Russisch
Die russischsprachige Literatur ist klinisch-beschreibend und für diese Fragestellung dünn. Es wurde keine russischsprachige Studie gefunden, die Spermienparameter bei Thalassämie, Sichelzellkrankheit oder Hämochromatose misst. Das Material besteht aus acht Quellen: Fallberichten, Übersichten, einer Praxisleitlinie, einer Konsensleitlinie und einer kleinen Beobachtungsserie. Alle haben niedrige Evidenzstufe. Der Sprachraum reicht über Russland hinaus: Ein Fallbericht stammt aus Belarus, eine Praxisleitlinie von der Krim.
Eisenüberladung und Hypogonadismus. Zwei Fallberichte aus der Sechenov-Universität Moskau (Problemy endokrinologii, 2022; "Эндокринные нарушения у пациентов с трансфузионно-зависимыми наследственными анемиями", Endokrine Störungen bei Patienten mit transfusionsabhängigen erblichen Anämien) betreffen einen Jungen mit transfusionsabhängiger Diamond-Blackfan-Anämie und ein Mädchen mit Beta-Thalassämie major; verwertbar ist nur der Junge. Mit 14,2 Jahren war die Pubertät nicht eingetreten; mit 16,3 Jahren fanden sich eine gestörte Nüchternglukose, ein Wachstumshormonmangel und ein hypogonadotroper Hypogonadismus (Tanner-Stadium 1, Körperhöhe -2,61 Standardabweichungen); der GnRH-Analogon-Test blieb mit LH-Werten von 0,4, 2,5 und 3,7 mIE/ml präpubertär. Mit 16,8 Jahren kamen sekundärer Hypothyreoidismus, sekundäre Nebenniereninsuffizienz und Diabetes hinzu. Die Autoren führen die Störungen auf die transfusionsbedingte Eisenüberladung zurück; das wird aus dem Verlauf gefolgert und nicht geprüft. Es ist ein Einzelfall, die Diamond-Blackfan-Anämie ist keine Thalassämie, und ein Spermiogramm liegt nicht vor [s79]. Ein Fallbericht aus Belarus (Gomel; "Полиорганное поражение при гемохроматозе", Multiorganbeteiligung bei Hämochromatose; 2022) beschreibt einen 48-jährigen Mann mit primärer Hämochromatose, bei dem die Diagnose erst nach einer kardialen Dekompensation und einer Magnetresonanztomographie des Brustkorbs gestellt wurde; zu den Begleiterkrankungen zählen ein sekundärer hypogonadotroper Hypogonadismus und ein Diabetes Typ 2. Hormonwerte und Samenuntersuchung fehlen im abgerufenen Text [s82].
Leitlinien und Lehrtexte. Die Praxisleitlinie aus der Krim-Therapeutischen Zeitschrift ("Клинические практические рекомендации по ведению пациентов с гемохроматозом", Klinische Praxisempfehlungen zur Betreuung von Patienten mit Hämochromatose; 2012) nennt bei Männern Potenzverlust, Hodenatrophie und Verlust der Körperbehaarung, bei Frauen Amenorrhoe und Unfruchtbarkeit; eine Herzbeteiligung wird bei 20 bis 30 Prozent der Patienten genannt. Der Ablaufplan für C282Y-Homozygote sieht bei Beschwerden eine Bestimmung des Serumtestosterons vor. Eigene Daten und eine Aussage zur Häufigkeit von Infertilität fehlen [s155]. Die Konsensleitlinie russischer Endokrinologen zum Testosteronmangel (Problemy endokrinologii, 2016; "Рекомендации по диагностике и лечению дефицита тестостерона (гипогонадизма) у мужчин") führt die Hämochromatose in der Ursachenliste des sekundären Hypogonadismus auf; Thalassämie und Sichelzellkrankheit werden im abgerufenen Abschnitt (die Seite lieferte nur die ersten 16.000 Zeichen) nicht erwähnt [s133]. Das belegt, dass die Hämochromatose im russischen endokrinologischen Standard als Ursache geführt wird, nicht aber, wie häufig sie ist.
Sichelzellkrankheit und Kinderhämatologie. Zwei lehrbuchartige Texte nennen bei Sichelzellkrankheit einen Hypogonadismus mit Infantilismus und Unterentwicklung der Geschlechtsmerkmale sowie den Priapismus (Vestnik RUDN 2005 und CardioSomatika 2013; "К вопросу о клинических проявлениях серповидноклеточного заболевания", Zur Frage der klinischen Erscheinungen der Sichelzellkrankheit, und "Серповидно-клеточная анемия: случай из клинической практики", Sichelzellanämie: ein Fall aus der klinischen Praxis); beide ohne eigene Zahlen [s184, s148]. Eine Literaturübersicht zur posttransfusionellen Eisenüberladung in der Kinderhämatologie führt in einer Tabelle Hypogonadismus, Hypothyreoidismus und Diabetes als endokrine Folgen auf; männerspezifische Daten fehlen [s101]. Eine Beobachtungsserie mit 9 Kindern (Diamond-Blackfan-Anämie und kongenitale dyserythropoetische Anämie) mit MRT-T2* von Hirnanhangdrüse, Herz, Leber und Bauchspeicheldrüse hat die Gonadenfunktion nicht gemessen; ihre Einleitung verweist darauf, dass bei der Diamond-Blackfan-Anämie im Vergleich zur Beta-Thalassämie major häufiger Hypogonadismus vorkomme [s134].
Erreichbarkeit. In PubMed-Indizes ist das Thema praktisch nicht vertreten: Russischsprachige Suchbegriffe in Europe PMC lieferten für fünf von sechs Anfragen keine Treffer; nur "Hämochromatose Hypogonadismus" ergab zwei Treffer, davon einen einschlägigen [s79]. Die russische Volltextbibliothek CyberLeninka lieferte über die JSON-Suchschnittstelle Treffer (zum Beispiel 55 für "гемохроматоз бесплодие", Hämochromatose Unfruchtbarkeit), während die HTML-Suchseite keine Liste enthielt; Artikeltexte wurden vollständig abgerufen. eLIBRARY.ru antwortete mit 403; es wurde nicht versucht, die Sperre zu umgehen. Der Recherchebericht vermutet, dass die Eisenüberladung in Russland vor allem bei Kindern mit seltenen angeborenen Anämien beschrieben wird, weil die Thalassämie dort selten sei; das ist eine Annahme, die die Quellen nicht ausdrücklich belegen.
Arabisch
Der arabische Raum liefert den umfangreichsten Teil der regionalen Literatur dieser Recherche, fast ausschließlich in englischer Sprache publiziert und in PubMed indiziert. Arabischsprachige Originalartikel wurden nicht erreicht. Die Studien stammen aus Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, dem Irak, Jordanien, Ägypten, Bahrain, Tunesien und dem Libanon. Viele Autorenzeilen überschneiden sich im ICET-A-Netzwerk (Soliman, Yassin, De Sanctis), was die Zahl unabhängiger Forschergruppen kleiner macht, als die Zahl der Artikel vermuten lässt [s102, s103, s107, s109, s116, s129].
Thalassämie: Hypogonadismus-Häufigkeiten. Mehrere Querschnittsstudien nennen den Hypogonadismus als häufigste Endokrinopathie bei Beta-Thalassämie major. Die Zahlen unterscheiden sich stark, weil Alter, Auswahl, Definition, Chelattherapie und Geschlechtsmischung abweichen; ein Ranking der Länder ergibt sich daraus nicht. Im Dubai Thalassemia Centre (alle lebenden Patienten bis Ende 2007: 382, davon 193 Männer) hatten 99 Patienten Hypogonadismus (52,7 Prozent), beurteilbar waren aber nur 188 [s142]. Dieselbe Einrichtung wertete später 200 Erwachsene aus (2019 bis 2021): Hypogonadismus bei 23 Prozent, Diabetes 15 Prozent, Hypothyreose 11 Prozent, Hypoparathyreoidismus 9 Prozent. Die Arbeit enthält einen Widerspruch zur Geschlechterverteilung: Die Zusammenfassung nennt 91 Männer und 109 Frauen, die Tabellen führen dagegen 109 Männer und 91 Frauen auf (ein für dieses Kapitel durchgeführter Abruf des Volltexts bestätigte die Tabellenangabe). Nach Tabelle 4 betrug der Hypogonadismus bei den Männern 24,8 Prozent (27 von 109) und bei den Frauen 20,9 Prozent (19 von 91; P = 0,515). Das Ferritin unterschied sich nicht zwischen den Gruppen unter und über 2500 µg/l in Bezug auf Endokrinopathien; die schwach negative Korrelation von Gesamttestosteron und Ferritin (Spearman rho -0,233) überstand die Korrektur für Mehrfachtests nicht. Von den 25 verheirateten Männern hatten 64 Prozent Kinder, nur zwei Kinder durch IVF; Spermiogramme gab es nicht [s02]. Im irakischen Kurdistan hatten von 80 überwiesenen Patienten (53 Frauen, 27 Männer) 55 Hypogonadismus (68,75 Prozent), davon 13 Männer, bei 53 von 55 hypogonadotrop; das mittlere Ferritin lag bei 2326 ± 2625 gegenüber 1220 ± 1785 ng/ml (P = 0,065), wobei die Zusammenfassung für die zweite Gruppe versehentlich ebenfalls "± 2625" nennt [s60]. In Duhok (Nordirak) hatten von 150 Patienten 52,8 Prozent Hypogonadismus; er war die einzige Komplikation mit signifikant höheren Ferritinwerten und trat nach Splenektomie häufiger auf [s98]. Bei 119 Kindern und Jugendlichen in Dschidda mit Thalassämie oder Sichelzellanämie waren es 12,6 Prozent, Hypogonadismus hing mit Splenektomie zusammen (P = 0,026) [s93]. Aus Tunesien liegen 28 Patienten vor (16 Männer; mindestens eine endokrine Komplikation bei 23, 82 Prozent) [s110], aus Ägypten 50 Patienten und 50 Kontrollen mit Hypogonadismus bei 56 Prozent und einer häufigeren HAMP-Variante c.-582A>G bei den Patienten (Hepcidin als Eisenregulator) [s34]. In Katar zeigte die MRT-basierte Leber-Eisenmessung (FerriScan) bei 52 Thalassämie- und 40 Sichelzell-Patienten, dass Hypogonadismus bei schwerer Leber-Eisenüberladung häufiger war und bei Thalassämie häufiger als bei Sichelzellkrankheit [s116]; bei 28 jungen Erwachsenen mit Thalassaemia intermedia betrug der hypogonadotrope Hypogonadismus 10,7 Prozent (zwei Frauen, ein Mann) [s107]. Mit der Dubaier Zahl von 2007 gegenüber 2019 bis 2021 ist wegen unterschiedlicher Populationen und Definitionen kein Beleg für einen Behandlungseffekt zu gewinnen.
Thalassämie: Hormonachse und Samen. Aus Jordanien stammt eine kontrollierte Studie an 33 Jungen mit Beta-Thalassämie major (17 mit Pubertätsverzögerung): Die Basalwerte von LH, FSH und Testosteron waren in der Gruppe mit verzögerter Pubertät signifikant niedriger [s180]. Im Irak (Kufa) waren bei 78 Jungen von 4 bis 11 Jahren gegenüber 30 gesunden Kontrollen LH, Wachstumshormon und Cortisol erniedrigt; LH lag bei 33 Kindern (42,3 Prozent) unter dem Grenzwert, Ferritin und LH korrelierten mit r = -0,48; die Kinder waren präpubertär, die Deutung niedriger Gonadotropine ist schwierig [s156]. Die direkten Samendaten sind klein. In Ägypten waren von 20 voll pubertären Männern mit Beta-Thalassämie major 10 azoosperm; bei den übrigen 10 stiegen unter L-Carnitin und N-Acetylcystein nach sechs Monaten der Spermiendeformitätsindex (1,90 auf 2,46) und der Teratozoospermie-Index (1,59 auf 1,86); die Autoren deuten dies als mögliche unerwünschte Wirkung der Antioxidanzien und betonen die Vorläufigkeit; es gab keine Kontrollgruppe, und die DNA-Fragmentierung lag bei allen zehn unter 30 Prozent [s111]. Bei 11 Männern des ICET-A-Netzwerks mit erworbenem hypogonadotropem Hypogonadismus fanden sich bei fünf Samenanalysen drei Azoospermien und zwei Oligoasthenozoospermien, Ferritin über 2000 ng/ml bei 5 von 11 gegenüber 1 von 12 [s129]. Zur Vaterschaft betonen die Autoren der ICET-A-Umfrage (966 Männer, 240 in Partnerschaft, 184 Väter, davon 81,5 Prozent durch natürliche Zeugung; die Umfrage erreichte nur 10 von 16 Zentren) die guten Aussichten [s103]. Azoospermie bei 10 von 20 Männern und zugleich 76,6 Prozent Väter schließen einander nicht aus, weil die Gruppen unterschiedlich ausgewählt wurden. Bei 95 hypogonadalen Männern mit Testosteron-Ersatz trat Gynäkomastie bei 41 (43,1 Prozent) auf, bei zweien Priapismus (Sicherheitsbeobachtung, keine Empfehlung) [s102]. Eine Kurzübersicht führt Eisenablagerung in Hirnanhangdrüse und Hoden als Mechanismus an [s109]; ein Scoping Review der Universität Katar nennt Gewebehypoxie und suchte nur in Google Scholar (12. Juli 2023), er ist ausdrücklich kein systematischer Review [s38].
Sichelzellkrankheit. Die katarische Pilotstudie an 18 jungen Erwachsenen mit transfusionsabhängiger Sichelzellkrankheit verglich sieben Tage nach einer Transfusion: Hämoglobin 8,5 auf 10,5 g/dl, Testosteron 12,3 auf 14,23 nmol/l, Gesamtspermienzahl 87,4 auf 146,2 Millionen pro Milliliter; Hämoglobin korrelierte mit Spermienzahl, Beweglichkeit und Morphologie. Es gab keine Kontrollgruppe, der Mechanismus ist ungeklärt (so die Autoren), und gezeigt ist eine Assoziation, kein dauerhafter Effekt [s146]. In Ägypten und Saudi-Arabien hatten von 80 Männern mit Sichelzellanämie diejenigen mit hohem Ferritin niedrigeres Testosteron (4,11 gegenüber 5,18 ng/ml; P = 0,018) und höheres LH; die Autoren nennen die Ergebnisse "nicht schlüssig", da innerhalb der Gruppe mit hohem Ferritin die Korrelation von Ferritin und Testosteron sogar positiv war (r = 0,32) [s96]. In Bahrain lag das Testosteron bei Männern mit Sichelzellanämie bei 8,8 gegenüber 14,7 nmol/l bei Kontrollen (P < 0,001), 21 von 51 Männern (41 Prozent) berichteten über eine um 2 bis 3 Jahre verzögerte Pubertät; Ferritin als unabhängige Variable zeigte eine inverse Beziehung zum Testosteron (Regressionskoeffizient -0,49) [s130]. In der Ostprovinz Saudi-Arabiens berichteten 33 von 240 Männern (13,8 Prozent) Priapismus; multivariat war nur die Transfusionsvorgeschichte unabhängig (aOR 10,36; 1,32 bis 81,14), und Hydroxyurea-Anwender hatten den ersten Priapismus in jüngerem Alter (Log-Rank P = 0,012), mit möglicher Verzerrung durch die Krankheitsschwere; die Autoren verweisen für Saudi-Arabien auf einen Arab-Indian-Haplotyp mit hohem Anteil fetalen Hämoglobins, der zu seltenerem und weniger schwerem Priapismus führe [s03]. Die einzige Metaanalyse der Region betrifft Hydroxyurea (Universität König Saud; vier Studien an Männern; Zahlen siehe Abschnitt Englisch) [s50].
Eisenmarker ohne Hämoglobinopathie, Tierversuch, Leitlinie. In Beirut korrelierte bei 60 infertilen Männern in ICSI-Zyklen die Spermien-DNA-Hydroxymethylierung schwach mit Serum- und Seminaleisen (R = 0,29 bis 0,30), und höheres Seminaleisen ging mit höherer kumulativer Lebendgeburtenrate einher; das widerspricht der Metaanalyse zu höherem Samen-Eisen bei Infertilität in der Richtung, betrifft aber Männer ohne berichtete Eisenüberladung [s32]. In Assiut unterschieden sich seminales Lactoferrin und Eisen nicht zwischen 33 infertilen Männern mit Varikozele, 25 ohne und 17 fertilen [s44]. Eine Wissensumfrage unter 768 Gesundheitsstudierenden in Jazan (Saudi-Arabien) misst Wissen über Eisenmangelanämie und männliche Infertilität, nicht Fertilität [s83]. Ein ägyptischer Rattenversuch mit Cyclophosphamid untersuchte Eisenregulation und Ferroptose als Mechanismus der Hodenschädigung, nicht eine Eisenüberladung wie bei Thalassämie [s33]. Die internationale Konsensleitlinie zu endokrinen Komplikationen der alpha- und beta-Thalassämie im Kindes- und Jugendalter (Hormone Research in Paediatrics, 2025; 14 Fachleute aus 13 Ländern, 8 Fachgesellschaften, 42 Empfehlungen; Erstautor aus Medina) nennt Hypogonadismus und verzögerte Pubertät als häufig bei Beta-Thalassämie major und transfusionsabhängiger HbH-Krankheit; reproduktive Dysfunktion werde nur dort berichtet. Eine Aussage zu Spermiogrammen steht in der Zusammenfassung nicht [s21].
Regionale Besonderheiten, Erreichbarkeit. Aus dem Irak wird eine hohe Thalassämie-Häufigkeit genannt (37,3 pro 100.000 Einwohner in der Kurdistan-Region 2020), die die Autoren auf Verwandtenehen und fehlende Vorbeugung zurückführen [s60]. Zugangsprobleme: Arab World Research Source (EBSCO) meldete "guest_not_configured"; Dar Al Mandumah und eMarefa antworteten, die Ergebnisse waren aber nicht auf die Anfrage gefiltert (über 1,3 Millionen Treffer) und der Inhalt ist nach Angabe der Seite Abonnenten vorbehalten; ASJP (Algerien) und die Egyptian Knowledge Bank ergaben keine Verbindung; Google Scholar antwortete mit 403. Suchen mit arabischen Begriffen in Europe PMC lieferten keine Treffer. Arabischsprachige Fachartikel sind damit in der Recherche nicht vertreten. Direkte Beweise am menschlichen Hoden (Biopsie, Histologie) fehlen in den regionalen Quellen; vorhanden sind Bildgebung [s129] und Tierversuche [s33].
Türkisch
Aus der Türkei stammen die einzigen Studien, die bei Männern mit einer Hämoglobinopathie Hoden oder Spermiogramm direkt untersuchen. Daneben gibt es endokrinologische Kohorten bei Thalassämie, Fallberichte zur Hämochromatose und einen Tierversuch zur Eisenüberladung der Hoden. Mehrere wichtige Titel sind in englischer Sprache in PubMed erschienen; türkischsprachige Zeitschriften (über das Zitationsregister TR Dizin erschlossen, oft mit zweisprachigen Abstracts) enthalten überwiegend kleine, häufig mehr als zehn Jahre alte Untersuchungen.
Spermiogramm und Hoden. Ein Ankaraner Ausbildungskrankenhaus (International Urology and Nephrology, 2025) untersuchte 49 Männer, die bei der Ehetauglichkeitsuntersuchung (Thalassämie-Screening vor der Eheschließung, 2021 bis 2023) als Träger einer Thalassaemia minor erkannt worden waren (mittleres Alter 31 Jahre). 39 von 49 (rund 80 Prozent) hatten ein auffälliges Spermiogramm: Azoospermie bei 8 (16 Prozent), Oligozoospermie bei 6 (12 Prozent), Teratozoospermie bei 9 (18 Prozent), Asthenozoospermie bei 16 (32 Prozent). Der mittlere korpuskuläre Hämoglobingehalt (MCHC) war bei auffälligem Spermiogramm niedriger (P = 0,01); in der Regression nannten die Autoren Effekte von "0,88-fach" für MCV und "2,64-fach" für MCHC, deren Richtung und Skalierung in der Zusammenfassung unklar bleiben, Konfidenzintervalle fehlen. Es gab keine Kontrollgruppe, nur 10 Männer mit normalem Spermiogramm, und die hohe Rate auffälliger Befunde spricht für eine selektierte Stichprobe (vermutlich Kinderwunsch-Abklärung; das ist eine Vermutung des Rechercheberichts) [s26]. Die zweite Studie (Andrologia, 2022, Antakya) verglich 50 Männer mit Sichelzellanämie und 88 Kontrollen mittels Scherwellen-Elastographie: 28 Prozent hatten beeinträchtigte Spermienparameter; der rechte Hoden maß im Median 14,76 (12,77 bis 18,12) gegenüber 19,68 (15,12 bis 24,18) bei Kontrollen (P < 0,001), der linke 14,11 gegenüber 16,59 (P = 0,015); Alter und Hydroxyurea verschlechterten die Spermienparameter (Koeffizienten -0,161 und -1,914; P = 0,024 und 0,038). Die Quelle bezeichnet diese Werte als "odds ratio", angegeben sind aber negative Koeffizienten, was eine Unstimmigkeit der Quelle ist [s72].
Endokrinologische Kohorten. Bei 60 Kindern mit transfusionsabhängiger Thalassämie in Izmir (mittleres Alter 11,5 Jahre) hatten 15 Prozent Hypogonadismus und 41,7 Prozent Kleinwuchs; weder Serumferritin noch Leber-Eisenkonzentration (R2-MRT) korrelierten mit endokrinen Komplikationen, die Eisenlast war überwiegend niedrig [s30]. Aus TR Dizin stammen vier Kohorten: 44 Patienten der Universität Uludağ mit Thalassaemia major, Hypogonadismus bei 6 (13,6 Prozent), kein Zusammenhang mit Ferritin [s174]; 43 Patienten in oder vor der Pubertät, Hypogonadismus bei 48 Prozent (21 von 43) [s160]; 62 Kinder (3 bis 18 Jahre), verzögerte Pubertät oder Hypogonadismus bei 37 Prozent von 19 Jugendlichen [s128]; und 50 Kinder und Jugendliche mit Sichelzellanämie, hypergonadotroper Hypogonadismus bei 3 (6 Prozent), zu kleines Hodenvolumen bei 3 Jungen (8,5 Prozent), häufigste Auffälligkeit Vitamin-D-Mangel [s147]. Die Spanne von 13,6 bis 48 Prozent spiegelt vor allem unterschiedliche Altersstrukturen. Die Sichelzell-Studie [s147] ist nach Autoren, Zeitschrift, Jahr, Fallzahl und übereinstimmenden Zahlen sehr wahrscheinlich dieselbe wie die englischsprachige PubMed-Veröffentlichung [s145]; die beiden Einträge dürfen nicht als unabhängige Bestätigung gezählt werden (eigene Einschätzung auf Basis der Angaben, nicht durch Vergleich der Volltexte geprüft). Die Originaltitel der beiden türkischsprachigen Arbeiten lauten "Orak hücre anemili Türk çocuk ve ergenlerde endokrin komplikasyonların sıklığı ve risk faktörleri" (Häufigkeit und Risikofaktoren endokriner Komplikationen bei türkischen Kindern und Jugendlichen mit Sichelzellanämie) [s147] und "Talasemi majorlu hastalarda kemik mineral yoğunluğu ile hipogonadizm arasındaki ilişki" (Zusammenhang zwischen Knochenmineraldichte und Hypogonadismus bei Patienten mit Thalassaemia major) [s160].
Hämochromatose und Tierversuch. Ein Fallbericht von 1995 (Tepecik-Krankenhauszeitschrift) beschreibt einen 29-jährigen Mann mit hypogonadotropem Hypogonadismus bei idiopathischer Hämochromatose, bei dem Aderlass mit einer Besserung der sexuellen Funktionsstörung einherging [s207]; ein zweiter (Endokrinolojide Yönelişler, 2001) einen 31-Jährigen mit Zirrhose, Diabetes und hypogonadotropem Hypogonadismus, bei dem nach 32 Aderlass-Sitzungen in sechs Monaten eine begrenzte Besserung von Hypogonadismus und Leberfunktion bei Fortschreiten des Diabetes berichtet wurde [s195]. Beides sind Einzelbeobachtungen ohne Kontrolle. Eine Studie bei 44 Patienten mit homozygotem HbS untersuchte die HFE-Variante H63D als Modifikator der Eisenlast (H63D bei 10 von 31 mit Chelattherapie gegenüber 1 von 13 ohne); sie betrifft nicht die Gonaden [s132]. Ein Tierversuch aus Ankara an 18 Ratten (Eisendextran 60 mg/kg) zeigte im Hoden mehr Eisenfärbung, Caspase-3 und -8 sowie Malondialdehyd; Spermien- und Hormonwerte fehlen [s117].
Nicht aufgenommene Arbeiten, Besonderheiten, Erreichbarkeit. Zwei in TR Dizin gefundene Arbeiten betreffen ausschließlich Frauen, eine weitere (249 Kinder mit Thalassaemia major) berichtet nichts zu Gonaden, und ein in PubMed gefundener Fallbericht (2015) betrifft nach dem Volltext eine 26-jährige Frau; sie wurden nicht aufgenommen. Es gibt keine türkische Kohorte erwachsener Männer mit Hämochromatose und Spermiogramm und keine ausgewertete türkische Leitlinie. Die Erfassung von Trägern über die Voruntersuchung vor der Ehe bestimmt die Auswahl [s26]. TR Dizin war über die JSON-Schnittstelle mit Metadaten und zum Teil zweisprachigen Abstracts erreichbar, Volltexte wurden nicht abgerufen. DergiPark verlangte eine Bestätigung, dass man ein Mensch sei; sie wurde nicht umgangen, DergiPark-Zeitschriften sind nur indirekt über TR Dizin erfasst.