Alkoxyessigsäuren (Methoxyessigsäure, Ethoxyessigsäure): Stoffwechselprodukte der Ethylenglykolether, die nach den Tierversuchen für die Hodenwirkung verantwortlich sind.
Aneuploidie: abweichende Zahl einzelner Chromosomen in einer Zelle, etwa ein Chromosom zu viel oder zu wenig in einer Samenzelle.
Apoptose: programmierter, geordneter Zelltod; im Hoden ein Mechanismus, über den Keimzellen untergehen können.
Asthenozoospermie: verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat.
Azoospermie: Fehlen von Spermien im Ejakulat.
Benzol, Toluol, Xylol, Styrol (BTEX und Verwandte): aromatische Kohlenwasserstoffe, die als Lösungsmittel und Ausgangsstoffe dienen; Ethylbenzol ist ein Begleitstoff des Xylols.
Biomonitoring: Messung eines Stoffes oder seiner Abbauprodukte im Körper, etwa in Urin, Blut oder Samenplasma, zur Abschätzung der inneren Belastung.
C-BASS (China Benzene and Sperm Study): Studie aus Tianjin mit personenbezogener Luftmessung und Spermien-FISH bei benzolexponierten und nicht exponierten Männern.
Comet-Test: Verfahren zum Nachweis von DNA-Strangbrüchen in einzelnen Zellen; die Zellkerne bilden bei Schäden einen Kometenschweif.
Disomie, Nullisomie, Diploidie: Zustände einer Samenzelle mit zwei, ohne oder mit doppeltem Chromosomensatz statt einem Chromosom beziehungsweise einfachem Satz.
Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl: Grundparameter der Samenanalyse; die Konzentration bezieht sich auf einen Milliliter, die Gesamtzahl auf das ganze Ejakulat.
Fall-Kontroll-Studie, Fall-Referenz-Studie: Studiendesign, das Menschen mit einem Ergebnis (Fälle) mit solchen ohne (Kontrollen, Referenzen) hinsichtlich früherer Exposition vergleicht.
Fekundabilität, Fekundabilitätsverhältnis: Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft pro Zyklus; das Verhältnis vergleicht Exponierte mit Nichtexponierten, Werte unter 1 bedeuten geringere Fekundabilität.
FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung): Verfahren, das mit Farbsonden bestimmte Chromosomen in Zellen sichtbar macht und zählt.
FSH, LH, Testosteron: Hormone der Hypothalamus-Hypophysen-Hoden-Achse; FSH und LH steuern aus der Hirnanhangdrüse die Hodenfunktion, Testosteron wird in den Leydig-Zellen gebildet.
Glykolether: Gruppe von Lösungsmitteln in Farben, Lacken, Druckfarben und Reinigungsmitteln; man unterscheidet die E-Reihe (Ethylenglykol) und die P-Reihe (Propylenglykol).
Healthy-worker-Effekt: Verzerrung, weil gesunde Menschen eher im Beruf bleiben, sodass Beschäftigte gesünder erscheinen können als die Allgemeinbevölkerung.
Heterogenität (I²): Maß in der Metaanalyse für die Uneinheitlichkeit der Einzelergebnisse über das Zufallsmaß hinaus.
Hyperhaploidie: Zunahme von Samenzellen mit überzähligem Chromosom.
Hypospadie, Kryptorchismus: Fehlbildungen beim Jungen; bei der Hypospadie liegt die Harnröhrenöffnung an der Unterseite, beim Kryptorchismus liegt der Hoden nicht im Hodensack.
Inzidenzratenverhältnis (IRR): Verhältnis der Häufigkeit eines Ereignisses in einer Gruppe zu der in einer Vergleichsgruppe.
Job-Exposure-Matrix: Tabelle, die Berufen oder Tätigkeiten geschätzte Expositionen gegenüber Stoffen zuordnet.
Johnsen-Score: Bewertung der Spermatogenese in Hodengewebe anhand der Histologie.
Konfidenzintervall (95 %): Bereich, in dem der wahre Wert mit einer vereinbarten Sicherheit liegt; schließt es bei Odds Ratios die 1 ein, ist der Zusammenhang statistisch nicht gesichert.
Leydig-Zellen, Sertoli-Zellen: Zellen des Hodens; die Leydig-Zellen bilden Testosteron, die Sertoli-Zellen stützen und ernähren die Keimzellen.
Meiose, Spermatozyten, Spermatiden, Spermatogonien: Stufen der Samenzellbildung; Spermatogonien sind Stammzellen, Spermatozyten teilen sich in der Meiose, Spermatiden reifen zu Spermien.
Metaanalyse: statistische Zusammenfassung mehrerer Studien zu einem gemeinsamen Schätzwert.
Mikrokern: kleines Kernfragment in einer Zelle als Zeichen von Chromosomenschäden.
Muconsäure (trans,trans-), Mandelsäure: Abbauprodukte von Benzol beziehungsweise Styrol, die im Urin gemessen werden.
Nekrozoospermie: hoher Anteil toter Spermien im Ejakulat.
Neuralrohrdefekt: Fehlbildung der Anlage von Gehirn und Rückenmark, etwa Anenzephalie oder Spina bifida.
Odds Ratio (OR): Maß für das Verhältnis der Chancen, exponiert zu sein, zwischen Fällen und Kontrollen; Werte über 1 deuten auf eine Assoziation hin.
Oligozoospermie: verminderte Spermienkonzentration im Ejakulat.
Oxidativer Stress, reaktive Sauerstoffspezies (ROS): Ungleichgewicht zwischen aggressiven Sauerstoffverbindungen und Schutzsystemen der Zelle; kann Zellmembranen und DNA schädigen.
Pachytän: Stadium der Meiose, in dem Spermatozyten besonders empfindlich gegenüber Glykolethern sind.
Phosphoglyceratkinase-2 (PGK-2): in Spermien und Spermatiden gebildetes Enzym, das als Marker für Hodenschäden dient.
ppm, mg/m³: Konzentrationsangaben für Gase und Dämpfe in der Luft; ppm bedeutet Teile pro Million, mg/m³ Milligramm pro Kubikmeter.
Querschnittsstudie: Untersuchung zu einem Zeitpunkt, die Exposition und Befund gleichzeitig erfasst.
Spermatogenese: Gesamtprozess der Spermienbildung im Hoden.
Spermiation: Freisetzung reifer Spermien aus den Sertoli-Zellen in das Lumen der Samenkanälchen.
Spermienmorphologie: Gestalt der Spermien mit Kopf, Mittelstück und Flagellum; Anomalien sind etwa amorphe Köpfe oder fehlendes Flagellum.
Surrogatendpunkt: Messgröße, die stellvertretend für ein eigentlich interessierendes klinisches Ergebnis dient, etwa Aneuploidie für Fruchtbarkeit.
Teratozoospermie: erhöhter Anteil morphologisch auffälliger Spermien.
TUNEL: Färbeverfahren, das Zellen mit DNA-Fragmentierung als Zeichen der Apoptose markiert.
Varikozele: Erweiterung der Venen am Hoden, ein bekannter Einflussfaktor der Samenqualität.
WHO-Referenzwerte: von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlichte Grenzwerte für Samenparameter; sie wurden im Lauf der Jahre geändert.
Zeit bis zur Schwangerschaft (Time to pregnancy): Zeitspanne ungeschützten Verkehrs bis zum Eintritt einer Schwangerschaft; ein Maß für die Fruchtbarkeit eines Paares.