74 Studien1979–2019Alle mit Original-Link

Studien zu Grunderkrankungen & Infektionen und Spermienqualität (38–74)

74 wissenschaftliche Original-Publikationen zum Themenbereich Grunderkrankungen & Infektionen, neueste zuerst; diese Seite zeigt die Studien 38 bis 74. Jede mit deutscher Zusammenfassung (Studientyp, Stichprobe, Methodik, Ergebnisse) und direktem Link zum Original auf PubMed.

37 von 37 Studien
Grunderkrankungen & Infektionen 2019

Humanes Papillomavirus mit hohem Risiko im Ejakulat ist assoziiert mit schlechter progressiver Spermienmotilität und hohem DNA-Fragmentierungsindex bei infertilen Männern

Boeri L et al. — Human reproduction (Oxford, England)

Querschnittsstudie mit 729 infertilen weißen europäischen Männern in Behandlung wegen unerfüllten Kinderwunschs. Methodik: Nachweis von HPV-DNA im Ejakulat mittels nested PCR, Spermiogramm nach WHO-2010-Kriterien, DNA-Fragmentierungsindex (SDF) per Sperm Chromatin Structure Assay (pathologisch ab ≥30%), Hormonbestimmung; lineare Regressionsmodelle. Ergebnisse: HPV-Positivität insgesamt 15,5% (113/729), davon Hochrisiko-HPV bei 10,7% (78/729), am häufigsten HPV16 (22,1%). HPV-positive Männer hatten signifikant geringere progressive Motilität (p=0,01) und höhere SDF-Werte (p=0,005); bei Hochrisiko-HPV war der Unterschied noch deutlicher (Motilität p=0,007, SDF p=0,003). In der Multivarianzanalyse blieben Alter und FSH, nicht aber der HPV-Status, unabhängige Prädiktoren der SDF. Einordnung: Hochrisiko-HPV im Ejakulat korreliert mit eingeschränkter Spermienqualität, ein kausaler Zusammenhang ist durch das Querschnittsdesign jedoch nicht belegt.

PMID 30517657 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2019

Erholung der Spermatogenese nach Krebsbehandlung mit zytotoxischer Chemotherapie und Radiotherapie

Okada K, Fujisawa M — The world journal of men's health

Narrativer Übersichtsartikel (kein eigenes Studiendesign, keine Stichprobe) zu den Effekten von Chemo- und Strahlentherapie auf die männliche Fertilität. Inhalt: Insbesondere alkylierende Substanzen und Ganzkörperbestrahlung können schwere, teils dauerhafte Schäden an den Keimzellen verursachen, mit temporärer, langfristiger oder permanenter Gonadenschädigung. Als Strategien zum Fertilitätserhalt werden die Kryokonservierung von Spermien vor Therapiebeginn als etablierte Methode sowie experimentelle Ansätze wie die Lagerung präpubertärer Keimzellen und die Erzeugung differenzierter männlicher Keimzellen aus embryonalen Stammzellen, induzierten pluripotenten Stammzellen und spermatogonialen Stammzellen vorgestellt. Einordnung: Der Review betont, dass sich die Spermatogenese nach Krebstherapie teilweise erholen kann, dies aber unvorhersehbar ist, weshalb der Fertilitätserhalt vor Therapiebeginn — vor allem durch Kryokonservierung — für Patienten im reproduktionsfähigen Alter zentral bleibt; neuere zellbiologische Verfahren sind noch experimentell.

PMID 30588779 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2019

Spermien-DNA-Schäden bei Krebspatienten

Beaud H et al. — Advances in experimental medicine and biology

Narrativer Übersichtsartikel (Buchkapitel) ohne eigene Patientenstichprobe, der experimentelle Daten und prospektive Längsschnittstudien zu den Effekten von Krebs und Krebstherapie auf Spermatogenese und Spermien-DNA zusammenfasst. Inhalt: Krebs selbst und seine Behandlung können die sich teilenden Spermatogonien und ihr zelluläres Umfeld schädigen, was zu reduzierter Keimzellzahl und geringerer Spermienzahl führt; die Spermienproduktion kann sich danach erholen, jedoch bleibt bei Krebsüberlebenden auch noch 2 Jahre nach Therapieende ein erhöhtes Risiko für Aneuploidie, DNA-Schäden, abnormale Chromatinstruktur und epigenetische Defekte in den Spermien bestehen. Große Kohortenstudien zeigten eine niedrigere Geburtenrate bei männlichen Krebsüberlebenden, jedoch keinen signifikanten Einfluss auf die Gesundheit der so gezeugten Kinder. Einordnung: Der Review unterstreicht die klinische Bedeutung der Spermien-DNA-Integrität bei Krebsüberlebenden für die Familienplanung und die Notwendigkeit besseren Verständnisses der Wirkung neuer Chemotherapeutika sowie verbesserter Fertilitätserhaltungsstrategien, da Kryokonservierung vor Therapie bislang die einzige etablierte Option ist.

PMID 31301053 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2018

Ureaplasma spp. bei männlicher Infertilität und ihr Zusammenhang mit Samenqualität und Seminalplasma-Bestandteilen

Zhou YH, Ma HX, Shi XX, Liu Y — Journal of microbiology, immunology, and infection

Fall-Kontroll-Studie an 540 infertilen Männern und 260 fertilen Kontrollen aus Shanghai, bei denen Samenproben auf Ureaplasma spp. (bakteriologische Kultur, PCR zur Biovar-/Serotyp-Bestimmung) sowie auf Samenparameter (Volumen, Konzentration, progressive und nicht-progressive Motilität, mittels CASA nach WHO-5.-Auflage-Kriterien) und seminale Sekretionsmarker untersucht wurden. Die Prävalenz von Ureaplasma spp. war bei infertilen Männern signifikant höher als bei Kontrollen (39,6% vs. 19,2%). Innerhalb der infizierten infertilen Männer war die progressive Motilität sowie die NAG-Enzymaktivität (Marker der Nebenhoden-Sekretionsfunktion) bei Infektion mit U. parvum (UPA) bzw. Mischinfektionen signifikant niedriger als bei U. urealyticum (UUR)-Infektion. Die Autoren schließen, dass eine Ureaplasma-spp.-Infektion eine relevante pathogenetische Rolle bei männlicher Infertilität spielt, wobei UPA eine höhere Pathogenität hinsichtlich Spermienmotilität und Nebenhodenfunktion aufweist als UUR.

PMID 28739435 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2018

Verbesserung der Spermaparameter nach Antibiotikatherapie bei asymptomatisch mit Mycoplasma genitalium infizierten unfruchtbaren Männern

Ahmadi MH, Mirsalehian A, Gilani MAS, Bahador A, Talebi M — Infection

Fall-Kontroll-Studie mit zusätzlichem unkontrolliertem Vorher-Nachher-Interventionsarm: 165 unfruchtbare Männer mit auffälligem Spermiogramm (Studiengruppe) wurden mit 165 gesunden fertilen Kontrollen verglichen. Spermaproben wurden mittels Real-Time-PCR, mikrobiologischer Kultur sowie Bestimmung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und totaler antioxidativer Kapazität (TAC) untersucht; infizierte Männer aus der Studiengruppe erhielten eine Antibiotikatherapie mit Kontrolluntersuchung nach einem Monat. Mycoplasma genitalium (MG) fand sich signifikant häufiger bei unfruchtbaren als bei fertilen Männern (9,7% vs. 1,2%; p=0,001). Nach der Antibiotikabehandlung verbesserten sich fast alle Spermaparameter außer Volumen, pH-Wert und Viskosität (p<0,05), Leukozyten im Ejakulat sanken (p=0,02), die TAC stieg (p=0,002) und ROS sowie das ROS/TAC-Verhältnis sanken (p=0,03). Bei sieben der behandelten infizierten Männer (43,8%) wurde die Partnerin innerhalb von vier Monaten nach Behandlungsende schwanger. Die Autoren folgern, dass eine asymptomatische MG-Infektion mit männlicher Unfruchtbarkeit assoziiert ist und eine Antibiotikatherapie die Spermaqualität verbessern kann.

PMID 29124647 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2018

Einfluss einer Mycoplasma-genitalium-Infektion auf die Spermaqualität unfruchtbarer Männer

Yan ZC, Shang XJ, Liu W, Wan XX, Wan CC, Xu S, Zhong Y, Weng ZQ — Zhonghua nan ke xue (National journal of andrology)

Chinesische Querschnittsstudie mit Spermaproben von 352 unfruchtbaren Männern (März–Juli 2015, Reproduktionsmedizinisches Zentrum Nanjing). Mycoplasma genitalium (MG) wurde mittels Echtzeit-Fluoreszenz-Amplifikationstest nachgewiesen, das Spermiogramm nach dem WHO-Laborhandbuch (5. Auflage) erstellt, einschließlich DNA-Fragmentierungsindex (DFI). Eine MG-Infektion fand sich bei 3,4% (12/352) der unfruchtbaren Männer. Verglichen mit MG-positiven Männern zeigten MG-negative ein signifikant höheres Ejakulatvolumen (3,84 ± 0,12 ml vs. 2,85 ± 0,14 ml; p=0,008) und einen höheren Anteil progressiv motiler Spermien (23,57 ± 0,99% vs. 15,86 ± 1,72%; p=0,032), aber einen niedrigeren DFI (20,71 ± 1,55% vs. 30,73 ± 2,24%; p=0,014). Bei pH-Wert, Spermienkonzentration, Gesamtspermienzahl, Gesamtmotilität und Anteil immotiler Spermien zeigten sich keine signifikanten Unterschiede. Die Autoren folgern, dass eine urogenitale MG-Infektion bei unfruchtbaren Männern nicht selten ist und die Spermaqualität, insbesondere Spermienvitalität und DNA-Integrität, negativ beeinflussen kann.

PMID 30168950 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2018

Der Einfluss von Bakteriospermie auf Spermienparameter: eine Meta-Analyse

Pergialiotis V et al. — Journal of family & reproductive health

Meta-Analyse von 18 Studien mit insgesamt 5.797 gesunden Kontrollen und 3.986 Männern mit Bakteriospermie (bakterielle Besiedlung des Ejakulats). Methodik: Literatursuche in Medline, Scopus, Clinicaltrials.gov, EMBASE, LILACS und Cochrane CENTRAL; Auswertung mit RevMan 5.3, Berechnung von Mittelwertdifferenzen (MD) mit 95%-Konfidenzintervallen. Ergebnisse: Das Ejakulatvolumen war unverändert (MD 0,02), jedoch waren Spermienkonzentration (MD −27,06) und Gesamtspermienzahl (MD −15,12) bei Bakteriospermie signifikant reduziert. Der Anteil normal geformter Spermien (MD −5,43%) sowie lebender Spermien (MD −4,39%) war ebenfalls vermindert, ebenso Gesamtmotilität (MD −3,64) und progressive Motilität (MD −12,81); der pH-Wert war leicht erhöht (MD 0,03). Einordnung: Bakteriospermie ist — auch bei asymptomatischem Verlauf — mit deutlich reduzierter Spermienqualität in mehreren Parametern assoziiert; die Autoren fordern weitere Studien zum Effekt einer antibiotischen Behandlung auf die Fertilität.

PMID 30820210 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2017

Asymptomatische Infektion mit Mycoplasma hominis beeinträchtigt Samenparameter und führt zu männlicher Infertilität – bestätigt durch verbesserte Samenparameter nach Antibiotikatherapie

Ahmadi MH, Mirsalehian A, Sadighi Gilani MA, Bahador A, Talebi M — Urology

Fall-Kontroll-Studie mit 165 infertilen Männern mit auffälligem Spermiogramm und 165 gesunden fertilen Kontrollen. Samenproben wurden mittels Real-Time-PCR, mikrobiologischer Kultur sowie Bestimmung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und totaler antioxidativer Kapazität (TAC) untersucht; infizierte Männer der Studiengruppe erhielten eine Antibiotikatherapie, gefolgt von einer Kontrolluntersuchung nach einem Monat. Mycoplasma hominis fand sich signifikant häufiger bei infertilen (14,5%) als bei fertilen Männern (3,6%; p=0,001). Nach Antibiotikabehandlung verbesserten sich nahezu alle Samenparameter (außer Volumen, pH und Viskosität) signifikant, Leukozyten im Ejakulat verschwanden, TAC stieg an und ROS bzw. das ROS/TAC-Verhältnis sanken. Bei 58,3% der zuvor infizierten Männer kam es innerhalb von 4 Monaten nach Behandlung zu einer Schwangerschaft der Partnerin. Die Ergebnisse sprechen für einen kausalen Zusammenhang zwischen asymptomatischer M.-hominis-Infektion und männlicher Infertilität sowie für eine wirksame Antibiotikatherapie.

PMID 27871827 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2017

Chronische Prostatitis und ihre schädliche Auswirkung auf Spermienparameter: eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Condorelli RA, Russo GI, Calogero AE, Morgia G, La Vignera S — Journal of endocrinological investigation

Systematische Übersicht und Metaanalyse (PRISMA) von 27 Studien mit insgesamt 3.241 Teilnehmern (381 mit chronisch bakterieller Prostatitis/CBP, 1.670 mit chronischem Beckenschmerzsyndrom/CP-CPPS, 1.190 Kontrollen) zum Zusammenhang zwischen chronischer Prostatitis und Samenqualität. CBP war mit reduzierter Spermienkonzentration, -vitalität sowie Gesamt- und progressiver Motilität assoziiert, CP/CPPS zusätzlich mit vermindertem Samenvolumen und schlechterer Morphologie. Chronische Prostatitis insgesamt war signifikant mit reduzierter Zinkkonzentration im Seminalplasma verbunden (SMD -20,73; p=0,005) und erhöhte das Risiko für Anti-Spermien-Antikörper im Seminalplasma deutlich (OR 3,26; p<0,01). Die Autoren schließen, dass chronische Prostatitis – in ihren beiden Hauptformen mit unterschiedlichem Muster – einen relevanten negativen Einfluss auf die Spermienqualität hat, vermutlich vermittelt über lokale Entzündung, Zinkmangel und Immunreaktionen gegen Spermien, was bei der Abklärung männlicher Infertilität berücksichtigt werden sollte.

PMID 28488229 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2017

Humane Papillomaviren im Sperma und das Risiko für männliche Unfruchtbarkeit: eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse

Lyu Z, Feng X, Li N, Zhao W, Wei L, Chen Y, Yang W, Ma H, Yao B, Zhang K, Hu Z, Shen H, Hang D, Dai M — BMC infectious diseases

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von Prävalenz- und Fall-Kontroll-Studien zu HPV im Sperma. Vier elektronische Datenbanken wurden nach PRISMA-Kriterien für den Zeitraum Januar 1990 bis Dezember 2016 durchsucht; 31 Studien mit insgesamt 5194 Männern wurden eingeschlossen und getrennt für Allgemeinbevölkerung und Kinderwunschpatienten ausgewertet. Die HPV-DNA-Prävalenz im Sperma betrug 11,4% (95%-KI 7,8–15,0%) in der Allgemeinbevölkerung (n=2122) und 20,4% (95%-KI 16,2–24,6%) bei Kinderwunschpatienten (n=3072); Hochrisikotypen fanden sich bei 10,0% bzw. 15,5%. HPV16 war der häufigste Genotyp (4,8% bzw. 6,0%). Männer mit HPV-positivem Sperma hatten ein signifikant erhöhtes Unfruchtbarkeitsrisiko (Odds Ratio 2,93; 95%-KI 2,03–4,24). Die Autoren schließen, dass seminale HPV-Infektionen weltweit verbreitet sind und zur männlichen Unfruchtbarkeit beitragen könnten. Einschränkend bleibt der überwiegend querschnittliche Charakter der Primärstudien, der keine Kausalität belegt.

PMID 29121862 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2016

Ureaplasma-urealyticum- und Mycoplasma-hominis-Infektionen und Samenqualität bei 19.098 unfruchtbaren Männern in China

Huang C, Long X, Jing S, Fan L, Xu K, Wang S, Zhu W — World journal of urology

Große klinische Studie mit 19.098 Samenproben unfruchtbarer Männer sowie 3.368 Proben fertiler Samenspender aus China (2011-2014). Methodik: Nachweis von Ureaplasma urealyticum (UU) und Mycoplasma hominis (MH) in Samenproben, standardisierte WHO-Samenanalyse sowie Antibiotika-Resistenztestung. Ergebnisse: Die Prävalenz von UU und MH unterschied sich signifikant zwischen infertilen und fertilen Männern. Bei UU-positiven infertilen Männern waren progressive Motilität, Gesamtmotilität und Anteil normaler Formen signifikant reduziert gegenüber nicht infizierten Männern; bei MH-Infektion zeigte sich kein Unterschied der Samenparameter. UU und MH (auch als Mischinfektion) waren hochempfindlich gegenüber Doxycyclin und Josamycin (Resistenzraten unter 6%), aber stark resistent gegenüber Ciprofloxacin. Einordnung: Die Studie mit sehr großer Fallzahl bestätigt einen Zusammenhang zwischen UU-Infektion und beeinträchtigter Samenqualität und liefert praktische Hinweise zur antibiotischen Therapie, während für MH kein negativer Effekt auf Samenparameter nachweisbar war.

PMID 26537883 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2016

Auswirkungen einer Ureaplasma-urealyticum-Infektion auf die Spermienqualität sowie Stickstoffmonoxid- und Zytokinkonzentrationen im Ejakulat unfruchtbarer Männer

Qian L, Bian GR, Li HB, Zhou Y, Dong SD, Wang WJ, Song J — American journal of reproductive immunology (New York, N.Y. : 1989)

Vergleichsstudie mit insgesamt 81 Samenproben unfruchtbarer Männer (mit und ohne Ureaplasma-urealyticum-Infektion) und gesunder Kontrollen. Methodik: Standardsamenanalyse sowie Bestimmung der Konzentrationen von Stickstoffmonoxid (NO) und der Zytokine Interleukin-17 und Interleukin-18 im Ejakulat. Ergebnisse: Bei infizierten unfruchtbaren Männern war die NO-Konzentration im Vergleich zu nicht infizierten unfruchtbaren und gesunden Männern signifikant erhöht (p<0,05), während Spermiendichte, pH-Wert, Vorwärtsbeweglichkeit, Aktivierungs- und Überlebensrate sowie der Anteil normal geformter Spermien signifikant niedriger waren. NO korrelierte zudem positiv mit den IL-17- und IL-18-Konzentrationen. Einordnung: Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Ureaplasma-Infektion über eine gesteigerte NO-Produktion und begleitende inflammatorische Zytokinantwort (IL-17, IL-18) die Spermienqualität schädigt und zur männlichen Infertilität beitragen kann; oxidativer/nitrosativer Stress erscheint als möglicher Wirkmechanismus.

PMID 26856767 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2016

Einfluss einer Hepatitis-B-Virusinfektion auf die Spermienqualität und den oxidativen Stress-Status im Ejakulat unfruchtbarer Männer

Qian L, Li Q, Li H — American journal of reproductive immunology (New York, N.Y. : 1989)

Fall-Kontroll-Studie mit 60 Samenproben unfruchtbarer Männer (mit und ohne Hepatitis-B-Virus(HBV)-Infektion) im Vergleich zu gesunden Männern. Methodik: Standardsamenanalyse sowie Bestimmung von Interleukin-17, Interleukin-18 und Malondialdehyd (MDA, Marker für oxidativen Stress) im Ejakulat. Ergebnisse: Bei HBV-infizierten unfruchtbaren Männern waren Samenvolumen, pH-Wert, Spermiendichte, Vorwärtsbeweglichkeit, Aktivierungs- und Überlebensrate sowie der Anteil normal geformter Spermien signifikant niedriger, während IL-17, IL-18 und MDA signifikant höher waren als bei nicht infizierten unfruchtbaren und gesunden Männern (jeweils p<0,05). Bei HBV-Infizierten korrelierte MDA negativ mit der Samenqualität und positiv mit IL-17/IL-18. Einordnung: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine HBV-Infektion über gesteigerten oxidativen Stress und eine inflammatorische Zytokinantwort die Spermienqualität beeinträchtigt und zur männlichen Infertilität beitragen kann – ein möglicher Wirkmechanismus analog zu anderen genitalen Infektionen.

PMID 27381166 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2015

Nichtalkoholische Fettlebererkrankung und Veränderungen der Samenqualität und reproduktiven Hormone

Li Y, Liu L, Wang B, Chen D, Wang J — European journal of gastroenterology & hepatology

Fall-Kontroll-Studie mit 102 Männern mit nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) und 94 gesunden Kontrollen aus China. Methodik: körperliche Untersuchung, Lebensstil-Fragebögen, Abdomensonographie sowie Samenanalyse (Volumen, Konzentration, Motilität, Morphologie) und Bestimmung reproduktiver Hormone (Testosteron, Östradiol, FSH, Inhibin B, SHBG, LH). Ergebnisse: NAFLD-Patienten hatten signifikant niedrigere Serumspiegel von Testosteron und SHBG. Spermienkonzentration (p=0,04), Spermienzahl (p=0,01) und Gesamtmotilität (p=0,03) waren gegenüber der Kontrollgruppe reduziert; Volumen und Morphologie unterschieden sich nicht. Multivariate Analysen bestätigten einen signifikanten Zusammenhang zwischen NAFLD, Karenzzeit und den genannten Samenparametern. Einordnung: Die Studie liefert Hinweise, dass eine Fettlebererkrankung als metabolische Grunderkrankung auch die männliche Reproduktionsfunktion beeinträchtigen kann, wobei die Kausalität durch das Querschnittsdesign nicht belegt werden kann.

PMID 26062079 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2014

Der Effekt des chronischen Prostatitis-/chronischen Beckenschmerz-Syndroms (CP/CPPS) auf Spermaparameter beim Mann: systematische Übersicht und Metaanalyse

Fu W et al. — PLoS ONE

Systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von Fall-Kontroll-Studien zum Zusammenhang zwischen chronischem Prostatitis-/chronischem Beckenschmerz-Syndrom (CP/CPPS) und Spermaparametern. Die Literatursuche in PubMed, EMBASE und Cochrane Library bis August 2013 identifizierte 12 geeignete Studien mit insgesamt 999 CP/CPPS-Patienten und 455 gesunden Kontrollen; die Auswertung erfolgte im Random-Effects-Modell mittels standardisierter Mittelwertdifferenzen (SMD). Bei CP/CPPS-Patienten waren Spermienkonzentration, Anteil progressiv motiler Spermien und Anteil morphologisch normaler Spermien signifikant reduziert (SMD -14,12, -5,94 bzw. -8,26), während das Ejakulatvolumen gegenüber Kontrollen sogar erhöht war (SMD 0,50). Kein signifikanter Unterschied zeigte sich bei Gesamtspermienzahl, Gesamtmotilität und Spermienvitalität. Die Ergebnisse belegen einen negativen Einfluss der chronischen Prostatitis auf zentrale Fertilitätsparameter und unterstreichen die klinische Relevanz urogenitaler Entzündungserkrankungen für die männliche Fruchtbarkeit. Die Autoren fordern größere Studien, um das Ausmaß des Effekts belastbarer zu quantifizieren.

PMID 24743301 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2012

Prävalenz von Chlamydia trachomatis, Mycoplasma hominis, Mycoplasma genitalium und Ureaplasma urealyticum sowie Samenqualität bei infertilen und fertilen Männern in Kuwait

Al-Sweih NA et al. — Journal of andrology

Querschnittsstudie an einer Entbindungsklinik in Kuwait mit 127 infertilen und 188 fertilen Männern, deren Samenproben mittels PCR auf Ureaplasma urealyticum, Mycoplasma hominis, Mycoplasma genitalium und Chlamydia trachomatis untersucht wurden; die Samenanalyse erfolgte nach WHO-Kriterien. Die Erreger fanden sich bei Infertilen bzw. Fertilen in ähnlicher Häufigkeit: U. urealyticum 24,4 % vs. 26,1 %, M. hominis 17,1 % vs. 32,4 %, M. genitalium 4,7 % vs. 3,2 %, C. trachomatis 3,9 % vs. 3,7 %; Mischinfektionen bei 11 % bzw. 15,4 %. Die Prävalenzunterschiede zwischen infertilen und fertilen Männern waren statistisch nicht signifikant. Bei mit M. hominis, M. genitalium oder C. trachomatis infizierten Männern zeigten sich jedoch signifikant veränderter Samen-pH-Wert und erhöhte Leukozytenzahlen im Ejakulat im Vergleich zu nicht infizierten Männern, sowohl bei Infertilen als auch bei Fertilen. Genitale Mykoplasmen- und Chlamydieninfektionen scheinen demnach die Samenqualität negativ zu beeinflussen, ohne per se ein Marker für Infertilität zu sein.

PMID 22052774 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2012

Der Einfluss der Varikozelektomie auf Spermaparameter: eine Metaanalyse

Schauer I, Madersbacher S, Jost R, Hübner WA, Imhof M — The Journal of urology

Metaanalyse von 14 aus 94 identifizierten Publikationen (1975–2011), die den Effekt dreier chirurgischer Varikozelektomie-Techniken (hohe Ligatur, inguinaler und subinguinaler Zugang) auf Spermienkonzentration, -beweglichkeit und Schwangerschaftsraten untersuchte. Eingeschlossen wurden Studien mit mindestens zwei Spermiogrammen vor und ≥3 Monate nach dem Eingriff bei Männern über 19 Jahren mit klinisch tastbarer Varikozele und subfertilen bzw. auffälligen Samenparametern. Alle drei OP-Techniken führten zu signifikanten Verbesserungen: Die Spermienkonzentration stieg um 7,2–10,9 Mio./ml, die Motilität um 6,8–12,25 Prozentpunkte, ohne statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Techniken (Konzentration p=0,973, Motilität p=0,372). Die höchste Schwangerschaftsrate erzielte der inguinale Zugang mit 41,5% gegenüber 26,9% (hohe Ligatur) und 26,6% (subinguinal), ein signifikanter Unterschied (p=0,035). Die Autoren folgern, dass eine Varikozelektomie unabhängig von der Technik Spermienzahl und -beweglichkeit deutlich verbessert, wobei der inguinale Zugang die besten Schwangerschaftsergebnisse liefert.

PMID 22425089 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2012

Zusammenhang zwischen Varikozele und Spermien-DNA-Schäden sowie der Effekt einer Varikozelen-Operation: eine Metaanalyse

Wang YJ, Zhang RQ, Lin YJ, Zhang RG, Zhang WL — Reproductive biomedicine online

Metaanalyse von 12 aus 83 identifizierten Humanstudien zum Zusammenhang zwischen Varikozele (bei rund 40% infertiler Männer vorhanden) und Spermien-DNA-Schäden sowie zum Effekt der operativen Varikozelenbehandlung (Varikozelektomie). Sieben Studien verglichen die DNA-Schädigung bei Varikozele-Patienten mit Kontrollen, sechs untersuchten die Wirkung der Operation. Die gepoolte Analyse (RevMan-Software) ergab bei Varikozele-Patienten eine signifikant höhere Spermien-DNA-Fragmentation als bei Kontrollen, mit einer mittleren Differenz von 9,84 Prozentpunkten (95%-KI 9,19–10,49; p<0,00001). Nach Varikozelektomie verbesserte sich die DNA-Integrität signifikant um durchschnittlich 3,37 Prozentpunkte (95%-KI -4,09 bis -2,65; p<0,00001). Die Autoren folgern, dass Varikozelen mit erhöhten Spermien-DNA-Schäden assoziiert sind und eine operative Korrektur diese teilweise reversibel machen kann, betonen jedoch, dass weitere kontrollierte Studien nötig sind. Hinweis: Der Original-Abstract enthält den Ergebnistext nahezu wortgleich doppelt (redundante Wiederholung im PubMed-Eintrag).

PMID 22809864 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2011

HIV-Infektion und moderne antiretrovirale Therapie beeinträchtigen die Spermaqualität

Kehl S et al. — Archives of gynecology and obstetrics

Prospektive Studie am Universitätsfertilitätszentrum Mannheim (1996–2003) mit 226 Männern, unterteilt in HIV-1-infizierte Männer unter hochaktiver antiretroviraler Therapie (HAART), HIV-1-infizierte Männer ohne antiretrovirale Therapie und eine Kontrollgruppe von 93 Männern mit tubarer Sterilität der Partnerin. Verglichen wurden Ejakulatvolumen, Spermienkonzentration, Motilität und Morphologie. HIV-infizierte Männer insgesamt sowie die HAART-Untergruppe hatten ein signifikant geringeres Ejakulatvolumen, weniger langsam progressive und mehr abnorm geformte Spermien als die Kontrollgruppe. HIV-infizierte Männer ohne antiretrovirale Therapie zeigten nur ein signifikant reduziertes Ejakulatvolumen, die übrigen Parameter waren unauffällig; zwischen den Untergruppen mit und ohne HAART bestanden keine signifikanten Unterschiede. Das Spermiogramm HIV-infizierter Männer war insgesamt gegenüber gesunden Kontrollen verschlechtert, wobei sich Volumen, Morphologie und Motilität besonders unter HAART veränderten – ein Hinweis auf einen möglichen zusätzlichen Effekt der antiretroviralen Medikation neben der HIV-Infektion selbst.

PMID 21448708 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2011

Samenqualität und Fertilität bei erwachsenen Langzeitüberlebenden der akuten lymphoblastischen Leukämie im Kindesalter

Jahnukainen K et al. — Fertility and sterility

Prospektive Studie mit 51 männlichen Langzeitüberlebenden einer akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) im Kindesalter (Diagnosealter median 5 Jahre) und 56 altersangepassten Kontrollen, untersucht im Median 20 Jahre nach Therapie hinsichtlich Hodenvolumen, Serumhormonen, Samenqualität und Anzahl gezeugter Kinder in Bezug zur erhaltenen ALL-Therapie. Überlebende mit niedriger kumulativer Cyclophosphamid-Dosis (0–10 g/m²) hatten vergleichbare Spermaqualität und Fertilitätsraten wie Kontrollen, jedoch niedrigeres freies Serumtestosteron (median 213 vs. 296 pmol/L). Kraniale Bestrahlung ohne Cyclophosphamid beeinträchtigte Samenqualität, Fertilität und Testosteron nicht. Keiner der Überlebenden mit hoher kumulativer Cyclophosphamid-Dosis (>20 g/m²) und Hodenbestrahlung (10–24 Gy) hatte ein Kind gezeugt. Das Hodenvolumen sagte nichtazoosperme Samenproben bzw. Fertilität besser voraus als Serum-Inhibin B. Niedrig dosiertes Cyclophosphamid und kraniale Bestrahlung beeinträchtigen demnach Fertilität und Samenqualität nicht wesentlich, können aber die Leydigzellfunktion langfristig einschränken.

PMID 21868007 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2010

Fertilität männlicher Überlebender von Krebserkrankungen im Kindesalter: ein Bericht der Childhood Cancer Survivor Study

Green DM et al. — Journal of clinical oncology

Kohortenstudie im Rahmen der Childhood Cancer Survivor Study, in der Fragebogendaten von 6224 nicht chirurgisch sterilisierten männlichen Überlebenden (15–44 Jahre) mit Geschwisterkontrollen verglichen wurden; Chemotherapie- und Bestrahlungsdosen wurden aus Krankenakten rekonstruiert und mittels Cox-Regression auf das Risiko, jemals eine Schwangerschaft gezeugt zu haben, bezogen. Überlebende zeugten insgesamt seltener eine Schwangerschaft als Geschwister (Hazard Ratio 0,56). Risikomindernd wirkten eine Hodenbestrahlung über 7,5 Gy (HR 0,12), eine hohe kumulative Alkylanzien-Dosis bzw. Behandlung mit Cyclophosphamid (HR 0,42 im höchsten Tertil) oder Procarbazin (HR bis 0,17). Überlebende ohne Alkylanzien-Exposition und ohne Hodenbestrahlung oder Bestrahlung von Hypothalamus/Hypophyse unterschieden sich dagegen nicht signifikant von Geschwistern (HR 0,91). Die Studie liefert therapiebezogene Risikofaktoren für verminderte Fertilität, die zur Beratung von Krebspatienten vor Therapiebeginn genutzt werden können.

PMID 19949008 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2010

Integrität der Spermien-DNA bei im Kindesalter krebsbehandelten Männern

Romerius P et al. — Clinical cancer research

Fall-Kontroll-Studie mit 99 erwachsenen Überlebenden einer Krebserkrankung im Kindesalter (CCS) und 193 altersangepassten gesunden Kontrollen, bei denen der DNA-Fragmentierungsindex (DFI) mittels Sperm Chromatin Structure Assay unter Berücksichtigung des jeweiligen Therapieregimes bestimmt wurde. In der Gesamtgruppe der CCS war der DFI gegenüber Kontrollen grenzwertig signifikant erhöht (mittlere Differenz 1,8 %). Deutlich höhere Werte zeigten sich bei ausschließlicher Radiotherapie (Differenz 6,0 %) und bei ausschließlicher Operation (Differenz 2,9 %). Das Risiko für einen fertilitätsrelevanten DFI über 20 % war bei CCS insgesamt verdoppelt (OR 2,2), bei reiner Radiotherapie sogar fast verfünffacht (OR 4,9); eine alleinige Chemotherapie zeigte dagegen keinen signifikanten Effekt. Da kein Zusammenhang mit der Streustrahlendosis am Hoden oder der Chemotherapieart bestand, vermuten die Autoren, dass die Spermien-DNA-Schädigung eher mit der Grunderkrankung selbst als mit der Behandlung zusammenhängt – mit möglichen Folgen für Fertilität und Weitergabe an Nachkommen.

PMID 20519359 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2009

Integrität der Spermien-DNA bei Krebspatienten: der Einfluss von Erkrankung und Behandlung

Ståhl O, Eberhard J, Cavallin-Ståhl E, Jepson K, Friberg B, Tingsmark C, Spanò M, Giwercman A — International Journal of Andrology

Kohortenstudie an 121 Krebspatienten (vorwiegend Keimzelltumoren und Hodgkin-Lymphom), deren Samen vor onkologischer Behandlung kryokonserviert wurde; bei 58 Männern lagen zusätzlich Nachbehandlungsproben (medianes Follow-up 3 Jahre) für einen individuellen Vorher-Nachher-Vergleich vor. Die Spermien-DNA-Integrität wurde mittels Sperm Chromatin Structure Assay als DNA-Fragmentationsindex (DFI%) bestimmt und mit 137 fertilen Kontrollmännern verglichen. Vor Behandlungsbeginn hatten Patienten mit Keimzelltumor (n=84) und Hodgkin-Lymphom (n=18) bereits höhere DFI-Werte als Kontrollen (mittlere Differenz 7,7 bzw. 7,0 Prozentpunkte); bei anderen Krebsdiagnosen zeigte sich ein ähnlicher, statistisch nicht signifikanter Trend (Differenz 3,6). Im Vergleich von Proben vor und nach der onkologischen Behandlung fand sich unabhängig von der Therapieform kein Anstieg des DFI. Die Studie zeigt, dass bereits die Krebserkrankung selbst – nicht erst die Behandlung – mit einer mäßig erhöhten Spermien-DNA-Fragmentierung einhergeht, was bei der Entscheidung zwischen kryokonserviertem Samen vor Therapie und frischem Samen danach berücksichtigt werden sollte.

PMID 19178596 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2009

Spermaqualität vor Therapiebeginn bei Patienten mit frühem Hodgkin-Lymphom (EORTC-GELA-Studien)

van der Kaaij MA et al. — Haematologica

Kohortenanalyse innerhalb der EORTC-H6-H9-Studien: Von 2362 männlichen Patienten mit frühem Hodgkin-Lymphom lagen bei 474 (20 %) Daten zur unbehandelten Spermaqualität nach WHO-Kriterien vor; Einflussfaktoren wurden per logistischer Regression untersucht. Die mediane Spermienkonzentration betrug 40 Millionen/mL (Range 0–345), die mediane Motilität 50 %. Die Samenqualität war bei 41 % gut, bei 49 % intermediär und bei 7 % schlecht; 3 % waren azoosperm. Alter und klinisches Stadium hatten keinen Einfluss, wohl aber B-Symptome und erhöhte Blutsenkung: Odds Ratios für schlechte Qualität lagen bei 2,77 (B-Symptome), 2,35 (BSG ≥50 mm/h), 3,22 (Fieber) und 3,78 (Nachtschweiß). Insgesamt hatten 90 % der Patienten eine für assistierte Reproduktion ausreichende Samenqualität vor Therapiebeginn. Die Studie unterstreicht, dass eine Spermakryokonservierung vor Chemotherapie trotz der Grunderkrankung meist sinnvoll und erfolgversprechend ist, insbesondere bei Patienten ohne systemische B-Symptomatik.

PMID 19850901 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2009

Ist die Sexualfunktion männlicher Lymphom-Überlebender beeinträchtigt?

Kiserud CE et al. — Journal of clinical oncology

Querschnittsstudie am Norwegischen Radiumkrankenhaus mit 246 männlichen Lymphom-Überlebenden (Diagnose 1980–2002, ≤50 Jahre bei Diagnose, mittleres Follow-up 14,8 Jahre) und 492 altersangepassten Kontrollen aus einer Normstichprobe. Erhoben wurden Gonadalhormone (Testosteron, SHBG, LH, FSH) sowie die Sexualfunktion mittels Brief Sexual Function Inventory (BSFI), zudem psychosoziale und gesundheitsbezogene Faktoren. Lymphom-Überlebende schnitten in den BSFI-Domänen Erektion, Ejakulation und sexuelle Zufriedenheit signifikant schlechter ab als Kontrollen. Niedriges Testosteron und/oder erhöhtes LH waren mit niedrigeren BSFI-Werten assoziiert; in der multivariaten Analyse waren höheres Alter, stärkere emotionale Belastung, schlechterer körperlicher Gesundheitszustand sowie abnormale Gonadalhormone unabhängige Prädiktoren für schlechtere Sexualfunktion. Unklar bleibt, ob die Hormonveränderungen die reduzierte Sexualfunktion direkt verursachen oder ob vermittelnde Faktoren wie Alterung, emotionale Belastung oder subjektives Gesundheitsempfinden eine Rolle spielen.

PMID 19858388 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2008

Männliche reproduktive Gesundheit nach Krebserkrankung im Kindesalter

Lähteenmäki PM, Arola M, Suominen J, Salmi TT, Andersson AM, Toppari J — Acta Paediatrica

Kleine Kohortenstudie (Fallserie) mit 25 männlichen Patienten zur Beurteilung der Spermatogenese nach Krebsbehandlung im Kindesalter, mit Erfassung der Krebstherapie, anthropometrischen und Hodenvolumen-Messungen, Spermiogramm sowie Gonadotropinen, Testosteron, SHBG und Inhibin B. Der Median der Spermienkonzentration betrug 35,5 (Spanne 0–273) Mio./ml, der Anteil motiler Spermien 56% (0–86%). Hodenvolumen (r=0,73; p<0,001) und Inhibin B (r=0,66; p<0,001) korrelierten stark mit der Spermienkonzentration, FSH negativ (r=-0,46; p=0,03); in der multivariaten Analyse war jedoch nur das Hodenvolumen ein signifikanter Prädiktor (p=0,03). Inhibin B zeigte die beste diskriminative Fähigkeit (Fläche unter der ROC-Kurve 0,83) zur Erkennung einer Spermienkonzentration unter 20 Mio./ml. Der BMI korrelierte nicht mit der Spermienkonzentration, aber negativ mit SHBG (r=-0,41; p=0,04). Da Samenproben bei jugendlichen Krebsüberlebenden oft schwer zu gewinnen sind, empfehlen die Autoren indirekte Marker – insbesondere Inhibin B kombiniert mit Hodenvolumen und FSH – zur Abschätzung der Spermatogenese.

PMID 18430073 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2007

Infektionen mit Ureaplasma urealyticum, Ureaplasma parvum, Mycoplasma hominis und Mycoplasma genitalium und die Samenqualität infertiler Männer

Gdoura R, Kchaou W, Chaari C, Znazen A, Keskes L, Rebai T, Hammami A — BMC Infectious Diseases

Querschnittsstudie an 120 Samenproben infertiler Männer in Tunesien zur Häufigkeit genitaler Ureaplasmen (Ureaplasma urealyticum, U. parvum) und Mykoplasmen (Mycoplasma genitalium, M. hominis) mittels In-house-PCR-Mikrotiterplatten-Hybridisierung, mit Vergleich der Spermiogrammparameter (WHO-Kriterien) zwischen infizierten und nicht-infizierten Männern. Ureaplasmen wurden bei 19,2% (23/120), Mykoplasmen bei 15,8% (19/120) der Proben nachgewiesen, am häufigsten U. urealyticum (15%), gefolgt von M. hominis (10,8%), M. genitalium (5%) und U. parvum (4,2%); Mischinfektionen fanden sich in 6,7%. Der Nachweis von M.-hominis-DNA war mit niedrigerer Spermienkonzentration (p=0,007) und vermehrt abnormer Morphologie (p=0,03) assoziiert, M.-genitalium-Nachweis korrelierte negativ mit der Spermienkonzentration (p=0,05). Volumen, pH-Wert, Vitalität, Motilität und Leukozytenzahl unterschieden sich nicht signifikant. Die Autoren folgern, dass genitale Mykoplasmen/Ureaplasmen bei tunesischen Infertilitätspatienten weit verbreitet sind und die Samenqualität negativ beeinflussen können, und empfehlen die PCR-Hybridisierungsmethode als schnelles diagnostisches Verfahren.

PMID 17988404 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2006

Spermienintegrität vor und nach Chemotherapie bei Männern mit testikulärem Keimzelltumor

Spermon JR, Ramos L, Wetzels AM, Sweep CG, Braat DD, Kiemeney LA, Witjes JA — Human reproduction (Oxford, England)

Prospektive Beobachtungsstudie an 22 Patienten mit testikulärem Keimzelltumor, bei denen Samen- und Blutproben vor und nach platinhaltiger Chemotherapie (Cisplatin) untersucht wurden. Neben dem klassischen Spermiogramm kamen computergestützte karyometrische Bildanalyse (CKIA), der Chromomycin-A3-Test (Chromatinkondensation) und der TUNEL-Assay (DNA-Schäden) zum Einsatz, zusätzlich wurden FSH, LH und Testosteron im Serum bestimmt. Das Ejakulatvolumen sank nach Chemotherapie (p<0,05), äußere Spermienmorphologie und Spermienzahlen verschlechterten sich jedoch nicht; die Chromatinkondensation verbesserte sich sogar (CMA3: 37% vs. 50%; CKIA: 47,5% vs. 63,7%; je p<0,005). Dennoch blieb der Anteil TUNEL-positiver, DNA-geschädigter Spermien mit rund 21-25% deutlich über dem Niveau normozoospermer Vergleichsmänner; FSH und LH stiegen nach Therapie an (p<0,05). Einordnung: Trotz teilweiser Erholung der Spermatogenese bleibt die Spermien-DNA-Integrität bei Hodenkrebspatienten nach Chemotherapie eingeschränkt.

PMID 16601009 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2006

Beeinträchtigen Ureaplasma-urealyticum-Infektionen im Genitaltrakt die Spermienqualität?

Wang Y, Liang CL, Wu JQ, Xu C, Qin SX, Gao ES — Asian journal of andrology

Querschnittsstudie mit 346 Patienten im Alter von 20-45 Jahren aus zwei Krankenhäusern in Shanghai, China (2001-2003). Erhoben wurden ein Fragebogen zu allgemeiner und reproduktiver Gesundheit, eine äußere Genitaluntersuchung, eine Kultur auf Ureaplasma urealyticum (UU) sowie ein Spermiogramm; der Zusammenhang wurde mittels multipler linearer Regression unter Adjustierung für Störfaktoren analysiert. Eine UU-Infektion war mit höherer Samenviskosität und niedrigerem Seminal-pH assoziiert; die Spermienkonzentration war bei UU-positiven Männern niedriger als bei UU-negativen (54,04 x 10^6/ml vs. 70,58 x 10^6/ml), andere Samenqualitätsparameter waren dagegen nicht signifikant beeinflusst. Einordnung: Eine Infektion des männlichen Genitaltrakts mit Ureaplasma urealyticum scheint die Samenqualität - insbesondere Viskosität, pH-Wert und Spermienkonzentration - negativ zu beeinflussen, auch wenn nicht alle gemessenen Parameter betroffen waren.

PMID 16752003 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2005

Reduzierte Spermienqualität bei Patienten mit chronischer Prostatitis und zellulärer Autoimmunreaktion gegen Prostataantigene

Motrich RD, Maccioni M, Molina R, Tissera A, Olmedo J, Riera CM, Rivero VE — Human reproduction (Oxford, England)

Fall-Kontroll-Studie an 44 Patienten mit chronischer Prostatitis, unterteilt nach Nachweis einer Infektion und/oder einer zellulären Autoimmunantwort gegen Prostataantigene, verglichen mit gesunden Kontrollpersonen. Erhoben wurden Spermienkonzentration, Motilität, Morphologie, Prostata- und Samenblasenmarker, Antispermien-Antikörper, Leukozyten sowie proinflammatorische Zytokine im Seminalplasma, um einen möglichen Zusammenhang zwischen chronisch entzündlichem Prostatageschehen und Fertilitätsstörungen zu prüfen. Die stärksten Veränderungen der Samenqualität zeigten sich bei Patienten ohne nachweisbare Infektion, aber mit autoimmuner Reaktion gegen Prostataantigene; bei diesen Patienten waren zugleich die proinflammatorischen Zytokine im Seminalplasma signifikant erhöht. Einordnung: Die Studie legt nahe, dass nicht nur bakterielle Infektionen, sondern auch eine autoimmune Entzündungsreaktion gegen die Prostata selbst zu einer relevanten Verschlechterung der Samenqualität und potenziell zur männlichen Infertilität beitragen kann.

PMID 15890732 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2005

Bakterielle Infektionen und Spermienqualität

Sanocka-Maciejewska D, Ciupińska M, Kurpisz M — Journal of reproductive immunology

Fall-Kontroll-Studie mit 39 infertilen Männern mit Genitaltraktinfektion (GTI), 14 infertilen Männern ohne Infektion und 30 gesunden Kontrollen. Die Infektion wurde über den Nachweis von Leukozyten und pathologischen Bakterienstämmen (Bio-Merieux-Tests) im Ejakulat definiert, seminologische Parameter wurden zwischen den Gruppen verglichen. Bei Patienten mit Genitaltraktinfektion waren Samenvolumen, Spermienkonzentration, Motilität, Morphologie und Vitalität statistisch signifikant schlechter als bei gesunden Kontrollen. Besonders negative Effekte auf das reproduktive Potenzial der Spermien zeigten sich beim Nachweis von Escherichia coli, Ureaplasma urealyticum und Staphylococcus aureus. Einordnung: Die Studie unterstreicht, dass bakterielle Infektionen des Genitaltrakts mit einer breiten Verschlechterung mehrerer Samenparameter einhergehen und bestimmte Erreger (E. coli, U. urealyticum, S. aureus) besonders relevant für die männliche Fertilität erscheinen.

PMID 16112738 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 2003

Fieberhafte Erkrankungen in der Vorgeschichte und Schwankungen der Spermienqualität

Carlsen E, Andersson AM, Petersen JH, Skakkebaek NE — Human reproduction (Oxford, England)

Prospektive Längsschnittstudie mit Selbstkontrolle. 27 gesunde Männer (medianes Alter 24,4 Jahre) gaben über 16 Monate (März 1998 bis Juni 1999) monatliche Samenproben ab und führten ein tägliches Fiebertagebuch. Analysiert wurden Samenvolumen, Spermienkonzentration, Anteil unbeweglicher sowie morphologisch normaler Spermien in Bezug zu Fieberepisoden während Meiose bzw. Spermiogenese (postmeiotische Phase). Fieber während der Meiose senkte die Spermienkonzentration um 32,6% (95%-KI: -49,9 bis -9,2), Fieber während der Spermiogenese um 35,0% (-50,5 bis -14,6); der Anteil normal geformter Spermien sank dabei um 7,4%, der Anteil unbeweglicher Spermien stieg um 20,4%. Die Effekte waren abhängig von der Anzahl der Fiebertage, individuell aber sehr unterschiedlich ausgeprägt. Einordnung: Die Studie zeigt, dass fieberhafte Infekte während sensibler Phasen der Spermatogenese die Samenqualität vorübergehend deutlich verschlechtern können.

PMID 14507826 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 1999

Kryokonservierung von Spermien bei Leukämiepatienten: lohnt sich der Aufwand?

Hallak J, Kolettis PN, Sekhon VS, Thomas AJ, Agarwal A — Cancer

Retrospektive Fall-Kontroll-Studie zur Machbarkeit der Spermienkryokonservierung bei 25 Männern mit akuter (n=13) oder chronischer (n=12) Leukämie vor Beginn jeglicher Chemotherapie, verglichen mit 50 gesunden Samenspendern. Erfasst wurden motile Spermienzahl (MSC), Motilität, curvilineare Geschwindigkeit (VCL), Linearität und laterale Kopfauslenkung jeweils vor dem Einfrieren und nach dem Auftauen (Stickstoffdampf-Technik). Leukämiepatienten hatten bereits vor Behandlungsbeginn signifikant niedrigere prefreeze- und postthaw-Werte für MSC (p=0,0001), Motilität (p<0,05) und VCL (p<0,05) als gesunde Spender; auch der relative Qualitätsverlust durch das Einfrieren selbst war bei Patienten stärker ausgeprägt (p<0,05 für MSC und Motilität). Zwischen akuter und chronischer Leukämie bestand kein Unterschied im Effekt der Kryokonservierung. Trotz insgesamt schlechterer Ausgangsqualität war die postthaw-Spermienzahl für eine intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) ausreichend. Die Autoren empfehlen, allen Männern im reproduktiven Alter vor Beginn einer Leukämietherapie eine Spermienkryokonservierung anzubieten, da bereits die Grunderkrankung selbst die Samenqualität mindert.

PMID 10223238 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 1995

Bakterielle Infektion und Spermaparameter bei infertilen Männern

Merino G, Carranza-Lira S, Murrieta S, Rodriguez L, Cuevas E, Morán C — Archives of andrology

Querschnittsstudie an 190 Männern einer andrologischen Ambulanz, deren Samenproben bakteriologisch kultiviert und je nach Befund in eine negative Gruppe (34 %) und eine positive Gruppe (66 %) eingeteilt wurden; parallel wurden Standard-Spermaparameter (Volumen, Spermienzahl, Motilität, Vitalität, Morphologie) erhoben. Aus 123 positiven Proben wurden 157 aerobe und 8 anaerobe Keime isoliert, am häufigsten Staphylococcus epidermidis (63 %), gefolgt von Streptococcus viridans (28 %), Escherichia coli (9 %), Staphylococcus aureus (5 %), Streptococcus faecalis (5 %), beta-hämolysierende Streptokokken (4 %) und Enterobacter agglomerans (4 %); weitere Keime wie Klebsiella spp., Candida spp. und Proteus mirabilis kamen bei unter 4 % der Proben vor. Bei bakteriell positiven Proben waren Anteil beweglicher Spermien und Vitalität gegenüber den negativen Proben vermindert. Die Autoren schließen, dass eine bakterielle Besiedlung des Ejakulats die Spermaqualität direkt negativ beeinflussen und damit zur männlichen Unfruchtbarkeit beitragen kann, was die Bedeutung einer mikrobiologischen Diagnostik bei entsprechender Abklärung unterstreicht.

PMID 8554430 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 1991

Spermaparameter und Diabetes mellitus: Bedeutung von Insulin bei männlicher Unfruchtbarkeit

García-Díez LC, Corrales Hernandez JJ, Hernandez-Diaz J, Pedraz MJ, Miralles JM — Archives of andrology

Querschnittsstudie mit 80 Männern, unterteilt in fertile Kontrollen, infertile normoglykämische Männer, Männer mit gestörter Kohlenhydrattoleranz sowie Männer mit exkretorischer bzw. sekretorischer Azoospermie, zur Untersuchung von Spermaqualität und Hormonprofil (FSH, LH, Prolaktin, Testosteron) bei Typ-1-Diabetes. Gemessen wurden Insulinkonzentrationen in Serum und Seminalplasma sowie die genannten Hormone. Bei Diabetikern waren Spermaparameter sowie Prolaktin- und Testosteronspiegel signifikant verändert. In allen Gruppen lag die Insulinkonzentration im Seminalplasma höher als im Serum, was auf einen aktiven Transport über die Blut-Hoden-Schranke mit Anreicherung im Ejakulat hindeutet. Die Insulinspiegel in Serum und Seminalplasma korrelierten jedoch nicht mit den Spermaparametern und eigneten sich daher nicht als Marker für die Samenqualität. Bei Männern mit gestörter Kohlenhydrattoleranz war die seminale Insulinkonzentration aus ungeklärten Gründen niedriger. Die Studie liefert frühe Hinweise, dass Typ-1-Diabetes über hormonelle Veränderungen die Spermaqualität beeinträchtigt, auch wenn Insulin selbst kein geeigneter Biomarker ist.

PMID 1903630 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 1987

Serumhormone und Spermaparameter bei Männern mit Schilddrüsenerkrankungen

Buitrago JM, Diez LC — Andrologia

Kleine Fallserie mit 5 Männern mit unterschiedlichen Schilddrüsenerkrankungen (2 mit primärer Hypothyreose, 2 mit Morbus Basedow, 1 mit subakuter Thyreoiditis), bei denen Spermaparameter sowie die Serumspiegel von T3, T4, freiem T4, TSH, FSH, LH, Prolaktin und Testosteron bestimmt wurden. Die Autoren berichten, dass eine gestörte Schilddrüsenfunktion die Spermaqualität negativ beeinflusst, wobei der Effekt bei Hypothyreose ausgeprägter war als bei Hyperthyreose. Nach Behandlung der zugrunde liegenden Schilddrüsenerkrankung besserte sich die Samenqualität. Aufgrund der sehr geringen Fallzahl (n=5) und fehlender quantitativer Angaben zu den einzelnen Messwerten hat die Studie nur explorativen Charakter, liefert aber einen frühen Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Schilddrüsenstatus und männlicher Fertilität sowie auf die potenzielle Reversibilität durch adäquate endokrinologische Behandlung.

PMID 2446532 — Original auf PubMed →
Grunderkrankungen & Infektionen 1979

Ureaplasma urealyticum und männliche Unfruchtbarkeit: Effekt einer Antibiotikatherapie auf die Spermienqualität

Swenson CE, Toth A, O'Leary WM — Fertility and sterility

Klinische Vergleichsstudie an einer Kinderwunsch-Ambulanz zur Frage, ob die antibiotische Behandlung einer genitalen Infektion mit Ureaplasma urealyticum die Spermienqualität verbessert. Bei 64 Männern wurde die Samenqualität vor und nach erfolgreicher Erregereradikation verglichen; als Kontrollen dienten 9 Männer mit erfolglos behandelter Infektion, 11 unbehandelte Männer mit negativer Kultur sowie 11 Männer mit negativer Kultur, die dennoch empirisch Antibiotika erhielten. In der erfolgreich behandelten Gruppe zeigte sich eine signifikante Verbesserung der Spermienmotilität, sowohl der Vorwärtsbeweglichkeit als auch des Anteils beweglicher Spermien; in keiner der übrigen Gruppen trat eine vergleichbare Besserung auf. Zudem korrelierte die verbesserte Motilität mit einem Rückgang bestimmter abnormaler zytologischer Merkmale des Ejakulats, die mit der Ureaplasma-Infektion assoziiert waren. Die 1979 publizierte Arbeit gehört zu den frühen Hinweisen darauf, dass genitale Ureaplasmen-Infektionen die Samenqualität beeinträchtigen können und eine gezielte antibiotische Behandlung diese reversibel verbessert; die Fallzahlen sind klein, eine Randomisierung wird nicht beschrieben.

PMID 446791 — Original auf PubMed →

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