Wer die Literatur zu Berufen und Spermienqualität nebeneinanderlegt, findet selten eine Frage, auf die alle Studien in dieselbe Richtung antworten. Das ist kein Zeichen von Nachlässigkeit der Forschenden, sondern hat meist erkennbare Gründe: unterschiedliche Fragestellungen hinter gleich klingenden Begriffen, unterschiedliche Auswahl der Männer, unterschiedliche Messverfahren und schlicht zu kleine Gruppen. Die folgenden Abschnitte gehen die wichtigsten Widersprüche einzeln durch und nennen jeweils die plausibelsten Erklärungen, soweit sie sich aus den Quellen selbst ergeben. Wo eine Erklärung nur eine Vermutung ist, steht das dabei.
Wechselschicht und Nachtarbeit: Kohorte und Metaanalyse sagen Verschiedenes
Die größte Einzelstudie zur Schichtarbeit ist die prospektive PREBIC-Kohorte mit 3425 Männern [s09]. Rotierende Schichtarbeiter hatten gegenüber festen Tagarbeitern nach Adjustierung ein um 16 % niedrigeres Hazard für eine Schwangerschaft innerhalb eines Jahres (HR 0,84; 95-%-KI 0,70 bis 0,99; p = 0,04), und ihre Spermienkonzentration lag um 10,77 % niedriger (KI −18,89 % bis −2,55 %). Zwischen festen Tag- und festen Schichtarbeitern fand sich dagegen kein Unterschied [s09]. Ähnlich geht eine chinesische Querschnittsstudie an 1346 Männern in dieselbe Richtung: Wechselschichtarbeiter hatten ein höheres Risiko für eine niedrige Gesamtspermienzahl (OR 1,26; KI 1,05 bis 1,52) [s62]. In einer türkischen Kinderwunschambulanz waren Schichtarbeit und schlechte Schlafqualität nach Adjustierung mit Oligozoospermie verbunden (OR 2,11; KI 1,03 bis 4,34 bzw. OR 1,18; KI 1,01 bis 1,39) [s57], und in einer europäischen Klinikstichprobe war Nachtarbeit ein unabhängiger Prädiktor erhöhten oxidativen Stresses (OR 2,1) [s13].
Dem steht die Metaanalyse zur Nachtschichtarbeit gegenüber, die acht Studien einschließt: Der gepoolte Unterschied der Spermienzahl betrug −18,38 × 10^6 mit einem Konfidenzintervall von −59,82 bis 23,07 (drei Studien, I² = 85,12 %), das die Null einschließt [s23]. Die prospektive LIFE-Kohorte, in der Männer nach dem Absetzen der Verhütung beobachtet wurden, fand für Schicht- und Nachtarbeit überhaupt keinen Zusammenhang mit der Samenqualität [s101].
Mögliche Erklärungen, soweit aus den Quellen ableitbar:
- Trennung von Wechsel- und Festschicht. Nur die PREBIC-Kohorte trennt rotierende von fester Schichtarbeit sauber, und nur dort fehlt bei fester Schicht der Effekt [s09]. Wo beide Formen unter „Schichtarbeit“ zusammengefasst werden, kann ein Effekt der Wechselschicht verdünnt werden. Das ist eine Vermutung, die zur Datenlage passt, aber nicht bewiesen ist.
- Zu wenig Datengrundlage in der Metaanalyse. In die Spermienzahl gingen nur drei Studien ein, die Heterogenität war hoch, und die Mehrzahl der Studien hatte ein hohes Verzerrungsrisiko bei Teilnehmerauswahl und Expositionserfassung [s23]. Ein nicht signifikanter Pool aus drei heterogenen Studien widerlegt keinen Effekt, er bestätigt ihn aber auch nicht.
- Unterschiedliche Zielgrößen. Schwangerschaftsrate [s09], Spermienzahl unter einem Schwellenwert [s62], Oligozoospermie [s57], oxidativer Stress [s13] und ein Urin-Metabolit des Serotonins [s122] sind verschiedene Endpunkte. Dass sie nicht in jeder Studie gemeinsam auffällig werden, ist nicht überraschend.
- Selektion. Die positiven Querschnittsstudien stammen überwiegend aus Kinderwunschambulanzen [s57, s13], also von Männern, die ohnehin wegen Fruchtbarkeitsfragen vorstellig wurden. LIFE rekrutierte Paare mit Kinderwunsch ohne Infertilitätsselektion [s101].
- Schlaf als gemeinsamer Nenner. In [s57] ließen sich Schichtarbeit und Schlafqualität nicht sicher trennen; die Schlafdauer korrelierte positiv mit der Konzentration. Ob die Schicht selbst oder der Schlafmangel wirkt, bleibt offen.
- Tiermodelle stützen die Plausibilität, nicht das Ausmaß. Bei Mäusen verursachte eine wöchentliche Umkehr des Hell-Dunkel-Zyklus Schäden an der Spermien-DNA [s10]; bei Ratten blieb die Spermienzahl unter gestörtem Lichtrhythmus unverändert, aber Beweglichkeit und Akrosomreaktion waren vermindert [s44]. Beides ist ein Hinweis auf einen möglichen Mechanismus, aber kein Maß für den Menschen.
Eine ökologische Studie über 35 europäische Länder passt zur Kohorte, sagt aber nichts über einzelne Männer: Ein Anstieg der Wechselschicht-Prävalenz um 10 % ging mit einem Rückgang der Gesamtfruchtbarkeitsrate um 0,114 einher [s58]. Spermiendaten enthält sie nicht.
Sitzende Tätigkeit: Die Temperatur steigt, die Spermienzahl folgt nicht sicher
Hier liegt einer der lehrreichsten Widersprüche. Messungen der Hodensack-Hauttemperatur zeigen übereinstimmend, dass langes Sitzen die Temperatur erhöht: In einer Studie mit 101 Männern erklärte die Variation der sitzenden Arbeit 31,5 % der Variation der Median-Temperatur über 24 Stunden (unter 1 Stunde sitzend: 33,1 °C, über 6 Stunden sitzend: 34,7 °C) [s174]; in einer Kohorte mit 60 Männern lag die Temperatur in Sitzphasen im Mittel um 0,7 °C höher [s187]. Und die Temperatur hängt mit der Spermienkonzentration zusammen: Pro 1 °C höherer Median-Tagestemperatur sank die Konzentration um 40 % (KI 8 bis 71 %) [s173]; Männer mit mehr als 75 % der Tageswerte über 35 °C hatten eine mediane Konzentration von 33,4 × 10^6/mL gegenüber 91,8 × 10^6/mL bei Männern mit weniger als der Hälfte der Werte über 35 °C [s187].
Direkt zwischen Sitzen und Samenqualität fanden sich in denselben Arbeiten jedoch nur schwache und uneinheitliche Zusammenhänge; die Autoren von [s173] schließen, dass sitzende Arbeit trotz ihres starken Einflusses auf die Skrotaltemperatur keinen Effekt auf die Samenqualität zu haben scheine. Bei 1747 Männern aus dänischen Fertilitätszentren war die Konzentration im Quintil mit dem geringsten Sitzanteil 30,6 und im höchsten 40,5 Millionen/mL, ein nicht signifikanter Unterschied [s159]. In der Studie an 152 überwiegend sitzend Arbeitenden gab es keine Unterschiede bei den Standardparametern, wohl aber eine höhere Spermien-DNA-Fragmentation (Median 21,00 % gegenüber 16,50 %) [s66]; auch in [s109] blieben nach Korrektur für Mehrfachtests Lärm (verminderte Beweglichkeit) und Sitzen von mindestens 6 Stunden (erhöhter DNA-Fragmentationsindex) bestehen.
Mögliche Erklärungen:
- Zwischengröße statt Endpunkt. Die Hodentemperatur ist ein Zwischenparameter. Dass sie steigt, bedeutet nicht, dass sie in dem Bereich liegt, in dem die Spermienbildung leidet, und Freizeit-Sitzen korrelierte in [s174] nicht mit der Temperatur.
- Unterschiedliche Endpunkte. Zwei Studien sehen die Folgen eher im DNA-Fragmentationsindex als in Zahl und Beweglichkeit [s66, s109]. Wer nur die Routineparameter betrachtet, übersieht sie.
- Zeit und Zuordnung. Die dänische Kohorte stammt aus den Jahren 1981 bis 1983 und ordnete die Sitzzeit über die Berufsbezeichnung zu, nicht über individuelle Angaben [s159]. Eine Arbeitswelt mit anderer Bildschirm- und Sitzintensität lässt sich daraus nur eingeschränkt ablesen.
- Verwechslung mit anderen Faktoren. In der großen Samenspender-Studie war Tätigkeit in der Informationstechnologie mit ungünstiger progressiver Beweglichkeit verbunden (OR 1,27; KI 1,03 bis 1,57) [s53], doch Stress, Bewegungsmangel und Lebensstil sind davon nicht zu trennen.
Hitze am Arbeitsplatz: ein starker Wert aus einer kleinen Gruppe
In einer klinikbasierten Querschnittsstudie aus Xinjiang war berufliche Hitzeexposition der stärkste Risikofaktor für niedrige Spermienqualität (adjustierte OR 4,188; KI 1,527 bis 11,484; p = 0,005); nur 25 Männer waren exponiert, und das Intervall ist entsprechend breit [s05]. In der Studie an Stahlarbeitern im Iran unterschieden sich 30 Hitzeexponierte von 14 Nichtexponierten in den meisten Parametern, wobei die Mittelwerte noch im normozoospermen Bereich lagen; eine Aussage des Abstracts zur Korrelation von Hitzeindizes und Körpertemperatur ist nach Einschätzung der Recherche physiologisch unplausibel formuliert [s76]. In der tunesischen Fragebogenstudie mit 2122 Männern fand sich dagegen kein Zusammenhang mit übermäßiger Hitze [s86], und in LIFE ebenfalls nicht [s101]; in [s125] war übermäßige Hitze mit eingeschränkter Beweglichkeit verbunden.
Die naheliegende Erklärung ist die Unschärfe des Begriffs: „Hitzeexposition“ meint in jeder Studie etwas anderes (gemessener Hitzeindex, Selbstangabe, Branche), und die starken Befunde stammen aus kleinen Gruppen. Hinzu kommt, dass für die AUA/ASRM-Leitlinie keine systematische Übersicht zu Hitzeexposition die Einschlusskriterien erfüllte [s27]; die Leitlinie konnte sich also auf keine Zusammenfassung stützen.
Fahrer: gleiche Berufsbezeichnung, verschiedene Belastungen
Bei Fahrerberufen berichten sieben von acht Studien Nachteile bei mindestens einem Parameter, eine nicht. Bei Taxifahrern in Rom war der Anteil normaler Spermienformen niedriger (45,8 % gegenüber 64,0 %), die übrigen Parameter unterschieden sich nicht [s202]; bei bulgarischen Berufskraftfahrern war der Anteil mit gestörter „inseminativer Fähigkeit“ höher (66,25 % gegenüber 35,85 %) [s212]; bei Fahrradtaxi-Fahrern in Malawi lagen Volumen, Konzentration und Morphologie deutlich niedriger [s102]; in einer polnischen Laborauswertung zeigten Kraftfahrer und Soldaten dagegen keinen Unterschied zur Allgemeinbevölkerung [s199]. Betroffen sind also je nach Studie Morphologie, Beweglichkeit, Konzentration oder Volumen, nicht durchgängig derselbe Parameter.
Mögliche Erklärungen: Als Wirkpfade werden Ganzkörpervibration, langes Sitzen mit erhöhter Hodentemperatur, Stress, Schlafqualität, Abgase und Schwermetalle diskutiert, und keine Studie kann diese trennen [s55]. Die iranische Taxifahrer-Studie selbst nennt diese Störfaktoren als Grund, keine endgültige Aussage zu treffen; zudem steht im Abstract für die Varianzanalyse, die Vibration habe eine negative Wirkung, jeweils ein p-Wert über 0,05, was der Aussage widerspricht [s55]. Bei den malawischen Fahrradtaxis ist die körperliche Anstrengung des Radfahrens nicht von der Verkehrsbelastung zu trennen, und die Gesamtbeweglichkeit ist im Abstract in beiden Gruppen mit identischen Werten angegeben, offenbar ein Schreibfehler [s102]. Bei Mautstellenpersonal an Autobahnen wird Dieselabgas als mögliche Ursache angeführt, gemessen wurde sie nicht [s132]. Beim Vibrations-Thema stützen Tierdaten die Plausibilität: Bei Ratten waren unter Vibration Spermienzahl und Spermatogeneseindex vermindert [s194], und in einem russischen Tierversuch kam es zu atypischen Spermien und Embryonenverlust bei Paarung mit exponierten Männchen [s124]; die Dosen waren hoch und nicht auf Beschäftigte übertragbar.
Psychischer Arbeitsstress: Ja, Nein und „kommt darauf an“
Eine Querschnittsstudie an 384 chinesischen Beschäftigten fand bei hohem Arbeitsstress ein höheres Risiko für eine Konzentration (OR 2,14; KI 1,24 bis 3,68) und eine Gesamtzahl (OR 1,95; KI 1,13 bis 3,36) unter den WHO-Schwellen, nicht aber bei hoher sozialer Unterstützung [s71]. In Kalifornien war wahrgenommener Stress mit niedrigerer Konzentration und Morphologie verbunden, Jobstrain dagegen nicht [s108]. In einer prospektiven dänischen Kohorte mit 399 Paaren zeigte sich nach Adjustierung kein Zusammenhang zwischen Jobstrain und Samenmerkmalen, Sexualhormonen oder Schwangerschaftswahrscheinlichkeit [s157]. Das Scoping Review wertet die Befunde zu Schichtarbeit, langen Arbeitszeiten und Jobstrain als nicht eindeutig, sieht aber Hinweise darauf, dass Jobstress und kognitive Erschöpfung die Spermienqualität vermindern und soziale Unterstützung puffert [s12].
Die Erklärung liegt zu einem guten Teil in den Begriffen. „Wahrgenommener Stress“, „Jobstrain“ (hohe Anforderungen bei geringem Entscheidungsspielraum) und „Arbeitsstress“ nach einem Fragebogen sind verschiedene Konstrukte. Hinzu kommen Designunterschiede: Die beiden positiven Studien sind querschnittlich, wodurch sich eine umgekehrte Richtung (Sorgen um die Fruchtbarkeit erhöhen das Stressempfinden) nicht ausschließen lässt [s71]; die negative ist prospektiv [s157]. Die Moderation durch soziale Unterstützung [s71] kann zudem erklären, warum Studien in verschiedenen Arbeitskulturen verschieden ausfallen. Ein extremer Befund aus Moskau (Konzentration 13,92 gegenüber 35,88 Mio./mL bei Männern mit langjährigem „Produktionsstress“ gegenüber „praktisch gesunden“ Kontrollen) vergleicht Patienten einer Reproduktionsklinik mit Gesunden, quantifiziert den Stress nicht und nennt als Normalformanteil der Kontrollen 90,56 %, was mit einer Bewertung nach WHO-Kriterien kaum vereinbar ist [s11]. Er trägt zur Frage kaum bei.
Bildschirm- und Computerarbeit
Hier reicht die Spanne von „kein Zusammenhang“ bis zu einer sehr hohen Odds Ratio. In Shanghai unterschieden sich 91 Männer mit mindestens 20 Wochenstunden Computerexposition in keinem Parameter von 87 Kontrollen [s152]. Eine chinesische Studie an Männern einer Männerklinik berichtet dagegen bei Computerberufen niedrigere Volumina, Vitalität und Beweglichkeit als bei Patienten ohne Computerberuf, besonders bei mehr als zehn Stunden täglich [s133]. In einer Fall-Kontroll-Studie lag die adjustierte OR für Bildschirmgeräte und Computer bei 8,01 (KI 4,03 bis 15,87), doch die fertilen Kontrollen verweigerten die Samenabgabe, sodass nur die Diagnose „infertil“ als Zielgröße diente [s120]. In Guangzhou war Computernutzung mit verminderter Beweglichkeit verbunden (OR 2,29; KI 1,11 bis 4,73), bei sehr kleinen Effektgrößen und vielen Einzeltests [s42]; eine polnische Fallserie ohne Kontrollgruppe fand verminderte Beweglichkeit bei 20 Computeroperateuren [s209].
Mögliche Erklärung: Die großen Effekte stammen aus Patientenstichproben und Studien mit schwacher Kontrollgruppe [s133, s120, s209], die Studie mit Vergleichsgruppe aus der Allgemeinbevölkerung findet keinen Unterschied [s152], und die adjustierte Analyse bei Männern ohne Vorerkrankung findet einen kleinen Effekt bei vielen Einzeltests [s42]. Das passt zu dem Muster, dass berichtete Effektstärke und Designqualität hier gegenläufig erscheinen; belegt ist das nicht.
Blei: Ein relativ konsistenter Stoff mit uneinheitlichen Schwellen
Bei Blei ist die Evidenz vergleichsweise dicht, aber nicht widerspruchsfrei. Die Metaanalyse mit zehn Studien findet signifikante, aber kleine Abnahmen (zum Beispiel Konzentration −0,63 × 10^6/mL; KI −1,15 bis −0,12), mit Intervallen knapp unterhalb von null und vermischter Umwelt- und Berufsexposition [s39]. Die multizentrische Studie mit 503 Männern fand die Konzentration erst oberhalb eines Blutbleis von 50 µg/dl um 49 % reduziert, mit einem wahrscheinlichen Schwellenwert bei 44 µg/dl; unterhalb von 45 µg/dl seien Effekte unwahrscheinlich [s171]. Kleine Vergleichsstudien berichten dagegen deutlich stärkere Effekte bei Batteriearbeitern (Spermienzahl, Dichte, Beweglichkeit und Volumen mit P < 0,001) [s150] und in einer Zink- und Bleihütte [s135]. Eine französische Kohorte (229 Bleiexponierte, 125 Nichtexponierte) fand auf keinem Expositionsniveau eine verminderte Fertilität [s213], und eine Kohorte aus Thailand zeigte bei kurzfristiger Exposition keine konsistenten Veränderungen [s201]. Die große chinesische Studie mit 1573 Arbeitern betrifft Sexualhormone, nicht Spermienparameter [s24].
Mögliche Erklärungen sind die Dosis (Schwelle nach [s171]), der Endpunkt (tatsächlich eingetretene Schwangerschaften [s213] gegenüber Laborwerten) und die Studiengröße: Die auffälligsten Effekte stammen aus Gruppen von 5 gegen 8 [s200], 18 gegen 18 [s214] oder 80 gegen 40 Männern [s150]. Wichtig für die Einordnung der Metaanalyse: Sie mischt Umwelt- und Berufsexposition und weist die Studienqualität im Abstract nicht aus [s39].
Bor: die Ausnahme mit „kein Effekt“
Die türkische Borforschung ist methodisch der am besten ausgeführte Block einer einzelnen Beschäftigtengruppe, weil Bor in Blut, Urin und Samen gemessen wurde, und sie findet durchgehend keinen Effekt auf Samenparameter und Hormone, auch nicht in der Extremgruppe mit 47,17 ± 17,47 mg Bor pro Tag [s75]. Auch das Verhältnis Y- zu X-tragender Spermien blieb unverändert [s65, s69], die DNA-Schäden nahmen nicht zu [s64, s115], und bei Männern im Borbergbaugebiet mit Exposition über das Trinkwasser fand eine andere Gruppe keine nachteiligen Effekte [s119]. Dem gegenüber steht die Einstufung von Borsäure als reproduktionstoxisch in der EU auf Grundlage von Tierversuchen; die Autoren der Übersicht [s92] verweisen darauf, dass der Blutborwert, bei dem die Ratte keine Wirkung zeigt, um den Faktor 9 über dem mittleren Wert hochexponierter Beschäftigter liegt, und halten die Einstufung für nicht wissenschaftlich begründet. Das ist die Meinung der Autoren, kein Befund [s92]. Zu beachten: Mehrere dieser Arbeiten stammen aus derselben Gruppe, der Standort Bandırma kehrt wieder, und die Gruppengröße 212 steht sowohl in [s75] als auch in [s64]; die Stichproben sind deshalb nicht als unabhängig zu zählen. Der Widerspruch zwischen Tier und Mensch ist vor allem ein Dosisunterschied; er ist kein Beleg dafür, dass Tierversuche generell nicht übertragbar wären.
Benzol, Lösungsmittel und Glykolether
Alle Benzolstudien weisen in dieselbe Richtung, aber sie sind keine unabhängigen Wiederholungen. Fünf Arbeiten aus Guangzhou, Zhongshan und Tianjin mit Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung an Spermien berichten mehr Chromosomenabweichungen bei Benzolexponierten [s188, s181, s167, s161, s117]; zwei nennen dieselbe zeitgewichtete Benzolkonzentration von 42,29 mg/m³ [s167, s161], zwei dieselbe andere von 86,49 mg/m³ [s151, s181]. Die einzige Studie mit abgestuften Expositionsgruppen und Biomarkern zeigte für strukturelle Aberrationen insgesamt adjustierte Inzidenzratenverhältnisse von 1,42, 1,44 und 1,75 in niedriger, mäßiger und hoher Gruppe, bei nur 11 Nichtexponierten [s117]. Eine Studie in einem petrochemischen und einem Chemiefaserbetrieb fand Progression und Beweglichkeit der Spermien in der exponierten (1,97 und 0,55) und in der internen Kontrollgruppe (1,97 und 0,55) gleichermaßen niedriger als in der externen Kontrollgruppe (2,56 und 0,60) [s189]; das spricht eher für gemeinsame Betriebsfaktoren als für eine Benzolwirkung allein. In der Arzneimittelindustrie blieben die makroskopischen Parameter unverändert, doch Gesamtzahl und Beweglichkeit nahmen dauerabhängig ab [s116]. Die Expositionen lagen nach den Abstracts über den damaligen nationalen Höchstwerten; die Aussagekraft für heutige Arbeitsplätze ist gering, die Richtungskonsistenz auffällig.
Für Lösungsmittel insgesamt fand eine Metaanalyse mit sieben Studien signifikante Abnahmen von Ejakulatvolumen (SMD −0,35; KI −0,63 bis −0,07) und Spermienkonzentration (SMD −0,36; KI −0,64 bis −0,08) [s78]; die französische Masterarbeit zur selben Analyse berichtet, dass Morphologie, Beweglichkeit und Vitalität ebenfalls vermindert, aber nicht signifikant seien [s77]. Eine niederländische Fall-Kontroll-Studie mit 899 Männern fand einen Zusammenhang für aromatische Lösungsmittel unabhängig von der Expositionsmethode [s195]. Die Fragebogenstudie aus Tunesien (2122 Männer) fand dagegen keinen Zusammenhang mit Lösungsmitteln [s86], die französische Studie mit 402 Männern eine adjustierte OR von 2,5 (KI 1,4 bis 4,4) [s125]. Bei Glykolethern war in Paris nur frühere Exposition mit erhöhtem Risiko verbunden, nicht die aktuelle [s138]; in Großbritannien lag die adjustierte OR für mäßige Exposition bei 1,46 (KI 0,93 bis 2,28), für hohe bei 2,25 (KI 1,08 bis 4,69) [s131]. Das Intervall der mäßigen Exposition schließt die 1 ein, und bei den Pariser Stadtarbeitern spricht der Befund nach Aussage der Autoren dafür, dass früher gebräuchliche Glykolether möglicherweise langfristig wirkten, heutige dagegen wahrscheinlich nicht [s138]. Auch hier liegt ein Teil der Erklärung in der Stoffgruppe (aromatische gegenüber anderen Lösungsmitteln), ein Teil in Zeitraum und Expositionsmessung.
Berufsbezeichnungen: die Singapur-Frage und der Kragenvergleich
Am wenigsten konsistent sind die Studien, die Berufsklassen vergleichen. In Singapur hatten „Plant and machine operators“ ein höheres Risiko für Oligozoospermie (OR 1,93; KI 1,12 bis 3,30), „Senior officials and managers“ ein geringeres (OR 0,52; KI 0,32 bis 0,84) [s208]. Zwei Fall-Kontroll-Studien derselben Region fanden dagegen höhere Infertilitätsrisiken bei Technikern (OR 2,81) und bei „professional, senior officials and managers“ (OR 2,36) [s185] beziehungsweise bei Ingenieur-Technikern (OR 2,75), Finanzanalysten (OR 4,66), Unternehmens- und Computermanagern (OR 2,49) und Lehrern (OR 7,72; KI 1,86 bis 32,10) [s179]. Manager hätten demnach in der einen Studie das niedrigste, in den anderen ein erhöhtes Risiko. In der Samenspender-Studie aus Ostchina war eine Tätigkeit im Finanz- oder Versicherungswesen mit niedrigem Volumen, niedriger Konzentration und niedriger Gesamtzahl verbunden [s53]; in einer Moskauer Beobachtung hatten Leiter die höchste Konzentration (64 Mio./mL) und Lader die niedrigste unter den Berufen (23 Mio./mL), ohne Gruppengrößen und Statistik [s99]. Der Vergleich von Weiß- und Blaukragen-Beschäftigten ergibt ein Mischbild: Rauchen, Alkohol, Hitze und chemische Exposition waren bei Blaukragen häufiger, Stress und sitzender Lebensstil bei Weißkragen [s03].
Erklärungen: Die Kontrollgruppe der beiden Singapur-Studien bestand aus Männern, deren Frauen gerade schwanger waren, die Intervalle sind teilweise sehr weit, und beide Arbeiten stammen von denselben Autoren mit je 218 Fällen, eine Überlappung ist wahrscheinlich [s179, s185]. Berufsklassen sind grobe Expositionsmaße: Hinter „Techniker“ oder „Lehrer“ stehen sehr verschiedene Belastungen. Wer viele Berufe und viele Parameter gleichzeitig testet, findet zufällig einzelne Auffälligkeiten (Mehrfachtests); nur wenige Arbeiten korrigieren dafür [s109]. Und die Studienpopulationen unterscheiden sich in Auswahl und Zeit. In einer Analyse nach Sozialklassen waren azoosperme Männer häufiger in der Klasse der angelernten Handarbeit, doch zwischen Männern mit normaler und niedriger Spermienzahl gab es keinen Berufsunterschied; die Autoren vermuten Lebensstilunterschiede der Sozialklassen als Ursache [s162].
Körperliche Arbeit und Bewegung
Schwere körperliche Anstrengung bei der Arbeit war in der prospektiven LIFE-Kohorte konsistent mit niedrigerer Konzentration und Gesamtzahl verbunden (13 % Oligospermie bei Männern mit schwerer Anstrengung gegenüber 6 % ohne) [s101]; in einer Querschnittsstudie mit 280 Männern waren Schwitzen und körperliche Müdigkeit bei der Arbeit negativ mit Konzentration, Morphologie und Beweglichkeit assoziiert (Korrelationen −0,14 bis −0,26) [s04]. Die Metaanalyse zur körperlichen Aktivität fand dagegen überwiegend keine großen Effekte; Freizeitaktivität könne Konzentration und progressive Beweglichkeit begünstigen, Leistungssport einzelne Parameter verschlechtern [s67]. Intensives Radtraining senkte in einer Übersicht von vier Studien Volumen, Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie, mit Rückkehr auf Ausgangswerte nach mindestens einer Woche Pause (außer Morphologie und Konzentration), bei sehr niedriger Sicherheit der Evidenz [s16].
Die Erklärung dürfte in der Unterscheidung von Beruf und Freizeit liegen sowie in der Hitze und mechanischen Belastung, die schwere Arbeit begleiten. Die Korrelationen in [s04] sind sehr klein, und 280 von 593 Männern gingen nach Ausschlusskriterien in die Auswertung ein. Die AUA/ASRM-Leitlinie hielt fest, dass für Sport und Bewegung keine systematische Übersicht die Einschlusskriterien erfüllte [s27]; die EAU hält als Evidenzaussage fest, dass bei infertilen Männern Lebensstilfaktoren einschließlich geringer körperlicher Aktivität mit verminderter Spermienqualität assoziiert sind [s216]. Zu beachten ist: Dort geht es um zu wenig, in den Berufsstudien dagegen um zu viel Bewegung.
Strahlung und elektromagnetische Felder
Bei ionisierender Strahlung im Gesundheitswesen berichten zwei kleine Studien Nachteile: niedrigere Konzentration und mehr morphologische Anomalien bei 30 Radiologiebeschäftigten gegenüber 30 Kontrollen [s02]; Unterschiede in Beweglichkeit, Vitalität, Morphologie und DNA-Fragmentation bei 83 beruflich Exponierten gegenüber 51 Nichtexponierten [s113]. Zwei Befragungen von Ärzten nutzen das Geschlecht der Kinder als indirekten Marker: In Japan hatten Wirbelsäulenchirurgen mit hoher Strahlenbelastung nach Bleischürzentyp häufiger Töchter (53 % gegenüber 39 %; bereinigtes Risikoverhältnis 1,35; KI 1,04 bis 1,73) [s17]; in der Türkei hatten Orthopäden weniger Söhne als Gynäkologen und Kinderärzte (p = 0,002); bei mehr als 50 Durchleuchtungsaufnahmen pro Woche lag die Odds Ratio für einen Sohn bei 0,353 (KI 0,178 bis 0,703), was nicht zu dem angegebenen p-Wert von 0,030 passt [s54]. Das Geschlechterverhältnis ist ein indirekter und umstrittener Marker mit vielen Einflüssen; beide Studien untersuchten keinen Samen [s17, s54]. Bei den Aufräumarbeitern von Tschernobyl lauten die Befunde in den Abstracts auf verminderte Spermienzahl [s210], aber auch auf das Fehlen „typischer strahlungsbedingter Läsionen“ [s211], jeweils ohne Kontrollgruppe.
Bei Radarpersonal in China sanken Beweglichkeit und Vitalität und stiegen Fehlformen, teils mit Dosis-Wirkungs-Beziehung, aber ohne gemessene Dosis [s140, s156, s166]; bei Heizgeräte-Bedienern lagen die Expositionen unter den Richtwerten und es gab nur geringe Unterschiede [s186]. Eine verschachtelte Fall-Kontroll-Studie fand keine erhöhte Wahrscheinlichkeit beruflicher Magnetfeld-Exposition bei Männern mit schlechter Samenqualität [s207], eine norwegische Studie dagegen erniedrigte Samenqualität bei Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (OR 3,22; KI 1,46 bis 7,09) und wertete den Einfluss beruflicher Exposition insgesamt als gering [s191]. Die WHO-nahe systematische Übersicht zu Radiofrequenz kommt zu „very uncertain“ und konnte berufliche Studien wegen verschiedener Quellen nicht zusammenfassen; beide beruflichen Studien hatten ein hohes Verzerrungsrisiko [s31]. Mobiltelefonstrahlung zeigte in gepoolten Humanstudien keinen Zusammenhang, wohl aber in vitro und im Tierversuch eine Verminderung von Beweglichkeit und Vitalität [s61].
Der Widerspruch lässt sich zum Teil erklären: Radar, Magnetfeld, Radiofrequenz und Mobilfunk sind physikalisch verschiedene Expositionen, die unter „Strahlung“ zusammengefasst werden; die Dosis wurde in den chinesischen Studien nicht gemessen; und Tierversuche verwenden andere Expositionsmuster als der Alltag. Eine pauschale Aussage „Strahlung schadet“ oder „Strahlung schadet nicht“ tragen die Daten nicht.
Kokerei-PAK und Polizisten: Wenn die Standardparameter nicht reagieren
Bei Kokereiarbeitern waren die klassischen Parameter nicht signifikant verändert, die Spermien-DNA aber schon: mehr sperrige DNA-Addukte (p = 0,009) und mehr 8-oxo-dGuo (p = 0,048), bei nicht signifikanter DNA-Fragmentierung (p = 0,232) [s95]. In einer Studie an nichtrauchenden Arbeitern war nur die Hochexpositionsgruppe in der Morphologie auffällig [s112]; die Mischungsanalysen fanden eine inverse Assoziation der PAK-Mischung mit der Vitalität [s41, s46]. Nach einem Jahr PAK-Exposition im solarthermischen Kraftwerk änderten sich Zahl, Beweglichkeit und DNA-Fragmentation nicht, wohl aber Leukozyteninfiltration und antioxidative Marker [s30]. Bei Stadtpolizisten stieg im schadstoffreichen Winter der Chromatinschaden, während die Beweglichkeit paradoxerweise höher war [s60].
Das Muster: Die DNA-Marker reagieren früher oder konsistenter als Zahl, Beweglichkeit und Morphologie; wer nur nach Letzteren schaut, sieht „keinen Effekt“. Hinzu kommt, dass vier Kokerei-Veröffentlichungen aus einer Arbeitsgruppe stammen und die Stichproben sich wahrscheinlich überschneiden [s95, s112, s46, s41]. Beim Polizistenvergleich vermengt die Jahreszeit Luftschadstoffe mit Temperatur und Lebensstil [s60].
Styrol
In der Studie mit Proben bei Einstellung und nach sechs Monaten sank die Spermiendichte von 63,5 auf 46,0 Millionen/mL, ohne Zusammenhang mit der Mandelsäure im Urin als innerem Expositionsmaß; die Autoren stuften die Befunde als vorläufig und inkonsistent ein [s193]. Eine zweite Studie fand keine Unterschiede in Standardparametern, wohl aber im Comet-Test (P < 0,001) [s175], eine dritte keinen signifikanten Unterschied in Aneuploidie und Diploidie, wobei Rauchen und Alter größeren Einfluss hatten als Styrol [s169]. Auch hier unterscheiden sich die Endpunkte, und die Gruppen umfassen 18 bis 46 Exponierte.
Berufsexposition: häufigster Risikofaktor oder Randerscheinung?
Zwei klinische Auswertungen stehen scheinbar im Widerspruch. In Ostmarokko war bei 3025 Männern mit unerfülltem Kinderwunsch „berufliche Exposition“ der häufigste Risikofaktor, vor der Varikozele [s21]. Im Register aus Chanty-Mansijsk wurden „berufliche Schädlichkeiten“ nur bei 9 von 627 Männern (1,4 %) dokumentiert, Rauchen dagegen bei 41,1 % [s25]. Beide haben keine Vergleichsgruppe, beide sagen nichts über ein Risiko, sondern über die Häufigkeit der Erfassung. Was als „berufliche Exposition“ gilt, ist in [s21] nicht definiert und wurde in [s25] offenbar nur aus der Akte entnommen. In Münster waren unter 2054 infertilen Männern bestimmte Berufe überrepräsentiert [s180]; ob das ein Risiko oder die Zuweisungspraxis einer Spezialsprechstunde abbildet, lässt sich aus dem Design nicht entscheiden.
Zahlen, die in den Abstracts nicht zusammenpassen
Nicht jeder Widerspruch ist ein inhaltlicher. In einer Reihe von Abstracts stehen Angaben, die sich selbst widersprechen, und sie sind in den Fachkapiteln einzeln vermerkt. Beispiele: ein Mikrokerntest-p-Wert von 0,042 neben dem Satz, es sei keine signifikante Zunahme beobachtet worden, sowie p-Werte über 1 [s64]; eine Odds Ratio mit einem Konfidenzintervall, das einen p-Wert von etwa 0,003 statt der genannten 0,030 nahelegt (eigene Rückrechnung des Berichts) [s54]; ein Anteil normaler Spermien von 90,56 % bei den Kontrollen [s11]; die Prozentangabe 88,97 % für 2736 von 3025 Patienten, rechnerisch 90,4 % [s21]; eine „schützende“ Wirkung der Nähe zu einer Chemiefabrik [s42]; ein positiver Zusammenhang zwischen Bisphenol A und schneller Vorwärtsbeweglichkeit neben der Hauptaussage einer Schädigung [s129]. Der erneute Abruf der Abstracts von [s55], [s64] und [s49] bestätigte jeweils den Wortlaut. Wer solche Studien zitiert, sollte sie als Hinweise und nicht als Messwerte behandeln. Das Abstract von [s49] zur Formaldehydexposition enthält extrem schmale Konfidenzintervalle (zum Beispiel −1,00 % bis −0,98 % je Einheit des Expositionsindex); der erneute Abruf bestätigt, dass die Zahlen so im Abstract stehen, die zugrunde liegende Skala geht daraus aber nicht eindeutig hervor, und der Volltext ist zur Prüfung heranzuziehen [s49].
Zusammenfassende Gegenüberstellung
| Thema | Stützende Befunde | Gegenläufige oder neutrale Befunde | Wahrscheinlichste Erklärung des Widerspruchs |
|---|---|---|---|
| Wechselschicht | [s09, s62, s57, s13] | [s23] Pool nicht signifikant; [s101] kein Zusammenhang | Wechsel- gegenüber Festschicht, wenige Studien im Pool, Endpunkte, Selektion |
| Sitzen | [s66, s109] DNA-Marker; [s174, s187] Temperatur | [s159, s173] kein Zusammenhang mit Samenqualität | Zwischengröße Temperatur, Endpunkt DNA, Zeitraum, Zuordnung nach Beruf |
| Hitze | [s05, s76] | [s86, s101] | Definition und Messung, kleine Gruppen |
| Fahrer | [s202, s212, s102, s55, s170] | [s199] | gemischte Belastungen, Stichprobenfehler |
| Arbeitsstress | [s71, s108 (wahrgenommener Stress)] | [s157, s108 (Jobstrain)] | verschiedene Konstrukte, Querschnitt gegenüber prospektiv |
| Computerarbeit | [s133, s42, s120, s209] | [s152] | Selektion, Kontrollgruppen, Effektgröße |
| Blei | [s39, s171, s150, s135] | [s213, s201, s134] | Dosisschwelle, Endpunkt, Gruppengröße |
| Bor | Tierversuche (nach [s92]) | [s75, s65, s69, s64, s115, s119] | Dosisabstand, überlappende Stichproben |
| Berufsklassen | [s208, s185, s179, s53, s50] | [s162] sowie gegenläufige Befunde zu Leitenden und Managern [s208, s185] | grobe Klassen, Mehrfachtests, Kontrollauswahl |
| Magnetfelder und Radiofrequenz | [s191, s166] | [s207, s31, s186] | verschiedene Expositionen, fehlende Dosismessung |