Die Frage, ob GLP-1-Rezeptoragonisten (Semaglutid, Liraglutid, Tirzepatid sowie die älteren Wirkstoffe Exenatid und Dulaglutid) männliche Hormone, Spermienqualität und Fertilität beeinflussen, wird in einer Wissenschaftssprache beantwortet: Von den 123 Quellen dieser Studie sind 114 mit dem Merkmal Englisch gekennzeichnet (Zählung über die Sprachmerkmale in synthese.json). Die übrigen Merkmale (Mehrfachnennungen möglich, weil etwa ein Titel englisch und ein Abstract chinesisch vorliegen kann) verteilen sich auf Chinesisch (19), Italienisch (15), Russisch (10), Portugiesisch (3), Deutsch (3), Japanisch (3), Spanisch (1) und Französisch (1). Arabisch, Koreanisch und Türkisch kommen als Sprachmerkmal gar nicht vor. Dieses Kapitel sortiert die Literatur deshalb nach zwei Kriterien zugleich: nach der Sprache, in der eine Arbeit erschienen ist, und nach dem Land oder Forschungsraum, aus dem sie stammt. Wo beides auseinanderfällt, etwa bei ägyptischen Rattenstudien in englischsprachigen Zeitschriften, steht das jeweils dabei.
Drei Vorbemerkungen gelten für alle zwölf Abschnitte.
Erstens ist ein leeres Ergebnis nicht dasselbe wie ein Beleg für fehlende Literatur. Mehrere regionale Datenbanken waren für die Recherche technisch nicht abfragbar (unter anderem Cairn, SciELO, LILACS, CNKI, KoreaMed, DBpia, eLIBRARY.ru, DergiPark und die großen arabischen Fachdatenbanken). Wo die Studie „keine Literatur“ schreibt, meint sie: keine in den erreichbaren Quellen. Der genaue Stand der Erreichbarkeit steht je Sprachraum im jeweiligen Abschnitt.
Zweitens stammen viele Zahlen aus Abstracts. Volltexte lagen nur für wenige Studien vor; das ist an den Stellen vermerkt, an denen es für die Deutung zählt.
Drittens enthält dieses Kapitel keine Therapieempfehlung. Wo Leitlinien oder Autoren Empfehlungen aussprechen, werden sie als Aussage der Quelle berichtet.
Englisch
Stellung im Gesamtbild. Nahezu die gesamte Primärliteratur ist englisch publiziert, auch dann, wenn die Arbeitsgruppen aus Slowenien [s48, s112], der Schweiz [s72], Dänemark [s96], Italien [s88, s54, s121, s73], Portugal [s113, s56], China, Saudi-Arabien oder Ägypten kommen. Hinzu kommt ein methodischer Verstärker: Einige Metaanalysen ließen ausdrücklich nur englischsprachige Artikel zu [s24, s28]. Der englische Sprachraum ist deshalb weniger eine regionale Literatur als der Rahmen, in dem sich alle anderen Räume mit ihren Beiträgen treffen. Die folgenden Abschnitte ordnen die englischsprachige Literatur nach Studientyp, weil sich die Aussagekraft vor allem daran entscheidet.
Randomisierte Studien am Menschen. Es gibt vier randomisierte Studien mit männlichen Teilnehmern, die Hormone oder Samenparameter erfassen [s96, s48, s72, s112]. Sie sind klein (26 bis 56 Teilnehmer) und dauern vier Wochen bis zwölf Monate.
- Andersen und Kollegen 2022 [s96] werteten eine vorab registrierte Teilstudie der doppelblinden randomisierten S-LITE-Studie aus (Hvidovre/Kopenhagen, August 2016 bis November 2019). Männer mit Adipositas (BMI 32 bis 43 kg/m², Alter 18 bis 65 Jahre) erhielten zunächst acht Wochen eine Niedrigkalorien-Diät mit 800 kcal pro Tag und danach 52 Wochen Placebo, Training, Liraglutid 3,0 mg täglich oder Liraglutid plus Training. Eingeschlossen wurden 56 Männer, 47 lieferten Proben vor und nach der Diät, 37 auch nach 52 Wochen. In der Diätphase verloren die Männer im Mittel 16,5 kg; die Spermienkonzentration stieg um den Faktor 1,49 (Konfidenzintervall 1,18 bis 1,88) von 78,5 ± 74,9 auf 91,7 ± 70,8 Mio./ml, die Spermienzahl pro Ejakulat um den Faktor 1,41 (1,07 bis 1,87). Motilität und Ejakulatvolumen änderten sich nicht signifikant. Nach 52 Wochen hatten die 18 „guten Halter“ der Gewichtsabnahme (mittlerer Verlust 21,4 kg) eine um den Faktor 1,71 höhere Konzentration als zu Beginn, die 19 „schlechten Halter“ (7,6 kg) nicht. Ein zusätzlicher Effekt von Liraglutid oder Training über die Diät hinaus war nicht nachweisbar. Die Studie wurde von der Novo Nordisk Foundation gefördert; Wirkstoff und Placebo lieferte Novo Nordisk. Die Autoren sahen keinen schädlichen Effekt von Liraglutid 3,0 mg auf die Samenparameter. Die Aussagekraft für die Frage nach einem Wirkstoffeffekt ist begrenzt, weil die Auswertung die Diätwirkung abbildet und in der Liraglutid-Untergruppe nur 20 Männer standen.
- Gregorič und Kollegen 2025 [s48] (Ljubljana, NCT06489457) randomisierten 25 Männer mit Typ-2-Diabetes und funktionellem Hypogonadismus offen auf Semaglutid bis 1 mg wöchentlich (13 Männer) oder Testosteronundecanoat 1000 mg alle 10 bis 12 Wochen (12 Männer) über 24 Wochen. Unter Semaglutid stieg das Gesamttestosteron im Median von 6,1 auf 7,8 nmol/l (p = 0,023), LH und FSH blieben stabil (LH 3,2 auf 3,1 IU/l, FSH 5,5 auf 6,5 IU/l). Der Anteil morphologisch normaler Spermien stieg von 2 auf 4 % (relative Änderung 37 %, p = 0,012); Konzentration (25 auf 37 Mio./ml, p = 0,58) und Gesamtzahl (34,5 auf 41 Mio., p = 0,79) änderten sich nicht signifikant. Unter Testosteron fielen LH von 4,2 auf 1,2 IU/l und FSH von 8,5 auf 2,6 IU/l, die Konzentration von 25 auf 10 Mio./ml. Das Ergebnis zur Morphologie beruht auf Medianwerten von 2 und 4 %; der Gruppenvergleich zeigt vor allem die Spermien-schädigende Wirkung des Testosterons, nicht einen Nutzen gegenüber Nichtbehandlung, denn es gab keine Placebogruppe. Die Veränderungen der Samenparameter korrelierten nicht mit Gewichts-, Stoffwechsel- oder LH/FSH-Änderungen.
- Lengsfeld und Kollegen 2024 [s72] (Basel, NCT04687514) untersuchten in einer doppelblinden, placebokontrollierten Cross-over-Studie 24 ausgewertete gesunde, normalgewichtige Männer unter vier Wochen Dulaglutid. Primärer Endpunkt war das sexuelle Verlangen, es änderte sich nicht (geschätzte Differenz 0,58; Konfidenzintervall −0,83 bis 2,00). Gesamttestosteron (Differenz 0,9 nmol/l; −1,5 bis 3,3), LH und FSH unterschieden sich nicht relevant, die Samenparameter blieben im Normbereich. Vier Wochen decken nur einen Teil der Spermatogenese ab; Hormone und Samen waren sekundäre Endpunkte.
- Jensterle und Kollegen 2019 [s112] (Ljubljana) verglichen in 16 Wochen offen 15 Männer unter Liraglutid 3,0 mg mit 15 Männern unter Testosterongel (BMI im Mittel 41,2 kg/m²). Das Gesamttestosteron stieg um 2,6 ± 3,5 nmol/l beziehungsweise 5,9 ± 7,2 nmol/l, ohne signifikanten Gruppenunterschied (p = 0,239). LH und FSH stiegen unter Liraglutid und fielen unter Testosteron (beide p < 0,001 für den Gruppenunterschied). Die Studie enthielt keine Samenanalyse.
Nicht randomisierte Studien aus Catania. Die größte prospektive Studie mit Samenanalyse stammt von La Vignera und Kollegen 2023 [s88, s89]: 110 Männer mit metabolischem Hypogonadismus (18 bis 35 Jahre), zugeteilt nach Kinderwunsch auf Gonadotropine (35), Liraglutid bis 3 mg (35) oder Testosterongel (40), je vier Monate. In der Liraglutid-Gruppe stieg das Gesamttestosteron von 1,4 ± 0,6 auf 4,1 ± 0,5 ng/ml, die Spermienmotilität von 14 ± 2 auf 34 ± 4 %; der Kongressabstract nennt zusätzlich Konzentration 6 ± 2 auf 16 ± 4 Mio./ml und Morphologie 4 ± 2 auf 10 ± 2 % [s89]. Die Effekte sind im Vergleich zu den randomisierten Studien sehr groß, die Zuteilung nach Kinderwunsch trennt die Gruppen nach einem fertilitätsnahen Merkmal, und Angaben zu Schwangerschaften fehlen. Für Tirzepatid gibt es nur die Pilotstudie von La Vignera und Kollegen 2025 [s54] mit 83 Männern (Tirzepatid 28, keine Medikation 30, Testosteron 25), die nach zwei Monaten ein Gesamttestosteron von +128,5 % unter Tirzepatid gegenüber +44,3 % ohne Medikation und +46,2 % unter Testosteron berichtet (p < 0,00001). Sie war weder randomisiert noch verblindet, hatte keine Samenanalyse und zeigt, dass auch die unbehandelte Gruppe durch Diät und Bewegung Hormonanstiege hatte.
Beobachtungsstudien zu Hormonen und Sexualfunktion. Portillo-Canales und Kollegen 2026 [s29] (zugehöriger Kongressabstract [s59]) werteten Krankenakten von 215 Männern (77 % Typ-2-Diabetes) unter Inkretintherapie aus: Gesamttestosteron 332 ± 134 auf 399 ± 152 ng/dl (p < 0,001), der Anteil mit normalem Gesamttestosteron stieg von 67 auf 86 %. Lisco und Kollegen 2024 [s73] verglichen retrospektiv 63 Männer unter GLP-1-RA plus Metformin mit 45 unter Metformin allein (12 Monate) und fanden unter anderem +41,41 ± 6,11 ng/dl Gesamttestosteron und +2,26 ± 0,26 Punkte im IIEF-5; die Ausgangswerte unterschieden sich (HbA1c 8,3 gegenüber 7,0 %). Graybill und Kollegen 2021 [s104] fanden unter Exenatid bei 51 Männern mit Typ-2-Diabetes insgesamt keine signifikante Testosteronänderung, nur in Untergruppen. Giagulli und Kollegen 2015 [s121] ergänzten bei 43 adipösen Männern mit Diabetes und Hypogonadismus im zweiten Jahr Liraglutid zur Testosterontherapie bei schlechten Respondern; der Testosteronersatz ist hier eine Störgröße. Hinzu kommen Pilotarbeiten ohne belastbare Aussage [s30, s22, s12].
Register, Meldedaten und genetische Näherung zur erektilen Funktion. Das Signal geht in beide Richtungen. Able und Kollegen 2025 [s41] fanden in der Datenbank TriNetX bei je 3094 gematchten nicht diabetischen adipösen Männern unter Semaglutid neue erektile Dysfunktion beziehungsweise PDE5-Hemmer-Verordnung bei 1,47 gegenüber 0,32 % (Risikoverhältnis 4,5; 95-%-Konfidenzintervall 2,3 bis 9,0); die Ereigniszahlen sind sehr niedrig, eine aktive Vergleichsgruppe fehlt. Tang und Kollegen 2026 [s32] fanden in einer Target-Trial-Emulation bei Typ-2-Diabetes unter GLP-1-RA gegenüber DPP-4-Hemmern ein Hazard Ratio von 1,26 (1,08 bis 1,46), das nach Kalibrierung mit einem Negativkontroll-Endpunkt nicht mehr signifikant war. Cowart und Kollegen 2025 [s46] fanden für Tirzepatid gegenüber Sitagliptin ein Risikoverhältnis von 0,70 (0,64 bis 0,76), gegenüber injizierbarem Semaglutid 0,67 (0,62 bis 0,72) und gegenüber Dulaglutid 0,55 (0,51 bis 0,59). Zwei Auswertungen der FDA-Spontanmeldedatenbank FAERS kommen zu gegensätzlichen Maßen: Pourabhari Langroudi und Kollegen 2025 [s60] fanden Disproportionalitätsmaße unter 1 (ROR 0,41), Lin und Kollegen 2026 [s20] für Semaglutid ROR 1,53 (1,16 bis 2,03), in gleicher Größenordnung wie Sitagliptin und Dapagliflozin. Die Mendelsche Randomisierung von An und Kollegen 2024 [s66] ergab für genetisch abgebildete GLP-1-RA-Wirkung eine Odds Ratio von 0,493 (0,430 bis 0,565). Diese Studientypen beantworten verschiedene Fragen: Abrechnungsdaten, Spontanmeldungen und genetische Näherung sind untereinander nicht verrechenbar.
Metaanalysen und Übersichten. Salvio und Kollegen 2025 [s62] (sieben Studien, n = 680) berichten für das Gesamttestosteron eine standardisierte Mittelwertdifferenz von 1,39 (0,70 bis 2,09), mit negativer Korrelation zur prozentualen Gewichtsänderung. Orra und Kollegen 2025 [s57] fanden bei vier Studien einen Anstieg des bioverfügbaren Testosterons bei hoher Heterogenität (I² = 86 %). Mirghani und AlQurashi 2026 [s24] berichten für sieben Studien (laut Abstract 237 Männer) eine Verbesserung des Erektionsscores (Mittelwertdifferenz 2,73; 1,64 bis 3,83; I² = 90 %). Ezici und Kollegen 2025 [s47] fanden dagegen bei vier Studien (396 Teilnehmer) keinen signifikanten Unterschied im IIEF-5 (2,84; −2,89 bis 8,57) und im Gesamttestosteron. Deameh und Kollegen 2026 [s05] (zehn Studien, 639 Männer) und Zafrani, Khan und Zitzmann 2026 [s37] (acht Studien) beschreiben einen bescheidenen Testosteronanstieg bei metabolisch belasteten und neutrale Ergebnisse bei gesunden Männern. Die Netzwerk-Metaanalyse von Yang und Kollegen 2026 [s36] (23 randomisierte Studien, 1899 Teilnehmer) weist im Abstract für GLP-1-basierte Therapie keinen signifikanten Effekt auf das Gesamttestosteron aus, ohne Zahl; das Vertrauen in viele Vergleiche war niedrig oder sehr niedrig. Peel und Kollegen 2026 [s28] (32 Studien zu Adipositasinterventionen, Human Reproduction Update) sahen für Pharmakotherapie mit Metformin und Liraglutid keine klaren Schlüsse möglich. Alle diese Arbeiten schöpfen aus demselben kleinen Pool von Primärstudien [s62, s18]; derselbe Patient kann in mehreren Metaanalysen zählen. Dass Ezici [s47] und Salvio [s62] zu gegensätzlichen Ergebnissen kommen, zeigt die Abhängigkeit vom jeweils gewählten Studienpool.
Narrative Übersichten. Kaltsas und Kollegen 2026 [s13] fanden keine ausreichend große prospektive GLP-1-Studie mit vorab festgelegten Endpunkten wie Spermien-DNA-Fragmentierung, natürlicher Konzeption, assistierter Reproduktion, klinischer Schwangerschaft oder Lebendgeburt und keine kontrollierte Tirzepatid-Studie mit Samen- oder Fertilitätsendpunkt. Broul und Kollegen 2026 [s03] triangulierten Studien, Studienregister, Zulassungstexte und Patente: Studienregister enthielten mehr männliche Reproduktionsendpunkte als veröffentlicht, und Patentansprüche seien keine klinische Evidenz. Koufakis und Kollegen 2026 [s16] bezeichnen die Daten zur väterlichen Anwendung von GLP-1-RA als „spärlich und fragmentarisch“. Gelfand und Kollegen 2026 [s11] postulieren in einem theoretischen Modell einen serotonergen Mechanismus, über den GLP-1-RA das sexuelle Verlangen senken könnten, ohne eigene Messdaten. Eine Übersicht, die Pavli und Kollegen 2024 [s74] zufolge rät, GLP-1-RA bei geplanter Schwangerschaft abzusetzen, steht neben der Einschätzung von Rabijewski 2023 [s91], GLP-1-Analoga seien „wirksam und sicher“; beides sind Autorenmeinungen, keine Studienergebnisse. Weitere Übersichten: [s17, s26, s10, s23, s53, s58, s27, s34, s93, s92, s14, s44, s19, s102, s111].
Humane Gewebe- und Zellstudien. GLP-1-Rezeptoren wurden auf menschlichen Spermien [s109], in Leydig-Zellen des normalen menschlichen Hodens [s108] und in Sertoli-Zellen untersucht [s113]. Exenatid erhielt in vitro Motilität und Vitalität menschlicher Spermien [s84]. Antinozzi und Kollegen 2021 [s100] fanden bei 98 Männern höheres Serum-GLP-1 bei Adipösen, korreliert nur mit der progressiven Motilität. Das sind Zellkultur- und Gewebebefunde ohne klinische Aussage.
Tierversuche. Die englischsprachige Tierliteratur ist die zahlreichste und zeigt überwiegend schützende Effekte bei Diabetes, Adipositas oder toxischer Hodenschädigung [s31, s40, s77, s95, s50, s38, s01, s75, s87, s49, s122, s85, s67]. Ein Teil der Arbeiten verwendet dieselben Modelle (Streptozotocin, Hochfettdiät); es überwiegen hohe Dosen, junge Tiere, kurze Beobachtung und Abstract-Angaben ohne Effektgrößen. Gegenbefunde: Liraglutid verbesserte bei diabetischen Mäusen die Spermienparameter nicht, und Glp1r-Knockout-Mäuse hatten eine höhere Spermienkonzentration [s64]; Pourheydar und Kollegen 2021 [s105] (Iran, englischsprachig publiziert) fanden bei diabetischen Mäusen keine Besserung von Motilität und Vitalität und keine bessere Embryonalentwicklung nach In-vitro-Fertilisation; Dasso und Kollegen 2026 [s04] beobachteten bei juvenilen gesunden Ratten eine erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hoden-Schranke, die im Erwachsenenalter wieder normal war. Die einzigen Arbeiten zu Tirzepatid am Tier sind [s01] (Ratte, 60 Tiere) und der Vorabdruck [s25] (Maus).
Fallberichte. Fontoura und Kollegen 2014 [s123] beschreiben eine Verschlechterung der Samenparameter unter Liraglutid; nach Andersen und Kollegen [s96] betraf der Fall 0,6 mg täglich. Tariq und Kollegen 2026 [s33] berichten von Beschwerden im Urogenitaltrakt unter Tirzepatid, die nach Absetzen abklangen. Kausalität belegt keiner der Berichte.
Leitlinien und Fachgesellschaften. Die abgerufenen Kapitel der EAU-Leitlinien zu männlicher Infertilität [s06] und zu männlichem Hypogonadismus [s07] enthalten keine Aussage zu GLP-1-RA. Das Kapitel zur Infertilität nennt für idiopathische Oligo-Astheno-Teratozoospermie Lebensstiländerungen einschließlich Gewichtsverlust (Evidenzgrad 2a), das zum Hypogonadismus nennt Lebensstiländerung und Gewichtsverlust als ersten Ansatz bei übergewichtigen Männern. Die AUA/ASRM-Leitlinie [s68] erwähnt GLP-1-RA nur im Ausblick: Die Wirkung der Wirkstoffklasse auf die Reproduktionsgesundheit sei noch zu bestimmen. Auf der ESHRE-Leitlinienübersicht [s08] fand sich keine Leitlinie zu männlicher Infertilität oder zu GLP-1-RA; die Volltexte einzelner ESHRE-Leitlinien wurden nicht geprüft.
Fachzeitschriften, Register, Erreichbarkeit. Die Beiträge erscheinen in andrologischen und endokrinologischen Zeitschriften (Andrology, Journal of Sexual Medicine, Human Reproduction, Reproductive Biology and Endocrinology, Journal of Clinical Medicine) sowie in breiten Reihen (Cureus, Biomedicines, International Journal of Molecular Sciences). Auffällig ist, dass mehrere Beiträge als Kongressabstract oder Vorabdruck vorliegen [s47, s59, s89, s22, s25], die noch keine vollständige Begutachtung durchlaufen haben. Als Register spielen TriNetX [s41, s46] und FAERS [s60, s20] die wichtigste Rolle; Studienregister und Zulassungstexte wertet nur [s03] aus. Registrierungen der Studien: NCT06489457 [s48], NCT04687514 [s72], PROSPERO CRD42025640594 [s47] und CRD42022349665 [s28]. Die Datenbanklage ist die beste aller Sprachräume: Europe PMC (REST-Schnittstelle) war erreichbar, lieferte Abstracts, Metadaten und bei offenem Zugang Volltext; die NCBI-E-utilities ließen sich ebenfalls abfragen; OpenAlex diente als Ersatz für gesperrte regionale Portale; die PubMed-Webseite war auftragsgemäß gesperrt. Die Cochrane Library wurde nicht direkt abgefragt, über Europe PMC fand sich keine Cochrane-Übersicht zum Thema.
Deutsch
Eigene Literatur. Im deutschen Sprachraum gibt es zu dieser Frage kaum eigene Literatur. Gefunden wurde ein deutschsprachig betitelter Übersichtsartikel: Klotz 2026 [s15] in der Zeitschrift Zentralblatt für Chirurgie, „GLP-1-Rezeptoragonisten in Urologie und Andrologie: Indikationen, Chancen und klinisch relevante Nebenwirkungen“ (Titel in der Quelle deutsch, Abstract englisch und deutsch). Die Arbeit enthält keine eigenen Messwerte. Sie fasst zusammen, dass GLP-1-RA Gewichtsreduktionen von bis zu 22 % erreichen und dass bei adipositasbedingtem Hypogonadismus das Gesamttestosteron steigt und sich die erektile Funktion bessert. Als Warnsignal nennt sie das 4,5-fach erhöhte Risiko neu aufgetretener erektiler Dysfunktion bei nicht diabetischen adipösen Männern unter Semaglutid; diese Zahl stammt aus der TriNetX-Auswertung von Able und Kollegen [s41] und ist kein deutscher Befund. Der Autor spricht sich für eine systematische andrologische Überwachung und Patientenaufklärung aus; das ist die Position des Autors, keine Empfehlung dieser Studie, und die zugrunde liegenden Primärdaten sind begrenzt (siehe Abschnitt Englisch).
Beteiligung deutschsprachiger Autoren. Zitzmann ist Koautor zweier englischsprachiger Übersichten [s37, s44]. Zafrani, Khan und Zitzmann 2026 [s37] haben nach PRISMA 2020 acht Studien aus dem Zeitraum Januar 2021 bis Januar 2026 ausgewertet (PubMed, Cochrane, Google Scholar), darunter einen randomisierten placebokontrollierten Cross-over-Versuch (vermutlich [s72]) und sechs Beobachtungs- oder Interventionsstudien. Sie beschreiben einen bescheidenen Testosteronanstieg und Verbesserungen der Erektionsfunktion oder ausgewählter Samenparameter bei metabolisch belasteten Männern und neutrale Ergebnisse bei gesunden eugonadalen Männern; die Reaktion hänge vom metabolischen Ausgangszustand ab. Antonič und Zitzmann 2025 [s44] diskutieren die Kombination von Testosteron und GLP-1-RA zur Erhaltung der Magermasse. Die einzige randomisierte Studie mit Dulaglutid bei gesunden Männern stammt aus Basel, also dem deutschsprachigen Teil der Schweiz [s72]; sie ist englisch veröffentlicht und im Abschnitt Englisch beschrieben (Cross-over-Design, 24 ausgewertete Männer, vier Wochen, keine Änderung von Verlangen, Hormonen und Samenparametern im Mittel).
Leitlinien. Die Abfrage des Leitlinienregisters der AWMF gelang nicht: Die Seite war erreichbar, aber das Register ist eine Skriptanwendung, die über die verfügbare Schnittstelle keine Inhalte lieferte. Deshalb kann die Studie keine Aussage treffen, ob eine AWMF-Leitlinie GLP-1-RA im männlichen Kontext erwähnt. Das ist eine Lücke des Zugangs. Die europäischen EAU-Kapitel, die auch im deutschen Sprachraum herangezogen werden, enthalten keine Aussage zu GLP-1-RA [s06, s07].
Einordnung. Eine deutsche Primärstudie zu männlichen Hormonen oder Spermien unter GLP-1-RA wurde nicht gefunden. Das gilt für die erreichbaren Quellen (Europe PMC, OpenAlex, AWMF-Seite ohne abrufbaren Inhalt) und ist keine Aussage über die gesamte deutschsprachige Literatur.
Französisch
Eigene Literatur. Im französischen Sprachraum fand sich keine Literatur zum Thema. In Europe PMC erschienen französischsprachige Artikel zu GLP-1-RA, etwa zu Adipositas, zu Tirzepatid-Studienprogrammen oder zum Absetzen von GLP-1-RA; keiner behandelt männliche Hormone, Spermien oder Fertilität. Die Suche in HAL, dem französischen Archiv offener Publikationen, lieferte über die API drei Treffer für GLP-1-RA zusammen mit männlichen Reproduktionsbegriffen. Einschlägig war nur der Archiveintrag der englischsprachigen Studie von Andersen und Kollegen [s96]; die übrigen Treffer waren Abschlussarbeiten und Artikel ohne Bezug zum Thema, etwa zu Gonadotropinen in der Reproduktionsmedizin. Dass [s96] in der Quellenliste das Merkmal Französisch trägt, beruht allein auf diesem Archiveintrag, nicht auf einer französischsprachigen Veröffentlichung.
Erreichbarkeit. Cairn, die wichtigste Plattform für französischsprachige Fachzeitschriften der Geistes- und Sozialwissenschaften, war nicht abrufbar: Die Abfrage endete mit HTTP 403 und verlangte JavaScript. Die Aussage „keine französischsprachige Literatur“ stützt sich daher auf Europe PMC, HAL und OpenAlex (mit Sprachfilter fr). Leitlinien oder Positionspapiere französischer Fachgesellschaften wurden nicht gefunden und auf diesem Rechercheweg auch nicht gezielt abgefragt. Wie beim Deutschen gilt: Es ist eine Lücke des Zugangs, kein Nachweis, dass keine Arbeiten existieren.
Italienisch
Eigene Literatur, aber englisch publiziert. 15 der 123 Quellen tragen das Merkmal Italienisch [s18, s19, s27, s30, s54, s62, s73, s84, s88, s89, s100, s102, s108, s109, s121]; nach Chinesisch (19) ist das das häufigste Merkmal außerhalb des Englischen. Die Arbeiten kommen laut Recherchebericht überwiegend aus den Zentren Catania, Bari, Catanzaro und Kalabrien (der Bericht ordnet die Zentren nicht einzelnen Arbeiten zu). Alle diese Gruppen publizieren auf Englisch. Ein italienischsprachiger Artikel zum Thema wurde in Europe PMC und OpenAlex nicht gefunden.
Kohorten und klinische Studien. Die Catania-Gruppe (La Vignera, Condorelli, Calogero) steht hinter den beiden Studien mit Samen- oder Hormondaten für Liraglutid und Tirzepatid bei Männern mit metabolischem Hypogonadismus:
- Liraglutid, 110 Männer [s88, s89]: nicht randomisiert, vier Monate, Zuteilung nach Kinderwunsch auf Gonadotropine, Liraglutid oder Testosterongel. In der Liraglutid-Gruppe stiegen Gesamttestosteron (1,4 ± 0,6 auf 4,1 ± 0,5 ng/ml, +192,9 %) und SHBG (14,0 ± 3,0 auf 36,0 ± 4,0 nmol/l); die Gewichtsabnahme lag bei 10,3 %; die Motilität stieg von 14 ± 2 auf 34 ± 4 %. Der IIEF-5 stieg in dieser Gruppe von 4 ± 2 auf 21 ± 4. Männer mit Diabetes waren ausgeschlossen, Schwangerschaften wurden nicht berichtet. Die Übereinstimmung der LH-Werte zwischen Abstract und Volltext sollte bei Weiterverwendung geprüft werden.
- Tirzepatid, 83 Männer [s54]: Pilotstudie, zwei Monate, drei Gruppen (Tirzepatid, keine Medikation, Testosteron). Gesamttestosteron +128,5 % (113,9 bis 160,7) unter Tirzepatid, Estradiol −60,0 %, Gewicht −8,1 %. Auch die unbehandelte Gruppe zeigte Hormonanstiege. Der Kongressabstract zu Tirzepatid stellt den LH-Wert in Gruppe A anders dar als der Volltext.
Weitere italienische Arbeiten: Lisco und Kollegen 2024 [s73] (retrospektive Kohorte, 108 Männer mit Typ-2-Diabetes und erektiler Dysfunktion, +2,26 Punkte im IIEF-5 unter GLP-1-RA plus Metformin gegenüber Metformin allein); Giagulli und Kollegen 2015 [s121] (retrospektive Auswertung, Liraglutid zusätzlich zum Testosteronersatz bei 43 Männern); Seminara und Kollegen 2026 [s30] (Pilotstudie mit zehn Männern, Tirzepatid plus Testosteronundecanoat, in Minerva Endocrinology; Wirkungen von Testosteron und Tirzepatid nicht trennbar). Das Gewicht der italienischen Gruppen in der Evidenz zeigt die Metaanalyse von Mirghani und AlQurashi [s24]: Sechs ihrer sieben Einträge stammen aus Italien, einer aus der Schweiz.
Metaanalysen und Übersichten. Salvio und Kollegen 2025 [s62] (sieben Studien, n = 680; standardisierte Mittelwertdifferenz 1,39 für das Gesamttestosteron), La Vignera und Condorelli 2026 [s18] (PRISMA-Übersicht mit 29 Studien; Anstieg des Gesamttestosterons um 2,5 bis 5,2 nmol/l bei adipositasbedingtem funktionellem Hypogonadismus, überwiegend durch Gewichtsverlust und bessere Insulinresistenz vermittelt) und [s19]; Paternò und Kollegen 2026 [s27] (antidiabetische Therapien in Modellen mit besseren Spermienparametern; klinische Evidenz begrenzt); Cannarella und Kollegen 2021 [s102] (Kommentar mit der Hypothese eines Nutzens bei männlicher Infertilität und der Forderung nach randomisierten Studien). Salvio und Kollegen halten fest, dass die Literatur eine direkte Wirkung auf die Hodenfunktion nicht belegt; La Vignera und Condorelli, dass nicht belegt sei, ob ein bestehender Hypogonadismus das Ansprechen auf Inkretintherapie verschlechtert.
Grundlagenforschung am Menschen. Auffällig ist der Anteil humaner Gewebe- und Zellarbeiten aus dem italienischen Raum: GLP-1-Rezeptor auf menschlichen Spermien und die Wirkung von Exenatid auf Motilität und Cholesterinefflux [s109], Rezeptor in Leydig-Zellen des normalen menschlichen Hodens bei fehlendem Nachweis in Leydig-Tumoren [s108], Schutz der Motilität menschlicher Spermien vor TNF-alpha durch Exenatid in vitro [s84], Serum-GLP-1 und Seminalplasma bei 98 Männern [s100]. Das sind Untersuchungen an Zellen und Gewebe; klinische Aussagen tragen sie nicht.
Fachgesellschaften und Zeitschriften. Die Webseite der Società Italiana di Andrologia (Startseite, Pressemitteilungen, Prävention, Jahresseiten 2025 und 2026, die Zeitschriftenseiten JAS und GIMSeR, Library) war erreichbar. Auf diesen Seiten fand sich kein Text zu GLP-1-RA, Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid. Eine Volltextsuche bietet die Seite nicht; eine Leitlinie oder ein Positionspapier wurde nicht gefunden. Die italienischen Beiträge erscheinen in internationalen Zeitschriften (Andrology, Journal of Clinical Medicine, Reproductive Biology and Endocrinology, Pharmaceuticals, Biomedicines, Minerva Endocrinology).
Portugiesisch
Eigene Literatur. Auf Portugiesisch gibt es nur drei Dokumente, und keines liefert eigene Primärdaten von Gewicht:
- Masterarbeit Fernandes 2026 [s09] (Universidade do Porto, Repositório Aberto): wertet 17 Studien zu GLP-1-RA und männlicher Fertilität aus (PubMed und Cochrane Library; Verzerrungsbewertung mit Cochrane RoB 2 und Newcastle-Ottawa-Skala). Schluss: Bei gesunden Männern zeigten sich keine signifikanten Effekte auf Hormonachse, Samenparameter oder Libido, bei Adipositas, Typ-2-Diabetes oder funktionellem Hypogonadismus dagegen Verbesserungen, überwiegend über Gewichtsverlust; unerwünschte Wirkungen seien nur leicht gewesen. Das ist eine Sekundärauswertung englischsprachiger Literatur und fügt keine eigenen Daten hinzu; eine Masterarbeit ist zudem keine Fachzeitschriftenarbeit mit externer Begutachtung.
- Fallbericht Lima 2025 [s55] (Brazilian Journal of Health Review): ein 31-jähriger Mann mit morbider Adipositas (Grad III) und hypogonadotropem Hypogonadismus, der unter Liraglutid und Fluoxetin in zwölf Monaten 65 kg verlor und über bessere Libido und Lebensqualität berichtete. Wegen Begleitmedikation und Einzelfall kaum verwertbar.
- Becker und Kollegen 2026 [s02] (JBRA Assisted Reproduction): Übersicht zu GLP-1-RA und Fertilität, die ausdrücklich PubMed, SciELO und LILACS durchsuchte (47 Artikel); der Schwerpunkt liegt auf Frauen mit PCOS, nicht auf Männern. Die Arbeit ist hier nur aufgeführt, um den portugiesischsprachigen Raum zu dokumentieren.
Portugiesische Forschung auf Englisch. Der wichtigste portugiesische Beitrag zum Thema ist nicht portugiesischsprachig. Arbeitsgruppen der Universität Porto (UMIB, ICBAS) haben mehrere englischsprachige Zellstudien geliefert: Martins und Kollegen 2019 [s113] (menschliche Sertoli-Zellen: bei 0,01 und 1 nM GLP-1 sank der Glukoseverbrauch und stieg die Laktatproduktion, bei 100 nM sank das mitochondriale Membranpotential), Ribeiro und Kollegen 2022 [s98] (Sertoli-Zellen der Maus: Exenatid plus Dapagliflozin steigerte die Laktatproduktion) und Oliveira-Lopes und Kollegen 2025 [s56] (Leydig-Zelllinie BLTK1: pharmakologische Konzentration verbesserte die mitochondriale Atmung, Androstendion unverändert). Aus Aveiro stammt Correia und Kollegen 2022 [s97] (Ratte, 16 Tiere, GLP-1 gegenüber 30 % Kalorienrestriktion: GLP-1 ohne Gewichtseffekt, aber weniger Spermienkopfdefekte). Das ist Stoffwechselforschung an Hodenzellen, die einen Mechanismus beleuchtet, nicht die Fertilität des Menschen.
Erreichbarkeit. SciELO und LILACS/BVS, die beiden wichtigsten ibero-amerikanischen Datenbanken, waren nicht abrufbar (HTTP 403, Schutzschicht vor der Suche). Die Porto-Masterarbeit gibt an, PubMed und die Cochrane Library durchsucht zu haben [s09]; Becker und Kollegen durchsuchten SciELO und LILACS, aber zu Frauen [s02]. Ob dort portugiesischsprachige Arbeiten zu Männern existieren, die Europe PMC und OpenAlex nicht abbilden, lässt sich nicht beurteilen.
Spanisch
Eigene Literatur. Auf Spanisch wurde nur ein einziger einschlägiger Text gefunden, und er taugt nicht als Beleg: Lopez 2026 [s21], veröffentlicht auf Zenodo ohne Begutachtung, zu niedrigem Testosteron „in der GLP-1-Ära“, mit ausdrücklich kommerziellem Bezug zu Nährstoffpräparaten. Er verweist auf Studien und Metaanalysen zu Testosteronanstiegen unter GLP-1-Therapie, ohne eine direkte gonadale Wirkung zu belegen, und wurde nur zur Dokumentation aufgenommen. Ein Dialnet-Eintrag zu männlichem Hypogonadismus bei Adipositas und bariatrischer Chirurgie (2017) betrifft nicht GLP-1-RA.
Spanischsprachige Forschung auf Englisch. Lateinamerikanische Gruppen sind mit englischsprachigen Arbeiten vertreten; ihre Herkunft ergibt sich aus den abgerufenen Affiliationen. Dasso und Kollegen vom Centro de Investigaciones Endocrinológicas „Dr. César Bergadá“ (CEDIE, CONICET, Argentinien) haben eine Zell- und eine Tierstudie geliefert: 2024 [s69] an Sertoli-Zellen der Ratte (kein Einfluss von Liraglutid auf Glukoseverbrauch und Laktatproduktion, aber mehr Triglyzeride und Lipidtröpfchen über cAMP/PKA) und 2026 [s04] an juvenilen gesunden Ratten (Liraglutid an den Tagen 20 bis 33: erhöhte Durchlässigkeit der Blut-Hoden-Schranke und mehr Apoptose am Tag 34; im Erwachsenenalter wieder normale Durchlässigkeit, vollständige Spermatogenese und unveränderte Tagesspermienproduktion). Aus Peru stammt die Übersicht von Fuentes-Mendoza und Kollegen 2026 [s10] (Universidad Científica del Sur, Lima), aus Mexiko die von Olivares und Kollegen 2026 [s26] (Instituto Mexicano del Seguro Social, Mexiko-Stadt); beide sehen überwiegend positive Effekte auf Testosteron, Erektion und Samenparameter und enthalten keine eigenen Messdaten. Die argentinische Arbeit an jungen Tieren [s04] ist bemerkenswert, weil sie einen Befund an gesunden Tieren liefert, der anders ausfällt als die Schutzbefunde bei kranken Tieren; er bildete sich zurück.
Erreichbarkeit. Dialnet lieferte zunächst Seiten ohne verwertbare Trefferliste, spätere Abfragen scheiterten an einer Zugriffsbegrenzung („Ha sobrepasado los límites de acceso“). SciELO und LILACS waren, wie beim Portugiesischen, nicht abrufbar. Die Aussage „keine begutachtete spanischsprachige Literatur“ ist daher vorläufig und stützt sich im Wesentlichen auf Europe PMC und OpenAlex mit Sprachfilter es.
Chinesisch
Überblick. Der chinesische Sprachraum dominiert den nicht englischen Teil des Bestands: 19 Quellen tragen das Merkmal Chinesisch. Fast alle sind aber in internationalen englischsprachigen Zeitschriften erschienen; nur eine einzige Arbeit ist tatsächlich chinesischsprachig [s120]. Die Arbeiten verteilen sich auf drei Typen. Erstens mechanistische Nagetier- und Zellarbeiten. Zweitens Auswertungen vorhandener Daten ohne eigene Patientenrekrutierung (Mendelsche Randomisierung, Metaanalysen, Meldedatenbank, Scoping-Review). Drittens sehr wenige Humanstudien mit eigener Datenerhebung. Auffällig ist, dass die neueren Arbeiten (2025 und 2026) häufig Auswertungsdesigns nutzen, die ohne eigene Rekrutierung auskommen [s36, s63, s20, s34].
Humanstudien. Die älteste und zugleich einzige einschlägige Humanstudie mit Hormon- und Sexualfunktionsendpunkten ist die multizentrische Beobachtungsstudie von Shao und Kollegen 2018 [s117] (Erstes Universitätsklinikum der Harbin Medical University, Andrologia). In zwölf Wochen erhielten 90 adipöse Männer mit Typ-2-Diabetes Exenatid plus Metformin und 86 Glimepirid plus Metformin. Das Gesamttestosteron stieg unter Exenatid um 121,72 ± 56,73 ng/dl, unter Glimepirid um 34,67 ± 16,30 ng/dl. Der Anstieg war bei Männern mit einem Gewichtsverlust von mindestens 5 % größer, in beiden Gruppen; die Änderung des Gesamttestosterons hing mit der des Taillenumfangs zusammen (r = −0,443; p < 0,001). Die Beurteilung der Sexualfunktion besserte sich unter Exenatid stärker (p < 0,001), es gab keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Die Studie ist nicht randomisiert; der Abstract nennt keine Ausgangswerte, keinen p-Wert für den Testosteronunterschied und keine Samenparameter. Sie sagt deshalb nichts über Samenqualität oder Fertilität aus, und der Gewichtsverlust ist der stärkste Begleitfaktor. Für Semaglutid, Liraglutid oder Tirzepatid am Menschen mit Hormon- oder Samenendpunkten fand sich aus China keine eigenständige klinische Studie; die einzige Semaglutid-Humanstudie ist die explorative Arbeit von Guo und Kollegen 2026 [s12] (Sun-Yat-sen-Universität, Shenzhen) mit 2 Kontrollen, 7 Männern mit adipositasassoziiertem sekundärem Hypogonadismus und 4 Nachuntersuchten. Sie fand 80 differenziell methylierte Gene (die meisten auf dem X-Chromosom) und sechs differenziell exprimierte miRNA; ihr Abstract nennt keine Testosteronwerte, keine Samenparameter und keine Sexualfunktionsendpunkte, und die Autoren nennen die Ergebnisse explorativ.
Auswertungen vorhandener Daten.
- Yang und Kollegen 2026 [s36] (Sichuan Academy of Medical Sciences, Journal of Sexual Medicine): frequentistische Netzwerk-Metaanalyse von 23 randomisierten Studien mit 1899 Teilnehmern zu adipositasbedingtem funktionellem Hypogonadismus. Gegenüber üblicher Versorgung oder Placebo stieg das Gesamttestosteron unter Testosteronersatz plus strukturierter Lebensstiltherapie um 7,19 (1,18 bis 13,21), unter endogener Testosteronrestitution um 4,14 (0,74 bis 7,54) und unter Testosteronersatz um 2,53 (0,26 bis 4,81); die Einheit nennt der Abstract nicht. Für den GLP-1-Arm nennt der Abstract keine Effektgröße; weder ein Anstieg noch ein fehlender Effekt lässt sich daraus ablesen, und auch die Zahl der Studien mit GLP-1-Arm fehlt. Keine Intervention senkte das HbA1c signifikant; die Sicherheit der Evidenz war für viele Vergleiche niedrig oder sehr niedrig.
- An und Kollegen 2024 [s66] (West China Hospital, Chengdu, Frontiers in Endocrinology): Wirkstoffziel-Mendelsche-Randomisierung. Genetisch abgebildete GLP-1-RA-Wirkung senkte das Risiko erektiler Dysfunktion (Odds Ratio 0,493; 0,430 bis 0,565; p < 0,001); als Mediatoren erklärten Typ-2-Diabetes 2,89 %, Adipositas 6,83 %, Bluthochdruck 3,22 % und Herz-Kreislauf-Erkrankung 3,06 %. Die Methode bildet eine lebenslange genetische Veränderung ab, nicht eine medikamentöse Behandlung; Hormone und Spermien wurden nicht untersucht.
- Yang und Kollegen 2025 [s63] (Luzhou, Sichuan): systematische Übersicht und Metaanalyse von Antidiabetika und erektiler Dysfunktion; aus 3906 Treffern gingen drei Studien in die Analyse ein. GLP-1-RA waren Metformin bei der Verbesserung der erektilen Dysfunktion überlegen (Z = 2,41; p = 0,02), besonders bei höherem BMI (Z = 2,26; p = 0,02). Der Abstract nennt keine gepoolte Effektstärke und kein Konfidenzintervall.
- Lin und Kollegen 2026 [s20] (Nanchong, Sichuan, Andrology): FAERS-Disproportionalitätsanalyse; 49 Meldungen erektiler Dysfunktion unter Semaglutid, 54 unter Sitagliptin, 42 unter Dapagliflozin. Reporting Odds Ratio Semaglutid 1,53 (1,16 bis 2,03), Sitagliptin 1,52 (1,16 bis 1,98), Dapagliflozin 1,51 (1,11 bis 2,04); Dulaglutid, Linagliptin und Metformin ohne Signal. Die Zeit bis zum Auftreten folgte einer Zufallsausfall-Verteilung. Das Signal liegt in der gleichen Größenordnung wie bei zwei anderen Wirkstoffklassen und ist deshalb nicht GLP-1-spezifisch; Spontanmeldungen enthalten keine Nenner.
- Wang und Kollegen 2026 [s34] (Xiyuan-Krankenhaus, Peking, Journal of Multidisciplinary Healthcare): Scoping-Review mit 28 klinischen Studien an adipösen Männern, der unter den Bestandsarbeiten die chinesische Datenbank CNKI mitdurchsucht hat (neben PubMed und Web of Science). GLP-1-RA gehören zu den genannten Optionen für die Samenqualität neben bariatrischer Chirurgie, Lebensstil, selektiven Östrogenrezeptormodulatoren, Testosteron, Aromatasehemmern, Nahrungsergänzungsmitteln und traditioneller chinesischer Medizin; die Autoren fordern Leitlinien auf Grundlage hochwertiger Evidenz. Welche der 28 Studien aus CNKI stammen, geht aus dem Abstract nicht hervor.
- An und Kollegen 2025 [s43] (Xiangya-Krankenhaus, Changsha, Sexual Medicine Reviews): narrative Übersicht zu erektiler Dysfunktion und Herz-Kreislauf-Erkrankung, die die Kombination von GLP-1-RA mit Testosterontherapie als Möglichkeit erwähnt; ein Beleg der Meinung im Sprachraum, kein Wirksamkeitsnachweis.
Tierversuche und Zellstudien. Die chinesischen Gruppen haben die meisten mechanistischen Arbeiten geliefert, mit uneinheitlichem Ergebnis:
- Verbesserung bei adipösen Mäusen: Exenatid (24 nmol/kg täglich, acht Wochen) verbesserte Spermienqualität und senkte Entzündungsmarker (TNF-alpha, MCP-1) im Hoden [s122]; Liraglutid (zwölf Wochen) senkte Gewicht, Glukose, Estradiol und SHBG und erhöhte LH, FSH, Testosteron und Spermienzahl, mit hochreguliertem AC3/cAMP/PKA-Signalweg im Hoden [s75]. Beide Abstracts nennen keine Zahlenwerte.
- Schutz bei Diabetes: Semaglutid milderte bei Diabetesmäusen den Hodenschaden über Hemmung der Ferroptose [s77]; Exenatid hob das Testosteron und senkte Entzündungsfaktoren, und die Stuhltransplantation übertrug einen Teil des Hodenschutzes auf andere diabetische Mäuse, was auf eine Rolle der Darmflora hinweist [s85].
- Direkte Stimulation: natives GLP-1 erhöhte in Leydig-Stammzellen und nach Injektion in den Hoden das Testosteron und förderte die Differenzierung, nicht die Vermehrung der Stammzellen [s90]. Das ist der direkteste Beleg des Bestands für eine stimulierende Wirkung des GLP-1-Signals auf die Testosteronproduktion, allerdings in einem Regenerationsmodell nach chemischer Zerstörung der Leydig-Zellen und nicht mit einem klinisch eingesetzten Wirkstoff.
- Erektionsfunktion: Liraglutid verbesserte bei Ratten mit diabetischer Erektionsstörung die Erektionsfunktion ohne Änderung von Blutglukose und Gewicht, über oxidativen Stress, RhoA/ROCK und Autophagie [s110]; die chinesischsprachige Arbeit [s120] fand mit Liraglutid bessere Erektionshäufigkeit und höhere eNOS- und p-eNOS-Werte im Schwellkörper als bei unbehandelten diabetischen Ratten (p < 0,05), aber weiterhin niedriger als bei gesunden Tieren.
- Gegenbefunde: Yin und Kollegen 2025 [s64] (Peking University Third Hospital, Endocrine) fanden, dass Liraglutid die Spermienparameter diabetischer Mäuse nicht verbesserte, dass Liraglutid oder Semaglutid in vitro keinen Einfluss auf Spermienzahl und Beweglichkeit hatten und dass Glp1r-Knockout-Mäuse eine höhere Spermienkonzentration hatten als Wildtypen; die Autoren schließen, GLP-1-RA seien in vivo und in vitro nicht schädlich. Huang und Kollegen 2025 [s52] (Theranostics) erzeugten Hodenorganoide aus menschlichen induzierten pluripotenten Stammzellen; unter Semaglutid sanken im Organoid das Testosteron und die Expression von INHBB, „im Einklang mit früheren klinischen Beobachtungen“, die der Abstract nicht nennt. Es ist der einzige Befund des Bestands, in dem Semaglutid in einem menschlichen Zellmodell die Testosteronbildung senkt. Konzentrationen, Zeiten und Effektgrößen nennt der Abstract nicht; das Organoid enthält nur Hodenzellen und bildet Hypothalamus, Hypophyse und Stoffwechsel nicht ab.
- Kontext: Zhu und Kollegen 2019 [s114] zeigten, dass Androgene die Expression des GLP-1-Rezeptors regulieren (untersucht im Pankreas, nicht im Hoden); Xia und Kollegen 2026 [s35] fanden, dass die Blockade des Glukagonrezeptors die Spermatogenese schützt, wobei ein GLP-1R-Antagonist nur partiellen oder variablen Schutz aufhob.
Chinesischsprachige Literatur. Die einzige chinesischsprachige Arbeit ist die Rattenstudie von Yue und Kollegen 2016 [s120] in der Zeitschrift Zhonghua Nan Ke Xue (Nationale Zeitschrift für Andrologie); der PubMed-Titel lautet englisch „Regulatory effect of liraglutide on the expression of eNOS in the corpus cavernosum of diabetic rats“ (Regulierende Wirkung von Liraglutid auf die eNOS-Expression im Corpus cavernosum diabetischer Ratten). Genannt werden 30 Ratten, 12 Wochen Behandlung; die Gruppenzuordnung ergibt nur 26 Tiere, und die Liraglutid-Dosis im Abstract („5 mg pro kg Körpergewicht pro Tag“) wird hier nur wiedergegeben. Testosteron wurde gemessen, das Ergebnis steht nicht im Abstract. Zwei weitere chinesischsprachige Dokumente aus PubMed (ein Konsens zu GLP-1-RA bei Typ-2-Diabetes 2020, Zhonghua Nei Ke Za Zhi, und ein Expertenkonsens zu nährstoffstimulierten Hormonrezeptor-Agonisten 2026, Zhonghua Yi Xue Za Zhi) wurden gesichtet; ihre Abstracts enthalten keine Begriffe zu Hoden, Spermien, Testosteron, Sexualfunktion oder Fortpflanzung. Chinesische Pharmakovigilanz-Auswertungen zu Semaglutid, Tirzepatid und der Klasse insgesamt (FAERS, VigiBase) nennen in ihren Abstracts keine Endpunkte zu Hoden, Samen, Hormonen oder Sexualfunktion; ob Volltexte Unterlisten dazu enthalten, wurde nicht geprüft. Leitlinien mit Bezug zu GLP-1-RA und männlicher Fortpflanzung aus dem chinesischen Sprachraum wurden nicht gefunden.
Regionale Besonderheit. Die Frauenseite (polyzystisches Ovarsyndrom, Fruchtbarkeit der Frau, Schwangerschaft) ist in der chinesischen Literatur sehr viel stärker vertreten als die Männerseite; allein die Suche nach männlichen Hormonbegriffen mit chinesischer Affiliation fand eine große Zahl von PCOS-Arbeiten, die bewusst nicht aufgenommen wurden. Dass die Männerseite dünn ist, liegt damit zumindest teilweise an der Forschungsagenda und nicht nur an der Auswahlregel der Recherche. Taiwan und Hongkong wurden mit abgefragt: Gefunden wurde eine taiwanische Kohortenstudie zu GLP-1-RA bei Prostatakrebs unter Androgenentzug mit Gesamtmortalität als Endpunkt, die nicht zur Fragestellung passt.
Erreichbarkeit. Europe PMC und die NCBI-E-utilities waren erreichbar. Muttersprachliche Suchbegriffe (zum Beispiel 司美格鲁肽 精子 und 利拉鲁肽 睾酮) lieferten in Europe PMC null Treffer, weil Europe PMC überwiegend englische Titel und Abstracts indexiert; der Sprachfilter für Chinesisch ergab 218 Treffer, von denen die ersten 25 gesichtet wurden, keiner einschlägig. In PubMed ergab der Sprachfilter für Chinesisch einen einzigen Treffer (die Arbeit [s120]). CNKI war nicht erreichbar (die Startseite lieferte nur ein Weiterleitungsskript, die Suchoberfläche keine Antwort). Wanfang antwortete, aber die Trefferliste wird per JavaScript nachgeladen und war per curl nicht lesbar. Für die chinesischen Primärdatenbanken liegen daher keine Suchergebnisse vor; die Literaturlage dort ist unbekannt.
Japanisch
Eigene Literatur. Drei Quellen tragen das Merkmal Japanisch [s71, s101, s119]. Der japanische Beitrag stammt im Wesentlichen aus einer einzigen Arbeitsgruppe der Universität Kagoshima (Veterinärmedizin), dazu kommt eine ältere Arbeit aus Akita. Eine japanischsprachige Fachzeitschriftenarbeit zum Thema wurde nicht gefunden. Humandaten fehlen vollständig.
- Iida und Asano 2024 [s71] (Journal of Veterinary Medical Science, Kagoshima University): Glp1r-mRNA und GLP-1-Protein waren im Mäusehoden in einer Menge nachweisbar, die der von Kontrollgeweben (Fettgewebe, Leber, Darm) vergleichbar oder größer war, ebenso in allen vier untersuchten Zelllinien (Sertoli-Zellen TM4, Leydig-Zellen MA-10, Keimzelllinien GC-1 spg und GC-2 spd). In TM4-Zellen steigerte Exenatid vorübergehend die mRNA von Kitl, Pdgfa und Glp1r; bei Mäusen waren eine Stunde nach der Gabe Kitl und Glp1r erhöht. Genexpression ist kein Maß für Spermienzahl oder Beweglichkeit, und der Effekt war vorübergehend.
- Asano (Projektleiter) 2021 [s101]: Abschlussbericht des KAKEN-Projekts 18K06033, Laufzeit 1. April 2018 bis 31. März 2021, japanischer Titel 肥満・糖尿病モデル動物を用いたインクレチンによる雄性生殖機能の調節に関する研究 (Studie zur Regulation der männlichen Fortpflanzungsfunktion durch Inkretin an Tiermodellen für Adipositas und Diabetes). Der Bericht beschreibt in Sertoli- und Leydig-Zellen eine vorübergehend gesteigerte Expression von Zytokin- und Steroidsynthese-Genen und aktivierte cAMP-Signalwege; als wissenschaftliche Bedeutung nennt er, dass Adipositas und Diabetes die Wirkung von Inkretinen auf den Hoden beeinflussen könnten, insbesondere die von GIP. Der Bericht ist keine Peer-Review-Publikation und enthält im abgerufenen Text keine Zahlen. Autor, Institution, Zelllinien und Wirkstoff stimmen mit [s71] überein; ob [s71] aus diesem Projekt hervorging, sagen die abgerufenen Dokumente nicht ausdrücklich.
- Shimizu und Kollegen 2017 [s119] (Endocrinology, Akita University): Der GIP-Rezeptor wird in Spermatiden der Maus exprimiert; in Gipr-Knockout-Hoden war das Pregnancy-specific Glycoprotein 17 (Psg17) vermindert, und Gipr-Knockout-Spermien erzielten in vitro eine niedrigere Befruchtungsrate. Das Plasma-GIP und die Psg17-mRNA im Hoden stiegen nach einer einzelnen Mahlzeit, eine chronische Hochfettdiät senkte Gipr- und Psg17-mRNA. Es ist die einzige gefundene Arbeit, die das GIP-Signal mit der Befruchtungsfähigkeit der Spermien verbindet. Weil Tirzepatid ein dualer GIP/GLP-1-Agonist ist, ist dies für die Tirzepatid-Frage ein Kontext, aber kein Tirzepatid-Befund: Es wurde kein GIP-Agonist und kein Tirzepatid untersucht.
Regionale Besonderheit. Dass ein Förderbericht überhaupt auffindbar ist, ist eine Besonderheit des japanischen Systems: KAKEN veröffentlicht Abschlussberichte öffentlich, und CiNii Research erschließt sie. Aus Japan und China liegen mehrere Arbeiten zu GLP-1-RA in Prostatakrebs- und Prostatahyperplasie-Modellen vor, die gesichtet und wegen anderer Fragestellung nicht aufgenommen wurden. Eine in CiNii gefundene japanische Fallbeschreibung betraf eine Frau mit Adipositas und Infertilität und wurde als nicht einschlägig ausgeschlossen.
Erreichbarkeit. Für Japan ist die Abdeckung brauchbar. CiNii Research war über die OpenSearch-Schnittstelle (JSON) erreichbar; die klassische Suche wird weitergeleitet und liefert eine dynamische Oberfläche. 15 Abfragen auf Japanisch und Englisch ergaben nur wenige Treffer („GLP-1 精子“ 2, „GLP-1 精巣“ 4, „リラグルチド 精巣“ 1), mehrere Abfragen (unter anderem zu Semaglutid und Spermien, Semaglutid und Testosteron, GLP-1 und Erektion) ergaben null Treffer. Einschlägig waren der KAKEN-Bericht [s101] und die Arbeit [s71]. J-STAGE war erreichbar, die Suche verknüpft die Begriffe aber ohne strenge UND-Logik (Trefferzahlen in Millionenhöhe); gelesen wurden für zwölf Abfragen jeweils die ersten 20 Titel, einschlägig war nur [s71]. Das Nullergebnis für japanischsprachige Fachzeitschriften ist wegen der ungenauen Suche und der Begrenzung auf 20 Titel je Abfrage schwach. Ein zweiter KAKEN-Eintrag zu Stoffwechsel-Tiermodellen wurde gefunden, aber nicht geprüft.