ADBAC, DDAC: Alkyldimethylbenzylammoniumchlorid und Didecyldimethylammoniumchlorid, zwei quartäre Ammoniumverbindungen in Desinfektions- und Reinigungsmitteln [s128].
Akrosomreaktion: Freisetzung von Enzymen aus der Kappe des Spermienkopfes (Akrosom), die für das Eindringen in die Eizelle nötig ist.
Anogenitalabstand: Abstand zwischen After und Genitalansatz; gilt als Marker hormoneller Einflüsse in der Entwicklung.
Assoziation: statistischer Zusammenhang; beweist keine Verursachung.
Avobenzon: organischer UV-A-Filter in Sonnenschutzmitteln.
Benzophenone (BP-1, BP-2, BP-3, BP-8, 4-Hydroxybenzophenon): Gruppe organischer UV-Filter und deren Stoffwechselprodukte.
BKMR (Bayes-Kernel-Maschinenregression): statistisches Verfahren für Mischungen mehrerer Expositionen, das auch nichtlineare Beziehungen und Wechselwirkungen erlaubt.
Blut-Hoden-Schranke: von Sertoli-Zellen gebildete Barriere im Hoden, die Keimzellen vom Blut abschirmt.
Comet-Test: Verfahren zur Messung von DNA-Strangbrüchen in einzelnen Zellen; die Länge der DNA-Migrationsspur ist ein Maß für den Schaden [s12].
Dosis-Wirkungs-Beziehung, nichtmonotone: Beziehung, bei der der Effekt nicht mit der Dosis stetig steigt, etwa nur im niedrigsten Bereich auftritt [s123].
EARTH-Kohorte: Environment and Reproductive Health, Studie an Männern aus einer Kinderwunschklinik in Massachusetts; liefert wiederholte Urin- und Samenproben [s97, s22].
Fekundabilität: Wahrscheinlichkeit pro Zyklus, schwanger zu werden; ein Odds Ratio unter 1 bedeutet geringere Fekundabilität [s74].
Filaggrin: Hautbarriereprotein; Funktionsverlustmutationen führen zu gestörter Hautbarriere [s106].
Flagellum: Geißel der Spermien, also das bewegliche Endstück, das den Vortrieb erzeugt; Fehlbildungen des Flagellums zählen zu den Spermienmorphologie-Defekten [s36].
GRADE: System zur Bewertung der Sicherheit der Evidenz in Stufen von sehr niedrig bis hoch [s15].
Heterogenität (I²): Anteil der Streuung zwischen Studien, der nicht durch Zufall erklärt wird; hohe Werte bedeuten, dass die Einzelergebnisse stark streuen [s38].
Hershberger-Test: Tierversuch an kastrierten Ratten zur Prüfung antiandrogener oder androgener Wirkungen anhand von Organgewichten [s53].
Idiopathische Infertilität: Unfruchtbarkeit ohne erkennbare Ursache.
Kapazitation: Reifungsprozess der Spermien im weiblichen Genitaltrakt, der sie befruchtungsfähig macht.
Konfidenzintervall (KI): Bereich, in dem der wahre Wert mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit (hier 95 %) liegt; schließt es 1 (bei Verhältnissen) oder 0 (bei Differenzen) ein, ist der Effekt nicht signifikant.
Kredibilitätsintervall: bayessches Gegenstück zum Konfidenzintervall [s22].
Leydig-Zellen: testosteronbildende Zellen im Hoden.
LH, FSH: Luteinisierendes Hormon und Follikelstimulierendes Hormon, Steuerhormone der Hodenfunktion.
MCPP: Mono(3-carboxypropyl)phthalat, Stoffwechselprodukt von Phthalaten [s43].
Morphologie (Spermien): Anteil normal geformter Spermien nach WHO-Kriterien.
Motilität: Beweglichkeit; progressive Motilität bedeutet gerichtete Vorwärtsbewegung.
NOAEL: höchste Dosis, bei der in einem Versuch keine schädliche Wirkung beobachtet wurde (No Observed Adverse Effect Level) [s98].
Normozoospermie, Pathozoospermie: Samenprobe innerhalb bzw. außerhalb der Referenzwerte der WHO.
Odds Ratio (OR): Chancenverhältnis; Werte über 1 bedeuten höhere Chance für das untersuchte Ereignis in der exponierten Gruppe.
para-Phenylendiamin (PPD): Farbstoffvorstufe in Haarfärbemitteln, nach einer Arbeit auch in dunklen Kosmetika und Tätowierfarben enthalten [s42].
Parabene: Konservierungsstoffe (Methyl-, Ethyl-, Propyl-, Butylparaben u. a.) in Kosmetika, Arzneimitteln und Lebensmitteln [s63].
Quartäre Ammoniumverbindungen (QAC): oberflächenaktive Desinfektionswirkstoffe in Haushalt und Gesundheitswesen, etwa Benzalkoniumchlorid [s40].
ROS: reaktive Sauerstoffspezies; Moleküle, die bei oxidativem Stress Zellen schädigen.
Samenplasma, Samenflüssigkeit: der flüssige Anteil des Ejakulats ohne Spermien.
Sertoli-Zellen: Stützzellen im Hoden, die Keimzellen ernähren und die Blut-Hoden-Schranke bilden.
SMD (standardisierte Mittelwertdifferenz): Effektmaß, das unterschiedlich gemessene Zielgrößen vergleichbar macht [s38].
Spermien-DNA-Fragmentierung: Anteil von Spermien mit geschädigter Erbsubstanz; in den russischen Arbeiten mit dem Chromatin-Dispersionstest bestimmt und ab 15 % als erhöht gewertet [s101, s90].
Terzil, Quartil: Einteilung der Messwerte in drei bzw. vier gleich große Gruppen.
Titandioxid-Nanopartikel: Bestandteil mineralischer Sonnenschutzmittel, auch in Kosmetika und Farben verwendet [s116, s111].
Triclocarban, Triclosan: antibakterielle Wirkstoffe; laut einer Übersicht in Verbrauchsprodukten teils verboten und durch quartäre Ammoniumverbindungen ersetzt [s40]; als Quellen werden Zahnpasta, Seife, Deodorants, Kosmetik und Haushaltsreiniger genannt [s93].
UHPLC-MS/MS, GC-MS: massenspektrometrische Messverfahren für Substanzen in Urin und Samenplasma [s72, s101].
WHO-Referenzwerte: Grenzwerte des WHO-Laborhandbuchs für Samenparameter (hier meist die Ausgabe von 2010) [s123, s101].
WQS (gewichtete Quantilssumme), QGC (Quantil-g-Berechnung): statistische Verfahren zur Auswertung von Expositionsmischungen [s64, s34].