dort zum Thema etwas lag, ist aus dem Abstract nicht zu ersehen.

Einordnung. Für den portugiesischen Raum gibt es in dieser Studie eine einzige Quelle, und sie ist englischsprachig. Aussagen über die portugiesischsprachige Literatur sind nicht möglich.

Spanisch

Eigene Literatur. Der spanische Raum liefert sechs Quellen, darunter die datenreichste nicht-englische Prävalenzstudie. Zeitschriften sind Actas Urológicas Españolas, Archivos Españoles de Urología und Revista Internacional de Andrología.

Prävalenzstudie. Martín-Morales und Kollegen untersuchten in einer unkontrollierten epidemiologischen Querschnittsstudie 1177 Patienten über 40 Jahre mit BPH oder Beschwerden des unteren Harntrakts seit mehr als 6 Monaten, die seit mindestens 3 Monaten denselben Alphablocker nahmen (Actas Urológicas Españolas; indizierter Titel „Prevalence of ejaculatory dysfunction secondary to alpha-blocker therapy in patients with benign prostatic hyperplasia“, Prävalenz von Ejakulationsstörungen infolge einer Alphablocker-Therapie bei Patienten mit benigner Prostatahyperplasie). Mit der Ejakulationsdomäne des MSHQ ergab sich eine Prävalenz von 82,6 %, meist mild, aber von vielen als störend empfunden; höheres Alter war der einflussreichste Faktor, und Alfuzosin war mit der besten Sexualfunktion verbunden [s195]. Der Wert liegt weit über den Raten randomisierter Studien. Stärken: große Fallzahl, validiertes Instrument. Schwächen: Querschnitt ohne Vergleichsgruppe und ohne Ausgangswerte vor der Therapie, daher keine Trennung zwischen Wirkung der Erkrankung und des Medikaments; der Abstract räumt ein, dass BPH und LUTS selbst Ejakulationsstörungen verursachen können.

Beobachtungsstudien. Die Lebensqualitätsstudie von Castro Díaz und Kollegen (Titel in der Quelle: „Estudio de calidad de vida en pacientes con hiperplasia benigna de próstata en tratamiento con silodisina“; Studie zur Lebensqualität bei Patienten mit BPH unter Behandlung mit Silodosin) schloss 1019 Patienten in 305 urologischen Praxen ein: SFI-Ejakulation 4,50 (SD 2,06), SFI-Erektion 6,11 (SD 3,08), IPSS-Median 16; die Langzeitbehandlung mit Silodosin verschlechtere die Lebensqualität nicht; Querschnitt ohne Vergleichsgruppe, p-Werte im Dialnet-Abstract abgeschnitten [s133]. Die URAL-Studien (443 und 318 Patienten, retrospektiv, Archivos Españoles de Urología) betreffen Symptom- und urodynamische Ergebnisse unter Alphablockern und nennen in den Abstracts keine Ejakulationsendpunkte; für diese Frage sind sie nicht verwertbar [s128, s115]. Eine spanische randomisierte Studie (n = 100) zur monopolaren und bipolaren TUR-P berichtet 52 % retrograde Ejakulation nach der Operation, ohne Unterschied nach Energiequelle [s75]. Die offene Studie zur Silodosin-induzierten Anejakulation (Revista Internacional de Andrología) wurde über Dialnet gelesen und ist oben im englischen Abschnitt beschrieben [s30].

Datenbanken. Dialnet war erreichbar: Die Suchen lieferten für „silodosina“ 17, „eyaculación retrógrada“ 17, „alfabloqueantes próstata“ 14 und „hiperplasia benigna de próstata eyaculación“ 12 Dokumente; gesichtet wurden Titellisten, nur drei Artikelseiten wurden geöffnet. Ein Artikel zur Spermiengewinnung aus Urin bei retrograder Ejakulation (Advances in Laboratory Medicine, 2024) hatte keinen abrufbaren Abstract. LILACS und SciELO blieben gesperrt (siehe Portugiesisch).

Einordnung. Der spanische Raum liefert die höchste Einzelrate (82,6 %) und zugleich eine schwache Vergleichbarkeit; lateinamerikanische Literatur ist im Material kaum vertreten. Zur Samenqualität unter Alphablockern gibt es nur die Silodosin-Studie [s30].

Chinesisch

Umfang und Struktur. Der chinesische Raum (Festlandchina, dazu Taiwan) liefert 38 Quellen. Chinesischsprachige Originalarbeiten stehen vor allem in der Zhonghua Nan Ke Xue (Chinesische Zeitschrift für Andrologie) und der Zhonghua Yi Xue Za Zhi; ihre Abstracts sind in Europe PMC als englische Abstracts geführt. Ein großer Teil der chinesischen Beiträge besteht aus englischsprachigen Metaanalysen und Pharmakovigilanz-Auswertungen. Primärstudien an Patienten zum Thema sind dagegen selten.

Primärstudien. Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie aus Luoyang (Zhonghua Nan Ke Xue, 2006; „Sexualfunktion von Männern mit symptomatischer BPH und Wirkung von Tamsulosin“) untersuchte 192 Patienten, davon 103 unter Tamsulosin 0,2 mg und 89 unter Placebo über 8 Wochen; bei 75 % (144 von 192) bestand eine erektile Dysfunktion, nach Tamsulosin verbesserten sich alle Indizes gegenüber vorher und gegenüber Placebo (P < 0,001). Ejakulationsdaten nennt der Abstract nicht [s211]. Die einzige chinesische Arbeit, die Spermienparameter bei Patienten unter einem Alphablocker nennt, ist eine Vergleichsstudie an 80 jungen und mittelalten Männern mit BPH, die 18 Tage Alfuzosin oder Tamsulosin erhielten (Experimental and Therapeutic Medicine, 2017): Laut Abstract waren unter Tamsulosin nicht nur die Harnparameter, sondern auch Spermiendichte, Beweglichkeit, Spermienaktivität und der DNA-Fragmentationsindex „signifikant besser“. Der Abstract enthält keine einzige Zahl, weder Ausgangswerte noch Effektgrößen, Konfidenzintervalle, Gruppengrößen oder Messzeitpunkt. Dass „retrograde Ejakulation“ unter Tamsulosin besser abschnitt, stünde im Widerspruch zu den Befunden aus Japan und Korea. Die Beobachtung ist in dieser Form weder bestätigbar noch widerlegbar und wird nicht als Beleg einer Verbesserung der Samenqualität gewertet [s106]. Zum vorzeitigen Samenerguss gibt es eine multizentrische Studie bei 251 Männern mit chronischer Prostatitis (Typ IIIB), die Tamsulosin allein mit Tamsulosin plus Dapoxetin verglich (IELT 5,95 gegen 2,63 Minuten zugunsten der Kombination; 114 vollendeten die Behandlung, hohe Ausfallquote) [s91], und einen Kongressabstract (352 Männer, 322 auswertbar), in dem Tamsulosin 0,2 mg die geometrische mittlere IELT von 1,26 auf 2,78 Minuten verlängerte, Paroxetin dagegen von 1,15 auf 8,13 Minuten [s112].

Übersichten und Hypothese. Eine Übersicht aus Chengdu (Zhonghua Nan Ke Xue, 2008; „Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten und Ejakulationsstörung“) referierte die internationale Debatte zur Ejakulationsstörung ohne eigene Zahlen [s193]. Dieselbe Gruppe veröffentlichte 2009 in Medical Hypotheses die Hypothese, die Blockade des Alpha-1A-Adrenozeptors könne Spermientransport und Beweglichkeit der akzessorischen Geschlechtsorgane hemmen und als männliche Verhütung wirken; sie enthält keine eigenen Daten [s182].

Tierversuche. Mehrere Rattenstudien aus Nanjing und Weifang betreffen 5-Alpha-Reduktase-Hemmer und nicht Alphablocker: Hohe Dosen Epristerid oder Finasterid verminderten das Hodengewicht und hemmten die Nebenhodenspermienzahl und die Fortpflanzungsfunktion [s217, s214]; Finasterid 40 mg/kg/Tag senkte in der Samenblase die Gefäßdichte (CD34 um 6,7 % nach 14 Tagen und 15,8 % nach 28 Tagen) und den VEGF-Index [s97]. Die Dosen sind hoch, ein funktioneller Endpunkt (Erguss, Volumen) fehlt in [s97].

Metaanalysen. Viele Metaanalysen aus China gelten Silodosin oder Tamsulosin: vier Publikationen mit 2543 Patienten (abnormale Ejakulation als Hauptnebenwirkung von Silodosin; der Abstract ordnet die Anteile 20,74 %, 1,76 % und 0,82 % nicht eindeutig zu) [s160]; fünf RCT mit 2595 Patienten (höhere Rate retrograder Ejakulation unter Silodosin gegenüber Placebo und Tamsulosin) [s155]; vier RCT mit 2504 Patienten, die keinen signifikanten Unterschied der Ejakulationsstörung zwischen Silodosin und Tamsulosin 0,2 mg fanden [s144]. Letzteres widerspricht dem Cochrane-Befund [s103]; mögliche Ursachen sind die Studienauswahl und die kleinere Datenbasis. Die Kombination Tamsulosin plus Dutasterid zeigte in fünf RCT (4348 Patienten) Ejakulationsstörung OR 3,37 (1,97 bis 5,79) und retrograde Ejakulation OR 2,30 (1,08 bis 4,93) [s92]; 5-Alpha-Reduktase-Hemmer erhöhten in 17 RCT (17 494 Patienten) das Risiko sexueller Dysfunktion bei BPH (RR 2,56; 1,48 bis 4,42), ohne Ejakulation gesondert auszuweisen [s113]. Eine Netzwerk-Metaanalyse aus Wuhan (Datenbanken PubMed, Embase, CNKI) stellt Tamsulosin bei Sexualstörungen an die erste Stelle (70,4 %) und nennt eine Gesamtrate unerwünschter Wirkungen von 34,0 % (Silodosin 51,9 %); der Abstract nennt weder Studienzahl noch Konfidenzintervalle, so dass die Werte kaum belastbar sind [s99]. Eine Metaanalyse zu Doxazosin-GITS gegen Tamsulosin (8 RCT, 1316 Patienten; durchsucht wurden auch CNKI, Wanfang und VIP) fand für die retrograde Ejakulation keinen Unterschied (P = 0,187) [s68]. Zahlreiche weitere chinesische Metaanalysen betreffen Harnleitersteine; dort ist die Ejakulationsstörung ein Nebenbefund, etwa mit OR 2,84 unter Silodosin [s118], RR 3,10 unter Alphablockern gegen Placebo [s70] und OR 16,30 gegenüber Mirabegron [s45], während eine weitere Metaanalyse gleiche Häufigkeit der Ejakulationsstörung feststellte [s23].

Pharmakovigilanz. FAERS-Auswertungen aus China ordnen Silodosin bei sexueller Dysfunktion ein (ROR 21,81; 95-%-KI 17,94 bis 26,52; Finasterid 212,3, Dutasterid 29,11) [s32] und nennen Tamsulosin unter den fünf Arzneimitteln mit den meisten Meldungen zu verminderter Samenqualität (148 Fälle, IC025 5,99; Finasterid 845, Dutasterid 163); das Abstract nennt die einbezogenen Begriffe nicht, und Meldesignale sind keine Häufigkeiten [s31]. Eine Auswertung zu männlicher Reproduktionstoxizität (1955 FAERS- und 1384 EudraVigilance-Fälle, mediane Zeit bis zum Ereignis 132 Tage) nennt Alphablocker im Abstract nicht [s08]; eine Hodentranskriptomik-Studie betont den Hypothesencharakter der Signale [s07]; eine FAERS-Analyse bei BPH ordnet 5-Alpha-Reduktase-Hemmer der sexuellen Dysfunktion und Alphablocker der Nierenfunktionsstörung zu [s16].

Taiwan. Taiwanische Beiträge sind englischsprachig: eine randomisierte Nichtunterlegenheitsstudie (209 Patienten) mit abnormaler Ejakulation bei 9,7 % unter Silodosin gegenüber 1,0 % unter Tamsulosin (P = 0,009) [s177], eine Alfuzosin-Studie (279 Patienten) [s161], eine Studie zu orodispersiblem Tamsulosin (45 Männer, keine unerwünschten Ereignisse berichtet) [s162], eine Metaanalyse zur Steinaustreibung (retrograde Ejakulation um 5 % häufiger unter Silodosin) [s93] und eine Dutasterid-Studie bei Haarausfall [s98]. Eine retrospektive Studie zu IVF mit Hodenspermien oder aus Urin gewonnenen Spermien bei 23 Männern mit vollständiger retrograder Ejakulation (Lebendgeburtenrate 52,17 % gegen 16,67 %) nennt keine Medikamente als Ursache [s03].

Leitlinien. Zwei chinesische Bewertungen vergleichen Leitlinien: 22 BPH-Leitlinien mit AGREE II [s81] und 15 Leitlinien [s108]. Nach den Abstracts empfehlen fast alle bewerteten Leitlinien Alpha-1-Blocker und 5-Alpha-Reduktase-Hemmer [s81], und die Empfehlungen sind weitgehend ähnlich [s108]; zu Ejakulation oder Fertilität sagen die Abstracts nichts.

Erreichbarkeit. CNKI (Zertifikatsfehler, dann HTTP 418 als Abwehr automatischer Abfragen) und Wanfang (HTTP 404 bei der Suchadresse, sonst eine Skriptseite ohne Treffer im HTML) waren nicht nutzbar. Der chinesischsprachige Bestand (klinische Studien, Dissertationen, Kongressberichte) wurde daher nicht gesichtet; Suchen mit chinesischen Schriftzeichen in Europe PMC lieferten überwiegend irrelevante Treffer. Metaanalysen, die CNKI, Wanfang und VIP durchsucht haben [s99, s68, s33, s81, s108], geben einen indirekten Hinweis auf chinesischsprachige Evidenz, aber ohne Aufschlüsselung im Abstract.

Einordnung. China spricht die Samenqualitätsfrage am direktesten an [s106, s31], aber ohne belastbare Zahlen im Abstract. Die Quellenlage ist bei Metaanalysen und Meldedaten reich und bei klinischen Primärdaten arm.

Japanisch

Umfang und Struktur. Der japanische Raum liefert 35 Quellen und die Mechanismusforschung zum Thema. Zeitschriften sind unter anderem International Journal of Urology, Hinyokika Kiyo und Nihon Hinyokika Gakkai Zasshi (japanischsprachig, nur über englische Abstracts erreichbar), Journal of Sexual Medicine und Low Urinary Tract Symptoms; Naftopidil ist nach Angabe der Übersicht von Masumori nur in Japan zugelassen [s169].

Freiwilligenstudien. Alle genannten Probandenstudien zum Mechanismus stammen aus Japan: Hisasue [s208], Kobayashi [s194], eine Folgeauswertung mit Fragebogen (alle 15 Probanden ohne Samenemission, aber mit Orgasmus; 12 von 15, 80 %, mit leicht unangenehmem Gefühl) [s187], die randomisierte Placebo-Cross-over-Studie an 50 Männern mit Einzeldosis 4 mg Silodosin (Spermamenge um 1,8 ml vermindert, Orgasmusqualität um 1,3 Punkte schlechter, 22 % mit weniger als 50 % Abnahme der Menge) [s181] und die Doppler-Beobachtung [s196]. Eine Population ohne BPH und mit kurzer Exposition begrenzt die Übertragbarkeit.

Patientenstudien. Die frühe retrospektive Befragung (Hinyokika Kiyo, 2005; „Ejakulationsstörung durch Alpha-1-Adrenozeptor-Antagonisten bei BPH; retrospektiver Vergleich zwischen Naftopidil und Tamsulosin“) fand bei 63 sexuell aktiven von 88 Patienten Ejakulationsstörungen bei 30,0 % unter Tamsulosin gegen 3,0 % unter Naftopidil [s213]. Die randomisierte Studie mit 95 Patienten ergab ein abnormes Ejakulationsgefühl bei 16,7 % (Tamsulosin) und 7,4 % (Naftopidil; p = 0,402), verringertes Volumen bei 96,0 % und 73,1 % (p = 0,0496) [s188]. In einer Dreiarmstudie (136 Männer) hatten 10 von 41 (24,4 %) unter Silodosin keinen antegraden Erguss, unter Tamsulosin und Naftopidil meldeten 2,6 % und 2,4 % neu ein verringertes Volumen [s176]. Die Befragung von 91 Patienten unter Silodosin fand 42 % mit Ejakulationsstörung, unter den sexuell Aktiven 95 % [s163]; eine retrospektive Auswertung (195 Patienten) 10,8 % abnormale Ejakulation als häufigste Nebenwirkung [s178]; die Sechsjahres-Verlängerung (104 Patienten) 5,8 %, aber nur 25,0 % nahmen nach 72 Monaten noch Silodosin [s131]. Die Spannweite von 5,8 bis 42 % zeigt die Abhängigkeit von Erhebungsart, Definition und Population. Weitere Studien: ein Vergleich Silodosin gegen Naftopidil (97 Patienten; Abnahme des Ejakulatvolumens 87 gegen 40 %, P = 0,003) [s156], ein Cross-over ohne Auswaschphase [s180, s117] und eine Dosisstudie (98 Patienten, drei mit abnormer Ejakulation) [s174]. Die Post-hoc-Analyse zeigte bei Silodosin eine größere IPSS-Verbesserung in der Untergruppe mit Ejakulationsstörung [s179]. Die FAERS-Analyse aus Kyoto fand die höchsten Signale für Ejakulationsstörung bei Tamsulosin; für Naftopidil und Silodosin lagen zu wenige Meldungen vor [s157]. Eine Querschnittsstudie mit 5005 Männern fand Spermien im Urinsediment bei 5,6 % und für die Einnahme von Alpha-1-Blockern nur eine schwache Assoziation (OR 1,55; 1,16 bis 2,08) [s130].

Vorzeitiger Samenerguss. Mit Silodosin 4 mg eine Stunde vor dem Verkehr verlängerte sich die Latenzzeit von 1,9 auf 7,6 Minuten, bei 24 von 26 Patienten (92 %) gegenüber 12 (46 %) unter Naftopidil [s105]; in einer Vorstudie an 8 Patienten von 3,4 auf 10,1 Minuten, mit Anejakulation bei 2 [s164]. Das ist die gleiche Wirkung, die in der BPH-Behandlung als Nebenwirkung gilt.

Tierversuche und Pharmakologie. Japanische Gruppen, teils in der Industrie (Kissei, Astellas, Nippon Shinyaku), dominieren die Tiermodelle: Knockout-Mäuse für Alpha-1-Rezeptoren mit verminderter Fertilität und Samenleiterkontraktion [s201]; Rüden mit Selektivität für den Samenleiter (Silodosin 7,5-fach) [s197], ein Rattenvergleich, der eine Klassenwirkung nahelegt [s165] (dieser Widerspruch bleibt ungeklärt, beide Arbeiten stammen aus der Industrie), Dauergabe von Silodosin mit abgeschwächter Hemmung bei niedriger Dosis [s192], Samenblasenpräparate [s110], Pfropfzählungen mit Tadalafil als Vergleich [s90] und Spontanerguss-Daten mit überwiegendem Verlust der Samenemission [s47]. Die Toxizitätsübersicht des Herstellers (verminderte männliche Fertilität bei Ratten ab 20 mg/kg/Tag, Epitheldegeneration bei jungen Hunden ab 25 mg/kg/Tag) enthält keine unabhängige Prüfung [s209]. Eine ältere Studie fand unter Bunazosin höhere Nebenhodenspermienkonzentration bei Ratten, ohne Übertragbarkeit auf heutige Wirkstoffe [s225].

Leitlinien. Die Kurzfassungen der japanischen Leitlinien (JUA 2011 und 2017) nennen Alpha-1-Blocker und 5-Alpha-Reduktase-Hemmer und treffen nach Abstract keine Aussage zur Ejakulation [s167, s102]. Ein Übersichtsartikel nennt, dass in Japan mehr Männer mit Unfähigkeit zu ejakulieren als mit vorzeitigem Samenerguss vorstellig werden [s85].

Erreichbarkeit. J-STAGE war erreichbar, lieferte aber für Kongressbeiträge der Japanischen Urologischen Gesellschaft (2007, 2008) nur Titel und Autoren ohne Abstract; diese sind nicht als Quellen geführt. CiNii war nicht nutzbar. Suchen mit japanischen Schriftzeichen in Europe PMC lieferten keine Treffer.

Einordnung. Der japanische Raum ist für Mechanismus, Selektivitätsvergleiche und Naftopidil tonangebend; Samenparameter bei BPH-Patienten fehlen auch hier.

Koreanisch

Umfang und Struktur. Der koreanische Raum liefert 32 Quellen: viele kleine bis mittelgroße prospektive Beobachtungsstudien mit Fragebögen (IIEF, MSHQ, DAN-PSS), mehrere Übersichten und Metaanalysen. Zeitschriften sind Korean Journal of Urology, Korean Journal of Andrology (heute World Journal of Men's Health) und Investigative and Clinical Urology. Vier ältere Arbeiten wurden über KoreaMed als englische Abstracts erreicht; die Volltexte sind koreanischsprachig [s202, s219, s189, s184, s220].

Patientenstudien zu Tamsulosin. Die Zahlen zur Ejakulation unter Tamsulosin 0,2 mg gehen weit auseinander: Ein Rückgang des Ejakulatvolumens um 14 % nach 4 und 22 % nach 12 Wochen (268 eingeschlossen, 165 beendeten) [s219]; Gesamtinzidenz einer Ejakulationsstörung von 13,4 % (177 Männer) [s172]; kein negativer Einfluss auf Gesamt-IIEF und DAN-PSS (138 Männer) [s148]; retrograde Ejakulation bei 2 von 116 Patienten (2 %) in einer Phase-IV-Studie [s189]; Absinken des Zufriedenheitswerts mit der Ejakulation (p = 0,01) in einer Untergruppe [s202]. Bei Tamsulosin 0,4 mg gegenüber 0,2 mg an 220 Männern lag die abnormale Ejakulation in beiden Armen bei 1,8 %; das Abstract nennt die Abfragemethode nicht [s138]. Weitere Studien nutzten Tamsulosin bei vorzeitigem Samenerguss (Tamsulosin gegen Doxazosin: kein signifikanter Unterschied der Latenzzeit [s184]; PEDT-Score bei 29 Patienten verbessert [s135]). Dazu kommen Studien ohne Ejakulationsdaten [s185, s147, s139, s171] sowie eine Langzeitstudie zu Alfuzosin, in der von 30 Eingeschlossenen 12 die Studie beendeten [s141].

Silodosin. In einer offenen Studie mit 100 Männern (IPSS ≥ 20) war Ejakulationsversagen die häufigste Nebenwirkung (13 Fälle), kein Abbruch, bei 12 von 13 vollständig ohne Behandlung abgeklungen [s140]. In einer retrospektiven Studie mit 48 Männern über 65 unter Blutdruckmedikation führte die Ejakulationsstörung nur bei einem Patienten (2,5 %) zum Absetzen [s101]; bei neurogener Blase war sie Hauptnebenwirkung ohne Zahl im Abstract [s126].

Übersichten. Koreanische Gruppen trugen auffallend viele systematische Arbeiten bei: den Cochrane-Review zu Silodosin (Erstautor aus Wonju) [s103], den Cochrane-Review zu Naftopidil (Chonnam) [s94], eine Übersicht zu neuen Alphablockern [s95], die Netzwerk-Metaanalyse zu Tamsulosin 0,2 und 0,4 mg bei Asiaten (sieben Studien; die Autoren halten die Evidenz für 0,4 mg als Anfangsdosis für unzureichend) [s104], eine Metaanalyse zu Tamsulosin 0,2 mg gegen andere Alphablocker (1418 Probanden) [s116] und eine narrative Silodosin-Übersicht [s134]. Dazu gehört die Dosisfrage (0,2 gegen 0,4 mg Tamsulosin bei Asiaten) als koreanisches Sonderthema [s138, s104]. Eine Befragung von 50 koreanischen Urologen ergab, dass Ejakulationsnebenwirkungen bei 19 % der Befragten bei leichten bis mittleren und bei 9 % bei schweren Beschwerden vorrangig berücksichtigt werden (p < 0,001) [s41].

5-Alpha-Reduktase-Hemmer und Samenparameter. Die einzige Studie der Quellenliste mit konkreten Spermiogrammwerten unter einem Prostatamedikament kommt aus Korea: 200 Männer (28 bis 39 Jahre) mit Haarausfall, Dutasterid 0,5 mg, fünf Gruppen nach Behandlungsdauer; Konzentration, Morphologie und Vitalität unterschieden sich nicht, Volumen und Beweglichkeit nahmen mit der Dauer ab und stiegen nach 6 Monaten Pause wieder; die Gruppeneinteilung nach Dauer ist keine echte Randomisierung [s24]. Außerdem: Dutasterid-Studie mit Erektions- und Orgasmusfunktion über ein Jahr (55 Patienten) [s166]; Übersicht zu Finasterid und erektiler Dysfunktion [s87]; Metaanalyse zu sexuellen Nebenwirkungen bei Haarausfall (15 RCT, 4495 Probanden; Risiko 1,57; Dutasterid allein 1,37, nicht signifikant) [s84].

Tierversuche. Die Rattenmodelle zur Messung des Drucks in Samenblase und Samenleiter nach Nervenstimulation fanden, dass Alphablocker beide Drücke hemmen; die koreanischsprachige Fassung sieht Grenzen des Modells für Mittel gegen vorzeitigen Samenerguss, die englischsprachige hält es für nützlich [s220, s218]. Ein telemetrisches Verfahren bestimmte den maximalen Samenblasendruck (Kontrolle 61,4 ± 13,4 mmHg; Tamsulosin 3 µg/kg 30,0 ± 5,2; 10 µg/kg 15,1 ± 1,6; Silodosin 12,9 ± 2,2) [s129].

Leitlinie. Die koreanische BPH-Leitlinie von 2014 nutzt Daten bis 2013 und enthält nach Abstract keine Aussagen zu Ejakulation oder Samenqualität [s119].

Erreichbarkeit. KoreaMed war erreichbar (Suche „tamsulosin ejaculation“: sieben Treffer, Einzelseiten mit englischen Abstracts; die Suche mit koreanischen Schriftzeichen ergab keine Treffer). KCI lieferte keine auslesbaren Treffer, DBpia antwortete nach 20 bis 30 Sekunden nicht.

Einordnung. Koreanische Beiträge sind methodisch standardisierter als manche andere Räume, aber überwiegend einarmig. Eine kontrollierte Samenanalyse unter Alphablockern gibt es nicht.

Alle Kapitel und Anhänge (27)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Lesehilfe und Abgrenzung bis Systematische Übersichten zu operativen Verfahren und Ejakulationserhalt (Kontext)
  5. Erzählende Übersichten zu Mechanismus, Klinik und Fruchtbarkeit und Zusammenschau der Metaanalysen
  6. Lesehilfe bis Silodosin: Häufigkeit, Belastung und Verlauf der Ejakulationsstörung bei Patienten
  7. Alpha-Blocker allgemein und Tamsulosin: Häufigkeit, Belastung und Verlauf bis Befragungen von Ärzten und Aufklärungspraxis
  8. Zusammenschau der Beobachtungsstudien und Lücken, Widersprüche und Grenzen der Quellenlage
  9. Zur Lesart dieses Abschnitts bis Randomisierte und vergleichende Studien bei Patienten mit LUTS/BPH
  10. Beobachtungsstudien mit Patienten: Silodosin bis Leitlinien
  11. Tierversuche und Gewebestudien
  12. Mechanismen und biologische Plausibilität
  13. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  14. Englisch bis Koreanisch
  15. Russisch bis Türkisch
  16. Rückfluss in die Blase oder Ausfall der Samenemission? bis Operation oder Medikament: welches schont die Ejakulation mehr?
  17. Unstimmigkeiten innerhalb einzelner Abstracts und Was bleibt als Befund zu den Widersprüchen
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 2)
  23. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 2)
  24. Diagramme
  25. Quellen s01–s116
  26. Quellen s117–s229
  27. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle