24 Studien1994–2025Alle mit Original-Link

Studien zu Rauchen, Alkohol & Drogen und Spermienqualität

24 wissenschaftliche Original-Publikationen zum Themenbereich Rauchen, Alkohol & Drogen, neueste zuerst. Jede mit deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed.

24 von 24 Studien
Rauchen, Alkohol & Drogen 2025

Väterliches präkonzeptionelles Rauchen und Samenqualität beim erwachsenen Sohn

Hærvig KK, et al. — Andrology

Kohortenstudie (FEPOS-Kohorte, Dänemark) an 867 jungen erwachsenen Männern, die frühere Analysen zu Unterschieden in Samenparametern und Hodengröße in Abhängigkeit vom väterlichen Rauchen erneut durchführte, diesmal zusätzlich adjustiert für mütterliches Plasma-Cotinin im ersten Trimester (statt nur Selbstauskunft der Mutter). Zusätzlich wurde die Spermien-DNA-Fragmentierung untersucht; väterliches Rauchen wurde von der schwangeren Mutter um die 16. Schwangerschaftswoche berichtet, weitere Adjustierungen erfolgten u. a. für Berufsstatus, elterliches Alter, mütterlichen BMI und Alkoholkonsum sowie Abstinenzzeit. Es zeigte sich keine Assoziation zwischen väterlichem präkonzeptionellem Rauchen und Samenparametern, Hodengröße oder DNA-Fragmentierung, auch nicht nach Adjustierung für eigenes Rauchen der Söhne. Einordnung: Die Autoren diskutieren mögliche Überadjustierung durch die hohe Korrelation zwischen väterlichem Rauchen und mütterlichem Cotinin sowie Fehlklassifikation als Erklärungen für das Nullresultat und fordern detailliertere Rauchdaten für künftige Studien.

PMID 37885366 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2023

Einfluss anaboler androgener Steroide auf die männliche sexuelle und reproduktive Funktion: Ein systematisches Review

Esposito M, et al. — Panminerva medica

Systematisches Review (Literatursuche in SCOPUS, PubMed, Google Scholar und Web of Science bis Ende 2021, 62 von 66 identifizierten Artikeln eingeschlossen, Human- und Tierstudien) zu den Auswirkungen des Missbrauchs anaboler androgener Steroide (AAS) auf die männliche Sexual- und Reproduktionsfunktion. AAS sind synthetische Testosteronderivate mit einer geschätzten Prävalenz von 14 % bei jungen Athleten und 30-75 % bei Profisportlern bzw. Bodybuildern; sie binden den Androgenrezeptor und stören die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse ähnlich wie exogenes Testosteron. Der Review beschreibt Hodenatrophie und Azoospermie als Folge (als „anaboler Steroid-induzierter Hypogonadismus" bezeichnet) sowie Oligo-/Azoospermie und Störungen von Spermienmotilität und -morphologie. Während sich die Spermienqualität bei den meisten Betroffenen innerhalb von 4 Monaten nach Absetzen erholt, können die negativen Effekte auf die Spermatogenese bis zu 3 Jahre anhalten. Tierstudien zeigten zudem eine Zerstörung von Leydig-Zellen und Hodenatrophie. Die Autoren betonen den anhaltenden Schwarzmarkt für AAS trotz gesetzlicher Verbote und den Bedarf an mehr Aufklärung.

PMID 35146992 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2023

Mütterlicher Alkoholkonsum in der Frühschwangerschaft und Biomarker der Fekundität bei erwachsenen Söhnen

Thomsen AH, et al. — Reproductive Toxicology

Kohortenstudie im Rahmen der dänischen "Fetal Programming of Semen Quality" (FEPOS)-Kohorte, eingebettet in die Danish National Birth Cohort. 1.058 Söhne im Alter von rund 19 Jahren gaben Blut- und Samenproben ab. Der mütterliche wöchentliche Alkoholkonsum (0, >0-1, >1-3, >3 Drinks) sowie Rauschtrinken (≥5 Drinks pro Anlass: 0, 1-2, ≥3 Episoden) während der Schwangerschaft wurden um die 17. Schwangerschaftswoche selbstberichtet erfasst; untersucht wurden Samenparameter, Hodenvolumen und Reproduktionshormone der Söhne. Bei Söhnen von Müttern mit >3 Drinks/Woche bzw. ≥3 Rauschtrinken-Episoden zeigten sich leicht schlechtere Samenparameter und ein verändertes Hormonprofil, die Effekte waren jedoch insgesamt klein, inkonsistent und ohne klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Wegen der geringen Zahl von Müttern mit hohem Alkoholkonsum konnte ein schädlicher Effekt höherer Dosen (>4,5 Drinks/Woche) nicht ausgeschlossen werden. Einordnung: Die Evidenz für pränatale Alkoholeffekte auf die spätere männliche Fruchtbarkeit bleibt vorläufig und schwach.

PMID 37217037 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2022

Pränatale Exposition gegenüber mütterlichem Zigarettenrauchen und männliche Reproduktionsfunktion im jungen Erwachsenenalter

Hærvig KK, et al. — European journal of epidemiology

Prospektive Kohortenstudie auf Basis der bislang größten longitudinalen FEPOS-Kohorte (984 junge dänische Männer), die Biomarker der Reproduktionsfunktion in Abhängigkeit vom mütterlichen Rauchen im ersten Trimester untersuchte und prüfte, ob ein Rauchstopp vor dem fetalen „Maskulinisierungsfenster" schützend wirkt. Mütterliches Rauchen wurde per Interview und gemessenem Plasma-Cotinin während der Schwangerschaft erfasst; negative Binomial-, logistische und lineare Regressionsmodelle schätzten Unterschiede in Samenparametern, Hodenvolumen und Reproduktionshormonen der erwachsenen Söhne. Söhne leichter Raucherinnen (≤10 Zigaretten/Tag) hatten eine 19 % niedrigere Spermienkonzentration und 24 % niedrigere Gesamtspermienzahl als Söhne von Nichtraucherinnen; bei starken Raucherinnen (>10 Zigaretten/Tag) betrugen diese Reduktionen 38 % bzw. 33 %, zudem war das follikelstimulierende Hormon um 25 % erhöht. Auch hohe mütterliche Cotininspiegel (>10 ng/ml) waren mit niedrigerer Spermienkonzentration/-zahl assoziiert. Ein Rauchstopp vor der 7. Schwangerschaftswoche änderte daran nichts. Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass mütterliches Rauchen die männliche Reproduktionsfunktion der Nachkommen dauerhaft beeinträchtigt.

PMID 35476275 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2020

Fetale Exposition gegenüber väterlichem Rauchen und Spermaqualität beim erwachsenen Sohn

Haervig KK, Høyer BB, Giwercman A, Hougaard KS, Ramlau-Hansen CH, Specht IO, Toft G, Bonde JP, Søgaard Tøttenborg S — Andrology

Kohortenstudie im Rahmen der Danish National Birth Cohort mit 772 erwachsenen Söhnen, deren Eltern um die 16. Schwangerschaftswoche zu ihrem Rauchverhalten befragt wurden. Untersucht wurden Samenparameter und Hodenvolumen im Erwachsenenalter der Söhne in Abhängigkeit vom elterlichen Rauchen, adjustiert für elterliches Alter, mütterlichen BMI, Alkohol-/Koffeinkonsum, sozioökonomischen Status, Abstinenzzeit und Analysezentrum. Söhne rauchender Väter (bei nicht-rauchenden Müttern) hatten eine um 10% niedrigere Spermienkonzentration und 11% niedrigere Spermienzahl als Söhne nicht-rauchender Eltern; rauchten beide Elternteile, sank die Spermienzahl um 19%. Väterliches Rauchen war zudem mit einem um 26% erhöhten Risiko für ein kleines Hodenvolumen assoziiert, während Volumen, Motilität und Morphologie des Ejakulats nicht beeinflusst waren. Die Konfidenzintervalle waren jedoch breit und schlossen teilweise auch keinen Effekt ein. Die Studie liefert damit nur begrenzte, statistisch nicht durchgehend signifikante Hinweise auf eine mögliche Wirkung väterlichen Rauchens während der Schwangerschaft auf die spätere Spermaqualität des Sohnes.

PMID 32150347 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2019

Tabakrauchen und Spermienqualität bei infertilen Männern: eine systematische Übersicht und Meta-Analyse

Bundhun PK et al. — BMC public health

Systematische Übersicht und Meta-Analyse von 16 Studien mit insgesamt 10.823 infertilen Männern (5257 Raucher, 5566 Nichtraucher). Methodik: Literatursuche in Cochrane, MEDLINE und EMBASE; Auswertung mit RevMan 5.3, Berechnung von Mittelwertdifferenzen (MD) und Risk Ratios (RR) mit 95%-Konfidenzintervallen für Spermienparameter und Reproduktionshormone. Ergebnisse: Oligozoospermie war bei Rauchern signifikant häufiger (RR 1,29; 95%-KI 1,05–1,59; p=0,02). Morphologische Spermiendefekte waren insgesamt erhöht (MD 2,44), mit signifikanten Kopf- (MD 1,76), Hals- (MD 1,97) und Flagellumdefekten (MD 1,29). pH-Wert (p=0,30), Motilität (p=0,07) und Reproduktionshormone unterschieden sich nicht signifikant zwischen Rauchern und Nichtrauchern. Einordnung: Tabakrauchen ist bei infertilen Männern mit niedrigerer Spermienzahl und mehr morphologischen Defekten assoziiert, jedoch nicht eindeutig mit veränderter Motilität oder Hormonspiegeln — Bestätigung eines bekannten, aber nicht vollständig konsistenten Risikofaktors.

PMID 30621647 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2019

Mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft, Spermaeigenschaften und Reproduktionshormonspiegel bei Männern in Behandlung wegen Paarinfertilität

Garlantézec R, Multigner L, Oliva A — Andrologia

Querschnittsstudie mit 537 Männern aus vier medizinischen Einrichtungen in Argentinien (Juni 1999 bis Juni 2015), die wegen unerfüllten Kinderwunschs in Behandlung waren. Methodik: Strukturiertes Interview zu demografischen, medizinischen und reproduktiven Daten sowie eigenem und elterlichem Tabakkonsum während der Schwangerschaft; zwei Spermiogramme im Abstand von 2–4 Wochen sowie Hormonbestimmung (FSH, LH, Prolaktin, Gesamttestosteron, Östradiol); multivariate Regressionsmodelle adjustiert für Störfaktoren. Ergebnisse: Mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft war signifikant mit einem erhöhten Risiko für eine reduzierte Spermienzahl und mit erhöhten Gesamttestosteronspiegeln bei den erwachsenen Söhnen assoziiert; keine signifikanten Zusammenhänge mit anderen Spermienparametern oder Hormonen. Einordnung: Die Studie bestätigt frühere Hinweise auf einen negativen Langzeiteffekt mütterlichen Rauchens während der Schwangerschaft auf die spätere Spermienzahl der Söhne; der Befund zu erhöhtem Testosteron bedarf laut Autoren einer Replikation.

PMID 31571259 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2018

Zusammenhang zwischen väterlichem Rauchen zum Zeitpunkt der Schwangerschaft und der Spermienqualität der Söhne

Axelsson J et al. — PloS one

Kohorten-/Querschnittsanalyse innerhalb einer schwedischen Bevölkerungskohorte mit 104 jungen Männern (17–20 Jahre). Methodik: Per Fragebogen wurde väterliches Rauchen während der Schwangerschaft erfasst; die Analyse wurde für die mütterliche Nikotinbelastung (Cotinin-Spiegel in archivierten Serumproben aus dem Röteln-Screening, 6.–35. Schwangerschaftswoche) und den sozioökonomischen Status adjustiert, um väterliche von mütterlicher Rauchexposition zu trennen. Ergebnis: Söhne rauchender Väter hatten nach Adjustierung 41% niedrigere Spermienkonzentration und 51% niedrigere Gesamtspermienzahl als Söhne nichtrauchender Väter (p=0,02 bzw. p=0,003) — unabhängig vom Ausmaß der mütterlichen Nikotinexposition. Einordnung: Die Studie liefert Hinweise auf einen eigenständigen negativen Effekt väterlichen Rauchens während der Schwangerschaft auf die spätere Spermienqualität der Söhne, möglicherweise vermittelt über epigenetische Veränderungen in den väterlichen Keimzellen, unabhängig von der bekannten Wirkung mütterlichen Rauchens.

PMID 30462692 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2017

Samenqualität und Alkoholkonsum: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse

Ricci E, Al Beitawi S, Cipriani S, Candiani M, Chiaffarino F, Viganò P, Noli S, Parazzini F — Reproductive biomedicine online

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von 15 Querschnittsstudien mit insgesamt 16.395 Männern zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Samenqualität (Literatursuche in MEDLINE und Embase). Gepoolt wurden Effektschätzer für Samenparameter, sofern als Mittelwerte oder Mediane verfügbar. Alkoholkonsum war mit einem geringeren Samenvolumen assoziiert (gepoolte Differenz für keinen/geringen Konsum: 0,25 ml, 95%-KI 0,07–0,42) sowie mit einem höheren Anteil normal geformter Spermien (1,87%, 95%-KI 0,86–2,88%). Der Unterschied war beim Vergleich gelegentlicher versus täglicher Trinker deutlicher ausgeprägt als beim Vergleich Abstinenz versus gelegentlicher Konsum, was darauf hindeutet, dass moderater Konsum die Samenparameter kaum beeinträchtigt. Die Autoren betonen, dass vor allem starker, regelmäßiger Alkoholkonsum vermieden werden sollte, während für moderaten Konsum die Datenlage keine eindeutige Empfehlung erlaubt; weitere Studien zu reproduktiven Endpunkten (nicht nur Samenparametern) seien nötig.

PMID 28029592 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2017

Kaffee- und Koffeinkonsum und männliche Infertilität: eine systematische Übersichtsarbeit

Ricci E, Viganò P, Cipriani S, Somigliana E, Chiaffarino F, Bulfoni A, Parazzini F — Nutrition journal

Systematische Übersichtsarbeit über Beobachtungsstudien (Literatursuche in MEDLINE/EMBASE bis November 2016) zum Zusammenhang zwischen Kaffee-/Koffeinkonsum und männlicher Fertilität, einschließlich Spermienploidie, Spermien-DNA-Integrität, Samenqualität und Zeit bis zur Schwangerschaft. Insgesamt wurden 28 Arbeiten mit zusammen 19.967 Männern eingeschlossen. Reiner Koffeinkonsum über Kaffee, Tee oder Kakao zeigte in den meisten Studien keinen Effekt auf klassische Samenparameter, während koffeinhaltige Cola- und Softdrinks in einigen Untersuchungen mit geringerem Samenvolumen, -zahl und -konzentration assoziiert waren. Hinsichtlich der Spermien-DNA schien Koffein mit Aneuploidie und DNA-Strangbrüchen, nicht aber mit anderen DNA-Schadensmarkern zusammenzuhängen. Männlicher Kaffeekonsum war in manchen, aber nicht allen Studien mit einer verlängerten Zeit bis zur Schwangerschaft assoziiert. Die Autoren folgern, dass Koffein möglicherweise über Spermien-DNA-Schäden die männliche Fertilität beeinträchtigen kann, die Evidenzlage aber uneinheitlich und nicht schlüssig ist; standardisierte Studien seien erforderlich.

PMID 28646871 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2016

Zigarettenrauchen und Samenqualität: Eine neue Metaanalyse zur Untersuchung des Effekts der WHO-Labormethoden von 2010 für die Untersuchung menschlichen Samens

Sharma R, Harlev A, Agarwal A, Esteves SC — European urology

Systematisches Review mit Metaanalyse zum Effekt des Zigarettenrauchens auf die Samenqualität unter Berücksichtigung der WHO-2010-Labormethoden. Literatursuche in PubMed, SJU Discover und Google Scholar; eingeschlossen wurden 20 Studien mit insgesamt 5.865 Teilnehmern aus Kinderwunsch-/urologischen Kliniken und andrologischen Labors. Ergebnisse: Zigarettenrauchen war assoziiert mit reduzierter Spermienzahl (mittlere Differenz -9,72x10^6/ml), reduzierter Motilität (-3,48 Prozentpunkte) und reduzierter normaler Morphologie (-1,37 Prozentpunkte). Subgruppenanalysen zeigten stärkere Effekte bei infertilen Männern gegenüber der Allgemeinbevölkerung und bei moderaten/starken Rauchern gegenüber leichten Rauchern. Die Effektgröße für Volumen, Spermienzahl und Motilität war ähnlich unabhängig davon, ob die WHO-Manuals von 2010 oder früher verwendet wurden, für Morphologie jedoch geringer. Einordnung: Diese große, aktuelle Metaanalyse (rund 37% Raucherquote bei Männern im reproduktiven Alter) bestätigt einen konsistenten negativen Effekt des Rauchens auf klassische Samenparameter, mit dosisabhängiger Ausprägung.

PMID 27113031 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2015

Zusammenhang zwischen Marihuanakonsum und männlichen Reproduktionshormonen sowie Samenqualität: Eine Studie an 1.215 gesunden jungen Männern

Gundersen TD, Jørgensen N, Andersson AM, Bang AK, Nordkap L, Skakkebæk NE, Priskorn L, Juul A, Jensen TK — American journal of epidemiology

Große Querschnittsstudie an 1.215 jungen dänischen Männern (18-28 Jahre), die im Rahmen der Musterung zwischen 2008 und 2012 rekrutiert wurden. Methodik: Samenprobe, Blutentnahme, körperliche Untersuchung sowie Fragebogen zu Marihuana- und anderem Drogenkonsum der letzten drei Monate. 45% der Teilnehmer hatten in diesem Zeitraum Marihuana konsumiert. Ergebnisse: Regelmäßiger Konsum von mehr als einmal pro Woche war nach Adjustierung mit einer um 28% niedrigeren Spermienkonzentration (95%-KI: -48 bis -1%) und 29% niedrigeren Gesamtspermienzahl assoziiert. Kombinierter Konsum von Marihuana und anderen Drogen mehr als einmal wöchentlich reduzierte die Spermienkonzentration um 52% und die Gesamtspermienzahl um 55%. Marihuanakonsumenten hatten zudem höhere Testosteronspiegel, vergleichbar mit Zigarettenrauchern. Einordnung: Die Studie liefert robuste Evidenz aus einer großen, nicht selektierten Population, dass häufiger Marihuanakonsum mit schlechterer Samenqualität einhergeht.

PMID 26283092 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2014

Der Einfluss von Zigarettenrauchen und Alkoholkonsum auf Spermaparameter und Spermien-DNA-Fragmentierung, gemessen mit Halosperm®

Anifandis G et al. — Archives of Gynecology and Obstetrics

Querschnittsstudie an 207 konsekutiven Samenproben von Männern, die sich in einer IVF-Einheit einer Spermiogramm-Untersuchung zur Fertilitätsabklärung unterzogen; die DNA-Fragmentierung wurde mittels Halosperm®-Test (Sperm Chromatin Dispersion) erfasst und Raucher- sowie Alkoholstatus dokumentiert. Ejakulatvolumen, Anteil degenerierter Spermatozoen und Grad der DNA-Fragmentierung korrelierten signifikant mit dem Raucherstatus; der Anteil von Spermien mit kleinen Halos, ein Zeichen stärkerer DNA-Fragmentierung, korrelierte signifikant mit dem Alkoholstatus. Raucher- und Alkoholstatus waren zudem untereinander korreliert. Sowohl Rauchen als auch Alkoholkonsum zeigten – einzeln wie kombiniert – schädliche Effekte auf Spermaparameter und DNA-Integrität. Die Autoren schließen, dass beide Lebensstilgewohnheiten zu Fertilitätsproblemen beitragen können, insbesondere über eine erhöhte Spermien-DNA-Schädigung, die mit gängigen Basisspermiogramm-Parametern allein nicht erfasst würde. Die Studie unterstreicht die Bedeutung ergänzender DNA-Fragmentierungstests bei der andrologischen Diagnostik von Rauchern und Alkoholkonsumenten.

PMID 24840110 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2014

Gewohnheitsmäßiger Alkoholkonsum mit verminderter Spermienqualität und veränderten Reproduktionshormonen assoziiert: Querschnittsstudie an 1221 jungen dänischen Männern

Jensen TK et al. — BMJ Open

Bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie an 1221 dänischen Männern (18–28 Jahre), rekrutiert im Rahmen der Musterungsuntersuchung 2008–2012. Erfasst wurden drei Maße des Alkoholkonsums (Konsum in der Vorwoche, gewohnheitsmäßiger wöchentlicher Konsum, Rauschtrinken) sowie Spermienparameter und Serumspiegel reproduktiver Hormone (FSH, LH, Testosteron, SHBG, Östradiol, freies Testosteron, Inhibin B). Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl und Anteil normal geformter Spermien nahmen mit steigendem gewohnheitsmäßigem Alkoholkonsum ab, bereits ab mehr als 5 Einheiten pro Woche, am deutlichsten bei über 25 Einheiten/Woche. Männer mit einem typischen Wochenkonsum über 40 Einheiten hatten eine um 33 % (95 %-KI 11–59 %) reduzierte Spermienkonzentration gegenüber Männern mit 1–5 Einheiten/Woche. Zudem stieg das freie Testosteron mit dem Alkoholkonsum der Vorwoche signifikant an. Rauschtrinken allein zeigte keinen unabhängigen Zusammenhang. Die Autoren empfehlen jungen Männern, gewohnheitsmäßigen Alkoholkonsum zu vermeiden, da bereits moderate regelmäßige Mengen Spermienqualität und Hormonhaushalt beeinträchtigen können.

PMID 25277121 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2013

Effekte von Opiatkonsum auf reproduktive Hormonspiegel, Spermaparameter, antioxidative Kapazität des Seminalplasmas und Spermien-DNA-Integrität

Safarinejad MR, Asgari SA, Farshi A, Ghaedi G, Kolahi AA, Iravani S, Khoshdel AR — Reproductive toxicology (Elmsford, N.Y.)

Kontrollierte Studie mit 142 opiatabhängigen Männern und 146 alters-gematchten gesunden Kontrollprobanden, bei denen jeweils zwei Spermiogramme sowie mittels Sperm Chromatin Structure Assay (SCSA) die Spermien-DNA-Integrität und die antioxidative Kapazität des Seminalplasmas (Katalase-, Superoxiddismutase-Aktivität) bestimmt wurden. Die mittlere Spermienkonzentration betrug bei Opiatkonsumenten 22,2±4,4 Mio./ml gegenüber 66,3±8,3 Mio./ml bei Kontrollen (p=0,002). Der Anteil fragmentierter Spermien-DNA war bei Konsumenten signifikant höher (36,4±3,8% vs. 27,1±2,4%; p=0,004), während Katalase- und SOD-ähnliche Enzymaktivitäten im Seminalplasma signifikant erniedrigt waren. Die Autoren folgern, dass Opiatkonsum deutliche negative Auswirkungen auf Spermaqualität, oxidativen Schutz und DNA-Integrität der Spermien hat, und empfehlen, bei unerklärter männlicher Infertilität einen möglichen Opiumkonsum als Ursachenfaktor in Betracht zu ziehen. Die Ergebnisse sprechen für einen klinisch relevanten schädigenden Effekt chronischen Opiatkonsums auf die männliche Fertilität.

PMID 23207164 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2012

Beeinflusst der Alkoholkonsum der letzten Woche die Spermaqualität oder reproduktive Hormone? Eine Querschnittsstudie an gesunden jungen dänischen Männern

Hansen ML, Thulstrup AM, Bonde JP, Olsen J, Håkonsen LB, Ramlau-Hansen CH — Reproductive toxicology (Elmsford, N.Y.)

Querschnittsstudie an 347 gesunden jungen dänischen Männern, die den Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum der vorangegangenen 5 Tage und Spermaqualität sowie reproduktiven Hormonen (Testosteron, Östradiol, SHBG, FSH, LH, Inhibin B) untersuchte; zusätzlich wurde der DNA-Fragmentationsindex der Spermien bestimmt. Es zeigte sich eine Tendenz zu schlechteren Samenparametern bei höherem Alkoholkonsum, jedoch ohne statistisch signifikante Dosis-Wirkungs-Beziehung. Das Verhältnis von freiem Östradiol zu freiem Testosteron war bei höherem Alkoholkonsum in den letzten 5 Tagen höher. Insgesamt war Alkoholkonsum mit einer Verschlechterung der meisten Samenparameter assoziiert, allerdings ohne konsistentes Dosis-Wirkungs-Muster. Die Autoren interpretieren dies als Hinweis auf eine hormonelle Verschiebung Richtung höherem Östradiol/Testosteron-Verhältnis, die möglicherweise langfristig die Spermaqualität beeinträchtigen könnte. Da es sich um eine Querschnittsstudie mit kurzfristiger Expositionserfassung handelt, seien longitudinale Studien nötig, um kausale Zusammenhänge zwischen chronischem Alkoholkonsum und Spermaqualität zu klären.

PMID 22732148 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2011

Effekt von mütterlichem Kaffee-, Rauch- und Trinkverhalten auf die Spermienqualität erwachsener Söhne: prospektive Evidenz aus den Child Health and Development Studies

Cirillo PM et al. — Journal of Developmental Origins of Health and Disease

Prospektive Kohortenstudie im Rahmen der Child Health and Development Studies (Geburtskohorte 1959–1967, Kaiser Foundation Health Plan, Oakland/Kalifornien). Von 338 im Jahr 2005 nachuntersuchten erwachsenen Söhnen (38–47 Jahre) spendeten 196 eine Samenprobe, die nach standardisiertem Protokoll auf Konzentration, Motilität und Morphologie analysiert wurde; mütterliches Kaffee-, Rauch- und Alkoholverhalten während der Schwangerschaft war dokumentiert. Söhne mit hoher pränataler Koffeinexposition (mütterlich ≥5 Tassen Kaffee/Tag) hatten im Mittel eine um rund 16 Mio./mL (~25 %) niedrigere Spermienkonzentration (Trend p=0,09), etwa 7 Prozentpunkte (13 %) niedrigere Motilität (p=0,04) und rund 2 Prozentpunkte (25 %) weniger normal geformte Spermien (p=0,01) als nicht exponierte Söhne. Mütterliches Rauchen und Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zeigten dagegen keinen Zusammenhang mit der späteren Spermienqualität. Die Assoziationen blieben auch nach Adjustierung für den eigenen Kaffee-, Alkohol- und Zigarettenkonsum der Söhne bestehen, was auf einen möglichen pränatalen Programmierungseffekt von Koffein hindeutet.

PMID 25140488 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2010

Mütterlicher Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und Samenqualität der Söhne: zwei Jahrzehnte Follow-up

Ramlau-Hansen CH et al. — Human reproduction

Follow-up-Studie einer dänischen Geburtskohorte (1984–1987): 347 erwachsene Söhne wurden 2005/2006 nachuntersucht; Samen- und Blutproben wurden mit prospektiv erhobenen Angaben zum mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft in Beziehung gesetzt. Die Spermienkonzentration sank mit zunehmender pränataler Alkoholexposition: Söhne von Müttern mit ≥4,5 Drinks/Woche hatten eine adjustierte mittlere Konzentration von 40 Mio/mL (95 %-CI 25–60), verglichen mit 59 Mio/mL (95 %-CI 44–77) bei einer Exposition von unter 1,0 Drink/Woche – ein Unterschied von rund 32 %. Auch Samenvolumen und Gesamtspermienzahl waren mit der pränatalen Alkoholexposition assoziiert, mit den höchsten Werten bei 1,0–1,5 Drinks/Woche. Motilität, Morphologie und Reproduktionshormone einschließlich Testosteron zeigten keine Assoziation. Die Autoren interpretieren dies als Hinweis auf eine dauerhafte Schädigung der fetalen Sertoli-Zellen durch pränatalen Alkohol, die zur langfristigen Absenkung der Spermienkonzentration beitragen könnte.

PMID 20587536 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2007

Ist Rauchen ein Risikofaktor für verminderte Spermienqualität? Eine Querschnittsanalyse

Ramlau-Hansen CH, Thulstrup AM, Aggerholm AS, Jensen MS, Toft G, Bonde JP — Human reproduction (Oxford, England)

Große Querschnittsstudie mit gepoolten Daten aus sieben berufs- und umweltbezogenen Samenqualitätsstudien, durchgeführt zwischen 1987 und 2004. Insgesamt nahmen 2.562 Männer teil, für 2.542 lagen auswertbare Samen- und Rauchdaten vor; erhoben wurden Samen- und Blutproben sowie ein Fragebogen zu Lebensstil und aktuellem Rauchstatus, die Auswertung erfolgte adjustiert für Studie, Alter und weitere Kovariaten. Es zeigte sich eine inverse Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Rauchen und Samenvolumen, Gesamtspermienzahl und Anteil beweglicher Spermien; starke Raucher hatten eine um 19% niedrigere Spermienkonzentration als Nichtraucher. Zudem bestand eine positive Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Rauchen und Testosteron, LH sowie dem Verhältnis LH/freies Testosteron. Einordnung: Aktuelles Rauchen im Erwachsenenalter beeinträchtigt die Samenqualität moderat, aber konsistent über eine große Stichprobe hinweg, was die Empfehlung stützt, Männern zur Vermeidung von Fertilitätseinbußen vom Rauchen abzuraten.

PMID 16966350 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2007

Ist die pränatale Exposition gegenüber Tabakrauch eine Ursache für eingeschränkte Samenqualität? Eine Follow-up-Studie

Ramlau-Hansen CH, Thulstrup AM, Storgaard L, Toft G, Olsen J, Bonde JP — American Journal of Epidemiology

Follow-up-Studie aus einer dänischen Geburtskohorte (1984–1987): 347 von 5109 Söhnen wurden nach ihrer pränatalen Tabakrauchexposition ausgewählt und 2005/2006 mittels standardisiertem Spermiogramm (mobiles Labor) untersucht. Es zeigte sich ein inverser Zusammenhang zwischen mütterlichem Rauchen während der Schwangerschaft und der Gesamtspermienzahl der Söhne im Erwachsenenalter (p=0,002). Söhne von Müttern, die während der Schwangerschaft mehr als 19 Zigaretten täglich rauchten, hatten im Vergleich zu nicht-exponierten Männern ein um etwa 19% geringeres Samenvolumen (p=0,04), eine um 38% niedrigere Gesamtspermienzahl (p=0,11) und eine um 17% niedrigere Spermienkonzentration (p=0,47); die Odds Ratio für Oligospermie betrug 2,16 (95%-KI 0,68–6,87). Motilität und Morphologie waren nicht betroffen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass pränatale Tabakrauchexposition die spätere Samenqualität beeinträchtigen kann, was – falls kausal – einen Teil der beobachteten säkularen Trends und Bevölkerungsunterschiede in der Samenqualität erklären könnte. Mehrere Einzelergebnisse erreichten jedoch keine statistische Signifikanz.

PMID 17369608 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2004

Pränatale Exposition gegenüber mütterlichem Rauchen und reduzierte Spermienqualität sowie Hodengröße im Erwachsenenalter: Querschnittsstudie an 1.770 jungen Männern aus fünf europäischen Ländern

Jensen TK, Jørgensen N, Punab M, Haugen TB, Suominen J, Zilaitiene B, Horte A, Andersen AG, Carlsen E, Magnus Ø, Matulevicius V, Nermoen I, Vierula M, Keiding N, Toppari J, Skakkebaek NE — American journal of epidemiology

Multizentrische Querschnittsstudie im Rahmen von Musterungsuntersuchungen. Eingeschlossen wurden 1.770 junge Männer aus Dänemark (n=889), Norwegen (n=221), Finnland (n=313), Litauen (n=157) und Estland (n=190), bei Teilnahmequoten von 13-19%. Jeder Mann gab eine Samenprobe ab, wurde ärztlich untersucht und beantwortete gemeinsam mit seiner Mutter einen Fragebogen zu pränataler und aktueller Rauchexposition; die Auswertung erfolgte adjustiert für Störfaktoren. Männer mit pränataler Rauchexposition hatten eine um 20,1% niedrigere Spermienkonzentration (95%-KI: 6,8-33,5) und eine um 24,5% niedrigere Gesamtspermienzahl, außerdem etwas geringere Motilität und Morphologie sowie ein um 1,15 ml kleineres Hodenvolumen. Die Assoziation zeigte sich in den meisten Zentren, nicht jedoch in Litauen (dort rauchten nur 1% der Mütter). Einordnung: Die Ergebnisse sprechen für langfristige, generationsübergreifende Effekte mütterlichen Rauchens auf die spätere Reproduktionsfähigkeit der Söhne.

PMID 14693659 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2003

Samenqualität von rauchenden und nichtrauchenden Männern in infertilen Paaren

Künzle R, Mueller MD, Hänggi W, Birkhäuser MH, Drescher H, Bersinger NA — Fertility and Sterility

Kohortenstudie zur Untersuchung des Effekts von Zigarettenrauchen auf zentrale Samenparameter bei Männern, die im Rahmen einer Fertilitätsabklärung ein andrologisches Labor aufsuchten. Von ursprünglich 839 Rauchern und 1266 Nichtrauchern erfüllten 655 Raucher und 1131 Nichtraucher die Einschlusskriterien und wurden mittels standardisierter Samenanalyse verglichen. Zigarettenrauchen war mit einer signifikanten Reduktion der Spermiendichte (-15,3%), der Gesamtspermienzahl (-17,5%), der Gesamtzahl motiler Spermien (-16,6%) sowie der Citratkonzentration im Seminalplasma (-22,4%) assoziiert. Auch der Anteil normal geformter Spermien war bei Rauchern signifikant reduziert. Spermienvitalität, Ejakulatvolumen und Fruktosekonzentration waren zwar leicht, aber nicht signifikant beeinträchtigt. Mit über 1780 ausgewerteten Männern zählt die Studie zu den größeren Untersuchungen zum Thema und liefert robuste Evidenz dafür, dass Rauchen mit einer klinisch relevanten Verschlechterung mehrerer Samenparameter einhergeht, auch wenn ein kausaler Effekt auf die tatsächliche Fertilität damit nicht direkt bewiesen wird.

PMID 12568836 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 2003

Beeinflusst Rauchen während der Schwangerschaft die Spermienzahl der Söhne?

Storgaard L, Bonde JP, Ernst E, Spanô M, Andersen CY, Frydenberg M, Olsen J — Epidemiology (Cambridge, Mass.)

Kohortenstudie im Rahmen einer populationsbasierten Untersuchung über das Dänische Zwillingsregister. Von 316 Männern wurden frische Samen- und Blutproben gewonnen, für 265 lagen per mütterlichem Fragebogen Angaben zum Rauchen während der Schwangerschaft vor. Untersucht wurden Samenqualität und Sexualhormone in Abhängigkeit von der pränatalen Tabakexposition, adjustiert für Alter, aktuellen Raucherstatus und weitere Faktoren. Bei Söhnen von Müttern, die während der Schwangerschaft mehr als 10 Zigaretten pro Tag rauchten, war die Spermiendichte um 48% niedriger (95%-KI: -69% bis -11%); auch Gesamtspermienzahl und Inhibin-B-Spiegel waren reduziert, während FSH tendenziell erhöht war (+16%, nicht signifikant). Bei geringerem Rauchen (1-10 Zigaretten/Tag) zeigte sich kein Effekt. Einordnung: Die Studie liefert Hinweise, dass starkes mütterliches Rauchen in der Schwangerschaft die spätere Spermienproduktion der Söhne dosisabhängig beeinträchtigen und zum beobachteten Rückgang der Spermienzahlen in Dänemark beitragen könnte.

PMID 12859027 — Original auf PubMed →
Rauchen, Alkohol & Drogen 1994

Auswirkungen des Zigarettenrauchens auf die menschliche Spermaqualität

Chia SE, Ong CN, Tsakok FM — Archives of andrology

Querschnittsstudie an Männern im Rahmen eines Infertilitäts-Erstscreenings; von ursprünglich 674 Männern wurden 618 nach festgelegten Kriterien in die Auswertung eingeschlossen. Die Rauchanamnese wurde per direktem Interview erhoben, zusätzlich wurden Ejakulatvolumen, Spermiendichte, Vitalität, Motilität und Morphologie bestimmt. Raucher wiesen im Vergleich zu Nichtrauchern eine signifikant geringere Spermiendichte (p<0,04), einen geringeren Anteil normal geformter Spermien (p<0,001) und einen höheren Anteil an Kopfdefekten der Spermien (p<0,01) auf. Zudem zeigten sich signifikante Trends über verschiedene Kategorien von Zigaretten-Packungsjahren hinweg für Spermiendichte, Anteil normaler Morphologie und Anteil der Kopfdefekte. Die Autoren interpretieren dies als Beleg für eine dosisabhängige Beziehung zwischen Zigarettenrauchen und Beeinträchtigung der Spermatogenese, insbesondere hinsichtlich der Spermienkopf-Morphologie. Mit 618 ausgewerteten Männern gehört diese Studie zu den größeren Untersuchungen ihrer Zeit zum Zusammenhang zwischen Rauchen und Spermaqualität und liefert robuste Evidenz für einen negativen Effekt.

PMID 7857167 — Original auf PubMed →

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