Akrosom: Kappenartige Struktur am Spermienkopf mit Enzymen, die für das Eindringen in die Eizelle nötig sind.
Alkalische Phosphatase, saure Phosphatase, LDH, SDH, γ-GT: Enzyme, deren Aktivität im Hodengewebe oder Seminalplasma als Marker der Gewebefunktion oder des Gewebeschadens bestimmt wird.
Androgenrezeptor (AR): Rezeptor, über den Testosteron und verwandte Hormone wirken.
Antioxidative Gesamtkapazität (TAC, T-AOC): Maß für die Fähigkeit einer Probe, oxidative Stoffe abzufangen.
Apoptose: Programmierter Zelltod. Marker sind unter anderem Caspase-3, Bax (fördernd) und Bcl-2 (hemmend).
Asthenozoospermie: Verminderte Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat.
Azoospermie: Fehlen von Spermien im Ejakulat.
Benchmark-Dosis (BMDL): Rechnerisch bestimmte untere Grenze einer Dosis, bei der ein vorab festgelegter Effekt auftritt; dient in der Toxikologie als Bezugspunkt.
Blut-Hoden-Schranke: Barriere zwischen Blut und Keimepithel im Hoden, gebildet vor allem durch Verbindungen zwischen Sertoli-Zellen. Sie schützt Keimzellen vor Stoffen aus dem Blut.
BKMR (Bayesian Kernel Machine Regression): Statistisches Verfahren für Gemische von Expositionen, das nichtlineare Zusammenhänge und Wechselwirkungen zulässt.
Cadmium: Schwermetall, in den Studien häufig als Vergleichsstoff genannt.
Caspase-3, Caspase-1: Enzyme des programmierten Zelltods beziehungsweise der Entzündung (Pyroptose).
Comet-Assay (Kometentest): Verfahren zum Nachweis von DNA-Strangbrüchen in einzelnen Zellen; geschädigte DNA bildet beim Auswerten einen „Kometenschweif".
Cuproptose: Kupferabhängige Form des Zelltods, bei der Kupfer an Enzyme des Citratzyklus bindet; in den Studien als Mechanismus des Kupferüberschusses diskutiert.
Desinfektionsnebenprodukte (DBP): Stoffe, die bei der Trinkwasserdesinfektion mit Chlor und ähnlichen Mitteln entstehen, zum Beispiel Trihalomethane (THM) und Halogenessigsäuren (HAA).
DNA-Fragmentationsindex (DFI): Anteil der Spermien mit geschädigter DNA.
Dosis-Wirkungs-Beziehung: Zusammenhang zwischen Menge eines Stoffes und Stärke der Wirkung; kann linear, U-förmig oder umgekehrt U-förmig sein.
Ejakulatfraktion: Teil des Ejakulats, der in einer bestimmten Phase der Ejakulation abgegeben wird; die Fraktionen unterscheiden sich in Spermiengehalt und Elementzusammensetzung.
Endokrine Disruptoren: Stoffe, die das Hormonsystem stören können.
FSH (follikelstimulierendes Hormon): Hormon der Hypophyse, das die Spermienbildung über Sertoli-Zellen anregt.
Flagellum: Geißel der Spermien, zuständig für die Fortbewegung; sie besteht aus Axonem (9+2-Mikrotubulistruktur) und umgebender Faserscheide.
Fluorose: Chronische Fluoridvergiftung, zum Beispiel mit Zahn- und Knochenveränderungen; „endemische Fluorose" bezeichnet ihr gehäuftes Auftreten in bestimmten Regionen.
GnRH: Hormon aus dem Hypothalamus, das die Ausschüttung von LH und FSH steuert.
GRADE: System zur Bewertung der Sicherheit (Qualität) von Evidenz in vier Stufen (sehr niedrig, niedrig, moderat, hoch).
GST (Glutathion-S-Transferase), GSTM1, GSTT1, GSTP1: Entgiftungsenzyme; Genvarianten (Nullgenotypen) können die Empfindlichkeit gegenüber Schadstoffen verändern.
Glutathion (GSH), GPx, SOD, Katalase: Antioxidative Moleküle und Enzyme des Schutzsystems gegen oxidativen Stress.
Hodenindex, gonadosomatischer Index: Verhältnis von Hodengewicht zu Körpergewicht bei Versuchstieren.
ICP-MS, ICP-OES, AAS: Messverfahren zur Bestimmung von Elementen (Massenspektrometrie beziehungsweise optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma; Atomabsorptionsspektrometrie).
Inhibin B: Von Sertoli-Zellen gebildetes Hormon, das FSH hemmt und als Marker der Sertoli-Zell-Funktion und Spermatogenese gilt.
In vitro: Im Reagenzglas oder an Zellkulturen, nicht im lebenden Organismus.
i. p., i. v., Schlundsonde: Applikationswege im Tierversuch: in die Bauchhöhle, in die Vene oder per Sonde direkt in den Magen.
Kapazitation: Reifungsvorgang der Spermien im weiblichen Genitaltrakt, der die Befruchtungsfähigkeit herstellt.
Konfidenzintervall (KI): Bereich, in dem der wahre Wert mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit (hier meist 95 Prozent) liegt; schließt es 1 (bei Odds Ratios) oder 0 (bei Mittelwertdifferenzen) ein, ist der Effekt nicht signifikant.
Kreatininadjustierung: Umrechnung von Urinwerten auf die Kreatininkonzentration, um die Verdünnung des Urins auszugleichen.
LD50: Dosis, bei der die Hälfte der Versuchstiere stirbt; wird in manchen Studien als Bezug für die Dosiswahl verwendet.
Leydig-Zellen: Zellen im Hoden, die Testosteron bilden.
LH (luteinisierendes Hormon): Hormon der Hypophyse, das die Testosteronbildung in den Leydig-Zellen anregt.
Malondialdehyd (MDA), TBARS: Messgrößen für Lipidperoxidation, also oxidative Schädigung von Fetten in Zellmembranen.
Metaanalyse: Statistische Zusammenfassung der Ergebnisse mehrerer Studien. Ein Umbrella-Review fasst mehrere systematische Übersichten und Metaanalysen zusammen.
Mitochondriales Membranpotenzial (MMP): Maß für die Energieversorgung der Zelle; bei Spermien eng mit der Beweglichkeit verbunden.
Motilität: Beweglichkeit der Spermien; unterschieden werden Gesamtbeweglichkeit und progressive Beweglichkeit (vorwärts gerichtet).
Nanopartikel, Nanoplastik: Partikel mit Abmessungen im Bereich von etwa 1 bis 100 Nanometern (Nanopartikel) beziehungsweise Kunststoffteilchen dieser Größenordnung (Nanoplastik).
Normozoospermie: Samenparameter innerhalb der Referenzwerte der WHO.
Odds Ratio (OR): Maß für die Stärke eines Zusammenhangs; Werte über 1 bedeuten ein erhöhtes Chancenverhältnis in der Gruppe mit Exposition.
Oligozoospermie: Verminderte Spermienkonzentration. OAT (Oligoasthenoteratozoospermie): gleichzeitig verminderte Konzentration, Beweglichkeit und normale Morphologie.
Oxidativer Stress, ROS: Ungleichgewicht zwischen reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) und antioxidativen Schutzsystemen.
Pyroptose, Ferroptose, Autophagie, Mitophagie, Nekroptose, PANoptose: Verschiedene Formen des Zelltods beziehungsweise des zellulären Abbaus, die in den Mechanismusstudien untersucht werden.
Querschnittsstudie: Studie, die Exposition und Befund zu einem Zeitpunkt erfasst; sie erlaubt keine Aussage zur zeitlichen Abfolge. Fall-Kontroll-Studie: vergleicht Personen mit einem Befund (Fälle) mit solchen ohne (Kontrollen). Kohortenstudie: begleitet eine Gruppe über die Zeit.
Sertoli-Zellen: Stützzellen im Hoden, die die Keimzellen ernähren und die Blut-Hoden-Schranke bilden.
SHBG: Sexualhormon-bindendes Globulin, Transportprotein im Blut, das einen Teil des Testosterons bindet.
SMD (standardisierte Mittelwertdifferenz): Effektmaß einer Metaanalyse, das Unterschiede zwischen Gruppen in Einheiten der Standardabweichung ausdrückt.
Spermatogenese: Bildung der Spermien aus Spermatogonien (Stammzellen) über Spermatozyten und Spermatiden. Sie verläuft in Zyklen; manche Tierstudien wählen die Expositionsdauer so, dass sie mindestens einen Zyklus umfasst (zum Beispiel 54 ± 3 Tage bei der Ratte [s226], 49 Tage bei der Maus [s210]).
Spermienkonzentration, Spermienzahl: Anzahl pro Milliliter beziehungsweise pro Ejakulat.
Seminalplasma: Flüssiger Anteil des Ejakulats ohne Spermien, gebildet vor allem in Bläschendrüse und Prostata.
StAR, P450scc, 3β-HSD, 17β-HSD, CYP17A1, CYP11A1: Eiweiße und Enzyme der Testosteronbildung (Steroidogenese).
Teratozoospermie: Erhöhter Anteil von Spermien mit abnormer Form.
THM, TTHM: Trihalomethane beziehungsweise die Summe der Trihalomethane; TCAA (Trichloressigsäure) und DBAA (Dibromessigsäure) sind Halogenessigsäuren.
TUNEL-Test: Verfahren zum Nachweis von DNA-Fragmentierung in Zellen.
U-förmige Beziehung: Dosis-Wirkungs-Beziehung, bei der sowohl niedrige als auch hohe Werte mit ungünstigen Befunden verbunden sind; bei einer umgekehrt U-förmigen Beziehung liegt das Optimum in der Mitte.
Viabilität (Vitalität): Anteil lebender Spermien.
WQS (Weighted Quantile Sum Regression): Statistisches Verfahren für Gemische, das jedem Stoff ein Gewicht für seinen Beitrag zum Gesamteffekt zuweist. cPIP: bedingte Einschlusswahrscheinlichkeit einer Variablen in BKMR.
Wilson-Krankheit (Modell „toxic milk"): Erbliche Störung des Kupferstoffwechsels mit Kupferspeicherung; in Mäusen als Modell für Kupferüberschuss verwendet.
WHO-Referenzwerte: Referenzbereiche der Weltgesundheitsorganisation für das Spermiogramm, deren Fassung (zum Beispiel 1992 oder 2010) sich in den Studien unterscheidet.