Weitere Berufe: Feuerwehr, Piloten, Militär, Schweißer · Kapitel 6 von 22 · Studienlage: Beobachtungsstudien

Sitzende Tätigkeit, Hitze und Hodentemperatur bis Pestizid-Herstellung und Bromverbindungen

Sitzende Tätigkeit, Hitze und Hodentemperatur

Sitzende Arbeit und Spermien-DNA-Integrität [s66]. Gill und Mitarbeiter (Folia Histochemica et Cytobiologica, 2019) verglichen in einer Querschnittsstudie Männer, die mindestens 50 % der Arbeitszeit saßen (≥ 17,5 Stunden pro Woche, n = 152), mit Männern mit weniger als 50 % (n = 102); untersucht wurden die WHO-2010-Standardparameter und die Spermien-DNA-Fragmentation (SDF) mit dem Halosperm-Test. Die Standardparameter unterschieden sich nicht; der SDF-Median betrug 21,00 % gegenüber 16,50 %; niedrige SDF (0 bis 15 %) fand sich seltener (27,63 % gegenüber 45,10 %), hohe SDF (> 30 %) häufiger (30,92 % gegenüber 16,67 %); das OR für „nicht niedrige SDF“ betrug 0,4648, das OR für hohe SDF 2,2381. Stärken: Messung des Chromatinschadens statt nur der Routineparameter. Schwächen: Klinikpopulation; Adjustierung im Abstract nicht beschrieben; Expositionserfassung nur über Selbstangabe.

Sitzende Arbeitsposition in dänischen Fertilitätszentren [s159]. Støy und Mitarbeiter (International Journal of Andrology, 2004) analysierten Proben von 3119 Männern aus vier Zentren (1981 bis 1983); 2517 beantworteten einen Fragebogen, 1747 Männer (18 bis 39 Jahre, mehr als 30 Stunden Arbeit pro Woche) gingen in die Analyse ein. Der Anteil sitzender Arbeit wurde den Berufsbezeichnungen über die Danish Work Environment Cohort Study 1990 zugeordnet. Die Spermienkonzentration betrug 30,6 Millionen/ml im Quintil mit dem niedrigsten Anteil sitzender Arbeit gegenüber 40,5 Millionen/ml im höchsten; der Unterschied war nicht signifikant. Fazit der Autoren: keine Hinweise auf sitzende Arbeit als Risikofaktor für abnorme Samencharakteristika. Stärken: große Fallzahl, berufsbezogene Expositionszuordnung unabhängig von individueller Erinnerung. Schwächen: Zuordnung auf Berufsebene (individuelle Fehlklassifikation möglich); die Proben stammen aus den Jahren 1981 bis 1983, also aus einer anderen Arbeitswelt als heute.

Organochlorverbindungen, sitzende Berufe, Adipositas [s149]. Magnusdottir und Mitarbeiter (Human Reproduction, 2005) verglichen drei Gruppen (25 Männer mit schlechter Samenqualität, 20 mit normaler Samenqualität und idiopathischer Subfertilität, 27 mit normaler Samenqualität und weiblicher Subfertilität). Die Organochlorspiegel unterschieden sich nicht; Männer mit schlechter Samenqualität waren dreimal so häufig adipös; „the prevalence of sedentary work was lowest among men with the best semen quality“. Schwächen: kleine Gruppen, Berufszuordnung nicht näher beschrieben.

Skrotaltemperatur über 24 Stunden, 99 gesunde Männer [s173]. Hjollund und Mitarbeiter (Reproductive Toxicology, 2002) maßen kontinuierlich die Haut-Skrotaltemperatur über 24 Stunden und erhoben mit Fragebogen die sitzende Position. Die Spermienkonzentration sank um 40 % pro 1 °C Anstieg der medianen Tagestemperatur (95 %-KI 8 bis 71 %); ähnliche Ergebnisse zeigten sich für Gesamtzahl, FSH und Inhibin B; Beweglichkeit, Morphologie, pH und Testosteron waren nicht signifikant. Zwischen sitzender Position und Samenqualität fanden sich nur „weak and inconsistent associations“. Die Studie schließt ausdrücklich, dass sitzende Arbeit, obwohl „a strong determinant of scrotal temperature“, keinen Effekt auf die Samenqualität zu haben scheine.

Dänische Pregnancy-Planner-Kohorte, Skrotaltemperatur [s187]. Hjollund und Mitarbeiter (International Journal of Andrology, 2000) maßen bei 60 Männern drei Tage lang die Skrotaltemperatur; die mediane Tagestemperatur betrug 33,3 °C, nachts 34,8 °C; in Phasen sitzender Arbeit lag die mediane Temperatur im Schnitt um 0,7 °C höher (SE = 0,2 °C). Die mediane Spermienkonzentration bei Männern mit mehr als 75 % der Tageswerte über 35 °C betrug 33,4 × 10⁶/ml gegenüber 91,8 × 10⁶/ml bei Männern mit weniger als der Hälfte der Werte über 35 °C (Differenz 58,4; 95 %-KI 25,9 bis 77,8 × 10⁶/ml).

Aktivitäten und Skrotaltemperatur, 101 Männer [s174]. Hjollund und Mitarbeiter (Reproductive Toxicology, 2002) fanden, dass die Temperatur stark mit sitzender Arbeitsposition mit Dosis-Wirkungs-Beziehung korrelierte (weniger als 1 Stunde sitzend: 33,1 °C, mehr als 6 Stunden sitzend: 34,7 °C, jeweils Median); die Variation der sitzenden Arbeit erklärte 31,5 % der Variation der Mediantemperatur über 24 Stunden; sitzende Position in der Freizeit korrelierte nicht. Stärken dieser drei Temperaturstudien: objektive Messung, Dosis-Wirkung. Schwächen: kleine Stichproben; die Temperatur ist ein Zwischenparameter, die direkte Verbindung zwischen sitzender Arbeit und Spermienkonzentration ist in diesen Studien schwach oder fehlt.

Hodenhyperthermie bei berufs- oder varikozelebedingter Hitze [s163]. Dada und Mitarbeiter (Teratogenesis, Carcinogenesis, and Mutagenesis, 2003) untersuchten in einer Querschnittsstudie 122 infertile Männer und 25 fertile Kontrollen (WHO 1999): Azoospermie bei 106, Oligozoospermie bei 16 Männern; 20 azoosperme und 14 oligozoosperme Männer hatten hohe testikulo-epididymale Temperaturen, „either due to occupational exposure to high temperature or varicocele“; alle 14 oligozoospermen Männer hatten einen sehr hohen Anteil morphologisch abnormaler Spermien und eingeschränkte Beweglichkeit (OAT-Gruppe). Das Abstract nennt als bekanntermaßen betroffen Färber, Köche und Hochofenarbeiter. Schwächen: Berufsbedingte und varikozelebedingte Hitze sind nicht getrennt; die Berufe der Probanden werden nicht aufgeschlüsselt; die Aussage zu Köchen und Hochofenarbeitern ist eine Hintergrundannahme der Autoren, kein Studienergebnis.

Hitzearbeit in der Stahlindustrie, Iran [s76]. Hamerezaee und Mitarbeiter (Safety and Health at Work, 2018) verglichen in einem Querschnitt 30 hitzeexponierte und 14 nicht exponierte Arbeiter eines Stahlwerks. Gemessen wurden Skrotal- und Oraltemperatur, Umweltparameter, der Wet-Bulb-Globe-Temperature-Index (WBGT, ISO 7243) und der Predicted-Heat-Strain-Index (PHS, ISO 7933), dazu eine WHO-Spermaanalyse. Die zeitgewichteten Mittelwerte von WBGT und PHS lagen mit 35,76 °C bzw. 491,56 W/m² über den Grenzwerten. Die Unterschiede zwischen den Gruppen bei Umwelt-, physiologischen und Spermienparametern (Ausnahme: pH) waren signifikant; die Spermienparameter der Exponierten lagen noch im Grenzbereich des normozoospermen Bereichs und waren signifikant niedriger als die der Kontrollen. Der Recherchebericht nennt zusätzlich negative Korrelationen von WBGT und PHS mit Volumen, Morphologie, Beweglichkeit und Zahl (p < 0,05) sowie eine „negative“ Korrelation mit Skrotal- und Oraltemperatur; im bei Europe PMC abgerufenen Abstract sind die p-Werte und Richtungen dieser Sätze abgeschnitten und nicht prüfbar. Die Aussage zur Korrelation mit der Körpertemperatur ist vermutlich ungenau wiedergegeben (physiologisch wäre eine positive Korrelation zu erwarten) und sollte im Volltext geprüft werden. Stärke: gemessene Hitzeindizes. Schwächen: sehr kleine Gruppen. Das Abstract empfiehlt den WBGT als nützlichen Index.

Berufliche Hitzeexposition und Fertilitätsstress, Xinjiang [s05]. Han und Mitarbeiter (American Journal of Men's Health, 2026) rekrutierten in einer klinikbasierten Querschnittsstudie von Mai 2021 bis April 2023 in der Kinderwunschabteilung eines Universitätskrankenhauses 485 Männer (Paare mit unerfülltem Kinderwunsch seit zwölf Monaten, männlicher Faktor vermutet). Gruppen nach dem WHO-Handbuch (6. Auflage): „niedrige Spermienqualität“ (n = 229; Konzentration unter 16 × 10⁶/ml oder progressive Beweglichkeit unter 30 %) und „normal“ (n = 256). Erhoben wurden soziale Unterstützung (SSRS), fertilitätsbezogene Lebensqualität (FertiQoL) und Fertilitätsstress (FPI); rückwärtsschrittweise logistische Regression. Berufliche Hitzeexposition war in der Gruppe mit niedriger Spermienqualität häufiger (8,73 % gegenüber 1,95 %; p = 0,002; 20 von 25 Exponierten gehörten zur Gruppe mit niedriger Qualität) und in der multivariablen Analyse der stärkste Risikofaktor (bereinigtes OR 4,188; 95 %-KI 1,527 bis 11,484; p = 0,005). Höhere Bildung war schützend (OR 0,624; 95 %-KI 0,415 bis 0,937; p = 0,023); Fertilitätsstress zeigte einen Trend (OR 1,005 pro Punkt; 95 %-KI 1,000 bis 1,011; p = 0,068). Lärmexposition (12,99 % insgesamt; p = 0,456) und Kontakt mit Gefahrstoffen (10,10 % insgesamt; p = 0,476) unterschieden die Gruppen nicht. Gesamtwert des Fertilitätsstresses 168,22 ± 33,85 gegenüber 161,30 ± 34,37 (p = 0,026); FertiQoL-Gesamtwert im Median 68,38 gegenüber 70,59 (p = 0,044); hohe soziale Unterstützung bei 17,03 % gegenüber 26,56 % (p für die Stufenverteilung 0,032). Stärken: validierte Skalen, WHO-Kriterien, multivariable Auswertung. Schwächen: Das Konfidenzintervall der Hitzeexposition ist sehr weit, weil nur 25 Männer exponiert waren (Hinweis der Autoren); Querschnitt, keine Kausalaussage; eine einzige Probe pro Mann; ein einziges Zentrum; Männer einer Kinderwunschambulanz sind eine Auswahl; wie die Hitzeexposition erfasst wurde, beschreibt das Abstract nicht.

Einordnung: Hodentemperatur und Spermienkonzentration hängen in Studien mit direkter Messung zusammen [s173, s187]. Ob lange sitzende Berufstätigkeit die konventionellen Spermienparameter tatsächlich verschlechtert, ist widersprüchlich: kein Zusammenhang in [s159] und [s173]; Hinweise auf Nachteile für die Beweglichkeit in [s109] und [s125] und für die progressive Beweglichkeit in der IT-Branche in [s53]. Für den DNA-Fragmentationsindex zeigen zwei Studien [s66, s109] eine Verschlechterung. Die AUA/ASRM-Leitlinie weist ausdrücklich darauf hin, dass für Hitzeexposition keine systematische Übersicht die Einschlusskriterien erfüllte [s27].

Bildschirm- und Computerarbeit

Computerexposition, Shanghai [s152]. Sun und Mitarbeiter (Asian Journal of Andrology, 2005) verglichen 91 Männer mit Computerexposition (mindestens 20 Stunden pro Woche in den letzten zwei Jahren) mit 87 Kontrollen. Es gab keine Unterschiede in Volumen, Dichte, progressivem Anteil, Vitalität und normaler Morphologie; Computerexposition war nach Adjustierung (Karenzzeit, Hodengröße, Beruf, Toxinexposition) kein Risikofaktor.

Computerberufe in Urumqi [s133]. He und Mitarbeiter (Zhonghua nan ke xue, 2008; chinesischsprachig, englisches Abstract) untersuchten 224 Männer einer Männerklinik (118 in Computerberufen, 106 ohne) und 125 normale fertile Kontrollen. Gegenüber den Normalkontrollen waren Volumen, Konzentration, Vitalität und Beweglichkeit in beiden Patientengruppen signifikant niedriger (p < 0,05 bis 0,01) und die Verflüssigungszeit länger. Bei Computerbeschäftigten waren Volumen, Vitalität und Beweglichkeit niedriger als bei Patienten ohne Computerberuf (p < 0,05). In den Nutzungsgruppen von 0 bis 5, 6 bis 10 und über 10 Stunden pro Tag waren diese Parameter jeweils abgesenkt; bei mehr als zehn Stunden täglich waren Konzentration, Vitalität und Beweglichkeit niedriger als in den beiden anderen Gruppen (p < 0,05 bis 0,01). Schlussfolgerung der Autoren: Computerberuf sei mit abnormer Spermienqualität verbunden. Schwächen: Der Vergleich Patienten gegen Gesunde ist wenig aussagekräftig, der Vergleich zwischen den Patientengruppen aussagekräftiger; Alter, Rauchen und Hodentemperatur werden im Abstract nicht genannt; die Nutzungsdauer ist selbst berichtet; Effektgrößen fehlen.

Polnische Computeroperateure [s209]. Fracki und Mitarbeiter (Ginekologia Polska, 1994; polnisch, englisches Abstract) wählten aus 2376 infertilen Patienten (1986 bis 1991) 20 professionelle Computeroperateure (26 bis 40 Jahre, mindestens 5 Stunden täglich, 2 bis 12 Jahre; 0,8 % der Patienten). Mittlere Zahl 45,5 ± 23,7 × 10⁶/ml, Anteil normal beweglicher Spermien 21,5 ± 12,2 %, pathologischer Formen 26,6 ± 6,1 %; der Anteil normal beweglicher Spermien war bei allen vermindert; der Anteil pathologischer Formen nahm signifikant mit den Arbeitsjahren zu. Schwächen: Fallserie ohne Kontrollgruppe, Klinikselektion.

Einordnung: Gemeinsam mit [s42] (Computerzeit und Gesamtbeweglichkeit) und [s120] (Bildschirmarbeit, OR 8,01) ist die Evidenz zur Bildschirmarbeit uneinheitlich: Die adjustierte Vergleichsstudie [s152] findet keinen Zusammenhang, die Klinikstudien [s133, s209, s42, s120] sehen Nachteile.

Schwere körperliche Arbeit

LIFE-Studie [s101]. Eisenberg und Mitarbeiter (Fertility and Sterility, 2015) beobachteten prospektiv 501 Paare nach Absetzen der Verhütung bis zu einem Jahr; 473 Männer (94 %) gaben eine Samenprobe, 80 % eine zweite (Heimsammlung mit Analyse am Folgetag); 456 Männer mit vollständigen Daten (mittleres Alter 31,8 Jahre). Schwere körperliche Anstrengung bei der Arbeit war konsistent mit niedrigerer Konzentration und Gesamtzahl assoziiert; 13 % der Männer mit schwerer Anstrengung hatten eine Oligospermie gegenüber 6 % der Männer ohne Anstrengung. Schichtarbeit, Nachtarbeit, Vibration, Lärm, Hitze und langes Sitzen waren nicht mit der Samenqualität assoziiert. Hoher Blutdruck war mit niedrigeren Morphologiewerten verbunden (17 % gegenüber 21 %). Stärken: prospektive Kohorte, Männer mit Kinderwunsch ohne Infertilitätsselektion, hohe Teilnahme. Schwächen: Exposition per Selbstauskunft; Fallzahlen je Expositionsgruppe im Abstract nicht ausgewiesen.

Körperliche Arbeitsbelastung, Spermalabor [s04]. Efrat und Mitarbeiter (Andrology, 2026) untersuchten in einer Querschnittsstudie 280 Männer (von 593) einer Spermalabor-Population nach WHO-Kriterien mit validierten Fragebögen. Alle Merkmale beruflicher körperlicher Aktivität außer Sitzen waren signifikant mit Spermienparametern assoziiert. Schwitzen bei der Arbeit war negativ assoziiert mit Konzentration, Morphologie und Beweglichkeit (Spearman r = −0,14 bis −0,18, alle p < 0,05); körperliche Müdigkeit bei der Arbeit mit Gesamtzahl, Konzentration, Morphologie und Beweglichkeit (r = −0,15 bis −0,26, alle p < 0,05). In der hierarchischen Regression sagte körperliche Müdigkeit niedrigere Konzentration und Morphologie unabhängig voraus (β = −0,17 bzw. −0,29; p < 0,01). Stärken: validierte Fragebögen, Adjustierung. Schwächen: sehr kleine Korrelationen; Selektion durch Ausschlusskriterien (280 von 593); kein Berufsbezug im engeren Sinn. Zusammen mit [s101] stützt dies, dass schwere körperliche Arbeit ein konsistenterer Hinweis ist als sitzende Arbeit.

Psychosozialer Arbeitsstress

Arbeitsstress und soziale Unterstützung, 384 chinesische Beschäftigte [s71]. Zou und Mitarbeiter (Chongqing, Journal of Psychosomatic Research, 2019) führten von April 2014 bis Dezember 2015 eine Querschnittsstudie an 384 erwachsenen männlichen Beschäftigten durch (chinesische Fassung des Job Content Questionnaire, 22 Items). Hoher Arbeitsstress ging mit einem höheren Risiko einher, unter die WHO-Grenzwerte zu fallen: Konzentration OR 2,14 (95 %-KI 1,24 bis 3,68; p = 0,006), Gesamtzahl OR 1,95 (95 %-KI 1,13 bis 3,36; p = 0,02). Bei hoher sozialer Unterstützung zeigte sich kein Zusammenhang (p = 0,80 bzw. 0,39); Interaktion für Konzentration p = 0,002 und Gesamtzahl p = 0,02. Stärken: validiertes Instrument, Effektmodifikation geprüft. Schwächen: Querschnitt; Selbstauskunft; Berufe nicht aufgeschlüsselt; Stress und Fertilitätsgedanken können sich gegenseitig beeinflussen, umgekehrte Kausalität ist nicht auszuschließen.

Kalifornien, Arbeits- und Lebensstress [s108]. Janevic und Mitarbeiter (Fertility and Sterility, 2014) untersuchten 193 Männer der Child Health and Development Studies (2005 bis 2008): Wahrgenommener Stress war invers mit der Konzentration (b = −0,09 × 10³/ml; 95 %-KI −0,18 bis −0,01), der Beweglichkeit (b = −0,39; 95 %-KI −0,79 bis 0,01) und der Morphologie (b = −0,14; 95 %-KI −0,25 bis −0,04) assoziiert; zwei oder mehr belastende Lebensereignisse mit geringerer Beweglichkeit (b = −8,22; 95 %-KI −14,31 bis −2,13). Jobstrain war nicht mit Spermienparametern assoziiert.

Dänemark, Jobstrain und Fruchtbarkeit [s157]. Hjollund und Mitarbeiter (Epidemiology, 2004) verfolgten prospektiv 399 Paare bei der ersten Schwangerschaftsplanung (bis zu sechs Zyklen): Nach Adjustierung gab es keine Assoziation zwischen irgendeinem Jobstrain-Merkmal und Samenmerkmalen oder Sexualhormonen; auch die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit war nicht verändert. Fazit: Psychischer Jobstrain in normalen dänischen Berufen scheine die männliche Fortpflanzungsfunktion nicht zu beeinflussen. Zusammen mit [s108] stehen sich Studien ohne und Studien mit Stressassoziation gegenüber.

Produktionsstress, Moskau [s11]. Tkachev und Tkacheva (Moskau, 2026) verglichen in einer privaten Reproduktionsklinik (2020 bis 2025) 56 Männer mit mehr als einem Jahr „Produktionsstress“ (Mittel 9,8 Jahre), die wegen Fertilitätsstörungen kamen, mit 25 „praktisch gesunden“ Kontrollen (25 bis 45 Jahre; Ausschluss urogenitaler Diagnosen und Hormonersatz). Mittelwerte ± Fehlerangabe (Stress gegenüber Kontrollen): Gesamtzahl 18,90 ± 1,02 gegenüber 42,48 ± 2,33 Mio.; Konzentration 13,92 ± 0,52 gegenüber 35,88 ± 1,99 Mio./ml; progressiv bewegliche Spermien 22,13 ± 1,01 gegenüber 38,72 ± 1,09 %; tote Spermien 41,40 ± 0,74 gegenüber 20,16 ± 0,62 %; morphologisch normal 28,17 ± 0,86 gegenüber 90,56 ± 0,85 %; Gesamttestosteron 13,24 ± 0,44 gegenüber 23,80 ± 0,69 nmol/l; freies Testosteron 7,24 ± 0,35 gegenüber 12,32 ± 0,33 ng/ml; Östradiol 0,27 ± 0,01 gegenüber 0,17 ± 0,01 nmol/l; Prolaktin 551,04 ± 9,53 gegenüber 231,33 ± 4,10 mIE/l; Cortisol 288,05 ± 4,26 gegenüber 205,62 ± 2,58 nmol/l; Insulin 31,46 ± 0,76 gegenüber 20,76 ± 0,79 µIE/ml; LH 3,82 ± 0,15 gegenüber 3,53 ± 0,16 mIE/ml; FSH 4,88 ± 0,21 gegenüber 4,61 ± 0,20 mIE/ml. Die Autoren berichten p < 0,001 für Gesamtzahl, Konzentration, progressive Beweglichkeit, Nekrospermie, normale Morphologie, Testosteron (gesamt und frei), Östradiol, Prolaktin, Cortisol und Insulin; LH und FSH lagen im Referenzbereich; berichtet werden außerdem mehr Akrosomdefekte und um 6,97 Prozentpunkte mehr Defekte des Flagellums (p < 0,001). Stärken: Hormone und Samen in derselben Stichprobe, Ausschluss urogenitaler Erkrankungen. Schwächen: Selektionsfehler (Patienten mit Fertilitätsproblem gegenüber „praktisch gesunden“ Kontrollen); „Produktionsstress“ ist nicht quantifiziert, Beruf und Branche sind nicht genannt; die Fehlerangaben sind sehr klein (vermutlich Standardfehler, im Text nicht erklärt); der Anteil morphologisch normaler Spermien bei den Kontrollen (90,56 %) ist mit der Bewertung nach WHO-Kriterien kaum vereinbar, was auf ein weiter gefasstes Morphologiekriterium hindeutet und den Vergleich mit internationalen Studien unmöglich macht.

Einordnung: Der psychische Arbeitsstress ist nur in Querschnitt- und Klinikstudien mit Nachteilen verbunden [s71, s108, s11, s120, s198]; die einzige größere prospektive Studie ohne Fertilitätsselektion [s157] findet nichts. Das Scoping Review [s12] stuft die Befunde zu Jobstrain als nicht schlüssig ein.

Lösungsmittel, Glykolether und Benzol

Glykolether, Pariser Stadtverwaltung [s138]. Multigner und Mitarbeiter (Occupational and Environmental Medicine, 2007) untersuchten in einer Querschnittsstudie 109 Männer der Pariser Stadtverwaltung (Berufs- und Produktzuordnung für 1990 bis 2000; sechs Urinmetaboliten). Frühere Glykolether-Exposition war mit erhöhtem Risiko für Konzentration, schnelle progressive Beweglichkeit und morphologisch normale Spermien unter den WHO-Referenzwerten verbunden; die aktuelle Exposition war niedrig und nicht mit Samenqualität oder Hormonen korreliert. Die Autoren folgern, die heute verbreiteten Glykolether wirkten wahrscheinlich nicht, die früher häufigeren möglicherweise langfristig.

Glykolether in Großbritannien, CHAPS-UK [s131]. Cherry und Mitarbeiter (Occupational and Environmental Medicine, 2008) werteten eine Fall-Referenz-Studie an 14 Kliniken (1999 bis 2002) aus: Unter 2118 beschäftigten Männern waren 874 (41,3 %) Fälle (niedrige motile Spermienkonzentration). Die unadjustierte OR für mäßige und hohe Glykolether-Exposition betrug 1,70 (95 %-KI 1,11 bis 2,61) und 2,54 (95 %-KI 1,24 bis 5,21); nach Adjustierung mäßig 1,46 (95 %-KI 0,93 bis 2,28), hoch 2,25 (95 %-KI 1,08 bis 4,69). Kein anderer beruflicher Risikofaktor wurde identifiziert. Stärken: Fallzahl, Bewertung durch verblindete Arbeitshygieniker, Spermienbeweglichkeit zentral aus Videos beurteilt. Schwächen: Klinikpopulation; Expositionsbewertung relativ zu britischen Normen.

Benzol in der Arzneimittelindustrie, Indien [s116]. Katukam und Mitarbeiter (Genetic Testing and Molecular Biomarkers, 2012) verglichen 160 exponierte Industriearbeiter mit 200 Kontrollen. Die makroskopischen Parameter blieben unverändert; dauerabhängig nahmen Gesamtzahl und Beweglichkeit ab (p < 0,05), abnorme Morphologie zu (p < 0,01), und die Komet-Schweiflänge im Comet-Assay war länger (p < 0,01). Die Gruppenunterschiede werden nur als Dauerabhängigkeit berichtet; eine Kontrolle von Störgrößen ist im Abstract nicht beschrieben.

Benzol, Toluol, Xylol in Ningbo [s196, s183]. Xiao und Mitarbeiter (Chinese Medical Journal, 1999; Industrial Health, 2001) untersuchten 24 verheiratete Arbeiter aus Schuhherstellung, Spritzlackierung oder Farbenfabriken. Benzol, Toluol und Xylol wurden per Headspace-Chromatographie in Blut und Samen bestimmt; hinzu kamen Routinesamenanalyse und Akrosin-Aktivität. In Blut und Samen einiger (auch ehemaliger) Arbeiter fanden sich die Lösungsmittel an Arbeitsplätzen, an denen die Luftkonzentration den höchsten zulässigen Wert überschritt; bei den Kontrollen nicht. Der Anteil des Samens mit einer Verflüssigungszeit über 30 Minuten war erhöht; Vitalität, Beweglichkeit und Akrosin-Aktivität waren niedriger; die Verflüssigungszeit korrelierte positiv mit dem Toluolgehalt im Samen, Vitalität, Beweglichkeit und Akrosin-Aktivität korrelierten negativ mit der Beschäftigungsdauer [s196]. Die zweite Arbeit [s183] ergänzte die Laktatdehydrogenase C4 (LDH-C4): Mittlere Akrosin-Aktivität, Gamma-GT-Aktivität und relative LDH-C4-Aktivität waren bei den Exponierten niedriger, die Fruktosekonzentration höher; negative Korrelationen bestanden zwischen Vitalität, Beweglichkeit, Akrosin-Aktivität oder LDH-C4-Aktivität und der Beschäftigungsdauer. Es handelt sich wahrscheinlich um dieselben 24 Arbeiter (gleiche Autoren, gleiche Zahl; ein Abgleich war anhand der Abstracts nicht möglich); beide Texte sind daher nicht als zwei unabhängige Belege zu behandeln. Schwächen: 24 Exponierte, Kontrollgruppen und Einzelwerte nicht beschrieben, drei Gewerke ohne Aufschlüsselung. Diese Arbeiten sind die einzigen, in denen Spritzlackierer erwähnt sind; Maler und Lackierer insgesamt werden in einem anderen Kapitel behandelt, die Befunde betreffen hier benzol- und lösungsmittelbelastete Arbeitsplätze.

Niedrig konzentrierte Benzolgemische, Nanjing [s189]. Wang und Mitarbeiter (Zhonghua yu fang yi xue za zhi, 2000) führten Umwelt- und Biomonitoring bei 126 exponierten und 60 nicht exponierten Beschäftigten eines großen petrochemischen Konzerns und eines Chemiefaserkonzerns durch; Samenanalysen gab es bei 70 exponierten Männern, 90 internen und 132 externen Kontrollen; bei Frauen wurde das Urin-β-hCG bestimmt. Die Benzolkonzentration lag bei 0,7 bis 27,0 mg/m³; die Urin-Muconsäure korrelierte mit der Luftkonzentration (r = 0,64; p = 0,03). Progression und Beweglichkeit der Spermien waren in der exponierten Gruppe (1,97 ± 0,63 und 0,55 ± 0,16) und der internen Kontrolle (1,97 ± 0,69 und 0,55 ± 0,17) niedriger als in der externen Kontrolle (2,56 ± 0,61 und 0,60 ± 0,13; p < 0,05); Fehlformraten waren höher (p < 0,01); Gesamtanomalie 85,71 % (exponiert), 70,00 % (intern), 76,51 % (extern; p < 0,05). Sehr früher Fruchtverlust bei Frauen: 10,42 % und 9,60 % in der exponierten und internen Kontrollgruppe gegenüber 5,09 % extern (p < 0,05). Stärken: externe und interne Kontrollgruppen, Biomonitoring. Schwächen: Die interne Kontrolle (vermutlich Beschäftigte derselben Betriebe ohne Benzol-Exposition) war im Samen genauso verändert wie die Exponierten; das spricht für andere gemeinsame Betriebsfaktoren oder Unterschiede zur externen Kontrolle und gegen eine Benzolwirkung allein. Die Autoren schreiben nur, die Exposition „möge korreliert sein“.

Benzol und Spermien-DNA, Shenzhen [s151]. Song und Mitarbeiter (Zhonghua nan ke xue, 2005) untersuchten 27 Arbeiter mit mehr als zwei Jahren Benzolexposition und 35 Kontrollen. Benzol in der Arbeitsplatzluft betrug 86,49 ± 2,83 mg/m³, nach Angabe der Autoren das Doppelte des nationalen Höchstwerts; Muconsäure im Urin 1,40 ± 0,62 mg/l gegenüber 0,82 ± 0,16 mg/l. Nach Einzelzell-Gelelektrophorese betrug der Anteil der DNA im Kopf 70,18 ± 7,36 % bei den Exponierten (n = 13) gegenüber 90,62 ± 2,94 % bei den Kontrollen (n = 16; p < 0,001). Schwächen: nur 13 und 16 Proben analysiert; sehr hohe Exposition; Rauchen und Alter nicht genannt.

Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) an Spermien bei Benzolarbeitern [s188, s181, s167, s161, s117]. Fünf Arbeiten aus Guangzhou, Zhongshan, Tianjin und Berkeley untersuchten Chromosomenzahl und -struktur in Spermienkernen. Zwei nennen dieselbe zeitgewichtete Benzolkonzentration (42,29 mg/m³ [s167, s161]), zwei eine andere (86,49 mg/m³ [s151, s181]); die Kollektive sind daher wahrscheinlich teilweise identisch oder stammen aus demselben Betrieb und sind nicht als unabhängige Replikationen zu werten.

  • [s188] (Liu und Mitarbeiter, 2000, Geschlechtschromosomen): Benzol im Geometrischen Mittel 83,95 mg/m³; 74 517 Spermienkerne von 13 Exponierten, 89 662 von 13 Kontrollen. Disome Spermien für X, Y und XY: 0,15 ± 0,05 %, 0,13 ± 0,05 %, 0,20 ± 0,11 % gegenüber 0,10 ± 0,04 %, 0,10 ± 0,04 %, 0,13 ± 0,06 %. Statistisch verschieden waren die X-Disomie (0,15 % gegenüber 0,10 %) und die gesamte Disomie (0,48 % gegenüber 0,33 %).
  • [s181] (Li und Mitarbeiter, 2001, Chromosomen 9 und 18): Benzol 86,49 mg/m³; 14 Exponierte (136 401 Spermien) und 16 Kontrollen (156 955). Disomie Chromosom 9: 0,168 ± 0,063 % gegenüber 0,050 ± 0,030 %; Chromosom 18: 0,055 ± 0,031 % gegenüber 0,033 ± 0,025 %; Diploidie 0,073 ± 0,045 % gegenüber 0,040 ± 0,036 %; Nullisomie Chromosom 9: 0,206 ± 0,047 % gegenüber 0,067 ± 0,037 %, Chromosom 18: 0,068 ± 0,044 % gegenüber 0,048 ± 0,034 %; alle numerischen Aberrationen zusammen 0,570 ± 0,144 % gegenüber 0,218 ± 0,071 %.
  • [s167] (Liu und Mitarbeiter, 2003, Chromosomen 1 und 18, numerisch und strukturell): Benzol 42,29 mg/m³; 15 Exponierte (144 282 Spermien) und 14 Kontrollen (135 937). Disomie Chromosom 1: 0,088 ± 0,041 % gegenüber 0,045 ± 0,024 %; Chromosom 18: 0,087 ± 0,049 % gegenüber 0,035 ± 0,028 %; Nullisomie Chromosom 1: 0,11 ± 0,059 % gegenüber 0,048 ± 0,018 %; Chromosom 18: 0,075 ± 0,035 % gegenüber 0,045 ± 0,024 %. Terminale Duplikation und Deletion von 1p: 0,16 ± 0,037 % und 0,14 ± 0,053 % gegenüber 0,082 ± 0,023 % und 0,069 ± 0,028 %; zentromerische Duplikation und Deletion: 0,10 ± 0,035 % und 0,10 ± 0,041 % gegenüber 0,075 ± 0,023 % und 0,060 ± 0,029 %. Diploidie unverändert.
  • [s161] (Zhao und Mitarbeiter, 2004, Chromosomen 7 und 8): Benzol 42,29 mg/m³; 15 Exponierte (155 721 Kerne) und 12 Kontrollen (123 771). Diploidie 0,129 % gegenüber 0,055 %; Disomie Chromosom 7: 0,170 % gegenüber 0,053 %, Chromosom 8: 0,078 % gegenüber 0,033 %; Nullisomie Chromosom 7: 0,165 % gegenüber 0,056 %, Chromosom 8: 0,088 % gegenüber 0,029 %; alle numerischen Aberrationen 0,745 % gegenüber 0,289 %.
  • [s117] (Marchetti und Mitarbeiter, Tianjin, Environmental Health Perspectives, 2012; China Benzene and Sperm Study): 30 benzolexponierte und 11 nicht exponierte Arbeiter; Exposition nach Urinbenzol (Mediane 2,9, 11,0 und 110,6 µg/l) in niedrig, mäßig, hoch; Mediane der Luftkonzentration 1,2, 3,7 und 8,4 ppm. Adjustierte Inzidenzratenverhältnisse (IRR) für alle strukturellen Aberrationen zusammen: 1,42 (95 %-KI 1,10 bis 1,83), 1,44 (1,12 bis 1,85) und 1,75 (1,36 bis 2,24) in der niedrigen, mäßigen und hohen Gruppe; für die Deletion 1p36.3 allein 4,31 (1,18 bis 15,78), 6,02 (1,69 bis 21,39) und 7,88 (2,21 bis 28,05); Chromosomenbrüche nur in der hohen Gruppe erhöht (IRR 1,49; 1,10 bis 2,02). Stärken: abgestufte Expositionsgruppen, Dosis-Wirkungs-Muster, Konfidenzintervalle, Biomarker der Exposition. Schwächen laut Volltext: Exposition nur zweimal innerhalb von etwa einem Monat vor der Probe erfasst; viele Einzeltests ohne Korrektur; Healthy-Worker-Effekt; sehr kleine Gruppen (11 Unexponierte); Verzerrung durch Unterschiede zwischen exponierten und nicht exponierten Betrieben möglich.

Gemeinsame Bewertung der Benzolstudien: Alle zeigen in die gleiche Richtung (mehr Chromosomenabweichungen, geringere Beweglichkeit, mehr DNA-Strangbrüche), bei jeweils wenigen Dutzend Beschäftigten und mit Expositionen, die nach den Abstracts über den damaligen nationalen Höchstwerten lagen (bei 42,29 mg/m³ wird ein Höchstwert von 6 mg/m³ gegenübergestellt; bei 86,49 mg/m³ ist vom Doppelten des Höchstwerts die Rede, mit unterschiedlichen Bezugsgrößen, sodass die Höchstwerte nicht abgeglichen werden konnten). Die Aussagekraft für heutige Arbeitsplätze ist gering, die Konsistenz der Richtung dagegen auffällig.

N,N-Dimethylformamid in der Kunstlederindustrie [s154]. Chang und Mitarbeiter (Tainan, Fertility and Sterility, 2004) untersuchten 12 DMF-exponierte Arbeiter einer Kunstlederfabrik und 8 sozioökonomisch angeglichene Kontrollen aus einem Nachbarbetrieb (Atemzonenmessung über die ganze Schicht, Urin-N-Methylformamid, NMF). Die Beweglichkeit war sowohl mikroskopisch als auch per CASA signifikant erniedrigt; die Bewegungsparameter hingen dosisabhängig mit NMF im Urin zusammen, aber nicht mit DMF in der Luft. Die Autoren vermuten den aktiven Metaboliten NMF als verantwortlich. Schwächen: 20 Männer insgesamt, Zahlenwerte fehlen im Abstract, Kontrolle aus anderem Betrieb.

Fallbericht Laborarbeiter, Lösungsmittel [s178]. Chang und Mitarbeiter (Environmental Health Perspectives, 2001) beschreiben einen 34-jährigen Laborarbeiter mit Asthenozoospermie; nach Ausfall der Lüftung von August 1996 bis April 1997 wurde seine mögliche Chloroformexposition auf das 10- bis 50-fache des zulässigen Grenzwerts rekonstruiert. Der Fall belegt keine Kausalität; ein Einfluss von Chloroform lasse sich nicht ausschließen.

Textilarbeiter, Lösungsmittel und Metalle [s06]. Madhan Kumar und Mitarbeiter (Journal of Biochemical and Molecular Toxicology, 2026) verglichen in einer Fall-Kontroll-Studie 60 teratozoosperme Männer mit beruflicher Exposition gegenüber Lösungsmitteln und Schwermetallen mit 30 normozoospermen Kontrollen ohne bekannte Exposition. Die Exponierten hatten erhöhte reaktive Sauerstoffspezies (32,0 ± 9,0 gegenüber 15,0 ± 5,0) und Malondialdehyd (4,8 ± 1,1 gegenüber 2,1 ± 0,6 nmol/ml), niedrigere Antioxidantien (p < 0,05), weniger akrosomintakte Spermien (38,3 % ± 9,2 % gegenüber 62,4 % ± 10,1 %), mehr DNA-Fragmentation und höhere Cadmium-, Blei- und Chromwerte. Wichtigste Schwäche: Die Gruppen unterscheiden sich schon durch die Auswahl (teratozoosperm gegenüber normozoosperm); die Studie zeigt Mechanismen bei bereits erkrankten Männern, belegt aber keinen Effekt der Exposition auf die Spermienqualität.

Einordnung. Die Metaanalyse [s78] stützt die Befunde für Volumen und Konzentration bei Lösungsmitteln, die Fall-Kontroll-Studien [s195, s125, s120] sehen einen Zusammenhang, die tunesische Fragebogenstudie [s86] sieht keinen. Die Datenlage ist am dichtesten bei Benzol und Glykolethern, bleibt aber auf kleine Gruppen und teils hohe, nicht mehr aktuelle Expositionen beschränkt.

Kunststoffherstellung, Weichmacher und Bisphenol A

Styrol in der Kunststoffverarbeitung [s193, s175, s169]. In der ASCLEPIOS-Studie [s193] (Kolstad und Mitarbeiter, 1999) wurden Proben von 23 Arbeitern bei der Einstellung und nach 6 Monaten Styrolexposition in der Herstellung glasfaserverstärkter Kunststoffe mit 21 nicht exponierten Männern verglichen (die Vergleichsgruppe bestand aus Landwirten und dient hier nur als Kontrolle). Die Spermiendichte sank von 63,5 auf 46,0 Millionen/ml, die Gesamtzahl wurde nahezu halbiert (Ausgangswert 175 Millionen pro Ejakulat); bei internen Expositionswerten (Mandelsäure im Urin) zeigte sich jedoch kein Zusammenhang, wohl aber für DNA-Denaturierungsmuster bei kleinen Zahlen; die Autoren stufen die Befunde als vorläufig und inkonsistent ein. In der Studie [s175] (Migliore und Mitarbeiter, 2002; 46 exponierte Arbeiter, 27 Kontrollen) gab es keine Unterschiede in Standardparametern, aber einen deutlichen Unterschied im Comet-Assay (P < 0,001). Die Sperma-FISH-Analyse [s169] (Naccarati und Mitarbeiter, 2003; 18 Exponierte, 13 Kontrollen, Proben mit normalen Parametern) zeigte keinen signifikanten Unterschied in Aneuploidie und Diploidie; bei Nichtrauchern war die Nullisomie der Geschlechtschromosomen erhöht (kleine Untergruppe), und Rauchen sowie Alter hatten größeren Einfluss als Styrol.

PVC-Granulat und Weichmacher DEHP [s118]. Huang und Mitarbeiter (Kaohsiung, Fertility and Sterility, 2011) untersuchten 45 Arbeiter zweier taiwanischer PVC-Werke und teilten sie nach der medianen persönlichen DEHP-Konzentration in der Atemluft (23,7 µg/m³) ein. In der hoch exponierten Gruppe waren die Neigung zur DNA-Denaturierung (αT), der DNA-Fragmentierungsindex (DFI) und der Kaffeekonsum erhöht. Nach Adjustierung für Kaffee, Rauchen und Alter bestanden positive Assoziationen von DEHP mit αT (β = 0,038) und DFI (β = 0,140) und eine negative mit der Beweglichkeit (β = −0,227). Stärken: personenbezogene Luftmessung, Adjustierung für Störgrößen. Schwächen: 45 Männer, keine Konfidenzintervalle im Abstract, Stoffgemisch in PVC-Werken.

Bisphenol A, Pilotstudie [s129]. Xiao und Mitarbeiter (Ningbo, Zhonghua lao dong wei sheng zhi ye bing za zhi, 2009; chinesischsprachig) verglichen 20 BPA-exponierte mit 16 Kontrollarbeitern ähnlichen Alters und ähnlicher körperlicher Aktivität. BPA im Blut fand sich bei 94,4 % der Exponierten (Median 101,94 µg/l) und bei 18,8 % der Kontrollen (Median 0 µg/l). Die Spermiendichte der Exponierten betrug (68,65 ± 44,00) × 10⁶/ml gegenüber (118,56 ± 98,36) × 10⁶/ml bei den Kontrollen. Zwischen schnell vorwärts beweglichen Spermien und BPA im Blut bestand ein positiver Zusammenhang (r = 0,44; p < 0,01), zwischen dem Anteil normaler Spermien und BPA ein negativer (r = −0,62; p = 0,01). Schwächen: Pilotstudie mit 36 Männern; breite Streuung (Standardabweichung der Kontrollen 98,36); der positive Zusammenhang mit der Vorwärtsbeweglichkeit widerspricht der Hauptaussage und wird im Abstract nicht erklärt; ein p-Wert zur Dichte-Differenz fehlt.

Schwefelkohlenstoff in einer Chemiefaserfabrik [s93]. Guo und Mitarbeiter (Shenzhen, Journal of Occupational and Environmental Medicine, 2016) verglichen 76 exponierte Arbeiter (Schwefelkohlenstoff 9,73 ± 2,76 mg/m³) mit 94 nicht exponierten. FSH und LH waren bei den Exponierten signifikant erhöht, Testosteron erniedrigt; Vitalität, Beweglichkeit, Chromatin, antioxidative Kapazität, mitochondriales Membranpotenzial, Öffnung der mitochondrialen Permeabilitätstransitionspore und die Atmungskettenkomplexe II und IV waren signifikant vermindert. Das Abstract nennt keine weiteren Zahlenwerte; die Autoren schreiben der mitochondrialen Funktionsstörung eine wichtige Rolle zu. Stärke: Mechanismus-Biomarker. Schwäche: Querschnitt, fehlende Effektgrößen.

Formaldehyd

Xi'an, Holzwerkstoffindustrie [s49]. Lv und Mitarbeiter (JAMA Network Open, 2022) bezeichnen ihre Arbeit als populationsbasierte Kohortenstudie (Juni 2021); nach den Angaben handelt es sich eher um einen Querschnittsvergleich. Eingeschlossen waren 205 Männer im Alter von 23 bis 40 Jahren (mittleres Alter 29,49 ± 3,64 Jahre), 124 mit Formaldehyd-Exposition (mittlerer Expositionsindex FEI 73,72 ± 54,86) und 81 altersgleiche Kontrollen. Der FEI ergibt sich aus Konzentration (mg/m³) × Arbeitszeit pro Tag (Stunden) × kumulierte Arbeitstage (Jahre); gemessen wurde mit einem Formaldehyd-Detektor. Das Ejakulat wurde nach 3 bis 7 Tagen Karenz computergestützt (CASA), mit Baso-Papanicolaou-Färbung und mit SCSA untersucht. Je Einheit FEI-Anstieg veränderte sich die Gesamtbeweglichkeit um −0,99 % (95 %-KI −1,00 bis −0,98 %), die progressive Beweglichkeit um −0,99 % (−0,99 bis −0,97 %), die Kurvenliniengeschwindigkeit um −0,05 % (−0,08 bis −0,02 %), die gradlinige Geschwindigkeit um −0,07 % (−0,10 bis −0,04 %), die mittlere Geschwindigkeit um −0,07 % (−0,10 bis −0,04 %), die normale Morphologie um −0,98 % (−0,99 bis −0,93 %), die neutrale Glukosidase um −0,24 % (−0,35 bis −0,11 %), das Zink im Seminalplasma um −0,61 % (−0,66 bis −0,56 %); die Schlagfrequenz stieg um 0,52 % (0,15 bis 1,02 %) und der DNA-Fragmentierungsindex um 0,10 % (0,06 bis 0,14 %). Die Zusammenhänge blieben nach Adjustierung bestehen und waren bei hohem oxidativem Stress stärker; die Autoren sprechen von Dosis- und Zeitabhängigkeit. Einordnung: Eine Änderung von nahezu −1 % je FEI-Einheit bei einem Mittelwert von 73,72 ist so groß, dass die Skala (vermutlich relative Änderung pro Einheit auf logarithmierter Skala) aus dem Abstract nicht eindeutig hervorgeht; die sehr schmalen Konfidenzintervalle bei einer Stichprobe von 205 sind erklärungsbedürftig. Die Zahlen sind hier deshalb nur zitierend wiedergegeben und sollten im Volltext geprüft werden. Stärken: quantitativer Expositionsindex, CASA und SCSA, Kontrollen aus demselben Wohnort. Schwächen laut Volltext: Hintergrundbelastung und individueller Stoffwechsel nicht gemessen; nur eine Region, begrenzte Stichprobe, mögliche Auswahlverzerrung.

Xi'an, frühere Studie [s104]. Wang und Mitarbeiter (Scientific Reports, 2015) verglichen 114 exponierte Arbeiter mit 76 Referenzpersonen. Progressive Beweglichkeit, Gesamtbeweglichkeit und die Geschwindigkeitsparameter VCL, VSL und VAP waren bei den Exponierten signifikant niedriger. Der Formaldehyd-Expositionsindex war negativ mit der progressiven Beweglichkeit (β = −0,19; p = 0,01) und der Gesamtbeweglichkeit (β = −0,23; p = 0,004) assoziiert. Odds Ratios für abnorme progressive Beweglichkeit: 2,58 (95 %-KI 1,11 bis 5,97) in der niedrig und 3,41 (1,45 bis 7,92) in der hoch exponierten Gruppe; für abnorme Gesamtbeweglichkeit 3,21 (1,24 bis 8,28) und 4,84 (1,83 bis 12,81). Stärken: abgestufte Exposition, Dosis-Wirkungs-Muster, CASA-Kinematik. Schwächen laut Volltext: nur Formaldehyd gemessen, in der Holzverarbeitung sind aber Phenole und andere Lösungsmittel möglich; Messung an drei Zeitpunkten eines Arbeitstages ohne Spitzenwerte; Querschnitt. Beide Studien [s49, s104] stammen aus derselben Arbeitsgruppe; Überschneidungen der Beschäftigten sind nicht ausgeschlossen. Sie stimmen in der Beweglichkeit überein.

Pestizid-Herstellung und Bromverbindungen

Reine Pestizid-Studien an landwirtschaftlich Tätigen sind in einem anderen Kapitel behandelt. Hier stehen Herstellungsbetriebe und Verfahren, in denen die berufliche Tätigkeit nicht die Landwirtschaft ist.

Carbaryl-Herstellung [s153]. Tan und Mitarbeiter (Changzhou, Zhonghua lao dong wei sheng zhi ye bing za zhi, 2005) untersuchten 31 exponierte Arbeiter, 46 interne Kontrollen (Büroangestellte desselben Pestizidwerks) und 22 externe Kontrollen. Carbaryl in der Luft betrug 52,41 mg/m³, die Hautkontamination im Geometrischen Mittel 862,47 mg/m². Samenvolumen (2,39 ± 1,44 ml) und Beweglichkeit (Grad 1,77 ± 0,61) waren gegenüber der externen Kontrolle niedriger (p < 0,05); die Bewegungsparameter LIN (39,89 ± 6,00 %), STR (71,51 ± 11,22 %), VSL (26,29 ± 7,84 µm/s) und BCF (3,99 ± 1,55 Hz) lagen unter denen beider Kontrollgruppen (p < 0,05); die Gesamtaberrationsrate war höher. Stärken: CASA, interne und externe Kontrollen, Messung von Luft und Haut. Schwächen: kleine Gruppen; mehrere Stoffe (Carbaryl, Phenol, Methylisocyanat, Ammoniak) gleichzeitig; Querschnitt.

Fenvalerat-Herstellung [s177, s144]. Dieselben 46 internen und 22 externen Kontrollen wie bei [s153], dazu 32 Fenvalerat-Exponierte in derselben Fabrik. Die chinesischsprachige Fassung (Tan und Mitarbeiter, 2002) [s177] berichtet, dass Bewegungsparameter wie LIN und STR sowie die Spermienzahl signifikant sanken und die Abnormitätsrate von Viskosität und Gerinnung sowie der Spermienzahl-Abnormität stieg (p < 0,05); die Fenvalerat-Konzentration war signifikant höher, Toluol und Xylol unterschieden sich nicht. Die englische Fassung (Lifeng und Mitarbeiter, Contraception, 2006) [s144] nennt Fenvalerat in der Luft mit 21,55 × 10⁻⁴ mg/m³, in der Einzelprobe mit 0,11 mg/m³ und die Hautkontamination mit 0,05 mg/m³; BCF 4,20 ± 1,68 Hz und die Progression waren gegenüber der externen Kontrolle erniedrigt (p < 0,05). Die Autoren warnen, die Schlussfolgerung bedürfe weiterer vollständiger Untersuchungen wegen Einschränkungen der Studie. Beide Texte sind eine Studie, keine zwei Belege.

Cholinesterasehemmer, spanischsprachige Studie [s168]. Mármol-Maneiro und Mitarbeiter (Investigación Clínica, 2003; spanisch, englisches Abstract) verglichen 29 Männer, die vier Stunden täglich für mindestens ein Jahr gegenüber Insektiziden aus der Gruppe der Cholinesterasehemmer exponiert waren, mit 30 Nicht-Exponierten. Signifikante Unterschiede (p < 0,05) gab es bei der Spermienzahl pro ml, beim Anteil schneller, beweglicher und unbeweglicher sowie lebender und toter Spermien; die Morphologie lag innerhalb der WHO-Grenzen, aber Anteile von Spermien mit großem Kopf und amorphe Formen unterschieden sich signifikant. Die Berufsbezeichnungen nennt das Abstract nicht; ob Landwirte darunter sind, ist unklar.

Insektizid-Sprüher, Japan [s158]. Kamijima und Mitarbeiter (Journal of Occupational Health, 2004) untersuchten 18 männliche Sprüher (von 54 Beschäftigten in neun Firmen in Zentraljapan) und 18 altersgleiche Studierende oder Ärzte im Sommer (Hochsaison) und im folgenden Winter. Die Sprüher waren im Sommer stärker exponiert (p < 0,05); die Cholinesterase-Aktivität der Erythrozyten war im Sommer niedriger (p < 0,05); Hodenvolumen tendenziell kleiner (p = 0,06); Testosteron im Winter höher (p < 0,05); LH und FSH ohne Unterschied. Spermienzahl und Vitalität waren vergleichbar; die detaillierte Beweglichkeitsanalyse im Sommer ergab doppelt so hohe Anteile langsam progressiver und nichtprogressiver Spermien (p < 0,05), der Anteil schnell progressiver Spermien war tendenziell niedriger (p = 0,06); die Morphologie zeigte im Sommer eine signifikante Wechselwirkung von Gruppe und Karenz bei Normalformen und Kopfdeformitäten. Die Autoren schließen, die niedrigere Samenqualität sei mit der Sprühtätigkeit verbunden, auch wenn inhärente Unterschiede zwischen den Gruppen möglich seien. Stärken: Messung in zwei Jahreszeiten, Cholinesterase als Biomarker. Schwächen: 18 gegenüber 18; Kontrollen mit anderem Beruf; Teilnahme von nur 18 aus 54 (Selektion). Pestizidsprüher zählen zu den landwirtschaftlichen oder schädlingsbekämpfenden Berufen und sind nur als Randbefund zu lesen.

2-Brompropan, Korea 1995 [s203, s192, s123]. Kim und Mitarbeiter (Incheon, Scandinavian Journal of Work, Environment & Health, 1996) beschrieben als Fallserie 33 Beschäftigte (8 Männer, 25 Frauen) einer Elektronikfabrik (ausführliche Anamnese, Untersuchung, Laborwerte, Expositionserfassung durch Arbeitshygieniker). Von den 25 Frauen hatten 16 eine sekundäre Amenorrhoe mit hohem FSH, acht davon zugleich eine Panzytopenie. Von den acht Männern zeigten zwei eine Azoospermie und vier eine Oligospermie (Normwert über 20 Millionen/ml) oder verminderte Beweglichkeit (Normwert über 50 %). Außer der Reinigungslösung mit 97,4 % 2-Brompropan konnten keine anderen bekannten Stoffe (ionisierende Strahlung, Blei, Glykolether, Benzol, Dibromchlorpropan) als Ursache identifiziert werden; die Autoren schließen vorsichtig, 2-Brompropan sei „möglicherweise“ der Auslöser [s203]. Kim, Park und Moon (Toxicology Letters, 1999) fassen das Ereignis zusammen: Ein großer koreanischer Konzern ersetzte Fluorchlorkohlenwasserstoffe durch 2-Brompropan; dadurch wurden 23 koreanische Arbeiter zu den weltweit ersten Opfern einer 2-Brompropan-Vergiftung; von 25 Frauen in der Montageabteilung für Tastschalter wurden 17 (68 %) mit Ovarialinsuffizienz diagnostiziert, zwei mit ausgeprägter Panzytopenie; die Toxizität wurde im Tierversuch reproduziert; die Autoren betonen, unbekannte Ersatzstoffe dürften nicht mit ungefährlichen verwechselt werden [s192]. Dieselben Zahlen wiederholt eine spätere Übersicht [s123]; es handelt sich um denselben Fall, nicht um neue Fälle. Stärken: sehr klarer, starker Effekt bei kleiner Fallzahl; Ausschluss anderer Ursachen. Schwächen: acht Männer, keine Kontrollgruppe, Fallserie nach einem Ereignis (Erfassungsverzerrung), rekonstruierte Exposition. In einer Erhebung bei Beschäftigten mit niedriger 2-Brompropan-Exposition [s190] (Ichihara und Mitarbeiter, American Journal of Industrial Medicine, 1999; 25 Beschäftigte, 11 Männer und 14 Frauen; Zielgrößen regressiert gegen die zeitgewichtete Durchschnittsexposition) trat Amenorrhoe oder Polymenorrhoe nur bei älteren Frauen auf; hämatologische Indizes standen bei Frauen mit normaler Menstruation im signifikanten Zusammenhang mit der Exposition, andere Indizes (einschließlich der Spermienindizes) nicht; unterhalb von 10 ppm wurden keine schweren Störungen gefunden, eine mögliche Wirkung auf die Blutbildung konnte nicht ausgeschlossen werden. Schwäche: elf Männer, keine Teststärke für Spermienparameter.

Alle Kapitel und Anhänge (26)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Berufsklassen, Berufsvergleiche und Arbeitsplatzfragebögen bis Schicht-, Nacht- und Wechselschichtarbeit
  6. Sitzende Tätigkeit, Hitze und Hodentemperatur bis Pestizid-Herstellung und Bromverbindungen
  7. Blei und Batterieherstellung bis Zement und Kernbohrung (Türkei)
  8. Weitere Beobachtungsstudien bis Einordnung der Evidenz im Überblick
  9. Vorbemerkung: Was „klinische Studie“ in diesem Feld bedeutet bis Systematische Übersichten und Metaanalysen
  10. Fahrer und Verkehrsberufe bis Strahlung, elektromagnetische Felder, Luftschadstoffe
  11. Metallurgie und Bergbau (russischsprachiger Raum) bis Fragebogenstudien zur Fruchtbarkeit ohne Samenanalyse
  12. Tierversuche und Experimente an Zellen und Was in der Literatur fehlt
  13. Mechanismen und biologische Plausibilität
  14. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  15. Englisch bis Japanisch
  16. Koreanisch bis Türkisch
  17. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  18. Limitationen der Evidenz
  19. Offene Forschungsfragen
  20. Praktische Einordnung
  21. Glossar
  22. Quellenverzeichnis
  23. Diagramme
  24. Quellen s01–s104
  25. Quellen s105–s216
  26. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle