Akrosom: kappenartige, enzymhaltige Struktur am Kopf der Samenzelle, die bei der Befruchtung freigesetzt wird; die Akrosomreaktion wird bei Tierversuchen als Funktionsmaß verwendet [s44].
Asthenozoospermie: verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat.
Azoospermie: keine Spermien im Ejakulat nachweisbar.
Biomonitoring: Messung von Schadstoffen oder ihren Abbauprodukten in Körperflüssigkeiten (Blut, Urin, Samen) statt bloßer Erfragung der Exposition, zum Beispiel Bor im Blut [s75] oder 1-Hydroxypyren im Urin [s95].
CASA (Computer-Assisted Sperm Analysis): computergestützte Spermienanalyse, die neben Zahl und Beweglichkeit Bewegungsparameter wie VCL, VSL, VAP und BCF liefert [s49, s104].
Comet-Test (Einzelzell-Gelelektrophorese): Verfahren zum Nachweis von DNA-Strangbrüchen in einzelnen Zellen, auch in Spermien [s115, s175].
DFI (DNA-Fragmentationsindex): Anteil von Spermien mit geschädigter DNA, im SCSA gemessen [s49, s109].
Disomie, Nullisomie, Diploidie, Aneuploidie: Abweichungen der Chromosomenzahl in einer Samenzelle (zwei Kopien statt einer, keine Kopie, doppelter Chromosomensatz bzw. allgemein falsche Zahl) [s188, s167].
Ejakulatvolumen: Menge der abgegebenen Samenflüssigkeit.
Ereignisbezogene Fallserie: Beschreibung von Erkrankten nach einem Ereignis ohne Vergleichsgruppe, zum Beispiel die 2-Brompropan-Vergiftung 1995 [s203].
Fekundität / Fruchtbarkeitsrate: Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft je Zeiteinheit beziehungsweise Zahl der Geburten je Frau; in [s09] als Hazard einer Schwangerschaft gemessen, in [s58] als Gesamtfruchtbarkeitsrate eines Landes.
FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung): Verfahren, bei dem Chromosomen mit fluoreszierenden Sonden markiert werden, um Zahl und Struktur in Spermienkernen zu bestimmen [s117, s188].
Flagellum: Geißel der Samenzelle, die für den Vortrieb sorgt; Defekte des Flagellums sind ein morphologisches Merkmal [s33, s11].
Glykolether: Gruppe organischer Lösungsmittel, die in Farben, Reinigern und Lacken vorkommt [s138, s131].
Healthy-Worker-Effekt: Verzerrung, weil Beschäftigte im Mittel gesünder sind als die Allgemeinbevölkerung, da Kranke den Beruf seltener ausüben oder aufgeben.
Hazard Ratio (HR): Verhältnis der Ereignisraten in zwei Gruppen im Zeitverlauf; bei [s09] HR 0,84 für eine Schwangerschaft innerhalb eines Jahres.
I²: Maß für die Heterogenität in einer Metaanalyse, in Prozent; hohe Werte (zum Beispiel 85,12 % in [s23]) zeigen, dass die Einzelstudien sehr unterschiedliche Ergebnisse haben.
Job-Expositions-Matrix: Tabelle, die Berufen typische Expositionen zuordnet, um Exposition ohne individuelle Messung abzuschätzen [s29, s195].
Karenzzeit: Zeitraum ohne Samenerguss vor der Probenabgabe; beeinflusst Volumen und Zahl und muss standardisiert werden [s147].
Konfidenzintervall (KI): Spanne, in der der wahre Wert mit der gewählten Sicherheit (meist 95 %) liegt; schließt das Intervall bei einer Odds Ratio die 1 ein, ist der Zusammenhang statistisch nicht gesichert.
Malondialdehyd (MDA): Abbauprodukt der Lipidperoxidation, Marker für oxidativen Stress [s06, s46].
Metaanalyse: statistische Zusammenfassung mehrerer Studien zur selben Frage [s23, s78].
Mischungsanalyse: statistisches Verfahren, das die gemeinsame Wirkung mehrerer gleichzeitiger Stoffe untersucht, statt jeden einzeln zu betrachten [s41, s46].
Morphologie: Form der Spermien; als Anteil normal geformter Spermien angegeben. Die Bewertungskriterien unterscheiden sich zwischen Studien [s11].
Nekrozoospermie: hoher Anteil toter Spermien im Ejakulat [s86].
Normozoospermie: Samenparameter im Normbereich der jeweiligen Referenz.
Odds Ratio (OR): Verhältnis der Chancen für ein Ereignis in zwei Gruppen; größer als 1 bedeutet erhöhte Chance in der untersuchten Gruppe.
Oligozoospermie, OAT: erniedrigte Spermienkonzentration; Oligo-Astheno-Terato-Zoospermie bezeichnet die Kombination aus niedriger Zahl, verminderter Beweglichkeit und veränderter Form.
Oxidativer Stress: Ungleichgewicht zwischen reaktiven Sauerstoffverbindungen und antioxidativer Abwehr, das Spermien und ihre DNA schädigen kann [s13, s06]; Marker sind unter anderem ROS, MDA und 8-oxo-dGuo.
PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe): Stoffgruppe aus unvollständiger Verbrennung, etwa in Kokereien [s95].
Progressive Beweglichkeit: Anteil der Spermien, die sich vorwärts bewegen.
Prospektive Kohorte: Studie, in der eine Gruppe in die Zukunft verfolgt wird; das Gegenstück zum Querschnitt [s09, s101].
Pyospermie: Leukozyten im Ejakulat in erhöhter Zahl, Hinweis auf Entzündung [s212].
Querschnittsstudie: Untersuchung zu einem einzigen Zeitpunkt; erlaubt keine Aussage über zeitliche Abfolge.
Reproduktionstoxikum (reprotoxisch): Stoff, der die Fortpflanzung schädigen kann.
SCSA (Sperm Chromatin Structure Assay): Verfahren zur Messung der Chromatin- und DNA-Integrität der Spermien [s49, s166].
SMD / WMD: standardisierte beziehungsweise gewichtete Mittelwertdifferenz, Effektmaß in Metaanalysen [s78, s39].
Sperm-FISH: siehe FISH.
Spermiogramm: Laborbefund der Samenanalyse mit Volumen, Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie und weiteren Parametern.
Störgröße (Confounder): Faktor, der sowohl mit der Exposition als auch mit dem Ergebnis zusammenhängt und einen Zusammenhang vortäuschen kann (zum Beispiel Rauchen).
Teratozoospermie: erhöhter Anteil fehlgeformter Spermien.
TWA (zeitgewichteter Mittelwert): über eine Schicht gemittelte Exposition, etwa Vibration nach ISO 2631-1 [s55].
Varikozele: Venenerweiterung im Hodensack; häufiger Störfaktor in Fruchtbarkeitsstudien [s94, s57].
Vitalität: Anteil lebender Spermien im Ejakulat.
WBGT: Hitzeindex, der Temperatur, Feuchte und Strahlung zusammenfasst [s76].
WHO-Handbuch: Standardwerk für die Samenanalyse; die Auflagen (1999, 2010, 2021) unterscheiden sich in Verfahren und Referenzbereichen [s163, s66, s02].
8-oxo-dGuo: oxidatives DNA-Schadensprodukt, in Spermien als Marker verwendet [s95, s46].