GLP-1-Rezeptoragonisten (Semaglutid, Tirzepatid) · Kapitel 19 von 20

Glossar

AMS (Aging Male Symptoms Scale): Fragebogen zur Erfassung von Beschwerden, die dem Testosteronmangel zugeschrieben werden [s48, s112].

Aromatasehemmer: Wirkstoffe, die die Umwandlung von Testosteron in Östradiol blockieren; im Scoping-Review als eine Option bei adipösen Männern genannt [s34].

Asthenozoospermie: verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat [s106].

Blut-Hoden-Schranke: Barriere zwischen Blut und den Keimzellen im Hoden, gebildet vor allem von Sertoli-Zellen; bei jungen Ratten unter Liraglutid vorübergehend durchlässiger [s04].

cAMP/PKA: Signalweg in der Zelle (zyklisches Adenosinmonophosphat, Proteinkinase A), über den GLP-1-Rezeptoren in Tiermodellen wirken [s75, s17].

DPP-4-Hemmer: Gruppe von Antidiabetika (zum Beispiel Sitagliptin), häufig als Vergleichsgruppe verwendet [s32, s46].

Estradiol (Östradiol): wichtigstes Östrogen; sank in der Tirzepatid-Pilotstudie im Median um 60 Prozent [s54].

FAERS: Meldesystem der US-Arzneimittelbehörde für Nebenwirkungen; liefert Spontanmeldungen ohne Nenner und erlaubt keine Risikoschätzung [s20, s60].

Ferroptose: eisenabhängige Form des Zelltods; in einer Mausstudie als Schadensweg im diabetischen Hoden und Angriffspunkt von Semaglutid beschrieben [s77].

Flagellum: der Geißelfaden der Spermie, der für die Fortbewegung sorgt; in der Morphologie neben Kopf und Mittelstück beurteilt [s87].

FSH (follikelstimulierendes Hormon): Hypophysenhormon, das beim Mann die Spermienbildung unterstützt [s48].

Funktioneller Hypogonadismus: Testosteronmangel ohne strukturelle Schädigung von Hoden oder Hypophyse, oft durch Adipositas und Diabetes bedingt und potenziell reversibel [s36, s37]. Verwandt: MOSH (Male Obesity-associated Secondary Hypogonadism, männlicher adipositasassoziierter sekundärer Hypogonadismus) [s12].

GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid): weiteres Inkretinhormon, dessen Rezeptor Tirzepatid mit anspricht [s25].

GLP-1-Rezeptoragonist (GLP-1-RA): Wirkstoff, der den Rezeptor des Inkretinhormons GLP-1 aktiviert (zum Beispiel Semaglutid, Liraglutid, Dulaglutid, Exenatid); Tirzepatid ist ein dualer GIP/GLP-1-Agonist [s39].

GRADE: System zur Bewertung der Sicherheit von Evidenz; in der Metaanalyse von Mirghani durchgehend „sehr niedrig“ [s24].

hCG, Urofollitropin: Gonadotropinpräparate, in der Catania-Studie in Gruppe A verwendet [s88].

HbA1c: Langzeit-Blutzuckerwert [s48, s112].

Hämatokrit: Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen; unter Testosterontherapie erhöht [s36].

HOMA-IR: rechnerischer Index der Insulinresistenz [s88, s30].

I²: Maß für die Heterogenität in Metaanalysen; hohe Werte bedeuten, dass die Studien sich stark unterscheiden [s24].

IIEF (International Index of Erectile Function): Fragebogen zur Erektionsfunktion; IIEF-5 ist die Kurzform mit fünf Fragen, IIEF-15 die längere Fassung [s48, s88].

Interquartilbereich: Bereich zwischen dem 25. und 75. Perzentil, Streuungsmaß für Mediane; kein Konfidenzintervall [s48, s39].

Kisspeptin/GnRH-Achse: hormonelle Steuerkette im Gehirn, die die Hormonfreisetzung der Hypophyse anregt; in Rattenstudien als Wirkweg von Liraglutid und Semaglutid diskutiert [s87, s95].

Konfidenzintervall (KI): Bereich, in dem der wahre Wert mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (hier 95 Prozent) liegt [s62].

Leydig-Zellen: Zellen im Hoden, die Testosteron bilden [s108].

LH (luteinisierendes Hormon): Hypophysenhormon, das die Testosteronbildung in den Leydig-Zellen anregt [s48].

Mendelsche Randomisierung: Verfahren, das genetische Varianten als natürliches Experiment nutzt, um Ursache-Wirkungs-Beziehungen abzuschätzen [s66].

Metaregression: Auswertung, die den Zusammenhang zwischen einem Studienmerkmal (hier Gewichtsverlust) und dem Effekt über mehrere Studien prüft [s62].

Morphologie (Spermien): äußere Form der Spermien; der Anteil normal geformter Spermien lag in der Semaglutid-Studie bei 2 und 4 Prozent [s48].

Motilität: Beweglichkeit der Spermien; progressive Motilität bezeichnet die Vorwärtsbewegung [s96, s72].

Nrf2/Keap1: Signalweg der Zelle gegen oxidativen Stress; in Tierstudien mit Tirzepatid untersucht [s01].

Oligozoospermie: niedrige Spermienkonzentration (in der S-LITE-Teilstudie unter 15 Mio./ml) [s96].

Organoid: im Labor aus Stammzellen gezüchtetes, gewebeähnliches Zellgebilde, hier mit Hodenmerkmalen [s52].

PDE5-Hemmer: Wirkstoffgruppe zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (zum Beispiel Tadalafil) [s88, s22].

Perzentil, WHO-Referenzwerte: Vergleichswerte für Samenparameter; die Teilnehmer der Semaglutid-Studie lagen überwiegend unter dem 5. Perzentil [s48].

PRISMA, PROSPERO, RoB 2, ROBINS-I, CINeMA, Newcastle-Ottawa-Skala: Berichtsstandard, Registrierungsplattform und Instrumente zur Verzerrungs- und Evidenzbewertung von Übersichten und Studien [s05, s36, s24, s47].

Regression zur Mitte: statistischer Effekt, bei dem extreme Ausgangswerte bei Wiederholung zum Durchschnitt zurückkehren, auch ohne Behandlung [s106, s104].

Risikoverhältnis (RR), Hazard Ratio (HR), Odds Ratio (OR), Reporting Odds Ratio (ROR): Verhältnismaße zum Vergleich von Häufigkeiten; Werte über 1 bedeuten höhere, unter 1 niedrigere Raten oder Chancen [s41, s32, s66, s20].

Sertoli-Zellen: Stützzellen im Hoden, die die Spermienbildung nähren und die Blut-Hoden-Schranke bilden [s69, s113].

SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin): Bindungsprotein im Blut; sein Anstieg kann den Anstieg des freien Testosterons dämpfen [s05].

SMD, MD: standardisierte beziehungsweise nicht standardisierte Mittelwertdifferenz [s62, s24].

Spermatogenese: Bildung der Spermien im Hoden; dauert nach einer Quelle etwa drei Monate [s70].

STZ (Streptozotocin): Substanz, die in Tieren Diabetes auslöst; Grundlage vieler Tiermodelle [s38, s87].

Target-Trial-Emulation: Auswertung von Beobachtungsdaten, die den Aufbau einer randomisierten Studie nachahmt [s32].

Testosteronersatztherapie (TRT): Gabe von Testosteron bei Mangel; unterdrückt LH und FSH und kann die Spermienbildung hemmen [s48, s36].

TriNetX: Datenbank elektronischer Krankenakten, Grundlage mehrerer Kohortenauswertungen [s41, s46].

Typ-2-Diabetes: Stoffwechselerkrankung mit erhöhtem Blutzucker, häufig mit Adipositas verbunden [s48].

Vorabdruck (Preprint): wissenschaftlicher Text ohne abgeschlossene Begutachtung [s25, s22].

Alle Kapitel und Anhänge (23)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Abgrenzung und Lesehilfe bis Quantitative Metaanalysen
  5. Systematische Übersichten ohne gepoolte Hauptanalyse bis Narrative Übersichten, Kommentare und Stellungnahmen
  6. Vorbemerkung zu Design und Verzerrung bis Nicht randomisierte Studien mit Hormon-, Samen- und Sexualfunktionsendpunkten
  7. Erektile Funktion: Datenbankkohorten, Meldedaten und genetische Näherung bis Zusammenfassende Bewertung der Beobachtungsstudien
  8. Lesehinweis und Gesamtbild der Evidenz bis Fallberichte
  9. Metaanalysen und systematische Übersichten bis Leitlinien und Empfehlungen von Fachgesellschaften
  10. Tierversuche und Zellmodelle
  11. Mechanismen und biologische Plausibilität
  12. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  13. Englisch bis Japanisch
  14. Koreanisch bis Türkisch
  15. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  16. Limitationen der Evidenz
  17. Offene Forschungsfragen
  18. Praktische Einordnung
  19. Glossar
  20. Quellenverzeichnis
  21. Diagramme
  22. Quellen
  23. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle