Schlafapnoe und nächtlicher Sauerstoffmangel · Kapitel 7 von 20 · Studienlage: Beobachtungsstudien

7. Erektile Funktion und Sexualfunktion und 8. Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien

7. Erektile Funktion und Sexualfunktion

Die erektile Funktion ist der am häufigsten untersuchte Endpunkt bei Männern mit OSA und wird in der Literatur als möglicher Zugang zu hormonellen und vaskulären Mechanismen gedeutet. Für die Leitfrage (Testosteron und Spermienqualität) ist sie nur ein indirekter Endpunkt; die Studien werden deshalb knapper dargestellt, soweit sie keine Hormonwerte enthalten.

7.1 Bevölkerungs- und Registerstudien

Chen et al. 2015 [s125]: erektile Dysfunktion bei Patienten mit Schlafapnoe, Taiwan. Bevölkerungsbasierte Kohortenstudie (PLoS ONE), Kaohsiung Medical University Hospital; eine Million repräsentativ gezogene Versicherte, Stichjahr 2010. Erwachsene mit Schlafapnoe-Diagnose ohne frühere ED-Diagnose: 4.835 Männer mit vermuteter Schlafapnoe (darunter 1.946 „wahrscheinliche" Fälle mit Diagnose nach Polysomnographie) wurden im Verhältnis 1:30 nach Alter mit 145.050 Kontrollen gepaart (58.380 Kontrollen zu den wahrscheinlichen Fällen). Die Inzidenzrate der ED lag bei wahrscheinlicher Schlafapnoe bei 5,7 gegenüber 2,3 je 1.000 Personenjahre; adjustiertes Inzidenzratenverhältnis 2,0 (95-%-KI 1,8 bis 2,2; p < 0,0001). In der Cox-Regression (Alter, Wohnort, Einkommen, Begleiterkrankungen) war wahrscheinliche Schlafapnoe ein Risikofaktor: HR 2,0 (1,5 bis 2,7; p < 0,0001). Stärken: große Stichprobe, Ausschluss vorbestehender ED, Beschränkung des Hauptergebnisses auf polysomnographisch gesicherte Fälle, Adjustierung für Begleiterkrankungen. Schwächen: kein AHI, kein BMI, Abrechnungsdaten; behandelte und unbehandelte Fälle werden im Abstract nicht getrennt; keine Adjustierung für Adipositas im Abstract.

Chung et al. 2016 [s114]: urologische Begleiterkrankungen bei Männern mit OSA, Taiwan. Querschnittsstudie (Sleep and Breathing), Far Eastern Memorial Hospital Taipeh, Longitudinal Health Insurance Database 2005. 1.236 Männer mit OSA und 4.944 ohne; konditionale logistische Regression. Prävalenz bei OSA gegenüber Vergleich und adjustiertes OR (95-%-KI): benigne Prostatahyperplasie 15,13 gegenüber 7,28 % (2,54; 2,05 bis 3,15); chronische Prostatitis 4,37 gegenüber 2,16 % (1,95; 1,38 bis 2,74); Harninkontinenz 3,32 gegenüber 0,87 % (4,13; 2,63 bis 6,50); Nykturie 2,02 gegenüber 0,61 % (3,54; 2,03 bis 6,18); ED 2,91 gegenüber 0,97 % (2,95; 1,89 bis 4,61); Harnsteine 12,06 gegenüber 6,80 % (1,89; 1,53 bis 2,33); Prostatakrebs 0,97 gegenüber 0,40 % (2,14; 1,03 bis 4,43). Stärken: breites Spektrum an Endpunkten, Vergleichsgruppe 1:4. Schwächen: Querschnitt, Richtung unklar; ED ist nur einer von sieben Endpunkten, und die absolute Prävalenz (2,91 %) ist niedrig, was auf Unterdiagnose in Abrechnungsdaten hinweist; viele Endpunkte erhöhen das Risiko zufälliger Befunde (kein Hinweis auf Mehrfachtestkorrektur im Abstract); Alter und Adipositas beeinflussen die meisten dieser Endpunkte.

Chen et al. 2016 [s112]: Schlafstörungen und nachfolgende erektile Dysfunktion, Taiwan. Landesweite bevölkerungsbasierte Kohortenstudie (Sleep Medicine), China Medical University Hospital Taichung, NHIRD 1998 bis 2011. 603 Menschen mit Schlafapnoe, 17.182 mit nicht-apnoischen Schlafstörungen und 35.570 gepaarte Kontrollen; Cox-Regression. Nach Adjustierung für Alter, Geschlecht und Begleiterkrankungen war die ED-Inzidenz in der Apnoe-Kohorte 9,44-fach (95-%-KI 6,49 bis 13,7) und in der Kohorte nicht-apnoischer Schlafstörungen 3,72-fach (3,13 bis 4,41) höher als bei Kontrollen. Bei jüngeren Erwachsenen: HR 10,4 (5,93 bis 18,4) beziehungsweise 4,20 (3,07 bis 5,76); bei Benzodiazepin-Anwendern 9,69 (5,48 bis 10,6) beziehungsweise 3,83 (3,20 bis 4,59). Stärken: Der Vergleich mit nicht-apnoischen Schlafstörungen zeigt, dass auch Schlafstörungen ohne Atemstörung mit ED verbunden waren; das legt nahe, dass der Zusammenhang nicht allein auf nächtlicher Hypoxie beruht (Deutung der Bearbeitung, vom Abstract nicht geprüft). Schwächen: Die Apnoe-Gruppe ist mit 603 klein; der Effekt (HR 9,44) ist ungewöhnlich groß und im Vergleich mit [s125] (HR 2,0) und [s114] (OR 2,95) auffällig hoch, was auf Selektion, Abrechnungsverhalten oder Ausschlusskriterien hindeuten kann; das Konfidenzintervall der Benzodiazepin-Gruppe (5,48 bis 10,6) liegt sehr unsymmetrisch um den Punktschätzer 9,69 und wird wörtlich wiedergegeben. Der Titel der Veröffentlichung spricht von Personen ohne Schlafapnoe, während der Abstract auch eine Schlafapnoe-Kohorte nennt; die Diskrepanz lässt sich aus dem Abstract nicht klären.

Hwang et al. 2022 [s52]: operative Behandlung der OSA und Risiko einer erektilen Dysfunktion, Taiwan. Landesweite Kohortenstudie (Andrology), Dalin Tzu Chi Hospital, NHIRD 1997 bis 2012. 20.675 erwachsene Männer mit neu diagnostizierter OSA; 16.040 erhielten jemals eine operative Behandlung, 4.635 nie. Nach Propensity-Matching 3:1 wurden 8.337 operierte und 2.779 nicht operierte Patienten verglichen. Bei 64.916 Personenjahren Nachbeobachtung entwickelten 396 (3,6 %) eine ED. Inzidenzraten je 1.000 Personenjahre: operiert 55,8 (95-%-KI 55,6 bis 55,9), nicht operiert 76,1 (76,0 bis 76,3). Multivariate Cox-Regression: aHR 0,79 (0,64 bis 0,98). Die Risikoverminderung zeigte sich in der Schichtung bei Patienten ohne Hypertonie, Diabetes, Hyperlipidämie, Hyperurikämie, Adipositas, chronische Nierenerkrankung und chronische Lebererkrankung. Einordnung: Die Arbeit vergleicht Operation und Nichtoperation nach Behandlungsindikation; sie liefert nur indirekt Evidenz zur Frage OSA und ED und gehört teils in das Interventionskapitel. Schwächen: ohne AHI und ohne Angaben zur CPAP-Nutzung in beiden Gruppen; die Konfidenzintervalle der Inzidenzraten sind für 396 Ereignisse ungewöhnlich eng (wörtlich übernommen); die Obergrenze der aHR (0,98) liegt knapp unter 1; für Patienten mit Begleiterkrankungen nennt der Abstract keine Ergebnisse.

Zhou et al. 2026 [s19]: OSA und männliche Sexualstörung, UK Biobank. Prospektive Kohortenstudie (Scientific Reports), Anhui Medical University; 155.688 Männer der UK Biobank, Schnarchen und OSA per Fragebogen oder Krankenhausakte, Zielgröße neu aufgetretene ED, Cox-Regression, mediane Nachbeobachtung 11,6 Jahre. Schnarchen und OSA waren nicht signifikant mit ED verbunden (alle p > 0,05); die Betroffenen hatten höheren BMI, Diabetes und Bluthochdruck. Mehr Tagesschläfrigkeit war mit höherem Risiko verbunden (HR 2,05; 95-%-KI 1,06 bis 3,97; p = 0,033), ebenso schwereres Aufwachen am Morgen (HR 1,85; 1,20 bis 2,84; p = 0,005); Mundatmung zeigte einen grenzwertigen Zusammenhang, der nach vollständiger Adjustierung abgeschwächt war (p = 0,071). Die Autoren führen das Fehlen eines Zusammenhangs auf begrenzte Fallzahlen und Unterdiagnose zurück. Stärken: größte prospektive Kohorte dieser Frage, lange Nachbeobachtung. Schwächen: OSA nur über Fragebogen oder Krankenhausakte (starke Unterdiagnose); ED nur über Aufzeichnungen; das Intervall für Tagesschläfrigkeit ist sehr weit (1,06 bis 3,97). Einordnung: Gegenbefund zu den taiwanesischen Registern [s125, s114, s112]; bei sehr unterschiedlicher Erfassung zeigt sich hier kein Zusammenhang.

Bozorgmehri et al. 2017 [s104]: schlafbezogene Atmungsstörung und ED bei älteren Männern (MrOS Sleep). Querschnitt, 2.676 Männer ab 67 Jahren, 70 % mit mäßiger bis vollständiger ED (MMAS). Schwere schlafbezogene Atmungsstörung: OR 1,39 (95-%-KI 1,00 bis 1,92) nach Anpassung für Alter und Zentrum, OR 1,05 (0,75 bis 1,49) nach zusätzlicher Anpassung für BMI, sozioökonomischen Status und Begleiterkrankungen; mit dem IIEF-5 bestand kein Zusammenhang. Stärken: große Gruppe, objektive Schlafmessung. Schwächen: sehr hohe ED-Prävalenz in der Altersgruppe, Querschnitt; die Analyse zeigt, wie stark der Zusammenhang von der Adjustierung abhängt.

Gao et al. 2025 [s22]: Mendelsche Randomisierung, OSA und erektile Dysfunktion. Bidirektionale Mendelsche Randomisierung (Archivos Españoles de Urología), Nanjing Drum Tower Hospital; zwei Datensätze zu OSA (FinnGen und Sakaue et al.) und einer zu ED (Bovijn et al.). Mit inverser Varianzgewichtung ergab sich kein kausaler Zusammenhang von OSA zu ED: OR 1,01 (95-%-KI 0,82 bis 1,24; p = 0,954) und 1,07 (0,87 bis 1,30; p = 0,532); umgekehrt (ED zu OSA) OR 1,01 (0,96 bis 1,06; p = 0,708) und 0,95 (0,87 bis 1,05; p = 0,319). Vier weitere Methoden waren konsistent, Sensitivitätsanalysen ohne Hinweis auf Heterogenität. Stärken: zwei unabhängige OSA-Datensätze, umfangreiche Sensitivitätsanalysen. Schwächen: Genetisch vorhergesagtes OSA-Risiko ist nicht gleich klinisch manifeste OSA; die Datenherkunft wird im Abstract nur teilweise genannt. Zwischen dem Ergebnis und den beobachtenden Studien besteht eine Diskrepanz; ob sie auf Störgrößen oder auf Grenzen der Methode beruht, lässt sich dem Abstract nicht entnehmen.

Zhu et al. 2025 [s32]: Mendelsche Randomisierung, Schlafmerkmale und erektile Dysfunktion. Univariable und multivariable Mendelsche Randomisierung (Archives of Medical Science), Wuxi People's Hospital; genetische Daten europäischer Abstammung für acht Schlafmerkmale (unter anderem Insomnie, Schlafdauer, Chronotyp, Schlafapnoe-Syndrom), fünf Störgrößen und ED. Genetisch vorhergesagtes vermehrtes Schnarchen, kurze Schlafdauer und häufige Insomnie waren mit höherem ED-Risiko verbunden, zusätzlich der Chronotyp „Morgenmensch"; das blieb in multivariablen Modellen bestehen. Ein eigenes Ergebnis für das Schlafapnoe-Syndrom nennt der Abstract nicht; Zahlenwerte stehen im Abstract nicht. Einordnung: Die Ergebnisse von [s22] (kein Effekt der OSA) und [s32] (Effekt von Schnarchen, Insomnie, Schlafdauer) sind nicht widersprüchlich, weil sie verschiedene Merkmale betreffen (Einordnung der Bearbeitung).

7.2 Klinik- und Fall-Kontroll-Studien zur Sexualfunktion

Giner et al. 2012 [s144] (Medicina Clínica Barcelona; spanisch; Faktoren im Zusammenhang mit dem Vorliegen einer erektilen Dysfunktion bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe). Querschnitt, 142 Männer mit OSA; ED bei 69 %; AHI bei leichter gegenüber schwerer ED 41 ± 21 gegenüber 63 ± 18 (p = 0,023). In der logistischen Regression blieben nur Alter (OR 1,11; 95-%-KI 1,05 bis 1,16) und Hypercholesterinämie (OR 4,87; 1,49 bis 15,96) unabhängig. Der AHI war damit im Gesamtmodell kein unabhängiger Prädiktor; das Intervall der Hypercholesterinämie ist sehr weit.

Zhuravlev et al. 2008 [s164] und 2009 [s162] (Urologiia, russisch, Titel in der Datenbank: Erektile Dysfunktion und obstruktives Schlafapnoe-Syndrom; sowie Andrologia, englisch: Sexual functions of men with obstructive sleep apnoea syndrome and hypogonadism may improve upon testosterone administration: a pilot study). Beide Veröffentlichungen beschreiben dieselbe Gruppe von 72 Patienten mit polysomnographisch gesicherter OSA und dürfen nicht als unabhängige Evidenz gezählt werden. 32 hatten eine ED (IIEF-5, bestätigt durch Untersuchung der nächtlichen Penistumeszenz); bei 24 dieser 32 bestand ein Hypogonadismus (Gesamttestosteron unter 12 nmol/l), bei 8 war es normal. Dieser Querschnittsbefund (24 von 32 Männern mit ED und OSA hypogonadal) ist die einzige Prävalenzangabe zum Hypogonadismus in dieser Gruppe; der Behandlungsteil (Vardenafil, CPAP, Testosteronundecanoat in Gruppen von 5, 8 und 19 Männern, nicht randomisiert) gehört zum Interventionskapitel. Schwächen: Pilotstudie, Auswahl nach ED, keine Kontrollgruppe ohne OSA.

Zheng et al. 2020 [s81]: Index der Sauerstoffanreicherung (BOADAI) und erektile Dysfunktion. Querschnittsstudie (Sexual Medicine), Ren-Ji-Krankenhaus Shanghai; 502 Männer mit Verdacht auf Schlafapnoe; IIEF-5, Fragebogen, Polysomnographie. Aus der gesamten Pulsoxymetrie-Kurve wurde die Fläche der Sättigungskurve berechnet und auf die Gesamtschlafzeit normiert (Blood Oxygen Accumulation Distribution Area Index, BOADAI). ED war bei OSA deutlich häufiger als bei Männern ohne OSA (Zahlen im Abstract nicht genannt). Der BOADAI war negativ mit dem IIEF-5 korreliert (r = -0,2525); das LASSO-Verfahren behielt den BOADAI, nicht aber andere polysomnographische Größen wie den Atemstörungsindex und die niedrigste Sättigung. In der logistischen Regression waren höheres Alter, zyanotische Lippen, arterielle Hypertonie und BOADAI unabhängig mit ED verbunden. Stärken: große Stichprobe, ein Index, der die Gesamtbelastung durch Sauerstoffmangel statt nur den AHI abbildet. Schwächen: Querschnitt; die Korrelation ist schwach; der Index wurde von denselben Autoren entwickelt und im Abstract nicht extern validiert; BMI-Anpassung im Abstract nicht angegeben.

Feng et al. 2022 [s50]: Prävalenz und Merkmale der ED bei OSA. Querschnitts- und Verlaufsstudie (Frontiers in Endocrinology), HNO-Klinik des Shanghai General Hospital; 135 Teilnehmende; klinische Daten, Polysomnographie, Epworth-Skala, Angst- und Depressionswerte, IIEF-5 und ASEX vor und sechs Monate nach Uvulopalatopharyngoplastik; Sexualhormone bei allen. Die ED-Prävalenz bei OSA betrug 64,52 %, bei schwerer OSA 73,02 %; sie stieg mit Alter, BMI und AHI. Minimale und mittlere Sauerstoffsättigung konnten das Auftreten der ED voraussagen; die Sexualhormonspiegel waren mit dem Auftreten der ED nicht signifikant korreliert. Die Autoren raten, freies und gebundenes Testosteron getrennt zu messen. Der Operationsteil gehört zum Interventionskapitel. Schwächen: Der Abstract nennt keine Zahlen zum Operationserfolg und keine Konfidenzintervalle; der Verlaufsteil hat laut Abstract keine Vergleichsgruppe.

Skoczyński et al. 2019 [s89]: Atemnot und Sexualfunktion bei OSA. Prospektive Fall-Kontroll-Studie (Sexual Medicine), 129 Männer: 61 mit OSA und 68 nach Alter und BMI gepaarte gesunde Kontrollen, mittleres Alter 57,9 ± 10,8 Jahre. Atemnot beeinträchtigte das Sexualleben bei 20 % der Männer mit OSA und die Arbeitsleistung bei 33 %. Männer mit OSA hatten schlechtere IIEF-15-Werte und häufiger sexuellen Leidensdruck; die Rate sexueller Funktionsstörung nach DSM-5 unterschied sich nicht. Das Körperbild beim Geschlechtsverkehr war bei OSA schlechter. Atemnot war der einzige negative Faktor für die Sexualfunktion insgesamt (IIEF-15). Stärken: nach Alter und BMI gepaarte Kontrollen, Polysomnographie. Schwächen: kleine Gruppen, Zahlen und Intervalle fehlen im Abstract.

Martynowicz et al. 2023 [s43]: Schlafarchitektur und Tagesschläfrigkeit bei Patienten mit ED. Fall-Kontroll-Studie, 280 Patienten: 107 mit berichteter ED und 173 ohne ED; Epworth-Skala, einmalige Polysomnographie. In der ED-Gruppe fanden sich ein höherer Epworth-Wert und eine längere N1-Dauer; mittlere und minimale Sauerstoffsättigung sowie die mittlere Entsättigung waren niedriger als in der Kontrollgruppe. Hier wurde von der ED ausgegangen und nach Schlafmerkmalen gesucht, die Gegenrichtung der übrigen Studien. Schwächen: Zahlen im Abstract nicht genannt, Selektion in einer Schlafklinik; ob die Kontrollgruppe OSA-frei war, ist nicht angegeben.

Hart et al. 2021 [s64]: Zeichen und Symptome der OSA in einer Männergesundheitsambulanz. Retrospektive Kleinserie (Aktenauswertung), 18 Männer (Alter 51 ± 13 Jahre) einer urologischen Ambulanz, bei denen ein Heimtest auf Schlafapnoe veranlasst wurde. Die Hälfte berichtete ED, 56 % Nykturie, 44 % hatten einen diagnostizierten Testosteronmangel, 39 % geringe Libido; 89 % schnarchten, alle berichteten Müdigkeit, 78 % hatten Bluthochdruck. Zwölf Männer beendeten den Heimtest, alle erhielten die Diagnose OSA. Schwächen: 18 Männer, Auswahl durch einen einzelnen Behandler, keine Kontrollgruppe; die Aussage „100 % der Getesteten hatten OSA" bezieht sich auf 12 vorselektierte Männer und nicht auf die Männer der Ambulanz.

Kalejaiye et al. 2017 [s106]: Schlafstörungen bei Patienten mit ED. Prospektive Querschnittsstudie in einer Andrologie-Ambulanz (London, ein Autor aus Kairo), Februar bis September 2016, 129 Männer mit neu diagnostizierter ED; IIEF, OSA-Screeningbogen, Insomnia Severity Index. 71 (55 %) erreichten im Screening mindestens drei Punkte. Diese Gruppe war älter (61,4 gegenüber 46,5 Jahre; p < 0,001), hatte einen höheren BMI (29,4 gegenüber 26,7; p < 0,001) und einen schlechteren IIEF-Erektionswert (6,2 gegenüber 9,1; p = 0,018) sowie einen Insomnia-Wert von 7,9 gegenüber 5,5 (p = 0,061). Schwächen: Das Screening ist keine Polysomnographie; die Gruppen unterscheiden sich um 15 Jahre im Alter, was den IIEF-Unterschied weitgehend erklären kann; keine Daten zu Testosteron oder Spermien.

Taken et al. 2016 [s120]: ED als Marker der OSA. Querschnittsstudie mit Kontrollgruppe (einfaches Schnarchen), Aging Male. 94 Patienten wurden untersucht, 39 wegen schwerer Erkrankungen ausgeschlossen; von den 55 Verbliebenen hatten 38 (69,1 %) eine OSA (AHI über 5), 17 waren Kontrollen. ED fand sich bei 24 (63,2 %) der OSA-Patienten und bei 8 (47,1 %) der Männer ohne OSA (p > 0,05). Alter, IIEF und BMI waren zwischen den Gruppen nicht verschieden; der AHI korrelierte mit BMI und Alter (p < 0,05). Die Autoren folgern, ED könne ein sensitiver Marker der OSA sein. Kritik: Der zentrale Gruppenvergleich war nicht signifikant; die Folgerung im Titel geht über die Daten hinaus; die Gruppen sind klein und nach Ausschluss von 40 % der Untersuchten stark selektiert.

Yenice et al. 2016 [s121] (Yeni Üroloji Dergisi; türkisch; Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom und erektile Dysfunktion). Querschnitt, 70 Patienten, die wegen ED nicht behandelt werden konnten; Gonadenfunktion, Harnsymptome, Komorbiditätsindex, IIEF-15, danach Polysomnographie. Der Abstract nennt widersprüchlich einen signifikanten Zusammenhang zwischen OSA-Grad und ED (p < 0,005) und zugleich keinen signifikanten Zusammenhang zwischen OSA und IIEF-Wert; die türkische Fassung ist durch Textverschränkungen unvollständig; Ergebnisse zur Gonadenfunktion stehen nicht im Abstract. Die Quelle trägt nur den allgemeinen Befund, dass ED bei OSA häufig war.

Gül und Güneş 2020 [s75] (Türk Uyku Tıbbı Dergisi; Gibt es einen hämatologischen Marker der erektilen Dysfunktion bei Männern mit schwerem obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom?). Querschnitt in einer neurologischen Schlafambulanz, März 2018 bis März 2020; 85 Männer mit AHI von mindestens 30, 48 (56,5 %) mit ED nach IIEF. Alter 47,43 ± 10,73 Jahre insgesamt, 43,95 ± 8,70 ohne gegenüber 49,96 ± 11,06 mit ED (p = 0,006). Hämoglobin und Hämatokrit waren ohne ED höher (p = 0,02 und p = 0,03); die übrigen Parameter, ausdrücklich auch Geschlechtshormone, Lipide und Biochemie, unterschieden sich nicht. In der multivariaten Regression blieb nur das Alter signifikant (p = 0,011; Korrelation Alter-IIEF r = -0,287; p = 0,004). Grenzwert Alter 47,5 Jahre in der ROC-Analyse: Sensitivität 0,604, Spezifität 0,649 im türkischen und 0,646 im englischen Abstract (kleine Unstimmigkeit zwischen den Fassungen). Fazit der Autoren: kein hämatologischer, hormoneller oder biochemischer Marker für ED. Einordnung: Negativbefund für Geschlechtshormone innerhalb einer Gruppe mit schwerer OSA; ohne Gruppe ohne OSA und mit begrenzter Teststärke bei 85 Patienten.

Avcı et al. 2019 [s82] (Acta Medica Alanya; türkisch; Der Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und erektiler Dysfunktion). Deskriptive Querschnittsstudie ohne Kontrollgruppe, Oktober 2013 bis Dezember 2015; 68 Männer mit polysomnographisch gesicherter OSA (Alter 25 bis 81 Jahre, Mittel 44,75 ± 10,654; AHI 5,1 bis 82,4, Mittel 25,750 ± 23,226). Nach IIEF-15 hatten 67,6 % eine ED. Kritik: Ohne Vergleichsgruppe ist die Häufigkeit nicht interpretierbar, denn ED ist auch ohne OSA mit Alter und BMI häufig; die Stichprobe stammt aus einer HNO-Ambulanz.

Özkut et al. 2012 [s149] (Solunum; türkisch; Sexualfunktion beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom). Fall-Kontroll-Studie, 34 Patienten mit OSA und 13 Kontrollen mit einfachem Schnarchen; IIEF-5 bei Männern und Female Sexual Function Index bei Frauen (die Stichprobe war nicht rein männlich). Bei 24 der 34 (70,6 %) fand sich eine ED. Die ED war mit dem BMI verbunden (p = 0,007) und unterschied sich in der minimalen Sauerstoffsättigung (p = 0,044); RDI und Epworth-Wert waren bei schwerer ED höher, aber nicht signifikant. Schwächen: kleine Gruppen, gemischte Geschlechter, die Kontrollgruppe (Schnarchen) steht der OSA nahe. Die Verbindung mit der minimalen Sättigung ist einer der wenigen Hinweise auf einen Hypoxie-Zusammenhang in den türkischen Studien.

Çoban et al. 2016 [s115] (Medicine Science; Fall-Kontroll-Studie an der Düzce-Universität). Männer über 50 Jahre mit Symptomen: 11 mit mittelschwerer OSA (AHI 15 bis 30), 18 mit schwerer OSA (AHI über 30) und 21 Kontrollen ohne OSA (AHI unter 5). Alter, PSA und Prostatavolumen waren ähnlich. IPSS und Uroflowmetrie unterschieden sich nicht; Nykturie und IIEF-Werte unterschieden sich signifikant (p < 0,05). Die Autoren folgern, OSA sei außer für Nykturie kein zusätzlicher Risikofaktor für Harntraktsymptome, hänge aber mit ED zusammen. Schwächen: sehr kleine Gruppen, Zahlen im Abstract nicht genannt.

Türkmen et al. 2025 [s29]: Schweregrad der Schlafapnoe, Harntraktsymptome und ED. Querschnittsanalyse vorliegender Polysomnographie-Berichte (März 2019 bis Juni 2024), 81 Patienten, drei Gruppen nach AHI (Archivos Españoles de Urología). Alter, Rauchen, PSA und periodische Beinbewegungen waren nicht mit der Apnoe-Schwere korreliert; BMI, Prostatavolumen, minimaler und maximaler Sauerstoffpartialdruck, Uroflowmetrie, IPSS, Lebensqualität, Blasenwanddicke und IIEF-Wert waren mit dem Schweregrad korreliert. Die Autoren folgern, höhere OSA-Schwere führe zu stärkeren Symptomen und stärkerer ED; die Querschnittsanlage trägt diese Ursachenformulierung nicht. Zahlenwerte stehen nicht im Abstract.

Kabak und Çil 2026 [s13]: Sexualstörungen und ihre Prädiktoren bei OSA. Querschnittsstudie mit Kontrollgruppe (Frontiers in Neurology), 52 Männer mit OSA und 40 altersgleiche gesunde Kontrollen, Typ-1-Polysomnographie; Volltext ausgewertet. Fragebögen: Epworth, Beck-Angst- und Beck-Depressionsinventar, Arizona Sexual Experience Scale (ASEX), SF-36. Sexuelle Dysfunktion war bei OSA häufiger als bei Kontrollen (Abstract p = 0,04; im Text p = 0,026) und mit steigender OSA-Schwere assoziiert; insgesamt hatten 24 von 92 Männern eine sexuelle Dysfunktion (ASEX-Kriterien). In der Gruppe mit Dysfunktion (n = 24) gegenüber ohne (n = 68): Alter 48,04 ± 9,15 gegenüber 43,66 ± 9,19 Jahre (p = 0,047); Epworth 7,58 ± 4,32 gegenüber 4,43 ± 4,35 (p = 0,003); Angstwert 16,04 ± 8,65 gegenüber 10,22 ± 9,90 (p = 0,012); Depressionswert 14,75 ± 11,66 gegenüber 9,75 ± 8,19 (p = 0,024); AHI 50,27 ± 28,07 gegenüber 30,95 ± 19,53 (p = 0,002); ASEX 17,42 ± 2,06 gegenüber 10,49 ± 2,66 (p < 0,001); Östradiol 22,81 ± 7,19 gegenüber 28,13 ± 11,91 pg/ml (p = 0,043). Der BMI unterschied sich nicht signifikant (30,45 ± 4,98 gegenüber 28,44 ± 4,46; p = 0,069). ROC-Analyse: AHI mit AUC 0,709 (p = 0,006), Grenzwert 59,75, Sensitivität 91 %, Spezifität 81 %; die minimale Sättigung war nicht mit der Dysfunktion verbunden (p = 0,40); Testosteron wird im Abstract nicht berichtet. Der Text nennt für schwere OSA 62,5 % gegenüber 12,5 % ohne OSA (p = 0,02); das sind Spaltenanteile an den 24 Männern mit Dysfunktion (15 beziehungsweise 3 Männer) und keine Häufigkeiten innerhalb der Schweregrade; zeilenweise gerechnet aus der Tabelle hatten 15 von 35 Männern mit schwerer OSA (43 %) und 3 von 28 Männern ohne OSA (11 %) eine Dysfunktion (Rechnung der Recherche). Stärken: gleichzeitige Erfassung von Psyche, Schlaf, Lebensqualität und Sexualfunktion, Volltext mit Tabellen. Schwächen und Unstimmigkeiten: Der Grenzwert AHI 59,75 liegt weit über der Schwelle für „schwer" (30) und wurde in derselben Stichprobe gewonnen (keine Validierung); aus der Tabelle ergeben sich für diesen Grenzwert 13 von 24 erkannten Fällen (54 %) und 54 von 68 richtig Negativen (79 %), was nicht zu den im Abstract genannten 91 % Sensitivität passt (Rechnung der Recherche); die Gruppenzahlen der Tabelle (28 ohne, 64 mit OSA) stimmen nicht mit 40 Kontrollen und 52 OSA überein; die kleine Fallzahl von 24 Männern mit Dysfunktion begrenzt die Aussagekraft; ASEX ist ein Fragebogen ohne Hormonbezug.

Topaktaş et al. 2026 [s17] (Hitit Medical Journal; türkisch; Die Rolle von Entzündung und Krankheitsschwere bei erektiler Dysfunktion im Zusammenhang mit obstruktiver Schlafapnoe). Querschnittsstudie, frei zugänglich; 55 sexuell aktive Männer von 18 bis 65 Jahren, beaufsichtigte Typ-I-Polysomnographie; Einteilung nach AHI; psychogene ED und wichtige Begleiterkrankungen ausgeschlossen. Endpunkte: IIEF-Erektionsfunktion und Neutrophilen-Lymphozyten-Quotient (NLR) als Entzündungsmaß. Die Erektionsfunktion war bei schwerer OSA schlechter als bei leichter und mittlerer (p = 0,019). Der NLR stieg mit der Schwere (p = 0,012) und war mit dem Erektionswert umgekehrt korreliert (r = -0,41; p = 0,002). Zwischen Erektionsfunktion und Testosteron oder Prolaktin bestand kein signifikanter Zusammenhang. Stärken: ausdrückliche Ausschlusskriterien, objektive Polysomnographie, Hormone mitgemessen. Schwächen: 55 Teilnehmer in drei Schweregruppen (kleine Zellen), NLR ist ein unspezifischer Marker, Querschnitt, keine Konfidenzintervalle im Abstract. Für die Leitfrage relevant ist der Negativbefund zu Testosteron.

Madaeva et al. 2014 [s132] (Urologiia; russisch; Beurteilung der Erektionsfunktion in der Nacht bei Männern mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom: neue Möglichkeiten der modernen Schlafmedizin). Querschnittsstudie mit Polysomnographie und Aufzeichnung spontaner nächtlicher Erektionsepisoden an 51 Männern von 46 bis 55 Jahren ohne Beschwerden über die Erektionsfunktion; die Hauptgruppe (n = 37) hatte ein OSA-Syndrom. Das Muster der nächtlichen Spontanerektionen war bei OSA gestört, was die Autoren als beginnende, vorklinische Erscheinung einer ED werten. Zahlenwerte und Hormonwerte nennt der Abstract nicht. Alter und Gruppengröße entsprechen [s95]; ob die Teilnehmer identisch sind, ist nicht zu klären. Stärke: objektive Messung bei beschwerdefreien Männern.

Japanische Kongressabstracts [s169, s165]. Beide stammen aus den Jahresversammlungen der Japanischen Urologischen Gesellschaft und wurden als PDF mit Texterkennung (OCR) gelesen; die OCR ist stellenweise fehlerhaft, deshalb werden nur klar lesbare Werte genannt. 坂 宗久 et al. 2006 [s169] (OP-250, 94. Jahrestagung; Untersuchung der Sexualfunktion von Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom): 22 Männer in ihren Vierzigern mit Schlafapnoe (mittleres Alter 42,1 Jahre laut OCR, alle ohne Diabetes) füllten den IIEF-5 aus; mittlerer IIEF-5 18,7; ohne ED (IIEF-5 mindestens 22) 6 Männer (27,2 %), IIEF-5 höchstens 16 bei 5 Männern (22,7 %); AHI und IIEF-5 waren negativ korreliert; Triglyzeride, Fettverhältnis und Rauchen waren nicht mit dem IIEF-5 korreliert. 阪 宗久 et al. 2008 [s165] (OP-029, 96. Jahrestagung; Untersuchung der Sexualfunktion anhand von Fragebögen für das männliche Klimakterium): Laut lesbarem Text gaben 57,5 % eine verminderte Erektionsfähigkeit an, bei 66,7 % bestand die Einstufung „schwer" in der AMS-Skala; Fallzahl und weitere Werte waren nicht zuverlässig lesbar. Schwächen beider: Kurzberichte ohne Konfidenzintervalle, p-Werte und Kontrollgruppe; Fragebogenerhebungen; die Lesung des Erstautornamens wurde nicht geprüft.

Husnu et al. 2015 [s127]: OSA und ED, Ausgangsvergleich. Prospektive kontrollierte, altersangepasste Studie (African Health Sciences), 90 Personen: 62 mit OSA-Syndrom (Studiengruppe) und 28 ohne (Kontrollgruppe); IIEF, Beck-Depressionsinventar, biochemische und hormonelle Laborwerte, Polysomnographie. Die IIEF-5-Werte waren bei OSA niedriger, der Unterschied war aber nicht statistisch signifikant; die Autoren halten fest, dass ein klarer Zusammenhang von OSA und ED nicht sicher behauptet werden könne. Der CPAP-Verlauf (IIEF-5 von 16,63 ± 5,91 auf 20,92 ± 6,79 nach drei Monaten) gehört zum Interventionskapitel. Schwächen: Hormonwerte werden im Abstract nicht berichtet; kleine Kontrollgruppe (28); nur Abstract.

Dasdemir Ilkhan et al. 2021 [s63]: vorzeitiger Samenerguss bei OSA, Ausgangsvergleich. Prospektive Fall-Kontroll-Studie mit einjährigem CPAP-Verlauf, Int J Clin Pract; sexuell aktive Männer von 20 bis 50 Jahren mit neu diagnostiziertem vorzeitigem Samenerguss; erfasst wurden der Arabic Index of Premature Ejaculation (AIPE) und die intravaginale Ejakulationslatenzzeit (IELT). 80 Kontrollen ohne OSA, 85 Patienten mit mittelschwerer und 82 mit schwerer OSA; Alter, BMI und Schilddrüsenwerte unterschieden sich nicht. Ausgangswerte (Kontrollen gegenüber mittelschwer gegenüber schwer): IELT 155,63 ± 98,78 gegenüber 96,23 ± 60,60 gegenüber 62,86 ± 40,49; AIPE 26,18 ± 3,88 gegenüber 18,71 ± 3,43 gegenüber 17,85 ± 3,83. Der einjährige CPAP-Verlauf gehört zum Interventionskapitel. Stärken: mit 247 Teilnehmern die größte Studie der türkischen Gruppe, zwei Messverfahren. Schwächen: Selbstauswahl, Selbstangabe der IELT, Einheit im Abstract nicht angegeben; die Studie betrifft die Ejakulation, nicht die Spermienqualität.

İrer et al. 2018 [s94]: sexuelle Dysfunktion, Harntraktsymptome und Lebensqualität bei OSA. Prospektive Kohortenstudie (Urology), 126 Patienten mit OSA-Verdacht vor der Polysomnographie befragt (IPSS, ICIQ-MLUTS, OABSS, Nykturie-Lebensqualität, Miktionstagebuch, IIEF-15, SF-36). IPSS, IIEF, OABSS, ICIQ-MLUTS, Lebensqualität und SF-36 sowie Nykturiehäufigkeit und nächtliches Urinvolumen unterschieden sich signifikant nach OSA-Schweregrad; ED korrelierte stark mit den SF-36-Unterbereichen. Der CPAP-Verlauf nach drei Monaten gehört zum Interventionskapitel. Schwächen: Der Abstract nennt keine Zahlenwerte; keine Kontrollgruppe.

Peng et al. 2022 [s58] (Healthcare; transorale Roboterchirurgie) ist eine prospektive Beobachtungsstudie an 48 Männern mit mittlerer bis schwerer OSA; sie betrifft den Interventionsteil (AHI von 53,10 ± 25,77 auf 31,66 ± 20,34; IIEF-5 von 20,98 ± 3,32 auf 22,17 ± 3,60; p = 0,007) und gehört in das Interventionskapitel; hier ist nur der Ausgangswert von Belang: Der mittlere IIEF-5 lag vor der Operation mit 20,98 im oberen Bereich.

8. Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien

Testosteron. Die Mehrzahl der Studien mit Vergleichsgruppe findet bei OSA niedrigere Gesamttestosteron-Werte, besonders bei schwerer OSA und bei adipösen Männern [s152, s70, s04, s41, s30]. Große bevölkerungsbasierte Studien mit guter Hormonmessung finden nach Anpassung für BMI und Alter keinen eigenständigen Zusammenhang [s163, s117, s72], und kleine Studien mit Anpassung berichten gemischte Ergebnisse. Das Hormonprofil bei OSA (niedriges bis normales LH in den Klinikstudien, erhaltenes freies Testosteron in [s12]) passt zu einer überwiegend zentralen und gewichtsvermittelten Komponente (Einordnung der Bearbeitung).

Samenqualität. Zwei Querschnittsstudien mit Samenanalyse zeigen schlechtere Beweglichkeit bei schwerer OSA [s47, s30], eine Pilotstudie und eine dreiarmige Studie ebenfalls Abweichungen [s53, s37]. Hinweise aus Registern (Infertilität, Hodenkrebs) sind indirekt, nicht unabhängig und methodisch begrenzt [s65, s55, s62, s44]. In der Literatur zu Schlaf ohne Apnoe-Diagnose besteht ein Zusammenhang zwischen schlechtem Schlaf und schlechterer Samenqualität in der Richtung, mit breiten Intervallen [s54, s31, s09].

Sexualfunktion. Registerstudien aus Taiwan finden ein erhöhtes ED-Risiko bei OSA mit sehr unterschiedlicher Effektstärke (HR 2,0 [s125], OR 2,95 [s114], HR 9,44 [s112]); die große britische Kohorte und die Mendelsche Randomisierung finden bei grober Erfassung beziehungsweise genetischer Vorhersage keinen Zusammenhang [s19, s22]; nach Adjustierung für BMI und Begleiterkrankungen verschwindet der Zusammenhang auch bei älteren Männern [s104].

Methodische Gemeinsamkeiten. Fast alle Studien sind Querschnitte; die Zusammenhänge sind schwach bis mäßig; Adipositas ist der wichtigste Störfaktor; OSA wird je nach Studie per Polysomnographie, Heimmonitor, Fragebogen oder Diagnosecode erfasst; Konfidenzintervalle fehlen in vielen Abstracts. Die taiwanesischen Registerstudien teilen dieselbe Datenbank und sind nicht unabhängig [s125, s112, s65, s55, s52, s114]. Mehrere türkische und russische Studien stammen aus denselben Arbeitsgruppen [s95, s132, s107, s108, s162, s164].

Offene Fragen. Es fehlt (1) eine große Studie mit Polysomnographie, Samenanalyse und Hormonen bei adipösen und nicht adipösen Männern mit Kontrollgruppe gleichen BMI, (2) eine Studie mit wiederholter Samenanalyse im Verlauf, (3) eine bevölkerungsbasierte Studie mit Samenparametern und OSA-Schweregrad. Solange diese fehlen, lassen die Beobachtungsstudien keine Aussage zu, ob OSA die Samenqualität eigenständig mindert.

Alle Kapitel und Anhänge (23)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. 1. Frühe Arbeiten und nächtliche Hormonprofile bis 4. Bevölkerungsbasierte Studien, Registerdaten und Mendelsche Randomisierung
  6. 5. Samenqualität und Fertilität bei OSA und 6. Schlaf ohne Apnoe-Diagnose als Nachbargebiet
  7. 7. Erektile Funktion und Sexualfunktion und 8. Gesamteinordnung der Beobachtungsstudien
  8. Datengrundlage und Lesehinweise bis Samenqualität und Fertilität bei Schlafapnoe und gestörtem Schlaf
  9. Interventionsstudien: CPAP, Operation, Mundschiene bis Tierversuche und Zellstudien
  10. Mechanismen und biologische Plausibilität
  11. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  12. Englisch bis Spanisch
  13. Chinesisch bis Arabisch
  14. Türkisch
  15. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  16. Limitationen der Evidenz
  17. Offene Forschungsfragen
  18. Praktische Einordnung
  19. Glossar
  20. Quellenverzeichnis
  21. Diagramme
  22. Quellen
  23. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle