13 Studien2008–2025Alle mit Original-Link

Studien zu Strahlung & Bildschirmzeit und Spermienqualität

13 wissenschaftliche Original-Publikationen zum Themenbereich Strahlung & Bildschirmzeit, neueste zuerst. Jede mit deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed.

13 von 13 Studien
Strahlung & Bildschirmzeit 2025

Einfluss nicht-ionisierender Strahlung auf die männliche Fertilität: ein systematisches Review

Motchidlover L, Sari-Minodier I, Sunyach C, Metzler-Guillemain C, Perrin J — The French journal of urology

Systematisches Review von zwölf ausgewählten Studien zur Wirkung nicht-ionisierender Strahlung – insbesondere von Mobiltelefonen und weiteren Quellen elektromagnetischer Felder wie WLAN – auf Spermaparameter, da eine Exposition gegenüber solchen Feldern im Alltag praktisch unvermeidbar geworden ist. Als möglicher Wirkmechanismus wird die durch die abgestrahlte Energie verursachte lokale Erwärmung diskutiert, die die Spermienqualität beeinträchtigen könnte. Die Mehrheit der eingeschlossenen In-vivo-Studien am Menschen sowie In-vitro-Studien im Tiermodell berichtete über signifikante negative Auswirkungen auf Spermienzahl, -beweglichkeit und -vitalität, wobei Motilität und Vitalität am konsistentesten betroffen waren. Die Autoren betonen, dass angesichts neuerer Mobilfunkgenerationen mit potenziell anderen Expositionsprofilen weitere Studien nötig sind, um das Wissen über gesundheitliche Auswirkungen zu vertiefen. Es handelt sich um eine reine Literaturübersicht ohne eigene Primärdaten und ohne Metaanalyse quantitativer Effektgrößen.

PMID 39461727 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2024

Testikuläre Funktionsstörung bei männlichen Kinderkrebs-Überlebenden nach Strahlentherapie

Baliga S, et al. — International Journal of Radiation Oncology, Biology, Physics

Umfassende Übersichtsarbeit mit Metaanalyse der "Pediatric Normal Tissue Effects in the Clinic" (PENTEC)-Initiative zu strahlendosisabhängigen Effekten auf Fertilität und Hormonfunktion nach Strahlentherapie bei pädiatrischen Krebserkrankungen. Von 31 analysierten Studien lieferten 4 Dosis-Wirkungs-Daten für deskriptive Streudiagramme, unterteilt in Streustrahlung (Kohorte 1) und direkte testikuläre Bestrahlung (Kohorte 2). Bei mittleren Hodendosen von 1 Gy stieg die Oligospermierate nach 12 Monaten auf über 90%. Testosteron blieb bei niedrigen Dosen meist unbeeinflusst, während Dosen >20 Gy bei mindestens 68% der Patienten mit deutlich erhöhtem Risiko für abnormale Testosteronwerte einhergingen; FSH war ab >0,5 Gy bei 40-100% erhöht, LH bei 33-75% betroffen. Bei direkter Bestrahlung >10 Gy stieg das Risiko reproduktiver Toxizität deutlich an. Einordnung: Die Arbeit liefert wichtige Dosis-Wirkungs-Referenzwerte für Beratung und Nachsorge strahlentherapierter Kinder und Jugendlicher.

PMID 37791936 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2023

Zusammenhang zwischen selbstberichteter Mobiltelefonnutzung und der Samenqualität junger Männer

Rahban R, et al. — Fertility and Sterility

Landesweite Querschnittsstudie an 2.886 Schweizer Männern (18-22 Jahre), rekrutiert 2005-2018 im Rahmen der Militärrekrutierung; Teilnehmer gaben eine Samenprobe ab und beantworteten Fragebögen zu Gesundheit, Lebensstil und Mobiltelefonnutzung (Nutzungsdauer, Aufbewahrungsort). Mittels logistischer und multipler linearer Regression wurden Zusammenhänge zwischen Handynutzung und Samenparametern untersucht (n=2.759 bzw. 2.764 mit auswertbaren Angaben). Häufige Handynutzung (>20-mal täglich) war mit niedrigerer Spermienkonzentration (adjustiertes β -0,152) und geringerer Gesamtspermienzahl (adjustiertes β -0,271) assoziiert, entsprechend einem 30% bzw. 21% erhöhten Risiko, unter den WHO-Referenzwerten für fertile Männer zu liegen. Der Zusammenhang war 2005-2007 am stärksten und nahm mit der Zeit ab, passend zur sinkenden Sendeleistung neuerer Mobiltelefone. Keine konsistente Assoziation zeigte sich mit Motilität, Morphologie oder Aufbewahrung in der Hosentasche. Einordnung: Große Beobachtungsstudie mit Hinweis auf einen möglichen, aber abnehmenden Zusammenhang; Kausalität ist nicht belegt.

PMID 37921737 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2021

Handy-Exposition bei Männern, Fekundabilität und Samenqualität: Ergebnisse zweier Präkonzeptions-Kohortenstudien

Hatch EE, Willis SK, Wesselink AK, Mikkelsen EM, Eisenberg ML, Sommer GJ, Sorensen HT, Rothman KJ, Wise LA — Human Reproduction

Zwei prospektive Präkonzeptions-Kohortenstudien (Dänemark, n=751; Nordamerika, n=2349), online rekrutiert zwischen 2012 und 2020. Männer gaben zu Studienbeginn an, wie viele Stunden täglich sie ein Mobiltelefon an welcher Körperstelle trugen; die Zeit bis zur Schwangerschaft wurde über bis zu 12 Monate mittels zweimonatlicher Fragebögen der Partnerinnen erfasst und mittels proportionaler Wahrscheinlichkeitsregression zu Fecundability Ratios (FR) ausgewertet; bei einer Teilstichprobe wurden Samenparameter per Heim-Testkit erhoben. Insgesamt zeigte sich kaum ein Zusammenhang zwischen dem Tragen des Handys in der vorderen Hosentasche und der Fekundabilität (FR 0,94; 95%-KI 0,83-1,05). Bei schlankeren Männern (BMI <25 kg/m²) fand sich jedoch ein inverser Zusammenhang (FR 0,72; 95%-KI 0,59-0,88), bei Männern mit BMI ≥25 kg/m² nicht (FR 1,05). Konsistente Assoziationen mit Samenvolumen, -konzentration oder -motilität ergaben sich nicht. Die Autoren mahnen zur Vorsicht wegen möglicher Fehlklassifikation der Handyexposition.

PMID 33564831 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2021

Aktueller Forschungsstand zum Effekt von Mobiltelefonstrahlung auf die Spermienqualität: ein aktualisiertes systematisches Review und Metaanalyse von Human- und Tierstudien

Yu G, Bai Z, Song C, Cheng Q, Wang G, Tang Z, Yang S — Environmental Pollution

Aktualisiertes systematisches Review und Metaanalyse zu Effekten von Mobiltelefonstrahlung auf die Spermienqualität, basierend auf 39 Studien (Human- und Tierstudien) aus MEDLINE/PubMed, Embase, Web of Science, CENTRAL und ClinicalTrials.gov bis Dezember 2020, inklusive Subgruppen-, Sensitivitäts- und Publikationsbias-Analysen. Die gepoolten Ergebnisse humaner Querschnittsstudien zeigten insgesamt keine generelle Assoziation zwischen Handynutzung und verschlechterter Spermienqualität; in Osteuropa und Westasien korrelierte Handynutzung jedoch mit reduzierter Spermiendichte und -motilität. In-vitro-Exposition reifer menschlicher Spermien gegenüber Radiofrequenzstrahlung (RF-EMR) verringerte Motilität und Vitalität; Tierstudien zeigten konsistent verminderte Spermienmotilität, -vitalität und teils -dichte, besonders bei älteren oder während der Exposition fixierten (restrainierten) Nagern. Unterschiede in Alter, Modellierungsmethode, Expositionsgerät und -dauer erklärten die Heterogenität zwischen Tierstudien. Beim Menschen bleibt die Evidenz uneinheitlich, während In-vitro- und Tiermodelle robustere negative Effekte zeigen; die Autoren fordern standardisierte Expositionskriterien für künftige Forschung.

PMID 33862271 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2021

Auswirkungen der Handynutzung auf die Spermienqualität – keine zeitabhängige Beziehung: Systematisches Review und aktualisierte Metaanalyse

Kim S, et al. — Environmental research

Systematisches Review mit aktualisierter Metaanalyse nach PRISMA-Leitlinien, das 18 Studien mit insgesamt 4280 Proben einschloss. Untersucht wurde, ob die Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Wellen (RF-EMW) durch Mobiltelefone die Spermienqualität beeinflusst, gemessen an Motilität, Vitalität und Konzentration – den in der Klinik gebräuchlichsten Fertilitätsparametern. Die gepoolten Daten zeigten eine Assoziation zwischen Handynutzung und reduzierter Spermienmotilität, -vitalität und -konzentration, wobei sich dieser Zusammenhang konsistent sowohl in In-vitro-Experimenten als auch in Beobachtungsstudien am Menschen (in vivo) zeigte. Bemerkenswert ist, dass die Verschlechterung der Spermienqualität nicht signifikant mit zunehmender Nutzungsdauer zunahm, also kein klarer Dosis-Wirkungs-Zusammenhang nachweisbar war. Die Autoren schließen daraus, dass Handystrahlung der Spermienqualität schaden kann, fordern aber weitere Studien zu aktuellen Gerätegenerationen, da sich Sendeleistung und Nutzungsmuster seit den ausgewerteten Primärstudien verändert haben.

PMID 34333014 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2017

Selbstberichtete Mobiltelefonnutzung und Samenparameter bei Männern einer Kinderwunschklinik

Lewis RC, Mínguez-Alarcón L, Meeker JD, Williams PL, Mezei G, Ford JB, Hauser R — Reproductive toxicology

Längsschnittliche Kohortenstudie an 153 Männern einer akademischen Kinderwunschklinik in Boston, mit insgesamt 350 ausgewerteten Samenproben. Mittels pflegepersonal-administriertem Fragebogen wurden Dauer der Mobiltelefonnutzung, Verwendung von Headset/Freisprechanlage und Trageort des Telefons (z. B. Hosentasche) erfasst. Da mehrere Samenproben pro Mann vorlagen, wurden lineare gemischte Modelle mit zufälligen Achsenabschnitten verwendet, um den Zusammenhang zwischen Mobiltelefonnutzung und Samenparametern zu untersuchen. Insgesamt fand sich kein Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen Mobiltelefonnutzung (Dauer, Trageweise, Headset-Gebrauch) und Samenqualität. Die Studie liefert damit – im Gegensatz zu manchen früheren, methodisch limitierten Untersuchungen – keine Bestätigung der Hypothese, dass niederfrequente elektromagnetische Felder von Mobiltelefonen die Spermienqualität beeinträchtigen; allerdings beruhen die Expositionsdaten auf Selbstauskunft, was Messungenauigkeiten nicht ausschließt.

PMID 27838386 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2016

Auswirkungen von Handynutzung auf Samenparameter: Ergebnisse der MARHCS-Kohortenstudie in Chongqing, China

Zhang G, Yan H, Chen Q, Liu K, Ling X, Sun L, Zhou N, Wang Z, Zou P, Wang X, Tan L, Cui Z, Zhou Z, Liu J, Ao L, Cao J — Environment international

Prospektive Kohortenstudie (MARHCS) an jungen chinesischen Männern (Studenten) in Chongqing mit drei Erhebungswellen: 794 Teilnehmer 2013, 666 in 2014 und 568 in 2015. Methodik: Erfassung der täglichen Handynutzungsdauer (Telefonieren, mobile Internetnutzung) per Fragebogen sowie standardisierte Samenanalyse; uni- und multivariate Regressionsanalysen unter Berücksichtigung von Störfaktoren. Ergebnisse: Die tägliche Telefonierdauer war 2013 signifikant mit reduzierter Spermienkonzentration (β=-6,32% pro Stunde) und Gesamtspermienzahl assoziiert, 2015 mit reduziertem Samenvolumen und Gesamtspermienzahl. Mobile Internetnutzung war ebenfalls mit reduzierten Parametern assoziiert. In einem gepoolten Modell über alle drei Jahre blieb der negative Zusammenhang zwischen Telefonieren und Samenqualität statistisch signifikant. Einordnung: Diese aus der Allgemeinbevölkerung (nicht aus einer Kinderwunschklinik) rekrutierte Kohortenstudie liefert Hinweise, dass intensive Handynutzung mit einer leicht schlechteren Samenqualität einhergehen könnte, wenngleich die Effekte moderat und teils inkonsistent zwischen den Jahren waren.

PMID 26949865 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2014

Zusammenhang zwischen Mobiltelefonnutzung und Spermienqualität: eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Liu K et al. — Andrology

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse nach Cochrane- und PRISMA-Standard zur Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung (RF-EMR) von Mobiltelefonen auf die Spermienqualität. Aus fünf Literaturdatenbanken wurden 18 Studien mit insgesamt 3947 Männern und 186 Ratten in die systematische Übersicht eingeschlossen, davon 12 Studien (je vier Human-, In-vitro- und Tierstudien) mit 1533 Männern und 97 Ratten in die eigentliche Metaanalyse. Während die meisten Einzelstudien negative Effekte beschrieben, zeigte die gepoolte Metaanalyse der Humanstudien keinen signifikanten Effekt auf die Spermienparameter. In-vitro-Studien zeigten dagegen eine signifikante Verschlechterung von Motilität (mittlere Differenz -4,11 %) und Viabilität (-3,82 %), Tierstudien reduzierte Spermienkonzentration (-8,75) und Motilität (-17,72). Die Autoren schließen auf mögliche schädliche Effekte der Mobiltelefonnutzung, sehen aber angesichts widersprüchlicher Humandaten weiteren Bedarf an multizentrischen, standardisierten Studien, um das tatsächliche Risiko für die männliche Fertilität zuverlässig einzuschätzen.

PMID 24700791 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2014

Effekt von Mobiltelefonen auf die Spermienqualität: eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Adams JA et al. — Environment International

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (Random-Effects-Modell) zur Frage, ob hochfrequente elektromagnetische Strahlung (RF-EMR) von Mobiltelefonen die menschliche Spermienqualität beeinträchtigt; eingeschlossen wurden Probanden aus Fertilitätskliniken und Forschungszentren. Zehn Studien mit insgesamt 1492 Proben gingen in die Metaanalyse zu den Endpunkten Motilität, Viabilität und Konzentration ein. Mobiltelefonnutzung war mit signifikant reduzierter Spermienmotilität assoziiert (mittlere Differenz -8,1 %; 95 %-KI -13,1 bis -3,2) sowie mit grenzwertig reduzierter Viabilität (-9,1 %; 95 %-KI -18,4 bis 0,2), während die Effekte auf die Spermienkonzentration uneinheitlich blieben. Die Ergebnisse waren über experimentelle In-vitro- und beobachtende In-vivo-Studien hinweg konsistent. Angesichts der weiten Verbreitung von Mobiltelefonen und unerklärter Rückgänge der Spermienqualität in mehreren Ländern schließen die Autoren, dass gepoolte Daten auf einen negativen Effekt der Mobiltelefonnutzung hindeuten, betonen aber den Bedarf an weiterer Forschung zu den klinischen Konsequenzen für subfertile Männer und die Allgemeinbevölkerung.

PMID 24927498 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2013

Mobiltelefone beeinträchtigen mehrere Spermienqualitätsmerkmale: eine Metaanalyse

Dama MS, Bhat MN — F1000Research

Metaanalyse zum Zusammenhang zwischen Mobiltelefonnutzung/Radiofrequenzstrahlung und Spermienqualität bei Männern im reproduktionsfähigen Alter. Von den gesichteten Publikationen wurden 11 Studien als für die quantitative Auswertung geeignet befunden. Die gepoolte Analyse ergab eine statistisch signifikante Verschlechterung der Spermienqualität bei Mobiltelefonnutzung (Hedges' g=-0,547; 95 %-KI -0,713 bis -0,382); in In-vitro-Studiendesigns fiel der negative Effekt noch deutlich stärker aus (Hedges' g=-2,233; 95 %-KI -2,758 bis -1,708). Betroffen waren unter anderem Bahngeschwindigkeit, Kurvengeschwindigkeit, Anteil motiler Spermien und akrosomreagierter Spermien. Die Evidenzstärke variierte zwischen den Endpunkten von sehr niedrig bis sehr hoch. Insgesamt deutet die Metaanalyse auf eine mögliche schädliche Wirkung von Mobiltelefonstrahlung auf verschiedene Spermienparameter hin, wobei die Autoren die Heterogenität und methodische Schwäche vieler Einzelstudien betonen. Die Befunde tragen zur Debatte um gesundheitliche Risiken elektromagnetischer Strahlung bei, ersetzen aber keine kontrollierten Humanstudien mit einheitlicher Expositionsmessung.

PMID 24327874 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2011

Einfluss der Handynutzung auf Samenparameter von Männern

Gutschi T et al. — Andrologia

Retrospektive Studie mit 2110 Männern einer Kinderwunschklinik (1993–2007), bei denen Samenanalyse sowie Serumwerte für freies Testosteron, FSH, LH und Prolaktin erhoben und mit selbstberichteter Handynutzung in Beziehung gesetzt wurden. Die Männer wurden in Nutzer (Gruppe A, n=991) und Nichtnutzer (Gruppe B, n=1119) unterteilt. In Gruppe A wiesen 68,0 % der Spermien eine pathologische Morphologie auf, gegenüber 58,1 % in Gruppe B. Handynutzer hatten zudem signifikant höheres freies Testosteron und niedrigeres LH als Nichtnutzer; bei FSH und Prolaktin zeigten sich keine Unterschiede. Die Autoren schließen auf einen negativen Zusammenhang zwischen Handynutzung und Spermienmorphologie, weisen aber aufgrund des retrospektiven Designs ohne Erfassung von Nutzungsdauer, Trageweise oder Strahlungsexposition ausdrücklich auf die Notwendigkeit sorgfältiger prospektiver Folgestudien hin, um einen kausalen Effekt der Handynutzung auf die männliche Fertilität zu klären.

PMID 21951197 — Original auf PubMed →
Strahlung & Bildschirmzeit 2008

Effekt der Handynutzung auf das Spermiogramm bei Männern in einer Kinderwunschklinik: eine Beobachtungsstudie

Agarwal A, Deepinder F, Sharma RK, Ranga G, Li J — Fertility and Sterility

Beobachtungsstudie an 361 Männern einer Kinderwunschklinik, eingeteilt in vier Gruppen nach aktiver Handynutzung (keine Nutzung bis über 4 Stunden/Tag). Untersucht wurden Ejakulatvolumen, Verflüssigungszeit, pH-Wert, Viskosität, Spermienzahl, Motilität, Vitalität und Morphologie. Zwischen den vier Nutzergruppen fanden sich statistisch signifikante Unterschiede bei mittlerer Spermienzahl, Motilität, Vitalität und normaler Morphologie; die Werte verschlechterten sich mit zunehmender täglicher Nutzungsdauer, unabhängig von der ursprünglichen Samenqualität. Die Autoren folgern, dass Handynutzung die Samenqualität durch Verringerung von Spermienzahl, Motilität, Vitalität und Morphologie beeinträchtigt, in dosisabhängiger Weise. Einschränkend ist zu nennen, dass es sich um eine reine Beobachtungsstudie ohne Kontrolle für mögliche Störfaktoren (z. B. Haltungsweise des Telefons, Körperwärme, Lebensstil) handelt und der Mechanismus (Wärme vs. elektromagnetische Strahlung) offenbleibt; kausale Schlussfolgerungen sind daher nur eingeschränkt möglich.

PMID 17482179 — Original auf PubMed →

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