74 Studien2020–2026Alle mit Original-Link

Studien zu Grunderkrankungen & Infektionen und Spermienqualität (1–37)

74 wissenschaftliche Original-Publikationen zum Themenbereich Grunderkrankungen & Infektionen, neueste zuerst; diese Seite zeigt die Studien 1 bis 37. Jede mit deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed.

37 von 37 Studien
Grunderkrankungen & Infektionen 2026

Auswirkungen einer Ureaplasma-urealyticum-Infektion des Urogenitaltrakts auf Spermien-DNA und Samenqualität bei männlichen Patienten

Zhao L et al. — European journal of clinical microbiology & infectious diseases

Laboranalytische Studie zu den Auswirkungen einer Infektion mit Ureaplasma urealyticum (UU) im männlichen Genitaltrakt auf Spermien-DNA und Samenqualität. Die Spermienmorphologie wurde mikroskopisch nach HE-Färbung beurteilt, biochemische Samenparameter (Zink, Fruktose, Zitronensäure, neutrale α-Glukosidase, Elastase, Akrosin-Aktivität) automatisiert bestimmt, die DNA-Fragmentierung (DFI) sowie hohe DNA-Anfärbbarkeit (HDS) mittels Sperm-Chromatin-Structure-Assay (SCSA) gemessen. In der UU-positiven Gruppe waren die seminale Elastase (p=0,0006) und der Anteil morphologisch abnormaler Spermien signifikant erhöht; auch der DFI-Wert lag signifikant höher als in der UU-negativen Vergleichsgruppe. Die Autoren schlussfolgern, dass eine UU-Infektion nicht nur biochemische Samenparameter und die Spermienmorphologie verschlechtert, sondern auch die DNA-Fragmentierung erhöht und die DNA-Integrität der Spermien senkt, was einen relevanten Pathomechanismus für UU-assoziierte männliche Unfruchtbarkeit darstellen könnte. Genaue Stichprobenzahlen werden im verfügbaren Abstract nicht genannt.

PMID 41217668 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2026

Einfluss von humanen Papillomaviren auf Spermienparameter und männliche Unfruchtbarkeit: eine Einzelzentrumsstudie

Matik S et al. — JBRA assisted reproduction

Single-Center-Fall-Kontroll-Studie mit 50 Männern aus unfruchtbaren Paaren und 10 Männern mit nachgewiesener Fertilität als Kontrollen, die den Nachweis von seminalem HPV (mittels Real-Time-PCR mit Genotypisierung) und dessen Zusammenhang mit computerassistierter Spermienanalyse untersuchte. HPV-DNA fand sich bei 9 von 50 Männern (18,0 %) aus unfruchtbaren Paaren und bei 1 von 10 fertilen Kontrollen (10,0 %). Innerhalb der unfruchtbaren Gruppe war HPV-Positivität mit veränderten Spermienparametern assoziiert, unter anderem erhöhter progressiver Motilität, vermehrtem residualem Zytoplasma und reduziertem Anteil normaler Akrosomen. Im Vergleich zu fertilen Kontrollen zeigten HPV-positive unfruchtbare Männer signifikant niedrigere Spermienkonzentration, geringere Gesamtzahl beweglicher Spermien, schlechtere Penetrationsfähigkeit in Zervixschleim sowie mehr Flagellum-, Hals- und Mittelstückdefekte. Die kleine Stichprobe begrenzt die Aussagekraft, dennoch deuten die Ergebnisse auf eine mögliche Rolle von HPV als Kofaktor männlicher Unfruchtbarkeit hin.

PMID 41428716 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2026

Der Zusammenhang zwischen dem seminalen Mikrobiom und männlicher reproduktiver Gesundheit: eine systematische Übersichtsarbeit

Bazzar B et al. — Biology of reproduction

Systematische Übersichtsarbeit (PRISMA-2020-konform mit 2025-Erweiterungen) zum Zusammenhang zwischen dem seminalen Mikrobiom und männlicher reproduktiver Gesundheit, basierend auf Studien aus PubMed, Scopus und Science Direct (2015–2025) an Menschen, in vitro und im Nagetiermodell. Der männliche Genitaltrakt, früher als steril angesehen, enthält demnach Mikroben aus Magen-Darm-Trakt, Fortpflanzungsorganen und externen Quellen wie Sexualpartnern; dominierende Stämme sind Firmicutes, Proteobacteria, Actinobacteria und Bacteroidetes. Eine Dysbiose verändert Spermienparameter, löst Entzündung und oxidativen Stress aus und wird mit Unfruchtbarkeit, HPV-Infektion, Prostatitis, Prostatakrebs und Azoospermie in Verbindung gebracht. Während günstige Gattungen wie Lactobacillus Motilität, Konzentration und DNA-Integrität der Spermien verbessern, sind dysbiotische Taxa wie Prevotella, Pseudomonas und Ureaplasma mit Verschlechterungen assoziiert; Sexualkontakte fördern einen bidirektionalen mikrobiellen Austausch. Standardisierte Methoden und Langzeitstudien werden für den Kausalitätsnachweis gefordert; Probiotika gelten als vielversprechender therapeutischer Ansatz.

PMID 41615012 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2026

Einfluss von Genitalinfektionen bei Männern auf die Spermienqualität: eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse

Campbell KJ, Venkatesh A, Golan R, et al. — Fertility and Sterility

Systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse kontrollierter Vergleichsstudien (PubMed, Web of Science, Embase) zum Zusammenhang zwischen urogenitalen Infektionen und Samenqualität sowie reproduktiven bzw. ART-Ergebnissen; 51 Studien wurden qualitativ ausgewertet, 35 davon quantitativ gepoolt. Männer mit dokumentierten Genitalinfektionen zeigten signifikant reduziertes Samenvolumen (MD -0,37 ml), geringere Spermienkonzentration (MD -6,65 Mio./ml, I²=90 %), niedrigere progressive Motilität (MD -5,93 %), geringere Gesamtspermienzahl (MD -47,15 Mio.) und schlechtere Morphologie (MD -0,76 %); Gesamtmotilität, Vitalität und DNA-Fragmentationsindex unterschieden sich nicht signifikant. HPV-Infektion war mit erhöhter Antispermien-Antikörper-Prävalenz assoziiert (OR 10,63), Hepatitis B mit erhöhtem Fehlgeburtsrisiko (OR 1,43). Die Heterogenität zwischen den Studien war erheblich (I²: 66-95 %). Die Autoren mahnen aufgrund überwiegend beobachtender Studiendesigns zu vorsichtiger Interpretation und fordern prospektive Studien mit standardisierten Diagnosekriterien.

PMID 41825760 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2026

Der Einfluss von SARS-CoV-2 auf die männliche Fertilität: eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von Kohortenstudien

Barzoki MG, Farahmand M, Mahmodi MJ, et al. — Reviews in Medical Virology

Meta-Analyse von Kohortenstudien (Einzelarm- und kontrollierte Studien) zur Wirkung einer SARS-CoV-2-Infektion auf Samenparameter, basierend auf einer Literatursuche in PubMed, Scopus, Cochrane Library und Web of Science für den Zeitraum 2019 bis Dezember 2023; verglichen wurden Männer nach COVID-19-Erkrankung mit nicht infizierten Kontrollen sowie Prä-/Post-Vergleiche bei denselben Personen. In Einzelarm-Studien zeigte sich eine signifikante Abnahme des Samenvolumens (p=0,0023); in kontrollierten Kohortenstudien fanden sich signifikante Reduktionen von Spermienkonzentration (p<0,0001), Gesamtspermienzahl (p=0,0001), Gesamtmotilität (p=0,0009) und progressiver Motilität (p=0,0391) sowie eine signifikante Veränderung des DNA-Fragmentationsindex (p=0,04) - die Richtung dieses letzten Effekts geht aus dem Abstract nicht eindeutig hervor. Die Autoren werten die Befunde als überzeugenden Beleg dafür, dass eine SARS-CoV-2-Infektion die männliche Samenqualität beeinträchtigen kann. Als aktuellste Metaanalyse mit Kohortendaten liefert die Arbeit robuste, aber weiterhin beobachtende Evidenz; Langzeitverläufe und Erholungszeiten bleiben unklar.

PMID 41863427 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2026

Einfluss von Mycoplasma hominis auf die Spermienqualität bei unfruchtbaren Männern: eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse

Boujemaa S, Suri GS, Kaur G — Health Science Reports

Meta-Analyse von 11 Studien (Suche in PubMed, Embase, Web of Science, Scopus, Cochrane Library, Google Scholar und CINAHL bis Oktober 2025) zum Einfluss einer Infektion mit dem Bakterium Mycoplasma hominis auf Samenparameter bei unfruchtbaren Männern; berechnet wurden standardisierte Mittelwertdifferenzen (SMD) mit Publikationsbias- und Sensitivitätsanalysen. Infizierte Männer zeigten signifikant niedrigere Spermienkonzentration (SMD -0,815; p=0,001), geringere progressive Motilität (SMD -0,360; p=0,03), reduzierte Spermienvitalität (SMD -0,831; p=0,005) und schlechtere Morphologie (SMD -0,631; p=0,02), während der pH-Wert des Seminalplasmas erhöht war (SMD 0,586; p=0,006). Geografische Herkunft und diagnostische Methode trugen zur beobachteten Heterogenität bei; ein relevanter Publikationsbias wurde nicht festgestellt (Egger-Test p=0,10). Die Ergebnisse sprechen für einen Zusammenhang zwischen M.-hominis-Infektion und beeinträchtigter Samenqualität, wobei prospektive Studien zur Klärung der Kausalität und verbesserten Diagnostik weiterhin fehlen.

PMID 42011280 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2026

Erhöhte Blutfettwerte und veränderte Samenparameter bei Männern von Paaren in Kinderwunschbehandlung

Grandi SM, Mumford SL, Hinkle SN, et al. — American Journal of Epidemiology

Sekundäranalyse von Daten der Folic Acid and Zinc Supplementation Trial (FAZST), einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie (2013-2017), mit 2.321 Männern aus Paaren in Kinderwunschbehandlung, die zu Studienbeginn Blut- und Samenproben abgaben; mittels generalisierter linearer und log-binomialer Modelle mit Gewichtung für Confounder und Studienausfälle wurden Zusammenhänge zwischen erhöhten Blutfettwerten und Samenvolumen, -konzentration, -morphologie, -zahl, Gesamtmotilität sowie DNA-Fragmentation (nach 6 Monaten) untersucht. Zu Studienbeginn hatten 1.343 Männer (57,9 %) erhöhte Lipidwerte, häufiger verbunden mit höherem BMI, mehr Komorbiditäten und männlicher Infertilität. Männer mit erhöhten Lipidwerten zeigten in adjustierten Modellen reduziertes Samenvolumen und veränderte Morphologie; auch Spermienkonzentration und -zahl waren tendenziell vermindert, jedoch mit weniger präzisen Schätzungen. Nach 6 Monaten zeigte sich zusätzlich reduzierte Gesamtmotilität. Die Autoren folgern, dass erhöhte Blutfettwerte die Samenqualität und Fertilität negativ beeinflussen könnten - ein relevanter Befund angesichts zunehmender kardiometabolischer Erkrankungen.

PMID 42118581 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2026

Die Wirkung von humanen Papillomaviren auf Spermienparameter: eine Umbrella-Review und Meta-Analyse

Iravani M, Dastoorpour M, Mohammadi S, et al. — International Journal of Fertility & Sterility

Umbrella-Review (Übersicht über systematische Übersichtsarbeiten) mit Meta-Analyse, die am 24. August 2024 in Web of Science, PubMed, Cochrane Library, Medline und Embase nach zwischen 1996 und 2024 publizierten Reviews zum Zusammenhang zwischen HPV-Infektion und Spermienqualität suchte; aus 537 identifizierten Artikeln wurden 16 systematische Übersichtsarbeiten/Meta-Analysen eingeschlossen und mittels AMSTAR auf Verzerrungsrisiko geprüft. HPV-Infektion im Ejakulat war signifikant assoziiert mit reduzierter progressiver Motilität (SMD -0,48; 95%-KI -0,75 bis -0,21), geringerer Gesamtmotilität (SMD -0,59), niedrigerer Spermienzahl (SMD -0,27), verminderter Vitalität (SMD -0,38) und schlechterer Morphologie (SMD -0,32) im Vergleich zu HPV-negativen Männern. Die Autoren werten HPV-Infektionen des Ejakulats als möglichen relevanten Faktor für eine verminderte Spermienqualität und damit als potenziellen Beitrag zu ungeklärter männlicher Infertilität, wobei die Arbeit als Übersicht über bestehende Reviews selbst keine neuen Primärdaten liefert.

PMID 42703824 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2025

Typ-1-Diabetes mellitus und Spermienqualität: eine Fall-Kontroll-Studie

Delbarba A, Anelli V, Bambini F, Buoso C, Facondo P, Gatta E, Girelli A, Cappelli C, Ferlin A — Andrology

Beobachtende Fall-Kontroll-Studie mit 42 Männern mit Typ-1-Diabetes (DM1) und 43 nicht-diabetischen Kontrollpersonen vergleichbaren Alters. Alle Teilnehmer durchliefen eine umfassende andrologische Untersuchung mit Anamnese, körperlicher Untersuchung, Spermaanalyse sowie den Fragebögen IIEF-5 (erektile Funktion) und AMS (Alterssymptome des Mannes); bei auffälligen Spermabefunden erfolgten zusätzlich Spermakultur und Skrotalsonografie. DM1-Patienten wiesen eine höhere Prävalenz von Infertilität und erektiler Dysfunktion sowie schlechtere Spermaparameter auf: Ejakulatvolumen, Gesamtspermienzahl sowie Gesamt- und progressive Motilität waren signifikant reduziert (p<0,001, p=0,003, p=0,048 bzw. p=0,022). Zudem waren Anti-Spermien-Antikörper, AMS-Score und FSH-Spiegel erhöht. Als mögliche Mechanismen nennen die Autoren oxidativen Stress in der Spermatogenese, seminale Infektionen und diabetesbedingte neurologische Veränderungen im Becken. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer andrologisch-reproduktionsmedizinischen Beratung von Männern mit Typ-1-Diabetes.

PMID 38924386 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2025

Längsschnittliche Trends der Hodenvolumen-Z-Werte von der Pubertät bis ins Erwachsenenalter, Spermienqualität und Vaterschaftsergebnisse nach Krebserkrankung im Kindesalter

Korhonen M, Jahnukainen K, Koskela M — Cancer

Longitudinale Kohortenstudie mit 255 männlichen Überlebenden einer Krebserkrankung im Kindesalter (Helsinki Children's Hospital, Diagnose 1964–2000, Überlebenszeit ≥5 Jahre). Das Hodenvolumen wurde im Alter von 12, 14, 16 und 18 Jahren sowie im Erwachsenenalter (medianes Alter 27 Jahre) gemessen und in altersspezifische Z-Werte umgerechnet; 92 Teilnehmer gaben zusätzlich eine Samenprobe ab, Vaterschaftsdaten aus nationalen Registern lagen für 252 Männer vor. Gegenüber Referenzwerten zeigten die Überlebenden im Alter von 12–18 Jahren niedrige Hodenvolumen-Z-Werte; bei rein chemotherapeutisch behandelten Patienten normalisierten sich diese im Erwachsenenalter, bei testikulärer Bestrahlung ≥1 Gy (Mediandosis 12 Gy) blieb dagegen keine Erholung aus. Testikuläre Bestrahlung ≥1 Gy und eine Cyclophosphamid-Äquivalentdosis ≥12 g/m² waren Risikofaktoren für eine Azoospermie im Erwachsenenalter; die Kombination aus Bestrahlung ≥1 Gy und Äquivalentdosis ≥4 g/m² ging zudem mit geringeren Vaterschaftsraten einher. Hochdosierte testikuläre Bestrahlung war insgesamt der stärkste Risikofaktor für dauerhafte Azoospermie und Kinderlosigkeit.

PMID 39470456 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2025

Systemischer Lupus erythematodes und männliche reproduktive Gesundheit: Eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Zhu J et al. — Autoimmunity reviews

Diese systematische Übersicht und Metaanalyse (Literatursuche in sechs Datenbanken, Januar 2000 bis Dezember 2024) untersuchte den Einfluss von systemischem Lupus erythematodes (SLE) auf die männliche Sexual- und Reproduktionsgesundheit. Von 5.002 identifizierten Publikationen erfüllten 9 Studien die Einschlusskriterien; die Auswertung erfolgte mit Review Manager 5.3, das Bias-Risiko wurde anhand der AHRQ-Checkliste bewertet. Männer mit SLE hatten ein deutlich höheres Risiko für erektile Dysfunktion (Odds Ratio 7,44; 95%-KI 5,00–11,06; p<0,001), erhöhte FSH-Werte (mittlere Differenz 4,02; p=0,002) und LH-Werte (mittlere Differenz 2,21; p<0,001) sowie eine signifikant verringerte Spermienzahl (mittlere Differenz -0,54; p<0,001) im Vergleich zu Kontrollen. Die Autoren folgern, dass männliche SLE-Patienten überdurchschnittlich häufig Störungen der Sexualfunktion, des Hormonhaushalts und der Spermaqualität aufweisen, und fordern mehr klinische Aufmerksamkeit und gezielte Interventionen für diese Patientengruppe.

PMID 39788440 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2025

Der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck, blutdrucksenkenden Medikamenten und Spermaparametern bei Männern in fertilitätsmedizinischer Abklärung

Greenberg DR et al. — Andrology

Diese retrospektive Kohortenstudie untersuchte bei 14.009 Männern, die sich zwischen 2002 und 2023 einer Fertilitätsabklärung unterzogen, den Zusammenhang zwischen Bluthochdruck bzw. blutdrucksenkender Medikation und Spermaparametern. 10,1 % (n=1.410) der Männer hatten die Diagnose Hypertonie. Hypertoniker wiesen ein signifikant geringeres Ejakulatvolumen (2,8 ml vs. 2,9 ml, p<0,001) und eine geringere Spermienmotilität (58 % vs. 60 %, p<0,001) auf; Hypertonie war zudem unabhängig mit einer abnormen Gesamtzahl motiler Spermien (TMSC<20 Mio.) assoziiert (Odds Ratio 1,21; 95%-KI 1,05-1,40; p=0,008). Innerhalb der Hypertoniker hatten Männer unter aktueller antihypertensiver Medikation eine niedrigere Motilität, schlechtere Morphologie und niedrigere TMSC als unbehandelte Hypertoniker; in der multivariablen Analyse zeigte die Medikation selbst jedoch kein zusätzliches signifikantes Risiko gegenüber unbehandelten Patienten. Mehr als jeder zehnte Mann in fertilitätsmedizinischer Abklärung hatte Bluthochdruck; die Autoren empfehlen eine entsprechende Lebensstilberatung und weitere Forschung zur Rolle der Medikamente.

PMID 39912558 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2025

Das Sperma-Mikrobiom, männliche Infertilität und reproduktive Gesundheit

Chatzokou D et al. — International journal of molecular sciences

Dieser narrative Übersichtsartikel fasst den aktuellen Kenntnisstand zum Sperma-Mikrobiom und dessen Rolle für männliche Infertilität und reproduktive Gesundheit zusammen. Entgegen der früheren Annahme, Samenflüssigkeit sei steril, gilt sie heute als dynamisches Ökosystem mit vielfältigen Mikroorganismen. Die Autoren diskutieren, wie Next-Generation-Sequencing und Bioinformatik die Erforschung dieses Ökosystems verändert haben, und referieren Belege für eine komplexe Beziehung zwischen der Zusammensetzung des Sperma-Mikrobioms und der männlichen Fruchtbarkeit: Bestimmte Bakteriengattungen wie Lactobacillus und Prevotella zeigen dabei gegensätzliche Effekte auf Spermienqualität und DNA-Integrität. Der Einfluss des Mikrobioms reicht über die natürliche Fertilität hinaus bis zu Ergebnissen assistierter Reproduktionstechniken und Schwangerschaften. Die Autoren betonen fehlende standardisierte Methoden und uneinheitliche Studienergebnisse als zentrale Limitation und fordern die Entwicklung eines diagnostisch-therapeutischen Algorithmus sowie weitere Forschung, um personalisierte Fertilitätsstrategien auf Basis des Mikrobioms zu ermöglichen. Es handelt sich um eine qualitative Literaturübersicht ohne eigene Metaanalyse.

PMID 40003912 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2025

Ureaplasma urealyticum erhöht Leukozyten in der Samenflüssigkeit und verschlechtert die menschliche Spermaqualität: eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Kukoyi OS et al. — Basic and clinical andrology

Diese systematische Übersicht und Metaanalyse (Literatursuche bis 31. Mai 2024 in Cochrane, Google Scholar und PubMed nach dem PECOS-Modell) untersuchte den Effekt einer Infektion mit Ureaplasma urealyticum, Erreger einer nicht-gonokokkalen Urethritis, auf die Spermaqualität. Im Vergleich zu nicht infizierten Kontrollen zeigte sich bei infizierten Männern eine signifikante Reduktion von Ejakulatvolumen (SMD 0,33), Spermienkonzentration (SMD 0,47), Gesamtmotilität (SMD 0,73), Gesamtzahl motiler Spermien (SMD 0,21) und normaler Morphologie (SMD 0,88; alle p≤0,0004), bei gleichzeitig erhöhter Leukozytenzahl in der Samenflüssigkeit (SMD -0,82; p=0,04). Qualitativ zeigten infizierte Männer zudem erhöhte Entzündungsmarker (IL-1β, IL-6, IL-8, TNF-α, Peroxidase, Neutrophile, CD4+- und CD8+-T-Zellen) sowie eine höhere Spermien-DNA-Fragmentierung und mehr apoptotische Spermien. Die Autoren schließen, dass U. urealyticum die Spermaqualität über eine Hochregulierung von Leukozyten, Elastase, proinflammatorischen Zytokinen und DNA-Fragmentierung verschlechtert, und fordern weitere Forschung zu Mechanismen und wirksamen Therapien.

PMID 40247169 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2025

Spermienqualität bei Patienten mit akuter Leukämie: eine retrospektive Studie

Buonacquisto A et al. — Annals of hematology

Retrospektive Studie zur Spermienqualität von Männern mit akuter Leukämie vor Beginn der Chemotherapie, mit Nachuntersuchung eines Teils der Patienten sowie Erhebung von Fertilitätsdaten und Kryokonservierungspraxis. Erfasst wurden Spermiogramm-Parameter, Kinderwunsch, Anzahl der durchgeführten Kryokonservierungen und deren Durchführbarkeit. Vor Therapiebeginn lagen die medianen Spermienwerte der Patienten oberhalb der 25. Perzentile der Referenzwerte. Nach der Chemotherapie stieg der Anteil an Azoospermie im Verlauf von einem Jahr an. Vier Patienten erreichten mittels assistierter Reproduktionstechniken (mindestens ein Zyklus) eine Vaterschaft. Die Autoren schlussfolgern, dass die Spermienqualität vor einer Leukämiebehandlung meist noch im Normbereich liegt, die Chemotherapie jedoch häufig zu einer deutlichen, teils dauerhaften Verschlechterung bis zur Azoospermie führt. Die Studie unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen Aufklärung über und Durchführung von Spermienkryokonservierung bei jungen Leukämiepatienten vor Therapiebeginn, um spätere Elternschaft zu ermöglichen.

PMID 40707629 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2025

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Spermiogramm-Parameter: eine prospektive Kohortenstudie

Madab IQ et al. — The journal of medicine access

Prospektive Kohortenstudie (Baghdad Medical City Complex, August 2020 bis August 2022) zu den Auswirkungen einer COVID-19-Infektion auf Spermiogramm-Parameter. Von ursprünglich 50 Teilnehmern gingen 44 männliche Patienten (mittleres Alter 31,8 ± 5,1 Jahre, BMI 24,7 ± 3,4 kg/m², 77,3 % Raucher) in die Endauswertung ein; geimpfte Männer wurden ausgeschlossen. Alle untersuchten Samenparameter verschlechterten sich signifikant vom Ausgangswert bis zur 3-Monats-Kontrolle nach der Infektion, erholten sich jedoch zwischen dem 3. und 6. Monat signifikant und erreichten wieder ein mit dem Ausgangswert vergleichbares Niveau. Die Autoren folgern, dass eine COVID-19-Infektion die Spermienqualität vorübergehend, insbesondere in den ersten drei Monaten nach Infektion, beeinträchtigt, sich diese Effekte aber innerhalb von etwa einem halben Jahr weitgehend zurückbilden. Einschränkend zu nennen sind die kleine Stichprobe, der hohe Raucheranteil und der Verlust von sechs Teilnehmern im Follow-up.

PMID 40905004 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2024

Nicht länger warten – rechtzeitig Kinder zeugen: systematisches Review und Metaanalyse zu Spermaparametern nach Varikozelektomie

Mei Y, Ji N, Feng X, Xu R, Xue D — International urology and nephrology

Systematisches Review und Metaanalyse prospektiver Studien (Suche in PubMed, Web of Science und Cochrane Library, Auswertung mit STATA) zur Frage, wie lange nach einer Varikozelektomie gewartet werden sollte, bis sich die Spermaqualität optimal verbessert hat. Verglichen wurden Spermaparameter vor der Operation mit Nachuntersuchungen nach unterschiedlichen Zeitabständen, ausgedrückt als gewichtete Mittelwertdifferenzen (WMD). Innerhalb von drei Monaten nach dem Eingriff zeigte sich bereits eine signifikante Verbesserung der Spermaparameter gegenüber dem präoperativen Ausgangswert; nach sechs Monaten oder länger war keine weitere Verbesserung mehr nachweisbar (z. B. Spermienkonzentration WMD -1,33; Motilität WMD 2,31; Morphologie WMD 1,29). Die Autoren schlussfolgern, dass drei Monate nach Varikozelektomie der optimale Zeitpunkt für eine Bewertung der Spermaqualität bzw. für einen Zeugungsversuch sein könnte, betonen jedoch den Bedarf an weiteren gut kontrollierten prospektiven Studien zur Bestätigung.

PMID 38761331 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2024

Beeinträchtigte Spermienqualität bei Patienten mit chronischer Prostatitis

Rosellen J, Dittmar F, Hauptmann A, Diemer T, Schuppe HC, Schagdarsurengin U, Fritzenwanker M, Wagenlehner F, Pilatz A — Journal of clinical medicine

Prospektive Kohortenstudie mit 1.071 Patienten, die zwischen 2013 und 2022 wegen Verdachts auf chronische Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom (CP/CPPS) andrologisch untersucht wurden. Die Spermaanalyse erfolgte nach WHO-2010-Kriterien und wurde mit den WHO-2021-Referenzwerten (Vergleichsgruppe von rund 3.500 Männern) verglichen. Im Median lagen alle untersuchten Spermaparameter im Normalbereich, dennoch fielen bei rund 25 % der Patienten die Werte jedes einzelnen Parameters unterhalb der 5. Perzentile der WHO-Referenzgruppe. Insbesondere eine Bakteriospermie war mit einem negativen Effekt auf das Ejakulatvolumen assoziiert. Mit über 1.000 Teilnehmern handelt es sich um die bislang größte Studie, die sämtliche Standard-Spermaparameter von CP/CPPS-Patienten mit aktuellen WHO-Referenzwerten vergleicht, und liefert damit belastbare Evidenz für eine relevante Beeinträchtigung der konventionellen Spermaparameter bei einem Teil der Betroffenen.

PMID 38792425 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2024

[Veränderungen der Samenplasma-Zusammensetzung und entsprechende Spermienqualität bei Patienten mit chronischer Prostatitis/chronischem Beckenschmerzsyndrom: Fortschritte der Forschung]

Xu WL, Ma WM, Liang CZ — Zhonghua nan ke xue = National journal of andrology

Chinesischsprachiger narrativer Übersichtsartikel ohne eigene Primärdaten, der den aktuellen Forschungsstand zu Veränderungen der Samenplasma-Zusammensetzung bei chronischer Prostatitis/chronischem Beckenschmerzsyndrom (CP/CPPS) und deren Auswirkung auf die Spermienqualität zusammenfasst. Die Autoren durchsuchten PubMed und weitere Datenbanken nach Originalarbeiten, Reviews, klinischen Studien und Fallberichten zu den Stichworten chronische Prostatitis, Beckenschmerzsyndrom, Spermien, Samen und Samenplasma bei Mensch und Tier bis 2024. Hintergrund ist, dass Prostatitis zu den drei häufigsten Prostatakrankheiten zählt und weltweit etwa die Hälfte aller Männer im Laufe ihres Lebens betrifft; bei CP/CPPS-Patienten ist die Infertilitätsrate deutlich erhöht, was maßgeblich auf Veränderungen der Samenzusammensetzung zurückgeführt wird. Der Artikel diskutiert Mechanismen und Zusammenhänge, liefert jedoch keine eigenen quantitativen Ergebnisse, sondern dient als Übersicht über bestehende Evidenz.

PMID 39210495 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2024

Papillomavirus-Infektion und männliche Infertilität: systematisches Review und Metaanalyse

Garolla A, Mereu S, Pizzol D, Yon DK, Rahmati M, Soysal P, Ilie PC, Bertoldo A, Trott M, Smith L — Health science reports

Systematisches Review und Metaanalyse (Datenbanksuche in PubMed/MEDLINE, Scopus, Embase, Web of Science u. a. bis Juli 2024) zum Zusammenhang zwischen humaner Papillomavirus-Infektion (HPV) und männlicher Fertilität. Eingeschlossen wurden 25 Studien mit insgesamt 6.942 Patienten; die quantitative Metaanalyse basierte auf Mittelwerten und Standardabweichungen. Bei HPV-positiven Männern war die Spermienmorphologie signifikant schlechter als bei HPV-negativen Kontrollen (standardisierte Mittelwertdifferenz [SMD] -0,52; 95 %-KI -0,84 bis -0,21; p=0,001), ebenso die Spermienmotilität (SMD -0,82; 95 %-KI -1,07 bis -0,57; p<0,001); Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration und pH-Wert unterschieden sich hingegen nicht signifikant. Die weiteren 15 in das systematische Review eingeschlossenen, aber nicht meta-analysierbaren Studien zeigten zusätzlich starke Assoziationen zwischen HPV-Infektion und beeinträchtigter Paarfertilität sowie einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsverlust. HPV-Infektionen können die männliche Fruchtbarkeit demnach über eine Beeinträchtigung von Spermienmorphologie und -motilität relevant einschränken.

PMID 39221052 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2024

Nimmt der Spermien-DNA-Fragmentationsindex nach Varikozelektomie bei varikozelebedingter Infertilität kontinuierlich weiter ab? Systematisches Review und Metaanalyse

Wang L, Zheng L, Jiang H, Jiang T — American journal of men's health

Systematisches Review und Metaanalyse von vier Studien (Suche in PubMed, Embase, Scopus, Web of Science und Cochrane Library) zur Frage, wie sich der Spermien-DNA-Fragmentationsindex (DFI) nach einer Varikozelektomie über die Zeit entwickelt und welcher Nachbeobachtungszeitpunkt für eine Zeugung optimal ist. Ergebnisse wurden als mittlere Differenz (MD) mit 95 %-Konfidenzintervall unter Berücksichtigung der Heterogenität (I²) dargestellt. Innerhalb von drei Monaten nach dem Eingriff zeigte sich gegenüber dem präoperativen Ausgangswert bereits eine signifikante Verbesserung des DFI (MD -3,66; 95 %-KI -5,17 bis -2,14); nach zwölf Monaten Nachbeobachtung war hingegen keine weitere signifikante Verbesserung mehr nachweisbar (MD -1,59; 95 %-KI -3,22 bis 0,05; p=0,06). Die Autoren schließen daraus, dass sechs Monate nach Varikozelektomie der optimale Zeitpunkt für die DFI-Bewertung bzw. den Versuch einer Zeugung sein könnte, mahnen aber angesichts der geringen Studienzahl weitere prospektive Untersuchungen an.

PMID 39376021 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2023

Auswirkungen der Varikozelen-Operation auf Spermaparameter bei unfruchtbaren Männern: Systematische Übersicht und Metaanalyse

Agarwal A, et al. — The world journal of men's health

Systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse (Scopus, PubMed, Embase, Cochrane) nach PICOS-Modell, die operierte gegen unbehandelte Kontrollpatienten vergleicht (nicht nur Vorher-Nachher-Vergleiche). Eingeschlossen wurden 16 Studien mit insgesamt 2.420 unfruchtbaren Männern mit klinischer Varikozele (1.424 operiert, 996 unbehandelte Kontrollen). Ergebnisse: Nach Varikozelen-Operation zeigten sich gegenüber Kontrollen signifikant verbesserte Werte bei Spermienkonzentration (standardisierte Mittelwertdifferenz 1,74), Gesamtspermienzahl (1,89), progressiver Motilität (3,30), Gesamtmotilität (0,89) und normaler Morphologie (1,67); kein signifikanter Unterschied beim Samenvolumen. Die Heterogenität zwischen Studien war hoch (I²>97%), laut Sensitivitätsanalyse aber robust. Einordnung: Erste Metaanalyse, die Verbesserungen nach Varikozelen-Operation explizit gegen eine unbehandelte Kontrollgruppe statt nur prä-post vergleicht, und stärkt damit die Evidenz für den Nutzen der Operation bei klinischer Varikozele.

PMID 36326166 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2023

Auswirkungen von Diabetes mellitus auf Spermaqualität und Fertilitätsergebnisse: Klinische Evidenz

Lotti F, Maggi M — Andrology

Narrative Übersichtsarbeit (umfassende Medline-Recherche englischsprachiger Studien) zu Diabetes mellitus und männlicher Fertilität. Ergebnisse: Die Prävalenz von Diabetes bei unfruchtbaren Männern liegt bei 0,7-1,4%, während die Infertilitätsprävalenz bei Diabetikern in wenigen Studien mit 35-51% beziffert wird. Zwei Metaanalysen zeigen einen negativen Effekt von Diabetes auf die normale Spermienmorphologie, jedoch keinen Effekt auf die Gesamtspermienzahl; bei Typ-1-Diabetes zeigte sich zusätzlich eine verminderte Motilität. Männer mit Typ-1-Diabetes hatten insgesamt seltener Kinder als Kontrollen, besonders bei längerer Diabetesdauer; Paare mit diabetischem Partner erzielten niedrigere Schwangerschaftsraten bei assistierter Reproduktion. Keine Studie untersuchte den Effekt einer Diabetestherapie auf die Spermaqualität. Einordnung: Die vorhandenen Einzelstudien sind meist klein und uneinheitlich, insgesamt deutet die Evidenz aber auf eine Beeinträchtigung der männlichen Fertilität durch Diabetes mellitus hin.

PMID 36416060 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2023

Beeinflusst SARS-CoV-2 das menschliche Sperma? Systematische Übersicht und Metaanalyse

Klepinowski T, et al. — Archives of sexual behavior

Systematische Übersicht mit Metaanalyse (Literaturrecherche nach PRISMA-Leitlinien, Bias-Bewertung mit der Newcastle-Ottawa-Scale). Eingeschlossen wurden 24 Beobachtungsstudien mit insgesamt 1.589 Teilnehmern (947 SARS-CoV-2-Infizierte, 642 nicht infizierte Kontrollen). Ergebnisse: SARS-CoV-2-RNA wurde nur in 3 Studien bei 8 Personen nachgewiesen (gepoolte Prävalenz 1,76%), was gegen eine relevante sexuelle Übertragung über Sperma spricht. Infizierte zeigten jedoch signifikant reduzierte Spermienkonzentration (gewichtete mittlere Differenz -16,23), reduzierte Gesamtspermienzahl im Ejakulat (-34,84) und geringeres Ejakulatvolumen (-0,48) gegenüber Kontrollen; kein signifikanter Effekt auf progressive Motilität oder Leukozyten im Sperma. Einordnung: SARS-CoV-2 wird selten im Sperma nachgewiesen, ist aber mit einer messbaren, wohl vorübergehenden Verschlechterung mehrerer Spermaparameter assoziiert; Studien mit längerer Nachbeobachtung zur Klärung möglicher Langzeitfolgen fehlen bislang.

PMID 36602657 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2023

Reproduktive Überlebensfürsorge bei männlichen pädiatrischen, adoleszenten und jungen erwachsenen Krebsüberlebenden

Burns K, et al. — Pediatric Blood & Cancer

Narrativer Übersichtsartikel (kein Primärforschungsdesign, keine Stichprobengröße) zur reproduktiven Langzeitversorgung männlicher Kinder-, Jugend- und junger Erwachsenen-Krebsüberlebender. Mit steigenden Überlebensraten pädiatrischer Krebserkrankungen rückt die Vermeidung von Spätfolgen, insbesondere reproduktiver Komplikationen, in den Fokus. Männliche Überlebende tragen ein Risiko für Spermienanomalien, Hormonmangel und sexuelle Funktionsstörungen, was Pubertätsentwicklung, biologische Elternschaft und Lebensqualität nach der Behandlung beeinträchtigen kann. Der Artikel behandelt reproduktionsassoziierte Komplikationen der Krebstherapie, Standarddiagnostik sowie therapeutische Interventionsmöglichkeiten und betont die Bedeutung des Zugangs zu reproduktionsmedizinischer Versorgung inklusive angemessener Überweisung an Spezialisten. Auch psychologische Auswirkungen auf die psychosexuelle Funktion werden thematisiert. Einordnung: Klinische Übersichtsarbeit ohne eigene quantitative Daten, die die Notwendigkeit einer strukturierten Nachsorge und Fertilitätsberatung bei jungen Krebsüberlebenden unterstreicht.

PMID 37381156 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2023

Serumlipidwerte und Samenqualität: neue Erkenntnisse für männliche Infertilität und Männergesundheit

Andrade G, et al. — International Urology and Nephrology

Retrospektive Studie anhand von Krankenakten von 278 infertilen Männern, die zwischen 2000 und 2019 andrologisch betreut wurden; erfasst wurden Spermiogrammdaten, Lipidprofil und Gesamttestosteron im Serum, ausgewertet mittels multipler linearer Regression. Die seminale Kreatinkinase-Aktivität war negativ mit HDL-Cholesterin und Triglyceriden assoziiert; Gesamttestosteron und Ejakulatvolumen waren ebenfalls negativ mit den Triglyceridwerten verknüpft (jeweils p<0,05). Einordnung: Die Autoren schlagen vor, dass Männer mit Fertilitätsproblemen von denselben präventiven Maßnahmen profitieren könnten, die zur Vorbeugung endothelialer Dysfunktion und kardiovaskulärer Erkrankungen sowie zur Verbesserung von HDL- und Triglyceridwerten bei Dyslipidämie empfohlen werden. Die Studie plädiert für eine umfassendere andrologische Gesundheitsuntersuchung infertiler Männer, die über die reine Spermiogramm-Beurteilung hinausgeht und Lipid- sowie Hormonstatus einschließt - als Hinweis auf eine Verbindung zwischen metabolischer Gesundheit und Fruchtbarkeit.

PMID 37442905 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2022

Der Einfluss von Diabetes mellitus Typ 1 auf die männliche Fertilität: Systematisches Review und Metaanalyse

Facondo P, et al. — Andrology

Systematisches Review mit Metaanalyse zum Einfluss von Diabetes mellitus Typ 1 (DM1) auf männliche Fertilität anhand von Literatur aus den Jahren 1980 bis Dezember 2020. Von 14 relevanten Artikeln wurden 8 Studien mit Samenparametern metaanalysiert (380 DM1-Patienten vs. 434 Kontrollen). Vier Studien zur Vaterschaftsrate zeigten eine niedrigere Rate bei DM1-Betroffenen, insbesondere bei längerer Erkrankungsdauer; die Datenlage zum hormonellen Achsenprofil war heterogen, sodass weder ein neutraler Effekt noch ein subklinischer Hypogonadismus sicher ausgeschlossen werden konnte. In der Metaanalyse fanden sich bei DM1-Männern signifikant reduzierte normale Spermienmorphologie (-0,36 %; p<0,05) und progressive Motilität (deutlich reduziert; p<0,001) sowie ein Trend zu geringerem Ejakulatvolumen (p=0,06), ohne Unterschiede bei Gesamtspermienzahl und -konzentration. Daten zu Skrotalsonographie und Spermien-DNA-Fragmentation waren zu spärlich für belastbare Aussagen. Die Autoren empfehlen bei DM1-Patienten eine vollständige hormonelle, seminale und sonographische Fertilitätsabklärung mit Verlaufskontrolle der Hodenfunktion.

PMID 34904793 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2021

Das Sperma-Mikrobiom und sein Einfluss auf Spermienfunktion und männliche Fertilität: Systematisches Review und Metaanalyse

Farahani L, Tharakan T, Yap T, Ramsay JW, Jayasena CN, Minhas S — Andrology

Systematisches Review nach PRISMA-Kriterien mit Literatursuche in MEDLINE, OVID und PubMed (1992-2019); eingeschlossen wurden 55 Beobachtungsstudien mit insgesamt 51.299 Probanden, die Bakterien im Sperma fertiler und infertiler Männer mittels Next-Generation-Sequencing, Kultur oder PCR identifizierten. Das Sperma-Mikrobiom erwies sich als reich und divers; drei NGS-Studien zeigten eine Clusterbildung mit Lactobacillus- bzw. Prevotella-Dominanz. Lactobacillus war mit besseren Samenparametern assoziiert, Prevotella hingegen mit schlechterer Spermienqualität. Bakteriospermie insgesamt beeinträchtigte Spermienkonzentration, progressive Motilität und DNA-Fragmentationsindex (mittlere Differenz 3,518). Ureaplasma urealyticum war bei infertilen Männern häufiger nachweisbar (OR 2,25) und beeinträchtigte Konzentration und Morphologie; Enterococcus faecalis reduzierte die Gesamtmotilität, Mycoplasma hominis Konzentration, progressive Motilität und Morphologie, während Chlamydia trachomatis keinen Effekt zeigte. Die Autoren sehen im Sperma-Mikrobiom einen möglichen Ansatzpunkt für neue Therapien (z. B. Probiotika), betonen jedoch, dass die Evidenz insgesamt noch uneinheitlich ist.

PMID 32794312 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2021

Seminale Infektion mit humanem Papillomavirus und Reproduktion: ein systematisches Review und Metaanalyse

Moreno-Sepulveda J, Rajmil O — Andrology

Systematisches Review und Metaanalyse nach PRISMA-Kriterien auf Basis von 50 Studien (Literatursuche in PubMed, MEDLINE, SCOPUS und Cochrane bis November 2019) zur seminalen Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) und deren Effekt auf männliche Fertilität. Die Prävalenz seminaler HPV-Infektion war bei infertilen Männern mit 20,9% deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung (8,2%), und HPV-Infektion war signifikant mit männlicher Infertilität assoziiert (OR 3,30; 95%-KI 1,87-5,84; adjustiert für weibliche Infertilität OR 3,02). HPV-positive Proben zeigten reduzierte progressive Motilität (Differenz -10,35 Prozentpunkte), niedrigere Morphologie-Scores (-2,46) und höhere DNA-Fragmentationsindizes (+7,24). Bei Paaren mit assistierter Reproduktion war das Fehlgeburtsrisiko erhöht (OR 5,13) und die Chance auf eine fortlaufende Schwangerschaft reduziert (OR 0,33). Die Autoren schließen auf einen relevanten, aber noch unzureichend erforschten Zusammenhang zwischen seminaler HPV-Infektion, Spermienqualität und Reproduktionsergebnissen und fordern weitere qualitativ hochwertige Studien.

PMID 33220146 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2021

Samenqualität bei Überlebenden eines Non-Hodgkin-Lymphoms: eine monozentrische retrospektive Studie

Pallotti F, Pelloni M, Faja F, Di Chiano S, Di Rocco A, Lenzi A, Lombardo F, Paoli D — Human Reproduction

Monozentrische retrospektive Studie an 222 Männern mit Non-Hodgkin-Lymphom (NHL), die sich zwischen 2002 und 2017 vor einer antineoplastischen Therapie einer Spermakryokonservierung unterzogen; mediane Nachbeobachtung 47,5 Monate (28-140). Samenparameter wurden vor Therapie (T0) und zu mehreren Nachsorgezeitpunkten (6 bis über 24 Monate) erfasst, ergänzt durch einen Fertilitätsfragebogen. Vor Therapie waren über 80% der Patienten normozoosperm. Standard-Erstlinientherapien zeigten einen günstigeren Verlauf als intensivierte Regime: Die Gesamtspermienzahl erholte sich nach 18 Monaten nahezu auf den Ausgangswert (195,0±189,8 vs. 113,4±103,1; p=0,278), die Azoospermie-Prävalenz nach 2 Jahren betrug 7,7%. Beckenbestrahlung erhöhte das Azoospermie-Risiko deutlich (OR 4,29). Nach Salvage-Therapie mit/ohne Stammzelltransplantation wurden zwei Drittel der Patienten azoosperm. 14 von 176 befragten Patienten wurden nach der Behandlung Väter. Die Autoren betonen die Bedeutung der Kryokonservierung vor jeder NHL-Therapie, da insbesondere intensivierte Regime bleibende Schäden der Spermatogenese verursachen können.

PMID 33257989 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2021

Zusammenhang zwischen humaner Papillomavirus-Infektion und Spermienqualität: ein systematisches Review und eine Metaanalyse

Wang S, Liu L, Zhang A, Song Y, Kang J, Liu X — Andrologia

Systematisches Review und Metaanalyse mit 17 eingeschlossenen Studien zur Assoziation zwischen humaner Papillomavirus (HPV)-Infektion im Ejakulat und Spermienqualität, basierend auf einer Suche in PubMed, MEDLINE, EMBASE, Web of Science, Cochrane Library, WanFang und der China National Knowledge Infrastructure. Die Metaanalyse zeigte, dass eine seminale HPV-Infektion signifikant mit reduzierter Spermienkonzentration (SMD -0,12; 95%-KI -0,21 bis -0,03; p=0,009), verminderter Motilität (SMD -0,55; p<0,001), geringerer Vitalität (SMD -0,55; p<0,001) und schlechterer Morphologie (SMD -0,34; p=0,015) assoziiert war. Eine Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen (HrHPV) reduzierte die Spermienzahl zusätzlich signifikant stärker als eine Infektion mit Niedrigrisiko-Typen (SMD -0,65; 95%-KI -1,11 bis -0,18; p=0,007). Die Ergebnisse bestätigen und ergänzen eine weitere in dieser Datenbank enthaltene Metaanalyse zur seminalen HPV-Infektion und untermauern den Zusammenhang zwischen HPV, insbesondere Hochrisikotypen, und einer messbaren Verschlechterung mehrerer Spermienqualitätsparameter.

PMID 33666259 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2020

Zusammenhang zwischen Leukozytospermie, reproduktivem Erfolg nach assistierter Reproduktion und Spermienparametern: systematische Übersicht und Meta-Analyse von Fall-Kontroll-Studien

Castellini C et al. — Andrology

Systematische Übersicht mit Meta-Analyse von 28 retrospektiven Fall-Kontroll-Studien zum Zusammenhang zwischen Leukozytospermie (≥1×10⁶ Leukozyten/ml Ejakulat gemäß WHO) und Fertilitätsergebnissen. Methodik: Literatursuche in MEDLINE und SCOPUS bis Juni 2018; Vergleich von Spermienparametern sowie Fertilisierungs- bzw. Schwangerschaftsraten nach assistierter Reproduktion (ART) zwischen Männern mit und ohne Leukozytospermie mittels gepoolter standardisierter Mittelwertdifferenzen (SMD) und Odds Ratios. Ergebnisse: Fertilisierungs- und Schwangerschaftsraten nach ART unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. Leukozytospermische Proben zeigten eine geringfügig niedrigere Spermienkonzentration (SMD −0,14; 95%-KI −0,28 bis −0,01) bei hoher Heterogenität (I²=71%); dieser Unterschied verschwand jedoch, wenn nur Studien mit explizitem Ausschluss klinischer Genitaltraktinfektionen betrachtet wurden. Einordnung: Leukozytospermie bei asymptomatischen subfertilen Männern ohne nachgewiesene Infektion ist nicht eindeutig mit schlechterer Spermienqualität oder geringerem ART-Erfolg assoziiert; die Autoren empfehlen eine Überarbeitung der klinischen Diagnosekriterien.

PMID 31250986 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2020

Auswirkung einer HPV-Infektion im Sperma auf die progressive Spermienmotilität bei infertilen Männern: Systematisches Review und Metaanalyse

Cao X, Wei R, Zhang X, Zhou J, Lou J, Cui Y — Reproductive biology and endocrinology : RB&E

Systematisches Review und Metaanalyse (Random-Effects-Modell) auf Basis von zehn Studien mit 616 infertilen Männern mit HPV-Infektion im Sperma und 2029 infertilen Kontrollen ohne HPV-Nachweis, durchsucht in PubMed, Embase, Web of Science und CNKI. Als Zielgröße diente die progressive Spermienmotilität, ausgedrückt als standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD). HPV-infizierte Spermaproben zeigten eine signifikant reduzierte progressive Motilität gegenüber nicht infizierten Proben (SMD -0,88; 95%-KI -1,17 bis -0,59). Die Heterogenität zwischen den Studien war hoch (I²=86%), wobei Subgruppenanalysen die geografische Studienregion als möglichen Haupttreiber identifizierten. Limitierend sind Unterschiede in Alter, Stichprobengröße und Anzahl der untersuchten HPV-Genotypen zwischen den Primärstudien. Die Autoren schlussfolgern, dass eine seminale HPV-Infektion die progressive Spermienmotilität bei infertilen Männern signifikant verringern kann, betonen jedoch die Notwendigkeit weiterer Studien zur Klärung des ursächlichen Zusammenhangs zwischen HPV und Spermaqualität.

PMID 32381092 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2020

HPV im Sperma als Risikofaktor für schlechte Spermaqualität und ungünstige IVF-Ergebnisse: Systematisches Review und Metaanalyse

Weinberg M, Sar-Shalom Nahshon C, Feferkorn I, Bornstein J — Fertility and sterility

Systematisches Review und Metaanalyse von 16 Studien zur Wirkung einer HPV-Infektion des Spermas auf Samenparameter und IVF-Ergebnisse, mit Literatursuche in Medline, PubMed, Embase, Web of Science, Scopus und Cochrane Library. Bewertet wurden Spermienkonzentration, -zahl, -volumen, -motilität und -morphologie nach WHO-Kriterien sowie Schwangerschafts- und Fehlgeburtsraten bei IVF. HPV-positive Proben zeigten signifikant schlechtere Werte bei Spermienkonzentration (mittlere Differenz -4,48), Motilität (-11,71) und Morphologie (-2,44) im Vergleich zu HPV-negativen Proben. Die Literaturübersicht zu IVF-Ergebnissen zeigte zudem einen Zusammenhang zwischen HPV-Infektion und niedrigerer Schwangerschaftsrate sowie eine noch stärkere Assoziation mit erhöhter Fehlgeburtsrate. Da die meisten eingeschlossenen Studien ein moderates Verzerrungsrisiko aufwiesen, fordern die Autoren größere, methodisch hochwertigere Studien, bevor klinische Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden können. Insgesamt untermauert die Arbeit die HPV-Infektion als relevanten, aber noch unzureichend erforschten Risikofaktor männlicher Subfertilität.

PMID 32386620 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2020

Auswirkungen des metabolischen Syndroms auf Spermaqualität und Sexualhormone: Systematisches Review und Metaanalyse

Zhao L, Pang A — Frontiers in endocrinology

Systematisches Review und Metaanalyse (Random-Effects-Modell) von elf Studien mit insgesamt 1731 Männern mit metabolischem Syndrom (MetS) und 11.740 Kontrollen zur Klärung widersprüchlicher Vorbefunde zum Einfluss von MetS auf Spermaqualität und Hormonstatus. MetS-Patienten zeigten gegenüber Kontrollen signifikant reduzierte Werte für Gesamtspermienzahl (SMD -0,96), Spermienkonzentration (SMD -1,13), normale Morphologie (SMD -0,61), progressive Motilität (SMD -0,58) und Vitalität (SMD -0,83) sowie niedrigeres FSH (SMD -0,87), Testosteron (SMD -5,61) und Inhibin B (SMD -2,42). Gleichzeitig war die Spermien-DNA-Fragmentierung (SMD +0,76) und das mitochondriale Membranpotenzial (SMD +0,89) signifikant erhöht. Keine signifikanten Unterschiede fanden sich bei Ejakulatvolumen, Gesamtmotilität, LH, Estradiol, Prolaktin und Anti-Müller-Hormon. Die Ergebnisse legen nahe, dass das metabolische Syndrom nahezu alle zentralen Samenqualitätsparameter sowie Teile des Hormonprofils negativ beeinflusst und als eigenständiger Risikofaktor für männliche Infertilität zu werten ist; größere prospektive Studien werden zur Bestätigung gefordert.

PMID 32849258 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2020

Einfluss des metabolischen Syndroms auf Sexualhormone und reproduktive Funktion: eine Metaanalyse mit 2923 Fällen und 14062 Kontrollen

Zhou L, Han L, Liu M, Lu J, Pan S — Aging

Metaanalyse von 21 Studien mit insgesamt 2923 Männern und Frauen mit metabolischem Syndrom (MetS) und 14.062 Kontrollen, ausgewertet mittels standardisierter Mittelwertdifferenzen (SMD) im Random-Effects-Modell. Bei Männern mit MetS waren Testosteron, Inhibin B, Gesamtspermienzahl, Spermienkonzentration, Anteil normal geformter Spermien sowie Gesamt- und Progressivmotilität und Vitalität signifikant reduziert, während DNA-Fragmentierung und mitochondriales Membranpotenzial erhöht waren. Keine signifikanten Unterschiede fanden sich bei FSH, LH, Östradiol, Prolaktin, Anti-Müller-Hormon und Ejakulatvolumen. Bei Frauen mit MetS war lediglich das Testosteron erhöht, andere Hormonparameter unverändert. Die Autoren folgern, dass das metabolische Syndrom bei Männern mit einer breiten Verschlechterung der Spermienqualität und einem erhöhten Infertilitätsrisiko assoziiert ist, während die Effekte bei Frauen weniger ausgeprägt erscheinen. Die Studie unterstreicht den Zusammenhang zwischen Stoffwechselgesundheit (Adipositas, Insulinresistenz, Dyslipidämie) und männlicher Fertilität.

PMID 33260149 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2020

Samenqualität infertiler Männer mit Hepatitis-B-Virus-Infektion

Wen ZN, Cui SY, Duan L, Lu FJ, Tang HB, Dong M, Jia HJ, Zhong Y — Zhonghua Nan Ke Xue (National Journal of Andrology)

Chinesische Vergleichsstudie an 782 infertilen Männern im Alter von 25-35 Jahren, unterteilt nach Serologie in Gruppe A (HBsAg-, HBeAb- und HBcAb-positiv, n=286), Gruppe B (HBsAg-, HBeAg- und HBcAb-positiv, n=230) und Gruppe C als HBV-negative Kontrollen (n=266). Verglichen wurden Standard-Samenparameter, Akrosin-Aktivität, DNA-Fragmentationsindex (DFI) und High DNA Stainability (HDS). Gruppe A zeigte gegenüber B und C signifikant niedrigere Spermienkonzentration (71,49±60,03 vs. 88,20±82,62 bzw. 89,29±53,80 x10⁶/ml) und weniger morphologisch normale Spermien (5,72±3,47% vs. 6,93±4,45% bzw. 7,27±4,43%); die Akrosin-Aktivität war in Gruppe A am stärksten reduziert (57,07±26,38 µIU/10⁶). DFI und HDS waren in Gruppe A signifikant höher als in B und C (DFI 14,79% vs. 12,95% bzw. 11,60%), auch Gruppe B lag über Gruppe C. Die Autoren schließen, dass eine HBV-Infektion, insbesondere mit HBeAg-Positivität als Zeichen aktiver Virusreplikation, die Samenqualität beeinträchtigt und eine Ursache männlicher Infertilität darstellen kann.

PMID 33345479 — Original auf PubMed →

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