Weitere Berufe: Feuerwehr, Piloten, Militär, Schweißer · Kapitel 21 von 22

Glossar

Akrosom: kappenartige, enzymhaltige Struktur am Kopf der Samenzelle, die bei der Befruchtung freigesetzt wird; die Akrosomreaktion wird bei Tierversuchen als Funktionsmaß verwendet [s44].

Asthenozoospermie: verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat.

Azoospermie: keine Spermien im Ejakulat nachweisbar.

Biomonitoring: Messung von Schadstoffen oder ihren Abbauprodukten in Körperflüssigkeiten (Blut, Urin, Samen) statt bloßer Erfragung der Exposition, zum Beispiel Bor im Blut [s75] oder 1-Hydroxypyren im Urin [s95].

CASA (Computer-Assisted Sperm Analysis): computergestützte Spermienanalyse, die neben Zahl und Beweglichkeit Bewegungsparameter wie VCL, VSL, VAP und BCF liefert [s49, s104].

Comet-Test (Einzelzell-Gelelektrophorese): Verfahren zum Nachweis von DNA-Strangbrüchen in einzelnen Zellen, auch in Spermien [s115, s175].

DFI (DNA-Fragmentationsindex): Anteil von Spermien mit geschädigter DNA, im SCSA gemessen [s49, s109].

Disomie, Nullisomie, Diploidie, Aneuploidie: Abweichungen der Chromosomenzahl in einer Samenzelle (zwei Kopien statt einer, keine Kopie, doppelter Chromosomensatz bzw. allgemein falsche Zahl) [s188, s167].

Ejakulatvolumen: Menge der abgegebenen Samenflüssigkeit.

Ereignisbezogene Fallserie: Beschreibung von Erkrankten nach einem Ereignis ohne Vergleichsgruppe, zum Beispiel die 2-Brompropan-Vergiftung 1995 [s203].

Fekundität / Fruchtbarkeitsrate: Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft je Zeiteinheit beziehungsweise Zahl der Geburten je Frau; in [s09] als Hazard einer Schwangerschaft gemessen, in [s58] als Gesamtfruchtbarkeitsrate eines Landes.

FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung): Verfahren, bei dem Chromosomen mit fluoreszierenden Sonden markiert werden, um Zahl und Struktur in Spermienkernen zu bestimmen [s117, s188].

Flagellum: Geißel der Samenzelle, die für den Vortrieb sorgt; Defekte des Flagellums sind ein morphologisches Merkmal [s33, s11].

Glykolether: Gruppe organischer Lösungsmittel, die in Farben, Reinigern und Lacken vorkommt [s138, s131].

Healthy-Worker-Effekt: Verzerrung, weil Beschäftigte im Mittel gesünder sind als die Allgemeinbevölkerung, da Kranke den Beruf seltener ausüben oder aufgeben.

Hazard Ratio (HR): Verhältnis der Ereignisraten in zwei Gruppen im Zeitverlauf; bei [s09] HR 0,84 für eine Schwangerschaft innerhalb eines Jahres.

I²: Maß für die Heterogenität in einer Metaanalyse, in Prozent; hohe Werte (zum Beispiel 85,12 % in [s23]) zeigen, dass die Einzelstudien sehr unterschiedliche Ergebnisse haben.

Job-Expositions-Matrix: Tabelle, die Berufen typische Expositionen zuordnet, um Exposition ohne individuelle Messung abzuschätzen [s29, s195].

Karenzzeit: Zeitraum ohne Samenerguss vor der Probenabgabe; beeinflusst Volumen und Zahl und muss standardisiert werden [s147].

Konfidenzintervall (KI): Spanne, in der der wahre Wert mit der gewählten Sicherheit (meist 95 %) liegt; schließt das Intervall bei einer Odds Ratio die 1 ein, ist der Zusammenhang statistisch nicht gesichert.

Malondialdehyd (MDA): Abbauprodukt der Lipidperoxidation, Marker für oxidativen Stress [s06, s46].

Metaanalyse: statistische Zusammenfassung mehrerer Studien zur selben Frage [s23, s78].

Mischungsanalyse: statistisches Verfahren, das die gemeinsame Wirkung mehrerer gleichzeitiger Stoffe untersucht, statt jeden einzeln zu betrachten [s41, s46].

Morphologie: Form der Spermien; als Anteil normal geformter Spermien angegeben. Die Bewertungskriterien unterscheiden sich zwischen Studien [s11].

Nekrozoospermie: hoher Anteil toter Spermien im Ejakulat [s86].

Normozoospermie: Samenparameter im Normbereich der jeweiligen Referenz.

Odds Ratio (OR): Verhältnis der Chancen für ein Ereignis in zwei Gruppen; größer als 1 bedeutet erhöhte Chance in der untersuchten Gruppe.

Oligozoospermie, OAT: erniedrigte Spermienkonzentration; Oligo-Astheno-Terato-Zoospermie bezeichnet die Kombination aus niedriger Zahl, verminderter Beweglichkeit und veränderter Form.

Oxidativer Stress: Ungleichgewicht zwischen reaktiven Sauerstoffverbindungen und antioxidativer Abwehr, das Spermien und ihre DNA schädigen kann [s13, s06]; Marker sind unter anderem ROS, MDA und 8-oxo-dGuo.

PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe): Stoffgruppe aus unvollständiger Verbrennung, etwa in Kokereien [s95].

Progressive Beweglichkeit: Anteil der Spermien, die sich vorwärts bewegen.

Prospektive Kohorte: Studie, in der eine Gruppe in die Zukunft verfolgt wird; das Gegenstück zum Querschnitt [s09, s101].

Pyospermie: Leukozyten im Ejakulat in erhöhter Zahl, Hinweis auf Entzündung [s212].

Querschnittsstudie: Untersuchung zu einem einzigen Zeitpunkt; erlaubt keine Aussage über zeitliche Abfolge.

Reproduktionstoxikum (reprotoxisch): Stoff, der die Fortpflanzung schädigen kann.

SCSA (Sperm Chromatin Structure Assay): Verfahren zur Messung der Chromatin- und DNA-Integrität der Spermien [s49, s166].

SMD / WMD: standardisierte beziehungsweise gewichtete Mittelwertdifferenz, Effektmaß in Metaanalysen [s78, s39].

Sperm-FISH: siehe FISH.

Spermiogramm: Laborbefund der Samenanalyse mit Volumen, Konzentration, Beweglichkeit, Morphologie und weiteren Parametern.

Störgröße (Confounder): Faktor, der sowohl mit der Exposition als auch mit dem Ergebnis zusammenhängt und einen Zusammenhang vortäuschen kann (zum Beispiel Rauchen).

Teratozoospermie: erhöhter Anteil fehlgeformter Spermien.

TWA (zeitgewichteter Mittelwert): über eine Schicht gemittelte Exposition, etwa Vibration nach ISO 2631-1 [s55].

Varikozele: Venenerweiterung im Hodensack; häufiger Störfaktor in Fruchtbarkeitsstudien [s94, s57].

Vitalität: Anteil lebender Spermien im Ejakulat.

WBGT: Hitzeindex, der Temperatur, Feuchte und Strahlung zusammenfasst [s76].

WHO-Handbuch: Standardwerk für die Samenanalyse; die Auflagen (1999, 2010, 2021) unterscheiden sich in Verfahren und Referenzbereichen [s163, s66, s02].

8-oxo-dGuo: oxidatives DNA-Schadensprodukt, in Spermien als Marker verwendet [s95, s46].

Alle Kapitel und Anhänge (26)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Berufsklassen, Berufsvergleiche und Arbeitsplatzfragebögen bis Schicht-, Nacht- und Wechselschichtarbeit
  6. Sitzende Tätigkeit, Hitze und Hodentemperatur bis Pestizid-Herstellung und Bromverbindungen
  7. Blei und Batterieherstellung bis Zement und Kernbohrung (Türkei)
  8. Weitere Beobachtungsstudien bis Einordnung der Evidenz im Überblick
  9. Vorbemerkung: Was „klinische Studie“ in diesem Feld bedeutet bis Systematische Übersichten und Metaanalysen
  10. Fahrer und Verkehrsberufe bis Strahlung, elektromagnetische Felder, Luftschadstoffe
  11. Metallurgie und Bergbau (russischsprachiger Raum) bis Fragebogenstudien zur Fruchtbarkeit ohne Samenanalyse
  12. Tierversuche und Experimente an Zellen und Was in der Literatur fehlt
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Japanisch
  16. Koreanisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis
  23. Diagramme
  24. Quellen s01–s104
  25. Quellen s105–s216
  26. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle