40 Studien2007–2026Alle mit Original-Link

Studien zu Gewicht & Sport und Spermienqualität

40 wissenschaftliche Original-Publikationen zum Themenbereich Gewicht & Sport, neueste zuerst. Jede mit deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed.

40 von 40 Studien
Gewicht & Sport 2026

Metabolische und bariatrische Chirurgie und männliche endokrine sowie reproduktive Gesundheit: eine GRADE-bewertete Meta-Analyse

Zhu R, Li L — Frontiers in Nutrition

Systematische Literaturrecherche (PubMed, Embase, Cochrane Library, Web of Science bis Juli 2024) und Meta-Analyse von 59 Studien mit 60 Studienarmen zu Reproduktionshormonen, Samenparametern und Sexualfunktion bei adipösen Männern vor und nach metabolisch-bariatrischer Chirurgie (MBS); die Evidenz wurde mittels GRADE bewertet, gewichtete Mittelwertdifferenzen (WMD) wurden in Random- bzw. Fixed-Effects-Modellen berechnet. Der Abstract enthält an mehreren Stellen unvollständige Zahlenangaben, insbesondere fehlende p-Werte. Eindeutig berichtet wurde ein signifikanter Anstieg des Gesamttestosterons (WMD 5,46 nmol/l) sowie des freien Testosterons nach 6-9 Monaten (WMD 66,61 nmol/l) und ab 12 Monaten (WMD 78,94 nmol/l) postoperativ. Zusätzlich wird ein signifikanter Rückgang eines weiteren Hormonparameters beschrieben (WMD -14,52 bzw. -11,63 nmol/l zu den beiden Zeitpunkten), der im Abstract vermutlich, aber nicht eindeutig Östradiol zugeordnet ist. Insgesamt deutet die Meta-Analyse auf eine deutliche Verbesserung des männlichen Hormonprofils nach bariatrischer Chirurgie hin; die Autoren werten MBS als wirksame Option bei adipositas-bedingten reproduktiven Störungen.

PMID 41919084 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2026

Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index und Spermienqualität bei unfruchtbaren Männern: eine Querschnittsstudie mit 28.167 Patienten

Cao X, Gao L, Fu XJ, et al. — Asian Journal of Andrology

Retrospektive Querschnittsstudie an 28.167 Männern, die zwischen Januar 2019 und Dezember 2023 vor einer assistierten Reproduktionsbehandlung an einer chinesischen Klinik (Xi'an) auf Unfruchtbarkeit untersucht wurden; die Samenanalyse erfolgte nach WHO-Kriterien, BMI-Gruppen wurden als untergewichtig, normal, übergewichtig und adipös klassifiziert, ausgewertet mittels multivariabler Regression und Schwellenwertanalysen. Untergewichtige Männer hatten niedrigere Spermienzahlen, übergewichtige Männer geringfügig höhere progressive Motilität; adipöse Männer (BMI ≥30 kg/m²) zeigten signifikant reduziertes Samenvolumen, geringere Spermienkonzentration, niedrigere Spermienzahl, weniger motile Spermien und eine geringere Wahrscheinlichkeit, eine „gute“ Samenqualität zu erreichen, im Vergleich zu Normalgewichtigen. Eine kurvenlineare Analyse ergab einen umgekehrt u-förmigen Zusammenhang mit optimaler Samenqualität bis zu einem BMI von 26,0 kg/m², danach Verschlechterung. Die Autoren schließen, dass ein BMI zwischen 18,5 und 26,0 kg/m² die Samenqualität und reproduktive Kapazität bei unfruchtbaren Männern am besten unterstützt.

PMID 41923456 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2026

Einfluss verschiedener bariatrischer Operationsverfahren auf männliche Sexualhormone und Samenparameter bei unfruchtbaren adipösen Männern: eine Beobachtungsstudie

Azhary M, Ali MH, AbdELsalam MA, et al. — BMC Surgery

Prospektive Fallserie mit 43 unfruchtbaren, schwer adipösen Männern (BMI ≥35 kg/m², Kinderwunschdauer über 1 Jahr), die eine Schlauchmagenoperation, einen One-Anastomosis-Magenbypass (OAGB) oder einen Roux-en-Y-Magenbypass erhielten; Samenanalyse und Hormonprofil (FSH, LH, Gesamttestosteron, Östradiol, Prolaktin) wurden präoperativ sowie 3, 6 und 12 Monate postoperativ erhoben. Bei signifikantem Gewichtsverlust zu allen Nachuntersuchungszeitpunkten (p≤0,003) verbesserten sich Motilität, progressive Motilität, Vitalität und der Anteil abnormaler Spermienformen deutlich (jeweils p≤0,003); das Serumtestosteron stieg signifikant an, während Östradiol signifikant abfiel (p≤0,003). FSH, LH und Prolaktin veränderten sich nicht signifikant. Innerhalb des 12-monatigen Nachbeobachtungszeitraums wurde keine Schwangerschaft dokumentiert. Einschränkend sind die kleine, unkontrollierte Fallserie ohne Vergleichsgruppe sowie die kurze Nachbeobachtungszeit zu berücksichtigen. Dennoch deuten die Ergebnisse darauf hin, dass bariatrische Chirurgie Samenqualität und Testosteronspiegel bei adipositas-bedingter männlicher Infertilität deutlich verbessern kann.

PMID 42177498 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2026

Mäßig intensive körperliche Aktivität ist mit günstigen Veränderungen der Samenparameter und der Normalisierung ausgewählter Auffälligkeiten bei Männern mit eingeschränkter Samenqualität assoziiert

Tian T, Che M, Yang K, et al. — Reproductive Biology and Endocrinology

Prospektive Beobachtungskohortenstudie an 1.316 Männern mit mindestens einem unterhalb der WHO-Referenzwerte (6. Auflage) liegenden Samenparameter, die sich zwischen Juni 2024 und Januar 2026 an einem Kinderwunschzentrum vorstellten; die körperliche Aktivität während der Nachbeobachtung wurde per Fragebogen (Borg-Skala/Talk-Test) erfasst und in inaktiv (n=434), niedrig-aktiv (n=430) und mäßig-aktiv (n=452) eingeteilt, ohne dass eine bestimmte Trainingsform vorgegeben wurde. Verglichen mit Inaktivität war mäßige körperliche Aktivität nach 3 Monaten mit günstigeren Werten bei Spermienkonzentration, Motilität, Morphologie, Gesamtzahl progressiv motiler Spermien (+51,01 %; 95%-KI 18,03-93,64 %; p für Trend=0,001) und DNA-Fragmentationsindex assoziiert sowie mit höheren Odds für die Normalisierung von niedriger Spermienkonzentration (OR 2,32), niedriger progressiver Motilität (OR 1,53), niedriger Gesamtmotilität (OR 2,17) und abnormaler Morphologie (OR 1,54). Die niedrig-aktive Gruppe zeigte keine konsistenten Effekte. Aufgrund des Beobachtungsdesigns und selbstberichteter Aktivität sind die Ergebnisse vorsichtig zu interpretieren und bedürfen kontrollierter Bestätigung.

PMID 42399977 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2025

Gewichtsabnahme als Therapieoption zur Wiederherstellung der Fertilität bei adipösen Männern: eine Metaanalyse

Santi D, Greco C, Barbonetti A, Simoni M, Maggi M, Corona G — The world journal of men's health

Metaanalyse von zwölf klinischen Studien mit insgesamt 345 adipösen Männern (mittleres Alter 37,6 Jahre, mittlerer Ausgangs-BMI 45,4 kg/m²), die jeweils eine Spermaanalyse vor und nach einer Gewichtsreduktion (unabhängig von der gewählten Methode) durchführten. Primärer Endpunkt war der Vergleich konventioneller Spermaparameter vor und nach der Intervention. Eine Gewichtsabnahme führte zu einem signifikanten Anstieg der Spermienkonzentration (Effektstärke 0,495; p=0,049) und der progressiven Motilität (Effektstärke 0,567; p<0,001) sowie zu einer signifikanten Abnahme des DNA-Fragmentationsindex der Spermien (Effektstärke -0,689; p=0,002). Die Autoren schließen daraus, dass eine Gewichtsreduktion bei adipösen Männern sowohl qualitative als auch quantitative Spermaparameter verbessern kann, und sehen darin eine Grundlage, adipösen Männern in Paaren mit Kinderwunsch und auffälliger Spermaanalyse eine Gewichtsabnahme als therapeutische Maßnahme zu empfehlen.

PMID 39344112 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2025

Die sitzenden Männer: Eine systematische Übersicht zu Sitzzeit in Freizeit und Beruf im Zusammenhang mit Spermaparametern

Sterpi V et al. — Andrology

Diese systematische Übersichtsarbeit nach PRISMA-Kriterien fasst 16 Beobachtungsstudien mit insgesamt 13.509 Männern zusammen (9.877 gesunde Männer, 3.632 Patienten aus Kinderwunschkliniken), die den Zusammenhang zwischen sitzendem Verhalten in Freizeit und Beruf und Spermaparametern untersuchten (Literatursuche in Embase/PubMed bis Mai 2023). Beim Samenvolumen zeigte sich in den meisten Studien kein klarer Zusammenhang. Zwölf von dreizehn Studien fanden keinen Unterschied bei der Spermienkonzentration, während einzelne Studien bei mehr als drei Stunden täglichem Fernsehkonsum eine geringere Konzentration, eine niedrigere Gesamtspermienzahl und einen geringeren Anteil normal geformter Spermien beschrieben. Die Spermienmotilität war in keiner Studie signifikant assoziiert. Zwei von drei Studien zur DNA-Fragmentierung fanden bei längeren Sitzzeiten einen höheren Fragmentierungsindex. Insgesamt deutet die Übersicht auf eine schwache, aber inkonsistente Assoziation zwischen Sitzzeit und Spermienkonzentration hin; die Autoren fordern weitere, methodisch einheitlichere Forschung.

PMID 39648572 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2025

Wirksamkeit von Bewegungsinterventionen auf die Spermaqualität: eine systematische Übersicht und Netzwerk-Metaanalyse

Song W et al. — Frontiers in endocrinology

Diese Netzwerk-Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien verglich die Wirksamkeit unterschiedlicher Bewegungsinterventionen auf die Spermaqualität. Aus sieben Datenbanken (u. a. PubMed, Cochrane, EMBASE) wurden 14 RCTs mit insgesamt 1.079 Teilnehmern eingeschlossen und mittels Netzwerk-Metaanalyse ausgewertet (präregistriert bei PROSPERO). Im Vergleich zu körperlicher Inaktivität verbesserten verschiedene Trainingsformen unterschiedliche Parameter: Outdoor-Aerobic zeigte den stärksten Effekt auf das Samenvolumen, sonstige Sportarten verbesserten Motilität und Gesamtspermienzahl am deutlichsten, Krafttraining verbesserte die Spermienmorphologie am stärksten, und Fahrrad-Aerobic hatte den größten Effekt auf die Spermienkonzentration (jeweils mit signifikanten mittleren Differenzen, p<0,05). Die Studie liefert eine vergleichende Rangfolge verschiedener Trainingsarten hinsichtlich unterschiedlicher Spermaparameter bei infertilen Männern, wobei die Effekte je nach Parameter unterschiedlichen Trainingsformen zugeordnet werden. Einschränkend zu nennen ist die relativ geringe Zahl eingeschlossener Studien und mögliche Unterschiede in Trainingsintensität und -dauer zwischen den Primärstudien.

PMID 40104136 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2025

BMI ist bei Männern mit Spermienqualität und Sexualhormonen assoziiert: eine Metaanalyse

Ji F et al. — Frontiers in endocrinology

Metaanalyse (Literatursuche in PubMed, Embase, Cochrane Library, CNKI und Wanfang) zum Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index (BMI) und Spermienqualität sowie Sexualhormonen bei erwachsenen Männern. Aus 275 identifizierten Studien wurden 14 mit insgesamt 8443 Männern eingeschlossen (3467 mit Normalgewicht, 3444 mit Übergewicht, 1532 mit Adipositas); vier Studien untersuchten zusätzlich Sexualhormone. Zwischen den drei BMI-Gruppen zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede bei normaler Morphologie, Gesamt- und progressiver Motilität, Spermienkonzentration, Ejakulatvolumen und Gesamtspermienzahl – jeweils mit ungünstigeren Werten bei höherem BMI. Auch Gesamttestosteron, FSH und LH unterschieden sich signifikant zwischen den Gruppen. Die Autoren folgern, dass ein erhöhter BMI signifikant mit verschlechterter Spermienqualität und veränderten Sexualhormonspiegeln assoziiert ist und als Risikofaktor in der Fertilitätsdiagnostik berücksichtigt werden sollte; longitudinale Studien zur möglichen Reversibilität durch Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion werden als nächster Schritt empfohlen.

PMID 41427049 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2024

Beeinträchtigt eine Zunahme des Fettgewebes die männliche Fertilität?

Santi D, et al. — Andrology

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse prospektiver und retrospektiver Beobachtungsstudien an Männern über 18 Jahren mit Übergewicht bis schwerer Adipositas, ausschließlich Studien mit Samenanalyse nach WHO-Kriterien (5. Auflage, 2010). Verglichen wurden übergewichtige/adipöse mit normalgewichtigen Männern; 28 Studien wurden eingeschlossen. Übergewichtige Männer zeigten signifikant niedrigere Gesamtspermienzahl und progressive Motilität als Normalgewichtige; bei adipösen Männern waren zusätzlich Spermienkonzentration, Gesamt- und progressive Motilität sowie normale Morphologie reduziert. Metaregressionen zeigten Einflüsse von Alter, Rauchen, Varikozele und Gesamttestosteron auf die verringerte Spermienkonzentration bei Adipösen. Einordnung: Die Arbeit bestätigt Adipositas als eigenständigen, nicht übertragbaren Risikofaktor für männliche Infertilität - je höher das Körpergewicht, desto ausgeprägter die Verschlechterung von Spermienmenge und -qualität, was die gonadale Funktion insgesamt betrifft.

PMID 37226894 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2024

Einfluss von Faktoren des metabolischen Syndroms auf die Spermien-DNA-Fragmentierung bei Männern aus unfruchtbaren Paaren – systematisches Review und Metaanalyse

Mulya IC, Hasan MA, Iqhrammullah M — Journal of gynecology obstetrics and human reproduction

Systematisches Review und Metaanalyse (PRISMA-konform, PROSPERO-Registrierung CRD42023458359) von elf Studien (aus ursprünglich 2.579 gescreenten Publikationen, 2013–2023), die den Zusammenhang zwischen Komponenten des metabolischen Syndroms und dem Spermien-DNA-Fragmentationsindex (%DFI) bei Männern aus unfruchtbaren Paaren untersuchten. Die Auswertung erfolgte mit Random-Effects-Modellen und einem Bayesianischen Netzwerkansatz, dargestellt als standardisierte Mittelwertdifferenzen (SMD). Weder das metabolische Syndrom insgesamt (SMD 0,57; 95 %-KI -0,37–1,52) noch erhöhter BMI (SMD 0,71) oder ein ungünstiges Glukoseprofil (SMD 0,13) zeigten einen statistisch signifikanten Zusammenhang mit der DNA-Fragmentierung; die Heterogenität zwischen den Studien war durchgehend hoch. Die Autoren mahnen zur vorsichtigen Interpretation, da unberücksichtigte Störfaktoren die tatsächlichen Effekte verschleiern könnten, betonen aber, dass ein metabolisches Syndrom die männliche Fertilität über andere Mechanismen beeinträchtigen kann, weshalb ein gesunder Lebensstil weiterhin empfehlenswert bleibt.

PMID 38825166 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2024

Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index und Spermienqualität: systematisches Review und Metaanalyse

Li Y, Lin Y, Ou C, Xu R, Liu T, Zhong Z, Liu L, Zheng Y, Hou S, Lv Z, Huang S, Duan YG, Wang Q, Zhang X, Liu Y — International journal of obesity (2005)

Umfangreiches systematisches Review und Metaanalyse von 50 Studien mit insgesamt 71.337 Teilnehmern (Literatursuche in PubMed, Embase und Web of Science bis April 2022), das den Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index (BMI) und Spermienqualität untersuchte. Referenzgruppe waren normalgewichtige Männer; verglichen wurden gepoolte gewichtete Mittelwertdifferenzen für Übergewicht (BMI 25–29,9) sowie unterschiedliche Adipositas-Grade (≥30, Klasse I: 30–34,9, Klasse II/III: ≥35). Gegenüber Normalgewichtigen zeigten Männer mit Adipositas im Mittel ein um 0,24 ml geringeres Ejakulatvolumen, 19,56 Millionen weniger Spermien insgesamt, 2,21 Prozentpunkte geringere Gesamtmotilität, 5,95 Prozentpunkte geringere progressive Motilität und 1,08 Prozentpunkte weniger normal geformte Spermien; bei Übergewichtigen fielen die Einbußen geringer aus (-0,08 ml Volumen, -2,91 Prozentpunkte progressive Motilität). Die Effekte verstärkten sich mit zunehmendem Adipositas-Grad und zeigten sich konsistent in der Allgemeinbevölkerung sowie bei sub-/infertilen Männern.

PMID 39003321 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2024

Einfluss des Body-Mass-Index auf Spermienqualität, Chromatin-Integrität und DNA-Methylierung der Spermien

Vozdova M, Kubickova S, Kopecka V, Sipek J, Rubes J — Obesity research & clinical practice

Studie an 116 gesunden Männern aus der Normalbevölkerung, die entsprechend ihrem Body-Mass-Index (BMI) in drei Gruppen eingeteilt wurden. Die Ejakulate wurden mit Standardmethoden, dem Sperm Chromatin Structure Assay (SCSA) sowie Next-Generation-Sequencing (NGS) und gezieltem Amplicon-Sequencing zur Analyse genspezifischer CpG-Methylierung untersucht. Die NGS-basierte Methylierungsanalyse identifizierte sechs signifikant unterschiedlich methylierte Regionen (DMRs); zwei davon, in den Genen EPHA8 und ANKRD11, konnten mittels Amplicon-Sequencing bei allen 116 Männern als differenziell methyliert zwischen Normalgewicht und BMI ≥25 bestätigt werden. Zusätzlich sank die Methylierung von EPHA8, ANKRD11 und dem für die Flagellenbildung relevanten Gen CFAP46 mit steigendem BMI. Bei Männern mit BMI ≥30 war der Anteil beweglicher und progressiv beweglicher Spermien signifikant reduziert. Übergewicht bewirkt demnach spezifische epigenetische Veränderungen in Spermien, die Motilität und Chromatinintegrität beeinträchtigen und potenziell an nachfolgende Generationen weitergegeben werden könnten.

PMID 39358131 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2022

Wirksamkeit von Sporttraining bei männlicher Infertilität: Systematisches Review und Netzwerk-Metaanalyse

Hajizadeh Maleki B, Tartibian B, Chehrazi M — Sports health

Systematisches Review mit Netzwerk-Metaanalyse (Evidenzlevel 1, da ausschließlich RCTs) zur Wirksamkeit verschiedener Trainingsinterventionen bei männlicher Infertilität. Aus 336 identifizierten Publikationen wurden 7 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 2641 fertilen und infertilen Männern eingeschlossen und verglichen: kombiniertes Ausdauer-Kraft-Training (CET), moderates kontinuierliches Ausdauertraining (MICT), Krafttraining (RT), hochintensives kontinuierliches Training (HICT) sowie hochintensives Intervalltraining (HIIT). Gegenüber einer Kontrollgruppe ohne Intervention zeigte CET das höchste relative Risiko für Schwangerschaft (RR 27,81), gefolgt von MICT (RR 26,67); für die Lebendgeburtenrate war MICT am wirksamsten (RR 10,05), gefolgt von RT (RR 4,92). Auch bei Samenqualität, oxidativem Stress, Entzündungsmarkern und Körperzusammensetzung/VO2max zeigte sich überwiegend die Rangfolge CET>MICT>weitere Trainingsformen. Die Autoren empfehlen kombiniertes Ausdauer-Kraft-Training als die insgesamt wirksamste Trainingsform zur Verbesserung männlicher Fertilitätsparameter.

PMID 34806474 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2022

Bariatrische Chirurgie verbessert die Samenqualität nicht: Evidenz aus einer Metaanalyse

Gao Z, et al. — Obesity surgery

Metaanalyse zum Effekt einer bariatrischen Operation auf die Samenqualität adipöser Männer. Über eine Literatursuche in PubMed, EMBASE und CENTRAL (bis Oktober 2021) wurden 9 Studien mit insgesamt 218 Patienten eingeschlossen, die Samenparameter vor und nach bariatrischer Operation verglichen. Das mittlere präoperative Alter der Patienten lag zwischen 18 und 50 Jahren, der präoperative BMI zwischen 36,7 und 70,5 kg/m², die Nachbeobachtungszeit zwischen 6 und 24 Monaten. Die gepoolte Analyse zeigte keinen signifikanten Effekt der bariatrischen Chirurgie auf Samenvolumen, -konzentration, Gesamtspermienzahl, Morphologie, Gesamt- und progressive Motilität, Vitalität, Samen-pH oder Leukozytengehalt. Die Autoren schließen daraus, dass eine bariatrische Operation bei adipösen Männern die Samenqualität nicht verbessert – ein Kontrast zu Studien, in denen moderate diätinduzierte Gewichtsreduktion positive Effekte auf Spermienparameter zeigte, was auf unterschiedliche zugrunde liegende Mechanismen (z. B. drastischerer Gewichtsverlust, metabolische Umstellungen) hindeuten könnte.

PMID 35143010 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2022

Spermienzahl steigt durch diätinduzierten Gewichtsverlust und wird durch Sport oder GLP-1-Analogon-Behandlung erhalten: Eine randomisierte kontrollierte Studie

Andersen E, et al. — Human reproduction (Oxford, England)

Randomisierte kontrollierte Substudie der dänischen S-LITE-Studie an 56 adipösen Männern (BMI 32-43 kg/m², 18-65 Jahre), die untersuchte, ob eine diätinduzierte Gewichtsreduktion die Samenqualität verbessert und ob diese Verbesserung erhalten bleibt. Nach einer 8-wöchigen Low-Calorie-Diät (800 kcal/Tag) wurden die Teilnehmer für 52 Wochen randomisiert einer von vier Erhaltungsstrategien zugeteilt: Placebo, Sporttraining, das GLP-1-Analogon Liraglutid oder die Kombination aus Liraglutid und Training. Samenparameter, Anthropometrie und Blutwerte wurden vor, direkt nach und 52 Wochen nach der Diät erfasst. Die Männer verloren im Mittel 16,5 kg Körpergewicht während der Diätphase, was die Spermienkonzentration um das 1,49-Fache und die Spermienzahl um das 1,41-Fache erhöhte (beide p<0,01); diese Verbesserungen blieben nach 52 Wochen bei den Männern erhalten, die ihr reduziertes Gewicht hielten, nicht jedoch bei jenen mit Gewichtswiederzunahme. Samenvolumen und Motilitätsparameter änderten sich nicht. Die Autoren schließen, dass Sporttraining und Liraglutid geeignete Strategien zur Aufrechterhaltung der durch Gewichtsverlust erzielten Verbesserungen sein können, betonen aber, dass wegen des Studiendesigns keine endgültigen kausalen Schlüsse möglich sind.

PMID 35580859 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2021

Männliche Adipositas, Spermienparameter und Reproduktionshormone: Aktualisiertes systematisches Review und Metaanalyse

Salas-Huetos A, Maghsoumi-Norouzabad L, James ER, Carrell DT, Aston KI, Jenkins TG, Becerra-Tomás N, Javid AZ, Abed R, Torres PJ, Luque EM, Ramírez ND, Martini AC, Salas-Salvadó J — Obesity reviews : an official journal of the International Association for the Study of Obesity

Umfassendes aktualisiertes systematisches Review mit Literatursuche in MEDLINE-PubMed und EMBASE bis Juni 2019; von 169 methodisch geeigneten Publikationen (mit geringem Bias-Risiko) wurden 60 für die qualitative und 28 für die quantitative Analyse (Metaanalyse) herangezogen. Übergewicht und/oder Adipositas waren mit reduzierter Spermaqualität assoziiert (Ejakulatvolumen, Spermienzahl und -konzentration, Vitalität, normale Morphologie) sowie mit veränderten Reproduktionshormonen (u. a. niedrigeres Inhibin B, Gesamttestosteron und SHBG, erhöhtes Estradiol). Die Metaanalyse bestätigte statistisch signifikant niedrigere Werte für Volumen, Spermienzahl, Konzentration, Vitalität, Gesamtmotilität und normale Morphologie bei Übergewichtigen/Adipösen; auch Untergewicht war mit schlechterer Spermienmorphologie assoziiert. Als eine der größten und methodisch strengsten Übersichtsarbeiten zu diesem Thema untermauert die Studie, dass sowohl Adipositas als auch Untergewicht mit verminderter Spermaqualität einhergehen, und unterstreicht die Bedeutung eines gesunden Körpergewichts für die männliche Fertilität.

PMID 32705766 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2021

Beeinflusst Adipositas gemessen am Body-Mass-Index die Samenqualität? Eine Metaanalyse und systematisches Review an der Allgemeinbevölkerung statt an Infertilitätspatienten

Wang S, Sun J, Wang J, Ping Z, Liu L — Andrologia

Systematisches Review und Metaanalyse, die bewusst nicht an bereits diagnostizierten Infertilitätspatienten, sondern an adipösen Männern der Allgemeinbevölkerung durchgeführt wurde, um eine Verzerrung durch bestehende Fertilitätsprobleme zu vermeiden. Ausgewertet wurden mittels standardisierter Mittelwertdifferenzen (SMD) mehrere Samenparameter im Vergleich zu normalgewichtigen Männern. Adipositas zeigte keinen signifikanten Effekt auf Spermienkonzentration (SMD -0,15; 95%-KI -0,32 bis 0,02; p=0,088) oder den Anteil morphologisch normaler Spermien (SMD -0,17; p=0,487). Signifikant reduziert waren jedoch das Ejakulatvolumen (SMD -0,32; p=0,002), die Gesamtspermienzahl (SMD -0,77; p=0,005), der Anteil progressiv motiler Spermien (SMD -0,95; p=0,014) sowie die Vitalität (SMD -0,812; p=0,027). Die Autoren folgern, dass Adipositas die Spermienqualität in bestimmten Parametern (v.a. Volumen, Gesamtzahl, Motilität, Vitalität) auch außerhalb selektierter Infertilitätskollektive beeinträchtigt und normales Körpergewicht daher einen sinnvollen Ansatzpunkt zur Verbesserung der männlichen Fertilität darstellen könnte.

PMID 34028074 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2020

Samenqualität bei jungen gesunden Männern, die Proteinpräparate einnehmen

Tøttenborg SS, Glazer CH, Hærvig KK, Høyer BB, Toft G, Hougaard KS, Flachs EM, Deen L, Bonde JPE, Ramlau-Hansen CH — Fertility and sterility

Querschnittsstudie im Rahmen der FEPOS-Kohorte (Fetal Programming of Semen Quality) an 778 jungen Männern, deren Mütter in der Dänischen Nationalen Geburtenkohorte 1996–2002 teilgenommen hatten; die Samenproben wurden von April 2017 bis März 2019 gewonnen. Verglichen wurden aktuelle und frühere Anwender von Proteinpräparaten mit Männern, die nie welche genommen hatten (negative Binomialregression, adjustiert u. a. für Training, Body-Mass-Index, Anabolika-Gebrauch sowie mütterliche und väterliche Faktoren). 28 % nahmen aktuell, 24 % früher Proteinpräparate. Weder in den rohen noch in den adjustierten Analysen fand sich ein Zusammenhang der Einnahme mit Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration, Gesamtzahl, Morphologie oder Beweglichkeit. Die Autoren betonen, dass selbst ein kleiner schädlicher Effekt wegen der weiten Verbreitung der Präparate unter jungen Männern auf Bevölkerungsebene große Folgen hätte, und empfehlen eine Wiederholung der Untersuchung. Einschränkend beruht die Einnahme auf Selbstangaben und wurde nur als Anwender-gegen-Nichtanwender-Vergleich ohne Produkt- oder Mengenangabe ausgewertet.

PMID 32387273 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2020

Wirkung einer Molkenprotein-Supplementierung auf Spermienqualität und Fruchtbarkeit männlicher Mäuse

Ketheeswaran S, Pors SE, Zuniga Jara LA, Lemser CE, Høj TK, Bøtkjær JA, Christensen P, Humaidan P, Kristensen SG — Food and chemical toxicology

Tierexperimentelle Studie an 48 männlichen NMRI-Mäusen, die drei Monate lang entweder Leitungswasser oder eine hohe Dosis Molkenprotein (Whey100) im Trinkwasser erhielten; die Dosis entsprach der höchsten empfohlenen Humandosis. Anschließend wurden die Tiere fünf Tage lang mit je zwei Weibchen zusammengehalten. Zwischen den Gruppen fanden sich keine signifikanten Unterschiede bei Spermienzahl im Nebenhoden, Beweglichkeit, DNA-Fragmentierungsindex (nach 0 und 4 Stunden Inkubation), Redoxpotenzial, Serum-Testosteron, Körper- und Samenbläschengewicht, relativen Hoden- und Nebenhodengewichten, Hodenmorphologie, Zahl der geschwängerten Weibchen oder Wurfgröße; Redoxpotenzial und DNA-Fragmentierung waren nicht korreliert. Die Autoren schließen, dass die höchste empfohlene Humandosis an Molkenprotein die Spermienqualität und Fruchtbarkeit männlicher Mäuse nicht beeinträchtigt. Als Tierversuch ist die Übertragbarkeit auf den Menschen begrenzt.

PMID 32315685 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2020

Der Effekt des Body-Mass-Index auf die Spermien-DNA-Fragmentierung: Systematisches Review und Metaanalyse

Sepidarkish M, Maleki-Hajiagha A, Maroufizadeh S, Rezaeinejad M, Almasi-Hashiani A, Razavi M — International journal of obesity (2005)

Systematisches Review und Metaanalyse zur Frage, ob ein hoher Body-Mass-Index (BMI) mit erhöhter Spermien-DNA-Fragmentierung (SDF) assoziiert ist. Nach Durchsicht von über 33.700 Treffern in Medline, Embase, Scopus und Web of Science (bis Mai 2019) wurden 14 Studien (9 Querschnitts-, 4 Kohorten-, 1 Fall-Kontroll-Studie) mit insgesamt 8255 Teilnehmern eingeschlossen. Mittels Random-Effects-Modell wurden standardisierte Mittelwertdifferenzen (SMD) für sechs BMI-Kategorien (Untergewicht bis Adipositas Grad III) berechnet. Lediglich drei Studien zeigten eine höhere SDF bei adipösen Männern (BMI 30-34,99) im Vergleich zu Normalgewichtigen; für andere BMI-Kategorien fand sich kein Unterschied. Insgesamt liefert die Datenlage keine ausreichende Evidenz für einen generellen positiven Zusammenhang zwischen BMI und DNA-Fragmentierung. Die Autoren fordern weitere, konfundervariablenkontrollierte Kohortenstudien, um diese Assoziation belastbarer zu klären. Die Studie relativiert damit die verbreitete Annahme eines direkten, dosisabhängigen Zusammenhangs zwischen Übergewicht und geschädigter Spermien-DNA.

PMID 31949297 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2020

Auswirkungen bariatrischer Chirurgie auf Reproduktionshormone, Spermiogramm und Spermien-DNA-Fragmentierung bei schwerer Adipositas: Prospektive Studie

Wood GJA, Tiseo BC, Paluello DV, de Martin H, Santo MA, Nahas W, Srougi M, Cocuzza M — Obesity surgery

Prospektive Studie in zwei Phasen. Phase 1: Querschnittsvergleich von 42 adipösen Männern und 32 fertilen normalgewichtigen Kontrollen hinsichtlich Reproduktionshormonen, Spermiogramm und DNA-Fragmentierung (SDF). Phase 2: 32 der adipösen Patienten wurden entweder bariatrisch operiert (Gruppe S, n=18) oder klinisch nachbeobachtet (Gruppe NS, n=14) und nach 6 Monaten erneut untersucht. In Phase 1 zeigten adipöse Männer höhere Estradiol-, LH- und FSH-Werte, niedrigeres Gesamttestosteron sowie schlechtere Samenparameter (geringeres Volumen, Konzentration, Motilität, Morphologie) und höhere SDF als Kontrollen. In Phase 2 stieg das Gesamttestosteron nach OP mehr als auf das Doppelte (294,5 auf 604 ng/dl, p<0,0001), und die SDF verbesserte sich; jedoch verschlechterten sich Spermienkonzentration und Gesamtspermienzahl, zwei Patienten wurden sogar azoosperm. In der nicht operierten Gruppe änderte sich nichts. Die Studie zeigt damit ein zwiespältiges Bild: Bariatrische Chirurgie verbessert Hormonstatus und DNA-Integrität, kann aber die Spermienproduktion quantitativ verschlechtern.

PMID 32700180 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2020

Zusammenhang zwischen adipositas-assoziierten Markern, Spermaqualität und Reproduktionshormonen bei chinesischen infertilen Männern

Ma JX, Wang B, Li HS, Jiang XJ, Yu J, Ding CF, Chen WQ — Reproductive biology and endocrinology : RB&E

Querschnittsstudie an 181 chinesischen infertilen Männern (rekrutiert September 2018-September 2019), bei denen adipositas-assoziierte Marker (u. a. BMI, Taille-Hüft-Verhältnis, Taille-Größe-Verhältnis), Samenparameter, Reproduktionshormone, Blutfette und Leptin bestimmt und statistisch in Beziehung gesetzt wurden. Entgegen der Ausgangshypothese fand sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen BMI und Spermienkonzentration, Gesamttestosteron oder HDL-Cholesterin; dagegen korrelierten andere Adipositasmarker wie Taille-Hüft- und Taille-Größe-Verhältnis negativ mit Spermienkonzentration sowie progressiver und nicht-progressiver Motilität. Der Anteil morphologisch normaler Spermien korrelierte negativ mit Gesamt- und LDL-Cholesterin, Leptin und seminaler Superoxid-Dismutase; übergewichtige Männer hatten niedrigere Werte bei progressiver Motilität, Konzentration und normaler Morphologie als Normalgewichtige. Adipöse Männer zeigten zudem höheres Estradiol und ein höheres Estradiol/Testosteron-Verhältnis sowie niedrigeres Gesamttestosteron. Die Studie zeigt, dass nicht der BMI allein, sondern insbesondere die Fettverteilung und Stoffwechselparameter mit reduzierter Spermaqualität bei infertilen chinesischen Männern assoziiert sind.

PMID 32993674 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2019

Einfluss bariatrischer Chirurgie auf männliche Sexualhormone und Spermaqualität: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse

Lee Y, Dang JT, Switzer N, Yu J, Tian C, Birch DW, Karmali S — Obesity surgery

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (Literaturrecherche in MEDLINE, EMBASE, Web of Science und Scopus bis Juni 2018) zu den Effekten bariatrischer Chirurgie auf männliche Sexualhormone, Spermaparameter und Sexualfunktion bei Männern mit Adipositas. Aus 3896 gescreenten Treffern wurden 28 Kohortenstudien mit insgesamt 1022 Patienten eingeschlossen; die Auswertung erfolgte mittels Random-Effects-Modellen. Nach bariatrischer Chirurgie stiegen freies Testosteron (mittlere Differenz 7,47 nmol/l; 95%-KI 6,31–8,62; p<0,001) und berechnetes Testosteron (mittlere Differenz 0,05 nmol/l; 95%-KI 0,02–0,07; p<0,001) signifikant an, ebenso LH, FSH und SHBG, während freies und Gesamt-Östradiol sowie Prolaktin signifikant abnahmen. Die erektile Funktion (IIEF-Score) verbesserte sich signifikant (mittlere Differenz 0,46; p=0,04). Spermaqualität, DHEA, Androstendion und Inhibin B blieben dagegen unverändert. Die Autoren folgern, dass die durch bariatrische Chirurgie erzielte anhaltende Gewichtsreduktion männliche Sexualhormone und die erektile Funktion deutlich verbessert, die Spermaqualität und -funktion jedoch nicht positiv beeinflusst.

PMID 30382463 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2019

Fehlende Verbesserung der Spermienqualität bei adipösen Männern nach Adipositaschirurgie trotz günstiger Veränderungen der Reproduktionshormone

Calderón B et al. — Obesity surgery

Prospektive Kohortenstudie (Vorher-Nachher-Design) mit 20 stark adipösen Männern (BMI ≥35 kg/m²), untersucht vor und 2 Jahre nach bariatrischer Operation. Methodik: Bestimmung von Hormonen (Insulin, Leptin, Kisspeptin, Inhibin B u.a.), Berechnung des HOMA-IR-Index sowie Spermiogramm nach WHO-Referenzwerten. Ergebnisse: Nach der Operation stiegen Gesamttestosteron, freies Testosteron, Inhibin B und Kisspeptin signifikant an, während Nüchterninsulin, HOMA-IR und Leptin sanken. Trotz dieser hormonellen Verbesserungen zeigte sich beim Ejakulatvolumen eine leichte Abnahme, die übrigen Spermienparameter blieben weitgehend unverändert; bei 60% der Patienten blieb die Spermienkonzentration weiterhin abnormal. Einordnung: Obwohl bariatrische Chirurgie den adipositasbedingten sekundären Hypogonadismus hormonell deutlich verbessert, überträgt sich dies bei dieser kleinen Stichprobe nicht in eine Verbesserung der Spermienqualität — ein Hinweis darauf, dass adipositasbedingte Spermienschäden nicht allein hormonell vermittelt oder nicht ohne Weiteres reversibel sind.

PMID 30806913 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2019

Proteinpräparate für Bodybuilding und Krafttraining könnten die Spermienqualität subfertiler Männer in Kinderwunschbehandlung beeinträchtigen – eine Pilotstudie

Ketheeswaran S, Haahr T, Povlsen B, Laursen R, Alsbjerg B, Elbaek H, Esteves SC, Humaidan P — Asian journal of andrology

Prospektive Beobachtungs-Pilotstudie (2014–2016) an 20 subfertilen Männern mit einer Spermienkonzentration unter 15 Mio./ml, die über mehr als drei Monate mehr als zweimal pro Woche Proteinpräparate für Bodybuilding oder Krafttraining genommen hatten und diese im Rahmen der Kinderwunschbehandlung absetzten. Nach im Median 4,5 Monaten Verzicht (Spannweite 2–16 Monate) stieg die mediane Spermienkonzentration auf das 2,6-Fache (95 %-KI 1,1–5,8; P = 0,03). Die Gesamtzahl nahm nicht signifikant auf das 2,1-Fache zu (P = 0,14); der mediane Anteil progressiv beweglicher Spermien verbesserte sich von 50 auf 60 %, die Gesamtzahl beweglicher Spermien von 1,6 auf 7,7 Mio. Die Autoren nennen als Einschränkungen die kleine Fallzahl, Einzelmessungen mit möglicher Regression zur Mitte, eine suboptimale Zählkammer, unbekannte Produkte und Dosierungen, mögliche unberichtete Lebensstiländerungen oder Anabolika-Gebrauch sowie das Fehlen einer fertilen Kontrollgruppe. Die Studie liefert damit nur einen Hinweis, dass der Verzicht auf Proteinpräparate mit besseren Spermienwerten einhergehen könnte, und keinen Beleg für eine Ursache.

PMID 30226218 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2018

Massiver Gewichtsverlust durch bariatrische Chirurgie beeinflusst die Samenqualität bei morbider männlicher Adipositas: eine vorläufige prospektive Zwei-Arm-Studie

Samavat J, Cantini G, Lotti F, Di Franco A, Tamburrino L, Degl'Innocenti S, Maseroli E, Filimberti E, Facchiano E, Lucchese M, Muratori M, Forti G, Baldi E, Maggi M, Luconi M — Obesity surgery

Prospektive Zwei-Arm-Studie (Pilotstudie) an 31 morbid adipösen Männern, von denen 23 einen laparoskopischen Roux-en-Y-Magenbypass erhielten und 8 nicht operiert wurden; Sexualhormone sowie konventionelle (Motilität, Morphologie, Anzahl, Volumen) und nicht-konventionelle Samenparameter (DNA-Fragmentierung, seminales Interleukin-8) wurden zu Baseline und nach 6 Monaten erfasst. Nur in der operierten Gruppe verbesserten sich die Sexualhormone signifikant; Samenvolumen und Vitalität stiegen signifikant an (Δ=0,6 ml bzw. +10%, p<0,05), während sich bei progressiver/Gesamtmotilität und Spermienzahl lediglich ein positiver Trend zeigte. Interleukin-8 und DNA-Fragmentierung im Seminalplasma nahmen nach der Operation ab, stiegen jedoch bei den nicht-operierten Probanden an. Die BMI-Veränderung korrelierte signifikant mit Veränderungen von Spermienmorphologie, -zahl und Samenvolumen. Die Autoren folgern, dass sich die positiven Effekte massiven Gewichtsverlusts auf die Samenqualität langsamer und später einstellen als die hormonellen Veränderungen.

PMID 28702741 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2018

Auswirkung bariatrischer Chirurgie auf Spermienparameter: Eine systematische Übersicht und Meta-Analyse

Wei Y, Chen Q, Qian W — Medical science monitor basic research

Systematische Übersicht und Meta-Analyse von 6 Studien, die den Effekt bariatrischer Chirurgie (Magenbypass, Sleeve-Gastrektomie) auf Spermienparameter untersuchten. Methodik: Literatursuche in Cochrane, PubMed, EMBASE, MEDLINE und CNKI; Berechnung standardisierter Mittelwertdifferenzen (SMD) vor/nach OP mit STATA 12.0, Subgruppenanalysen nach Studiendesign und OP-Verfahren. Ergebnisse: Nach Magenbypass stieg das Ejakulatvolumen signifikant (SMD 0,583; 95%-KI 0,121–1,045; p=0,013). Spermienkonzentration (SMD −0,123; p=0,416) und progressive Motilität (SMD 0,148; p=0,328) blieben unverändert. Der Anteil normal geformter Spermien nahm nur in Subgruppen mit prospektivem Design (SMD 0,385; p=0,015) und nach Sleeve-Gastrektomie (SMD 0,880; p<0,001) signifikant zu, insgesamt SMD 0,372 (p=0,017). Einordnung: Wegen begrenzter Studienzahl und Heterogenität lässt sich kein eindeutiger Effekt bariatrischer Chirurgie auf die Spermienqualität ableiten — allenfalls Hinweise auf verbessertes Volumen und Morphologie bei bestimmten Verfahren.

PMID 30416195 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2017

Moderates aerobes Ausdauertraining zur Verbesserung der Reproduktionsfunktion bei infertilen Patienten: eine randomisierte kontrollierte Studie

Hajizadeh Maleki B, Tartibian B — Cytokine

Randomisiert-kontrollierte Studie (RCT) an ursprünglich 1.026 gescreenten, sitzenden, infertilen Männern (25–40 Jahre), von denen 419 randomisiert wurden (Trainingsgruppe n=210, Kontrollgruppe n=209). Die Interventionsgruppe absolvierte 24 Wochen moderates aerobes Training; erfasst wurden seminale Entzündungsmarker (IL-1β, IL-6, IL-8, TNF-α), oxidativer Stress (ROS, MDA, 8-Isoprostan), antioxidative Kapazität (SOD, Katalase, TAC), Samenparameter, Spermien-DNA-Integrität und Schwangerschaftsrate. Das Training reduzierte signifikant Entzündungs- und Oxidationsmarker und steigerte die antioxidative Abwehr (jeweils p<0,05); parallel verbesserten sich Samenparameter, DNA-Integrität und Schwangerschaftsrate signifikant. Eine 4-wöchige Trainingspause reichte nicht aus, um die erzielten Verbesserungen vollständig rückgängig zu machen. Die Ergebnisse sprechen für moderates aerobes Ausdauertraining als wirksame, nebenwirkungsarme Zusatzmaßnahme bei männlicher Infertilität, vermittelt über eine Reduktion von Entzündung und oxidativem Stress im Seminalplasma.

PMID 28092795 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2017

Hochintensives Ausdauertraining zur Verbesserung der Reproduktionsfunktion bei infertilen Patienten: eine randomisierte kontrollierte Studie

Maleki BH, Tartibian B — Journal of obstetrics and gynaecology Canada (JOGC)

Randomisiert-kontrollierte Studie an 433 infertilen Männern (25–40 Jahre), randomisiert in eine Trainingsgruppe (n=218) und eine Kontrollgruppe (n=215). Das 24-wöchige Programm bestand aus Laufband-Training dreimal wöchentlich bei 70–85% der maximalen Sauerstoffaufnahme (hochintensives Ausdauertraining); erhoben wurden seminale Entzündungs- und Oxidationsmarker, Samenparameter, Spermien-DNA-Fragmentierung und Schwangerschaftsrate zu Baseline, nach 12 und 24 Wochen sowie 7 und 30 Tage nach Trainingsende. Die Trainingsgruppe zeigte signifikant reduzierte Entzündungsmarker (IL-6, TNF-α) und oxidativen Stress (ROS, MDA) sowie eine gesteigerte antioxidative Kapazität (SOD, Katalase, TAC) (jeweils p<0,05), begleitet von verbesserten Samenparametern, DNA-Integrität und Schwangerschaftsrate. Die Autoren empfehlen ein hochintensives Ausdauertrainingsprogramm als ergänzende Lifestyle-Maßnahme bei männlicher Infertilität, weisen aber auf die Notwendigkeit hin, die Nachhaltigkeit der Effekte sowie mögliche Grenzen der Trainingsintensität weiter zu untersuchen.

PMID 28625282 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2017

Kombiniertes Ausdauer- und Krafttraining zur Verbesserung der Reproduktionsfunktion bei infertilen Männern: eine randomisierte kontrollierte Studie

Hajizadeh Maleki B, Tartibian B — Applied physiology, nutrition, and metabolism

Randomisiert-kontrollierte Studie an 556 von ursprünglich 1.296 gescreenten infertilen Männern (25–40 Jahre), randomisiert zu 24 Wochen kombiniertem Ausdauer- und Krafttraining (n=278) oder keiner Intervention (n=278); Samenproben wurden zu Baseline, nach 12 und 24 Wochen sowie 7 und 30 Tage nach Trainingsende untersucht. Das Trainingsprogramm reduzierte signifikant proinflammatorische Zytokine (IL-1β, IL-6, IL-8, TNF-α) und oxidative Stressmarker (ROS, MDA, 8-Isoprostan) und verbesserte die antioxidative Abwehr (SOD, Katalase, TAC) (jeweils p<0,05). Diese Veränderungen korrelierten mit einer Verbesserung von Samenparametern, Spermien-DNA-Integrität und Schwangerschaftsrate (p<0,05). Die Studie ergänzt frühere Arbeiten derselben Gruppe zu reinem Ausdauertraining und legt nahe, dass auch ein kombiniertes Ausdauer-Kraft-Training über eine Reduktion von Entzündung und oxidativem Stress die Reproduktionsfunktion bei männlicher Infertilität verbessern kann.

PMID 28820950 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2016

Ist sitzender Lebensstil mit der Hodenfunktion assoziiert? Eine Querschnittsstudie an 1.210 Männern

Priskorn L, Jensen TK, Bang AK, Nordkap L, Joensen UN, Lassen TH, Olesen IA, Swan SH, Skakkebaek NE, Jørgensen N — American journal of epidemiology

Querschnittsstudie an 1.210 gesunden jungen dänischen Männern, die zwischen 2008 und 2012 im Rahmen der Musterung für den Wehrdienst untersucht wurden. Per Fragebogen wurden sitzendes Verhalten (Fernsehzeit, Computerzeit) und körperliche Aktivität erfasst; zusätzlich erfolgten körperliche Untersuchung, Samen- und Blutprobe. Männer mit mehr als 5 Stunden Fernsehzeit pro Tag hatten eine adjustierte Spermienkonzentration von 37 Mio./mL (95%-KI 30–44) gegenüber 52 Mio./mL (95%-KI 43–62) bei Nicht-Fernsehern; die Gesamtspermienzahl betrug entsprechend 104 vs. 158 Mio. Zudem waren FSH erhöht sowie Testosteron und das Testosteron/LH-Verhältnis erniedrigt. Computerzeit zeigte keinen Zusammenhang, während selbstbewertete körperliche Fitness (nicht die reine Trainingsdauer) positiv mit der Spermienzahl korrelierte. Die Studie legt nahe, dass insbesondere Fernsehkonsum – unabhängig von sportlicher Aktivität – mit schlechterer Hodenfunktion einhergeht, was auf zusätzliche Faktoren wie Sitzverhalten, Ernährung während des Fernsehens oder Hitzestau hindeuten könnte.

PMID 27501721 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2016

Effekt der bariatrischen Chirurgie auf Samenparameter und Sexualhormonkonzentrationen: eine prospektive Studie

El Bardisi H, Majzoub A, Arafa M, AlMalki A, Al Said S, Khalafalla K, Jabbour G, Basha M, Al Ansari A, Sabanegh E — Reproductive biomedicine online

Prospektive Studie an 46 adipösen Männern, die sich einer Sleeve-Gastrektomie (bariatrische Chirurgie) unterzogen; Samenanalyse und Hormonbestimmung erfolgten vor sowie 12 Monate nach der Operation. Präoperativ hatten 28,3% Azoospermie, 41,3% Oligospermie und 30,4% eine normale Spermienkonzentration. Nach der Operation stieg das Serumtestosteron in allen Gruppen signifikant an (p<0,001). Die Spermienkonzentration verbesserte sich signifikant bei Männern mit Azoospermie und Oligospermie (jeweils p<0,05). Das Ausmaß des Gewichtsverlusts (gemessen am BMI-Rückgang) hatte keinen zusätzlichen Einfluss auf die Veränderungen der Samen- und Hormonwerte. Die Autoren schließen, dass eine chirurgisch induzierte Gewichtsreduktion bei stark übergewichtigen, unfruchtbaren Männern mit vorbestehenden Störungen der Spermienproduktion einen günstigen Effekt auf Testosteronspiegel und Samenparameter hat, während bei bereits normaler Spermienkonzentration kein zusätzlicher Nutzen erkennbar war.

PMID 27569703 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2015

Body-Mass-Index ist über einen weiten Gewichtsbereich mit beeinträchtigten Samenparametern und reduziertem Anti-Müller-Hormon assoziiert

Andersen JM, Herning H, Aschim EL, Hjelmesæth J, Mala T, Hanevik HI, Bungum M, Haugen TB, Witczak O — PloS one

Querschnittsstudie an 166 Männern, darunter 38 stark adipöse Männer. Methodik: Standard-Samenanalyse, Untersuchung der Spermien-DNA-Integrität sowie Blutentnahme zur Bestimmung reproduktiver Hormone; Auswertung mittels linearer Regression, adjustiert für Alter und Karenzzeit. Ergebnisse: Der BMI war signifikant negativ assoziiert mit Spermienkonzentration (B=-0,088; p=0,009), Gesamtspermienzahl (B=-0,223; p=0,001), progressiver Motilität (B=-0,675; p=0,007), normaler Morphologie (B=-0,078; p=0,001) und dem Anteil vitaler Spermien (B=-0,006; p=0,027). Zudem zeigte sich eine negative Beziehung zwischen BMI und Gesamttestosteron, SHBG, Inhibin B sowie Anti-Müller-Hormon (AMH) (jeweils p<0,001). Einordnung: Die Daten sprechen für einen durchgehenden negativen Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index und testikulärer Funktion über einen breiten Gewichtsbereich, einschließlich hormoneller Marker der Sertolizellfunktion (Inhibin B, AMH).

PMID 26067627 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2015

Väterliche Adipositas beeinträchtigt männliche Fertilität und die Ergebnisse assistierter Reproduktion: Ein systematisches Review mit Metaanalyse

Campbell JM, Lane M, Owens JA, Bakos HW — Reproductive biomedicine online

Systematisches Review mit Metaanalyse zur Wirkung väterlicher Adipositas auf die reproduktive Kapazität. Durchsucht wurden sechs Datenbanken (u.a. PubMed, Embase, Scopus); eingeschlossen wurden 30 Studien mit insgesamt 115.158 Teilnehmern. Untersucht wurden u.a. Infertilitätsrisiko, Ergebnisse assistierter Reproduktion (ART) sowie klassische und erweiterte Spermienparameter (DNA-Fragmentierung, Chromatinkondensation, mitochondriales Membranpotenzial). Ergebnisse: Adipöse Männer hatten ein höheres Infertilitätsrisiko (Odds Ratio 1,66), eine reduzierte Lebendgeburtenrate pro ART-Zyklus (OR 0,65) und ein um 10 Prozentpunkte erhöhtes absolutes Risiko für eine nicht lebensfähige Schwangerschaft. Zudem war bei adipösen Männern der Anteil an Spermien mit niedrigem mitochondrialem Membranpotenzial, DNA-Fragmentierung und abnormaler Morphologie erhöht, während klassische Samenparameter (Konzentration, Motilität, Volumen) keine klinisch relevanten Unterschiede zeigten. Einordnung: Männliche Adipositas ist mit reduziertem Reproduktionspotenzial assoziiert; erweiterte Spermientests wie DNA-Fragmentierungsanalyse könnten bei adipösen Männern zusätzliche diagnostische Information liefern.

PMID 26380863 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2012

Spermaparameter und männliche Fertilität nach bariatrischer Chirurgie: drei Fallserien

Sermondade N, Massin N, Boitrelle F, Pfeffer J, Eustache F, Sifer C, Czernichow S, Lévy R — Reproductive biomedicine online

Bei dieser Fallserie wurden drei männliche Patienten untersucht, die nach bariatrischer Chirurgie einen raschen und starken Gewichtsverlust erlebten, und die Auswirkungen auf Spermaqualität und Fertilität dokumentiert. In den Monaten nach dem Eingriff verschlechterten sich die Samenparameter bei allen drei Männern deutlich, bis hin zu ausgeprägter Oligoasthenoteratozoospermie (gleichzeitig reduzierte Spermienzahl, -beweglichkeit und -morphologie); eine vollständige Azoospermie trat jedoch nicht auf. Als mögliche Ursachen werden zwei gegenläufige Mechanismen diskutiert: einerseits der Wegfall der schädlichen Effekte von Adipositas, andererseits negative Folgen von Nährstoffmängeln und die Freisetzung toxischer Substanzen. Bei einem Patienten normalisierte sich die Spermatogenese nach zwei Jahren wieder. Bei zwei der drei Paare gelang mittels intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) mit frischen Spermien dennoch eine Schwangerschaft. Die Autoren empfehlen, Patienten vor bariatrischer Chirurgie über mögliche reproduktive Folgen aufzuklären und eine Spermakryokonservierung anzubieten. Aufgrund der sehr kleinen Fallzahl sind die Ergebnisse nur eingeschränkt verallgemeinerbar.

PMID 22196889 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2012

Bariatrische Chirurgie beeinträchtigt die Spermaqualität nicht – eine vorläufige Langzeitstudie

Reis LO, Zani EL, Saad RD, Chaim EA, de Oliveira LC, Fregonesi A — Reproductive sciences (Thousand Oaks, Calif.)

Prospektive kontrollierte Studie (randomisierte Zuteilung) an 20 stark adipösen Männern über 24 Monate: 10 erhielten eine Lebensstilintervention (Diät, Sport) über 4 Monate mit anschließendem Magenbypass, 10 dienten als Kontrollgruppe ohne Eingriff. Erhoben wurden IIEF-5-Fragebogen (erektile Funktion), Hormonwerte (Östradiol, Prolaktin, LH, FSH, freies/Gesamttestosteron) und Spermiogramme zu drei Zeitpunkten. Die Interventionsgruppe zeigte eine signifikante BMI-Reduktion gegenüber der Kontrolle, jedoch keine signifikanten Unterschiede in den Spermaparametern zwischen den Gruppen oder im Zeitverlauf. Hingegen verbesserten sich IIEF-5-Score (p=0,047), Gesamttestosteron (p=0,035) und FSH (p=0,0025) signifikant, während Prolaktin sank (p<0,0001); nach 24 Monaten waren IIEF-5, Gesamt- und freies Testosteron in der Interventionsgruppe signifikant höher. Die Autoren folgern, dass massiver operativ induzierter Gewichtsverlust die Spermaqualität nicht verschlechtert, aber Sexualfunktion und Hormonprofil verbessert, während reine Lebensstiländerung vor allem den BMI beeinflusste. Weitere Studien mit Geburtenrate als Endpunkt seien nötig.

PMID 22534335 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2011

Verbessert Gewichtsverlust die Samenqualität und Reproduktionshormone? Ergebnisse einer Kohorte stark adipöser Männer

Håkonsen LB et al. — Reproductive health

Pilotkohortenstudie mit 43 Männern (BMI >33 kg/m², Alter 20–59 Jahre, Median 32), die ein 14-wöchiges stationäres Gewichtsreduktionsprogramm durchliefen; vor und nach der Intervention wurden Samenqualität (inkl. DNA-Integrität mittels SCSA) und Reproduktionshormone (Testosteron, Estradiol, SHBG, LH, FSH, AMH, Inhibin B) bestimmt. Zu Baseline war der BMI invers assoziiert mit Spermienkonzentration (p=0,02), Gesamtspermienzahl (p=0,02), Morphologie (p=0,04), Motilität (p=0,005), Testosteron (p=0,04) und Inhibin B (p=0,04) sowie positiv mit Estradiol (p<0,005). Der mediane Gewichtsverlust betrug 15 % (Range 3,5–25,4 %) und war mit einem Anstieg von Gesamtspermienzahl (p=0,02), Ejakulatvolumen (p=0,04), Testosteron (p=0,02), SHBG (p=0,03) und AMH (p=0,02) assoziiert; in der Untergruppe mit dem größten Gewichtsverlust stieg die Gesamtspermienzahl um 193 Millionen und die normale Morphologie um 4 Prozentpunkte. Adipositas war somit mit schlechterer Samenqualität assoziiert, Gewichtsverlust mit einer Verbesserung – ob durch das Gewicht selbst oder begleitende Lebensstiländerungen bleibt offen.

PMID 21849026 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2010

Der Einfluss des Body-Mass-Index auf Samenparameter und Reproduktionshormone beim Mann: systematische Übersicht mit Metaanalyse

MacDonald AA et al. — Human reproduction update

Systematisches Review mit Metaanalyse zur Frage, ob Body-Mass-Index (BMI) mit Samenqualität und Reproduktionshormonen zusammenhängt. Durchsucht wurden MEDLINE, EMBASE, Biological Abstracts, PsycINFO und CINAHL; eingeschlossen wurden 31 Studien, von denen 5 für eine gepoolte Metaanalyse zu Spermienkonzentration und Gesamtspermienzahl geeignet waren. Die Metaanalyse fand keinen Zusammenhang zwischen BMI und Spermienkonzentration oder Gesamtspermienzahl; auch in der Gesamtschau aller 31 Studien ergab sich wenig Evidenz für eine Beziehung zwischen BMI und klassischen Samenparametern (Volumen, Motilität, Morphologie). Dagegen zeigte sich eine starke, konsistente inverse Beziehung zwischen steigendem BMI und Testosteron, freiem Testosteron sowie SHBG. Die Autoren betonen als Limitation, dass die meisten Studien wegen heterogener Methodik nicht poolbar waren, und fordern größere bevölkerungsbasierte und longitudinale Studien. Insgesamt liefert die Arbeit keinen Beleg für einen direkten BMI-Effekt auf die Samenqualität, wohl aber für einen hormonellen Effekt.

PMID 19889752 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2008

Ist Übergewicht ein Risikofaktor für eingeschränkte Samenqualität und ein verändertes Sexualhormonprofil im Serum?

Aggerholm AS, Thulstrup AM, Toft G, Ramlau-Hansen CH, Bonde JP — Fertility and Sterility

Große Querschnittsstudie, die Daten aus fünf früheren populationsbasierten dänischen Umweltstudien zur Samenqualität zusammenführte (n=2139 Männer, Universitätsklinikum Dänemark), mit Erhebung von Samen- und Blutproben, Lebensstil- und Reproduktionsfaktoren einschließlich Body-Mass-Index (BMI). Bei adipösen Männern waren Testosteron und Inhibin B im Serum um 25–32% niedriger als bei normalgewichtigen, während Östradiol um 6% höher lag. Übergewichtige Männer (BMI 25,1–30,0 kg/m²) hatten eine geringfügig niedrigere adjustierte Spermienkonzentration und Gesamtspermienzahl als Normalgewichtige (BMI 20,0–25,0 kg/m²); bei adipösen Männern zeigte sich dagegen keine Verringerung der Spermienzahl. Die Studie bestätigt frühere Befunde eines deutlich veränderten Sexualhormonprofils bei Übergewicht/Adipositas, während eine etwaige Verschlechterung der Samenqualität selbst in dieser großen Stichprobe allenfalls marginal und unterhalb der Nachweisgrenze der Methode blieb.

PMID 18068160 — Original auf PubMed →
Gewicht & Sport 2007

Steht mütterliche Adipositas mit der Samenqualität der männlichen Nachkommen in Zusammenhang? Eine Pilotstudie

Ramlau-Hansen CH, Nohr EA, Thulstrup AM, Bonde JP, Storgaard L, Olsen J — Human Reproduction

Pilotstudie aus einer dänischen Geburtskohorte (1984–1987): 347 von 5109 Söhnen wurden 2005/2006 nachuntersucht, wobei für 328 Männer Angaben zum präpartalen mütterlichen Body-Mass-Index (BMI) vorlagen (34 Söhne untergewichtiger, 25 Söhne übergewichtiger Mütter). Samen- und Blutproben wurden auf konventionelle Spermiogrammparameter und Reproduktionshormone untersucht und mit dem mütterlichen BMI in Beziehung gesetzt. Inhibin B nahm mit steigendem mütterlichem BMI signifikant ab (p=0,04); die Punktschätzer für Spermienkonzentration, Samenvolumen, Motilität, Testosteron und FSH deuteten auf eine ungünstigere reproduktive Funktion bei Söhnen übergewichtiger Mütter hin, erreichten jedoch keine statistische Signifikanz. Die Autoren betonen den Pilotcharakter der Studie: Die Fallzahl war zu gering, um die Hypothese einer Programmierung der männlichen Fertilität durch mütterliche Adipositas während der Schwangerschaft abschließend zu prüfen, sie liefert aber einen ersten Hinweis, der größere Studien rechtfertigt.

PMID 17704100 — Original auf PubMed →

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