Koreanisch
Eigene Literatur. Aus dem koreanischen Sprachraum liegt zu dieser Frage keine auffindbare Arbeit vor; keine der 123 Quellen trägt das Merkmal Koreanisch. Die PubMed-Suche mit Affiliation Korea oder Seoul und männlichen Zielbegriffen ergab keinen einschlägigen Treffer; das ist für PubMed ein belastbares Nullergebnis. Die Suche nach koreanischsprachigen Arbeiten in PubMed (Sprachfilter Koreanisch, GLP-1) ergab wenige Treffer ohne Bezug zur männlichen Fortpflanzung; ein Übersichtsartikel zur Pharmakotherapie der Adipositas im Korean Journal of Gastroenterology wurde gesichtet, sein Abstract enthält keine einschlägigen Begriffe. In Europe PMC ergab der Sprachfilter für Koreanisch zusammen mit GLP-1 sechs Treffer, keiner einschlägig; koreanische Suchbegriffe (zum Beispiel 세마글루타이드 정자) lieferten null Treffer, weil Europe PMC überwiegend englische Titel und Abstracts indexiert.
Erreichbarkeit. Das PubMed-Nullergebnis ist belastbar, das Nullergebnis für die koreanischen Datenbanken dagegen nicht. KoreaMed war erreichbar, die Suchabfrage lieferte aber auch für „semaglutide“ und „GLP-1“ null Treffer, was darauf hindeutet, dass die Abfrage per Skript nicht korrekt ausgeführt wurde; das Ergebnis ist „nicht prüfbar“, nicht „keine Treffer“. Beim Korea Citation Index (KCI) antwortete die Startseite, ein gezielter Suchaufruf lieferte nur das HTML-Gerüst. DBpia war nicht erreichbar (keine Verbindung). Für die koreanische Primärliteratur liegen daher keine Suchergebnisse vor; ob koreanische Arbeiten existieren, die Europe PMC und PubMed nicht abbilden, ist unbekannt.
Russisch
Überblick. Der russischsprachige Raum ist der einzige Raum außerhalb des Englischen, aus dem eine eigene interventionelle Humanstudie zu GLP-1-RA und Ejakulat vorliegt; seine Volltexte waren über die Plattform CyberLeninka erreichbar. Zehn Quellen tragen das Merkmal Russisch [s39, s65, s78, s79, s80, s81, s99, s106, s107, s115]: eine einarmige Pilotstudie [s106], eine Querschnittsstudie ohne GLP-1-Bezug als Kontext [s99], sechs Übersichten [s39, s78, s79, s80, s81, s115] und zwei Leitlinien [s107, s65]. Tierversuche gibt es nicht.
Die Primärstudie. Bobkov, Rozhivanov und Vityazeva 2021 [s106] (Endokrinologisches Forschungszentrum Moskau, Zeitschrift Ožirenie i metabolizm; Titel „Показатели качества эякулята мужчин с астенозооспермией и астенотератозооспермией на фоне лечения ожирения лираглутидом“, deutsch: Parameter der Ejakulatqualität bei Männern mit Asthenozoospermie und Asthenoteratozoospermie unter Adipositastherapie mit Liraglutid). Volltext abgerufen. Pilotstudie, einzentrisch, beobachtend, prospektiv, einarmig, unkontrolliert, sechs Monate (Juli 2020 bis März 2021), ohne Fallzahlplanung. 30 Männer von 23 bis 30 Jahren (Median 28), kinderlose Paare seit mindestens einem Jahr, alimentäre viszerale Adipositas, Asthenozoospermie oder Asthenoteratozoospermie; ausgeschlossen waren unter anderem BMI über 35 kg/m², Diabetes, Hypogonadismus (Testosteron unter 12 nmol/l), Varikozele, Kryptorchismus sowie Oligo-, Kryptozoo- und Azoospermie. Alle erhielten Rat zu Gewichtsabnahme (kalorienarme Ernährung, tägliche aerobe Bewegung) und Liraglutid subkutan, individuell dosiert, im Mittel 2,4 mg täglich. Diät und Bewegung sind also Co-Intervention. Spermiogramm nach WHO 2010, zweimal analysiert, das beste Ergebnis gewertet; zusätzlich antioxidative Aktivität und reaktive Sauerstoffspezies. Wegen Mehrfachvergleichen galt eine Bonferroni-Schwelle von p < 0,005.
Ergebnisse (Median, Ausgang gegen sechs Monate): Gewicht 97 auf 86 kg, BMI 31,8 auf 28,1 kg/m², Taillenumfang 106 auf 97 cm (alle p < 0,001). Spermienzahl 55 auf 57 Mio./ml (p = 0,007), lebende Spermien 92 auf 95 %, Beweglichkeit der Kategorien A und B 25 auf 35 %, Normalformen 5 auf 6 % (alle p < 0,001), antioxidative Aktivität 1,2 auf 2,8 mM-Äquivalente, reaktive Sauerstoffspezies im nativen Ejakulat 6,7 auf 4,7 (p < 0,001); in gewaschenen Spermien blieben sie unverändert (p = 0,678). Unerwünschte Ereignisse traten nicht auf, Hormone wurden nicht berichtet. Nach der eigenen Schwelle ist der Anstieg der Spermienzahl nicht signifikant, was die Autoren selbst schreiben. Die Normalformen stiegen um einen Prozentpunkt bei weitgehend überlappenden Interquartilbereichen (3 bis 6 gegen 3 bis 8 %), und die Vitalität war mit 92 % schon zu Beginn hoch. Stärken sind das prospektive Design, die klaren Ausschlusskriterien, die doppelten Spermiogramme, die Mehrfachtest-Korrektur und die offene Benennung des verfehlten Endpunkts. Schwächen sind 30 Männer ohne Kontrollgruppe, die Auswahl nach auffälligem Spermiogramm zusammen mit dem Wert „bestes von zwei Ergebnissen“ (begünstigt Regression zur Mitte), die Co-Intervention, die individuelle Dosis, fehlende Hormone, DNA-Fragmentierung und Schwangerschaften sowie die kurze Dauer. Die Studie erzeugt eine Hypothese; die Autoren schreiben selbst, große Arbeiten zu Liraglutid und Spermatogenese fehlten.
Übersichtsarbeiten. Die russischen Übersichten enthalten keine eigenen Primärdaten; entscheidend ist, wie sie die westliche Literatur wiedergeben.
- Tyuzikov, Grekov und Smirnov 2026 [s39] (Zeitschrift Effektivnaja farmakoterapija; Titel „Репродуктивные эффекты современных гипогликемических препаратов у бесплодных мужчин с сахарным диабетом 2 типа“, deutsch: Reproduktive Effekte moderner blutzuckersenkender Arzneimittel bei unfruchtbaren Männern mit Typ-2-Diabetes). Sie referiert die Semaglutid-Studie [s48], die Metaanalyse [s62], die Tirzepatid-Pilotstudie [s54], einen Einzelfall (Mann, 42 Jahre, BMI 40,6, Azoospermie, unter Semaglutid und danach Tirzepatid deutlich leichter; nach acht Monaten wurde die Partnerin natürlich schwanger) und den Rattenversuch [s01]. Der Abgleich mit den Originalen deckte zwei Fehler auf: Die Übersicht nennt die Normalformen 2 und 4 % mit „95-%-Konfidenzintervall“, im Original [s48] sind es Median und Interquartilbereich; und sie beschreibt die 25 Männer als solche mit „familiärer Hypercholesterinämie“, während die Abkürzung „FH“ im Original „functional hypogonadism“ (funktioneller Hypogonadismus) bedeutet. Außerdem geht die Zusammenfassung („in allen Studien und Metaanalysen“ günstige Veränderungen, die Daten spiegelten „eindeutig“ wider) über die Datenlage hinaus, obwohl die zitierten Arbeiten klein, offen und heterogen sind und teils nur als Abstract vorliegen. Die DOI ist bei Crossref nicht auffindbar.
- Chernova und Kollegen 2024 [s81] (Zeitschrift Vestnik reproduktivnogo zdorovja; Moskau und Woronesch): Einfluss der Korrektur von Kohlenhydratstoffwechsel und Körpergewicht auf die endogene Testosteronproduktion bei Männern mit Typ-2-Diabetes, Adipositas und Hypogonadismus. Die Übersicht trennt Lebensstil, Medikamente und Chirurgie und betont den Gewichtsverlust als Hauptfaktor und Störgröße; einzelne Daten deuteten auf einen größeren Anstieg, als der Gewichtsverlust allein erwarten lasse, was auf eine direkte Wirkung an testikulären GLP-1-Rezeptoren zurückgeführt werden könne und weiter zu prüfen sei. Sie zitiert unter anderem Shao 2018 [s117] (176 Männer, 12 Wochen) und eine Studie mit 71 Patienten, in der 34 % ein Gesamttestosteron über 300 ng/dl erreichten (bei 94 % der Patienten mit mehr als 10 % Gewichtsverlust); die Zuordnung dieser 71 Patienten zu einem bestimmten Antidiabetikum bleibt unklar. Eine Tabelle der Übersicht gehört zu Magenbypass-Daten und nicht zu GLP-1.
- Barsukov, Tazina und Faniev 2024 [s78] (РМЖ. Мать и дитя; Sicht von Endokrinologe, Gynäkologe und Urologe): Der GLP-1-Teil beruht auf Tierdaten (Exenatid bei adipösen Mäusen) und dem Nachweis von GLP-1-Rezeptoren in Sertoli- und Leydig-Zellen; die Autoren sehen Männer mit Adipositas, Hypogonadismus und Kinderwunsch als mögliche „ideale Gruppe“ für GLP-1-RA, was sie selbst als Hypothese kennzeichnen.
- Gamidov, Shatylko und Gasanov 2019 [s115] (Ožirenie i metabolizm): früher Überblick vor der Zeit von Semaglutid und Tirzepatid, der den Vergleich Liraglutid gegen Testosterongel [s112] korrekt wiedergibt, aber nicht erwähnt, dass der Testosteronanstieg unter Liraglutid numerisch kleiner war als unter Testosteron.
- Merzlova und Kollegen 2024 [s80] (Eksperimentalnaja i klinitscheskaja gastroenterologija): berichtet, dass Leydig- und Sertoli-Zellen GLP-1-Rezeptoren exprimieren, und gibt die westlichen Studien [s121, s112, s117] wieder; eine achtstündige intravenöse GLP-1-Infusion bei gesunden Männern habe LH, FSH und Gesamttestosteron nicht verändert (zitiert nach Izzi-Engbeaya 2020; Original nicht abgerufen). Die Prozentangabe zum Gewichtsverlust weicht vom Original-Abstract ab, der Kilogramm nennt.
- Bratchikov und Kollegen 2024 [s79] (Andrologija i genitalnaja chirurgija): zitiert eine Metaanalyse, nach der nur Studien mit GLP-1-Analoga günstige Wirkungen auf Gewicht und Testosteron bei Männern mit niedrigem Testosteron und Adipositas zeigten, begrenzt auf kleine, heterogene Gruppen; vor einer Empfehlung seien weitere randomisierte Studien nötig. Der Text ist vorsichtiger als [s39] vom selben Autorenteam.
Leitlinien. Zwei russische Leitlinien wurden im Volltext durchsucht. Die Leitlinie „Behandlung der Adipositas und komorbider Erkrankungen“ 2021 [s107] empfiehlt bei Männern mit Adipositas und typischen Beschwerden die Bestimmung von Gesamttestosteron, SHBG, berechnetem freiem Testosteron, LH und FSH (Empfehlung 1.25). Bei „reversiblem Hypogonadismus“, etwa bei jungen Männern mit Adipositas und erhaltener gonadotroper Funktion, wird eine Testosterontherapie nicht empfohlen, da Gewichtsabnahme das Testosteron physiologisch wiederherstellen könne (Empfehlung 6.11, Stärke B, Evidenzniveau 3); bei nicht erreichbarem Gewichtsziel nennt sie kurz wirksame Testosteronpräparate, um Hemmung von Gonadotropinen und Spermatogenese zu minimieren (6.12, C, 5), bei Kinderwunsch Gonadotropine oder Antiöstrogene und assistierte Reproduktion. Die Leitlinie „Adipositas“ des Gesundheitsministeriums, Fassung 2024 [s65], empfiehlt bei Männern mit Adipositas und Beschwerden eines Hypogonadismus die Bestimmung von Gesamt- und freiem Testosteron, LH, FSH und SHBG zur Differenzialdiagnose (Stärke C, Evidenzniveau 4). In den durchsuchten Passagen beider Leitlinien findet sich kein GLP-1-Bezug zur männlichen Fertilität; ein GLP-1-spezifisches Votum fehlt. Das sind Aussagen der Quellen, keine Empfehlung dieser Studie.
Kontext. Rozhivanov und Kollegen 2022 [s99] (Problemy endokrinologii) untersuchten in Moskau 347 Männer mit Typ-2-Diabetes mit LC-MS/MS-Steroidprofil: Die Hypogonadismusprävalenz betrug 69,5 %, GLP-1-RA nahmen 7,5 % der Männer ein (6,6 % bei Hypogonadismus gegen 9,4 % ohne, p = 0,491); eine Analyse nach GLP-1-Einnahme erfolgte nicht.
Regionale Besonderheiten. Die Quellenlage ist weniger unabhängig, als die Titelzahl vermuten lässt: [s106], [s81] und [s99] stammen aus dem Endokrinologischen Forschungszentrum Moskau (Rozhivanov, Bobkov, Chernova), die Hypogonadismus-Kapitel der Leitlinie [s107] zitieren mehrfach Rozhivanov, und [s39] und [s79] stammen von derselben Gruppe um Tyuzikov. Die vorsichtige Linie von [s81] und die zuversichtlichere Sprache von [s39] zeigen keine einheitliche Haltung. Die russischen Leitlinien bewerten nach „Stärke der Empfehlung“ (A bis C) und „Evidenzniveau“ (1 bis 5). GLP-1-Rezeptoragonisten heißen „арГПП-1“ oder „аГПП-1“, duale GIP/GLP-1-Agonisten „твинкретины“, das Ejakulat „эякулят“; mit englischen Begriffen allein sind die russischen Übersichten nicht auffindbar. Nach [s39] erschien 2025 das erste russische Tirzepatid-Präparat mit Indikation Typ-2-Diabetes und Adipositas; die Daten zu Tirzepatid und Spermien sind in Russland rein ausländischer Herkunft. Die russischen Arbeiten verbinden das Thema stärker mit Typ-2-Diabetes und Hypogonadismus als mit Fertilität.
Erreichbarkeit. Europe PMC war mit Sprachfilter für Russisch nutzbar (31 Treffer zu russischen Wirkstoff- und Klassenbegriffen, überwiegend in Problemy endokrinologii, keine einschlägige Primärstudie mit Männerbezug). CyberLeninka war über die JSON-Schnittstelle abfragbar (die Weboberfläche lädt Treffer per Skript nach) und lieferte Volltexte als OCR-Text mit verstümmelten Namen, Einheiten und DOIs [s80, s39]; zitierte Zahlen sollten am Original geprüft werden, was bei [s39] zwei Fehler aufdeckte. eLIBRARY.ru war nicht erreichbar (Fehlermeldung „Ошибка в параметрах страницы“, ohne Sitzung und Anmeldung keine Suche möglich); Dissertationen und Konferenzmaterial sind damit nicht gesichtet. Die russische Primärliteratur in eLIBRARY ist unbekannt.
Arabisch
Eigene Literatur. Arabischsprachige Primärliteratur zum Thema ließ sich in keiner erreichbaren Quelle finden. Alle gefundenen Arbeiten aus dem arabischen Forschungsraum sind englischsprachig. Das Ergebnis besteht aus zwei Evidenzsynthesen, einem Meinungsbeitrag und einer Reihe von Rattenstudien aus Ägypten und Saudi-Arabien; eine eigene klinische Studie fehlt.
Evidenzsynthesen. Deameh und Kollegen 2026 [s05] (Jordanien und USA, Journal of Sexual Medicine): systematischer Review nach PRISMA, vier Datenbanken bis April 2025, zehn Studien mit 639 Männern, Verzerrungsbewertung mit RoB 2 und ROBINS-I. Nach dem Abstract war ein GLP-1-RA durchgehend mit höherem Gesamttestosteron verbunden, besonders bei Adipositas, Typ-2-Diabetes oder funktionellem Hypogonadismus; Änderungen des freien Testosterons seien uneinheitlich und oft durch gleichzeitig steigendes SHBG ausgeglichen worden; LH und FSH blieben erhalten oder stiegen, anders als unter Testosterontherapie; Samenparameter besserten sich bei adipösen oder hypogonadalen Männern, bei gesunden nicht signifikant. Die Autoren sehen GLP-1-RA in manchen Fällen als fertilitätserhaltende Alternative zur Testosterontherapie und fordern Langzeitstudien mit standardisierten Fertilitätsendpunkten. Der Abstract nennt keine Effektgrößen, Konfidenzintervalle oder p-Werte, und der Volltext wurde nicht abgerufen. Mirghani und AlQurashi 2026 [s24] (Saudi-Arabien, World Journal of Methodology): Metaanalyse mit Volltext, aus 172 Artikeln wurden nach Dubletten 63, davon zwölf im Volltext gesichtet und sieben eingeschlossen. Der Erektionsscore stieg um 2,73 (1,64 bis 3,83; I² = 90 %), in der Teilanalyse nach Ausschluss heterogenitätstreibender Studien (drei Studien, 111 gegen 126 Männer) um 1,88 (1,33 bis 2,43; I² = 26 %); Gesamttestosteron 73,04 (16,91 bis 129,17; I² = 99 %), SHBG 7,00 (1,71 bis 12,30), FSH 0,46 (0,01 bis 0,91), freies Testosteron und LH ohne signifikanten Unterschied. Die GRADE-Bewertung lautet für alle sechs bewerteten Endpunkte „sehr niedrig“. Die Arbeit hat interne Schwächen: Der Abstract nennt 237 Männer, die Tabelle der Quelle ergibt aber 183 behandelte Männer und 184 Vergleichspersonen, und 237 entspricht rechnerisch nur der Teilanalyse mit drei Studien (111 plus 126); gepoolt wurden rohe Hormonwerte in unterschiedlichen Größenordnungen ohne Einheitenangabe, sodass die Differenz von 73,04 nicht deutbar ist; beim freien Testosteron steht „kein signifikanter Unterschied“ (p = 0,08), obwohl das Konfidenzintervall von 0,01 bis 0,14 die Null nicht einschließt; und der Suchzeitraum ist in der Quelle uneinheitlich als November und Dezember 2025 beziehungsweise 2026 angegeben. Sechs der sieben Einträge stammen aus Italien, einer aus der Schweiz, keiner aus dem arabischen Raum; Spermienparameter wurden nicht untersucht. Der Abgleich mit Salvio und Kollegen 2025 [s62] ergab dieselbe standardisierte Differenz von 1,39 wie in der russischen Übersicht [s39].
Meinungsbeitrag. Du Plessis, Omolaoye und Cardona Maya 2024 [s70] (Mohammed Bin Rashid University of Medicine and Health Sciences, Dubai, Frontiers in Physiology; „Potential impact of GLP-1 receptor agonists on male fertility: a fable of caution“, deutsch: Möglicher Einfluss von GLP-1-Rezeptoragonisten auf die männliche Fertilität, eine Fabel der Vorsicht). Volltext abgerufen. Keine systematische Suche; eine PubMed-Abfrage vom 27. August 2024 ergab 50 Artikel, von denen 16 den männlichen Faktor behandelten. Die Autoren fassen zusammen, dass bei Mäusen unter Hochfettdiät GLP-1-RA Beweglichkeit, Mitochondrienaktivität und DNA-Fragmentierung der Spermien besserten, dass beim Menschen unter Liraglutid Testosteron und Spermienparameter stiegen [s88], dass die randomisierte Studie [s96] weniger Männer mit Oligozoospermie fand und dass vier Wochen Dulaglutid bei gesunden Männern keine negativen Wirkungen hatten [s72]. Dagegen habe eine Arbeit eine nachteilige Wirkung von Liraglutid auf die Spermienqualität berichtet, die sich nach fünf Monaten Absetzen besserte, die Ausgangswerte aber nicht erreichte [s123]. Der Beitrag verweist darauf, dass die Spermatogenese etwa drei Monate dauert und schon kleine Änderungen große Folgen haben könnten, und fordert Studien zu Spermienzahl, Beweglichkeit, Morphologie und Hormonprofil sowie zu Dosis, Dauer und Grunderkrankung. Die warnende Aussage stützt sich im Text im Wesentlichen auf eine einzige zitierte Arbeit [s123] und eine Arbeit zu Signalwegen; die Originale wurden nicht abgerufen. Die Formulierung, die Behandlung könne mehr schaden als die Erkrankung, ist eine Möglichkeit in der Diskussion, kein Befund.
Tierversuche aus Ägypten und Saudi-Arabien. Alle Arbeiten sind Rattenstudien (eine Mausstudie), überwiegend mit Streptozotocin-Diabetes oder einer chemischen beziehungsweise mechanischen Hodenschädigung; sie sagen etwas über Mechanismen im Nagetier, nicht über die Fertilität des Menschen. Gemeinsame Schwächen sind kleine Gruppen (meist 6 bis 10 Tiere), Behandlung nach induzierter Erkrankung (Schutzwirkung am kranken, nicht Nebenwirkung am gesunden Tier) und Dosen und Gewichtsverlust, die mit der Anwendung beim Menschen nicht vergleichbar sind.
- Tirzepatid [s01] (Saudi-Arabien): 60 Wistar-Ratten in fünf Gruppen, darunter eine paargefütterte diabetische Kontrolle, die gewichtsabhängige von gewichtsunabhängigen Effekten trennen sollte; Diabetes durch Hochfettdiät plus niedrig dosiertes Streptozotocin, acht Wochen. Tirzepatid stellte Testosteron und Gonadotropine wieder her, aktivierte Nrf2/Keap1, erhielt die Hodenarchitektur und senkte die Caspase-3-vermittelte Apoptose; die Autoren schreiben, die Effekte seien besser gewesen als unter Metformin und „weitgehend unabhängig von der Gewichtsabnahme“. Der Abstract nennt keine Zahlen, die Behauptung der Gewichtsunabhängigkeit lässt sich daher nicht prüfen. Es ist die einzige Tirzepatid-Arbeit dieser Gruppe.
- Semaglutid [s40] (28 diabetische Ratten, 25 nmol/kg täglich, vier Wochen): milderte die diabetesbedingte sexuelle und testikuläre Funktionsstörung. [s50] (Ägypten, 5-Fluorouracil, 12 µg/kg wöchentlich, 30 Tage, mit Rezeptorblocker Exendin 9-39 als Kontrolle): höhere FSH-, LH- und Testosteronwerte, bessere Steroidogenese und Spermatogenese. [s95] (Ägypten, 50 Ratten, Hodentorsion): Semaglutid milderte die Schäden, vorheriges Exendin hob die Verbesserung auf. [s38] (40 Ratten, Semaglutid 0,3 mg/kg mit oder ohne Papaya-Saft): Die Studie nennt für Gesamttestosteron Mittelwerte von 3,4 (Kontrolle), 1,67 (Diabetes), 2,4 (Semaglutid) und 2,43 pg/ml (Semaglutid plus Papaya) in der Einheit, wie sie in der Quelle gedruckt ist; die Behauptung im Text, die Kombination habe das Testosteron gegenüber Semaglutid allein erhöht, ist mit der Tabelle der Quelle nicht vereinbar, weil beide Werte denselben Signifikanzbuchstaben tragen. Prüfgegenstand ist hier eher Papaya als Semaglutid.
- Liraglutid, Exenatid, Dulaglutid: [s87] (Ratten, Hochfettdiät plus Streptozotocin, n = 8 je Gruppe, Volltext) berichtet für Liraglutid unter anderem höhere Werte von Gesamttestosteron, LH und FSH gegenüber der diabetischen Gruppe und histologisch wieder normale Samenkanälchen mit Spermienansammlung im Lumen; die diabetischen Tiere hatten weniger Spermien-Flagellen im Lumen; die Studie trennt die direkte nicht von der indirekten Wirkung über Gewichts- und Glukosekorrektur. [s49] (40 Ratten, Liraglutid und Denatoniumbenzoat einzeln und kombiniert): bessere Spermienqualität und höhere Hormonwerte. [s82] (Exenatid, diabetische Ratten): weniger Apoptose und ER-Stress, mehr Autophagie. [s67] (Saudi-Arabien, Dulaglutid 0,6 mg/kg täglich, fünf Wochen, adipöse Mäuse): normalisierte Spermien-DNA-Schäden, Chromosomenanomalien, Zahl und Beweglichkeit; bei gesunden Mäusen keine schädlichen Wirkungen unter dem gewählten Schema. Gruppengrößen und Zahlen stehen bei [s49], [s82], [s67] nicht im Abstract.
- Zurückgezogene Arbeit: [s83] (Liraglutid und Doxorubicin, Ratte) wurde 2025 zurückgezogen; der Rücknahmehinweis [s42] steht in derselben Zeitschrift. Den Grund der Rücknahme hat die Recherche nicht abgerufen. Aus [s83] werden keine Zahlen und keine Schlüsse verwendet.
Regionale Besonderheiten. Die Rattenserie stammt aus pharmakologischen und anatomischen Instituten in Ägypten und Saudi-Arabien und ist methodisch ähnlich: fast durchgehend Streptozotocin (mit oder ohne Hochfettdiät) oder chemische Schädigung beziehungsweise Torsion; als Mechanismen werden Nrf2, oxidativer Stress, Apoptose, Kisspeptin/GnRH und Steroidogenese genannt; zwei Arbeiten stellen Semaglutid als Zusatztherapie dar (5-Fluorouracil [s50], Papaya-Saft [s38]). Die Übersicht [s39] zitiert die WHO-Prognose von 16,8 % Diabetesprävalenz 2050 in Nordafrika und im Nahen Osten; das erklärt regionales Interesse, ersetzt aber keine regionale Evidenz. Leitlinien oder Register aus dem arabischen Raum wurden nicht gefunden.
Erreichbarkeit. Europe PMC erlaubte die Sprachfilter-Suche für Arabisch: Mit GLP-1-Begriffen und mit arabischen Wirkstoffnamen (in arabischer Schrift) null Treffer. Auch OpenAlex lieferte mit dem Sprachfilter für Arabisch für rund 20 Suchbegriffe zu GLP-1-RA null Treffer; der Filter funktioniert, denn allgemeine Begriffe lieferten Treffer (zum Beispiel „السكري“ 1460, „التستوستيرون“ 66, „العقم عند الذكور“ 6, jeweils ohne GLP-1-Bezug). Die arabischen Fachdatenbanken waren dagegen nicht erreichbar: Arab World Research Source (EBSCO) meldete 404 beziehungsweise Abonnementpflicht, Mandumah leitete die Suche auf eine Anmeldeseite um, Al Manhal antwortete auf die Suchadresse mit 404, und ASJP (Algerien), IASJ (Irak) und EKB (Ägypten) stellten innerhalb von 25 bis 30 Sekunden keine Verbindung her (Ursache unbekannt). Die Aussage „keine arabischsprachige Primärliteratur“ stützt sich damit auf Europe PMC und OpenAlex und nicht auf die eigentlichen arabischen Datenbanken: Es ist zunächst eine Lücke im Zugang.
Türkisch
Eigene Literatur. Auch für die Türkei gilt: Alle gefundenen Arbeiten sind englischsprachig, türkischsprachige Primärliteratur zum Thema fand sich in den erreichbaren Quellen nicht. Die Beiträge stammen aus urologischen, histologischen und pharmakologischen Gruppen und behandeln überwiegend Hodentorsion und Reperfusion, Eisenüberladung und die Gefäßfunktion des Schwellkörpers. Es sind fünf Tierstudien und drei Übersichten [s86, s51, s103, s118, s116; s94, s61, s45]; Humanstudien mit Spermiogramm oder Hormonen unter GLP-1-RA fanden sich nicht.
Tierstudien.
- Culha und Kollegen 2023 [s86] (urologische Abteilungen in Istanbul, European Research Journal; TR-Dizin-Eintrag mit offenem Zugang): 30 Sprague-Dawley-Ratten in drei Gruppen zu je zehn (Kontrolle, Diabetes, Diabetes mit Liraglutid 0,3 mg/kg alle zwölf Stunden). Das maximale Verhältnis von intrakavernösem zu mittlerem arteriellem Druck lag bei 0,790 ± 0,164 (Kontrolle), 0,263 ± 0,139 (Diabetes) und 0,652 ± 0,131 (Liraglutid); Kontrolle und Liraglutid waren ähnlich (p = 0,076), die Diabetesgruppe signifikant niedriger (p < 0,001). Testosteron und FSH waren in der Diabetesgruppe signifikant niedriger (p = 0,001); die Hormonwerte der Behandlungsgruppe stehen nicht im Abstract. Es ist die einzige im TR Dizin gefundene einschlägige Arbeit; sie betrifft die Erektion, nicht die Spermienqualität.
- Hazir und Kollegen 2025 [s51] (Biotechnic & Histochemistry): Liraglutid am Rattenhoden bei Diabetes und Ischämie-Reperfusion; Degeneration der Samenkanälchen unter Diabetes, Torsion und Detorsion, unter Liraglutid normale Morphologie; Caspase-3 und Malondialdehyd stiegen in den Schädigungsgruppen und lagen unter Liraglutid auf Kontrollniveau, Testosteron und Superoxiddismutase sanken und lagen unter Liraglutid ähnlich wie die Kontrolle. Die Gruppengröße steht nicht im Abstract. Auf einen türkischen Hochschuleintrag (Çukurova, 2016) mit ähnlichem Titel stieß die Suche in OpenAlex; der Zusammenhang mit [s51] wurde nicht geprüft.
- Degirmentepe und Kollegen 2021 [s103] (Andrologia): 28 Wistar-Albino-Ratten in vier Gruppen zu je sieben, Ischämie-Reperfusion; unter Liraglutid sanken Stickstoffmonoxid, Malondialdehyd, Apaf-1 und iNOS signifikant, Glutathionperoxidase stieg signifikant, Katalase und Superoxiddismutase stiegen nicht signifikant; die Autoren sprechen von „mäßig“ schützender Wirkung.
- Yesil und Kollegen 2018 [s118] (Experimental and Therapeutic Medicine, Volltext): 18 Ratten in drei Gruppen zu je sechs, Eisenüberladung; Exenatid senkte Caspase-3 in Stroma- und Endothelzellen, im Keimepithel waren Caspase-3 und Caspase-8 in allen Gruppen ähnlich; die Wirkung betraf also Stroma und Gefäße, nicht die Keimzellen. Ein Spermiogramm gibt es nicht.
- Dalaklioglu und Kollegen 2018 [s116] (Peptides): Exendin-4 bei Methylglyoxal-bedingter Erektionsstörung; verbesserte Relaxation des Schwellkörpers und senkte Apoptose und oxidative Marker; ein Gefäßmodell, nicht Hormone oder Spermien.
Übersichten. Yazıcı und Kollegen 2023 [s94] (Koç University, Obesity Facts, narrativer Review zu den Folgeerkrankungen der Adipositas) behandeln die Frau ausführlicher als den Mann und nennen für den Mann unter anderem die Modulation der Hypothalamus-Hypophysen-Achse über Kisspeptin-Neurone und die Studie [s112]. Rocco und Kollegen 2025 [s61] (Arab Journal of Urology, Global Andrology Forum, Mitautor aus der Türkei) sehen „aufkommendes Potenzial“ für die männliche Fertilität, ohne eigene Zahlen. Bocu und Kollegen 2025 [s45] (Arab Journal of Urology, Türkei und Italien) berichten, Liraglutid habe bei metabolischem Hypogonadismus Testosteron und Spermienparameter verbessert, ohne Quantifizierung. Alle drei enthalten keine eigenen Daten im Männerteil.
Erreichbarkeit. DergiPark, die zentrale Plattform türkischer Zeitschriften, war nicht erreichbar: Jede Suchanfrage wurde auf eine Seite zur Suchverifizierung umgeleitet. TR Dizin war über die JSON-Schnittstelle abfragbar (die HTML-Suchseite lieferte nur eine Anwendungshülle beziehungsweise 404) und lieferte Abstracts auf Türkisch und Englisch; rund 40 türkische und englische Suchbegriffe ergaben genau eine einschlägige Arbeit [s86]. Mit türkischen Begriffen wie „erkek infertilite“, „testis“, „sperm“, „testosteron“ und „GLP-1“ fand der TR Dizin nur Arbeiten ohne GLP-1-Bezug zum Mann, zum Beispiel einen Beitrag zu Metabolischem Syndrom und männlicher Infertilität in der Zeitschrift Androloji Bülteni 2024, der nicht geöffnet wurde. Europe PMC ergab mit dem Sprachfilter für Türkisch und GLP-1-Begriffen null Treffer. Die Aussage „keine türkischsprachige Primärliteratur“ stützt sich damit auf Europe PMC, OpenAlex und TR Dizin, aber nicht auf DergiPark.
Gesamtbild der drei Räume Russisch, Arabisch und Türkisch. Die Literatur ist dünn und überwiegend sekundär: eine einarmige Pilotstudie [s106], zwei Evidenzsynthesen mit bekannten Schwächen [s05, s24], ein Meinungsbeitrag [s70], viele Tierversuche und Übersichten, die dieselben westlichen Primärstudien wiedergeben (Jensterle 2019, Giagulli 2015, Shao 2018, Gregorič 2025, Salvio 2025). Die Befunde zeigen überwiegend in eine Richtung (höhere Testosteronwerte, bessere Hodenhistologie im Tierversuch, kleine Verbesserungen einzelner Spermienparameter beim Menschen), doch der Gewichtsverlust bleibt die naheliegendste Erklärung, kontrollierte Fertilitätsendpunkte fehlen, und die einzige warnende Stimme [s70] stützt sich auf eine einzelne zitierte Arbeit. Die Quellen dieser Räume tragen keine belastbare Aussage über die Fertilität von Männern unter GLP-1-Rezeptoragonisten.