Japanisch
Stellung im Gesamtbild. Sechs Quellen tragen das Merkmal Japanisch: eine Übersichtsarbeit mit englischem Abstract [s108], vier Tagungsabstracts der Japanischen Gesellschaft für Toxikologie [s116, s137, s141, s145] und einen Beitrag von 1981 in der Zeitschrift der Japanischen Geflügelwissenschaft [s151]. Dazu kommen englischsprachige Arbeiten japanischer Gruppen. Die menschlichen Daten sind klein (n = 42 und n = 197) und stammen aus Tokioter Kliniken; die Tierstudien stammen oft aus staatlichen oder industriellen Prüflaboren.
Haarfärbemittel an der Maus (Tagungsabstracts). Die einzigen Daten zu Haarfärbemittel-Bestandteilen im japanischen Raum stehen in zwei Jahrestagungsabstracts derselben Gruppe. Die Zeitschriftenfassung wurde in PubMed und Europe PMC nicht gefunden; die Suche war nicht erschöpfend.
- 2011 verglichen sie die drei Phenylendiamin-Isomere an männlichen CD-1-Mäusen (11 Wochen, fünf Tiere je Gruppe), subkutan über fünf Tage: o-Phenylendiamin 200 mg/kg/Tag, m-Phenylendiamin 25 mg/kg/Tag und para-Phenylendiamin in drei Dosen (25; 12,5; 6,25 mg/kg/Tag). Spermienzahl und -beweglichkeit sanken in der o-Phenylendiamin-Gruppe nach einer Woche und zeigten nach fünf Wochen noch eine fallende Tendenz; die Histologie zeigte Degeneration und Nekrose des Samenepithels. Bei m-Phenylendiamin zeigte ein Tier nach fünf Wochen leichte Degeneration. Das Fazit der Autoren: Hoden- und Spermienschäden bei o-Phenylendiamin, das wegen seiner Kanzerogenität als Haarfärbemittel verboten ist, nicht aber bei para-Phenylendiamin [s141]. Das steht im Gegensatz zur In-vitro-Studie am menschlichen Spermium aus China [s42]; Dosis und Modell sind aber nicht vergleichbar.
- 2012 untersuchten sie Toluoldiamine, Aminophenole und fünf Aminokresol-Isomere in der jeweils maximal verträglichen Dosis (ausgehend von 400 mg/kg/Tag in Zweierschritten abwärts) bei zehn Mäusen je Gruppe. Es gab Todesfälle (2,6-Toluoldiamin 3 von 10, 2-Amino-3-kresol 1 von 10, 2-Amino-4-kresol 2 von 10); das Hodengewicht war bei 3-Aminophenol (Woche 1) und 4-Aminophenol (Woche 1 und 5) erniedrigt, Spermienzahl und -beweglichkeit zeigten keine signifikanten Unterschiede, histologisch fanden sich Degeneration und Nekrose des Samenepithels bei 3-Aminophenol (100 mg/kg), 4-Aminophenol (400 mg/kg) und 2-Amino-4-kresol (200 mg/kg), nach Angabe der Autoren relativ gering ausgeprägt [s137].
Beide Abstracts enthalten keine Statistik, arbeiten mit subkutaner Gabe an kleinen Gruppen und stützen keinen Schluss auf die menschliche Haarfärbung.
Weitere Tierstudien. Eine Zwei-Generationen-Studie des Mitsubishi Chemical Safety Institute mit Benzophenon (0, 100, 450 und 2000 ppm im Futter) fand Gewichts-, Nieren- und Leberveränderungen bei den Elterntieren, aber keine Veränderungen von Fortpflanzungsfähigkeit, Spermienparametern oder Serumhormonen, auch bei 2000 ppm [s146]. Ein Tagungsabstract von 2006 zu 4-Hydroxybenzophenon, dem Metaboliten, ergab bei säugenden männlichen Ratten (sieben Dosen von 0,01 bis 100 mg/kg/Tag subkutan) nach 13 Wochen keine Unterschiede bei Organgewichten, Histologie und Spermienparametern [s145]. Aus Tokioter Instituten für öffentliche Gesundheit (Tokyo Metropolitan Research Laboratory beziehungsweise Institute of Public Health) stammen drei Rattenstudien zu Parabenen: Butylparaben (0, 0,01, 0,10 und 1,00 % im Futter über acht Wochen) senkte das Nebenhodengewicht dosisabhängig (signifikant ab 0,10 %), die Spermienreserve in allen behandelten Gruppen, die Spermienzahl der höchsten Dosis auf 58,2 % der Kontrolle und das Serumtestosteron dosisabhängig [s150]; Propylparaben senkte über vier Wochen Spermienreserven und -konzentration dosisabhängig (signifikant ab 0,10 %) [s149]; Methyl- und Ethylparaben (0,1 und 1,0 %, acht Wochen) hatten keine antispermatogene Wirkung [s147]. Der Abstract des Butylparaben-Versuchs gibt die aufgenommene Menge im Bereich des unteren zulässigen Tagesaufnahmewerts in EG und Japan an [s150]. Ein Tagungsabstract von 2018 beschreibt für Titandioxid-Nanopartikel (10, 20 oder 50 mg/kg) bei C57BL/6J-Mäusen nach einmaliger intravenöser Gabe eine deutlich verringerte Spermienbeweglichkeit, aber keine verringerte Spermienzahl; die direkte Zugabe zu isolierten Spermien senkte Beweglichkeit und dosisabhängig den ATP-Gehalt. Der Bezug zu Sonnenschutzmitteln entsteht nur über das Stichwort Kosmetik; verabreicht wurde nicht über die Haut [s116]. Die älteste Quelle ist die Fütterungsstudie mit dem Waschmitteltensid LAS an 194 Hähnen von 1981: 10 bis 100 ppm im Trinkwasser veränderten Körpergewicht, Organgewichte und Spermienkonzentration nicht wesentlich, erhöhten aber die Serum-Transaminase GOT und das Gesamtcholesterin; bei 1.500 ppm sanken Körpergewicht, Hodengewicht, Kammgewicht und Spermienkonzentration signifikant [s151]. Es handelt sich um einen Vogel mit oraler Hochdosis und 45 Jahre alten Daten; eine Aussage zu Waschmittelrückständen beim Menschen folgt daraus nicht.
Humanstudien. Die menschlichen Daten sind durch drei Tokioter Studien vertreten. Bei 42 männlichen Partnern subfertiler Paare lagen die geometrischen Mittel der Parabene im Urin bei Methylparaben 48,2, Ethylparaben 1,88, Propylparaben 1,13 und Butylparaben 0,184 ng/ml, und es gab keine signifikante Assoziation mit Samenparametern; die Autoren nennen niedrige Exposition und kleine Stichprobe als mögliche Gründe [s120]. Eine Pilotstudie an ebenfalls 42 Männern mit Phthalaten, einem Pyrethroid, Sojaisoflavonen und Cadmium sah Ernährungsgewohnheiten und das Pyrethroid als Beitrag zu schlechterer Samenqualität; Duftstoffe oder Kosmetika wurden nicht erhoben [s136]. Bei 197 Männern aus Kinderwunschkliniken (2020/2021) war eine höhere Phthalatmischung mit höherer Spermienbeweglichkeit assoziiert, wobei Monoethylphthalat der wichtigste Beitrag war, aber mit niedrigerem Serumtestosteron und höherem Prolaktin; der Abstract ordnet diesen Stoff nicht den Duftstoffen zu [s34].
Fachliche Besonderheit. Die Übersichtsarbeit von Kamijima (Nippon Eiseigaku Zasshi, 2018) beschreibt, dass das japanische Recht den Schutz schwangerer Frauen vor Fortpflanzungsgefahren am Arbeitsplatz verbessert habe und männliche Beschäftigte ebenfalls geschützt werden könnten, wenn Risikobewertungen nach dem Arbeitsschutzgesetz erfolgten; aus einem Sicherheitsdatenblatt gehe oft nicht hervor, ob ein Produkt keine Reproduktionstoxizität hat oder ob Daten fehlen. Die Arbeit enthält keine Daten zu den hier betrachteten Stoffen, belegt aber aus japanischer Sicht die Datenlücke [s108].
Tätowierungen, Tenside, Erreichbarkeit. Zu Tätowierungen fand sich in Europe PMC, J-STAGE und CiNii (Suchwörter タトゥー, 入れ墨 und englische Entsprechungen) keine Studie; die Lücke ist echt und kein Abrufproblem. Die J-STAGE-Schnittstelle liefert Titel, aber keine Abstracts, mit vielen Tagungsbänden und historischen Beiträgen (131 Treffer für „洗剤 精子“, überwiegend ohne Bezug). Zwei historische Hinweise ließen sich nicht auswerten: eine Kurzmitteilung von 1981 zur Letalwirkung synthetischer Waschmittel auf frühe Mausembryonen und ein Titel von 1977 zu Tensiden und menschlichen Spermien, jeweils ohne abrufbaren Abstract; sie stehen nicht in der Quellenliste. CiNii Research lieferte über die OpenSearch-Schnittstelle Abstracts japanischer Tagungsbeiträge, die HTML-Suche nur HTTP 202 ohne Inhalt.
Koreanisch
Stellung im Gesamtbild. Das Sprachmerkmal Koreanisch kommt in keiner Quelle vor, und es wurde keine koreanische Humanstudie zum Thema gefunden. Die koreanische Forschung besteht in den Quellen aus Zell- und Tierversuchen mit regulatorischer Ausrichtung und ist durchgehend englisch publiziert. Dass keine koreanischsprachigen Arbeiten gefunden wurden, ist nicht als Fehlen belegt, weil die koreanischen Datenbanken nicht verwertbar waren (siehe unten).
In-vitro-Studien an Spermien (Kyungpook-Nationaluniversität). Zwei Arbeiten einer Gruppe der Abteilung für Tierwissenschaft und Biotechnologie untersuchten Eberspermien. Avobenzon senkte bei 50 und 100 µM Gesamt- und progressive Motilität und mehrere kinetische Parameter; dosisabhängig sank die Kapazitation, Akrosomreaktion, Vitalität und ATP unterschieden sich nicht signifikant, und die Aktivität der Proteinkinase A und die Tyrosinphosphorylierung waren verändert [s48]. 4-Nonylphenol (0 bis 100 µM) senkte während der Kapazitation Beweglichkeit und Bewegungsparameter, während ATP dosisabhängig stieg; es gab Veränderungen im PI3K/PDK1/AKT-Weg und abnorme Proteinkinase-A-Aktivität [s45]. Die Konzentrationen sind hoch, und es sind keine menschlichen Zellen.
Tierversuche mit Prüfrichtlinien-Charakter. Mehrere Studien folgen dem Muster der regulatorischen Toxikologie.
- Dreizehnwöchige subkutane Studien an Sprague-Dawley-Ratten (2, 10 und 50 mg/kg/Tag) zu Butylparaben (Chemon Inc. und Veterinärmedizin) und Isobutylparaben (Dankook-Universität) fanden bei der Samenqualität keine östrogenen Effekte; der NOAEL beider Stoffe betrug 50 mg/kg/Tag, es gab lokale Reizung an der Injektionsstelle (ab 10 beziehungsweise 50 mg/kg/Tag) und keine systemische Toxizität [s76, s47].
- Ein Hershberger-Test mit Benzophenon-3 an kastrierten männlichen Ratten (sieben Tiere je Gruppe; 40, 200 und 1.000 mg/kg/Tag) zeigte ein verringertes Gewicht der ventralen Prostata bei 200 und 1.000 mg/kg/Tag und des Musculus levator ani/bulbocavernosus schon bei 40 mg/kg/Tag; in Zellkultur sank die Viabilität von TM3-Leydig-Zellen konzentrationsabhängig. Das ist ein antiandrogener Hinweis, aber kein Spermienparameter [s53].
- Eine Risikobewertung von Ethylhexyl-Dimethyl-PABA in Kosmetika (Changwon): Der Stoff wird in Korea durchschnittlich zu 1,25 % (0,5 bis 2,0 %) eingesetzt, als NOAEL wurde 100 mg/kg/Tag aus einer Vier-Wochen-Studie gewählt, die systemische Exposition bei Höchstverwendung beträgt 0,588 mg/kg/Tag, und der Sicherheitsabstand für ein Sonnenschutzmittel mit dem erlaubten Maximum von 8 % liegt bei 180,18. Es sind keine eigenen Spermienmessungen, sondern eine Bewertung älterer Daten [s98].
- Die Toxikokinetik von Benzophenon-3 aus einem Gel bei der Ratte (Daegu): terminale Halbwertszeit 3,1 ± 1,6 Stunden nach intravenöser und 18,3 ± 5,8 Stunden nach topischer Gabe, Bioverfügbarkeit nach topischer Anwendung 6,9 ± 1,8 %, Gewebe/Plasma-Verteilungskoeffizient für den Hoden unter 1. Es ist die einzige Studie der Literaturbasis, die die dermale Aufnahme eines UV-Filters quantifiziert [s68].
- Weitere Studien betreffen Triclosan an vorpubertären Ratten (Busan; 0,25 bis 750 mg/kg/Tag über 60 Tage, deutliche Wirkung auf die tägliche Spermienproduktion erst bei den hohen Dosen, wobei die Autoren die biologische Relevanz für fraglich halten, weil sie in der Umwelt nicht vorkommen) [s104], DNA-Methylierung in Nebenhodenspermien nach Butylparaben (Hanyang-Universität, Seoul) [s135], mütterliche Butylparaben-Exposition (Seoul National University) [s148] und eine Mäusestudie zu Nonylphenol mit F1-Männchen [s96].
Leitlinien, Register, Fachzeitschriften. Eine koreanische Leitlinie, ein Register oder eine nationale Kohorte zum Thema wurde nicht gefunden.
Erreichbarkeit. Das koreanische Wissenschaftszitierindex-Portal KCI antwortete für die Portalseite mit HTTP 200, die Suche mit nicht verifizierten Parametern ergab „No results“. KoreaMed antwortete mit HTTP 200, lieferte aber für jede Anfrage, selbst für die einzelnen englischen Wörter „triclosan“, „benzophenone“ oder „sunscreen“, „No results were found“; das ist kein Nachweis des Fehlens. DBpia war nicht erreichbar (Verbindungsaufbau scheiterte, HTTP-Code 000). Koreanischsprachige Arbeiten sind daher nicht ausgeschlossen.
Russisch
Stellung im Gesamtbild. Elf Quellen tragen das Merkmal Russisch. Acht davon sind Arbeiten einer einzigen Arbeitsgruppe an der Südural-Staatlichen Medizinischen Universität in Tscheljabinsk (Erstautor S. V. Chigrinets, zum Teil mit G. V. Bryukhin) zu Triclosan und Bisphenol A in der Samenflüssigkeit und im Rattenhoden [s101, s102, s103, s90, s91, s92, s93, s94]. Eine neunte Arbeit derselben Gruppe erschien auf Englisch im Bulletin of Experimental Biology and Medicine [s82]. Hinzu kommen zwei hygienische Arbeiten zu Wasch- und Spülmitteln, die Spermien nur als Testobjekt verwenden [s31, s99], und eine Rattenstudie zu Titandioxid-Nanopartikeln [s111]. Der russische Raum ist damit der einzige nicht englischsprachige Raum mit einer zusammenhängenden Evidenzlinie direkt am Menschen. Diese Linie stammt jedoch praktisch von einer Gruppe, und das erhöht die Zahl der Treffer, nicht die Zahl unabhängiger Belege.
Die Chigrinets-Serie am Menschen. Alle Humanarbeiten sind Querschnittsstudien an Männern einer Kinderwunschklinik in Tscheljabinsk, zum Teil unter Beteiligung eines privaten Labors. Sie messen Bisphenol A, Triclosan und 4-Nonylphenol mit Gaschromatografie-Massenspektrometrie direkt in der Samenflüssigkeit, nicht im Urin. Die Proben-Sätze überlappen mit hoher Wahrscheinlichkeit: Mehrere Arbeiten berichten dieselben Basismerkmale (mittleres Alter 30,8 ± 3,6 Jahre, mittlerer Body-Mass-Index 25,4 ± 2,9) [s93, s92, s90], und die Triclosan-Nachweisraten liegen in allen Arbeiten zwischen 84,3 % und 85,4 % [s101, s93, s94, s91]. Eine Überlappung wird nirgends ausdrücklich offengelegt. Die Ergebnisse sind daher keine unabhängigen Replikationen, sondern wiederholte Auswertungen ähnlicher, teils identischer Datensätze.
- Erste Messung (41 Proben). Bei 18 Männern mit Normozoospermie und 23 mit Pathozoospermie lag der Triclosan-Median in der Samenflüssigkeit bei 0,095 gegenüber 0,185 ng/ml (p = 0,033), Bisphenol A bei 0,050 gegenüber 0,210 ng/ml (p < 0,001); der Anteil von Spermien mit fragmentierter DNA lag bei 14,0 gegenüber 18,0 % (p = 0,005). Triclosan war mit der DNA-Fragmentierung (r = 0,61; p < 0,001) und mit dem Anteil normal geformter Spermien (r = -0,44; p = 0,004) korreliert, schwächer mit der progressiven Motilität (r = -0,31; p = 0,049). 4-Nonylphenol zeigte keine Gruppenunterschiede (p = 0,627). Die Nachweisraten waren 85,4 % für Triclosan, 100 % für Bisphenol A und 97,6 % für 4-Nonylphenol [s101]. Die Autoren deuteten die Summenkorrelation von Bisphenol A und Triclosan als synergistischen Effekt; spätere Arbeiten derselben Gruppe fanden keinen Synergismus [s94, s91].
- Schwellenwerte (dieselben 41 Proben). Die Fläche unter der ROC-Kurve betrug für Bisphenol A 0,832 (95-%-Konfidenzintervall 0,689 bis 0,975) und für Triclosan 0,701 (0,531 bis 0,863), mit Schwellenwerten von 0,103 und 0,150 ng/ml; Sensitivität und Spezifität bei Triclosan 71,2 und 66,7 % [s102]. Die Schwellen wurden im selben Datensatz gewonnen und bewertet; die Autoren schlagen die klinische Anwendung zur Risikovorhersage vor, was die Datenlage nicht trägt.
- 53 Proben. Die Korrelation von Triclosan mit der DNA-Fragmentierung blieb bei r = 0,604 (p < 0,001), mit der Morphologie bei r = -0,420 (p = 0,004); für Gesamtzahl, Konzentration und progressive Beweglichkeit ergaben sich keine signifikanten Korrelationen [s93, s92]. Bei Bisphenol A waren dagegen Zahl, Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie betroffen [s93]. Die Odds-Ratio-Auswertung fand für Triclosan ab 0,11 ng/ml eine Chance von 18,3 (95-%-Konfidenzintervall 3,4 bis 97,7) für eine DNA-Fragmentierung von 15 % oder mehr [s90]; die Tabelle der Arbeit beschreibt aber nur 47 Männer (18 gegenüber 29), der Text 53.
- 84 Proben. Die multiple logistische Regression ergab für Triclosan eine signifikante Chance auf erhöhte DNA-Fragmentierung (Regressionskoeffizient 10,711; p = 0,043; umgerechnet auf 0,1 ng/ml ein Faktor von etwa 2,9), aber ein Konfidenzintervall des Odds Ratio je 1 ng/ml von 1,430 bis rund 1,4 Milliarden, was ein instabiles Modell anzeigt; für Bisphenol A und 4-Nonylphenol keine Signifikanz [s94]. Für die Zielgröße Pathozoospermie dominierte dagegen Bisphenol A mit einem 24,9-fachen Chancenanstieg je 0,1 ng/ml; Triclosan und 4-Nonylphenol waren nicht signifikant [s91].
Über alle Auswertungen hinweg ist Triclosan in der Samenflüssigkeit mit höherer Spermien-DNA-Fragmentierung und mit geringerem Anteil normal geformter Spermien assoziiert, kaum mit Zahl und Beweglichkeit. Das ist intern konsistent, aber wegen der Überlappung nicht unabhängig, und die Berichtsqualität ist uneinheitlich: Stichprobengrößen von 41, 47, 53 und 84 und unterschiedliche p-Werte für denselben Vergleich (Triclosan, Normo- gegenüber Pathozoospermie: 0,033; 0,045; 0,018 in den drei Arbeiten) [s101, s93, s91]. Die Messungen liegen im Bereich um 0,1 ng/ml; Nachweisgrenzen und Kontaminationskontrollen nennen die gelesenen Textabschnitte nicht. Als Störgröße kommt hinzu, dass sich Männer einer Kinderwunschklinik mit Pathozoospermie in Lebensstil und Produktnutzung unterscheiden könnten, wozu in den gelesenen Abschnitten keine Daten genannt werden; die Studien ordnen nicht zu, welche Produkte die Quelle sind.
Tierversuche. Der Fütterungsversuch an erwachsenen männlichen Wistar-Ratten (200 mg/kg Bisphenol A oder Triclosan im Futter über zwei Monate) wurde in mindestens vier Veröffentlichungen verwertet [s103, s93, s92, s82]. In der Morphometrie unterschieden sich beide Gruppen von der Kontrolle: Die Dicke des Keimepithels betrug 98,4 µm in der Kontrolle gegenüber 93,2 µm unter Triclosan und 90,57 µm unter Bisphenol A [s103]. Bei den Spermien war Bisphenol A deutlicher: Gesamtzahl 11,4 gegenüber 15,9 Mio. in der Kontrolle (p = 0,004), Triclosan 15,3 Mio. (p = 0,475) [s103]; Triclosan-Tiere unterschieden sich laut Abstract nur im Anteil aktiv beweglicher Spermien und im Hodengewicht [s82]. Die Konzentration im Hoden stieg unter Triclosan auf 0,27 gegenüber 0,06 ng/ml [s103]. Die Schwächen: eine einzige Dosis ohne Dosis-Wirkungs-Verlauf, kleine Gruppen (die Zahl der Triclosan-Tiere wird mit 8 und mit 10 angegeben), keine Randomisierungs- oder Verblindungsangabe und interne Widersprüche zwischen den Veröffentlichungen. Die Autoren bezeichnen die Hodenkonzentrationen als identisch mit der menschlichen Samenflüssigkeit [s93]; die Matrizes sind aber nicht gleichwertig, und die Tiere erhielten eine hohe orale Dosis.
Hygienetradition: Spermien als Testobjekt. Zwei Arbeiten untersuchen keine Spermienqualität, sondern verwenden bewegliche Rinderspermien als standardisierte Zelltestkultur nach russischen Methodischen Empfehlungen (MR 29 FC/4746 von 2001), um die Toxizität von Haushaltschemie zu prüfen. Bei 21 Waschmitteln (zehn Pulver, elf Gele) lag die minimale nichttoxische Verdünnung zwischen 1:1.700 und 1:50.000; bei einem zulässigen Grenzwert von 1:2.500 erfüllten 13 von 21 Mitteln die Anforderungen nicht. Nach einer Schnellwäsche waren 80 % der mit Pulvern gewaschenen Textilien toxisch; über alle Proben erfüllten 62 % die Methodische Empfehlung nicht und 38 % nicht die Norm GOST 32075-2013 [s31]. Bei 23 Geschirrspülmitteln für Kinderartikel lagen 17 im unbedenklichen Bereich, sechs darüber; für diese sechs ergaben klassische Tierversuche (Ratte, Meerschweinchen) die Gefahrenklasse 4 [s99]. Diese Studien erscheinen in russisch- und ukrainischsprachigen Zeitschriften (Gigiena i Sanitariya, Dovkillya ta zdorov'ya). Suchtreffer zu „моющие средства“ und „сперматозоиды“ sind deshalb überwiegend irrelevant für die Frage nach der Spermienqualität des Menschen.
Titandioxid. Titandioxid ist Bestandteil mineralischer Sonnenschutzmittel, wurde in den russischen Studien aber oral gegeben. 38 männliche Wistar-Ratten erhielten 50 mg/kg Titandioxid-Nanopartikel; die Dicke des Keimepithels sank von 106,71 ± 2,18 µm in der Kontrolle auf 86,19 ± 1,44 µm nach 14 Tagen und 82,31 ± 1,51 µm nach 30 Tagen, Spermiogramme wurden nicht erhoben [s111]. In einer Moskauer Mausstudie (sieben Tage, 40, 200 und 1.000 mg/kg per Schlundsonde) stieg im Hoden der Anteil von Spermatiden mit zwei oder mehr Kernen und die Apoptose; Zahlen stehen nicht im Abstract [s140]. Beide Studien belegen eine Hodentoxizität bei hoher oraler Dosis im Nagetiermodell, nicht Auswirkungen von Sonnenschutzmitteln auf der Haut.
Fachzeitschriften und Besonderheiten. Die Serie erscheint in neun verschiedenen Zeitschriften: Fachjournale für Andrologie, Urologie, Morphologie und Ökologie des Menschen, ein Journal der Medizinakademie, ein Kazaner Journal, ein regionales Jugendbulletin und ein internationales Journal; nur zwei sind in PubMed indiziert [s91, s82]. Die Autoren schreiben „Disruptor“ in zwei Schreibweisen, wer nur eine Form sucht, übersieht Treffer.
Leitlinien, Register. Russische Leitlinien oder Register zum Thema wurden nicht gefunden. Die Recherche nennt keine gezielte Suche nach nationalen Leitliniendokumenten urologischer Fachgesellschaften; das ist eine Lücke.
Erreichbarkeit. CyberLeninka war teilweise erreichbar: Die Weboberfläche liefert ohne Skripte keine Trefferliste, die interne JSON-Suche funktionierte, lieferte aber pro Abfrage nur wenige Treffer; Artikelseiten enthalten Abstract und OCR-Volltext, in einem Fall gehörte der OCR-Text zu einem anderen Artikel. eLIBRARY.ru war nicht erreichbar (Suchformular HTTP 403, Startseite Weiterleitung ohne Inhalt). Deshalb fehlen Arbeiten, die nur dort verzeichnet sind. Eine Arbeit von 1987 zur Gonadotoxizität synthetischer Waschmittel wurde auf CyberLeninka gefunden, war aber nicht prüfbar, weil der dortige Text zu einem anderen Artikel gehörte; sie steht nicht in der Quellenliste. Das weist auf sowjetische Hygienearbeiten hin, die über westliche Datenbanken kaum erreichbar sind.
Arabisch
Stellung im Gesamtbild. Arabisch kommt als Sprachmerkmal nur einmal vor, und zwar bei einer Arbeit zu Haarfärbemitteln im Sudan, die einen validierten arabischen Fragebogen einsetzte, sonst aber englisch publiziert ist [s13]. Arabischsprachige Originalarbeiten zum Thema wurden nicht gefunden. Die arabischen Suchbegriffe in Europe PMC und im Directory of Open Access Journals (DOAJ) lieferten Treffer zu Nutztiersperma (Ziege, Schaf, Rind, Geflügel), Samenverdünnern, Pestiziden und religionsrechtlichen Fragen zur Reproduktion, aber keinen der sechs Stoffe; „تريكلوسان“ (Triclosan) ergab keinen Treffer und „أصباغ الشعر“ (Haarfärbemittel) einen nicht einschlägigen. Die arabische Evidenz dieses Kapitels besteht deshalb ausschließlich aus englischsprachigen, PubMed-indizierten Arbeiten aus arabischen Ländern. Humanstudien zur Spermienqualität unter Triclosan, Haarfärbemitteln, UV-Filtern, Reinigungsmitteln oder Duftstoffen fehlen in diesen Quellen vollständig.
Ägypten. Eine Gruppe der Fakultät für Veterinärmedizin der Universität Kairo untersuchte männliche Ratten nach dem Absetzen unter Butylparaben, Triclosan und deren Kombination. Der Abstract nennt in allen behandelten Gruppen eine Atrophie von Prostata und Bläschendrüse und eine „signifikante Verminderung“ von Spermienzahl und -beweglichkeit; Testosteron, luteinisierendes Hormon und follikelstimulierendes Hormon waren sowohl einzeln als auch in Kombination erniedrigt, Östradiol stieg bei Einzelgabe an. Im Hoden fanden sich DNA-Schäden und erhöhtes Malondialdehyd bei verminderter Katalaseaktivität, was die Autoren als gemeinsamen Mechanismus oxidativen Stresses sehen [s110]. Dosierung, Gruppengröße, Effektgrößen und p-Werte stehen nicht im Abstract; die Tiere waren jung und die Ergebnisse gelten für eine empfindliche Entwicklungsphase, nicht für erwachsene Männer.
Saudi-Arabien. Drei Arbeiten stammen aus saudi-arabischen Fakultäten.
- Eine Rattenstudie der Universität Majmaah mit sechs Gruppen (Kontrolle, Triclosan und Triclosan zusammen mit Clomifencitrat, konventionellem Selen, Nano-Selen oder einem Extrakt aus Tribulus terrestris) beschreibt, dass Triclosan Fortpflanzungs- und Leberfunktion, Hormongleichgewicht und Gewebe beeinträchtigte und dass die Zusatzstoffe diese Veränderungen milderten; Docking und Molekulardynamik betrafen die Enzyme CYP17A1 und GPX4. Dosis, Gruppengröße und Zahlenwerte stehen nicht im Abstract [s10].
- An der König-Abdulaziz-Universität in Dschidda erhielten 60 Wistar-Ratten (vier Gruppen zu je 15) vier Wochen lang Propylparaben (10 mg/kg/Tag), einen Pflanzenextrakt oder beides. Propylparaben senkte Testosteron, Dihydrotestosteron und 5α-Reduktase (p < 0,001) und erhöhte Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor-α im Hoden (p < 0,001); der Extrakt verbesserte die Parameter, ohne sie zu normalisieren. Spermienparameter nennt der Abstract nicht [s63].
- An der König-Khalid-Universität erhielten Wistar-Ratten eine Einzeldosis Titandioxid-Nanopartikel von 126, 252 oder 378 mg/kg; histologisch zeigten sich dosisabhängig Degeneration von Spermatozyten, Ablösung von Spermatiden und interstitielles Ödem [s75]. Der Endpunkt ist rein histologisch, die Einzeldosis hoch und nicht alltagsnah.
Die saudi-arabischen Studien zeigen ein „Schutzstoff-Muster“: Eine Toxizität wird als gegeben vorausgesetzt und eine Gegenmaßnahme geprüft [s10, s63]. Die Schutzstoff-Arme dürfen nicht als Behandlungsempfehlung gelesen werden; sie liefern Hinweise auf die Beteiligung von Oxidationsvorgängen, aber keine Information über die Exposition des Menschen.
Vereinigte Arabische Emirate. Die narrative Übersicht der Zayed-Universität in Dubai zu Parfüm- und Kosmetikinhaltsstoffen (Literatur 2005 bis 2024) nennt Phthalate, Parabene, flüchtige organische Verbindungen und Schwermetalle und erwähnt bei Männern eine mögliche Störung der Spermatogenese durch endokrine Disruptoren [s17]. Die Volltext-Passagen berichten als Sekundärangaben eine Tierstudie zum UV-Filter Octylmethoxycinnamat (niedrigere Testosteronwerte, geringere Spermienzahlen und geringere Gewichte von Prostata und Hoden bei den männlichen Nachkommen exponierter Wistar-Ratten), eine einfach verblindete Humanexpositionsstudie mit 32 gesunden Erwachsenen (davon 15 junge Männer), bei der Sonnenschutzmittel mit Benzophenon-3, Octylmethoxycinnamat und 4-Methylbenzylidencampher systemisch aufgenommen und im Urin ausgeschieden wurden, ohne signifikante Hormoneffekte (FSH, LH, Östradiol, Testosteron, Inhibin B), sowie die dänische Filaggrin-Studie [s17]. Die Originale wurden nicht abgerufen; eine systematische Methodik wird nicht beschrieben.
Sudan. Zwei Arbeiten aus Khartoum betreffen Haarfärbemittel, beide ohne Spermienendpunkt. Die Produktanalyse von elf schwarzen Haarfärbemitteln (Atomabsorptionsspektrometrie für Kupfer, Cadmium, Quecksilber, Blei, Mangan, Nickel) mit Blutproben von 19 Frauen und einem Fragebogen bei 312 Personen fand vor allem Mangan und Blei; Cadmium zeigte das deutlichste Risikosignal unter den Modellannahmen bei beruflich Exponierten, und nachweisbares Blutblei trat nur bei mindestens 20 Jahren beruflicher Exposition auf, was als explorativ bezeichnet wird [s13]. Die zweite Arbeit ist eine Kaninchenstudie mit dermalen Färbemitteln, die para-Phenylendiamin enthielten (72 männliche Kaninchen; 0,098; 0,187 und 2,375 mg/g alle zehn Tage über sechs Monate gegenüber Henna): dosisabhängige Mortalität (0 bis 22,2 %), vier- bis fünffach erhöhte Leberenzyme bei der höchsten Dosis, Hämoglobin -28 %, Erythrozyten -39 % und Leberzellnekrosen; Hodenendpunkte nennt der Abstract nicht [s05]. Beide Arbeiten zeigen, dass Haarfärbemittel in der Region als Metall-, Berufs- und Systemtoxizitätsthema untersucht werden und nicht als reproduktionsmedizinisches.
Leitlinien, Register, Fachzeitschriften. Eine arabischsprachige Leitlinie oder ein Register wurden nicht gefunden; die Recherche nennt keine gezielte Suche nach Leitlinien arabischer urologischer Gesellschaften. Die PubMed-indizierte Evidenz stammt überwiegend aus veterinärmedizinischen, biologischen, biochemischen und pharmakologischen Fakultäten ägyptischer und saudi-arabischer Universitäten.
Erreichbarkeit. Arab World Research Source (EBSCO) ist kommerziell und zugangsbeschränkt; ein Abruf einer vermuteten Produktseiten-Adresse lieferte HTTP 404. Mandumah leitete auf die Anmeldeseite um (HTTP 302). Die Plattformen IASJ (Irak), ASJP (Algerien) und die Egyptian Knowledge Bank waren nicht erreichbar (kein Verbindungsaufbau, Zeitüberschreitung nach 25 bis 40 Sekunden). eMarefa antwortete mit HTTP 200 auf der Startseite; die Suche wurde nicht ausgewertet. DOAJ war über die Schnittstelle erreichbar. Dass nichts gefunden wurde, bedeutet für den arabischen Raum nicht, dass nichts existiert.
Türkisch
Stellung im Gesamtbild. Vier Quellen tragen das Merkmal Türkisch: drei Arbeiten in Zeitschriften veterinärmedizinischer Fakultäten (Kafkas Üniversitesi und Kocatepe), nämlich eine Triclosan-Embryostudie [s85], eine Mäusestudie zu Geschirrspülmittel [s105] und eine In-vitro-Studie zu Nonylphenol [s129], sowie eine Übersicht zu Kosmetikchemikalien in der Schwangerschaft [s86], deren Zeitschrift im Abruf nicht ausgewiesen ist. Vier weitere türkische Arbeiten sind englischsprachig [s36, s69, s109, s119]. Gefunden wurden damit acht Arbeiten, fast ausschließlich Tierversuche und In-vitro-Studien, aber keine Humanstudie zur Spermienqualität. Die Treffer stammen weit überwiegend aus veterinärmedizinischen Fakultätszeitschriften und Histologie-Abteilungen.
4-Nonylphenol und Selen am Rattenhoden (Aydın). Die ausführlichste Arbeit des Raums untersuchte 30 erwachsene männliche Sprague-Dawley-Ratten in fünf Gruppen zu je sechs Tieren (Kontrolle, Lösungsmittelkontrolle, Selen, 4-Nonylphenol, 4-Nonylphenol plus Selen); 4-Nonylphenol wurde mit 125 mg/kg/Tag über 48 Tage per Schlundsonde gegeben. Gegenüber der Kontrolle sanken der Kanälchendurchmesser (292,68 ± 5,09 gegenüber 270,20 ± 2,71 µm) und die Epithelhöhe (69,10 ± 1,44 gegenüber 52,38 ± 0,79 µm), der Anteil abnormer Spermien stieg von 34,00 ± 3,91 auf 75,93 ± 3,72 %, der Lebendanteil sank von 82,73 ± 1,29 auf 34,20 ± 2,43 %, der Anteil von Kanälchen mit starker Caspase-3-Färbung stieg von 23,36 ± 0,60 auf 49,72 ± 0,70 %, das Malondialdehyd im Hoden stieg und die Superoxiddismutase sank (5,33 ± 0,57 auf 2,71 ± 0,45 U/mg Protein). Die Hodengewichte unterschieden sich nicht (3,43 ± 0,12 gegenüber 3,55 ± 0,14 g). In der Gruppe mit zusätzlichem Selen lagen die Werte näher an der Kontrolle (Epithelhöhe 63,55 ± 0,85 µm, abnorme Spermien 43,20 ± 6,05 %, Lebendanteil 69,07 ± 3,20 %); Selen allein hatte eigene Wirkungen und senkte unter anderem Epithelhöhe und Lebendanteil. Die Schwächen sind sechs Tiere je Gruppe, eine einzige Dosis, die deutlich oberhalb alltagsnaher Exposition liegt, Unterschiede schon zwischen Kontrolle und Lösungsmittelkontrolle und 34 % abnorme Spermien bereits in der Kontrolle [s36]. Dass 4-Nonylphenol ein Abbauprodukt von Tensiden aus Reinigungs- und Waschmitteln ist, steht nicht in der Quelle, sondern ist eine Einordnung des Recherchenberichts; die Studie untersucht keine Reinigungsmittel. Die Selen-Arme sind keine Behandlungsempfehlung.
Weitere Tier- und Zellstudien.
- Benzylbenzoat, ein Duft- und Aromastoff, wurde in Ankara an fünf Wochen alten männlichen Ratten über 90 Tage mit 25 oder 100 mg/kg oral geprüft. Körpergewichte und relative Organgewichte änderten sich nicht, es gab histopathologische Befunde in Leber, Nieren, Thymus, Prostata und Nebenhoden, aber keine Veränderungen von Spermienzahl, täglicher Spermienproduktion und Spermienmorphologie [s69]. Das ist eine der wenigen Arbeiten mit einem klar negativen Spermienbefund bei einem Duftstoff.
- Flüssiges Geschirrspülmittel (0,1; 0,5; 1 und 5 % im Trinkwasser) über 60 Tage bei 40 männlichen Swiss-Albino-Mäusen (fünf Gruppen zu je acht) veränderte Hämoglobin, Plasmaprotein und mehrere Granulozyten und erhöhte ALP und AST bei 1 und 5 %. Die Gewichte von Leber, Niere, Milz, Lunge, Hoden und Gehirn blieben unverändert. Spermien, Histologie und Hormone wurden nicht untersucht, und ein unverändertes Hodengewicht schließt Veränderungen der Spermienqualität nicht aus [s105].
- Nonylphenol an gefrorenen und aufgetauten Bullenspermien in vitro (1 bis 500 µg/ml): Beweglichkeit und mitochondriales Membranpotenzial sanken ab 250 µg/ml, die Akrosomreaktion war schon bei 1 µg/ml erhöht [s129]. Die Konzentrationen liegen mehr als 5.000-fach über dem Median für 4-Nonylphenol in der russischen Samenflüssigkeit (0,170 ng/ml) [s101, s129].
- Titandioxid-Nanopartikel: Bei Regenbogenforellenspermien nahm ab 10 mg/l die Geschwindigkeit ab [s109]; beim Zebrafisch (1, 2 und 4 mg/l, fünf Tage) zeigte die Elektronenmikroskopie dosisabhängig mitochondriale Degeneration in Sertoli-Zellen und Spermatogonien [s119]. Beide Arbeiten nutzen Fische und Konzentrationen im Milligramm-pro-Liter-Bereich im Wasser; die Übertragbarkeit auf Sonnenschutzmittel beim Menschen ist nicht gegeben.
- Triclosan wurde nur an der in-vitro-kultivierten Rattenembryo untersucht (je zehn Embryonen in drei Gruppen und Kontrolle, 48 Stunden): Alle morphologischen Entwicklungswerte nahmen dosisabhängig ab, Caspase-2 sank, Caspase-9 stieg; ein Spermienendpunkt fehlt [s85].
- Die türkische Übersicht zu Kosmetikchemikalien in Schwangerschaft, Fetus und Neugeborenem [s86] hält fest, dass Chemikalien in Kosmetika sinngemäß unter anderem Fehlgeburten, niedriges Geburtsgewicht, Unfruchtbarkeit bei Frauen und Männern und verzögerte Pubertät verursachen könnten, und rät, Kosmetika bis zum Beweis der Unbedenklichkeit mit Vorsicht zu behandeln. Zur männlichen Fruchtbarkeit enthält der Abstract keine Daten oder Effektgrößen; die Aussage ist als Meinungs- und Übersichtsäußerung, nicht als Evidenz zu werten.
Humanstudien, Leitlinien, Register. Zu Haarfärbemitteln, Tätowierungen (türkisch „dövme“) und UV-Filtern ergaben die Suchen in TR Dizin keine einschlägigen Treffer. Treffer zu „dövme“ betrafen Kulturgeschichte und Metallverarbeitung, zu „saç boyası“ nicht einschlägige Themen (Geflügelembryo, Weizenkrankheit, Reiseberichte), und die Suche nach „güneş koruyucu“ erfasste das Wort „koruyucu“ („schützend“) und fand Schutzstoff-Studien, aber keine Arbeit zu Sonnenschutzmitteln. Ein Teil der Treffer zu Reinigungs- und Waschthemen waren Medienanalysen von Werbung. Eine türkische Leitlinie oder ein Register wurde nicht gefunden; die Recherche nennt keine gezielte Suche nach Dokumenten türkischer urologischer Fachgesellschaften.
Erreichbarkeit. TR Dizin war erreichbar; die Such-API lieferte JSON mit Metadaten und zweisprachigen Abstracts, und Detailseiten waren abrufbar. Mehrwortsuchen verknüpfen die Begriffe offenbar mit UND (null Treffer bei „triklosan sperm“, aber 42 bei „triklosan“), weshalb die Treffer einzeln gefiltert wurden. DergiPark wurde bei der Suche auf eine Verifizierungsseite („Arama Doğrulama“) umgeleitet; eine automatisierte Suche war nicht möglich, die Inhalte wurden nicht ausgewertet. Für den türkischen Raum kann daher ein Befund, der nur auf DergiPark verzeichnet ist, weder bestätigt noch ausgeschlossen werden.