Studien zu Supplements & Nährstoffe und Spermienqualität
32 wissenschaftliche Original-Publikationen zum Themenbereich Supplements & Nährstoffe, neueste zuerst. Jede mit deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed.
Bewertung der Monotherapie mit Coenzym Q10, L-Carnitin oder Kombinationstherapie auf Spermienparameter bei idiopathischer männlicher Unfruchtbarkeit: eine placebokontrollierte doppelblinde randomisierte klinische Studie
Higazy A et al. — Arab journal of urology
Placebokontrollierte, doppelblinde randomisierte klinische Studie mit 200 Männern mit idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie (OAT), aufgeteilt in vier gleich große Gruppen (CoQ10-Monotherapie, L-Carnitin-Monotherapie, Kombinationstherapie, Placebo); 174 Patienten schlossen die dreimonatige Nachbeobachtung ab. Primärer Endpunkt war die Veränderung der Spermienparameter, sekundäre Endpunkte waren der Spermien-DNA-Fragmentierungsindex (SDF) und das Hormonprofil. Sowohl Mono- als auch Kombinationstherapie führten nach drei Monaten zu einer hochsignifikanten Verbesserung aller Spermienparameter und des SDF-Index gegenüber dem Ausgangswert, während die Placebogruppe keine Verbesserung zeigte. In den Behandlungsgruppen stieg zudem der Testosteronspiegel und das luteinisierende Hormon (LH) sank, während sich in der Placebogruppe nichts änderte; Prolaktin blieb in allen Gruppen unverändert. Die Kombination aus CoQ10 und L-Carnitin erzielte eine stärkere Verbesserung als die jeweilige Monotherapie und erscheint damit als wirksamste antioxidative Behandlungsoption bei idiopathischer OAT.
Pharmakologische und ernährungsbezogene Therapien bei idiopathischer männlicher Infertilität: eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse
Melhem SJ, Melhem M, Haddad R, et al. — Andrology
Systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse randomisiert-kontrollierter Studien (RCTs; PubMed, Embase, Scopus, Cochrane CENTRAL, ClinicalTrials.gov, Google Scholar, Januar 2010 bis Januar 2026) zu pharmakologischen und nutritiven Interventionen bei idiopathischer männlicher Infertilität im Vergleich zu Placebo/Nichtbehandlung, ausgewertet nach Wirkmechanismus mittels Random-Effects-Modellen (GRADE-Bewertung); eingeschlossen wurden 41 RCTs mit 3.615 Männern. Antioxidantien waren mit höherer Spermienkonzentration (SMD 1,09), besserer progressiver Motilität (SMD 1,11), Gesamtmotilität (SMD 0,69) und normaler Morphologie (SMD 0,43) assoziiert, allerdings mit sehr niedriger Evidenzsicherheit und breiten Prädiktionsintervallen, die die Nulllinie einschlossen. PDE-Hemmer und Methyldonatoren zeigten numerisch positive, aber statistisch nicht signifikante Effekte (Konfidenzintervalle schlossen die Null ein). Die Heterogenität war erheblich (I²>80 %). Die Autoren schlussfolgern, dass Antioxidantien-Supplementation zwar mit besseren Samenparametern assoziiert ist, die Evidenzqualität aber gering bleibt und größere Studien mit Lebendgeburten als Endpunkt notwendig sind.
Die Wirkung einer Antioxidantien-Gabe auf die Spermaqualität bei infertilen Männern: eine randomisierte, placebokontrollierte klinische Studie
Ioannidou P et al. — Antioxidants (Basel, Switzerland)
In dieser randomisierten, placebokontrollierten, vierfach verblindeten klinischen Studie wurde die Wirkung einer dreimonatigen oralen Gabe der Antioxidantienkombination Spermotrend® auf die Spermaqualität bei infertilen Männern mit mindestens einem auffälligen Spermiogrammwert untersucht. Von 2019 bis 2022 wurden 80 Männer randomisiert (je n=40 Verum/Placebo), Daten von 70 Teilnehmern lagen für die Endauswertung vor; primärer Endpunkt war die Spermienmotilität. In der Spermotrend-Gruppe stieg die schnelle progressive Motilität signifikant um +1,0 % (p=0,04) und die progressive Motilität um +3,0 % (p=0,02), zudem sank der DNA-Fragmentierungsindex (DFI) signifikant um -3,2 % (p=0,02) - jeweils ohne entsprechende Veränderung in der Placebogruppe. Im direkten Gruppenvergleich der Veränderungen zwischen Behandlungsbeginn und -ende zeigten sich jedoch keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Verum und Placebo bei progressiver Motilität, Konzentration, Morphologie, DFI und 8-OH-dG. Die Autoren bewerten den Nutzen von Spermotrend® auf Motilität und DFI insgesamt als begrenzt.
Auswirkungen von Carnitin und Coenzym Q10 auf Spermienqualität und Schwangerschaftsraten bei Männern mit ungeklärter Unfruchtbarkeit: eine systematische Übersichtsarbeit und Netzwerk-Metaanalyse
Niu C et al. — Reproductive sciences (Thousand Oaks, Calif.)
Systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk-Metaanalyse (16 eingeschlossene Studien) zur Wirkung oraler Antioxidantien – Carnitin und Coenzym Q10 (CoQ10) – auf Spermienqualität und Schwangerschaftsrate bei Männern mit ungeklärter (idiopathischer) Unfruchtbarkeit. Durchsucht wurden Cochrane Library, EMBASE, Web of Science und PubMed; Zielgrößen waren Spermienkonzentration, progressive Motilität, Morphologie und Schwangerschaftsrate. L-Carnitin, CoQ10 sowie die Kombination L-Carnitin plus Acetyl-L-Carnitin verbesserten die Spermienparameter im Vergleich zu Placebo signifikant. CoQ10 zeigte den stärksten Anstieg der Spermienkonzentration (SMD 2,98; 95%-KI 1,13–7,87), während L-Carnitin den größten Effekt auf die progressive Motilität hatte (SMD 4,19; 95%-KI 1,60–10,95). Die Autoren identifizieren CoQ10 als wirksamste Option zur Steigerung der Spermienkonzentration und L-Carnitin als beste Option zur Verbesserung der Motilität, betonen jedoch die Notwendigkeit größerer, qualitativ hochwertiger Studien zur Bestätigung dieser Ergebnisse.
Wirksamkeit und Sicherheit von Coenzym Q10 bei idiopathischer männlicher Unfruchtbarkeit: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse randomisierter Studien
Bakri S et al. — The world journal of men's health
Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von neun randomisiert-kontrollierten Studien (781 Teilnehmer: 430 Behandlung, 351 Kontrolle) zur Wirksamkeit und Sicherheit von Coenzym Q10 (CoQ10) bei idiopathischer männlicher Unfruchtbarkeit. Die methodische Qualität wurde mit dem Cochrane-Risk-of-Bias-Tool (RoB2) bewertet, die Auswertung erfolgte mit Review Manager 5.4 (PROSPERO-Registrierung). CoQ10 verbesserte signifikant die Spermienkonzentration (mittlere Differenz 10,22×10⁶/mL; 95%-KI 3,51–16,93; p=0,003), das Ejakulatvolumen (+0,17 mL; p=0,02), die Gesamtmotilität (+4,95 %; p=0,01) sowie den seminalen CoQ10-Spiegel. Eine Anwendungsdauer von über drei Monaten verbesserte zusätzlich signifikant die Spermienmorphologie (p<0,05). Drei Studien berichteten keine Nebenwirkungen, eine milde, vorübergehende Nebenwirkungen. Die Autoren schlussfolgern, dass CoQ10 – insbesondere bei mehr als dreimonatiger Einnahme, allein oder in Kombination mit anderen Antioxidantien – die Spermienqualität und Schwangerschaftsraten bei idiopathischer männlicher Unfruchtbarkeit sicher verbessern kann.
Der Einfluss von Antioxidantien auf antioxidative Kapazität, DNA-Fragmentierung und Chromatinqualität bei subfertilen Männern: eine randomisierte klinische Studie
Sengul M et al. — Revista da Associacao Medica Brasileira (1992)
In dieser randomisierten klinischen Studie (RCT) wurden 48 subfertile Männer mit moderater körperlicher Aktivität in zwei Gruppen aufgeteilt: Gruppe 1 erhielt Antioxidans-Nahrungsergänzungsmittel, Gruppe 2 keine. Vor und nach der Behandlung wurden die Gesamtantioxidanskapazität des Seminalplasmas (ELISA), die Spermien-DNA-Fragmentierung (TUNEL-Methode), die Chromatinstruktur (Anilinblau-Färbung), Hormonspiegel und klassische Spermiogrammparameter erfasst. Unter Antioxidans-Gabe sanken die Spermien-DNA-Fragmentierung signifikant (p=0,003) sowie das Histon/Protamin-Verhältnis als Maß für die Chromatinreifung (p<0,001). Die Gesamtantioxidanskapazität unterschied sich zwischen den Gruppen nach Behandlung jedoch nicht signifikant. Die Autoren schließen, dass eine Antioxidans-Therapie die DNA-Integrität und Chromatinqualität von Spermien bei subfertilen Männern verbessern kann, auch wenn sich dies nicht in einer messbaren Änderung der antioxidativen Gesamtkapazität niederschlägt. Die Studie ist unter NCT06042738 registriert und liefert einen kontrollierten, wenn auch kleinen, Wirksamkeitsnachweis für Antioxidans-Supplemente bei männlicher Subfertilität.
Verbessert Coenzym Q10 die Spermaqualität und den zirkulierenden Testosteronspiegel? Eine systematische Übersicht und Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien
Akhigbe TM et al. — Frontiers in pharmacology
Diese systematische Übersicht und Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) untersuchte die Wirkung von Coenzym Q10 (CoQ10) auf Spermaqualität und reproduktive Hormone. Nach Literatursuche in fünf Datenbanken wurden von 2.144 gefundenen Arbeiten acht RCTs mit insgesamt 877 Männern eingeschlossen (462 CoQ10-behandelt, 415 unbehandelt/Placebo). CoQ10-Gabe war assoziiert mit signifikant höherer Gesamtspermienzahl, höherer progressiver Motilität und einem höheren Anteil normal geformter Spermien sowie mit höherem Serum-Testosteron und Inhibin-B, bei gleichzeitig niedrigeren LH- und FSH-Werten (alle p≤0,001 bzw. p=0,0006–0,004). Kein signifikanter Effekt zeigte sich bei Samenvolumen und Spermienkonzentration. Zwischen den Studien bestand eine deutliche Heterogenität bei den Spermaparametern, nicht jedoch bei den Hormonwerten. Die Autoren interpretieren die Ergebnisse als Beleg für einen potenziellen Nutzen von CoQ10 bei männlicher Infertilität, fordern aber weitere große, methodisch einheitliche RCTs zur Bestätigung.
Einfluss von Antioxidantien auf Spermienzahl, Motilität und DNA-Fragmentierung bei subfertilen Männern
Patki A, et al. — Translational and Clinical Pharmacology
Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte klinische Studie (RCT) an 300 subfertilen Männern (25-45 Jahre) an zehn Studienzentren in Indien. Untersucht wurde die Wirkung einer Antioxidantien-Kombination über 90 Tage auf Spermienzahl, -motilität, -morphologie, Ejakulatvolumen und den DNA-Fragmentierungsindex (DFI) im Vergleich zu Placebo. In der Verumgruppe verbesserten sich Spermienzahl, Ejakulatvolumen, Motilität und normale Morphologie; auch bei Männern mit schwerer Oligospermie zeigte sich eine Zunahme der Spermienzahl in Post-hoc-Analysen. Die Behandlung wurde gut vertragen, es gab keine Studienabbrüche wegen Nebenwirkungen. Die Autoren schließen, dass die getestete Antioxidantien-Kombination oxidativen Stress reduziert, die DNA-Integrität der Spermien verbessert und Samenparameter auch bei Männern ab 40 Jahren positiv beeinflusst. Einordnung: Die Ergebnisse bestätigen frühere Evidenz zum Nutzen von Antioxidantien bei männlicher Subfertilität, konkrete Effektgrößen werden im Abstract jedoch nicht beziffert. Registriert unter CTRI/2020/12/029590.
Effekt von Antioxidantien auf Spermienqualitätsparameter bei subfertilen Männern: Systematisches Review und Netzwerk-Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien
Su L, et al. — Advances in nutrition (Bethesda, Md.)
Netzwerk-Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien (RCTs), die die Wirksamkeit verschiedener Antioxidantien-Supplemente bei subfertilen Männern verglich. Eingeschlossen wurden 18 Studien mit 1790 Teilnehmern, die acht Antioxidantien (Folsäure, Zink, Vitamin E, Carnitin, Selen, Coenzym Q10, N-Acetylcystein, Vitamin C) gegen Placebo verglichen; mittels Bayesianischer Netzwerk-Metaanalyse und SUCRA-Rangwerten wurde die jeweils wirksamste Intervention für Spermienkonzentration, -motilität und -morphologie ermittelt. Coenzym Q10 zeigte die signifikanteste Verbesserung der Spermienkonzentration (mittlere Differenz, MD, 5,95; 95%-KI 0,05-10,79; SUCRA 79,4 %). Bei der Motilität verbesserten Carnitin (MD 12,43; SUCRA 88,7 %, bester Rang) und Coenzym Q10 (MD 7,33) die Werte signifikant gegenüber Placebo. Bei der Morphologie erzielte Vitamin C den höchsten Rang (SUCRA 93,6 %), ohne jedoch statistische Signifikanz zu erreichen. Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass Coenzym Q10 vor allem die Spermienkonzentration und Carnitin vor allem die Motilität bei subfertilen Männern verbessern kann.
Vergleich der Effekte von Coenzym Q10 und Centrum-Multivitaminen auf Samenparameter, oxidative Stressmarker und Spermien-DNA-Fragmentation bei infertilen Männern mit idiopathischer Oligoasthenospermie
Alahmar AT, Singh R — Clinical and experimental reproductive medicine
Prospektive kontrollierte klinische Studie, die die Wirkung von Coenzym Q10 (CoQ10) und einem Kombinationspräparat (Centrum-Multivitamin) auf Samenparameter, antioxidative Kapazität und Spermien-DNA-Fragmentation (SDF) bei Männern mit idiopathischer Oligoasthenospermie verglich. Eingeschlossen wurden 130 betroffene Patienten und 58 fertile Kontrollen; die Patienten wurden randomisiert einer Gruppe mit CoQ10 (200 mg/Tag oral) oder Centrum (1 Tablette/Tag) über 3 Monate zugeteilt. Erfasst wurden Samenparameter, CoQ10-Spiegel, reaktive Sauerstoffspezies (ROS), Gesamtantioxidationskapazität (TAC), Katalase, SDF sowie Hormonspiegel vor und nach Behandlung. Beide Therapien verbesserten Spermienkonzentration und -motilität, wobei die Verbesserung unter Centrum signifikant größer ausfiel (p<0,05). Die Verbesserung der TAC und Katalase-Aktivität war unter CoQ10 stärker (p<0,01 bzw. p<0,001), während ROS- und SDF-Verbesserungen unter Centrum ausgeprägter waren (p<0,01 bzw. p<0,001); Centrum senkte zudem das Serumtestosteron leicht (p<0,05). Die Autoren schließen, dass ein Multivitaminpräparat mit kombinierten Antioxidantien wirksamer sein könnte als ein Einzelsupplement wie CoQ10 bei idiopathischer Oligoasthenospermie.
Effekte von Vitamin E und Vitamin C auf männliche Infertilität: Eine Metaanalyse
Zhou X, et al. — International urology and nephrology
Metaanalyse randomisierter kontrollierter Studien (RCTs) zur Wirksamkeit der Antioxidantien Vitamin E und Vitamin C bei männlicher Infertilität. Über eine Suche in Cochrane Library, Embase, PubMed, CBMdisc und Web of Science (bis Juni 2020) wurden 11 Studien mit insgesamt 832 Patienten eingeschlossen; die Evidenzqualität wurde als moderat bis niedrig eingestuft. Die Schwangerschaftsrate war unter Vitamin E gegenüber Kontrollen deutlich verbessert (relatives Risiko, RR, 1,86; 95%-KI 1,02-3,41). Im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserten Vitamin E und Vitamin C zudem signifikant die progressive Motilität (standardisierte Mitteldifferenz, SMD, 0,38), die Spermienkonzentration (SMD 0,21), die Spermienmorphologie (SMD 0,32) und die Gesamtspermienzahl (SMD 0,28), jeweils ohne vermehrte Nebenwirkungen. Die Autoren schließen, dass Vitamin C und Vitamin E die Schwangerschaftsrate der Partnerin sowie mehrere Samenqualitätsparameter bei infertilen Männern verbessern können, weisen jedoch auf die moderate bis niedrige Qualität der zugrunde liegenden Evidenz hin, die weitere hochwertige Studien erfordert.
Antioxidanzien-Supplementierung bei Spermien-DNA-Fragmentierung und Spermaparametern: Systematische Übersicht und Metaanalyse
Noegroho BS, et al. — Turkish journal of urology
Systematische Übersichtsarbeit (Datenbanken PubMed und ScienceDirect, unabhängige Sichtung durch zwei Reviewer) zur Wirkung von Antioxidanzien-Supplementen auf die Spermien-DNA-Fragmentierung. Eingeschlossen wurden 9 Studien. Ergebnisse: In 4 Studien zeigte sich eine statistisch signifikante Reduktion der DNA-Fragmentierung, in 5 weiteren eine nicht-signifikante Abnahme. Spermienkonzentration, Motilität und Morphologie verbesserten sich ebenfalls unter Supplementierung. Schwangerschaftsraten wurden in 3 Studien berichtet: in 2 Studien erhöht, in einer Studie vergleichbar mit Placebo. Einordnung: Die Autoren schließen, dass Antioxidanzien oxidativem Stress entgegenwirken und die Spermatogenese unterstützen können, erkennbar an sinkendem DNA-Fragmentierungsindex, verbesserten Standardparametern und teils höheren Schwangerschaftsraten - die Evidenzbasis bleibt jedoch heterogen und nicht in allen Endpunkten eindeutig positiv, sodass keine übertriebenen Erwartungen geweckt werden sollten.
Randomisierte, placebokontrollierte Studie zum Effekt von Lactolycopin auf die Spermienqualität bei gesunden Männern
Williams EA et al. — European journal of nutrition
Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Parallelgruppenstudie (RCT) mit 60 gesunden männlichen Teilnehmern, von denen 56 die 12-wöchige Intervention abschlossen. Methodik: Tägliche Einnahme von 14 mg Lactolycopin oder Placebo über 12 Wochen; primärer Endpunkt war die Veränderung der Konzentration beweglicher Spermien, sekundäre Endpunkte weitere Spermienqualitätsparameter einschließlich Spermien-DNA-Schäden; Plasma-Lycopinspiegel wurden zur Compliance-Kontrolle gemessen. Ergebnisse: Der primäre Endpunkt (Konzentration beweglicher Spermien) verfehlte knapp die Signifikanz (p=0,058); jedoch verbesserten sich der Anteil schnell progressiv beweglicher Spermien (p=0,006) und der Anteil normal geformter Spermien (p<0,001) signifikant unter Lactolycopin gegenüber Placebo. Einordnung: 14 mg/Tag Lactolycopin über 12 Wochen verbessert bei gesunden jungen Männern Spermienmotilität und -morphologie, wenn auch der primäre Endpunkt formal nicht erreicht wurde — eine gut verträgliche Nahrungsergänzung mit potenziell positivem Effekt auf die Spermienqualität.
Randomisierte Studie zu den Effekten einer Folsäure- und Zink-Supplementierung auf männliche Fertilität und Lebendgeburtenrate: Studiendesign und Ausgangscharakteristika
Schisterman EF et al. — American journal of epidemiology
Beschreibung des Studiendesigns und der Baseline-Charakteristika einer multizentrischen, doppelblinden, blockrandomisierten, placebokontrollierten Studie (FAZST-Studie, RCT) mit 2.370 Männern (2013–2017), deren Partnerinnen (18–45 Jahre) wegen unerfülltem Kinderwunsch in Behandlung waren. Methodik: Randomisierung 1:1 zu täglich 5 mg Folsäure plus 30 mg elementarem Zink oder Placebo über 6 Monate, stratifiziert nach Zentrum und geplanter Fertilitätsbehandlung (IVF vs. Nicht-IVF); Nachbeobachtung der Männer über 6 Monate, der Partnerinnen über mindestens 9 Monate inklusive Schwangerschaftsverlauf. Ergebnisse: Die Männer waren im Mittel 33 Jahre alt mit einem BMI von 29,8 kg/m²; überwiegend weiß (82%), gut ausgebildet (83% mit Hochschulerfahrung) und berufstätig (72%). Studienbesuche wurden von 89%, 77% bzw. 75% der Männer nach 2, 4 und 6 Monaten wahrgenommen. Einordnung: Dieses Studienprotokoll-/Baseline-Paper liefert noch keine Wirksamkeitsergebnisse zu Folsäure/Zink auf Spermienqualität oder Lebendgeburtenrate, sondern beschreibt Methodik und Ausgangspopulation der bislang größten RCT zu diesem Thema.
Wirkung einer Folsäure- und Zink-Supplementierung bei Männern auf Spermaqualität und Lebendgeburten bei Paaren in Kinderwunschbehandlung: Eine randomisierte klinische Studie
Multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte randomisierte klinische Studie (RCT) an vier US-Zentren mit 2370 Paaren in Kinderwunschbehandlung. Männer erhielten über 6 Monate täglich entweder 5 mg Folsäure plus 30 mg elementares Zink (n=1185) oder Placebo (n=1185); primäre Endpunkte waren Lebendgeburt und Samenparameter nach 6 Monaten. 1773 Männer (75%) nahmen die Abschlussuntersuchung wahr, 1629 (69%) lieferten Sperma zur Analyse. Die Lebendgeburtenrate unterschied sich nicht signifikant zwischen den Gruppen (34% vs. 35%; Risikodifferenz -0,9%, 95%-KI -4,7% bis 2,8%). Die meisten Samenparameter (Konzentration, Motilität, Morphologie, Volumen, Gesamtspermienzahl) zeigten ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Überraschend war die DNA-Fragmentierung in der Verum-Gruppe signifikant höher (29,7% vs. 27,2%; mittlere Differenz 2,4%). Gastrointestinale Nebenwirkungen (Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen) traten unter Supplementierung häufiger auf. Die große, methodisch hochwertige Studie liefert damit keine Evidenz für einen Nutzen von Folsäure/Zink bei männlicher Infertilität und deutet sogar auf einen möglichen Nachteil hin.
Die Wirkung von Antioxidantien auf männliche Infertilität: Die MOXI-randomisierte klinische Studie
Steiner AZ, Hansen KR, Barnhart KT, Cedars MI, Legro RS, Diamond MP, Krawetz SA, Usadi R, Baker VL, Coward RM, Huang H, Wild R, Masson P, Smith JF, Santoro N, Eisenberg E, Zhang H — Fertility and sterility
Multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte RCT (MOXI-Studie) an neun US-Fertilitätszentren mit 174 Männern mit eingeschränkten Samenparametern (Konzentration ≤15 Mio./ml, Motilität ≤40%, Normalmorphologie ≤4% oder DNA-Fragmentierung >25%) und deren Partnerinnen. Männer erhielten über 3-6 Monate täglich eine Antioxidantien-Kombination (u. a. Vitamin C, Vitamin E, Selen, L-Carnitin, Zink, Folsäure, Lycopin; n=85) oder Placebo (n=86); primärer Endpunkt war die Lebendgeburt. Nach 3 Monaten unterschied sich die Veränderung der Spermienkonzentration zwischen den Gruppen (Median -4,0 vs. +2,4 Mio./ml), jedoch ohne signifikante Unterschiede bei Morphologie, Motilität oder DNA-Fragmentierung. Auch bei oligo- bzw. asthenospermen Subgruppen zeigten sich keine relevanten Verbesserungen. Die kumulative Lebendgeburtenrate nach 6 Monaten unterschied sich nicht signifikant (15% vs. 24%). Die Studie liefert damit keine Evidenz, dass eine Antioxidantien-Supplementierung bei männlicher Subfertilität Samenqualität oder Schwangerschaftsraten verbessert.
Coenzym-Q10-Effekt auf Samenparameter: Tiefgreifend oder gering?
Vishvkarma R, Alahmar AT, Gupta G, Rajender S — Andrologia
Quantitative Metaanalyse, die Daten aus drei placebokontrollierten randomisierten klinischen Studien (RCTs) zur Wirkung von oral verabreichtem Coenzym Q10 (CoQ10) bei männlicher Infertilität zusammenführt. Untersucht wurden Spermienzahl, Gesamt- und Vorwärtsmotilität, Morphologie sowie CoQ10-Spiegel im Seminalplasma. Die gepoolte Analyse zeigte eine signifikante Verbesserung von Gesamt- und Vorwärtsmotilität unter CoQ10, während Spermienzahl, Morphologie, Ejakulatvolumen und der CoQ10-Spiegel im Seminalplasma unverändert blieben. Die Wirksamkeit war bei höherer Dosierung und einer Behandlungsdauer von mehr als drei, aber nicht länger als sechs Monaten am ausgeprägtesten. Die Autoren schlussfolgern, dass CoQ10 einen deutlichen Effekt auf die Spermienmotilität, aber nur einen geringen Effekt auf andere Samenparameter hat, und empfehlen den Einsatz bei Asthenozoospermie mit individueller Dosis- und Daueranpassung je nach Schweregrad und Ansprechen. Die Aussagekraft ist durch die geringe Zahl eingeschlossener Studien (nur drei RCTs) begrenzt.
Effekt einer Vitamin-D3-Supplementierung auf Spermiogramm-Parameter und Hormone bei infertilen Männern: Randomisierte kontrollierte Studie
Amini L, Mohammadbeigi R, Vafa M, Haghani H, Vahedian-Azimi A, Karimi L, Jahanfar S, Jamialahmadi T, Talebi A, Sahebkar A — Complementary therapies in medicine
Dreifach verblindete, placebokontrollierte randomisierte kontrollierte Studie (RCT) an 62 infertilen Männern mit gestörten spermatogonialen Tests, die entweder orales Vitamin D3 oder Placebo erhielten. Vor und nach der Intervention wurden Spermiogramm sowie LH, FSH, Gesamttestosteron (TT), freies Testosteron (FT), SHBG und freier Androgenindex (FAI) sowie Vitamin-D3-Spiegel bestimmt. Zwischen den Gruppen fanden sich keine signifikanten Unterschiede bei Spermiogrammparametern oder den Serumwerten von LH, FSH, TT und FAI. In der Verumgruppe sank SHBG signifikant (p=0,01), während FT in der Placebogruppe signifikant anstieg (p=0,03) - ein Befund, der eher für Zufall oder gegenläufige biologische Prozesse als für einen echten Vitamin-D3-Effekt spricht. Insgesamt verbesserte die Vitamin-D3-Gabe weder Spermienqualität noch -quantität noch die untersuchten Hormonwerte substanziell. Die Autoren sehen die Studie als Grundlage für weitere, größer angelegte Untersuchungen zur Rolle von Vitamin D3 bei männlicher Fertilität, liefern aber selbst keine überzeugende Evidenz für einen klinischen Nutzen.
Doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie zum Effekt von L-Carnitin und L-Acetylcarnitin auf Spermienparameter bei Männern mit idiopathischer Oligoasthenozoospermie
Micic S et al. — Andrologia
Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (RCT) mit 175 Männern (19–44 Jahre) mit idiopathischer Oligoasthenozoospermie und unerfülltem Kinderwunsch über mindestens 12 Monate. Methodik: Teilnehmer erhielten über 3 bzw. 6 Monate das Kombinationspräparat Proxeed Plus (L-Carnitin, L-Acetylcarnitin plus Mikronährstoffe) oder Placebo; erfasst wurden Ejakulatvolumen, progressive Motilität, Vitalität und DNA-Fragmentierungsindex. Ergebnisse: Unter Verum verbesserten sich Ejakulatvolumen, progressive Motilität und Vitalität signifikant gegenüber Placebo. Eine relevante Zunahme der Motilität ließ sich am besten durch die gleichzeitige Veränderung von Vitalität und DNA-Fragmentierungsindex vorhersagen (AUC=0,924; 95%-KI 0,852–0,996; p<0,001); in der logistischen Regression war die Abnahme des DNA-Fragmentierungsindex der einzige unabhängige Prädiktor für diese Motilitätsverbesserung (OR=1,106; p=0,034). Einordnung: Die Kombination aus Carnitin-Derivaten und Mikronährstoffen zeigt in dieser RCT einen günstigen Effekt auf mehrere Spermienparameter bei männlicher Subfertilität, wahrscheinlich vermittelt über eine Reduktion oxidativer DNA-Schäden.
Die Effekte von Lycopin-Supplementierung auf das Spermiogramm und oxidativen Stress im Ejakulat bei infertilen Männern
Nouri M et al. — Phytotherapy research
Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie (RCT) mit 44 infertilen Männern mit Oligozoospermie. Methodik: Über 12 Wochen erhielt die Interventionsgruppe täglich 25 mg Lycopin, die Kontrollgruppe Placebo; erfasst wurden anthropometrische Daten, körperliche Aktivität, Ernährung, Spermiogramm sowie oxidative Stressmarker (totale antioxidative Kapazität TAC, Malondialdehyd, Glutathionperoxidase) vor und nach der Intervention. Ergebnisse: In der Lycopin-Gruppe stiegen Gesamtspermienzahl und -konzentration signifikant an (p<0,05, Gesamtzahl blieb nach Adjustierung signifikant); zudem verbesserten sich innerhalb der Gruppe Ejakulatvolumen, Gesamtmotilität sowie der Anteil nicht-progressiv beweglicher und unbeweglicher Spermien signifikant (p<0,05). Die TAC-Werte stiegen in beiden Gruppen signifikant an. Einordnung: Bei kleiner Stichprobe deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Lycopin-Supplementierung Spermienparameter und oxidative Stressmarker bei oligozoospermen Männern verbessern kann; größere und länger angelegte Studien sind laut Autoren zur Bestätigung nötig.
Der Zusammenhang zwischen Serum-Vitamin-D, Fertilität und Spermienqualität: systematische Übersicht und Meta-Analyse
Arab A et al. — International journal of surgery (London, England)
Systematische Übersicht und Meta-Analyse von 18 Beobachtungsstudien (aus 1843 gesichteten Publikationen) zum Zusammenhang zwischen Vitamin D, Fertilität und Spermienqualität. Methodik: Literatursuche in PubMed, Cochrane Library, Science Direct, Scopus, Google Scholar und Web of Science bis Dezember 2018; Qualitätsbewertung mittels Newcastle-Ottawa-Scale; Berechnung gewichteter Mittelwertdifferenzen (WMD). Ergebnisse: Der Serumspiegel von 25(OH)D3 war bei fertilen Männern signifikant höher als bei infertilen (WMD −0,63; 95%-KI −1,06 bis −0,21; p=0,003). Ein niedrigerer Vitamin-D-Spiegel war zudem signifikant mit geringerer Spermienmotilität (WMD −5,84; p=0,01) und geringerer progressiver Motilität (WMD −5,24; p=0,003) assoziiert. Wegen erheblicher Heterogenität zwischen den Studien ist bei der Interpretation Vorsicht geboten. Einordnung: Die Daten unterstützen einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Status und männlicher Fertilität bzw. Spermienmotilität; weitere gut kontrollierte prospektive Studien und klinische Interventionsstudien sind laut Autoren nötig, um Kausalität zu klären.
Auswirkungen einer Vitamin-D-Supplementierung auf Spermaqualität, Reproduktionshormone und Lebendgeburtenrate: eine randomisierte klinische Studie
Blomberg Jensen M, Lawaetz JG, Petersen JH, Juul A, Jørgensen N — The Journal of clinical endocrinology and metabolism
Randomisierte, dreifach verblindete, placebokontrollierte klinische Studie (RCT) an einem Zentrum. Von 1427 gescreenten unfruchtbaren Männern mit Serum-25-Hydroxyvitamin-D ≤50 nmol/L wurden 330 eingeschlossen. Die Verumgruppe erhielt initial 300.000 IE Cholecalciferol, danach 150 Tage lang täglich 1400 IE Cholecalciferol plus 500 mg Kalzium, die Kontrollgruppe Placebo. Die Vitamin-D-Spiegel stiegen signifikant, die Standard-Spermaqualität veränderte sich jedoch nicht signifikant. Spontane Schwangerschaften traten tendenziell häufiger in der Verumgruppe auf (7,3% vs. 2,4%). In der Subgruppe oligozoospermer Männer war die Lebendgeburtenrate unter Vitamin D deutlich höher (35,6% vs. 18,3%; Differenz 17,3 Prozentpunkte). Inhibin B war bei zunächst vitamin-D-defizienten, behandelten Männern höher (193 vs. 143 pg/mL), die Spermienkonzentration stieg nicht signifikant (p=0,07). Fazit: Hochdosierte Vitamin-D-Gabe verbesserte die Standard-Spermaqualität nicht, zeigte aber in der oligozoospermen Subgruppe einen möglichen Nutzen für die Lebendgeburtenrate, der weiterer Bestätigung bedarf.
Einfluss einer Antioxidantientherapie auf den DNA-Fragmentationsindex: eine doppelblinde, placebokontrollierte randomisierte Studie
Stenqvist A, Oleszczuk K, Leijonhufvud I, Giwercman A — Andrology
Placebokontrollierte, doppelblinde, randomisierte Studie (RCT) mit 77 Männern aus unfruchtbaren Paaren mit normalen Testosteron-, LH- und FSH-Werten sowie erhöhtem Spermien-DNA-Fragmentationsindex (DFI ≥25%). Die Teilnehmer erhielten randomisiert sechs Monate lang entweder eine kombinierte Antioxidanzientherapie (Vitamine, Antioxidanzien, Spurenelemente) oder Placebo; primärer Endpunkt war der DFI, sekundäre Endpunkte Standard-Spermaparameter, gemessen vor Behandlung sowie nach drei und sechs Monaten. Die Antioxidanziengruppe zeigte nach drei Monaten eine höhere Spermienkonzentration (Median 27,2 vs. 24,4 Mio./ml; p=0,028) und nach sechs Monaten einen grenzwertig signifikanten Anstieg (33,3 vs. 24,4 Mio./ml; p=0,053) gegenüber den Ausgangswerten. Der DFI veränderte sich unter Antioxidanzientherapie über sechs Monate nicht, und es zeigte sich zu keinem Zeitpunkt ein signifikanter Unterschied zwischen Antioxidanzien- und Placebogruppe bei DFI oder anderen Spermaparametern. Die Autoren folgern, dass Männer mit normalen Reproduktionshormonen möglicherweise keine primäre Zielgruppe für eine solche Antioxidanzientherapie sind.
Diätetische Supplementierung mit Docosahexaensäure (DHA) verbessert den seminalen antioxidativen Status und reduziert die Spermien-DNA-Fragmentierung
Martínez-Soto JC, Domingo JC, Cordobilla B, Nicolás M, Fernández L, Albero P, Gadea J, Landeras J — Systems biology in reproductive medicine
Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Parallelgruppenstudie mit ursprünglich 74 Teilnehmern (57 abschließend ausgewertet: 25 Placebo, 32 DHA), die über 10 Wochen täglich drei 500-mg-Kapseln erhielten – die Verumgruppe DHA-angereichertes Öl (1.500 mg/Tag), die Kontrollgruppe Sonnenblumenöl. Erfasst wurden klassische Samenparameter (Volumen, Konzentration, Motilität, Morphologie, Vitalität), Fettsäurezusammensetzung, gesamtantioxidative Kapazität und DNA-Fragmentierung vor und nach der Behandlung. Bei den klassischen Samenparametern und der Membran-Lipidzusammensetzung zeigten sich keine Unterschiede. In der DHA-Gruppe stiegen jedoch DHA- und Omega-3-Fettsäuregehalt im Seminalplasma an, die antioxidative Kapazität verbesserte sich, und der Anteil an Spermien mit DNA-Schäden sank. Die Studie deutet darauf hin, dass DHA-Supplementierung über eine Verbesserung des oxidativen Milieus die DNA-Integrität der Spermien schützen kann, ohne die Standardparameter des Spermiogramms kurzfristig zu verändern.
Coenzym Q10 und männliche Infertilität: eine Metaanalyse
Lafuente R, González-Comadrán M, Solà I, López G, Brassesco M, Carreras R, Checa MA — Journal of assisted reproduction and genetics
Systematisches Review und Metaanalyse von drei randomisiert-kontrollierten Studien zur oralen Coenzym-Q10(CoQ10)-Supplementierung bei infertilen Männern, insgesamt 149 Männer in der CoQ10-Gruppe und 147 unter Placebo. Untersucht wurden Lebendgeburten- und Schwangerschaftsraten, seminale CoQ10-Konzentration, Spermienkonzentration und -motilität. Keine der eingeschlossenen Studien lieferte Daten zu Lebendgeburten. Die Metaanalyse zeigte, dass eine CoQ10-Supplementierung die Schwangerschaftsraten nicht erhöht, jedoch signifikante Verbesserungen bei der seminalen CoQ10-Konzentration (Risk Ratio 49,55; 95%-KI 46,44–52,66), der Spermienkonzentration (RR 5,33; 95%-KI 4,18–6,47) und der Spermienmotilität (RR 4,50; 95%-KI 3,92–5,08) bewirkte. Die Autoren schließen, dass es zwar keine Evidenz für einen Effekt von CoQ10 auf Lebendgeburten- oder Schwangerschaftsraten gibt, wohl aber für eine generelle Verbesserung klassischer Spermaparameter. Sie fordern ausreichend gepowerte, robuste Studien zu Einzel- und Kombinationstherapien mit Antioxidantien, um belastbare klinische Empfehlungen ableiten zu können.
Effekte von Ubiquinol (reduziertes Coenzym Q10) auf Samenparameter bei Männern mit idiopathischer Infertilität: eine doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte Studie
Safarinejad MR, Safarinejad S, Shafiei N, Safarinejad S — The Journal of urology
Randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie an 228 Männern mit unerklärter Infertilität und idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie. Gruppe 1 (n=114) erhielt 26 Wochen lang täglich 200 mg Ubiquinol oral, Gruppe 2 (n=114) Placebo, gefolgt von einer 12-wöchigen Nachbeobachtung ohne Präparat. Primäre Endpunkte waren Spermiendichte, -motilität und strikte Morphologie. Nach 26 Wochen zeigte die Ubiquinol-Gruppe eine Spermiendichte von 28,7±4,6 Mio./ml gegenüber 16,8±4,4 Mio./ml unter Placebo (p=0,005), eine Motilität von 35,8% vs. 25,4% (p=0,008) und eine normale Morphologie von 17,6% vs. 14,8% (p=0,01). FSH sank, Inhibin B stieg signifikant unter Verum. Nach Absetzen näherten sich die Werte wieder dem Ausgangsniveau an, blieben aber für Dichte und Motilität noch signifikant erhöht. Es zeigte sich zudem eine positive Korrelation zwischen Behandlungsdauer und Verbesserung aller drei Parameter. Die Autoren schließen auf eine wirksame Verbesserung der Spermaqualität durch Ubiquinol bei dieser Patientengruppe.
Coenzym Q10 verbessert die seminale antioxidative Abwehr, beeinflusst aber die Samenparameter bei idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie nicht: eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie
Nadjarzadeh A et al. — Journal of endocrinological investigation
Doppelblinde, placebokontrollierte RCT an 47 infertilen Männern mit idiopathischer Oligoasthenoteratozoospermie (iOAT), die über 12 Wochen entweder 200 mg Coenzym Q10 (CoQ10) täglich oder Placebo erhielten. Samenparameter wurden nach WHO-Kriterien mikroskopisch bestimmt, zusätzlich Plasma-Malondialdehyd als Marker der Lipidperoxidation und die Gesamtantioxidationskapazität des Seminalplasmas gemessen. Spermienkonzentration, Motilität und Morphologie veränderten sich unter CoQ10 nicht signifikant gegenüber Placebo. Dagegen sanken die Thiobarbitursäure-reaktiven Substanzen im Serum signifikant (p<0,05), und die antioxidative Gesamtkapazität des Seminalplasmas stieg in der CoQ10-Gruppe signifikant an (p<0,05). Die Autoren folgern, dass CoQ10 den oxidativen Stress bei iOAT reduzieren kann, ohne die klassischen Samenparameter messbar zu verbessern, und schlagen eine mögliche Anwendung als unterstützende Zusatztherapie vor. Weitere Studien seien nötig, um eine abschließende Bewertung zu ermöglichen.
Coenzym-Q10-Behandlung bei infertilen Männern mit idiopathischer Asthenozoospermie: eine placebokontrollierte, doppelblinde randomisierte Studie
Balercia G, Buldreghini E, Vignini A, Tiano L, Paggi F, Amoroso S, Ricciardo-Lamonica G, Boscaro M, Lenzi A, Littarru G — Fertility and Sterility
Placebokontrollierte, doppelblinde randomisierte Studie an der Andrologie-Einheit der Polytechnischen Universität Marche (Italien) mit 60 infertilen Männern (27–39 Jahre) mit idiopathischer Asthenozoospermie (Spermienkonzentration >20 Mio./ml, Motilität <30%); 55 Patienten schlossen die Studie ab. Nach einer einmonatigen Run-in-Phase erhielten die Teilnehmer über 6 Monate entweder 200 mg/Tag Coenzym Q10 oder Placebo, gefolgt von 3 Monaten Nachbeobachtung ohne Behandlung. Unter Coenzym-Q10-Gabe stiegen Coenzym-Q10- und Ubichinol-Konzentrationen in Seminalplasma und Spermienzellen signifikant an, ebenso die Spermienmotilität; es zeigte sich eine schwache lineare Korrelation zwischen der Veränderung der Q10/Ubichinol-Spiegel und den kinetischen Parametern. Patienten mit niedrigerer Ausgangsmotilität und niedrigeren Ausgangs-Q10-Werten sprachen signifikant häufiger auf die Behandlung an. Die Studie zeigt, dass orale Coenzym-Q10-Supplementierung die Spermienbeweglichkeit bei idiopathischer Asthenozoospermie verbessern kann, wobei der Nutzen vor allem bei initial niedrigeren Werten ausgeprägt war.
Wirksamkeit von Selen und/oder N-Acetylcystein zur Verbesserung der Spermiogrammparameter bei infertilen Männern: eine doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte Studie
Safarinejad MR, Safarinejad S — The Journal of Urology
Große doppelblinde, placebokontrollierte randomisierte Studie mit 468 infertilen Männern mit idiopathischer Oligo-Astheno-Teratozoospermie, randomisiert in vier Gruppen à ca. 116–118 Teilnehmer: 200 µg Selen/Tag, 600 mg N-Acetylcystein/Tag, die Kombination beider Substanzen, oder Placebo, über 26 Wochen mit anschließender 30-wöchiger behandlungsfreier Nachbeobachtung. Erhoben wurden Serumhormone (Testosteron, Östradiol, FSH, LH, Prolaktin, Inhibin B), Selen- und NAC-Spiegel in Serum und Seminalplasma sowie das komplette Spermiogramm. Unter Selen- und NAC-Behandlung sank das FSH, während Testosteron und Inhibin B anstiegen; alle Spermiogrammparameter verbesserten sich signifikant, mit additiven Effekten in der Kombinationsgruppe. Es bestand eine positive Korrelation zwischen der Summe aus Selen- und NAC-Konzentration im Seminalplasma und Spermienkonzentration (r=0,67; p=0,01), Motilität (r=0,64; p=0,01) und normaler Morphologie (r=0,66; p=0,01). Die Autoren folgern, dass eine Supplementierung mit Selen und N-Acetylcystein die Samenqualität verbessert und empfehlen den Einsatz bei männlicher Infertilität.
Wirkungen von N-Acetylcystein auf Samenparameter und oxidativen/antioxidativen Status
Ciftci H et al. — Urology
Randomisierte, placebokontrollierte Studie zur Wirkung von N-Acetylcystein (NAC) bei Männern mit idiopathischer Infertilität. 120 Patienten wurden nach Diagnose einer ungeklärten Unfruchtbarkeit in zwei Gruppen randomisiert: 60 Männer erhielten 3 Monate lang täglich 600 mg NAC oral, 60 ein Placebo. Erfasst wurden Samenparameter sowie oxidativer Status (Gesamtantioxidationskapazität, Gesamtperoxide, oxidativer Stressindex) im Plasma. NAC verbesserte signifikant Volumen, Motilität und Viskosität des Ejakulats gegenüber Placebo. Zudem stieg die antioxidative Kapazität im Serum, während Gesamtperoxide und oxidativer Stressindex sanken – vermutlich durch verringerte reaktive Sauerstoffspezies. Anzahl und Morphologie der Spermien unterschieden sich zwischen den Gruppen nicht signifikant. Die Autoren schlussfolgern, dass NAC bei idiopathischer männlicher Infertilität ausgewählte Samenparameter sowie den oxidativen Status verbessern kann, wenngleich kein Effekt auf Spermienzahl oder -morphologie nachweisbar war.
Verringerung der Spermien-DNA-Fragmentierung durch orale Antioxidantien-Behandlung
Greco E, Iacobelli M, Rienzi L, Ubaldi F, Ferrero S, Tesarik J — Journal of andrology
Randomisierte, placebokontrollierte Studie (RCT) an 64 Männern mit unerklärter Infertilität und erhöhtem Anteil DNA-fragmentierter Spermien (≥15%). Die Verumgruppe erhielt über 2 Monate täglich 1 g Vitamin C und 1 g Vitamin E, die Kontrollgruppe Placebo; die Spermien-DNA-Fragmentierung wurde per TUNEL-Assay vor und nach Behandlung bestimmt. Die klassischen Samenparameter unterschieden sich vor und nach Behandlung nicht zwischen den Gruppen, jedoch sank der Anteil DNA-fragmentierter Spermien in der Antioxidans-Gruppe signifikant von 22,1% (±7,7) auf 9,1% (±7,2; p<0,001), während sich in der Placebogruppe keine Veränderung zeigte. Einordnung: Eine zweimonatige hochdosierte Supplementierung mit Vitamin C und E kann laut dieser RCT die Spermien-DNA-Fragmentierung deutlich reduzieren, ohne klassische Samenparameter wie Konzentration, Motilität oder Morphologie zu verändern - relevant vor allem für Männer mit erhöhter oxidativer DNA-Schädigung der Spermien.
Wirkung von Folsäure und Zinksulfat bei männlicher Subfertilität: eine randomisierte, placebokontrollierte Studie
Wong WY, Merkus HM, Thomas CM, Menkveld R, Zielhuis GA, Steegers-Theunissen RP — Fertility and Sterility
Doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Interventionsstudie an zwei ambulanten Kinderwunschzentren sowie neun Hebammenpraxen in den Niederlanden zur Wirkung von Folsäure und Zinksulfat auf Samenparameter. Eingeschlossen wurden 108 fertile und 103 subfertile Männer, die randomisiert einer von vier Gruppen zugeteilt wurden: Folsäure (5 mg/Tag) plus Placebo, Zinksulfat (66 mg/Tag) plus Placebo, Kombination aus Folsäure und Zinksulfat, oder doppeltes Placebo, jeweils über 26 Wochen. Vor und nach der Behandlung wurden Samenparameter nach WHO-Kriterien sowie Morphologie nach strikten Kriterien und Folat-/Zink-Konzentrationen in Blut bestimmt. Bei subfertilen Männern führte die kombinierte Gabe von Zinksulfat und Folsäure zu einem signifikanten Anstieg der Gesamtzahl normal geformter Spermien um 74%, bei nur geringfügigem Anstieg (4%) abnormaler Spermien; ein ähnlicher, schwächerer Trend zeigte sich bei fertilen Männern. Prätherapeutische Folat- und Zinkspiegel unterschieden sich zwischen fertilen und subfertilen Männern nicht. Ein klinischer Nutzen für die tatsächliche Fertilität blieb offen, doch die Ergebnisse begründeten weitere Forschung zur Supplementierung als Fertilitätsmaßnahme.