16 Studien1992–2026Alle mit Original-Link

Studien zu Beruf & globale Trends und Spermienqualität

16 wissenschaftliche Original-Publikationen zum Themenbereich Beruf & globale Trends, neueste zuerst. Jede mit deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed.

16 von 16 Studien
Beruf & globale Trends 2026

Geringfügige Veränderungen der Samenqualität über drei Jahrzehnte (1996-2022) bei 8.320 Männern in der Danish Young Men Study (DYMS): Kohortenprofil und Trends

Priskorn L, Baslund-Storch C, Hansen LS, et al. — Andrology

Prospektive bevölkerungsbasierte Kohortenstudie (Kopenhagen, Dänemark) mit jährlichen Querschnittsuntersuchungen von 1996 bis 2022 an insgesamt 8.320 jungen Männern im Rahmen der Musterung zum Wehrdienst; erhoben wurden Samen-, Urin- und Blutproben, Fragebögen und eine körperliche Untersuchung, zeitliche Trends wurden per linearer Regression analysiert und mit nationalen Hodenkrebs-Inzidenztrends verglichen. Der mediane Spermienkonzentrationswert über den gesamten Zeitraum betrug 45 Mio./ml, die mediane Gesamtspermienzahl 141 Millionen, 61 % der Spermien waren progressiv motil und 6,5 % morphologisch normal geformt; 36 % der Teilnehmer hatten mindestens einen Samenparameter unterhalb der WHO-Referenzwerte. Die Samenqualität blieb über die Jahrzehnte weitgehend stabil, mit einer leichten Verbesserung im Zeitraum 2017-2022 gegenüber 1996-2000 (mediane Spermienkonzentration 44 auf 49 Mio./ml). Ein leichter Anstieg der Spermienkonzentration bei jüngeren Geburtsjahrgängen fiel zeitlich mit einem Plateau der zuvor steigenden Hodenkrebsinzidenz zusammen. Die jüngste leichte Verbesserung ist vorsichtig zu interpretieren, da es sich nach Einschätzung der Autoren auch um eine zufällige Schwankung handeln könnte.

PMID 42730477 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2023

Zeitliche Trends der Spermienzahl: Systematische Übersicht und Metaregressionsanalyse weltweit gesammelter Proben im 20. und 21. Jahrhundert

Levine H, et al. — Human reproduction update

Aktualisierte systematische Übersicht mit Metaregression (Suche in PubMed/MEDLINE und EMBASE für 2014-2019, kombiniert mit den Daten der Vorgängerstudie). Insgesamt wurden 223 Studien mit 288 Schätzwerten aus Samenproben, gesammelt zwischen 1973 und 2018, einbezogen - erstmals mit ausreichender Stichprobe auch für Süd-/Mittelamerika, Asien und Afrika, zusätzlich zu Nordamerika, Europa und Australien. Methodik: lineare Regression und gewichtete Metaregression, adjustiert für Fertilitätsstatus und Kontinent. Ergebnisse: Die Spermienkonzentration sank weltweit im Mittel um 51,6% zwischen 1973 und 2018 (Steigung -1,17 Mio./ml/Jahr; p<0,001); die Gesamtspermienzahl sank um 62,3%. Der jährliche prozentuale Rückgang beschleunigte sich nach 2000 von 1,16% auf 2,64%. Einordnung: Die bislang umfassendste Analyse bestätigt einen weltweiten, sich beschleunigenden Rückgang der Spermienzahl auch in bisher unzureichend untersuchten Weltregionen und unterstreicht dringenden Forschungsbedarf zu den Ursachen.

PMID 36377604 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2022

Geografische Unterschiede bei Spermaparametern in den Daten der WHO-Referenzwerte für die Spermiogramm-Analyse

Feferkorn I, et al. — Fertility and sterility

Retrospektive Auswertung (kein Interventionsstudiendesign) der Originaldaten aus 11 Studien, die den WHO-Referenzwerten von 2021 zugrunde liegen; Stichprobe: 3.484 Männer von fünf Kontinenten. Methodik: Vergleich der Spermaparameter nach geografischer Herkunft (Asien, Afrika, Europa, USA, Australien). Ergebnisse: Das Samenvolumen war in Asien und Afrika signifikant niedriger als anderswo; die Spermienkonzentration war am niedrigsten in Afrika, am höchsten in Australien. Gesamtzahl beweglicher (TMSC) und progressiv beweglicher Spermien (TMPS) waren in Afrika am niedrigsten, in Asien und den USA niedriger als in Europa/Australien. Das 5. Perzentil der Konzentration war in den USA am niedrigsten (12,5 Mio./ml), das Morphologie-Perzentil in den USA am niedrigsten (3%), in Asien am höchsten (5%). Einordnung: Die Autoren fordern regionale statt einheitlicher globaler Referenzwerte, da die geografische Variabilität der Spermaparameter erheblich ist.

PMID 35750517 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2021

Umwelt- und berufliche Expositionen im Zusammenhang mit männlicher Infertilität

Marić T, Fučić A, Aghayanian A — Arhiv za higijenu rada i toksikologiju

Systematisches Literaturreview basierend auf einer Suche in PubMed, Scopus und Web of Science für Publikationen zwischen Januar 2000 und September 2020 zu Umwelt- und beruflichen Expositionen im Zusammenhang mit männlicher Infertilität. Die Autoren stellen fest, dass der Anstieg männlicher Infertilität über die letzten zwei Jahrzehnte durch chronische Erkrankungen und genetische bzw. hereditäre Faktoren allein nur teilweise erklärbar ist. Gut dokumentierte Faktoren umfassen Rauchen sowie chronische Erkrankungen wie Adipositas und Diabetes, die ihrerseits Lifestyle und Umweltexposition widerspiegeln können, insbesondere gegenüber endokrinen Disruptoren (ED) wie Phthalaten, Bisphenolen, Pestiziden und Flammschutzmitteln. Die Autoren kritisieren, dass arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und Überwachungsprogramme bislang keine Daten zu männlicher Infertilität erheben, obwohl ED-Chemikalien in zahlreichen technologischen Prozessen zum Einsatz kommen, und dass insgesamt zu wenige Studien zur Ätiologie männlicher Infertilität im Verhältnis zur betroffenen Bevölkerungsgröße vorliegen. Die Arbeit ist ein Aufruf zu besserer Datenlage und arbeitsmedizinischer Überwachung bezüglich endokriner Disruptoren am Arbeitsplatz.

PMID 34187108 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2017

Routinemäßige Erfassung der beruflichen Exposition und ihr Zusammenhang mit der Samenqualität bei infertilen Männern: eine Querschnittsstudie

Daoud S, Sellami A, Bouassida M, Kebaili S, Ammar Keskes L, Rebai T, Chakroun Feki N — Turkish journal of medical sciences

Querschnittliche Fragebogenstudie an 2.122 Männern, die sich wegen unerfülltem Kinderwunsch andrologisch untersuchen ließen; alle Teilnehmer wurden befragt und ihre Samenproben analysiert, um berufliche/umweltbedingte Expositionen (Pestizide, Zement, Lösungsmittel, Hitze, mechanische Vibrationen) mit veränderten Samenparametern in Verbindung zu bringen. Pestizidexposition war mit einem signifikant erhöhten Risiko für Asthenozoospermie (adjustierte OR 1,6; 95%-KI 1,0–2,4) und Nekrozoospermie (OR 2,6; 95%-KI 1,4–4,7) assoziiert. Zementexposition korrelierte mit einem erhöhten Risiko für Oligozoospermie (OR 1,1; 95%-KI 0,9–1,4). Für Lösungsmittel, übermäßige Hitze oder mechanische Vibrationen fand sich hingegen kein signifikanter Zusammenhang mit eingeschränkter Samenqualität. Die Autoren folgern, dass selbstberichtete berufliche Exposition – insbesondere gegenüber Pestiziden und Zement – mit Samenauffälligkeiten assoziiert ist und dass ein einfacher Fragebogen zur routinemäßigen Erfassung beruflicher Risikofaktoren in der Infertilitätsdiagnostik sinnvoll sein kann.

PMID 28618741 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2017

Zeitliche Trends der Spermienzahl: eine systematische Übersicht und Meta-Regressionsanalyse

Levine H, Jørgensen N, Martino-Andrade A, Mendiola J, Weksler-Derri D, Mindlis I, Pinotti R, Swan SH — Human reproduction update

Umfassende systematische Übersicht und Meta-Regressionsanalyse zu zeitlichen Trends der Spermienzahl, basierend auf einer Literatursuche in PubMed/MEDLINE und EMBASE (Publikationen 1981–2013). Von 7.518 gescreenten Abstracts wurden 2.510 Volltexte geprüft; 244 Schätzwerte aus 185 Studien mit insgesamt 42.935 Männern (Probenentnahme 1973–2011) gingen in die Analyse ein, adjustiert u. a. für Fertilitätsstatus, geografische Region, Alter und Karenzzeit. Die Spermienkonzentration (SC) sank zwischen 1973 und 2011 signifikant (adjustierte Steigung -0,64 Mio./mL/Jahr; 95%-KI -1,06 bis -0,22; p=0,003). Besonders ausgeprägt war der Rückgang bei nicht nach Fertilität selektierten westlichen Männern (Nordamerika, Europa, Australien/Neuseeland): dort sank die SC im Schnitt um 1,4%/Jahr, insgesamt um 52,4% über den Zeitraum; die Gesamtspermienzahl sank parallel um 59,3%. Bei fertilen westlichen Männern zeigte sich ein schwächerer, aber ebenfalls signifikanter Rückgang, während sich bei nicht-westlichen Männern (Südamerika, Asien, Afrika) kein signifikanter Trend fand. Die Autoren fordern dringend Forschung zu den Ursachen dieses anhaltenden Rückgangs.

PMID 28981654 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2014

Berufliche Pestizidexposition und Folgen für männliches Sperma und Fertilität: ein Review

Mehrpour O et al. — Toxicology Letters

Narrativer Übersichtsartikel zur beruflichen Pestizidexposition und ihren Auswirkungen auf das männliche Reproduktionssystem, basierend auf einer Auswertung vorliegender Studien an exponierten Arbeitern. Beschrieben werden multifaktorielle Veränderungen des Spermiogramms, insbesondere durch Organophosphate: verminderte Spermiendichte und -motilität, gehemmte Spermatogenese, reduziertes Hodengewicht, verringerte Spermienzahl, -viabilität und -dichte sowie erhöhte Spermien-DNA-Schäden und abnorme Morphologie. Als mögliche Mechanismen nennen die Autoren reduziertes Gewicht von Hoden, Nebenhoden, Samenblase und Prostata, Degeneration der Samenkanälchen, veränderte Testosteron-, FSH- und LH-Spiegel, verminderte antioxidative Enzymaktivität im Hoden sowie gehemmte testikuläre Steroidogenese; DDT und seine Metabolite wirken zudem östrogenartig. Der schädliche Effekt von Pestiziden auf die Spermienqualität wird insgesamt als unbestritten dargestellt, jedoch fordern die Autoren gut kontrollierte Langzeitstudien, die weitere Einflussfaktoren wie sozioökonomischen Status, Ernährung und klinische Merkmale berücksichtigen, um Kausalzusammenhänge eindeutiger zu belegen.

PMID 24487096 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2014

Trends der Spermienqualität in französischen Regionen stehen im Einklang mit einem globalen Wandel der Umweltexposition

Le Moal J et al. — Reproduction

Retrospektive Registerstudie auf Basis der französischen Fivnat-Datenbank für assistierte Reproduktion. Untersucht wurden männliche Partner von Frauen mit beidseitigem Tubenverschluss als von Männerinfertilität unabhängige Referenzgruppe; mittels eines altersadjustierten bayesianischen raum-zeitlichen Modells wurden regionale Zeittrends zwischen 1989 und 2005 analysiert, aufbauend auf einer landesweiten Vorgängerstudie. Die Spermienkonzentration sank in nahezu allen französischen Regionen, am stärksten in Aquitanien, während Midi-Pyrénées durchgehend die niedrigsten Werte aufwies. Die Gesamtmotilität stieg in den meisten Regionen leicht an, außer in Burgund mit deutlichem Rückgang. Auch die Spermienmorphologie verschlechterte sich in den meisten Regionen, besonders ausgeprägt erneut in Aquitanien und Midi-Pyrénées. Die räumlich konsistenten, regional aber unterschiedlich starken Rückgänge sprechen laut Autoren eher für die Hypothese endokriner Disruptoren durch wachsende Chemikalienexposition seit den 1950er-Jahren als für individuelle Lebensstilfaktoren, zumal die stärksten Rückgänge in zwei benachbarten, landwirtschaftlich geprägten und dicht besiedelten Regionen auftraten.

PMID 24567426 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2014

Auswirkungen beruflicher Exposition – gibt es einen Zusammenhang zwischen fragebogenbasierter Exposition und Spermienqualität?

Jurewicz J et al. — Systems Biology in Reproductive Medicine

Querschnittsstudie an 336 Männern einer Kinderwunschklinik mit normaler Spermienkonzentration (≥15 Mio./mL nach WHO-Kriterien), die interviewt wurden und eine Samenprobe abgaben; berufliche Expositionen wurden mittels detailliertem Fragebogen erfasst und mit Spermienkonzentration, -motilität, -morphologie sowie Chromatinstruktur (DNA-Fragmentationsindex, DFI) in Beziehung gesetzt. Lärmexposition am Arbeitsplatz war mit verminderter Motilität und erhöhtem DNA-Schaden assoziiert (p=0,005 bzw. p=0,02), PVC-Exposition mit reduzierter Spermienkonzentration und -motilität (p=0,02 bzw. p=0,03). Hitzeexposition und mehr als 6 Stunden Sitzen pro Arbeitstag korrelierten positiv mit dem DFI (p=0,03 bzw. p=0,001). Nach Korrektur für multiples Testen blieben nur Lärmexposition und langes Sitzen (≥6 Std.) signifikant mit schlechterer Spermienqualität assoziiert. Die Studie zeigt, dass ein einfacher Berufsanamnese-Fragebogen in der klinischen Praxis nützlich sein kann, um Männer mit potenziell fertilitätsrelevanten Arbeitsplatzbelastungen zu identifizieren, wobei die Kausalität einzelner Faktoren wegen der Vielzahl getesteter Variablen vorsichtig zu interpretieren ist.

PMID 24702586 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2013

Rückgang von Spermienkonzentration und -morphologie bei 26.609 Männern nahe der Allgemeinbevölkerung zwischen 1989 und 2005 in Frankreich

Rolland M, Le Moal J, Wagner V, Royère D, De Mouzon J — Human reproduction (Oxford, England)

Retrospektive deskriptive Registerstudie (Fivnat-Datenbank) über 17 Jahre (1989–2005) an 126 ART-Zentren in Frankreich. Aus einer Ausgangspopulation von 154.712 Männern (Partner von Paaren im ersten ART-Zyklus) wurden 26.609 Partner von Frauen mit beidseits blockierten oder fehlenden Eileitern als Analysepopulation ausgewählt, da diese Männer keine eigene bekannte Fertilitätsstörung hatten. Mittels generalisierter additiver Modelle, adjustiert für Alter und Saison, wurden zeitliche Trends von Spermienkonzentration, Gesamtmotilität und Morphologie untersucht. Die Spermienkonzentration sank kontinuierlich und signifikant um etwa 1,9% pro Jahr bzw. insgesamt 32,2% (95%-KI 26,3–36,3%): Für einen 35-jährigen Mann fiel der Schätzwert von 73,6 Mio./ml (1989) auf 49,9 Mio./ml (2005). Auch der Anteil morphologisch normaler Spermien nahm signifikant ab, während die Gesamtmotilität keinen durchgehenden Trend zeigte. Die Autoren werten dies als ernstzunehmenden Hinweis auf einen landesweiten Rückgang der Spermaqualität in Frankreich und fordern eine Klärung möglicher Umweltursachen, darunter endokriner Disruptoren.

PMID 23213178 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2005

Longitudinale Veränderungen der Spermienparameter bei jungen dänischen Männern aus der Kopenhagener Region

Carlsen E, Swan SH, Petersen JH, Skakkebaek NE — Human reproduction (Oxford, England)

Prospektive Längsschnittstudie an 158 jungen dänischen Männern (medianes Alter bei Einschluss 19,1 Jahre), die über bis zu 4 Jahre vierteljährlich Samenproben (insgesamt 1.838 Proben) abgaben und jährlich genital untersucht wurden. Mittels allgemeiner linearer Modelle diente jeder Mann als eigene Kontrolle, adjustiert für Alter, Rauchen, urogenitale Infektionen/Erkrankungen, Fieber und Abstinenzzeit. Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl und Anteil morphologisch normaler Spermien veränderten sich über die 4 Jahre nicht signifikant; das Ejakulatvolumen nahm leicht zu (möglicherweise durch bessere Protokolladhärenz) und die Motilität verbesserte sich geringfügig. Einordnung: Die bei jungen dänischen Männern häufig beobachtete niedrige Spermienkonzentration und mäßige Morphologie ist demnach vermutlich kein Ausdruck einer noch unreifen Spermatogenese, sondern ein bereits im jungen Erwachsenenalter stabiler Ausgangswert - ein relevanter Befund für die Diskussion um einen säkularen Rückgang der Spermienqualität.

PMID 15640256 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2003

Auswirkungen beruflicher Expositionen auf die männliche Fertilität: eine Literaturübersicht

Sheiner EK, Sheiner E, Hammel RD, Potashnik G, Carel R — Industrial Health

Literaturübersicht zum Einfluss von Arbeitsbedingungen sowie beruflicher Exposition gegenüber chemischen und physikalischen Reproduktionstoxinen sowie psychischer Belastung am Arbeitsplatz auf die männliche Fertilität. Die Autoren berichten signifikante Zusammenhänge zwischen beeinträchtigten Samenparametern und chemischen Expositionen gegenüber Schwermetallen (Blei, Quecksilber), Pestiziden (DBCP, 2,4-D), Ethylenglykolethern und Östrogenen. Auch physikalische Expositionen wie ionisierende Strahlung, Mikrowellenstrahlung und Hitze verschlechterten nachweislich die Spermienparameter. Zusätzlich wird psychischer Stress am Arbeitsplatz als relevanter, eigenständiger Faktor für Infertilität beschrieben. Die Übersicht fasst damit ein breites Spektrum arbeitsplatzbezogener Risikofaktoren zusammen, ohne eigene neue Primärdaten zu liefern, und plädiert dafür, die berufliche Anamnese standardmäßig in die Abklärung von Kinderwunschpatienten aufzunehmen. Als Reviewartikel liefert die Arbeit keine eigenen quantitativen Effektschätzer, sondern eine qualitative Zusammenschau der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (2003) verfügbaren Evidenz zu Beruf und männlicher Fertilität.

PMID 12725464 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 2001

Regionale Unterschiede der Samenqualität in Europa

Jørgensen N, Andersen AG, Eustache F, Irvine DS, Suominen J, Petersen JH, Andersen AN, Auger J, Cawood EH, Horte A, Jensen TK, Jouannet P, Keiding N, Vierula M, Toppari J, Skakkebaek NE — Human Reproduction

Standardisierte Querschnittsstudie an 1082 fertilen Männern aus vier europäischen Städten (Kopenhagen, Paris, Edinburgh, Turku) zur Untersuchung regionaler Unterschiede in der Samenqualität, mit zentralisierter Morphologiebewertung und Kontrolle von Laborunterschieden. Dänische Männer hatten die niedrigsten Spermienkonzentrationen und Gesamtspermienzahlen, gefolgt von Franzosen und Schotten; finnische Männer wiesen die höchsten Werte auf. Den höchsten Anteil motiler Spermien fand man bei Männern aus Edinburgh, gefolgt von Turku, Kopenhagen und Paris – signifikant nur zwischen Paris/Edinburgh (p<0,003) und Paris/Turku (p<0,002). Morphologische Unterschiede zwischen den Städten waren nicht signifikant. Zusätzlich zeigte sich eine ausgeprägte saisonale Schwankung (Sommerwerte bei nur 70% bzw. 72% der Winterwerte für Konzentration bzw. Gesamtzahl). Für einen „standardisierten" 30-jährigen fertilen Mann mit 96 Stunden Abstinenz ergaben sich beispielhaft Winter/Sommer-Konzentrationen von 132/93 Mio./ml (Turku), 119/84 (Edinburgh), 103/73 (Paris) und 98/69 (Kopenhagen). Die deutlichen regionalen Unterschiede könnten auf unterschiedliche Umweltexpositionen oder Lebensstile hindeuten und dienen als Referenzpunkt für künftige Trendstudien in Europa.

PMID 11331653 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 1999

Säkulare und saisonale Veränderungen der Samenqualität bei jungen dänischen Männern (1977-1995)

Gyllenborg J, Skakkebaek NE, Nielsen NC, Keiding N, Giwercman A — International Journal of Andrology

Retrospektive statistische Analyse (multiple Regression, ANOVA) von Erstsamenproben 1927 unselektierter Samenspender-Kandidaten aus Kopenhagen zwischen 1977 und 1995, um zeitliche und saisonale Trends der Samenqualität zu untersuchen. Entgegen der These eines generellen Rückgangs stieg die mittlere Spermienkonzentration von 53,0 auf 72,7 Mio./ml (p<0,0001) und die Gesamtspermienzahl von 166,0 auf 227,6 Mio. (p<0,0001) zwischen 1977 und 1995 signifikant an; Volumen und Prozentsatz motiler Spermien veränderten sich nicht. Die Spermienmotilität verschlechterte sich jedoch: Der Anteil mit exzellenter Motilität sank von 74,2% (1977-1980) auf 41,9% (1993-1995, p<0,0001). Zudem zeigte sich eine deutliche saisonale Schwankung mit höchsten Konzentrationen im Frühling (77,6 Mio./ml) und niedrigsten im Sommer (57,5 Mio./ml), konsistent über fünf aufeinanderfolgende Zeitintervalle. Aufgrund des retrospektiven, anonymisierten Designs ohne Kontrolle für Spenderselektion und -alter mahnen die Autoren zur vorsichtigen Interpretation im Kontext der Debatte um einen weltweiten Rückgang der Samenqualität.

PMID 10068941 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 1996

Geographische Unterschiede bei Spermienzahlen als mögliche Ursache für Verzerrungen in Studien zur Samenqualität

Fisch H, Goluboff ET — Fertility and Sterility

Es handelt sich um eine methodenkritische Reanalyse (Sekundäranalyse) einer vielzitierten Metaanalyse aus 61 Studien (1938-1990), die einen weltweiten Rückgang der Samenqualität über 50 Jahre postuliert hatte. Die Autoren konzentrierten sich auf die 20 Studien mit mindestens 100 Probanden, die zusammen 91% aller untersuchten Männer repräsentierten. Dabei zeigte sich: Vor 1970 stammten praktisch alle Studien aus den USA, 80% davon aus New York – Regionen mit besonders hohen Spermienzahlen. Nach 1970 stammten 80% der Studien aus zuvor nicht erfassten Regionen, darunter fünf Studien aus Entwicklungsländern mit niedrigeren Spermienzahlen. Da Spermienzahlen geografisch stark variieren, könnte dieser Stichprobenwechsel den beobachteten „Rückgang" zumindest teilweise vortäuschen. Die Studie liefert damit ein wichtiges methodisches Gegenargument zur These eines globalen Fertilitätsrückgangs und mahnt zu Vorsicht bei der Interpretation gepoolter historischer Samenqualitätsdaten ohne Kontrolle für geografische Herkunft.

PMID 8612832 — Original auf PubMed →
Beruf & globale Trends 1992

Hinweise auf eine abnehmende Spermienqualität in den vergangenen 50 Jahren

Carlsen E, Giwercman A, Keiding N, Skakkebaek NE — BMJ (Clinical research ed.)

Vielzitierte systematische Literaturübersicht mit Metaanalyse-Charakter, die untersuchte, ob sich die Spermienqualität über 50 Jahre verändert hat. Eingeschlossen wurden 61 Publikationen aus den Jahren 1938 bis 1991 mit Daten von insgesamt 14.947 Männern ohne bekannte Unfruchtbarkeitsanamnese, identifiziert über Cumulated Index Medicus/Current List sowie MEDLINE. Mittels linearer Regression, gewichtet nach Fallzahl je Studie, zeigte sich ein signifikanter Rückgang der mittleren Spermienkonzentration von 113 Mio./ml im Jahr 1940 auf 66 Mio./ml im Jahr 1990 (p<0,0001) sowie ein Rückgang des mittleren Ejakulatvolumens von 3,40 ml auf 2,75 ml (p=0,027) – Letzteres deutet auf einen noch stärkeren Rückgang der Gesamtspermienproduktion hin, als es die Konzentration allein widerspiegelt. Die Autoren folgern auf einen echten Qualitätsverlust des Spermas über den untersuchten Zeitraum, der angesichts des parallelen Anstiegs genitourinärer Fehlbildungen (Hodenkrebs, möglicherweise Kryptorchismus und Hypospadie) auf zunehmende Umwelteinflüsse auf die männliche Gonadenfunktion hindeuten könnte. Die Studie prägte die bis heute andauernde Debatte um einen säkularen Trend der Spermienqualität.

PMID 1393072 — Original auf PubMed →

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