Schlafapnoe und nächtlicher Sauerstoffmangel · Kapitel 19 von 20

Glossar

Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI): Zahl der Atemaussetzer (Apnoen) und flachen Atemzüge (Hypopnoen) je Stunde Schlaf. Die Studien verwenden meist Schwellen um 5, 15 und 30 Ereignisse pro Stunde [s126, s167, s13].

Respiratory Disturbance Index (RDI): Atemstörungsindex, der neben Apnoen und Hypopnoen auch atmungsbedingte Weckreaktionen einschließen kann; in älteren Studien üblich [s179, s175].

Entsättigungsindex (ODI): Zahl der Abfälle der Sauerstoffsättigung im Blut je Stunde Schlaf.

Sauerstoffsättigung (SpO₂, SaO₂): Anteil des mit Sauerstoff beladenen Hämoglobins; „minimale Sättigung“ ist der tiefste Wert der Nacht, „Zeit unter 90 Prozent“ der Anteil der Schlafzeit unterhalb dieser Grenze [s146].

BOADAI (Blood Oxygen Accumulation Distribution Area Index): Von den Autoren einer Studie entwickelter Index, der die Fläche der Sättigungskurve auf die Schlafzeit bezieht [s81].

Obstruktive Schlafapnoe (OSA, OSAS, OSAHS): Wiederkehrender Verschluss der oberen Atemwege im Schlaf mit Atemaussetzern, Sauerstoffabfällen und Weckreaktionen. OSAS und OSAHS sind Schreibweisen als „Syndrom“.

Intermittierende Hypoxie: Wiederkehrender Wechsel zwischen Sauerstoffmangel und Normalwerten, wie bei OSA; Dauerhypoxie ist anhaltender Sauerstoffmangel (zum Beispiel Höhe, Kammer) [s142, s57].

CPAP / nCPAP (continuous positive airway pressure): Überdruckbeatmung mit Maske, die die Atemwege im Schlaf offen hält; „n“ steht für nasal. Sham-CPAP: Scheinbehandlung mit unwirksamem Druck [s177, s96]. Adhärenz: tatsächliche Nutzung, in Studien meist in Stunden pro Nacht und Anteil der Nächte [s85].

Unterkieferprotrusionsschiene (Mundschiene, MAD): Zahnschiene, die den Unterkiefer nach vorn hält [s136, s103]. Uvulopalatopharyngoplastik (UPPP): Operation am Gaumen [s50, s189].

Polysomnographie: Schlaflabor-Untersuchung mit gleichzeitiger Messung von Hirnströmen, Atmung, Sauerstoff und weiteren Größen; ein tragbarer Atmungsmonitor ist ein vereinfachtes Gerät [s47].

Gesamttestosteron / freies Testosteron: Gesamtmenge im Blut beziehungsweise der nicht an Eiweiß gebundene Anteil. SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin): Transporteiweiß, dessen Menge unter anderem vom Gewicht abhängt [s12, s10].

LH (luteinisierendes Hormon), FSH (follikelstimulierendes Hormon): Gonadotropine der Hirnanhangdrüse, die Hoden und Testosteronbildung steuern. Prolaktin: weiteres Hormon der Hirnanhangdrüse. LHRH, hCG: Substanzen für Funktionstests der Hormonachse [s188].

Hypogonadismus: Unterfunktion der Hoden mit niedrigem Testosteron; hypogonadotrop bei niedrigem oder normalem LH (Störung zentral), hypergonadotrop bei erhöhtem LH und FSH (Störung im Hoden) [s04, s142].

Leydig-Zellen, Sertoli-Zellen: Zellen im Hoden; Leydig-Zellen bilden Testosteron, Sertoli-Zellen stützen die Samenzellbildung [s160, s185]. Spermatogenese: Bildung der Samenzellen. Keimepithel: Gewebeschicht der Samenkanälchen, in der Samenzellen reifen [s130].

Spermiogramm: Untersuchung des Ejakulats auf Konzentration, Beweglichkeit, Vitalität und Form. Asthenozoospermie: verminderte Beweglichkeit, in [s47] als progressive Beweglichkeit unter 35 Prozent definiert; Oligozoospermie: niedrige Spermienzahl; Teratozoospermie: erhöhter Anteil fehlgeformter Spermien [s103]. Progressive Motilität: vorwärts gerichtete Beweglichkeit.

Flagellum / Axonem: Geißel der Samenzelle beziehungsweise ihr inneres Röhrengerüst [s18, s57].

Erektile Dysfunktion (ED): anhaltende Schwierigkeit, eine für Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder zu halten. IIEF-5, IIEF-15: Fragebögen zur Erektionsfunktion [s118, s74]; SHIM, ASEX, GRISS, AMS, ADAM, AIPE, IPSS, SEP: weitere Fragebögen oder Tagebücher zu Sexualfunktion, Beschwerden des alternden Mannes, vorzeitigem Samenerguss, Harnbeschwerden und Erfolgsraten des Geschlechtsverkehrs [s131, s13, s166, s165, s63, s74, s136]. Nächtliche Tumeszenz (NPT): spontane Erektionen im Schlaf, objektiv messbar [s107, s132]. PDE-5-Hemmer: Arzneimittel wie Sildenafil, Vardenafil, Tadalafil [s61, s122].

PSQI (Pittsburgh Sleep Quality Index): Fragebogen zur Schlafqualität [s09, s49].

Standardisierte Mittelwertdifferenz (SMD): Unterschied zweier Mittelwerte in Einheiten der Standardabweichung. Odds Ratio (OR), Hazard Ratio (HR), Inzidenzratenverhältnis: relative Maße für Chancen, Gefährdung oder Häufigkeit. 95-%-Konfidenzintervall (KI): Bereich, der mit den Daten vereinbar ist. p-Wert: Maß dafür, wie gut Daten zu einer Nullannahme passen. I²: Anteil der Unterschiede zwischen Studien, der nicht auf Zufall beruht (Heterogenität). Begg- und Egger-Test, Trichterdiagramm: Verfahren, um Publikationsverzerrung zu prüfen [s137, s85].

Metaanalyse: statistische Zusammenfassung mehrerer Studien. Querschnittsstudie: eine Messung zu einem Zeitpunkt. Fall-Kontroll-Studie: Vergleich von Betroffenen mit Kontrollen. Kohortenstudie: Beobachtung einer Gruppe über die Zeit. Randomisierte kontrollierte Studie (RCT): Zuteilung per Zufall. Vorher-nachher-Studie: Messung vor und nach einer Maßnahme ohne Vergleichsgruppe. Cross-over: Teilnehmende erhalten nacheinander beide Behandlungen [s175]. Pilotstudie: kleine Vorstudie [s53, s162].

Störgröße (Confounder): Faktor, der mit Ursache und Wirkung zusammenhängt und einen Zusammenhang vortäuschen kann (hier vor allem Adipositas). Adjustierung: statistische Berücksichtigung solcher Faktoren. Mediation: Anteil des Zusammenhangs, der über eine Zwischengröße läuft [s12]. Regression zur Mitte: Tendenz extremer Messwerte, bei Wiederholung näher am Durchschnitt zu liegen. Placebo- und Erwartungseffekt: Besserung allein durch die Erwartung. Selektionsverzerrung: verzerrte Auswahl der Teilnehmenden.

Propensity-Score-Matching: statistische Zuordnung ähnlicher Personen aus Behandlungs- und Vergleichsgruppe [s65, s52, s33]. Mendelsche Randomisierung: Verfahren, das genetische Varianten als natürliche Zufallszuteilung nutzt, um Ursache und Wirkung zu prüfen [s36, s22, s32].

NHANES, UK Biobank, SHIP-TREND, MAILES, EPISONO, MrOS: Bevölkerungs- und Kohortenstudien aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Australien, Brasilien und den USA (MrOS) [s12, s19, s117, s72, s06, s104]. NHIRD, KNHIS, TriNetX: Abrechnungs- und Registerdatenbanken aus Taiwan, Korea und den USA [s125, s44, s33].

GRADE, PROSPERO, MOOSE, PRISMA, Newcastle-Ottawa-Skala, RoB: Instrumente zur Bewertung der Sicherheit der Evidenz, zur Vorregistrierung und Berichterstattung von Übersichten und zur Bewertung des Verzerrungsrisikos [s61, s85, s02, s73].

Massenspektrometrie (LC-MS/MS) und Immunoassay: Messverfahren für Hormone; die EAU-Leitlinie nennt Massenspektrometrie als bevorzugt und Immunoassays als akzeptabel, wenn sie nicht verfügbar ist [s10, s72].

Polyzythämie / Hämatokrit: erhöhte Zahl roter Blutkörperchen beziehungsweise deren Volumenanteil [s76, s191]. Chemoreflex: Regelung der Atmung durch Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut [s140]. Hyperkapnie: erhöhtes Kohlendioxid im Blut.

StAR, HSD, CYP11A1: Eiweiße beziehungsweise Enzyme der Testosteronbildung [s151, s90, s84]. HIF-1α: Eiweiß, das auf Sauerstoffmangel reagiert [s48, s130]. ROS, oxidativer Stress: reaktive Sauerstoffverbindungen und ihre schädigende Wirkung [s16, s66]. Apoptose: programmierter Zelltod. NLR: Neutrophilen-Lymphozyten-Quotient, Maß der systemischen Entzündung [s17]. CRP: C-reaktives Protein, Entzündungsmarker [s04, s41]. HOMA-IR: Maß der Insulinresistenz [s41].

Zirkadianik: Tagesrhythmus der Körperfunktionen [s16, s187]. Epigenetik / Methylierung: Veränderungen der Genaktivität ohne Änderung der DNA-Sequenz [s113, s16].

Alle Kapitel und Anhänge (23)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. 1. Frühe Arbeiten und nächtliche Hormonprofile bis 4. Bevölkerungsbasierte Studien, Registerdaten und Mendelsche Randomisierung
  6. 5. Samenqualität und Fertilität bei OSA und 6. Schlaf ohne Apnoe-Diagnose als Nachbargebiet
  7. 7. Erektile Funktion und Sexualfunktion und 8. Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien
  8. Datengrundlage und Lesehinweise bis Samenqualität und Fertilität bei Schlafapnoe und gestörtem Schlaf
  9. Interventionsstudien: CPAP, Operation, Mundschiene bis Tierversuche und Zellstudien
  10. Mechanismen und biologische Plausibilität
  11. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  12. Englisch bis Spanisch
  13. Chinesisch bis Arabisch
  14. Türkisch
  15. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  16. Limitationen der Evidenz
  17. Offene Forschungsfragen
  18. Praktische Einordnung
  19. Glossar
  20. Quellenverzeichnis
  21. Diagramme
  22. Quellen
  23. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle