Umfang. Die Türkei stellt mit 26 Quellen die größte Gruppe außerhalb des englischen Raums. 14 stammen aus PubMed und Europe PMC (englischsprachige Veröffentlichungen mit türkischen Studienzentren, etwa Istanbul, Ankara, Izmir, Bursa, Diyarbakır, Mardin und Zonguldak), 12 aus der nationalen Zitationsdatenbank TR Dizin. Fast alle behandeln die erektile Dysfunktion und die Harntraktsymptome bei OSA und die Wirkung von CPAP darauf; sie werden getragen von Urologie, Pneumologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Neurologie. Hormone werden selten und meist nebenbei gemessen. Eine Studie mit Spermiogramm bei Menschen mit OSA gibt es in diesem Raum nicht.
Testosteron und Gonadenhormone.
- Kirbas und Kollegen (2007, J Int Med Res; Dicle-Universität, Diyarbakır): 96 Männer einer Schlafklinik (mittleres Alter 43,3 Jahre), 55 mit OSA (AHI mindestens 15); Gesamttestosteron 3,4 gegenüber 3,9 ng/ml; Rauchen war kein Unterschied; in der Regression korrelierte Testosteron negativ mit BMI und AHI, nicht mit Alter und Packungsjahren [s167]. Die Differenz ist klein, p-Werte fehlen im Abstract.
- Canguven und Kollegen (2010): siehe Italienisch; der Gruppenmittelwert unterschied sich nicht, innerhalb der OSA-Gruppe sank Testosteron mit steigendem AHI, bei höherem BMI der OSA-Gruppe [s155]. Ak und Kollegen (2013, J Health Psychol) fanden bei Apnoe höheren BMI sowie niedrigeres LH und Testosteron, aber keine Unterschiede der sexuellen Zufriedenheit; Gruppengrößen und Zahlen stehen nicht im Abstract [s138].
- Kadıhasanoğlu und Kollegen (2023, Comprehensive Medicine) verglichen 44 Männer mit schwerer OSA mit 30 Kontrollen: Gesamttestosteron 321 ± 108 gegenüber 395 ± 101 (p = 0,004; Einheit im Abstract nicht genannt); nach Berücksichtigung von BMI und Alter blieb es mit dem AHI verbunden (β = −0,415; p = 0,006); in einer Untergruppe mit hoher Insulinresistenz (HOMA-IR mindestens 3,54) war es gegenüber den Kontrollen niedriger. Querschnitt; nur Gesamttestosteron; Volltext gesperrt [s41].
- Gegenbefunde: Yosunkaya und Kollegen (2015, Türkiye Fiziksel Tıp ve Rehabilitasyon Dergisi) fanden bei 24 Männern mit OSAS und 22 Kontrollen keinen Unterschied bei Gesamt- und freiem Testosteron, SHBG, Wachstumshormon und IGF-1; die Fragestellung war die Knochendichte (unter −2,5 bei 5 von 24 gegenüber 0 von 22; p = 0,05, formal an der Grenze) [s128]. Topaktaş und Kollegen (2026, Hitit Medical Journal) fanden bei 55 Männern keinen Zusammenhang zwischen Erektionsfunktion und Testosteron oder Prolaktin; der Neutrophilen-Lymphozyten-Quotient stieg mit der OSA-Schwere (p = 0,012) und korrelierte mit dem Erektionswert (r = −0,41; p = 0,002) [s17]. Gül und Güneş (2020, Türk Uyku Tıbbı Dergisi) fanden bei 85 Männern mit schwerer OSAS und ED bei 48 (56,5 Prozent) keinen Unterschied der Geschlechtshormone; in der multivariaten Regression blieb nur das Alter [s75]. Die letzten beiden Studien betreffen Gruppen ohne OSA-freie Vergleichsgruppe, die Teststärke ist begrenzt (Einordnung der Bearbeitung).
- Prolaktin und Östradiol: Ogun und Kollegen (2026, Medicine) fanden bei 55 Teilnehmern eine mit der OSA-Schwere sinkende Prolaktinkonzentration (22,7 ± 9,8 gegenüber 14,7 ± 7,2 gegenüber 12,7 ± 7,3 ng/ml; p = 0,007) und erklärten ihre Befunde ausdrücklich für hypothesengenerierend; die Stichprobe war nach dem Ausschlusskriterium des Volltexts vermutlich nicht rein männlich [s15]. Die Richtung ist im Widerspruch zur russischen Studie, in der Prolaktin bei schwerem OSAS erhöht war [s95]; wegen anderer Methoden und Stichproben ist der Widerspruch nicht aufzulösen. Kabak und Çil (2026, Frontiers in Neurology) fanden bei 52 Männern mit OSAS und 40 Kontrollen eine häufigere sexuelle Dysfunktion (24 von 92; Abstract p = 0,04) und einen niedrigeren Östradiolwert in der Gruppe mit Dysfunktion (22,81 ± 7,19 gegenüber 28,13 ± 11,91 pg/ml; p = 0,043); der Grenzwert des AHI (59,75; Sensitivität 91 Prozent, Spezifität 81 Prozent) ist nicht an unabhängigen Daten geprüft, und aus der berichteten Tabelle ergeben sich rechnerisch andere Werte (13 von 24 erkannte Fälle; Rechnung des Rechercheberichts) [s13]. Testosteron wird im Abstract nicht berichtet.
Erektionsfunktion und CPAP. Die Literatur ist zahlreich, aber überwiegend unkontrolliert.
- Taskin und Kollegen (2010): randomisiert, 40 Patienten mit schwerer OSA, CPAP gegen ein Antidepressivum, mindestens ein Monat; IIEF-5 von 15,71 ± 5,12 auf 19,06 ± 3,94 unter CPAP; Ergebnisse der Kontrollgruppe nennt der Abstract nicht [s158]. Husnu und Kollegen (2015): 62 Männer mit OSAS, 28 Kontrollen; nach 3 Monaten CPAP IIEF-5 von 16,63 ± 5,91 auf 20,92 ± 6,79 (p = 0,001), der Gruppenunterschied zu Beginn war nicht signifikant; die Autoren halten fest, ein klarer Zusammenhang von OSAS und ED könne nicht sicher behauptet werden [s127]. Taken und Kollegen (2016): ED bei 24 von 38 Männern mit OSA (63,2 Prozent) und 8 von 17 ohne (47,1 Prozent; p > 0,05); die Folgerung der Autoren, ED sei ein Marker der OSA, geht über den nicht signifikanten Gruppenvergleich hinaus (Einordnung der Bearbeitung) [s120].
- Çoban und Kollegen (2020, Investigative and Clinical Urology): 54 Männer mit schwerer OSA (Alter 47,06 ± 11,15, BMI 30,61 ± 3,83, AHI 50,71 ± 19,12) nach 3 Monaten CPAP; IIEF-15-Gesamtwert 22,68 ± 8,65 gegenüber 24,27 ± 7,58 (p = 0,014); IPSS 10,38 gegenüber 7,20 (p < 0,001); Nykturie 1,92 gegenüber 1,24 (p < 0,001); Männer ohne erektile Dysfunktion von 27 (50,0 Prozent) auf 30 (55,5 Prozent). Die absolute Änderung des Gesamtwerts beträgt 1,59 Punkte (Rechnung aus den Mittelwerten), ohne unbehandelte Kontrollgruppe [s74]. İrer und Kollegen (2018, Urology): 126 Patienten, nach 3 Monaten CPAP besserten sich Harntraktsymptome, Erektionsfunktion und Lebensqualität; Zahlen stehen im Abstract nicht [s94].
- Dasdemir Ilkhan und Kollegen (2021, International Journal of Clinical Practice): sexuell aktive Männer von 20 bis 50 Jahren mit neu diagnostiziertem vorzeitigem Samenerguss, 80 Kontrollen, 85 mit mittelschwerer und 82 mit schwerer OSAS. Die intravaginale Ejakulationslatenzzeit betrug 155,63 ± 98,78, 96,23 ± 60,60 und 62,86 ± 40,49 (Einheit im Abstract nicht angegeben); nach einem Jahr CPAP stieg sie bei mittelschwerer OSAS auf 134,17 ± 83,43 und bei schwerer auf 112,25 ± 71,58. Es ist die größte Studie dieser Gruppe mit einem Jahr Beobachtung; sie betrifft die Ejakulation, nicht die Spermienqualität; die Zeitmessung beruht auf Selbstangabe [s63].
- Kleinere Studien: Türkmen und Kollegen (2025, Archivos Españoles de Urología): 81 Polysomnographie-Berichte, IIEF-Wert und andere Größen mit dem Schweregrad korreliert; Zahlen nicht im Abstract [s29]. Ceylan und Kollegen (2013, J Clin Anal Med): 141 Patienten, aber nur 23 füllten den IIEF nach 3 Monaten erneut aus (84 Prozent Ausfall; Rechnung des Rechercheberichts); IIEF-Anstieg p < 0,001 [s139]. Üre und Kollegen (2014, Bakırköy Tıp Dergisi): 25 Männer, 12 Wochen CPAP; ED bei 21 von 25 (84 Prozent) vor und 10 von 25 (40 Prozent) nach CPAP (p = 0,003); kein Zusammenhang der IIEF-Werte mit polysomnographischen Befunden [s134]. Yenice und Kollegen (2016, Yeni Üroloji Dergisi): 70 Patienten, der Abstract ist in sich widersprüchlich [s121]. Avcı und Kollegen (2019, Acta Medica Alanya): 68 Männer, 67,6 Prozent mit ED nach IIEF-15, ohne Vergleichsgruppe [s82]. Özkut und Kollegen (2012, Solunum): 34 Patienten mit OSAS und 13 Schnarcher, ED bei 24 von 34 (70,6 Prozent), mit der minimalen Sauerstoffsättigung verbunden (p = 0,044), gemischte Geschlechter [s149]. Coban (2016, Medicine Science): 11 mit mittelschwerer, 18 mit schwerer OSAS und 21 Kontrollen über 50 Jahre; Nykturie und IIEF unterschieden sich, Prostata-Symptomwerte nicht [s115]. Übersichten ohne eigene Daten: Gürel (2018, Bozok Tıp Dergisi), nach OSAS-Behandlung nähmen Nykturie und ED ab [s93]; Görgülü und Kutlutürkan (2005, Zonguldak Sağlık Yüksekokulu Dergisi), ein Ungleichgewicht der Geschlechtshormone sei eine mögliche, aber nicht gesicherte Ursache sexueller Probleme [s170]. Die zweite zeigt, dass die Hormonhypothese in der türkischen Fachliteratur schon 2005 formuliert war.
- Originaltitel (Beispiele): „Obstrüktif Uyku Apnesi ile İlişkili Erektil Disfonksiyonda Enflamasyon ve Hastalık Şiddetinin Rolü" (Die Rolle von Entzündung und Krankheitsschwere bei erektiler Dysfunktion im Zusammenhang mit obstruktiver Schlafapnoe) [s17]; „Ağır Düzeyde Obstrüktif Uyku Apne Sendromu Olan Erkek Hastalarda Erektil Disfonksiyonun Hematolojik Belirteci Var mı?" (Gibt es einen hämatologischen Marker der erektilen Dysfunktion bei Männern mit schwerem obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom?) [s75]; „Obstruktif Sleep Apneli Erkeklerde Apne Tedavisi Seksüel Performansı İyileştirir mi?" (Verbessert die Apnoe-Behandlung die sexuelle Leistungsfähigkeit bei Männern mit obstruktiver Schlafapnoe?) [s139].
Tierversuche. Akin und Kollegen (2022, Clinical and Experimental Pharmacology and Physiology): 32 Wistar-Ratten in vier Gruppen, 10 Prozent Sauerstoff über 28 Tage; Hodenhistologie, Apoptose, HIF-1α und Stressmarker nahmen zu (P < 0,05); das Serumtestosteron sank, im Abstract mit „P > 0,05" angegeben (die Angabe könnte ein Druckfehler sein); Chloroquin milderte alle Parameter [s48]. Güven und Kollegen (2014, Andrologia): Ratten unter zwei Wochen hypobarer Hypoxie mit niedrigerem Keimepithel, Vakuolisierung, Basalmembrandefekten und mehr HIF-1α-positiven Sertoli- und Leydig-Zellen; Erdostein besserte Teile davon; Spermienparameter und Hormone wurden nicht erhoben [s130]. Beide Modelle sind Dauerhypoxie und keine intermittierende OSA-Hypoxie.
Leitlinien. In den abgefragten Quellen wurde keine türkische Leitlinie gefunden, die Testosteron oder Spermienqualität bei OSA behandelt.
Fachzeitschriften und regionale Besonderheiten. Die türkischen Beiträge liegen in lokalen Zeitschriften (Hitit Medical Journal, Comprehensive Medicine, Journal of Clinical and Analytical Medicine, Bakırköy Tıp Dergisi, Yeni Üroloji Dergisi, Acta Medica Alanya, Türk Uyku Tıbbı Dergisi, Solunum, Medicine Science, Türkiye Fiziksel Tıp ve Rehabilitasyon Dergisi, Bozok Tıp Dergisi) und in internationalen Heften (International Journal of Clinical Practice, Urology, Andrologia, Investigative and Clinical Urology). Mehrere Zeitschriften führen zweisprachige Abstracts, deshalb sind die Originaltitel im Verzeichnis türkisch mit deutscher Übersetzung geführt, soweit sie vorlagen. Auffällig sind Autorenüberschneidungen: Ein Erstautor desselben Namens (Coban S) steht bei den Studien aus Bursa und Düzce [s74, s115]; Güleç Balbay und Balbay sind Autoren der klinischen Studie aus Düzce und der Rattenstudie zur Hypoxie [s115, s130]; Çelikhisar H ist Mitautor zweier Izmir-Studien [s94, s63]. Die Evidenz ist damit weniger unabhängig, als die Zahl der Quellen nahelegt.
Erreichbarkeit. Die TR-Dizin-Suchschnittstelle war erreichbar und lieferte JSON mit türkischen und englischen Abstracts; einzelne Volltexte waren gesperrt (Zugang „CLOSED"), es liegen daher nur Abstracts vor. DergiPark war erreichbar, führte aber bei der Suche auf eine Seite „Arama Doğrulama" (Suchbestätigung für Menschen); Treffer aus DergiPark-Zeitschriften kamen nur, soweit TR Dizin sie führt. Türkischsprachige Artikel in PubMed (zum Beispiel in Tuberk Toraks und Kulak Burun Bogaz Ihtis Derg) lieferten bei der Suche nach Testosteron, Spermien und Unfruchtbarkeit keinen Treffer, und die Kontrollabfrage mit dem Sprachfilter Türkisch in Europe PMC ergab 0 Rohtreffer. Das heißt nicht, dass es keine türkische Literatur gibt: TR Dizin lieferte allein 12 Quellen. Die Abdeckung über TR Dizin und Europe PMC ist gut, mit der Einschränkung, dass nur Abstracts gelesen wurden.
Wie dünn ist es? Zahlenmäßig die zweitgrößte Quellengruppe nach dem Englischen, thematisch aber eng: viel zu erektiler Dysfunktion und Harntrakt, wenig zu Hormonen (mit gemischten Befunden), nichts zu Spermiogrammen bei Menschen mit OSA, Tierversuche nur mit Dauerhypoxie.