ALAN (Artificial Light at Night): künstliches Licht in der Nacht, hier meist als Außenlicht am Wohnort aus Satellitendaten (Einheit nW/cm²/sr).
dLAN (dim light at night): schwaches Licht in der Nacht, in Tierversuchen verwendet.
Asthenozoospermie: verminderte Spermienbeweglichkeit gemäß WHO-Referenzwerten.
BCF (Beat-Cross Frequency): Schlagfrequenz des Spermienkopfes bei der computergestützten Bewegungsanalyse.
CASA (Computer-Assisted Sperm Analysis): computergestützte Messung der Spermienbewegung. Typische Größen: VCL (kurvilineare Geschwindigkeit), VAP (Durchschnittsgeschwindigkeit des gemittelten Pfades), VSL (geradlinige Geschwindigkeit), LIN (Linearität), STR (Geradlinigkeit), WOB (Wackeln), ALH (seitliche Kopfauslenkung) und BCF.
Chronotyp: individuelle Tageszeitpräferenz (Morgen- oder Abendtyp). Erfasst z. B. mit dem Morningness-Eveningness-Questionnaire (MEQ).
Desynchronose (russ. десинхроноз): Störung der Abstimmung zwischen innerer Uhr und äußeren Zeitgebern; in russischen Arbeiten das Modell für Dauer- oder Nachtlicht.
Dunkelheitsentzug (Dauerlicht): Tiermodell mit 24 Stunden Licht, in den Wolgograder Arbeiten als Alterungsmodell verwendet.
EARTH-Studie: Environment and Reproductive Health Study, Kohorte von Männern eines Fertilitätszentrums.
Fekundabilität / Fekundität: Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft pro Zyklus (Fekundabilität) bzw. Zeit bis zur Schwangerschaft (Fekundität). Ein Fekundabilitätsverhältnis über 1 bedeutet höhere Wahrscheinlichkeit pro Zyklus; ein Zeitverhältnis über 1 eine längere Zeit bis zur Schwangerschaft. Es sind Paarmaße.
Flagellum: die Geißel (der Fortsatz) der Samenzelle, die für die Beweglichkeit sorgt. Bei der Spermienmorphologie ist die Form von Kopf, Mittelstück und Flagellum von Bedeutung.
Hazard Ratio (HR): Verhältnis der Ereignisraten zweier Gruppen im Zeitverlauf; unter 1 bedeutet geringere Rate des Ereignisses. Bei der Schwangerschaft ist ein Wert unter 1 eine geringere Schwangerschaftswahrscheinlichkeit, bei der Infertilitätsdiagnose ein Wert über 1 ein höheres Risiko.
Hedges' g: standardisierte Effektgröße, Mittelwertdifferenz geteilt durch die gepoolte Standardabweichung (mit Korrektur für kleine Stichproben). Negative Werte bedeuten niedrigere Werte in der exponierten Gruppe.
Heterogenität (I²): Anteil der Streuung zwischen Studien in einer Metaanalyse, der nicht durch Zufall zu erklären ist. Werte von 63 % bis 85 % in dieser Auswertung sind hoch.
iOAT (idiopathische Oligoasthenoteratozoospermie): gleichzeitig verminderte Konzentration, verminderte Beweglichkeit und erhöhter Anteil abnormer Formen ohne bekannte Ursache.
Interquartilsabstand (IQR): Abstand zwischen dem 25. und 75. Perzentil einer Verteilung. In vielen Studien ist der Effekt „je IQR-Anstieg“ der Exposition angegeben.
Konfidenzintervall (95-%-KI): Bereich, der den wahren Wert unter den Annahmen des Modells mit 95 % Sicherheit einschließt; ein Intervall, das 1 (bei Verhältnissen) bzw. 0 (bei Differenzen) einschließt, gilt als statistisch nicht signifikant.
Leq / Lden: Äquivalenter Dauerschallpegel (Leq) bzw. Tag-Abend-Nacht-Pegel (Lden) in Dezibel; Maße der Lärmbelastung. Lden gewichtet Abend- und Nachtstunden zusätzlich.
Leydig-Zellen / Sertoli-Zellen: Zellen des Hodens. Leydig-Zellen bilden Testosteron; Sertoli-Zellen stützen und steuern die Samenzellbildung.
Melatonin: Hormon der Zirbeldrüse, dessen Ausschüttung nachts ansteigt und durch Licht unterdrückt werden kann.
Mendelsche Randomisierung: Methode, die genetische Varianten als Stellvertreter einer Exposition nutzt, um Störgrößen und umgekehrte Kausalität zu verringern.
NDVI (Normalized Difference Vegetation Index): Vegetationsindex aus Satellitenbildern; hohe Werte stehen für dichte grüne Vegetation. Er sagt nichts über Zugänglichkeit oder Nutzung von Grünflächen.
Nichtprogressive Beweglichkeit: Spermien, die sich bewegen, aber nicht vorwärts.
Odds Ratio (OR): Chancenverhältnis; ein Wert über 1 bedeutet höhere Chance für das Ereignis in der exponierten Gruppe, bei breitem Konfidenzintervall mit geringer Sicherheit.
Oligozoospermie: verminderte Spermienkonzentration gemäß WHO-Referenzwerten.
Photoperiode: Verhältnis von Licht- zu Dunkelphase pro Tag (zum Beispiel 12:12).
PREBIC: Kohorte in Chongqing (China) zu männlicher Reproduktionsgesundheit.
PSQI (Pittsburgh Sleep Quality Index): Fragebogen zur Schlafqualität.
Querschnittsstudie: Studie, in der Exposition und Ergebnis zum selben Zeitpunkt erfasst werden; sie zeigt Zusammenhänge, aber keine zeitliche Reihenfolge.
Social Jetlag: Abweichung zwischen der Schlafzeit an Arbeits- bzw. Schultagen und freien Tagen.
SCSA (Sperm Chromatin Structure Assay): Test der DNA-Fragmentierung der Spermien.
Spermatogenese: Bildung der Samenzellen im Hoden. Die Humanstudien werten die Exposition meist im Fenster von 0 bis 90 Tagen vor der Probe aus, das als Dauer der Spermatogenese angesetzt wird; mehrere Studien fanden die stärksten Zusammenhänge 70 bis 90 Tage vor der Probe [s50, s43, s23].
TMSC (Total Motile Sperm Count): gesamte Zahl beweglicher Spermien im Ejakulat.
Teratozoospermie: erhöhter Anteil morphologisch abnormer Spermien.
TTP (Time to Pregnancy): Zeit bis zur Schwangerschaft.
Vitalität: Anteil lebender Spermien im Ejakulat.
WHO-Handbuch: Referenzwerke für die Samenanalyse (Ausgaben 2010 bzw. 5. Auflage); die Referenzgrenzen wurden zwischen den Ausgaben angepasst.