35 Studien2006–2026Alle mit Original-Link

Studien zu Umweltschadstoffe und Spermienqualität

35 wissenschaftliche Original-Publikationen zum Themenbereich Umweltschadstoffe, neueste zuerst. Jede mit deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed.

35 von 35 Studien
Umweltschadstoffe 2026

Quecksilberbelastung und männliche Fruchtbarkeit: Untersuchung der Auswirkungen der Umwelt-Bioakkumulation auf die Spermienqualität

Henriques MC et al. — Food and chemical toxicology

Querschnittsstudie zum Zusammenhang zwischen Quecksilberbelastung (Hg) und Spermienqualität anhand von Kopfhaar- und Samenproben sowie einem Fragebogen zu soziodemografischen, sozioökonomischen, Lebensstil- und Reproduktionsfaktoren. Die Analyse zeigte eine deutliche Hg-Bioakkumulation in allen Haarproben, wobei 41 % über 1000 ng/g und 11 % über 2000 ng/g lagen. Es fand sich eine signifikante positive Korrelation zwischen dem Gesamt-Hg-Gehalt im Haar und Defekten am Hauptstück der Spermien sowie einem erhöhten Teratozoospermie-Index (Anteil abnormal geformter Spermien). Fischkonsum wurde als wichtiger Beitragsfaktor zur Hg-Belastung identifiziert. Die Autoren interpretieren die Ergebnisse als zusätzlichen Beleg für ein reproduktionstoxisches Risiko durch Quecksilber und fordern eine kontinuierliche Expositionsüberwachung zum Schutz der männlichen Fruchtbarkeit. Konkrete Zahlen zur Stichprobengröße werden im Abstract nicht genannt.

PMID 41077376 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2026

Luftverschmutzung und männliche Unfruchtbarkeit: eine Meta-Umbrella-Studie zur Spermienqualität

Margiana R, Abdulrahman Najim M, Tariq Abed A, et al. — Medicine

Meta-Umbrella-Analyse (Zusammenfassung mehrerer Meta-Analysen), die systematisch PubMed, Web of Science und Scopus bis Januar 2025 nach Meta-Analysen zum Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Samenqualität durchsuchte; vier Studien erfüllten die Einschlusskriterien und wurden mittels AMSTAR 2 auf methodische Qualität geprüft. In Random-Effects-Modellen zeigte höhere Schadstoffbelastung signifikant negative Assoziationen mit der Gesamtmotilität (SMD -0,24; 95%-KI -0,48 bis -0,01; p=0,04), der progressiven Motilität (SMD -0,06; p<0,001) und der Morphologie (SMD -0,09; p<0,001) sowie mit der Spermienkonzentration (SMD -0,14; p<0,001); die Spermienzahl zeigte einen nicht signifikanten Trend zur Reduktion (SMD -0,12; p=0,06). Die Effekte waren durchweg moderat, aber konsistent. Die Autoren bewerten Luftverschmutzung als modifizierbaren Risikofaktor für männliche Unfruchtbarkeit und fordern weitere Forschung zu Schwellenwerten und Schutzmaßnahmen. Kausale Rückschlüsse sind angesichts der zugrunde liegenden Beobachtungsdaten nur eingeschränkt möglich.

PMID 41790664 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2025

Verursacht Außenluftverschmutzung eine schlechte Spermaqualität? Eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Margiana R et al. — BMC urology

Diese systematische Übersicht und Metaanalyse von Beobachtungsstudien untersuchte den Zusammenhang zwischen Außenluftverschmutzung und Spermaparametern. Nach systematischer Suche in PubMed, Scopus und Web of Science anhand des PICO-Schemas wurden 17 Studien mit insgesamt 24.065 Teilnehmern eingeschlossen; die Effekte wurden als gewichtete Mittelwertdifferenz (WMD) mit 95%-Konfidenzintervall berechnet. Höhere Luftschadstoffbelastung war signifikant assoziiert mit geringerem Samenvolumen (WMD -0,13 ml), niedrigerer Spermienkonzentration (WMD -12,41 Mio./ml), geringerer Gesamtmotilität (WMD -5,96 %), geringerer progressiver Motilität (WMD -4,89 %), niedrigerem Anteil normal geformter Spermien (WMD -2,64 %) sowie einem erhöhten DNA-Fragmentierungsindex (WMD +5,41 %; alle p≤0,03). Allerdings war die statistische Heterogenität zwischen den Studien bei fast allen Parametern sehr hoch (I²-Werte bis 98,7 %). Die Autoren folgern, dass Luftverschmutzung die Spermaqualität beeinträchtigen kann, fordern aber weitere prospektive Kohortenstudien, um die zugrundeliegenden Mechanismen zu klären und die Heterogenität der Befunde zu reduzieren.

PMID 40082868 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2025

Zusammenhänge zwischen Luftverschmutzung und Spermienqualität sowie männlicher Unfruchtbarkeit: eine groß angelegte Multicenter-Studie in China

Chen W et al. — Journal of hazardous materials

Retrospektive Multicenter-Kohortenstudie mit 25.682 Männern aus drei Kinderwunschzentren in Ostchina (2015–2022), die den Zusammenhang zwischen Luftschadstoffbelastung während verschiedener Phasen der Spermatogenese und Spermienqualität bzw. männlicher Unfruchtbarkeit untersuchte. Die Exposition gegenüber Feinstaub (PM2.5, PM10), SO2, NO2, O3 und CO wurde über den gesamten Spermienentwicklungszeitraum erfasst (z. B. PM2.5-Median 27,6 µg/m³). Höhere Belastungen mit PM2.5, PM10, SO2, NO2 und CO waren signifikant mit geringerer progressiver Motilität, schlechterer Morphologie und einem erhöhten Unfruchtbarkeitsrisiko assoziiert (jeweils p<0,05), wobei die Effekte in den frühen Spermatogenese-Stadien I und II am stärksten waren. Mediationsanalysen zeigten, dass reduzierte Motilität und Morphologie einen Teil des Zusammenhangs zwischen Luftverschmutzung und Unfruchtbarkeitsrisiko statistisch erklären. Die große Stichprobe stützt die Annahme, dass Luftverschmutzung ein relevanter, potenziell vermeidbarer Risikofaktor für die männliche Fertilität ist.

PMID 40773849 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2025

Geografische Unterschiede in der Spermienqualität junger Männer: eine räumliche Abhängigkeitsanalyse

Rahban R et al. — Human reproduction (Oxford, England)

Querschnittsstudie mit 2677 Männern im Alter von 18–22 Jahren aus der Schweizer Allgemeinbevölkerung (rekrutiert 2005–2018 im Rahmen der Rekrutenaushebung), die mittels räumlicher Abhängigkeitsanalyse (lokale Getis-Ord-Gi*-Statistik, 25-km-Radius) untersuchte, ob Spermienqualitätsparameter geografisch zufällig verteilt sind oder räumliche Muster aufweisen. Erfasst wurden Samenvolumen, Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl und Morphologie sowie georeferenzierte Wohnortdaten und nationale Landnutzungsdaten. Es zeigten sich deutliche, persistente räumliche Cluster mit auffällig hohen ("Hotspots") und niedrigen Werten ("Coldspots"), unter anderem ein andauernder Bereich niedriger Werte im westlichen Mittelland. Im Coldspot-Cluster war der Anteil an Futter- und Ackerbauflächen deutlich höher (52,0 % vs. 28,3 % bzw. 30,1 %) und der Anteil bebauter Fläche niedriger (32,6 % vs. 53,3 %) als im Hotspot. Dies deutet auf einen möglichen Zusammenhang zwischen landwirtschaftlicher Landnutzung und regional schlechterer Spermienqualität hin; die für Einzelanalysen begrenzte Stichprobengröße schränkt die statistische Aussagekraft ein.

PMID 41022404 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2025

Belastung mit Organophosphat-Pestiziden und Spermienqualität bei gesunden jungen Männern: eine Pilotstudie

Stapleton JL et al. — Antioxidants (Basel, Switzerland)

Querschnittlich angelegte Pilotstudie mit 42 gesunden jungen Männern zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen urinären Metaboliten von Organophosphat(OP)-Pestiziden und Spermienqualität. Neben Fragebögen und anthropometrischen Messungen wurden Urin- und Samenplasmaproben mittels HPLC-Elektrospray-Tandem-Massenspektrometrie auf Dialkylphosphat(DAP)-Metaboliten untersucht; Spermienparameter wurden nach WHO-Kriterien bewertet, oxidativer Stress im Samen mit dem MiOXSYS-System (oxidativ-reduktives Potenzial, ORP) gemessen. Eine höhere OP-Pestizidbelastung war mit insgesamt schlechterer Spermienqualität assoziiert; insbesondere die Summe der DAP-Metaboliten (vor allem Diethyl-Metaboliten) korrelierte invers mit dem Anteil beweglicher Spermien, wobei dieser Zusammenhang nicht durch das seminale ORP vermittelt wurde. Das seminale ORP selbst war invers mit der Spermienkonzentration assoziiert, jedoch nicht mit der OP-Pestizidbelastung verknüpft. Aufgrund der kleinen Stichprobe hat die Studie explorativen Charakter und liefert erste Hinweise auf einen möglichen, mechanistisch aber noch ungeklärten Zusammenhang zwischen Pestizidbelastung und Spermienqualität.

PMID 41154467 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2025

Bleibelastung ist mit erhöhter Bleianreicherung und einer Verschlechterung der Spermienqualität assoziiert: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse

Adisa VI et al. — JBRA assisted reproduction

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (Literatursuche in Google Scholar, PubMed und Scopus, März–April 2024, PECOS-Modell) zu Bleibelastung und Spermienqualität; 17 Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Bleiexponierte Männer wiesen deutlich höhere Blutbleiwerte (standardisierte Mittelwertdifferenz [SMD] -7,06; 95%-KI -9,03 bis -5,08) und Samenbleiwerte (SMD -3,42) auf als Kontrollen. Bleibelastung war mit signifikant reduziertem Ejakulatvolumen (SMD 0,81), verringerter Spermienzahl (SMD 2,10), niedrigerer Spermienkonzentration (SMD 0,77), verminderter Gesamtmotilität (SMD 2,20) sowie vermehrten morphologischen Spermienauffälligkeiten (SMD -3,29) assoziiert. Veränderungen bei Testosteron und dem oxidativen Stressmarker Malondialdehyd waren erkennbar, erreichten aber keine statistische Signifikanz. Die Autoren sehen die Ergebnisse als Beleg dafür, dass Bleibelastung die Spermienqualität in mehreren Parametern relevant verschlechtert, und fordern Maßnahmen zur Expositionsreduktion sowie weitere Forschung zu wirksamen Gegenmaßnahmen.

PMID 41370422 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2025

Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Arsenbelastung und Spermienqualität: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse

Gautam R et al. — Journal of human reproductive sciences

Systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse (Datenbanken Scopus, PubMed, Cochrane Central, 361 zunächst identifizierte Studien) zum Zusammenhang zwischen Arsenbelastung und Spermienqualität. Nach zweistufigem Screening wurden vier Studien eingeschlossen, davon zwei Querschnittsstudien für die eigentliche Metaanalyse; zwei weitere Fall-Kontroll-Studien konnten mangels geeigneter Kontrollen nicht gepoolt werden und wurden narrativ beschrieben. In den gepoolten Querschnittsdaten lagen mittleres Samenvolumen (3,18 ml), Spermienkonzentration (78,69×10⁶/mL) und Motilität (52,13 %) im bzw. über dem WHO-Referenzbereich, allerdings bei hoher statistischer Heterogenität (I² bis 95 %). Die Metaanalyse deutet auf einen möglichen negativen Effekt von Arsen auf das Samenvolumen hin, während die Effekte auf Konzentration und Motilität uneinheitlich blieben. Trotz biologisch plausibler Mechanismen (oxidativer Stress, endokrine Disruption) lassen die geringe Studienanzahl und methodische Heterogenität keine gesicherten Schlussfolgerungen zu; die Autoren fordern größere, längsschnittliche Studien mit standardisierter Expositions- und Ergebnismessung.

PMID 41560877 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2024

Belastung durch potenziell toxische Elemente und das Risiko männlicher Unfruchtbarkeit – systematisches Review und Metaanalyse

Kaur M, Ghosal A, Kaur R, Chhabra K, Kapoor HS, Khetarpal P — Journal of gynecology obstetrics and human reproduction

Systematisches Review und Metaanalyse nach PRISMA-Leitlinien (PROSPERO-Registrierung CRD42023465776), das Studien aus PubMed, Google Scholar und Science Direct zur Belastung mit potenziell toxischen Elementen (PTEs) wie Blei, Cadmium, Arsen, Barium und Quecksilber bei männlicher Infertilität zusammenfasst. Ausgewertet wurden Konzentrationen in Blut und Samenflüssigkeit infertiler Männer im Vergleich zu gesunden Kontrollen mittels standardisierter Mittelwertdifferenz (SMD). Blei im Blut zeigte einen signifikanten Zusammenhang mit männlicher Infertilität (SMD 0,67; 95 %-KI 0,07–1,28; p=0,03), ebenso Blei im Sperma (SMD 1,19; p=0,002) und Cadmium im Sperma (SMD 0,92; p<0,00001). Für Arsen, Barium und Quecksilber im Blut fand sich kein signifikanter Zusammenhang. Die Autoren schlussfolgern, dass insbesondere Blei- und Cadmiumexposition mit männlicher Unfruchtbarkeit assoziiert ist, während die Datenlage für andere Schwermetalle uneinheitlich bleibt.

PMID 38554943 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2024

Senkt eine Pyrethroid-Belastung die menschliche Spermienqualität? Systematisches Review und Metaanalyse

Akhigbe RE, Oyedokun PA, Akhigbe TM, Adenike S, Oladipo AA, Hughes JR — Frontiers in toxicology

Systematisches Review und Metaanalyse nach PRISMA-Kriterien mit Bewertung des Verzerrungsrisikos (OHAT) und der Evidenzqualität (GRADE), basierend auf zwölf eingeschlossenen Querschnittsstudien aus 4.050 gescreenten Publikationen (China, Japan, Polen, USA) mit insgesamt 2.050 männlichen Probanden. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen einer Belastung mit Pyrethroiden – häufig eingesetzten Insektiziden – und der Spermienqualität. Insgesamt reduzierte eine Pyrethroid-Exposition die Spermienmotilität signifikant; in Subgruppenanalysen zeigte sich eine verringerte Motilität bei Männern in Polen und den USA sowie eine geringere Spermienzahl bei Männern in Japan. In Polen sank zudem die Spermienkonzentration, während sie in den USA paradoxerweise anstieg. Die Autoren bewerten die Evidenz insgesamt als uneinheitlich, sehen aber ein schädigendes Potenzial von Pyrethroiden auf Motilität, Spermienzahl und Konzentration und fordern weitere prospektive Kohorten- bzw. kontrollierte Querschnittsstudien mit differenzierter Expositionsmessung.

PMID 38919453 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2023

Zusammenhang zwischen Luftschadstoffbelastung und Spermaqualität: Systematische Übersicht und Metaanalyse

Xu R, et al. — The Science of the total environment

Systematische Übersicht mit Metaanalyse (PubMed, Embase, Web of Science, Suche bis 20.04.2022) zu Expositions-Wirkungs-Beziehungen zwischen Luftschadstoffen (PM2,5, PM10, SO2, NO2, CO, O3) und Spermaqualität; 11 von 850 gesichteten Studien waren geeignet. Ergebnisse: Je 10 µg/m³ Anstieg von PM10 bzw. SO2 sank die Spermienkonzentration um 2,18% bzw. 8,61%, die Gesamtspermienzahl um 2,76% bzw. 9,52%. Je 10 µg/m³ Anstieg von PM2,5 bzw. PM10 sank die Gesamtmotilität um 1,06% bzw. 0,75% und die progressive Motilität um 0,55% bzw. 0,31%. Für Samenvolumen sowie für NO2, CO und O3 auf Konzentration bzw. Gesamtzahl fanden sich keine signifikanten Zusammenhänge; ein relevanter Publikationsbias wurde nicht festgestellt. Einordnung: Feinstaub (PM2,5/PM10) und SO2 sind mit dosisabhängig schlechterer Spermaqualität assoziiert; die Autoren folgern, dass eine Reduktion der Luftverschmutzung zum Erhalt der männlichen Fertilität beitragen könnte.

PMID 36731563 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2023

Der Einfluss von Bleibelastung auf männliche Samenparameter

Giulioni C, et al. — Reproductive Toxicology

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zu Bleibelastung (Pb) und Samenqualität bei gesunden Männern. Literatursuche in MEDLINE/PubMed, Scopus und Embase (Stand November 2022); eingeschlossen wurden Beobachtungsstudien, die Samenparameter bleiexponierter mit nicht exponierten Männern verglichen (Cochran-Mantel-Haenszel-Methode, Random-Effects-Modell). Insgesamt 10 Studien wurden eingeschlossen. Bleiexposition war signifikant assoziiert mit reduziertem Ejakulatvolumen (gewichtete mittlere Differenz WMD -0,76 ml), geringerer Spermienkonzentration (WMD -0,63 x10^6/ml), niedrigerer Gesamtspermienzahl (WMD -1,94 x10^6), verminderter Spermienvitalität (WMD -2,18%) und reduzierter Gesamtmotilität (WMD -1,31%; alle p<0,05). Kein Unterschied zeigte sich bei normaler Morphologie, progressiver Motilität und Ejakulatviskosität. Einordnung: Angesichts der weiten Verbreitung von Blei in Umwelt und an Arbeitsplätzen unterstreicht die Arbeit die Bedeutung von Expositionsvermeidung und andrologischer Überwachung exponierter Personen als Public-Health-Thema.

PMID 37119974 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2023

Umwelt- und berufsbedingte Cadmiumexposition und Risiken für die männliche reproduktive Gesundheit

Gao X, et al. — Environmental Geochemistry and Health

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse epidemiologischer Studien (PubMed, Embase, Web of Science, letzte drei Jahrzehnte) zum Zusammenhang zwischen Cadmium(Cd)-Exposition und männlicher reproduktiver Gesundheit, unter Berücksichtigung verschiedener biologischer Matrices (Blut, Sperma, Urin). Cd-Werte korrelierten insgesamt negativ mit Samenparametern (gepoolter Korrelationskoeffizient r=-0,122) und positiv mit Sexualhormonen im Serum (r=0,104). Blut-Cd war negativ assoziiert mit Spermiendichte, -motilität, -morphologie und -zahl; Samen-Cd korrelierte negativ mit der Spermienkonzentration sowie mit Testosteron im Ejakulat. Blut-Cd zeigte keinen statistisch signifikanten Zusammenhang mit den drei untersuchten Hormonen. Einordnung: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Cadmiumexposition mit einer Verschlechterung der Spermienqualität und veränderten Sexualhormonspiegeln assoziiert sein könnte, wobei die Autoren die Evidenzlage angesichts uneinheitlicher epidemiologischer und tierexperimenteller Befunde insgesamt als nicht abschließend geklärt bezeichnen.

PMID 37584848 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2023

Beeinträchtigt Luftverschmutzung die Samenqualität? Evidenz an 93.996 chinesischen Männern

Liu J, et al. — Frontiers in Public Health

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (sieben Datenbanken, ohne Sprach- oder Datumsbeschränkung) zu den Effekten von sechs Luftschadstoffen auf die Samenqualität bei insgesamt 93.996 chinesischen Männern, untersucht für das gesamte Expositionsfenster (0-90 Tage vor Ejakulation) sowie kritische Zeitfenster (0-9, 10-14, 70-90 Tage). Regressionskoeffizienten wurden mittels DerSimonian-Laird-Random-Effects-Modellen gepoolt. Feinstaub PM2,5 war mit reduzierter Gesamtspermienzahl (Lag 10-14 Tage) und geringerer Gesamtmotilität (mehrere Zeitfenster) assoziiert; PM10 mit reduzierter Gesamtspermienzahl und Gesamtmotilität; NO2 mit reduzierter Gesamtspermienzahl; SO2 mit reduzierter Gesamtmotilität und Gesamtspermienzahl. Einordnung: Die Studie mit sehr großer Stichprobe legt nahe, dass Luftverschmutzung die Samenqualität beeinträchtigt und eine Reduktion der Schadstoffexposition, besonders während kritischer Phasen der Spermienentwicklung, sinnvoll erscheint.

PMID 37601219 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2023

Menschliche Samenqualität und Umwelt- sowie berufsbedingte Schadstoffexposition

Cofone L, et al. — Annali di Igiene: Medicina Preventiva e di Comunità

Systematische Übersichtsarbeit (PRISMA 2020, PROSPERO-registriert) zum Zusammenhang zwischen Umwelt- bzw. berufsbedingter Schadstoffexposition und Samenqualität, basierend auf Studien mit Humanbiomonitoring (Scopus, PubMed, Web of Science, bis Mai 2023). Insgesamt 21 Artikel aus verschiedenen Ländern wurden eingeschlossen; die Qualitätsbewertung erfolgte mittels Newcastle-Ottawa-Skala. Als Biomonitoring-Matrices dienten überwiegend Urin und Blut, untersucht wurden vor allem Bisphenole, Phthalate, Pestizide, polychlorierte Biphenyle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und weitere anorganische Spurenelemente. Die eingeschlossenen Studien zeigten einen signifikanten positiven Zusammenhang zwischen steigenden Schadstoffkonzentrationen in den untersuchten biologischen Matrices und Verschlechterungen der Samenqualität, insbesondere einer Abnahme von Motilität, Konzentration und Morphologie der Spermien. Einordnung: Die Autoren empfehlen Humanbiomonitoring-Programme als Instrument, um stärker exponierte Personen frühzeitig zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Expositionsreduktion einzuleiten.

PMID 37796470 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2023

Einfluss der Exposition gegenüber Organophosphat-Pestiziden auf Samenparameter und Testosteron

Hamed MA, et al. — Frontiers in Endocrinology

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse (PRISMA, PECOS-Rahmen, OHAT-Bias-Bewertung, GRADE-Evidenzgrad) zu den Effekten von Organophosphat(OP)-Pestiziden auf Samenqualität und reproduktive Hormone. Eingeschlossen wurden 766 Männer (349 OP-exponiert, 417 unexponierte Kontrollen). Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei Ejakulatvolumen, Samenflüssigkeitsvolumen, dem Spermien-Anomalie-Index, Leukozytenwerten sowie den Serumkonzentrationen von FSH, LH und Testosteron. Jedoch fanden sich signifikante Reduktionen bei Spermienzahl, -konzentration, progressiver und totaler Motilität sowie normaler Morphologie bei OP-exponierten gegenüber unexponierten Männern; nach Subgruppen- und Sensitivitätsanalysen blieben die Effekte auf Spermienzahl und progressive Motilität jedoch nicht durchgehend stabil. Einordnung: Die Studie legt nahe, dass OP-Pestizide die Samenqualität über einen testosteron-unabhängigen Mechanismus beeinträchtigen können, wobei einzelne Befunde je nach Analysemethode variierten, was auf Bedarf an methodisch einheitlicherer Forschung hinweist.

PMID 37964951 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2022

Zusammenhang zwischen Belastung durch Luftverschmutzung und Samenqualität bei Erwachsenen: Eine Metaanalyse

Qian H, et al. — Environmental science and pollution research international

Metaanalyse epidemiologischer Studien (Suche in PubMed, Web of Science und Cochrane Library bis Dezember 2019) zum Zusammenhang zwischen Luftverschmutzungsexposition und Samenqualität beim Menschen. Je nach Heterogenität der Primärstudien (I²>50 % bzw. p<0,05) wurden Random- oder Fixed-Effects-Modelle verwendet; eine Publikationsbias-Prüfung entfiel wegen zu geringer Studienzahl. Die gepoolten standardisierten Mitteldifferenzen (SMD) zeigten eine Reduktion von Spermienkonzentration (-0,17; 95%-KI -0,20 bis -0,13), Spermienzahl (-0,05; 95%-KI -0,08 bis -0,02) und Gesamtmotilität (-0,33; 95%-KI -0,54 bis -0,11) bei höherer Luftschadstoffbelastung. Die progressive Motilität war dagegen nicht signifikant betroffen (SMD 0,00). Die Autoren interpretieren dies als Hinweis, dass eine höhere Luftverschmutzungsbelastung mit verschlechterter Samenqualität einhergeht, und betonen die Bedeutung von Luftqualitätsverbesserungen für die männliche Reproduktionsgesundheit. Da die Studien überwiegend beobachtend sind, lässt sich Kausalität nicht sicher belegen.

PMID 34532803 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2022

Spermaqualität nach langfristiger beruflicher Formaldehyd-Exposition in China

Lv MQ, et al. — JAMA network open

Bevölkerungsbasierte Kohortenstudie aus Xi'an, China (Erhebung im Juni 2021). Stichprobe: 205 Männer im Alter von 23-40 Jahren, davon 124 beruflich formaldehydexponierte Arbeiter (mittlerer Expositionsindex FEI 73,72) und 81 altersgematchte Kontrollen. Methodik: Die Formaldehyd-Exposition wurde per Messgerät erfasst und als Expositionsindex (Konzentration × Arbeitszeit × kumulierte Arbeitstage) berechnet; die Spermaanalyse erfolgte computergestützt, ergänzt durch Chromatinstruktur-Test. Ergebnisse: Ein Anstieg des Expositionsindex um eine Einheit war mit signifikanten Verschlechterungen fast aller Parameter assoziiert, u. a. Gesamtmotilität (-0,99%), progressive Motilität (-0,99%), normale Morphologie (-0,98%), Seminalplasma-Zink (-0,61%) sowie einem Anstieg der DNA-Fragmentierung (+0,10%); die Zusammenhänge blieben nach Adjustierung signifikant. Subgruppenanalysen deuteten auf oxidativen Stress als verstärkenden Mechanismus hin. Einordnung: Dosis- und zeitabhängige Verschlechterung der Spermaqualität durch berufliche Formaldehyd-Exposition, vermutlich oxidativ vermittelt.

PMID 36069982 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2021

Spermien-mtDNA-Kopienzahl, Telomerlänge und seminale spermatogene Zellen in Bezug auf Luftverschmutzung: Ergebnisse einer Querschnittsstudie in der Region Jing-Jin-Ji, China

Zhou L, Li L, Hao G, Li B, Yang S, Wang N, Liang J, Sun H, Ma S, Yan L, Zhao C, Wei Y, Niu Y, Zhang R — Journal of Hazardous Materials

Querschnittsstudie mit 423 Männern einer Fertilitätsklinik in Shijiazhuang, China. Die Luftschadstoffbelastung (PM2.5, PM10, CO, SO2, NO2, O3) über verschiedene Zeitfenster (0-90, 0-9, 10-14 und 70-90 Tage vor Probenentnahme) wurde per Kriging-Modell geschätzt und mittels multipler linearer Regression mit konventionellen Samenparametern, mitochondrialer DNA-Kopienzahl (mtDNAcn), Spermien-Telomerlänge (STL) und seminalen spermatogenen Zellen in Bezug gesetzt. CO, PM2.5 und PM10 waren negativ mit Spermienzahl, Motilität und Morphologie assoziiert. CO korrelierte zudem positiv mit primären Spermatozyten und mtDNAcn (z. B. Lag0-90: 0,37) und negativ mit STL (Lag0-9: -0,30); PM2.5 zeigte ein ähnliches Muster (mtDNAcn +0,50, STL -0,49). PM10 und NO2 waren ebenfalls positiv mit mtDNAcn assoziiert. Die Autoren interpretieren dies als Hinweis, dass Kohlenmonoxid und Feinstaub die Spermatogenese sowohl testikulär als auch post-testikulär über mitochondriale Dysfunktion und Telomerverkürzung beeinträchtigen könnten.

PMID 33257117 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2021

Beeinflussen Umwelt- und berufliche Exposition gegenüber Pyrethroiden und Organophosphaten die menschlichen Samenparameter? Ergebnisse eines systematischen Reviews und einer Metaanalyse

Giulioni C, et al. — Andrologia

Systematisches Review mit Metaanalyse zum Einfluss von Umwelt- und Berufsexposition gegenüber Pyrethroiden und Organophosphaten (beides Insektizidklassen) auf menschliche Samenparameter, basierend auf Kohorten- bzw. Querschnittsstudien aus MEDLINE, Scopus und Web of Science. Für Pyrethroide wurden 7 Querschnittsstudien identifiziert, 4 davon metaanalysiert; einzig die normale Spermienmorphologie war signifikant reduziert (gewichtete mittlere Differenz, WMD, -7,61 %; 95%-KI -11,92 bis -3,30; p=0,005), andere Parameter blieben unbeeinflusst. Für Organophosphate wurden 9 Studien identifiziert, 6 metaanalysiert; hier zeigten sich signifikante Reduktionen bei Ejakulatvolumen (-0,47 ml), Spermienzahl (-40,03 Millionen) und Spermienkonzentration (-13,69 ×10⁶/ml), während die Motilität nur tendenziell (-5,70 %, p=0,12) abnahm. Die Autoren folgern, dass Pyrethroide trotz erhöhter Morphologieauffälligkeiten nicht eindeutig mit verminderter Samenqualität insgesamt assoziiert sind, wohingegen die negative Beziehung zwischen Organophosphat-Exposition und Spermatogenese deutlicher und klinisch relevanter erscheint.

PMID 34410018 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2020

Auswirkungen der Außenluftverschmutzung auf die menschliche Spermaqualität: Metaanalyse und systematisches Review

Zhang J, Cai Z, Ma C, Xiong J, Li H — BioMed research international

Systematisches Review und Metaanalyse von elf Studien mit insgesamt 4562 Männern zum Zusammenhang zwischen Außenluftverschmutzung und Samenqualität, mit Literatursuche in PubMed, Web of Science und Embase. Es wurden gewichtete Mittelwertdifferenzen (WMD) zwischen höher und niedriger exponierten Gruppen berechnet, ergänzt durch eine Trial Sequential Analysis zur Absicherung der Ergebnisse. Höhere Luftschadstoffbelastung war mit signifikant reduziertem Ejakulatvolumen (WMD -0,16 ml), geringerer Spermienkonzentration (WMD -5,52 Mio./ml), verminderter progressiver Motilität (WMD -6,23%), reduzierter Gesamtmotilität (WMD -7,65%) und niedrigerer Rate normal geformter Spermien (WMD -3,71%) assoziiert. Zudem war der DNA-Fragmentationsindex bei höherer Exposition signifikant erhöht (WMD +4,11%). Die Autoren schlussfolgern, dass Luftverschmutzung mit einer Verschlechterung mehrerer zentraler Samenqualitätsparameter einhergeht, was auf oxidativen Stress als möglichen Mechanismus hindeutet. Die Ergebnisse unterstreichen Umweltluftschadstoffe als relevanten, potenziell vermeidbaren Risikofaktor für männliche Fertilität.

PMID 32420369 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2020

Auswirkungen von Umweltschadstoffexposition auf das männliche Fertilitätspotenzial

Krzastek SC, Farhi J, Gray M, Smith RP — Translational Andrology and Urology

Narratives Übersichtsreview zur Rolle von Umweltchemikalien bei männlicher Infertilität, die laut den Autoren für rund 44% der Fälle idiopathisch bleibt. Die Arbeit fasst die Literatur zu Pestiziden/Herbiziden (u.a. DDT, DBCP, Organophosphate, Atrazin), endokrinen Disruptoren wie Phthalaten und Bisphenol A, Schwermetallen, Erdgas-/Ölexposition, nicht-ionisierender Strahlung, Luft- und Lärmbelastung sowie Lifestylefaktoren (Ernährung, Adipositas, Koffein, Rauchen, Alkohol, Drogen und Medikamente) zusammen. Die Autoren verweisen darauf, dass in den USA über 80.000 Chemikalien registriert sind und jährlich rund 2.000 neue hinzukommen, von denen viele bekannte Reproduktionstoxine in den USA weniger streng reguliert sind als etwa unter der EU-Chemikalienverordnung REACH. Eine klare Kausalität zwischen einzelnen Expositionen und der beobachteten Fertilitätsabnahme lässt sich laut den Autoren aufgrund der schwierigen individuellen Expositionsmessung bislang nicht sicher belegen. Es handelt sich um einen breiten, qualitativen Überblick ohne eigene quantitative Daten, der für Vermeidung und weitere Forschung plädiert.

PMID 33457251 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2018

Umgebungsluftverschmutzung und Spermaqualität

Nobles CJ, Schisterman EF, Ha S, Kim K, Mumford SL, Buck Louis GM, Chen Z, Liu D, Sherman S, Mendola P — Environmental research

Prospektive Kohortenstudie (LIFE-Study) mit 467 Männern, die ein oder mehrere Spermaproben lieferten. Die durchschnittliche Belastung durch Luftschadstoffe und Feinstaub-Bestandteile in den 72 Tagen vor Ejakulation wurde anhand modellierter Luftqualitätsdaten am Wohnort geschätzt und mittels Generalized-Estimating-Equation-Modellen (adjustiert für Alter, BMI, Rauchen, Jahreszeit) mit Spermaparametern in Verbindung gesetzt. Die meisten Assoziationen zwischen Luftschadstoffen und Spermaqualität waren gering. Ein Anstieg von Feinstaub ≤2,5 µm (PM2,5) um den Interquartilsabstand war jedoch mit kleinerem Spermienkopf assoziiert (Fläche -0,22 µm², Länge -0,06 µm, Umfang -0,09 µm) sowie mit einem um 1,03 Prozentpunkte höheren Anteil an Spermienköpfen mit Akrosom. Insgesamt fand sich keine relevante Assoziation zwischen moderater Luftverschmutzung und den klassischen Spermaqualitätsparametern, mit Ausnahme feiner Effekte auf die Spermienkopfmorphologie. Die Autoren folgern, dass moderate Umgebungsluftbelastung wahrscheinlich kein bedeutsamer Faktor für die allgemeine Spermaqualität ist.

PMID 29459305 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2018

Metaanalyse zeigt Zusammenhang zwischen beruflicher Lösungsmittelexposition bei Männern und Beeinträchtigung der Spermaparameter

Ianos O, Sari-Minodier I, Villes V, Lehucher-Michel MP, Loundou A, Perrin J — Journal of occupational and environmental medicine

Erste Metaanalyse zum Zusammenhang zwischen beruflicher Lösungsmittelexposition und Spermaqualität, basierend auf einer PubMed-Literaturrecherche. Eingeschlossen wurden sieben Studien, die Spermiogramme beruflich exponierter Männer mit nicht exponierten Kontrollen verglichen; die verschiedenen Spermaparameter wurden gepoolt ausgewertet. Es zeigte sich eine signifikante Verringerung des Ejakulatvolumens (standardisierte Mittelwertdifferenz, SMD = -0,35; 95%-KI -0,63 bis -0,07) sowie der Spermienkonzentration (SMD = -0,36; 95%-KI -0,64 bis -0,08) bei lösungsmittelexponierten Arbeitern gegenüber Kontrollen. Die Autoren betonen die Bedeutung, reprotoxische Risiken für die männliche Fertilität am Arbeitsplatz zu vermeiden. Die Effektgrößen sind moderat, die Zahl der eingeschlossenen Primärstudien (n=7) vergleichsweise gering, was die Aussagekraft einschränkt. Dennoch liefert die Arbeit einen ersten quantitativen Beleg dafür, dass organische Lösungsmittel am Arbeitsplatz ein relevanter Risikofaktor für eingeschränkte Spermaqualität sind.

PMID 30095585 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2016

Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Spermienqualität: Ein systematisches Review mit Metaanalyse

Deng Z, Chen F, Zhang M, Lan L, Qiao Z, Cui Y, An J, Wang N, Fan Z, Zhao X, Li X — Environmental pollution (Barking, Essex : 1987)

Systematisches Review mit Metaanalyse zum Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Spermienqualität. Aus zehn identifizierten Studien wurden sechs mit vergleichbaren Daten in die Metaanalyse eingeschlossen; Teilnehmer wurden nach höchster und niedrigster Expositionsstufe gruppiert und mittels Random-Effects-Modell (gewichtete Mittelwertdifferenz, WMD) verglichen. Ergebnisse: Für Samenvolumen, Spermienzahl, Konzentration, progressive und Gesamtmotilität sowie Morphologie zeigten sich durchweg Trends zu schlechteren Werten in der Hochexpositionsgruppe (z.B. WMD Konzentration -8,21; progressive Motilität -7,76), jedoch erreichte keiner der Unterschiede statistische Signifikanz. Einordnung: Trotz fehlender statistischer Signifikanz deutet die Gesamtrichtung der Effekte auf einen möglichen negativen Einfluss chronischer Luftschadstoffbelastung auf die Spermienqualität hin; weitere, größer angelegte Studien sind nötig, um dies zu bestätigen.

PMID 26552539 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2016

Außenluftverschmutzung und Spermienqualität

Lafuente R, García-Blàquez N, Jacquemin B, Checa MA — Fertility and sterility

Systematische Übersichtsarbeit (Literatur bis Juni 2016) zu 17 semi-ökologischen, Panel- und Kohortenstudien, die den Zusammenhang zwischen Außenluftschadstoffen (u. a. PM2.5, PM10, NOx, SO2, O3) und Samenqualität (DNA-Fragmentierung, Spermienzahl, -motilität, -morphologie) untersuchten. Dreizehn Studien erfassten die Exposition umweltbezogen, sechs nutzten Biomarker. Die methodische Qualität wurde mittels Newcastle-Ottawa-Skala bewertet. Für DNA-Fragmentierung fand sich schwache, aber andeutungsweise Evidenz für einen Effekt, für Spermienmotilität kaum, für Spermienzahl uneinheitliche Befunde, für die Morphologie hingegen deutlichere Hinweise auf einen negativen Effekt. Wegen der Heterogenität der untersuchten Schadstoffe, Parameter und Studiendesigns war eine Metaanalyse nicht möglich. Insgesamt fand die Mehrheit der eingeschlossenen Studien einen Effekt auf mindestens einen der vier Samenparameter, die Ergebnisse waren jedoch inkonsistent und die Studien untereinander schwer vergleichbar. Die Autoren fordern standardisierte Methoden zur Erfassung von Luftschadstoffexposition und Samenqualität für belastbarere Schlussfolgerungen.

PMID 27565259 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2015

Obst- und Gemüsekonsum und ihre Pestizidrückstände im Zusammenhang mit der Spermienqualität bei Männern einer Kinderwunschklinik

Chiu YH et al. — Human Reproduction

Prospektive Kohortenstudie (EARTH-Studie) an 155 Männern subfertiler Paare eines akademischen Fertilitätszentrums, die zwischen 2007 und 2012 insgesamt 338 Samenproben nach Ernährungserhebung abgaben. Obst und Gemüse wurden anhand jährlicher Pestizid-Rückstandsdaten des US-Landwirtschaftsministeriums in Kategorien mit hohem bzw. niedrig-moderatem Rückstandsgehalt eingeteilt; Spermienkonzentration und -motilität wurden computerunterstützt (CASA) bestimmt, die Auswertung erfolgte mittels linearer gemischter Modelle unter Berücksichtigung wiederholter Messungen. Der Gesamtverzehr von Obst und Gemüse hing nicht mit der Spermienqualität zusammen, wohl aber der Konsum stark pestizidbelasteter Sorten: Männer im höchsten Verzehrsquartil (≥1,5 Portionen/Tag) hatten eine um 49 % niedrigere Gesamtspermienzahl (95 %-KI 31–63 %) und einen um 32 % niedrigeren Anteil normal geformter Spermien (95 %-KI 7–58 %) als Männer im niedrigsten Quartil (<0,5 Portionen/Tag). Konsum von Sorten mit niedrig-moderatem Rückstandsgehalt war sogar mit mehr normaler Morphologie assoziiert. Die Autoren betonen, dass nicht der Konsum an sich, sondern die Pestizidbelastung entscheidend zu sein scheint, und fordern interventionelle Bestätigungsstudien.

PMID 25824023 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2015

Luftverschmutzung und Spermienqualität: eine Metaanalyse

Fathi Najafi T et al. — Iranian Red Crescent Medical Journal

Systematische Literaturrecherche (Medline, PubMed, Scopus, Google Scholar, Cochrane Library, Elsevier) zu Veröffentlichungen zwischen 1978 und 2013 über Luftverschmutzung und männliche Fertilität; aus initial 76 identifizierten Studien (ökologische Korrelationsstudien, Kohorten-, retrospektive, Querschnitts- und Fall-Kontroll-Studien) wurden 11 Studien in die eigentliche Metaanalyse zu Spermaparametern eingeschlossen. Mittels Cochrane-Metaanalysetools wurden gepoolte Mittelwerte und Konfidenzintervalle für Ejakulatvolumen (2,68±0,32 mL), Spermienkonzentration (62,1±15,88 Mio./mL), Motilität (39,4±5,52 %), Morphologie (23,91±13,43 %) und Spermienzahl (49,53±11,08) berechnet und mit Referenzbereichen verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass Luftverschmutzung mit reduzierter Spermienmotilität assoziiert war, während sich für die übrigen Spermiogrammparameter kein eindeutiger Effekt nachweisen ließ. Die Autoren schlussfolgern, dass Luftschadstoffe insbesondere die Beweglichkeit der Spermien negativ beeinflussen können, während Volumen, Konzentration, Morphologie und Gesamtzahl weniger konsistent betroffen sind, und verweisen auf die methodische Heterogenität der eingeschlossenen Primärstudien als limitierenden Faktor.

PMID 26023349 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2014

Pyrethroid-Insektizid-Exposition und Spermienqualität bei jungen japanischen Männern

Imai K et al. — Reproductive Toxicology

Bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie an 323 Universitätsstudenten im Großraum Tokio. Als Expositionsmarker für Pyrethroid-Insektizide wurde die Urinkonzentration des Metaboliten 3-Phenoxybenzoesäure (3-PBA) mittels LC/MS/MS gemessen; Spermienparameter wurden nach international standardisierten Protokollen bestimmt. Der mediane 3-PBA-Wert lag bei 0,641 ng/mL. Mediane Werte für Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration, Motilität, Gesamtspermienzahl und Zahl motiler Spermien betrugen 2,5 mL, 56×10^6/mL, 61 %, 141×10^6 bzw. 82×10^6. In multiplen Regressionsmodellen erwies sich die 3-PBA-Konzentration nicht als signifikanter Prädiktor für schlechtere Spermienqualität – im Gegensatz zu früheren Studien fand sich also kein Zusammenhang zwischen alltäglicher Pyrethroid-Belastung und Spermaparametern. Die Autoren führen diese Diskrepanz auf Unterschiede in Art und Höhe der Exposition sowie auf das Studiendesign (bevölkerungsbasiert vs. klinikbasiert) zurück. Die Studie relativiert frühere Befunde zu Pyrethroiden und zeigt, wie stark Ergebnisse zu Umweltchemikalien von Population und Expositionsniveau abhängen können.

PMID 24189267 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2014

Spermienqualität und Reproduktionshormonspiegel nach Umweltexposition gegenüber Pyrethroiden

Radwan M et al. — Journal of Occupational and Environmental Medicine

Querschnittsstudie an 334 Männern einer Kinderwunschklinik mit normaler Spermienkonzentration (15–300 Mio./mL), die interviewt wurden und eine Samenprobe abgaben. Pyrethroid-Metaboliten (3-PBA, cis- und trans-DCCA, DBCA) wurden mittels validierter Gaschromatographie-Ionenfallen-Massenspektrometrie im Urin bestimmt und mit Spermienparametern sowie Testosteronspiegel in Beziehung gesetzt. Höhere Urinkonzentrationen der Pyrethroid-Metaboliten waren signifikant mit einem erhöhten Anteil abnorm geformter Spermien sowie mit verringerter Spermienkonzentration, niedrigerem Testosteronspiegel und schlechteren computerunterstützten Spermienanalyse-Parametern (CASA) assoziiert. Die Studie zeigt somit – anders als eine vergleichbare japanische Studie an Studenten mit niedrigerer Exposition – bei dieser Klinikpopulation einen klaren Zusammenhang zwischen alltäglicher Umweltexposition gegenüber Pyrethroid-Insektiziden und sowohl Spermienqualität als auch Hormonhaushalt. Die Autoren schließen, dass auch außerberufliche, umweltbedingte Pyrethroid-Belastung ein relevanter Risikofaktor für die männliche Fertilität sein kann.

PMID 25376404 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2008

Der Zusammenhang zwischen dem Urin-Metaboliten von Pyrethroid-Insektiziden und der Samenqualität beim Menschen

Xia Y, Han Y, Wu B, Wang S, Gu A, Lu N, Bo J, Song L, Jin N, Wang X — Fertility and Sterility

Retrospektive Fall-Kontroll-Studie an einer chinesischen reproduktionsmedizinischen Klinik mit 376 Männern mit nichtobstruktiver Infertilität. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen der Urinkonzentration von 3-Phenoxybenzoesäure (3-PBA), einem Metaboliten von Pyrethroid-Insektiziden (Medianwert 0,879 µg/g Kreatinin), und Samenparametern (Volumen, Konzentration, Gesamtspermienzahl, Motilität, Progressivität, Bewegungsparameter). Mit steigenden kreatinin-adjustierten 3-PBA-Quartilen stieg das Odds Ratio für eine verminderte Spermienkonzentration kontinuierlich an (1,00 / 1,31 / 1,73 / 2,04 für die vier Quartile), während Samenvolumen, Gesamtspermienzahl und Motilität nur schwach oder nicht signifikant assoziiert waren. Von den Bewegungsparametern zeigten die geradlinige Geschwindigkeit (VSL) und die kurvilineare Geschwindigkeit (VCL) einen Zusammenhang mit der 3-PBA-Belastung. Die Ergebnisse sprechen für einen dosisabhängigen negativen Effekt der weitverbreiteten Pyrethroid-Exposition auf die Spermienkonzentration und -beweglichkeit beim Menschen, wobei der retrospektive Fall-Kontroll-Ansatz keine kausalen Aussagen erlaubt.

PMID 17765231 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2008

Organophosphat-Pestizidexposition verringert die Spermienqualität: Zusammenhang zwischen Spermienparametern und Urin-Pestizidwerten

Recio-Vega R, Ocampo-Gómez G, Borja-Aburto VH, Moran-Martínez J, Cebrian-Garcia ME — Journal of Applied Toxicology

Longitudinale Verlaufsstudie zur Wirkung beruflicher Organophosphat-Pestizid-Exposition auf die Samenqualität bei 52 Freiwilligen mit insgesamt 139 Samenproben, eingeteilt in drei Expositionsstufen; die Urin-Pestizidmetaboliten wurden mittels Gaschromatographie bestimmt. Bei den am höchsten exponierten Probanden mit den höchsten Urin-Organophosphatwerten fand sich die schlechteste Samenqualität, mit einer signifikanten Verringerung der Gesamtspermienzahl in dieser Gruppe; zusätzlich wurden saisonale Schwankungen von Spermienkonzentration und -zahl beobachtet. Im Gegensatz zu den meisten vorherigen, überwiegend querschnittlichen Studien erlaubt der longitudinale Ansatz eine bessere Zuordnung von Expositionshöhe und Effekt. Die Autoren betonen, dass künftige Studien zu Organophosphaten die natürliche saisonale und individuelle Variabilität der Spermienparameter sowie die Dauer der Spermatogenese und wechselnde Expositionshöhen berücksichtigen müssen, um die reproduktionstoxischen Effekte beruflicher Pestizidexposition sicherer einordnen zu können.

PMID 18046699 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2008

Menschliche Samenqualität und Spermien-DNA-Schäden im Zusammenhang mit Urin-Metaboliten von Pyrethroid-Insektiziden

Meeker JD, Barr DB, Hauser R — Human Reproduction

Querschnittsstudie an 207 Männern einer Kinderwunschklinik zum Zusammenhang zwischen Urin-Metaboliten von Pyrethroid-Insektiziden (3-Phenoxybenzoesäure/3PBA sowie cis-/trans-DCCA) und Samenqualität, Spermienbewegungsparametern sowie Spermien-DNA-Schäden (neutraler Comet-Assay). In der multivariaten Analyse war das höchste 3PBA-Quartil mit einer tendenziellen Verringerung der Spermienkonzentration um 20,2 Mio./ml assoziiert (95%-KI -37,1 bis +2,6) gegenüber Männern unterhalb des Medians. Für TDCCA fanden sich signifikante inverse Zusammenhänge mit Motilität und Bewegungsparametern; das höchste TDCCA-Quartil war mit einem Rückgang der Motilität um 15,5% assoziiert (95%-KI -26,2 bis -4,8). In der logistischen Analyse zeigten sich dosisabhängig erhöhte Odds für unterdurchschnittliche Spermienkonzentration, Motilität und Morphologie im Zusammenhang mit TDCCA; 3PBA und CDCCA waren zudem mit vermehrtem DNA-Schaden im Comet-Assay assoziiert. Die Studie liefert Hinweise auf eine Beeinträchtigung von Samenqualität und Spermien-DNA-Integrität durch die weitverbreitete Pyrethroid-Exposition.

PMID 18579513 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2007

Glykolether und Samenqualität: eine Querschnittsstudie bei männlichen Arbeitern der Stadtverwaltung Paris

Multigner L, Ben Brik E, Arnaud I, Haguenoer JM, Jouannet P, Auger J, Eustache F — Occupational and Environmental Medicine

Querschnittsstudie unter männlichen Beschäftigten der Stadtverwaltung Paris (Rekrutierung 2000–2001), n=109, die Samen-, Blut- und Urinproben sowie eine andrologische Untersuchung erhielten. Anhand von Tätigkeit und verwendeten Produkten im Zeitraum 1990–2000 wurden die Männer als beruflich exponiert oder nicht-exponiert gegenüber glykoletherhaltigen Lösungsmitteln eingestuft; die aktuelle Belastung wurde über sechs Urin-Metabolite bestimmt. Eine frühere Glykolether-Exposition war mit einem erhöhten Risiko für Spermienkonzentration, schnelle progressive Motilität und Morphologie unterhalb der WHO-Referenzwerte assoziiert, ohne Effekt auf die Hormonspiegel. Die aktuelle Exposition war dagegen niedrig und zeigte keinen Zusammenhang mit Samenqualität oder Hormonen. Die Autoren schließen, dass heute gebräuchliche Glykolether kaum noch Auswirkungen auf die Samenqualität haben, während die bis in die 1990er Jahre weiter verbreiteten Varianten möglicherweise langanhaltende negative Effekte hinterlassen haben. Die Studie liefert einen Hinweis auf historische berufliche Chemikalienexposition als möglichen Faktor rückläufiger Samenqualität.

PMID 17332140 — Original auf PubMed →
Umweltschadstoffe 2006

Umgebungsozon verändert die Spermienqualität

Sokol RZ, Kraft P, Fowler IM, Mamet R, Kim E, Berhane KT — Environmental health perspectives

Longitudinale umweltepidemiologische Beobachtungsstudie mit 5.134 Samenproben von 48 Samenbank-Spendern in Los Angeles über einen Zeitraum von 2 Jahren (Januar 1996 bis Dezember 1998). Luftschadstoffwerte (Ozon, Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid, Feinstaub PM10) 0-9, 10-14 und 70-90 Tage vor der Probenabgabe wurden mittels linearem gemischtem Modell mit Spermienkonzentration und Gesamtzahl motiler Spermien korreliert, adjustiert für Geburtsdatum, Alter, Temperatur und Saisonalität. Für alle drei Zeitfenster zeigte sich eine signifikante negative Korrelation zwischen Ozonwerten und mittlerer Spermienkonzentration (p<0,01), die auch nach Adjustierung bestehen blieb; für die übrigen Schadstoffe fand sich kein signifikanter Zusammenhang. Einordnung: Die Studie liefert Hinweise, dass Umgebungsozon als Luftschadstoff die Spermienqualität negativ beeinflusst, während für Stickstoffdioxid, Kohlenmonoxid und Feinstaub in dieser Kohorte kein Effekt nachweisbar war.

PMID 16507458 — Original auf PubMed →

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