72 Studien2017–2026Alle mit Original-Link

Studien zu Hormone & Medikamente und Spermienqualität (1–36)

72 wissenschaftliche Original-Publikationen zum Themenbereich Hormone & Medikamente, neueste zuerst; diese Seite zeigt die Studien 1 bis 36. Jede mit deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed.

36 von 36 Studien
Hormone & Medikamente 2026

Steigerung der männlichen Fertilität: der Einfluss der Gonadotropintherapie bei hypogonadotropem Hypogonadismus - eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse

Huijben M, Prinsen A, de Kort L, et al. — Andrology

Systematische Literaturrecherche (Medline, Embase, Cochrane bis Mai 2025) und Meta-Analyse von 50 klinischen Studien (RCTs, Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien) mit insgesamt 1.583 Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus und Azoospermie, die eine Gonadotropintherapie zur Induktion der Spermatogenese erhielten; die methodische Qualität war überwiegend gering. Die gepoolte Erfolgsrate der Spermatogeneseinduktion betrug 74 % (95%-KI 66-82 %) nach durchschnittlich 11,8 Monaten; die Schwangerschaftsrate bei Paaren mit Kinderwunsch lag bei 52 % (95%-KI 42-62 %), im Mittel nach 19 Monaten. Die mittlere Spermienkonzentration nach Behandlung betrug 9,8 Mio./ml (95%-KI 8,6-11,0); spontane Schwangerschaften traten auch bei suboptimalen Samenwerten auf. Eine Kombinationstherapie aus zwei Gonadotropinen war wirksamer als eine hCG-Monotherapie. Die Autoren empfehlen die kombinierte Gonadotropintherapie als Erstlinienbehandlung zur Fertilitätsinduktion bei dieser Patientengruppe, trotz häufig unterdurchschnittlicher Spermienqualität.

PMID 41987691 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2026

Schilddrüsenhormone und Samenqualität bei unfruchtbaren Männern: eine großangelegte stratifizierte Analyse mit graduellen Zusammenhängen

Lei X, Xu Y, Shao Y, et al. — Scandinavian Journal of Clinical and Laboratory Investigation

Stratifizierte Querschnittsanalyse an 5.142 unfruchtbaren Männern (20-45 Jahre), bei denen die Serumkonzentrationen von freiem T3, freiem T4, Gesamt-T3, Gesamt-T4 und TSH gemessen und in Quartile eingeteilt wurden; mittels multivariabler logistischer Regression wurde das Risiko spezifischer Samenanomalien untersucht. Niedrigere FT3- und TT3-Werte (unterste zwei Quartile) waren unabhängig mit erhöhtem Oligozoospermie-Risiko assoziiert (adjustierte Odds Ratios 1,434-1,785), während moderate FT3- und FT4-Werte (drittes Quartil) protektiv gegen Asthenozoospermie wirkten (aOR 0,740 bzw. 0,664). Niedrigstes TT3 erhöhte das Teratozoospermie-Risiko (aOR 1,219), moderates FT4 wirkte protektiv (aOR 0,705). Das niedrigste TSH-Quartil zeigte überraschend ein geringeres Risiko für Oligo- und Asthenozoospermie. FT3 und TT4 waren zudem am stärksten mit detaillierten Motilitäts-, Morphologie- und Kinematikparametern assoziiert. Die Autoren schlagen vor, eine umfassende Schilddrüsendiagnostik in die Abklärung männlicher Infertilität zu integrieren, auch innerhalb konventioneller Referenzbereiche.

PMID 42142361 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2026

Therapeutischer Nutzen von Gonadotropinen bei männlichem hypogonadotropem Hypogonadismus: Fokus auf Spermatogenese und Fertilität

Huijben M, Prinsen AMA, de Keyser CE, et al. — Reproduction & Fertility

Retrospektive Einzelzentrums-Kohortenstudie an 35 Männern (≥18 Jahre) mit hypogonadotropem Hypogonadismus und Azoospermie, die eine Gonadotropintherapie zur Testosteronnormalisierung und Spermatogeneseinduktion erhielten; primärer Endpunkt war die erfolgreiche Induktion der Spermatogenese, zusätzlich wurden Regressionsanalysen zu Erfolgsfaktoren durchgeführt. Bei 74 % der Männer gelang die Spermatogenese, mit höherer Erfolgsrate unter kombinierter hCG/FSH-Therapie (78 %) gegenüber hCG-Monotherapie (33 %); 69 % der spermienproduzierenden Männer erreichten eine höhere WHO-Samenkategorie, 29 % Normospermie. Die mediane maximale Spermienkonzentration betrug 8,3 Mio./ml (IQR 1,9-36,3). Ein größeres Ausgangshodenvolumen war mit höherer Erfolgsrate und kürzerer Zeit bis zur Schwangerschaft assoziiert. Eine Schwangerschaft trat bei 68 % der Paare ein (39 % spontan), im Median nach 21 Monaten (erste Spermatogenese nach 7 Monaten). Milde Nebenwirkungen traten bei 16 % auf. Die Autoren bestätigen Gonadotropintherapie als sichere und wirksame Option zur Fertilitätswiederherstellung in dieser modernen westlichen Kohorte.

PMID 42189927 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2025

Diagnose und Behandlung des Hypogonadismus bei Männern mit Kinderwunsch – welche Optionen gibt es?

Lockie AWC, Grice P, Mathur R, Pearce I, Modgil V — International journal of impotence research

Narrativer Literaturüberblick zu Behandlungsoptionen des männlichen Hypogonadismus bei bestehendem Fertilitätswunsch. Eine klassische Testosteronersatztherapie (TRT) unterdrückt die endogene Gonadotropinproduktion und wirkt daher fertilitätsschädlich, weshalb bei Kinderwunsch alternative Ansätze nötig sind. Die Übersicht bewertet nasale TRT, Clomifencitrat, exogene Gonadotropine, Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) und Aromatasehemmer hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit. GnRH kann die Spermatogenese wirksam induzieren, ist aber wegen der pulsatilen Applikation praktisch schwer umsetzbar; Aromatasehemmer sind wegen des Risikos einer Osteopenie nur eingeschränkt einsetzbar. Nasale TRT erscheint vielversprechend, wurde bislang aber nur an kleinen Fallzahlen untersucht. Clomifencitrat und exogene Gonadotropine gelten laut den Autoren als sicher, kontrollieren die Symptomatik gut und können die Fertilität bei Hypogonadismus-Patienten erfolgreich wiederherstellen. Die Arbeit ist ein Übersichtsartikel ohne eigene Primärdaten und dient der klinischen Orientierung.

PMID 38693209 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2025

Wirksamkeit einer Gonadotropin-Behandlung zur Induktion der Spermatogenese bei Männern mit pathologischem Gonadotropinmangel: eine Metaanalyse

Muir CA, Zhang T, Jayadev V, Conway AJ, Handelsman DJ — Clinical endocrinology

Systematisches Review und Metaanalyse von 41 Studien mit insgesamt 1.673 Patienten (mittleres Alter 25±5 Jahre) mit hypogonadotropem Hypogonadismus (HH), einer behandelbaren Ursache nicht-obstruktiver Azoospermie. Untersucht wurden Ergebnisse einer Gonadotropin-Behandlung (hCG allein oder kombiniert mit FSH) zur Induktion der Spermatogenese. Nach im Median 18 Monaten Behandlung betrug die durchschnittlich erreichte Spermienkonzentration 11,6 Mio./ml (95 %-KI 8,4–14,9); je nach Schwellenwert erreichten 78 % (>0), 55 % (>1), 36 % (>5), 24 % (>10) und 15 % (>20 Mio./ml) der Patienten das jeweilige Ziel. Die kombinierte hCG/FSH-Therapie war der hCG-Monotherapie hinsichtlich Spermienausbeute überlegen; Patienten mit angeborenem HH (CHH) erreichten im Schnitt eine geringere Spermienausbeute als Patienten mit Hypopituitarismus. Insgesamt gelang bei den meisten Patienten eine Spermatogenese-Induktion, doch die für eine natürliche Zeugung typischerweise nötigen höheren Spermienkonzentrationen wurden seltener erreicht.

PMID 39445789 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2025

Leitfaden für Kliniker zum Management der durch exogenes Testosteron oder anabol-androgene Steroide verursachten Azoospermie

Hashimi MA et al. — Asian journal of andrology

Dieser narrative Übersichtsartikel für Kliniker beschreibt die Pathophysiologie und das Management der Azoospermie, die durch exogenes Testosteron (ET) oder anabol-androgene Steroide (AAS) ausgelöst wird. Beide Substanzklassen unterdrücken die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse, senken das intratestikuläre Testosteron und beeinträchtigen so die Spermatogenese. Die Autoren unterscheiden prätestikuläre, testikuläre und posttestikuläre Formen und beschreiben ein abgestuftes Behandlungskonzept: Absetzen von ET mit Beobachtung auf spontane Erholung (v. a. bei kurzer Einnahmedauer), bei anhaltender Azoospermie Gonadotropine (hCG, FSH) und selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren wie Clomifen, einzeln oder kombiniert. Als präventive Strategie werden kurzwirksame Testosteronpräparate oder niedrig dosiertes hCG zur Fertilitätserhaltung während einer Testosterontherapie genannt. Die Autoren betonen den weltweit zunehmenden Gebrauch von exogenem Testosteron und AAS sowie den Mangel an gut kontrollierten Langzeitstudien, der belastbare, evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen bislang erschwert.

PMID 39820213 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2025

Systematische Übersicht zum Einfluss von Kalziumkanalblockern auf die Spermienfunktion

Allard-Phillips E et al. — Reproductive toxicology (Elmsford, N.Y.)

Diese systematische Literaturübersicht analysiert die Wirkung von Kalziumkanalblockern (CCBs), einer häufig verordneten Medikamentenklasse bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auf die Spermienfunktion. Da männliche Infertilität für 30-50 % der Kinderlosigkeitsfälle verantwortlich ist und Spermienmotilität sowie Kapazitation stark von Kalziumionen und Kanälen wie CatSper und spannungsabhängigen Kalziumkanälen (VDCCs) abhängen, untersuchten die Autoren, wie CCBs diese Prozesse beeinflussen. Die Befundlage ist uneinheitlich: Einzelne Studien zeigten, dass Wirkstoffe wie Nifedipin die Spermienmotilität und die Akrosomreaktion verringern und eine reversible Infertilität verursachen können, während andere Arbeiten keine relevanten Effekte auf Befruchtungsraten bei IVF-Behandlungen fanden. Tierstudien deuten zusätzlich darauf hin, dass CCBs die Spermatogenese und Spermienfunktion beeinträchtigen können, ohne die Hormonspiegel zu verändern. Die Autoren betonen, dass die Effekte reversibel erscheinen, fordern aber umfangreichere In-vivo-Studien, um die klinische Relevanz für Patienten unter CCB-Therapie besser einordnen zu können.

PMID 39855487 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2025

Einfluss von Antidepressiva auf männliche Fertilität und Samenparameter: eine systematische Übersicht

Dos Santos LOP et al. — Reproductive sciences (Thousand Oaks, Calif.)

Diese systematische Literaturübersicht (Suche in PubMed/Medline, Web of Science und Scopus, Stand April 2023) untersuchte die Wirkung verschiedener Antidepressiva auf Spermien- und Fertilitätsparameter bei Männern. Eingeschlossen wurden fünf klinische Humanstudien; extrahiert wurden Angaben zu Wirkstoffklasse, konkretem Medikament, Dosierung, Behandlungsdauer, Alter der Probanden sowie Spermiogramm- und Fertilitätsdaten. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) waren die am besten untersuchte Substanzklasse, wobei die Befunde zu spermienschädigenden Effekten widersprüchlich ausfielen. Die verfügbaren Humanstudien sind limitiert und untersuchen überwiegend kurzfristige Behandlungszeiträume, sodass sie die Effekte einer Langzeiteinnahme möglicherweise nicht adäquat abbilden. Die Autoren betonen die erhebliche Evidenzlücke bezüglich der Auswirkungen von Antidepressiva auf Sperma- und Fertilitätsparameter bei Männern im reproduktiven Alter und fordern methodisch bessere und längerfristig angelegte Studien, um klinisch verlässliche Aussagen für die Beratung depressiver Patienten mit Kinderwunsch treffen zu können.

PMID 40232638 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2024

Effekt der Östrogenmodulation auf Samenparameter bei Männern mit sekundärem Hypogonadismus

de Silva NL, et al. — Andrology

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (PubMed, MEDLINE, Cochrane Library, ClinicalTrials.gov) zur Wirkung selektiver Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs) und Aromatasehemmer auf Samenparameter und Fertilität bei Männern mit sekundärem Hypogonadismus; Bias-Bewertung mittels ROB-2/ROBINS-I, Evidenzgrad nach GRADE. Fünf nicht randomisierte Interventionsstudien (n=105) zu SERMs zeigten einen Anstieg der Spermienkonzentration (gepoolte mittlere Differenz 6,64 Mio./ml), drei Studien (n=83) einen Anstieg der Gesamtzahl motiler Spermien (+10,52), jeweils bei sehr niedriger Evidenzqualität. Vier randomisiert-kontrollierte Studien (n=591, SERMs vs. Placebo) zeigten heterogene Effekte auf die Spermienkonzentration; die meisten Teilnehmer waren übergewichtig/adipös. Zu Aromatasehemmern lagen keine placebokontrollierten Studien vor, Schwangerschafts-/Lebendgeburtendaten waren spärlich. Einordnung: Aktuelle Studien sind klein und von begrenzter Qualität, deuten aber an, dass SERMs Samenparameter insbesondere bei adipösen hypogonadalen Männern verbessern können.

PMID 37306109 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2024

Erholung der Spermatogenese nach Missbrauch anabol-androgener Steroide bei Männern

Rajmil O, Moreno-Sepulveda J — Actas Urológicas Españolas

Systematische Übersichtsarbeit (PRISMA) zur optimalen Behandlung männlicher Infertilität infolge des Missbrauchs anabol-androgener Steroide (AAS). Eingeschlossen wurden Studien, die verschiedene Behandlungsprotokolle zur Wiederherstellung der Spermatogenese nach AAS-Gebrauch verglichen; 13 Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Als wirksame Substanzen zur Wiederherstellung der Spermatogenese werden injizierbare Gonadotropine, selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren und Aromatasehemmer beschrieben, wobei ihr Einsatz in der Literatur noch unzureichend dokumentiert ist. Die AAS-bedingte Infertilität kann reversibel sein, die Normalisierung der Spermienproduktion kann jedoch über ein Jahr dauern. Sowohl konservative als auch aggressivere Therapieansätze können die Spermatogenese mit positiven Ergebnissen fördern. Einordnung: Kliniker sollten sich der schädlichen Wirkung von AAS auf die Spermatogenese bewusst sein; belastbare, hochwertige Daten zur optimalen Erholungstherapie fehlen bislang weitgehend, weshalb weitere Forschung notwendig ist.

PMID 37567343 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2024

Fertilitätsergebnisse bei Männern mit angeborenem hypogonadotropem Hypogonadismus nach pubertärer Behandlung mit hCG und rekombinantem FSH

Grob F, Keshwani R, Angley E, Zacharin M — Journal of paediatrics and child health

Retrospektive Fallserie von sechs Patienten mit angeborenem hypogonadotropem Hypogonadismus (CHH; drei mit Kallmann-Syndrom, drei mit isoliertem HH), die während der Pubertät statt mit Testosteron mit humanem Choriongonadotropin (hCG) und rekombinantem follikelstimulierendem Hormon (rFSH) behandelt wurden – einer Kombination, die im Gegensatz zur reinen Testosteronsubstitution sowohl Virilisierung als auch Spermatogenese anstoßen kann. Fünf der sechs Patienten durchliefen im Erwachsenenalter eine gezielte Fertilitätsinduktion. Bei allen fünf wurden bei den Partnerinnen Schwangerschaften erzielt, die alle mit termingerechten Lebendgeburten unauffälliger Kinder endeten. Die kleine, unkontrollierte Fallserie liefert einen frühen Wirksamkeitsnachweis (Proof of Concept), dass eine gonadotropinbasierte Pubertätsinduktion bei CHH die spätere reproduktive Fähigkeit begünstigen kann; wegen der geringen Fallzahl und fehlender Kontrollgruppe sind die Ergebnisse nicht verallgemeinerbar.

PMID 38572627 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2024

Der Einfluss von Valproat auf die männliche Fertilität: Erkenntnisse aus präklinischer und klinischer Metaanalyse

Asghar MA, Tang S, Wan B, Han H, Wong LP, Zhang X, Zhao Q — BMC pharmacology & toxicology

Systematisches Review und Metaanalyse präklinischer und klinischer Studien (Suche in PubMed, Web of Science, PsycINFO) zur Wirkung des Antiepileptikums Valproinsäure (VPA) auf männliche Fertilitätsparameter, ausgewertet als standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD). Eingeschlossen wurden 7 präklinische Tierstudien (112 Tiere) und 5 klinische Studien (274 Männer mit Epilepsie). In Tierstudien reduzierte VPA signifikant Spermienzahl (SMD -2,28) und Spermienmotilität (SMD -2,32) und erhöhte den Anteil abnormer Spermien deutlich (SMD 3,27; p=0,019); das Hodengewicht war nicht signifikant reduziert. In klinischen Studien an Epilepsiepatienten fand sich eine nicht-signifikante Abnahme der Spermienzahl, jedoch eine signifikante Reduktion der Spermienmotilität (SMD -1,62; p=0,033); FSH und LH waren tendenziell, aber nicht signifikant erniedrigt. VPA beeinträchtigt somit die männliche Fertilität sowohl im Tiermodell als auch klinisch; die Autoren raten Neurologen zu besonderer Vorsicht bei der Verschreibung an junge Männer.

PMID 39334455 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2023

Fertilitätsergebnisse bei Männern mit vorheriger Anwendung anaboler Steroide

Ledesma BR, et al. — Fertility and Sterility

Retrospektive Kohortenstudie (2018-2022) an 45 Männern (medianes Alter 37 Jahre) mit Azoospermie oder schwerer Oligospermie infolge früherer Anwendung anaboler Steroide (mediane Anwendungsdauer 4 Jahre), die ein standardisiertes Therapieprotokoll erhielten: Absetzen der Testosteronersatztherapie und Kombinationsbehandlung mit Clomifencitrat und humanem Choriongonadotropin (hCG) über median 5 Monate. Die mediane initiale Spermienkonzentration betrug 0 Mio./ml (IQR 0-1,15), 51,1% der Männer waren initial azoosperm. Nach der Behandlung entwickelten 33,3% der zunächst azoospermen Männer eine schwere Oligospermie, 27,8% blieben azoosperm. Von 24 nachverfolgten Paaren erzielten 37,5% eine Schwangerschaft (33,3% mittels assistierter Reproduktion, 66,7% spontan); signifikante Prädiktoren für ein Therapieansprechen fanden sich nicht. Einordnung: Trotz leitliniengerechter Therapie zeigt ein erheblicher Teil der Männer mit Steroidmissbrauch in der Vorgeschichte anhaltend schwere Spermienstörungen; nur ein Teil erreicht eine normale Spermienzahl.

PMID 37769866 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2023

Anwendung anabol-androgener Steroide und männliche Fertilität

Mulawkar PM, et al. — Journal of Human Reproductive Sciences

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (PubMed, MEDLINE, Embase, Google Scholar, Web of Science; PROSPERO CRD42023411294) zur Wirkung anabol-androgener Steroide (AAS) auf männliche Fertilitätsparameter, Spermiogramm, Testosteron, FSH und LH sowie deren Reversibilität. Eingeschlossen wurden 32 Studien (12 Kohorten-, 5 Fall-Kontroll-Studien, 9 Querschnittserhebungen, 6 Fallberichte) mit insgesamt 9.371 Personen, davon 2.671 AAS-Anwender, bewertet mittels Newcastle-Ottawa-Skala. AAS-Anwender hatten niedrigere FSH- und LH-Werte als Nichtanwender, die bis 3-6 Monate nach Absetzen niedrig blieben und sich erst nach einem Jahr angleichen; Gesamttestosteron war nach einem Jahr bei Anwendern niedriger. Die Spermienkonzentration unterschied sich kaum zwischen den Gruppen, die Motilität war jedoch bei AAS-Anwendern reduziert, ebenso die Hodengröße. Die erektile Funktion verbesserte sich unter AAS-Einnahme, verschlechterte sich jedoch beim Absetzen. Einordnung: AAS-Gebrauch beeinträchtigt Spermienmotilität und Hodengröße und wirkt sich teilweise reversibel negativ auf die männliche Fertilität aus.

PMID 38322636 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2022

Kohlenhydratarme Ernährung sowie Cortisol und Testosteron beim Mann – systematisches Review und Metaanalyse

Whittaker J, Harris M — Nutrition and health

Systematisches Review mit Metaanalyse (PROSPERO CRD42021255957) zu den Wirkungen kohlenhydratarmer (höchstens 35 % Kohlenhydrate) gegenüber kohlenhydratreicher Ernährung auf Testosteron und Cortisol gesunder erwachsener Männer; acht Datenbanken wurden bis Mai 2021 durchsucht. Eingeschlossen wurden 27 Interventionsstudien mit insgesamt 309 Teilnehmern. Kurzfristig (unter drei Wochen) erhöhte kohlenhydratarme Kost das Ruhe-Cortisol mäßig, langfristig gab es keinen einheitlichen Effekt. Kohlenhydratarme Kost mit moderatem Proteinanteil (unter 35 %) hatte keinen einheitlichen Effekt auf das Gesamttestosteron in Ruhe, kohlenhydratarme Kost mit hohem Proteinanteil (mindestens 35 %) senkte das Gesamttestosteron in Ruhe deutlich (standardisierte Mittelwertdifferenz −1,08; rund −5,2 nmol/l) und auch nach Belastung. Spermienparameter wurden nicht untersucht; die Studie ist hier als Hormonbefund zur Proteinzufuhr aufgenommen. Zur Arbeit wurde im Dezember 2022 eine Korrektur (Erratum) veröffentlicht; der Autor ordnete die Grenzwerte 2023 in einem Kommentar ein und sieht den Abfall nur bei sehr hoher Zufuhr von mehr als 3,4 g Protein pro kg Körpergewicht und Tag.

PMID 35254136 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2022

Niedrig dosierte Methotrexat-Therapie beeinträchtigt Samenparameter und Spermien-DNA nicht

Grosen A, et al. — Inflammatory bowel diseases

Vergleichsstudie zu Samenparametern und Spermien-DNA-Integrität bei Männern mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen unter niedrig dosierter Methotrexat-Erhaltungstherapie. Proben von 14 behandelten Patienten wurden mit denen von 40 gesunden Freiwilligen verglichen, zusätzlich lieferten 5 Patienten gepaarte Proben unter und ohne Therapie. Erfasst wurden DNA-Fragmentationsindex (DFI), Spermienkonzentration, Motilität, Morphologie sowie Sexualhormone und Methotrexat-Spiegel in Blut und Samen. Der DFI unterschied sich nicht signifikant zwischen behandelten Patienten und Kontrollen (11,5 vs. 15,0; p=0,06) und veränderte sich auch im Paarvergleich nicht relevant (12,0 vs. 14,0; p=0,35). Konzentration, Motilität und Morphologie waren zwischen den Gruppen vergleichbar; die progressive Motilität war ohne Therapie zwar höher (65 % vs. 45 %, p=0,04), lag aber in beiden Fällen im WHO-Referenzbereich. Serumtestosteron blieb unbeeinflusst. Die Autoren schließen, dass niedrig dosiertes Methotrexat die Samenqualität nicht relevant beeinträchtigt und weder Kryokonservierung noch eine Therapiepause vor Zeugung notwendig sind.

PMID 34463329 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2022

Die Einnahme selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) ist nicht mit beeinträchtigten Samenparametern assoziiert

Pham MN, et al. — Urology

Retrospektive Kohortenstudie an einem akademischen Zentrum zu allen Männern, die zwischen 2002 und 2020 im Rahmen einer Fertilitätsabklärung eine Samenanalyse erhielten, hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen der Einnahme selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und der Samenqualität. Ausgeschlossen wurden Männer mit vorheriger Exposition gegenüber anderen spermientoxischen Medikamenten. SSRI-Exposition wurde als Verschreibung innerhalb von 90 Tagen vor der Samenanalyse definiert; univariable und multivariable lineare Regressionsmodelle wurden für Alter und Begleitmedikation adjustiert. Von 8861 identifizierten Männern (medianes Alter 35 Jahre) waren 153 (1,7 %) SSRI-exponiert; diese nahmen deutlich häufiger auch andere Medikamente ein (78,4 % vs. 23,3 %). In den Regressionsmodellen zeigte sich kein Zusammenhang zwischen SSRI-Einnahme und Samenvolumen, Spermienkonzentration, Motilität, gesamter motiler Spermienzahl oder normaler Morphologie. Die Autoren folgern, dass SSRI-Einnahme bei Männern mit Kinderwunsch nicht mit beeinträchtigter Samenqualität assoziiert ist, was für die reproduktionsmedizinische Beratung relevant ist.

PMID 35093399 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2022

Der Effekt von SSRI auf die Spermaqualität: Systematische Übersicht und Metaanalyse

Xu J, et al. — Frontiers in pharmacology

Systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse (Suche in PubMed und Embase). Eingeschlossen wurden 4 Studien mit insgesamt 222 männlichen Teilnehmern zur Wirkung selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) auf die Spermaqualität. Ergebnisse: Die SSRI-Einnahme war assoziiert mit reduzierter normaler Spermienmorphologie (p=0,002), verringerter Spermienkonzentration (p=0,02), verminderter Motilität (p=0,04) und erhöhtem DNA-Fragmentierungsindex (p=0,0002); kein signifikanter Effekt zeigte sich beim Samenvolumen (p=0,89). Die Effekte auf Morphologie und Konzentration traten bereits innerhalb der ersten drei Monate der SSRI-Einnahme auf. Einordnung: Trotz kleiner Stichprobenzahl deutet die Metaanalyse auf einen negativen Effekt von SSRI-Antidepressiva auf mehrere Spermaparameter hin; die Autoren fordern größere, randomisierte kontrollierte Studien zur Bestätigung, bevor klinische Konsequenzen für Männer mit Kinderwunsch gezogen werden können.

PMID 36188547 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2021

Gonadotropin-Behandlung des männlichen hypogonadotropen Hypogonadismus

Boeri L, Capogrosso P, Salonia A — Current pharmaceutical design

Narrativer Übersichtsartikel zur medikamentösen Behandlung des hypogonadotropen Hypogonadismus (HH) beim Mann, einer angeborenen oder erworbenen Störung von Hypothalamus/Hypophyse mit niedrigem Testosteron bei inadäquat niedrigem bzw. normalem Gonadotropinspiegel. Bei bestehendem Kinderwunsch wird statt Testosteronersatz eine Gonadotropintherapie (meist humanes Choriongonadotropin hCG kombiniert mit FSH-Präparaten wie hMG, hpFSH oder rekombinantem FSH) oder GnRH-Substitution eingesetzt, um die Spermatogenese anzustoßen. Laut zitierter Literatur führt die Kombination aus hCG und FSH über 12-24 Monate bei nahezu allen Patienten zu Hodenwachstum, induziert bei etwa 80% eine Spermatogenese und erreicht Schwangerschaftsraten von rund 50%. Häufigste Nebenwirkung ist eine Gynäkomastie durch hCG-bedingt gesteigerte Aromatisierung zu Estradiol. Der Therapieerfolg ist höher bei postpubertärem HH-Beginn, fehlendem Hodenhochstand in der Vorgeschichte, größerem Ausgangshodenvolumen, wiederholten Therapiezyklen und höheren Inhibin-B-Spiegeln. Bei bis zu 10% der Patienten kann sich der Hypogonadismus spontan zurückbilden. Der Artikel fasst etablierte Therapieprinzipien und Erfolgsprädiktoren zusammen, liefert aber keine neuen Primärdaten.

PMID 32445446 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2021

Auswirkungen von ABVD- und BEACOPP-Chemotherapie auf die Fertilität junger Männer mit Hodgkin-Lymphom

Amin MSA, Brunckhorst O, Scott C, Wrench D, Gleeson M, Kazmi M, Ahmed K — Clinical & translational oncology : official publication of the Federation of Spanish Oncology Societies and of the National Cancer Institute of Mexico

Systematisches Review (prospektiv bei PROSPERO registriert) von fünf Studien mit insgesamt 1344 Männern im Alter von 13-51 Jahren, die wegen eines Hodgkin-Lymphoms entweder mit dem ABVD-Schema (Doxorubicin, Bleomycin, Vinblastin, Dacarbazin) oder dem intensiveren BEACOPP-Schema (u. a. Bleomycin, Etoposid, Doxorubicin, Cyclophosphamid, Vincristin, Procarbazin, Prednisolon) behandelt wurden; verglichen wurden Spermienparameter, FSH und Inhibin B als Fertilitätsmarker. Sechs Monate nach ABVD zeigte sich eine deutliche Verschlechterung der Spermienzahl, die mit zunehmender Zyklenzahl weiter abnahm (p=0,05). Unter BEACOPP trat häufiger eine Oligospermie auf als unter ABVD, und Patienten mit 6-8 BEACOPP-Zyklen erholten ihre Spermiogenese in der Regel nicht mehr, während weniger Zyklen beider Regime die Erholungschancen erhöhten. Die Autoren schlussfolgern, dass ABVD die männliche Fertilität meist nur vorübergehend beeinträchtigt, BEACOPP hingegen häufig dauerhafte Schäden verursacht, und empfehlen, mit männlichen Patienten vor gonadotoxischer Chemotherapie routinemäßig Optionen zum Fertilitätserhalt zu besprechen.

PMID 32944834 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2021

Spermiogramm und behandlungsassoziierte Risikofaktoren bei Langzeitüberlebenden einer Krebserkrankung im Kindesalter

Kruseová J, Černíková J, Zámečníková M, Křivnová L, Koloušková S, Čepelová M, Kabíčková E, Čapek V, Lukš A, Eckschlager T — Andrologia

Vergleichende Studie an 143 Langzeitüberlebenden einer Krebserkrankung im Kindesalter (medianes Alter 23,6 Jahre) und 200 gleichaltrigen Kontrollen ohne Krebsanamnese (medianes Alter 27,9 Jahre), bei denen Spermiendichte, progressive Motilität und Ejakulatvolumen sowie Gonadotropinspiegel bestimmt und mit Krebstherapie und Endokrinstatus korreliert wurden. 65% der Überlebenden hatten ein auffälliges Spermiogramm gegenüber 26,5% der Kontrollen (p<0,0001); Überlebende ohne Aspermie hatten zudem eine niedrigere Spermiendichte als Kontrollen (p<0,001). Eine Behandlung mit alkylierenden Chemotherapeutika war signifikant mit einem auffälligen Spermiogramm assoziiert (p=0,008), ebenso erhöhte FSH- und LH-Werte (p<0,0001). Andere untersuchte Zusammenhänge erreichten keine Signifikanz. Die Autoren folgern, dass Krebsüberlebende im Kindesalter ein deutlich erhöhtes Risiko für therapieassoziierte Infertilität tragen, insbesondere nach alkylierender Chemotherapie, und dass erhöhte Gonadotropinspiegel als klinischer Hinweis auf ein gestörtes Spermiogramm dienen können. Eine entsprechende Aufklärung aller Krebsüberlebenden über mögliche Fertilitätsfolgen wird empfohlen.

PMID 33070396 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2021

Effekt von Diclofenac auf die Samenqualität: ein Review

Banihani SA — Andrologia

Narratives Review zum nichtsteroidalen Antirheumatikum (NSAR) Diclofenac und dessen Einfluss auf die Samenqualität, basierend auf einer Literatursuche in Scopus, Embase und PubMed von August 1987 bis November 2020. Es handelt sich um die erste zusammenfassende Übersicht zu diesem Thema, da bislang keine umfassende Sichtung der bereits publizierten Einzelstudien vorlag. Die zusammengetragenen Studien deuten übereinstimmend auf negative Effekte von Diclofenac auf sowohl qualitative als auch quantitative Spermienparameter hin. Als mögliche zugrunde liegende Mechanismen werden reduzierte Gonadenhormonspiegel, eine geschwächte antioxidative Abwehr, erhöhter oxidativer Stress, veränderte Stickstoffmonoxid-Konzentrationen sowie eine verminderte Prostaglandinsynthese diskutiert. Der Autor betont jedoch ausdrücklich, dass diese Schlussfolgerung überwiegend auf tierexperimentellen bzw. In-vitro-Daten beruht und durch belastbare Humanstudien noch bestätigt werden muss. Angesichts der weiten Verbreitung von Diclofenac als rezeptfreies/verschreibungspflichtiges Schmerzmittel liefert das Review einen begründeten Anlass für weitere klinische Forschung bei Männern mit Kinderwunsch.

PMID 33650710 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2021

Psychopharmaka-Spiegel im Seminalplasma: eine neue Methode zum Therapeutischen Drug Monitoring?

Mazzilli R, Curto M, De Bernardini D, Olana S, Capi M, Salerno G, Cipolla F, Zamponi V, Santi D, Mazzilli F, Simmaco M, Lionetto L — Frontiers in Endocrinology

Observationsstudie an 20 Männern mit idiopathischer bzw. unerklärter Infertilität unter mindestens dreimonatiger Psychopharmakotherapie (6 Antidepressiva, 4 Benzodiazepine, 10 Antipsychotika) sowie 10 unbehandelten fertilen Kontrollen. Ziel war die Entwicklung und Validierung einer LC-MS/MS-Methode zur Bestimmung von Psychopharmaka-Wirkstoffen und deren Metaboliten im Seminalplasma (Therapeutisches Drug Monitoring, TDM) sowie die Untersuchung möglicher gonadotoxischer Effekte mittels andrologischer Untersuchung und Samenanalyse. In allen Proben waren Wirkstoffe/Metaboliten nachweisbar; Alprazolam, Olanzapin und Levetiracetam zeigten im Seminalplasma ähnliche Konzentrationen wie im Serum, während Fluoxetin, Quetiapin und Aripiprazol im Ejakulat deutlich niedriger als im therapeutischen Serumbereich lagen. Die progressive Spermienmotilität war unter Psychopharmakotherapie insgesamt signifikant reduziert (p=0,03), besonders ausgeprägt unter Antipsychotika, die zusätzlich mit niedrigerer Spermienkonzentration einhergingen (p<0,05). Die Autoren sehen in der validierten Methode ein mögliches neues Instrument für das klinische Management reduzierter Fertilität unter Psychopharmakotherapie, weisen aber auf die kleine Stichprobe hin.

PMID 33776918 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2021

Untersuchung von Sexualhormonprofil und Samenparametern bei männlichen Akromegalie-Patienten

Yilmaz MK, Sulu C, Ozkaya HM, Kadioglu A, Ortac M, Kadioglu P — Journal of Endocrinological Investigation

Vergleichende Querschnittsstudie mit 24 Patienten mit aktiver Akromegalie, 22 Patienten in Remission, 10 Patienten mit nicht-funktionellem Hypophysenadenom (NFA) und 10 gesunden Kontrollen. Verglichen wurden Gesamt- und bioverfügbares Testosteron sowie Samenparameter zwischen den Gruppen in Abhängigkeit von der Krankheitsaktivität. Alle Patienten mit Hypophysenerkrankung hatten niedrigere Testosteronwerte als gesunde Kontrollen; Patienten mit aktiver Akromegalie zeigten die stärksten Beeinträchtigungen von Testosteron und Samenqualität im Vergleich zu Kontrollen und NFA-Patienten. Auch Patienten in Remission wiesen weiterhin Restbeeinträchtigungen bei Samenqualität und Testosteron auf. NFA-Patienten hatten die niedrigsten bioverfügbaren Testosteronwerte, gefolgt von aktiver und remittierter Akromegalie. Steigende Wachstumshormon(GH)-Spiegel korrelierten mit stärker beeinträchtigter Samenqualität und Androgenkonzentration. Die Autoren folgern, dass ein Wachstumshormonüberschuss die reproduktive Achse und Samenqualität beeinträchtigt und sich diese Schäden nach Erreichen einer Krankheitskontrolle nicht immer vollständig zurückbilden, weshalb Kliniker bei Akromegalie-Patienten auf mögliche Fertilitätseinschränkungen achten sollten.

PMID 34050506 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2021

Vergleichende Studie zu den Effekten von Valproat und Oxcarbazepin auf Sexualfunktion, Samenqualität und Sexualhormone bei Männern mit Epilepsie

Guo Y, Chen L, Wu D, Yu L, Sun H, Zhu Q — BioMed Research International

Vergleichende prospektive Studie an 44 jungen Männern mit neu diagnostizierter Epilepsie (23 unter Valproat/VPA, 21 unter Oxcarbazepin/OXC) sowie 30 altersgematchten gesunden Kontrollen. Erfasst wurden Sexualfunktion mittels International Index of Erectile Function (IIEF-5), Samenqualität und Sexualhormonspiegel vor Behandlungsbeginn sowie nach 6 Monaten Monotherapie. Sexualfunktion, Samenqualität sowie Heirats- und Fertilitätsraten waren bei den Epilepsiepatienten insgesamt niedriger als bei gesunden Kontrollen. Nach 6-monatiger VPA-Behandlung war die Samenqualität der jungen Männer signifikant reduziert. Unter OXC-Behandlung stieg lediglich der follikelstimulierende Hormonspiegel (FSH) an, ohne dass sich Sexualfunktion oder Samenqualität verschlechterten. Die Autoren folgern, dass Valproat im Gegensatz zu Oxcarbazepin einen negativen Effekt auf die Spermienqualität bei jungen epilepsiekranken Männern hat, während die Sexualfunktion durch keines der beiden Präparate signifikant beeinträchtigt wird. Diese Erkenntnis ist relevant für die Wahl des Antiepileptikums bei Männern mit Kinderwunsch.

PMID 34285917 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2020

Effekt von Antidepressiva auf Spermienparameter und männliche Fertilität

Beeder LA, Samplaski MK — International journal of urology

Narrativer Übersichtsartikel zu den Effekten von Antidepressiva auf Spermienqualität und männliche Fertilität, basierend auf In-vitro-, Tier- und Humanstudien. Inhalt: Der Großteil der verfügbaren Studien betrifft selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), die die Spermienqualität negativ beeinflussen können. Besonders gut untersucht ist Fluoxetin, das mit gonadotoxischen Effekten wie verringerter Spermienkonzentration und -motilität, erhöhter DNA-Fragmentierung und reduziertem Gewicht der Reproduktionsorgane assoziiert wurde; ähnliche Ergebnisse zeigten sich für weitere SSRI. Die Effekte scheinen reversibel zu sein. Zu Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern, Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmern, trizyklischen Antidepressiva, MAO-Hemmern und atypischen Antidepressiva liegen nur spärliche, uneinheitliche und widersprüchliche Daten vor. Einordnung: Angesichts der weit verbreiteten und oft langfristigen Einnahme von Antidepressiva besteht deutlicher Bedarf an weiterer Forschung zu deren Einfluss auf Spermienqualität und männliche Fertilität, insbesondere jenseits der SSRI-Klasse.

PMID 31542895 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2020

Spermaqualität bei hypogonadalen Akromegalie-Patienten

Andreassen M, Juul A, Feldt-Rasmussen U, Jørgensen N — Pituitary

Retrospektive Fallkontrollstudie mit nur zehn unbehandelten hypogonadalen Akromegalie-Patienten (Medianalter 29 Jahre), die vor Beginn einer Testosterontherapie Sperma zur Kryokonservierung abgaben. Verglichen wurden Samenparameter und Hormonwerte mit zehn nicht-akromegalen hypogonadalen Männern mit Hypophysenerkrankung sowie mit gesunden jungen Kontrollen. Akromegalie-Patienten hatten einen höheren Anteil progressiv motiler Spermien als die nicht-akromegalen Patienten (62% vs. 47%, p=0,04); acht von zehn erreichten die WHO-2010-Referenzwerte für Gesamtspermienzahl und Motilität, ähnlich wie 82% der Kontrollen. Die nicht-akromegalen Hypophysenpatienten hingegen zeigten gegenüber gesunden Kontrollen eine reduzierte progressive Motilität (47% vs. 57%, p=0,02); nur fünf von zehn erreichten die WHO-Referenzwerte. Trotz schwerem Testosteronmangel in beiden Patientengruppen fand sich bei Akromegalie-Patienten keine schlechtere Spermaqualität als bei Gesunden. Die Autoren schließen, dass Akromegalie per se die Spermaqualität nicht wesentlich beeinträchtigt, während andere Hypophysenerkrankungen mit Hypogonadismus die Spermienmotilität reduzieren können.

PMID 31834539 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2020

Eine offene Studie zu Valproat bei subfertilen Männern mit Epilepsie

Markoula S, Siarava E, Kostoulas C, Zikopoulos A, Georgiou I — Acta Neurologica Scandinavica

Offene, prospektive Beobachtungsstudie an 17 subfertilen Männern mit Epilepsie aus einer griechischen Universitätsklinik, die von Valproinsäure (VPA) auf Levetiracetam (LEV, n=9) oder Lamotrigin (LMG, n=8) umgestellt wurden. Samenanalysen erfolgten jeweils unter VPA-Therapie und erneut nach der Medikamentenumstellung. Die mittlere Spermienzahl stieg nach Absetzen von VPA tendenziell an (p=0,06, grenzwertig signifikant), Gesamt- und Nicht-Progressivmotilität verbesserten sich signifikant (p=0,02 bzw. p=0,03), und Kopfdefekte der Spermien nahmen ab (p=0,03). Zwischen LEV- und LMG-Gruppe zeigten sich keine relevanten Unterschiede. Bei drei Paaren kam es ohne weitere Intervention zu einer Spontanschwangerschaft. Die Autoren interpretieren dies als Hinweis, dass ein Wechsel von Valproat auf alternative Antiepileptika die Spermienqualität und die Chance auf natürliche Konzeption bei subfertilen Männern mit Epilepsie verbessern kann; die sehr kleine Stichprobe und das offene, unkontrollierte Design schränken die Aussagekraft jedoch erheblich ein.

PMID 33378111 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2019

Effekt von Ibuprofen auf die Spermienqualität

Banihani SA — Andrologia

Narrativer/systematischer Übersichtsartikel, der In-vitro-, Tiermodell- und humane Daten zum weit verbreiteten Schmerz- und Entzündungsmittel Ibuprofen zusammenfasst. Methodik: Literatursuche in Scopus und PubMed (Juni 1986 bis Oktober 2018) mit den Suchbegriffen „ibuprofen" in Kombination mit „semen"/„sperm". Ergebnisse: In-vitro- und tierexperimentelle Studien zeigen überwiegend negative Effekte von Ibuprofen auf Spermienmotilität, -viabilität, -konzentration und DNA-Integrität; als Mechanismen werden eine Reduktion von Testosteron- und Prostaglandinsynthese, die Chelatierung von Zinkionen sowie eine Hemmung der Stickoxid-Synthese diskutiert. Ein entsprechender Effekt beim Menschen ist bislang jedoch nicht eindeutig bestätigt. Einordnung: Die vorhandene präklinische Evidenz deutet auf ein mögliches Risiko häufiger bzw. hochdosierter Ibuprofen-Einnahme für die Spermienqualität hin, klinische Humanstudien fehlen aber noch, sodass eine abschließende Bewertung derzeit nicht möglich ist.

PMID 30623461 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2019

Optimale Behandlung zur Spermatogenese bei männlichen Patienten mit hypogonadotropem Hypogonadismus

Lin J et al. — Medicine

Vergleichende klinische Studie mit 220 Männern mit idiopathischem/isoliertem hypogonadotropem Hypogonadismus (HH), aufgeteilt in eine Gruppe mit subkutaner GnRH-Pulstherapie (n=103) und eine Gruppe mit kombinierter intramuskulärer HCG/HMG-Injektion (n=117). Methodik: Monatliche Verlaufskontrollen von LH, FSH, Gesamttestosteron, Hodenvolumen und Spermatogeneserate über mindestens 6 Monate. Ergebnisse: In beiden Gruppen stiegen Testosteronspiegel und Hodenvolumen nach 6 Monaten signifikant gegenüber dem Ausgangswert. In der GnRH-Gruppe erreichten 62 Patienten (52,99%) eine Spermienproduktion, in der HCG/HMG-Gruppe 26 Patienten (25,24%). Die Zeit bis zum ersten Spermiennachweis war in der GnRH-Gruppe mit 6,2±3,8 Monaten kürzer als in der HCG/HMG-Gruppe mit 10,9±3,5 Monaten; die Testosteronspiegel lagen bei 9,8±3,3 bzw. 14,8±8,8 nmol/l. Einordnung: Bei Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus induziert die pulsatile subkutane GnRH-Therapie schneller und häufiger eine Spermatogenese als die kombinierte HCG/HMG-Behandlung und erscheint als bevorzugte Therapieoption.

PMID 31374027 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2018

Untersuchung von Sexualhormonen und Spermaparametern bei männlichen Epilepsiepatienten

Ocek L, Tarhan H, Uludağ FI, Sarıteke A, Köse C, Colak A, Zorlu F, Zorlu Y — Acta neurologica Scandinavica

Kontrollierte Querschnittsstudie mit 59 männlichen Epilepsiepatienten (30 unter Valproat-, 29 unter Carbamazepin-Monotherapie, Rekrutierung 2015–2016) sowie 30 gesunden Kontrollen. Erfasst wurden LH, FSH, Prolaktin, freies Testosteron, Östradiol, SHBG, das Verhältnis bioaktives Testosteron/Östradiol bzw. bioaktives Testosteron/LH, Spermiogramm und erektile Funktion (IIEF-5). Östradiol und DHEAS waren in beiden Medikamentengruppen gegenüber Kontrollen erhöht, das Verhältnis bioaktives Testosteron/bioaktives Östradiol war in beiden Gruppen erniedrigt (je p<0,001), das Verhältnis bioaktives Testosteron/LH nur unter Carbamazepin (p=0,033). Spermavolumen und Anzahl normaler Spermien waren unter beiden Antiepileptika signifikant niedriger als bei Kontrollen (p<0,05), die Rate abnormer Morphologie unterschied sich nicht. Die IIEF-5-Werte waren unter Valproat und Carbamazepin signifikant niedriger (p<0,001). Die Autoren schließen, dass beide Antiepileptika Sexualhormone, Sexualfunktion und Spermiogramm negativ beeinflussen können, was bei der Medikamentenwahl für junge Männer berücksichtigt werden sollte.

PMID 29315457 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2018

Schilddrüsenfunktionsstörungen und Spermaqualität

La Vignera S, Vita R — International journal of immunopathology and pharmacology

Narrative Übersichtsarbeit zur Rolle von Schilddrüsenhormonen für die Hodenfunktion. Schilddrüsenhormone wirken auf mehrere Zelltypen des Hodens, darunter Leydig-, Sertoli- und Keimzellen; sowohl ein Überschuss als auch ein Mangel führen zu Störungen der Hodenfunktion einschließlich Veränderungen des Spermiogramms. Laut der zusammengefassten Literatur (Tiermodelle und Humanstudien) ist eine Hyperthyreose häufiger mit vermindertem Ejakulatvolumen sowie reduzierter Spermiendichte, -motilität und -morphologie assoziiert, während eine Hypothyreose vor allem mit einer verminderten Spermienmorphologie einhergeht. Die Autoren folgern, dass Schilddrüsenfunktionstests Bestandteil der diagnostischen Abklärung unfruchtbarer Männer sein sollten. Die Arbeit benennt zudem Limitationen der bisherigen Studienlage, ohne diese im Detail zu spezifizieren, und skizziert Perspektiven für künftige Forschung zum Zusammenhang zwischen Schilddrüsenfunktion und männlicher Fertilität. Konkrete Zahlenwerte zu Effektgrößen werden im Abstract nicht genannt.

PMID 29737216 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2018

Fertilitätsinduktion bei Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus

Prior M, Stewart J, McEleny K, Dwyer AA, Quinton R — Clinical endocrinology

Narrative Übersichtsarbeit zur medikamentösen Fertilitätsinduktion bei Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus (HH), die typischerweise azoosperm sind, jedoch eine der wenigen behandelbaren Formen männlicher Unfruchtbarkeit darstellen. Die beschriebenen Gonadotropin-basierten Stimulationsprotokolle sollen die natürliche endokrine Kontrolle der Spermatogenese nachbilden. Bei zuvor virilisierten Männern mit erworbenem HH im Erwachsenenalter und normalem Hodenvolumen genügt häufig eine Monotherapie mit humanem Choriongonadotropin (hCG) als LH-Analogon zur Stimulation der Spermatogenese. Bei kongenitalem HH (z. B. Kallmann-Syndrom) ist dagegen in der Regel eine Kombinationstherapie aus hCG und follikelstimulierendem Hormon (FSH) erforderlich, um das Fertilitätspotenzial zu maximieren. Als wichtige Ausgangsprädiktoren für einen erfolgreichen Spermatogenese-Induktionserfolg werden eine vorherige spontane Hodenentwicklung (Hodenvolumen >4 ml), ein Serum-Inhibin-B-Spiegel >60 pg/mL sowie das Fehlen eines Hodenhochstands (Kryptorchismus) in der Vorgeschichte genannt.

PMID 30194850 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2018

Stimulation der Spermatogenese bei Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus

Rabijewski M — Polski merkuriusz lekarski : organ Polskiego Towarzystwa Lekarskiego

Polnischsprachige narrative Übersichtsarbeit zur hormonellen Stimulation der Spermatogenese bei Männern mit hypogonadotropem Hypogonadismus (HH). Unterschieden werden die kongenitale Form (CHH), verursacht durch eine gestörte Produktion, Sekretion oder Wirkung von Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) mit ausbleibender Pubertät und Unfruchtbarkeit, und die erworbene Form (AHH), bei der eingeschränkte Fertilität oft das Hauptsymptom ist. Eine wichtige diagnostische Herausforderung ist die Abgrenzung von CHH gegenüber einer konstitutionellen Entwicklungsverzögerung (CDGP). Nach Pubertätsinduktion bei CHH beziehungsweise nach Diagnosestellung bei AHH ist eine hormonelle Stimulation der Spermatogenese mittels GnRH- oder Gonadotropintherapie notwendig, die bei den meisten Männern mit niedriger Spermienkonzentration die Spermatogenese wirksam steigert und eine natürliche Konzeption oder den Einsatz assistierter Reproduktionstechniken (ART) ermöglichen kann. Bei idiopathischer Infertilität mit normalen LH- und FSH-Werten wird eine Gonadotropintherapie hingegen nicht empfohlen.

PMID 30240383 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2018

Ibuprofen hat keinen negativen Einfluss auf die Spermaparameter

Kavoussi PK, Gilkey MS, Hunn C, Luke Machen G, Chen SH, David Wininger J, Kavoussi KM, Kavoussi SK — Journal of assisted reproduction and genetics

Retrospektive Aktenauswertung (Oktober 2012 bis Februar 2018) von 64 Männern mit Leukozytospermie im Spermiogramm, die eine dreiwöchige Ibuprofen-Therapie (600 mg alle 8 Stunden, 1800 mg/Tag) erhielten; bei 51 Männern lag ein Kontroll-Spermiogramm drei Wochen nach Behandlungsende vor. Verglichen wurden Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration, Motilität, Gesamtzahl beweglicher Spermien (TMC) und Vorwärtsbeweglichkeit vor und nach Therapie; die Morphologie wurde wegen unterschiedlicher Bewertungskriterien zwischen den Laboren ausgeschlossen. Das mittlere Alter der Männer betrug 35 Jahre (SD 4,6), die Abstinenzzeiten vor den Proben unterschieden sich zwischen den Zeitpunkten nicht. Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Spermaparametern vor und nach der Ibuprofen-Behandlung. Die Autoren schließen, dass eine dreiwöchige hochdosierte Ibuprofen-Therapie bei Männern mit Leukozytospermie keinen relevanten negativen Effekt auf die klassischen Spermaparameter hat – anders als frühere Hinweise auf mögliche testikuläre Effekte von Ibuprofen in Ex-vivo-Modellen vermuten ließen.

PMID 30328572 — Original auf PubMed →
Hormone & Medikamente 2017

Verwendung von nicht verschreibungspflichtigen Analgetika und männliche Reproduktionsfunktion

Høyer BB, Ramlau-Hansen CH, Bonde JP, Larsen SB, Toft G — Reproductive toxicology

Querschnittsstudie an 1.493 Männern zum Zusammenhang zwischen der Einnahme rezeptfreier Schmerzmittel (Paracetamol, NSAR, Kombinationspräparate) und Samenqualität sowie reproduktiven Hormonen; alle Männer gaben eine Samenprobe (n=1.493) ab, 1.056 zusätzlich eine Blutprobe, und beantworteten einen Fragebogen zur Medikamenteneinnahme. Nach Adjustierung für Alter, Studienkohorte und weitere Kovariaten fand sich kein Zusammenhang zwischen der Einnahme rezeptfreier Analgetika und Samenqualitätsparametern. Nutzer rezeptfreier Schmerzmittel hatten jedoch einen um 10,4% höheren Testosteronspiegel (95%-KI 4,0–17,1%) als Nichtnutzer; bei Aufschlüsselung nach Wirkstoffklasse zeigte sich dieser Zusammenhang für NSAR und Kombinationspräparate, nicht jedoch für Paracetamol allein. Die Autoren interpretieren dies vorsichtig als Hinweis auf einen möglichen endokrinen Effekt bestimmter rezeptfreier Analgetika, betonen jedoch, dass die Samenqualität selbst unbeeinflusst blieb und weitere Studien zur Kausalität nötig sind.

PMID 28899770 — Original auf PubMed →

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