Schlafapnoe und nächtlicher Sauerstoffmangel · Kapitel 12 von 20 · Was die Literatur in den Sprachräumen zeigt

Englisch bis Spanisch

Die Frage, ob nächtlicher Sauerstoffmangel bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA) das Testosteron und die Spermienqualität verändert und ob CPAP daran etwas ändert, wurde in zwölf Sprach- und Forschungsräumen untersucht, aber nicht mit gleicher Dichte. Dieses Kapitel ordnet die Quellen der Gesamtstudie nach ihrem Herkunftsraum und beschreibt je Raum, welche eigenen Kohorten, Register, Leitlinien und Fachzeitschriften es gibt, was regional besonders ist und wie gut die dortigen Datenbanken erreichbar waren. Als Raum gilt dabei, wo die Arbeitsgruppe sitzt oder in welcher Sprache der Beitrag erschienen ist; viele Gruppen aus Asien, Südamerika und dem Nahen Osten veröffentlichen auf Englisch. Das Feld „Sprachräume" in der Quellenliste der Studie weist 191 Quellen aus: 154 mit englischem Bezug, 26 mit türkischem, 11 mit russischem, je 6 mit chinesischem und japanischem, 5 mit arabischem und je eine mit deutschem, französischem, spanischem, portugiesischem und rumänischem Bezug. Italienisch und Koreanisch kommen als Sprache der Veröffentlichung nicht vor. Einzelne Quellen tragen zwei Räume, deshalb ist die Summe größer als 191. Die Kennungen in eckigen Klammern verweisen auf das Quellenverzeichnis der Gesamtstudie.

Eine Vorbemerkung zur Belastbarkeit: Die meisten Angaben stammen aus Abstracts, nicht aus Volltexten. Wo ein Abstract eine Zahl nicht nennt, steht das hier auch so. Aussagen der Bearbeitung zur Einordnung sind als solche gekennzeichnet und gehören nicht zu den Quellen. Eine Therapieempfehlung ist mit diesem Kapitel nicht verbunden; wo Leitlinien etwas empfehlen, wird nur wiedergegeben, was der jeweilige Text sagt.

Englisch

Umfang und Rolle. Englisch ist die Sprache der Literatur zu dieser Frage. 132 der 191 Quellen tragen ausschließlich den englischen Raum, weitere 22 teilen ihn mit einem zweiten Raum. Das liegt nicht nur an den USA, Großbritannien und Australien: Auch Gruppen aus Brasilien, China, Taiwan, Korea, der Türkei und Ägypten veröffentlichen in englischsprachigen Zeitschriften, und nur diese sind über Europe PMC und PubMed mit Abstract erreichbar. Wer die Frage in anderen Sprachen sucht, findet meist wieder englischsprachige Arbeiten (siehe die folgenden Abschnitte). Die englischsprachige Literatur ist deshalb nicht „die amerikanische", sondern die internationale Schicht.

Eigene Kohorten und Register. Fünf große Datensätze tragen den Teil der Literatur, der Hormone oder Erektionsfunktion in Bevölkerungsstichproben untersucht:

  • Barrett-Connor und Kollegen (2008) werteten 1.312 Männer ab 65 Jahren aus sechs US-Zentren aus: Niedriges Gesamttestosteron (unter 250 ng/dl) ging mit schlechterer Schlafeffizienz, mehr nächtlichem Erwachen, weniger Tiefschlaf, höherem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) und mehr Schlafzeit mit Sättigung unter 90 Prozent einher; nach Anpassung für BMI oder Taillenumfang waren die Zusammenhänge abgeschwächt oder verschwunden [s163]. Die Autoren führen den Zusammenhang weitgehend auf Adipositas zurück.
  • Die Kohorte MAILES (Clarke und Kollegen, 2020) umfasst in der Auswertung 623 Männer von 41 bis 86 Jahren, mit Massenspektrometrie gemessenem Testosteron (Mittelwert 16,8 ± 5,3 nmol/l), Polysomnographie zu Hause und einer OSA-Häufigkeit von 51,5 Prozent. Der inverse Zusammenhang von AHI und Testosteron (p = 0,01) verschwand nach Anpassung für Alter, BMI und SHBG; die Autoren schließen, Adipositas und nicht die OSA bestimme das Testosteron. Es gingen nur 623 von 1.869 Männern in die Analyse ein [s72]. Als Einordnung der Bearbeitung: SHBG als Anpassungsgröße kann selbst vom Gewicht oder vom OSA-Zustand abhängen.
  • Die Studie MrOS Sleep (Bozorgmehri und Kollegen, 2017) umfasst 2.676 ältere Männer, von denen 70 Prozent eine mäßige bis vollständige erektile Dysfunktion (ED) hatten. Eine schwere schlafbezogene Atmungsstörung war nach Anpassung für Alter und Zentrum mit einer Odds Ratio (OR) von 1,39 (95-%-Konfidenzintervall 1,00 bis 1,92) verbunden, nach zusätzlicher Anpassung für BMI, sozioökonomischen Status und Begleiterkrankungen mit 1,05 (0,75 bis 1,49) [s104].
  • NHANES 2015 bis 2016 wurde von zwei Gruppen ausgewertet. Bei 3.331 Erwachsenen war nach Anpassung höheres Testosteron mit geringerem OSA-Risiko verbunden (OR 0,69; 0,54 bis 0,90), niedriges SHBG mit höherem (OR 0,71; 0,59 bis 0,85); OSA beruhte dort auf Selbstangabe, Männer und Frauen wurden gemeinsam gezeigt [s23]. Bei 2.218 Männern war ein höheres OSA-Risiko (Multivariable Apnea Prediction Index) mit niedrigerem Gesamttestosteron (β = −0,23) und SHBG (β = −0,49) verbunden, nicht mit freiem Testosteron oder Östradiol; ein Testosteronmangel fand sich in der Hochrisikogruppe bei 43,83 Prozent gegenüber 12,70 Prozent [s12]. Beide Arbeiten sind Querschnitte mit Fragebogenmaß statt Polysomnographie.
  • Die UK Biobank (Zhou und Kollegen, 2026) liefert 155.688 Männer mit im Mittel 11,6 Jahren Beobachtung: Schnarchen und OSA waren nicht signifikant mit neu aufgetretener ED verbunden (alle p > 0,05), Tagesschläfrigkeit (Hazard Ratio, HR, 2,05; 1,06 bis 3,97) und schweres morgendliches Erwachen (HR 1,85; 1,20 bis 2,84) schon. Die Autoren nennen kleine Fallzahlen und Unterdiagnose als Erklärung [s19].
  • Das Register TriNetX (Agrawal und Kollegen, 2024) gleicht per Propensity-Score Männer von 40 bis 70 Jahren ab: Testosteronmangel war bei Schlafapnoe häufiger (OR 1,66; 1,65 bis 1,67), die ED nur geringfügig (OR 1,02; 1,01 bis 1,03) [s33]. Die extrem engen Intervalle spiegeln die Größe des Datensatzes wider, nicht die Genauigkeit der Erfassung, denn es handelt sich um Abrechnungscodes (Einordnung der Bearbeitung).
  • Die Vorkonzeptionskohorte aus Nordamerika (Coleman und Kollegen, 2026) umfasst 690 Männer mit 1.247 Samenproben im Heimtest. Ein schlechter Schlaf (PSQI über 5) ging mit 18,1 Prozent geringerer Spermienkonzentration einher (95-%-Konfidenzintervall −33,5 bis 0,9); die meisten Intervalle schließen Null ein. Die Autoren nennen Selbstangaben, Heimtest und Internet-Rekrutierung als Einschränkungen, ein Autor ist bei der Herstellerfirma des Tests angestellt [s09]. Diese Studie betrifft Schlaf, nicht OSA.

Australische Testosteronstudien. Die Placebo-kontrollierten Studien zu Testosteron bei adipösen Männern mit schwerer OSA (18 Wochen, 67 Männer; Atmung, Stoffwechsel, Chemoreflexe, Sexualfunktion) und die randomisierte CPAP- und Vardenafil-Studie gehen nach den Affiliationsangaben auf Gruppen aus Sydney und Melbourne zurück (University of Sydney, Woolcock Institute, Monash Health) [s146, s147, s140, s119, s96]. Hinzu kommt die erste australische evidenzbasierte Leitlinie zur männlichen Infertilität (2025) [s24]. Für die Frage der Testosterongabe bei OSA ist dieser Raum damit die wichtigste Quelle von Interventionsdaten.

Interventionsstudien und Metaanalysen. Die wenigen randomisierten Studien zur Wechselwirkung von OSA und Testosteron wurden überwiegend in englischsprachigen Zeitschriften veröffentlicht. Die Sham-kontrollierte Studie von Meston und Kollegen (2003) mit einem Monat nCPAP bei 101 Männern fand höheres SHBG und niedrigeres TSH unter aktiver Behandlung, im Abstract keinen Testosteroneffekt [s177]. Die randomisierte 2x2-Studie von Melehan und Kollegen (2018) mit 61 Männern fand unter CPAP mehr schlafbezogene Erektionen, aber keine Änderung des primären Endpunkts Erektionsfunktion [s96]; die Cochrane-Übersicht aus sechs randomisierten Studien mit 315 Männern ist über die Erektionsfunktion nach CPAP gegen keine Behandlung unsicher (IIEF-5 nach 4 Wochen: Mittelwertdifferenz 7,50; 4,05 bis 10,95; eine Studie mit 27 Teilnehmern; sehr niedrige Sicherheit der Evidenz) und sah gegenüber Sildenafil nach 12 Wochen einen leichten Vorteil des Medikaments [s61]. Die Metaanalysen zum Testosteron unter CPAP umfassen 232 bzw. 388 Männer und finden beide keine signifikante mittlere Änderung des Gesamttestosterons (Standardisierte Mittelwertdifferenz −0,14; −0,63 bis 0,34 [s137]; Differenz 1,08 nmol/l; −0,48 bis 2,64; I² = 89 Prozent [s85]). Die Metaanalysen zum Querschnittsunterschied von OSA und Kontrollen finden niedrigere Testosteronwerte bei OSA (SMD −0,76 bei 18 Studien mit 1.823 Männern [s59]; −0,97 bei 24 Fall-Kontroll-Studien mit I² = 94,9 Prozent [s46]). Einzelheiten dazu sind Thema der Sachkapitel; hier genügt: Die englischsprachige Literatur ist zugleich die, die den Widerspruch zwischen Querschnittsbefund und Interventionsbefund selbst hervorbringt.

Testosteron zur Behandlung und die Atmung im Schlaf. Aus dem englischen Raum stammen auch die Studien zur Umkehrfrage: Eine Placebo-kontrollierte Studie mit 67 adipösen Männern mit schwerer OSA (Hoyos und Kollegen, 2012) fand nach 7 Wochen unter 1.000 mg Testosteronundecanoat einen um 10,3 Ereignisse pro Stunde schlechteren Entsättigungsindex (95-%-Konfidenzintervall 0,8 bis 19,8; p = 0,03), nach 18 Wochen nicht mehr signifikant [s146]; höhere Dosen bei gesunden älteren Männern verschlechterten die Atmung im Schlaf deutlicher [s175]; die retrospektive Kohorte mit 3.422 Männern fand unter Testosteronrezept ein höheres OSA-Risiko (2-Jahres-Risiko 16,5 gegenüber 12,7 Prozent) [s92]; und bei 474 hypogonadalen Männern unter Testosteronersatz war OSA mit Polyzythämie verbunden (adjustierte OR 2,09; 1,17 bis 3,76) [s76].

Leitlinien. Der englische Raum stellt fast alle internationalen Leitlinien. Die Leitlinie der Endocrine Society (2018) nennt als einzige der abgerufenen Leitlinien im Abstract ausdrücklich „untreated severe obstructive sleep apnea" unter den Zuständen, bei denen eine Testosterontherapie nicht begonnen werden soll [s91]. Die AUA-Leitlinie zum Testosteronmangel (2018) [s97], die Leitlinie von AUA und ASRM zur männlichen Infertilität (2024; 4.093 neue Abstracts gesichtet, 125 eingeschlossen) [s34], die EAU-Leitlinie zur männlichen Sexual- und Reproduktionsgesundheit (2025) [s28], die australische Leitlinie zur männlichen Infertilität (2025) [s24], die vergleichende Analyse der WHO-Leitlinie 2025 mit AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE [s01] und die EAU-Zusammenfassung 2026 [s10] nennen Schlafapnoe in ihren Abstracts nicht. Die EAU-Zusammenfassung legt für die Messung fest: nüchternes Gesamttestosteron morgens zwischen 7 und 10 Uhr, Schwelle 12 nmol/l oder darunter für einen symptomatischen Hypogonadismus, SHBG und berechnetes freies Testosteron bei veränderten SHBG-Werten [s10]. Das ist für die OSA-Studien relevant, weil mehrere ein niedriges Gesamttestosteron bei niedrigem SHBG beschreiben [s23, s12]. Ob die Volltexte Schlafapnoe als Randthema behandeln, wurde nicht geprüft; in keinem abgerufenen Abstract zur männlichen Infertilität erscheint Schlafapnoe oder Schlafqualität als geprüfter Faktor.

Fachzeitschriften. Die Befunde streuen über Endokrinologie, Urologie, Schlafmedizin und Fortpflanzungsmedizin: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism [s91, s96, s175], Journal of Internal Medicine [s177], European Journal of Endocrinology [s72, s147], Andrology [s01, s06, s16, s52], Sleep and Breathing [s46, s47, s157], Frontiers in Endocrinology [s30, s50, s85], Human Reproduction [s09], Journal of Sleep Research [s08, s37], Sleep Medicine X [s11], Journal of Sexual Medicine [s76, s166] und Archivio Italiano di Urologia e Andrologia [s02, s155]. Zwei der letztgenannten Hefte beherbergen Autorinnen und Autoren aus Saudi-Arabien und der Türkei (siehe dort). Das Fachgebiet hat keine eigene „OSA-und-Fortpflanzung"-Zeitschrift; die Arbeiten sind über Fächer verteilt, was die Suche in einer einzelnen Zeitschriftengruppe unvollständig macht (Einordnung der Bearbeitung).

Besonderheiten. Dem englischen Raum gehören die breiteste Bandbreite an Studientypen und auch die Gegenbefunde. Mendelsche Randomisierung mit genetisch vorhergesagten Schlafmerkmalen fand für männliche Fertilität keinen kausalen Hinweis außer für den Chronotyp und bioverfügbares Testosteron (IVW-OR 1,07; 1,04 bis 1,12) [s36]; gute genetische Instrumente für OSA selbst fehlen (Einordnung der Bearbeitung). Die einzige Studie des Datenbestands mit CPAP-Verlauf und Samenanalyse stammt ebenfalls aus dem englischen Raum: Kyrkou und Kollegen (2022) untersuchten 41 Männer (32 mit OSA, 9 Kontrollen) über ein Jahr; OSA ging mit schlechterer Erektionsfunktion, niedrigerem Testosteron und geringerer Samenqualität einher, nach einem Jahr CPAP besserte sich die Sexualfunktion; Zahlen zur Samenqualität im Verlauf nennt der Abstract nicht [s53]. Für die Frage, ob CPAP die Samenqualität verbessert, ist sie damit nicht zu verwerten (Einordnung der Bearbeitung). Eine weitere Besonderheit ist die Kurzbefragung in einer Andrologie-Ambulanz in London von Kalejaiye und Kollegen (2017) mit 129 Männern mit neu diagnostizierter ED, von denen 55 Prozent im Screening eine Schlafabklärung benötigt hätten; ein Autor stammt aus Kairo, die Gruppe mit positivem Screening war 15 Jahre älter (61,4 gegenüber 46,5 Jahre) [s106].

Erreichbarkeit. Europe PMC (REST-Schnittstelle) und die NCBI-E-utilities waren erreichbar und lieferten Treffer, Abstracts und für einzelne Arbeiten den Volltext aus PubMed Central. Die PubMed-Webseite war laut Auftrag gesperrt und wurde nicht verwendet. Die Webseite der Cochrane Library lieferte HTTP 419; der Cochrane-Review wurde über Europe PMC abgerufen. Die Seite der EAU lädt ihre Inhalte per JavaScript, die Leitlinientexte waren deshalb nur über Zusammenfassungen in der Zeitschrift European Urology erreichbar; AUA und ESHRE wurden nur über Journalabstracts und die Vergleichsarbeit erfasst.

Wie dünn ist es? Im englischen Raum ist die Literatur zahlreich, aber an der Kernfrage dünn: Es gibt keine kontrollierte Studie mit Spermienparametern als Endpunkt nach CPAP, keine randomisierte Studie mit Testosteron als primärem Endpunkt unter CPAP und keine Leitlinie, die im Abstract Schlafapnoe als Faktor der männlichen Infertilität prüft.

Deutsch

Eigene Literatur. Im Quellenverzeichnis steht genau eine Arbeit, die auf Deutsch erschienen ist: der urologische Übersichtsartikel „Schlafapnoe in der Urologie. Einfluss der obstruktiven Schlafapnoe auf Erektion und Blasenfunktion" von Kemmer (2009, Der Urologe A). Nach dem Abstract betrifft das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom 4 bis 5 Prozent der Männer mittleren Alters; viele Betroffene hätten zusätzlich eine erektile Dysfunktion, Nykturie oder eine überaktive Blase [s161]. Der Abstract nennt weder Hormonwerte noch Spermienparameter. Auf Fruchtbarkeit geht die Übersicht nach dem abgerufenen Text nicht ein. Eine deutschsprachige Primärstudie zu OSA und Testosteron oder Samenqualität fand die Recherche nicht.

Deutsche und deutschsprachige Beteiligung an englischsprachigen Arbeiten. Zwei Studien sind für die Kernfrage wichtiger als der Übersichtsartikel:

  • SHIP-TREND ist eine bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie mit 204 Männern und 213 Frauen und massenspektrometrisch gemessenen Hormonen (Kische und Kollegen, 2016). Bei Männern war das Gesamttestosteron altersadjustiert mit dem AHI verbunden (OR 0,62; 95-%-Konfidenzintervall 0,46 bis 0,83); nach multivariabler Adjustierung war der Zusammenhang nicht mehr signifikant, ebenso wenig der für freies Testosteron und SHBG. Bei prämenopausalen Frauen blieben freies Testosteron und SHBG mit dem AHI verbunden. Die Autoren sehen Körperzusammensetzung und Lebensstil als wesentliche Bestimmungsgrößen [s117]. Diese Studie ist die einzige abgerufene mit einer allgemeinen deutschen Bevölkerungsstichprobe; in ihrer Richtung entspricht sie den englischsprachigen Kohorten MAILES und Barrett-Connor, in denen der Zusammenhang nach Anpassung für Adipositas verschwindet [s72, s163].
  • Die CPAP-Entzugsstudien von Grewe und Kollegen (2026) stammen nach den Affiliationsangaben aus Zürich (Universität und Universitätsspital sowie ein Regionalspital). Sie kombinieren zwei randomisierte Zwei-Wochen-Studien mit 70 Patienten (58 Männer, 12 Frauen). Voraussetzung war mindestens ein Jahr adhärente CPAP-Nutzung (über 4 Stunden täglich an über 80 Prozent der Tage); therapeutisches CPAP (n = 37) wurde mit subtherapeutischem (n = 33) verglichen, Hormone wurden per Flüssigchromatographie mit Tandem-Massenspektrometrie gemessen. Das Absetzen ließ die Apnoe wiederkehren (AHI plus 31,8 pro Stunde; 22,8 bis 40,6; Entsättigungsindex plus 31,5; 22,4 bis 40,5), aber Testosteron, Androstendion, Gestagene, DHEA-S, LH und FSH änderten sich nicht signifikant; DHEA stieg (0,86 ng/ml; 0,17 bis 1,56; p = 0,016) und wurde von den Autoren als mögliche Stressreaktion gedeutet. Die Ausgangswerte des Testosterons lagen bei einem Median von 3,42 gegenüber 3,10 ng/ml [s11]. Es ist die einzige abgerufene Studie mit einem experimentellen Entzug und für die Frage der Wirkrichtung deshalb besonders wertvoll; sie ist mit zwei Wochen aber sehr kurz, enthält überwiegend Männer, und freies Testosteron, Testosteronsumme, LH und FSH fehlten in einer der beiden Studien (explorativ zu lesen).

Leitlinien. Eine AWMF-Leitlinie, die Schlafapnoe und männliche Fortpflanzung verbindet, wurde nicht gefunden. Das AWMF-Leitlinienregister war zwar erreichbar (HTTP 200), lieferte aber ohne JavaScript keinen Inhalt; ein Leitlinientext wurde deshalb nicht abgerufen, und eine Inhaltsangabe fehlt. „Nicht gefunden" ist deshalb nicht „nicht vorhanden".

Als ergänzende Kontrollabfrage, die nicht zum Quellenverzeichnis der Studie gehört, wurden zwei deutschsprachige Übersichten aus Europe PMC abgerufen, die in ihren englischen Abstracts Schlafapnoe im Zusammenhang mit der Testosterontherapie nennen. Paasch, Glander und Stolzenburg (2009, Urologe A, PMID 19156339) schreiben, bei Prostatakrebs, Brustkrebs, Polyzythämie, schwerer Herzinsuffizienz, Obstruktion der unteren Harnwege oder unbehandelter Schlafapnoe müsse eine Testosteronbehandlung vermieden werden. Bucher und Christ (2014, Therapeutische Umschau, PMID 24670603) führen schwere obstruktive Schlafapnoe unter den Gegenanzeigen auf. Das sind Aussagen der Texte, keine Empfehlung dieser Studie. Sie zeigen, dass die Einordnung „unbehandelte schwere OSA als Gegenanzeige", die in der Endocrine-Society-Leitlinie steht [s91], im deutschsprachigen Fachschrifttum aufgegriffen wurde.

Fachzeitschriften. Der Urologe A ist die einzige deutschsprachige Zeitschrift im Quellenverzeichnis [s161]. Die Kontrollabfrage fand zusätzlich Kongressbände aus Der Urologie und anderen deutschsprachigen Heften (zum Beispiel Abstracts des 74. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie, 2022); deren Inhalt wurde nicht abgerufen.

Besonderheiten. Zur Fortpflanzungsseite der OSA wird im deutschsprachigen Raum nach diesem Befund überwiegend auf Englisch publiziert; die Frage wurde vor allem über SHIP-TREND und die Zürcher Studien international sichtbar (Einordnung der Bearbeitung).

Erreichbarkeit. Europe PMC und die NCBI-E-utilities waren erreichbar. Eine breite Suchanfrage nach Schlafapnoe, Hypoxie, Testosteron, Spermien, Infertilität und Hypogonadismus mit dem Sprachfilter Deutsch lieferte 16 Rohtreffer (eine einzelne Abfrage, nicht dedupliziert). Nach den Titeln war außer den genannten Übersichten keine Arbeit erkennbar, die Schlafapnoe und männliche Fortpflanzung verbindet; viele Treffer waren Kongressbände, Autorenregister und Beiträge zu anderen Themen.

Wie dünn ist es? Sehr dünn für eigene Daten, mittelmäßig für Übersichten und Leitlinientexte, solide nur über zwei englischsprachige Arbeiten mit deutschsprachiger Beteiligung.

Französisch

Eigene Literatur. Das Quellenverzeichnis führt eine französischsprachige Arbeit: die systematische Übersicht von Clerget und Kollegen (2020, Progrès en Urologie), „Urinary tract symptoms and erectile dysfunction in obstructive sleep apnea: Systematic review" (Harnwegssymptome und erektile Dysfunktion bei obstruktiver Schlafapnoe: systematische Übersicht). Sie folgt dem PRISMA-Schema, durchsuchte PubMed und wertete 30 Artikel plus 26 weitere aus Literaturlisten aus. Nykturie, überaktive Blase und erektile Dysfunktion seien mit OSA assoziiert; Männer mit Nykturie hatten einen höheren AHI (49 ± 11 gegenüber 24 ± 8 Ereignisse pro Stunde; p = 0,0001), der positive prädiktive Wert betrug 71 Prozent; für ED bei Patienten ohne OSA wird eine OR von 0,45 (0,18 bis 0,71) genannt. Die Autoren sehen Urin- und Sexualbeschwerden nach CPAP als reversibel [s73]. Hormonwerte und Samenparameter sind nicht Gegenstand; Schwächen sind die einzelne Datenbank und die narrative Synthese (Einordnung der Bearbeitung).

Französische Gruppen, englische Publikation. Die Paarstudie von Chorvoz und Kollegen (2026, Journal of Sleep Research) aus Dijon fragt in einem prospektiven monozentrischen Design mit n = 54, ob CPAP Partnerschaft und sexuelle Zufriedenheit verbessert. Die Dyadic Adjustment Scale stieg nach 2 Monaten um 1 Punkt bei den Partnern (p = 0,025) und um 2 Punkte bei den Patienten (p = 0,002) und blieb nach 6 Monaten stabil; Hormone wurden nicht gemessen [s08]. Sie steht für den psychosozialen Zweig der Literatur, der mit der Frage nach Testosteron und Spermien wenig zu tun hat.

Leitlinien. Eine französische Leitlinie zu OSA und männlicher Fortpflanzung wurde nicht gefunden. Als ergänzende Kontrollabfrage, die nicht zum Quellenverzeichnis gehört, wurde die französische Praxisempfehlung zum Testosteronmangel von Burte und Kollegen (2021, Progrès en Urologie, PMID 34034926) abgerufen. Der Abstract beschreibt die Erarbeitung durch die Francophone Society of Sexual Medicine und das Komitee für Andrologie und Sexualmedizin der französischen Urologengesellschaft (systematische Literaturübersicht von 01/2000 bis 07/2019, AGREE-II-Raster) und nennt unter anderem: Freies oder bioverfügbares Testosteron solle dem Gesamttestosteron vorgezogen werden, weil SHBG häufig verändert sei. Als Gegenanzeigen einer Testosteronbehandlung stehen dort fortschreitender Prostata- oder Brustkrebs, schwere Herzinsuffizienz oder kürzliches kardiovaskuläres Ereignis, Polyzythämie, komplizierte benigne Prostatahyperplasie und Kinderwunsch; eine Behandlung sei „möglich" unter anderem bei Schlafapnoe-Syndrom. Das ist die Aussage des Dokuments. Sie weicht im Wortlaut von der Endocrine-Society-Leitlinie ab, die unbehandelte schwere OSA als Grund nennt, die Therapie nicht zu beginnen [s91]; ob die Unterschiede an Schweregrad und Behandlungsstatus liegen, lässt sich dem Abstract nicht entnehmen (Einordnung der Bearbeitung).

Fachzeitschriften. Progrès en Urologie ist im Quellenverzeichnis die einzige französischsprachige Zeitschrift [s73]. Weitere französischsprachige Hefte (Revue du Praticien, Revue Médicale Suisse) erschienen in der Kontrollabfrage nur mit Beiträgen zu anderen Themen.

Erreichbarkeit. Die HAL-Schnittstelle war erreichbar; 7 Suchen ergaben einen Treffer ohne thematischen Bezug. Cairn leitete weiter und lieferte dann HTTP 403 (Bot-Schutz mit JavaScript-Abfrage); es war nicht durchsuchbar. Die breite Suchanfrage mit dem Sprachfilter Französisch lieferte 14 Rohtreffer (eine Abfrage, nicht dedupliziert); nach Titeln war außer der Praxisempfehlung zum Testosteronmangel keine einschlägige Arbeit erkennbar.

Wie dünn ist es? Eine französischsprachige Übersicht, eine französische Paarstudie auf Englisch und ein Leitlinienabstract außerhalb der Quellenliste. Französischsprachige Primärdaten zu Testosteron oder Spermien bei OSA fand die Recherche nicht; wegen der Sperre von Cairn ist das keine Aussage über die gesamte französischsprachige Literatur.

Italienisch

Eigene Literatur. Italienischsprachige Originalarbeiten zum Thema fand die Recherche in keiner der durchsuchten Quellen; als Sprache der Veröffentlichung kommt Italienisch im Quellenverzeichnis nicht vor. Die breite Suchanfrage in Europe PMC mit dem Sprachfilter Italienisch lieferte 7 Rohtreffer (eine Abfrage, nicht dedupliziert), darunter Beiträge zu Varikozele, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Thalassämie und Tierversuchen mit Androgenen aus den Jahren 1965 bis 2003, keinen zu OSA und männlicher Fortpflanzung. Auf der Website der Società Italiana di Andrologia (Startseite und eine Suchseite geprüft) fand sich kein einschlägiger Treffer.

Italienische Gruppen, englische Publikation. Nach den Affiliationsangaben stammen mehrere wichtige Arbeiten aus Italien, alle auf Englisch:

  • Die Metaanalyse von Cignarelli und Kollegen (2019) zu CPAP und Testosteron ist bei PROSPERO vorregistriert (CRD42018103164), mit Suche bis 26. Juni 2018 ohne Sprachbeschränkung. Sie schloss 12 Studien mit 388 Männern ein (10 prospektive Kohorten, 2 randomisierte Studien); nur drei Studien hatten eine ausreichende CPAP-Nutzung (mindestens 4 Stunden an mindestens 70 Prozent der Nächte). Die Veränderung des Gesamttestosterons betrug 1,08 nmol/l (95-%-Konfidenzintervall −0,48 bis 2,64; I² = 89 Prozent); bei 95 Männern mit Hypogonadismus (Ausgangswert 6,8 ± 3,5 nmol/l) zeigte sich ein nicht signifikanter Trend zum Anstieg [s85].
  • Gambineri und Kollegen (2003) aus Bologna verglichen 15 Männer mit abdominaler Adipositas und OSA mit 15 gepaarten Männern mit Adipositas: Gesamt- und freies Testosteron waren niedriger und mit Entsättigungsindex und minimaler Sättigung korreliert, auch nach Anpassung für BMI und Taillenumfang. Eine Polysomnographie gab es nur bei einem Epworth-Wert über 10, was eine Auswahl bedeutet [s173].
  • Amodeo und Kollegen (2026) aus Novara, Verbania und Mailand untersuchten 204 stationäre Männer mit komplizierter Adipositas ohne bekannten Hypogonadismus (Volltext ausgewertet): 127 hatten niedriges Gesamttestosteron (höchstens 10,4 nmol/l), davon 76,6 Prozent der Männer mit gemessenen Gonadotropinen eine hypogonadotrope Form. Bei „dekompensierter" OSA lag das Gesamttestosteron bei 8,38 ± 4,41 gegenüber 9,78 ± 5,12 nmol/l (p = 0,002), bei Einteilung nur nach vorhandener Diagnose kein Unterschied (p = 0,951). Bei 14 neu diagnostizierten Patienten stieg es nach 3 Monaten CPAP im Mittel um 3,75 nmol/l (± 4,11; p = 0,009). Schwächen: Längsschnitt mit nur 14 Männern ohne Kontrolle, stationäre Auswahl und einzelne auffällige Tabellenwerte, die wie berichtet wiedergegeben sind [s04].
  • Übersichten und Leitlinie: die Übersicht zu neuroendokrinen Veränderungen bei adipösen Patienten mit Schlafapnoe von Lanfranco und Kollegen (2010) [s156], die Übersicht zur Beziehung von OSA, Hypogonadismus und Testosteronersatz von Graziani und Kollegen (2023) [s40] und die EAU-Zusammenfassung von Corona und Kollegen (2026) [s10].

Journal als Gastgeber. Das Archivio Italiano di Urologia e Andrologia veröffentlichte zwei Arbeiten des Quellenverzeichnisses, die nicht aus Italien stammen: die Fall-Kontroll-Studie eines türkischen Teams mit 36 Männern mit OSA und 30 Kontrollen (Testosteron 462,8 ± 160,3 gegenüber 486,9 ± 163,2 ng/dl, p > 0,05; innerhalb der OSA-Gruppe r = −0,502 mit dem AHI) [s155] und die Metaanalyse eines saudischen Teams (siehe Arabisch) [s02]. Das Heft ist damit eher ein Ort für Arbeiten aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten als eine Spiegelung italienischer Forschung.

Nachbar: Rumänisch. Die rumänische Übersicht von Bercea (2012, Pneumologia) beschreibt zwei Hypothesen (Testosteron löst OSA aus; OSA senkt Testosteron durch Hypoxie und Mikroarousals), bemängelt, Störfaktoren würden oft nicht berücksichtigt, und nennt, CPAP bringe niedrige Werte „in den meisten Fällen" auf Normalwerte zurück [s143]. Diese Aussage stützen die Metaanalysen [s137, s85] nicht (Einordnung der Bearbeitung). Dieselbe Gruppe veröffentlichte auf Englisch eine Studie mit 15 adipösen Männern mit OSA und 15 Kontrollen (3,55 ± 0,7 gegenüber 4,26 ± 1,1 ng/ml; p = 0,049), in der Testosteron als einziger unabhängiger Prädiktor körperlicher Müdigkeit (p = 0,033) und verminderter Aktivität (p = 0,002) hervortrat [s124].

Erreichbarkeit. Europe PMC und die E-utilities waren erreichbar, die Seite der italienischen Fachgesellschaft ebenfalls (HTTP 200). Eine italienischsprachige Primärliteratur könnte in nicht erreichten Quellen stehen; die Recherche belegt nur, dass sie in den erreichbaren fehlt.

Wie dünn ist es? Als Sprache der Veröffentlichung fehlt Italienisch ganz; als Herkunft der Forschung ist Italien über drei Studien mit klinischen Zahlen und über Übersichten sichtbar.

Portugiesisch

Eigene Literatur. Eine portugiesischsprachige Arbeit steht im Quellenverzeichnis: die retrospektive Querschnittsstudie „Evaluation of testosterone serum levels in patients with obstructive sleep apnea syndrome" (Bewertung der Serumtestosteronspiegel bei Patienten mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom) von Molina und Kollegen (2011) im Brazilian Journal of Otorhinolaryngology. Bei 103 Registerfällen hatten 23 Prozent ein vermindertes Testosteron; diese hatten einen höheren BMI und niedrigeres Hämoglobin und niedrigeren Hämatokrit. Es gab keine Kontrollgruppe [s153]. Eine Studie aus Portugal selbst fand die Recherche nicht.

Brasilianische Kohorten und Studien, auf Englisch. Brasilien stellt die einzige bevölkerungsbasierte lateinamerikanische Studie zum Thema und weitere Arbeiten aus der Universidade Federal de São Paulo (UNIFESP):

  • EPISONO (São Paulo; Andersen und Kollegen, 2026, Andrology) untersuchte Männer von 20 bis 80 Jahren im Längsschnitt (n = 256 für die Inzidenz, n = 300 für die Prävalenz) und im Querschnitt 2018 (n = 314). Die Inzidenz der erektilen Dysfunktion betrug 10,55 Prozent im Verlauf. Prädiktoren im Längsschnittmodell waren Alter (OR 1,09), depressive Symptome (OR 1,05) und niedriges Gesamttestosteron (OR 2,69); der AHI vermittelte den Effekt des Alters auf das Gesamttestosteron statistisch signifikant, im Modell mit ED als Ergebnis wirkte das Alter, nicht der AHI. Die Autoren schließen, OSA und ED seien assoziiert, aber nicht unabhängig vom Alter [s06].
  • Alvarenga und Kollegen (2023, J Sleep Res) verglichen in einer dreiarmigen Parallelstudie eine OSA-Gruppe mit gesunden Freiwilligen, die randomisiert totalem oder REM-Schlafentzug zugeteilt wurden. OSA war mit niedrigerem Gesamt- und freiem Testosteron, niedrigerem HDL, einem geringeren Anteil gesunder Spermien und geringerer Spermienkonzentration verbunden; beide Schlafentzugsgruppen hatten höheres TSH, Insulin und HOMA-IR, aber kein verändertes Spermiogramm, und das Gesamttestosteron sank nach totalem, nicht nach REM-Entzug. Der OSA-Arm war nicht randomisiert; Zahlenwerte stehen im Abstract nicht [s37]. Zusammen mit den Studien aus Wuhan und Hefei (siehe Chinesisch) ist das eine der wenigen Arbeiten mit Samenanalyse bei Menschen mit OSA.
  • Übersichten und Leitlinienanalyse: die narrative Übersicht von Andersen und Kollegen (2026, EBioMedicine) zu Schlafapnoe, Herzgesundheit und Testosteron [s05], die von Alvarenga und Kollegen (2026, Comprehensive Physiology) zu den Mechanismen, die Schlafstörungen mit männlicher Fortpflanzungsstörung verbinden [s03], und die vergleichende Analyse der WHO-Leitlinie 2025 zur Infertilität mit AUA/ASRM, EAU, ESHRE und NICE von Achermann und Kollegen (2026, Andrology) mit Affiliationen in Campinas, Brasilien, und Rochester, USA [s01]. Die Leitlinienanalyse nennt Schlafapnoe im Abstract nicht; sie sieht Evidenzlücken bei Antioxidanzien, Hormontherapien und fortgeschrittener Diagnostik.

Leitlinien. Eine portugiesischsprachige Leitlinie, die OSA und Testosteron oder Fertilität verbindet, wurde nicht gefunden. Die breite Suche mit dem Sprachfilter Portugiesisch lieferte 6 Rohtreffer (eine Abfrage, nicht dedupliziert); als einziger einschlägiger Beitrag war Molina und Kollegen erkennbar, die übrigen betrafen unter anderem die Herz-Kreislauf-Gesundheit der Frau und das Prader-Willi-Syndrom.

Fachzeitschriften. Das Brazilian Journal of Otorhinolaryngology ist eine SciELO-Zeitschrift und wurde über PubMed gefunden [s153]. Die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde ist damit der Zugang, über den die Frage im portugiesischsprachigen Raum behandelt wurde; urologische oder endokrinologische Zeitschriften sind im Verzeichnis nicht vertreten.

Erreichbarkeit. SciELO lieferte HTTP 403 und war nicht durchsuchbar, ebenso das LILACS-Portal der BVS (HTTP 403). LILACS erreichte die Recherche nur indirekt über die Suchstrategie der Cochrane-Übersicht, die LILACS einschloss, aber keine zusätzlichen Studien aus diesem Raum erbrachte [s61]. Brasilianische und portugiesische Zeitschriften, die nur in diesen Portalen indiziert sind, sind damit nicht erfasst.

Wie dünn ist es? Mit einer portugiesischsprachigen Studie dünn; mit EPISONO und der Samenstudie von Alvarenga für die Hormon- und Samenfrage aber relativ gut belegt. Brasilien ist die einzige lateinamerikanische Region mit eigener Bevölkerungskohorte und eigener Samenanalyse bei OSA.

Spanisch

Eigene Literatur. Eine spanischsprachige Arbeit steht im Quellenverzeichnis: die Querschnittsstudie von Giner und Kollegen (2012) in Medicina Clínica (Barcelona), „Factors related with the presence of erectile dysfunction in patients with obstructive sleep apnea" (Faktoren im Zusammenhang mit dem Vorliegen einer erektilen Dysfunktion bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe). Von 142 Männern mit OSA hatten 69 Prozent eine erektile Dysfunktion; der AHI bei leichter gegenüber schwerer ED betrug 41 ± 21 gegenüber 63 ± 18 (p = 0,023). In der logistischen Regression blieben nur das Alter (OR 1,11; 95-%-Konfidenzintervall 1,05 bis 1,16) und Hypercholesterinämie (OR 4,87; 1,49 bis 15,96) unabhängig verbunden [s144]. Hormone sind nicht Gegenstand.

Spanische Studien auf Englisch. Die randomisierte Studie von Pascual und Kollegen (2018, PLoS One), deren Affiliationen unter anderem auf das Universitätsspital Santa Maria in Lleida und das spanische Netzwerk CIBERES verweisen, umfasste 150 Männer im Querschnitt (ED-Prävalenz 51 Prozent) und 75 randomisierte Patienten mit ED, die 3 Monate CPAP erhielten oder nicht. Die Erektionsfunktion stieg um 4,6 ± 7,9 (p = 0,002); zwischen den Armen unterschied sich nur die sexuelle Zufriedenheit (p = 0,027), nicht die Erektionsfunktion (p = 0,060); psychologische, hormonelle und biochemische Profile blieben unverändert [s99]. Es ist eine der wenigen randomisierten Studien des Verzeichnisses, die auch Hormonwerte berichtet.

Gastgeber ohne spanische Autoren. Die Archivos Españoles de Urología veröffentlichten zwei Arbeiten des Verzeichnisses von anderen Gruppen: die bidirektionale Mendelsche Randomisierung eines chinesischen Teams (kein signifikanter kausaler Zusammenhang von OSA zu ED: OR 1,01; 0,82 bis 1,24; p = 0,954 und OR 1,07; 0,87 bis 1,30; p = 0,532) [s22] und die Querschnittsanalyse eines türkischen Teams mit 81 Polysomnographie-Berichten (siehe Türkisch) [s29]. Das Heft ist damit, wie das Archivio Italiano, ein Ort für internationale Kleinstudien.

Leitlinien und Fachtexte. Als ergänzende Kontrollabfrage, die nicht zum Quellenverzeichnis gehört, wurden zwei spanischsprachige Beiträge in Archivos Españoles de Urología (2013) abgerufen, die in ihren englischen Abstracts Schlafapnoe nennen. Valero Rosa und Kollegen („Current recommendations about the diagnosis and treatment of testosterone deficit syndrome: Clinical guidelines", PMID 24047634) führen unter den Gegenanzeigen einer Testosterontherapie unter anderem schwere Schlafapnoe und Infertilität auf; Chantada Abal und Kollegen (PMID 24047627) schließen ältere Männer mit „untreated sleep apnea" von einem Testosteronersatz aus. Das sind Aussagen der Dokumente, keine Empfehlung dieser Studie. Sie zeigen, dass die Formel „schwere bzw. unbehandelte Schlafapnoe als Gegenanzeige" auch im spanischen Fachschrifttum steht, bei Valero Rosa mit einer Zusatzangabe zur Infertilität.

Regionale Besonderheit: Höhenhypoxie in den Anden. Der spanischsprachige Raum trägt eine eigene Linie zur chronischen Hypoxie und Fortpflanzung. Zwei Abrufe der Kontrollabfrage, die nicht zum Quellenverzeichnis gehören, zeigen sie: García-Hjarles (1989, Archivos de Biología y Medicina Experimentales, PMID 2619313) untersuchte das Ejakulat von 9 Männern auf Meereshöhe (150 m), 15 Höhenbewohnern (9 aus Cerro de Pasco auf 4.300 m, 6 aus Morococha auf 4.540 m) und 5 Patienten mit chronischer Bergkrankheit. Volumen und Beweglichkeit lagen in beiden Höhengruppen unter denen auf Meereshöhe, aber im Normalbereich; die Konzentration pro Milliliter war auf Meereshöhe niedriger, die Gesamtzahl wegen des größeren Volumens höher; Fruktose war bei der Bergkrankheit niedriger, und die Fruchtbarkeit sei in allen Gruppen erhalten. Gonzales (2011, Revista Peruana de Medicina Experimental y Salud Pública, PMID 21537776) fasst zusammen, dass Testosteron bei akuter Höhenexposition und bei Höhenbewohnern mit übermäßiger Erythrozytose ansteigt. Aus Chile steht im Quellenverzeichnis die Arbeit von Cikutovic und Kollegen (2009, High Altitude Medicine & Biology): Ratten in den chilenischen Anden wurden im Wechsel 3.400 m und Meereshöhe ausgesetzt (sechs Zyklen); Samenkanälchen und Keimepithel waren dünner, die Spermienzahl niedriger ohne Erholung nach 84 Tagen, und es gab weniger Nachkommen [s159]. Das Modell ist intermittierend, aber ein Höhenmodell und keine OSA (Einordnung der Bearbeitung).

Erreichbarkeit. Dialnet war erreichbar (HTTP 200); Trefferlisten waren lesbar, Abstracts wurden nicht abgerufen. Dort wurden unter anderem eine Dissertation „Síndrome de apnea obstructiva del sueño y función sexual masculina" (Syndrom der obstruktiven Schlafapnoe und männliche Sexualfunktion; Universidad de Málaga, 1999) und eine zu „Nuevas aplicaciones de la hipoxia intermitente en un modelo animal de apnea del sueño" (Neue Anwendungen der intermittierenden Hypoxie in einem Tiermodell der Schlafapnoe) gesehen; sie sind nicht aufgenommen, weil ihre Abstracts nicht vorlagen. SciELO und LILACS lieferten HTTP 403. Die breite Abfrage mit dem Sprachfilter Spanisch lieferte 11 Rohtreffer (eine Abfrage, nicht dedupliziert), überwiegend zu Testosteronmangel, Varikozele, Adipositas und Höhenphysiologie.

Wie dünn ist es? Eine Querschnittsstudie in spanischer Sprache, eine randomisierte spanische Studie auf Englisch und mehrere Hinweise auf Leitlinien- und Höhentexte, die außerhalb des Verzeichnisses stehen. Spermiogramme bei OSA liefert der spanische Raum nicht.

Alle Kapitel und Anhänge (23)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. 1. Frühe Arbeiten und nächtliche Hormonprofile bis 4. Bevölkerungsbasierte Studien, Registerdaten und Mendelsche Randomisierung
  6. 5. Samenqualität und Fertilität bei OSA und 6. Schlaf ohne Apnoe-Diagnose als Nachbargebiet
  7. 7. Erektile Funktion und Sexualfunktion und 8. Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien
  8. Datengrundlage und Lesehinweise bis Samenqualität und Fertilität bei Schlafapnoe und gestörtem Schlaf
  9. Interventionsstudien: CPAP, Operation, Mundschiene bis Tierversuche und Zellstudien
  10. Mechanismen und biologische Plausibilität
  11. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  12. Englisch bis Spanisch
  13. Chinesisch bis Arabisch
  14. Türkisch
  15. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  16. Limitationen der Evidenz
  17. Offene Forschungsfragen
  18. Praktische Einordnung
  19. Glossar
  20. Quellenverzeichnis
  21. Diagramme
  22. Quellen
  23. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle