Fluorid, Trinkwasser, Nanopartikel und Metalle · Kapitel 11 von 22 · Studienlage: Klinische Studien, Leitlinien und Tierversuche

Mehrelement-Studien mit Aluminium, Mangan und Kupfer bis Nanopartikel: Tierversuche

Mehrelement-Studien mit Aluminium, Mangan und Kupfer

Die folgenden Studien messen mehrere Metalle im selben Kollektiv (Urin, Blut, Samen oder Seminalplasma). Gemeinsame Schwächen: Querschnitt, viele parallele Tests, Seminalplasma- und Urinwerte spiegeln nicht die Trinkwasseraufnahme, Rekrutierung meist in Kinderwunschkliniken. Stärken der neueren Arbeiten: ICP-MS, Gemischmodelle (BKMR, gewichtete Quantilsumme), Adjustierung. Fluorid ist in keiner dieser Studien erfasst.

Aluminium. Wen et al. 2024 [s65]: 330 Männer aus drei Zentren Ostchinas, 25 Metalle im Seminalplasma; Aluminium war signifikant invers mit Spermienkonzentration und -zahl assoziiert, Lithium, Zink und Magnesium mit erhöhtem Risiko unterreferenzieller Motilität (P < 0,05); das gewichtete Quantilsummen-Modell zeigte für das Gemisch OR 1,57 (95-%-KI 1,10 bis 2,24) für abnorme progressive und 1,53 (1,06 bis 2,19) für abnorme Gesamtmotilität, überwiegend durch Lithium, Magnesium und Zink getragen. Liu et al. 2024 [s55]: MARHCS-Kohorte, 796 Männer, dreijährige Nachverfolgung, Trajektorienmodelle; für Aluminium negative Beziehungen zu Konzentration, Gesamtzahl und Normalmorphologie (P < 0,05); Lithium-Trajektorie mit schlechterer Samenqualität (OR 1,75; 1,22 bis 2,53), Rubidium günstig (OR 0,66; 0,49 bis 0,90). Wang et al. 2026 [s15]: 425 Männer der Präkonzeptionskohorte; Aluminium im Seminalplasma war positiv mit der Rate abnormer Spermien assoziiert, Kobalt und Kupfer invers mit progressiver und totaler Motilität; im Gemischmodell war Aluminium Hauptbeitrag zur erhöhten Abnormitätsrate (WQS β = 0,014; 95-%-KI 0,004 bis 0,024; Gewicht 0,357), Kobalt der Hauptbeitrag zur verminderten Gesamtmotilität (β = −0,188; −0,309 bis −0,067; Gewicht 0,419); die Mediationsanalyse über Urin-Oxidationsmarker ist explorativ. Rodríguez-Díaz et al. 2021 [s131]: Kanarische Inseln, 102 Männer, Sr, Al, Pb, Ni und V im Samen (Nachweisquote Aluminium 73,5 %); zwischen Spermiogramm, Motilität oder Konzentration und den Metallgehalten fanden sich keine signifikanten Unterschiede; berufliche Metallexposition und Wohnort beeinflussten die Aluminium- und Vanadiumgehalte. Karabulut et al. 2022 [s101]: 23 Metalle im Seminalplasma, Normozoospermie gegenüber pathologischem Ejakulat; der einzige signifikante Unterschied betraf Selen (höher bei normalem Samen), alle übrigen Elemente (darunter Al, Mn, Cu) unterschieden sich nicht. Zhao et al. 2025 [s37]: gematchte Fall-Kontroll-Studie, 522 Männer, 265 Seminalplasma-Metabolite; das Gemisch erhöhte das Risiko abnormer Samenqualität, Kupfer wirkte in Einzel- und Gemischmodellen risikoerhöhend, Eisen und Selen schützend; Effektschätzer fehlen im Abstract.

Mangan. Liu et al. 2020 [s148]: 1.136 Männer in Shenzhen, zehn Metalle im Samen, bei 464 zusätzlich vier Androgene im Samen; Selen und Eisen waren positiv mit Konzentration und Gesamtzahl assoziiert, negative Assoziationen bestanden für Mangan und Zink mit der Konzentration und für Kupfer mit der Motilität (Molybdän mit der Gesamtzahl); 10,32 % und 12,89 % der Assoziationen von Eisen und Selen mit der Konzentration liefen über DHT. Ren et al. 2023 [s83]: 825 chinesische Männer, zwölf Metalle im Samen; BKMR zeigte eine negative Assoziation zwischen Metallgemisch und Samenvolumen mit Cadmium (cPIP = 0,60) und Mangan (cPIP = 0,10) als Hauptbeiträgern; 27,82 % der Assoziation von Mangan mit dem Samenvolumen liefen über die antioxidative Gesamtkapazität; Nickel war negativ mit Konzentration, Gesamtzahl und progressiver Motilität verbunden, modifiziert durch GSTM1/GSTT1. Li et al. 2012 (Seminalplasma, 100 Männer) [s223]: Pb, Mn, Cu, As, Se per ICP-MS; 21 der 100 Männer hatten laut WHO-Kriterien Fertilitätsprobleme; Kupfer, Arsen und Blei korrelierten invers mit der Spermienkonzentration (r = −0,312, P = 0,029; r = −0,328, P = 0,021; r = −0,377, P = 0,008); Kupfer (P = 0,024), Mangan (P = 0,002) und Selen (P = 0,002) waren in der abnormen Gruppe signifikant höher. Li et al. 2025 [s29]: 209 chinesische Männer, 25 Spurenelemente im Seminalplasma; bei Asthenozoospermie waren Mg, Ca, Fe, Cu, Zn, Mn, Sr, Cd und Co signifikant höher, bei Teratozoospermie Mo niedriger; niedrige Cu-, Mn- und Co-Werte korrelierten positiv mit der Spermienkonzentration. Liu et al. 2026 [s08]: 743 Fälle mit Oligo-Astheno-Teratozoospermie (OAT) und 179 Kontrollen; Seminalplasma-Calcium (p = 0,042), Lithium (0,027), Mangan (0,009), Kobalt (0,015), Zink (0,021) und Cadmium (0,004) waren bei OAT erhöht; Mangan zeigte eine monotone lineare Beziehung zum OAT-Risiko; Cadmium, Lithium und Mangan waren Haupttreiber des Gemisches; das Fallzahlverhältnis ist stark unausgewogen. Wan et al. 2019 [s161]: 746 Männer, CASA-Bewegungsparameter; inverse dosisabhängige Beziehungen zwischen Seminalplasma-Arsen sowie -Selen und VSL, VCL, VAP, zwischen Zink und STR/LIN sowie zwischen Mangan und LIN. Massadeh et al. 2026 [s09]: Jordanien, 97 Seminalplasmaproben, 17 Elemente per ICP-MS; essenzielle Elemente zeigten keine signifikante Assoziation mit Morphologie oder Zahl; Indium und Cadmium waren mit verminderter Beweglichkeit und abnormer Morphologie verbunden; Proben mit verminderter Beweglichkeit hatten höhere Werte von Mangan, Chrom und Kalzium; Mehrfachvergleiche bei 17 Elementen. Wang et al. 2016 [s192]: Urinmetalle und Hormone (n = 511), Spermienapoptose (n = 460) und DNA-Schäden (n = 516); Zinn korrelierte negativ mit Testosteron, Mangan-Quartile zeigten einen dosisabhängigen Trend mit dem Anteil Annexin-V-positiver Spermien (P für Trend < 0,05). Zhou et al. 2016 [s195]: 207 infertile Männer; Urinquecksilber und -nickel waren mit höheren Kometentest-Maßen für Spermien-DNA-Schäden assoziiert, Urinmangan mit einer zunehmenden Verteilungskennzahl (P für Trend 0,02).

Kupfer und weitere Elemente. López-Botella et al. 2025 [s30]: Seminalplasma von 29 Spendern (Spanien), ICP-MS/MS; Kupfer korrelierte negativ mit dem Samenvolumen, positiv mit Spermienkonzentration und spontan akrosomreagierten Spermien und negativ mit dem mittleren mitochondrialen Membranpotenzial; Mangan korrelierte negativ mit Spermienvitalität und mittlerem Membranpotenzial; die Autoren verweisen auf eine Doppelrolle essenzieller Metalle (nützlich bei physiologischen Konzentrationen, im Überschuss ROS-fördernd); sehr kleine Stichprobe, viele Korrelationen, im Abstract keine Mehrfachtestkorrektur. Meeker et al. 2008 [s244]: Klinikpopulation; der Befund mit der größten Konsistenz betraf Molybdän: dosisabhängige Trends zu verminderter Spermienkonzentration und normaler Morphologie; adjustierte OR für unterreferenzielle Konzentration in niedriger, mittlerer und hoher Mo-Gruppe 1,0, 1,4 (0,5 bis 3,7) und 3,5 (1,1 bis 11), für Morphologie 1,0, 0,8 (0,3 bis 1,9) und 2,6 (1,0 bis 7,0); in der Gruppe hohes Mo/niedriges Cu 14,4 (1,6 bis 132) für die Konzentration und 13,7 (1,6 bis 114) für die Morphologie; die extrem breiten Konfidenzintervalle zeigen geringe Zellbesetzung. Branch et al. 2021 (LIFE-Studie) [s122]: 413 Männer aus 16 US-Landkreisen; 15 kreatininadjustierte Urinmetalle, LASSO-Regression; Kupfer war negativ mit der Gesamtspermienzahl assoziiert (β = −1,30; p = 0,028), Chrom positiv (β = 1,87; p = 0,003), Zinn positiv mit der Morphologie (β = 4,92; p = 0,045); viele Tests, geringe Effektstärken. Wang et al. 2017 [s183]: 746 Männer, 18 Metalle im Seminalplasma; Arsen- und Cadmium-Quartile negativ mit Motilität, Zink positiv mit der Konzentration, Kupfer und Arsen positiv mit dem Anteil der DNA im Kometenschweif (Comet-Assay, Maß für DNA-Schäden; P für Trend < 0,05). Li et al. 2014 [s208]: 95 Männer, belastetes Gebiet gegenüber Kontrollen; Cadmium, Chrom und Kupfer im Seminalplasma im Belastungsgebiet höher; Kupfer korrelierte negativ mit dem Anteil normaler Spermien. Bergamo et al. 2016 [s184]: Kampanien, Pilotstudie mit 110 gesunden Männern aus Gebieten mit hoher oder niedriger Umweltbelastung; das Sperma der stark belasteten Gruppe enthielt mehr Zink, Kupfer und Chrom und weniger Eisen und zeigte verminderte Motilität und höheren DNA-Fragmentationsindex. Zhu et al. 2025 [s40]: 30.916 Männer im reproduktiven Alter aus Spermabanken; geografisch modellierte Bodenmetalle; Quecksilber war wichtigster Faktor für verminderte Spermienzahl, gefolgt von Arsen, Cadmium und Kupfer; Exposition über den Wohnort, nicht individuell gemessen. Zeng et al. 2015 [s204]: 394 Männer einer Infertilitätsklinik, 13 Urinmetalle (darunter Kupfer, Mangan); signifikante Trends für Selen (abnehmende OR für unterreferenzielle Zahl; P für Trend 0,04) und Nickel (mehr abnorme Köpfe; 0,03); Kupfer und Mangan nicht berichtet. Chen et al. 2021 [s125]: 1.428 Spermaspender, 3.766 Urin- und 6.527 Samenproben; höchstes gegenüber niedrigstem Quartil Zink plus 17,5 % Spermienkonzentration (95-%-KI 2,8 bis 34,2 %), Molybdän plus 18,3 % Gesamtzahl (1,4 bis 38,0 %); Kupfer nicht als signifikant genannt. Zhang et al. 2010 [s238]: Chinesisch (Originaltitel „[Correlation of the contents of trace elements in male body fluids with sperm quality]"); 113 Männer, Calcium, Magnesium, Kupfer, Zink, Eisen und Blei in Blut und Seminalplasma; Seminalcalcium positiv, Seminalblei negativ mit Beweglichkeit; Kupfer erscheint nicht als signifikanter Prädiktor. Park et al. 1997 [s270]: koreanisch (Originaltitel „Effect of Metal Components in Seminal Plasma on Seminal Parameter and Male Fertile Ability"); 110 Männer (70 Infertilitätspatienten, 20 Vasektomierte, 20 Fertile), 12 Metalle im Blut- und Seminalplasma; im Seminalplasma unterschieden sich Calcium, Magnesium, Kupfer, Mangan, Cadmium und Blei signifikant nach Spermiendichte, Beweglichkeit und Hormonspiegeln; keine Effektgrößen im Abstract. Iwai et al. 2025 [s42]: japanisch (Originaltitel „日本人男性における精液中の必須・有害元素と精子の質との関連", deutsch: Zusammenhang zwischen essenziellen und schädlichen Elementen im Samen und der Spermienqualität bei japanischen Männern); 372 gesunde Männer (20 bis 39 Jahre), 17 Elemente im Sperma, k-means-Clusteranalyse; ein Cluster (14 % der Teilnehmer) hatte mehr bewegliche Spermien und höhere Konzentrationen essenzieller Elemente (Magnesium, Mangan, Eisen, Kobalt, Kupfer, Zink, Selen, Molybdän) – hier gehen Kupfer und Mangan mit besserer Beweglichkeit einher, in [s148, s29, s15] mit schlechterer; Tagungsabstract ohne Effektmaße. Tanaka et al. 2024 [s62]: Seminalplasma/Serum-Quotienten von 20 Spurenelementen bei 245 Patienten und vier Freiwilligen, vier Cluster; ein Cluster mit Merkmalen der frühen Ejakulatfraktion hatte weniger Volumen und höhere Schwangerschaftsraten; die Einteilung bildet vor allem die Ejakulatfraktion ab, eine methodisch wichtige Beobachtung. Hibi et al. 2022 [s97]: 2.010 Männer, Serumzink normal bei 1.069 (53,2 %), subklinischer Mangel bei 845 (42,0 %), Mangel bei 79 (3,9 %), hoch bei 17 (0,9 %); Zink war nicht mit Alter, Konzentration, Beweglichkeit, LH, FSH, Testosteron oder BMI assoziiert; normozoosperme Männer hatten höhere Werte als Azoospermie- und Kryptozoospermiepatienten. Chiba und Shinohara 2008 [s246]: japanische Übersicht (Originaltitel „微量元素と生殖", deutsch: Spurenelemente und Fortpflanzung); Selen und Zink als Schlüsselelemente, extrem hohes Zink oder Kupfer im Seminalplasma senke die Beweglichkeit. Hardneck et al. 2021 [s128]: nicht menschliche Primaten in vitro; Kupfersulfat und Cadmiumchlorid verminderten bei höheren Konzentrationen Motilität, Viabilität, Akrosomintegrität und Hyperaktivierung der Spermien (p < 0,05).

Weitere Metallstudien ohne Befund zu den Zielmetallen (Kontext). Wang et al. 2016 [s191] (1.052 Männer, Wuhan, 18 Urinmetalle: Urincadmium signifikant invers mit progressiver und totaler Motilität), Shi et al. 2021 [s132] (288 Männer, Hongkong, 13 Blutmetalle: Blei und Cadmium auffällig, Kupfer nicht als wirksam genannt), Calogero et al. 2021 [s123] (Cadmium und Blei im Seminalplasma mit Gesamtzahl und Motilität; alle Konfidenzintervalle schließen 1 ein), Jia et al. 2022 [s100] (841 Männer, 18 Metalle im Samen: nichtlineare Beziehungen für Chrom und Vanadium, MDA negativ mit Bewegungsparametern; Aluminium, Mangan und Kupfer ohne berichteten Befund), Jeng et al. 2022 [s99] (96 Kokereiarbeiter, sechs Urinmetalle: Gemisch mit verminderter Konzentration, Motilität, Vitalität und normaler Morphologie, Cadmium trug am stärksten bei), Yin et al. 2025 [s36] (590 Männer: Chrom, Strontium und Thallium mit hoher DNA-Fragmentation, Aluminium, Mangan und Kupfer nicht genannt), Geng et al. 2024 [s52] (338 Männer, 17 Urinmetalle: Blei OR 1,86, Arsen OR 1,49, Antimon OR 1,37, Zinn OR 0,76 und 0,74), Chai et al. 2022 [s91] (MARHCS, 796 Studierende, 666 nachverfolgt, 18 Urinmetalle: Vanadium und Nickel mit Morphologie minus 11,53 % und minus 10,84 %), He et al. 2020 [s145] (1.020 Männer: 14,59 bis 18,06 % des Zusammenhangs von Arsen und Cadmium mit der Beweglichkeit über 8-isoPGF2α vermittelt), Xu et al. 2022 [s120] (551 Männer, Seminalplasma-Metabolom: Zink und Selen mit 22 Metaboliten verbunden), Sukhn et al. 2018 [s173] (Libanon: Cd, Ba, Pb, U mit niedriger Samenqualität; Aluminium, Mangan, Kupfer nicht untersucht), Mendiola et al. 2011 [s230] (Spanien, Pilotstudie: keine signifikanten Unterschiede, Blei und Cadmium im Seminalplasma positiv mit dem Anteil immotiler Spermien), Mukendi et al. 2018 [s170] (Bergbaugebiet Haut-Katanga, Demokratische Republik Kongo; französischer Titel „Exposition de l'homme aux oligo-éléments métalliques et altération des paramètres spermatiques": Samen-pH unter 7,2 bei 48 % der Exponierten gegenüber 16 %, OR 4,85; 95-%-KI 1,9 bis 12,39; Urinarsen über 20 µg/L bei 44 % gegenüber 8 %, OR 9,04; 2,82 bis 28,96; die Gesamtspermienzahl war bei Exponierten signifikant niedriger; Arsen und Cadmium, nicht die Zielmetalle).

Berufs- und Anwohnerkohorten mit Metallgemischen

Землянова et al. 2026 [s16]. Originaltitel „ОЦЕНКА ДОПОЛНИТЕЛЬНОГО РИСКА ЗДОРОВЬЮ МУЖЧИН, ОБУСЛОВЛЕННОГО ДИСРЕГУЛЯЦИЕЙ ГИПОФИЗАРНО-ГОНАДНОЙ ОСИ ПРИ ДЛИТЕЛЬНОМ КОМБИНИРОВАННОМ АЭРОГЕННОМ ВОЗДЕЙСТВИИ МЕТАЛЛОВ В СОСТАВЕ МЕЛКОИ УЛЬТРАДИСПЕРСНЫХ ЧАСТИЦ (РМ2.5 И МЕНЕЕ)" (Bewertung des zusätzlichen Gesundheitsrisikos für Männer durch Dysregulation der Hypophysen-Gonaden-Achse bei langfristiger kombinierter luftgetragener Exposition gegenüber Metallen in feinen und ultrafeinen Partikeln). Volltext gelesen. 255 Männer (18 bis 49 Jahre), 139 aus dem Einflussbereich eines Metallurgiebetriebs, 116 ohne diese Exposition. Außenluft: Partikel von höchstens 2,5 µm 71,3 % (2,2-fach des Vergleichsgebiets); Fraktion unter 0,1 µm 17,3 % gegenüber 2,2 % (p = 0,02); PM2,5 im Tagesmittel 0,075 mg/m³, das 2,1-Fache des Normwerts (0,035 mg/m³); in PM1 stammten 60,1 % der Masse von Kupfer (Vergleichsgebiet 20,2 %, p = 0,001) und 0,71 % von Mangan. Blut (Beobachtung gegenüber Vergleich, mg/dm³): Kupfer 1,67 ± 0,036 gegenüber 0,453 ± 0,049 (p = 0,0001); Mangan 0,013 ± 0,001 gegenüber 0,005 ± 0,001 (p = 0,0001); Kobalt, Nickel und Chrom ebenfalls höher, Blei nicht signifikant (p = 0,084). Hormone: LH 6,26 ± 1,49 gegenüber 4,32 ± 1,08 mIE/cm³ (p = 0,038), freies Testosteron 9,39 ± 1,60 gegenüber 13,801 ± 3,20 ng/cm³ (p = 0,015); FSH (p = 0,766) und Gesamttestosteron (p = 0,606) nicht signifikant. Niedriges freies Testosteron hing mit Nickel und Chrom im Bodensatz zusammen, hohes LH mit Kobalt, Kupfer und Chrom. Schwächen: keine Spermiogramme, „Infertilität" ist ein modellierter Wert, Querschnitt, Gemisch aus sechs Metallen, Kupfer und Mangan nicht einzeln zuordenbar, Störfaktoren nicht dargestellt.

Egorova 2009 [s239]. Originaltitel „[A reproductive function in metallurgists]" (Die Fortpflanzungsfunktion bei Metallurgen). 100 Metallurgen der Eisenmetallurgie und 80 Männer ohne Tätigkeit in der Metallurgie; Pathologie der Fortpflanzungsfunktion bei 44 % der Metallurgen gegenüber 18,5 % der Kontrollen (p < 0,001); bei Metallurgen häufiger Agglutination, Asthenozoospermie, erhöhte Viskosität, Oligospermie, Teratospermie und Sterilität (relatives Risiko 1,6 bis 2,9). Nur die Zusammenfassung wurde abgerufen; welche Stoffe (Mangan, Aluminium, Kupfer, Hitze, Lärm) wirken, wird nicht aufgeschlüsselt.

Trinkwasserqualität: Desinfektionsnebenprodukte, Nitrat, Wasseranalysen

Direkte Studien zu Fluorid, Aluminium, Mangan oder Kupfer im Leitungswasser in Verbindung mit menschlichen Samenparametern wurden nicht gefunden. Die Humanliteratur zur Trinkwasserqualität betrifft Desinfektionsnebenprodukte (DBP) und Nitrat; sie gehört zum Thema Trinkwasser, betrifft aber nicht die im Titel genannten Stoffe. Sie zeigt, wie Trinkwasserinhaltsstoffe epidemiologisch untersucht werden können, und dass die Ergebnisse je nach Expositionsmessung und Population auseinandergehen.

Fenster et al. 2003 [s259]. 157 gesunde Männer; Gesamt-Trihalomethane (TTHM) wurden anhand von Messungen des Wasserversorgers in den 90 Tagen vor der Samenabgabe zugeordnet. TTHM allein war nicht mit Verschlechterung der Samenqualität verbunden; beim Aufnahmemaß (TTHM mal Menge kalten Leitungswassers pro Tag) sank der Anteil normaler Morphologie und stieg der Anteil von Kopfdefekten; beim höchsten Aufnahmeniveau (über 160 µg/L mal Gläser/Tag) betrug die Differenz im Anteil morphologisch normaler Spermien −7,1 (95-%-KI −12,7 bis −1,6) gegenüber der niedrigsten Stufe. Begrenzte Expositionserfassung und selektive Stichprobe (Angabe der Autoren).

Luben et al. 2007, Healthy Men Study [s249]. Mittlere (mediane) Spermienkonzentration 114,2 (90,5) Mio./mL, Spermienzahl 362 (265) Mio.; THM4-Exposition 45,7 (65,3) µg/L, HAA9-Exposition 30,7 (44,2) µg/L (so im Abstract gedruckt, der Median liegt über dem Mittelwert). Die Spermienparameter waren nicht mit diesen DBP-Klassen assoziiert, und auch für andere Parameter fand sich kein konsistentes Muster; die Autoren sehen keinen Beleg für einen Zusammenhang bei Konzentrationen nahe oder unter den gesetzlichen Grenzwerten.

Iszatt et al. 2013 [s218]. Größte Studie zu DBP in öffentlicher Wasserversorgung und Samenqualität (England und Wales; Fall-Referenz-Analyse): kaum Hinweise auf erhöhtes Risiko durch Chloroform, bromierte THM oder TTHM nach Adjustierung (OR pro 10 µg/L TTHM 1,01; 95-%-KI 0,91 bis 1,12), auch kein signifikanter Effekt auf kontinuierliche Ergebnisse; Empfehlung weiterer Studien zu Halogenessigsäuren, Morphologie und DNA-Integrität.

Studien aus China. Zeng et al. 2014 [s212]: 2.009 Männer; Urin-Trichloressigsäure (Mittelwert 9,58, Median 7,97 µg/L); gegenüber dem untersten Quartil adjustierte OR für unterreferenzielle Konzentration im zweiten und vierten Quartil 1,79 (1,19 bis 2,69) und 1,51 (0,98 bis 2,31), für unterreferenzielle Motilität im zweiten und dritten Quartil 1,46 (1,12 bis 1,90) und 1,30 (1,00 bis 1,70), für unterreferenzielle Spermienzahl im zweiten Quartil 1,62 (1,04 bis 2,55); die Beziehungen sind nicht monoton. Zeng et al. 2014 [s213]: 324 Männer in Wuhan; THM-Aufnahme über Trinken war mit sinkender Spermienkonzentration (P für Trend 0,01 für TTHM, 0,03 Chloroform, 0,05 bromierte THM) und -zahl (0,02, 0,05, 0,09) verbunden; individuelle Expositionsschätzung aus gemessenen Wasserwerten. Zeng et al. 2013 [s220]: 401 Männer, Blut-THM; kein Zusammenhang mit verminderter Motilität; mittlere BDCM-Werte mit niedrigerer Spermienzahl (β = −0,13 Mio.; −0,22 bis −0,03), mittlere DBCM-Werte mit geringerer Linearität (β = −4,74 %; −8,07 bis −1,42). Chen et al. 2020 [s140]: 1.199 gesunde Spermaspender; inverse Dosis-Wirkungs-Beziehungen zwischen Blut-Chloroform und Spermienzahl, Gesamt- und progressiver Motilität sowie zwischen DBCM, bromierten THM und TTHM und Spermienzahl und -konzentration; die Zusammenhänge mit der Spermienzahl bestätigten sich längsschnittlich. Yang et al. 2016 [s193]: 401 Männer; der GSTT1-Genotyp modifizierte den Zusammenhang zwischen bromierten THM und unterreferenzieller Motilität (P für Interaktion 0,02); bei Nullgenotyp OR 2,15 (1,11 bis 4,19). Wang et al. 2026 [s14]: 282 Männer, Netzwerktoxikologie und Tierversuch; Urin-Dibromessigsäure (Nachweisquote 100 %) war negativ mit Spermienkonzentration und -zahl assoziiert; im Mechanismus stören Histon-Protamin-Austausch, ein piRNA-Weg und die Remodeler CHD4/5 die Chromatinkondensation; keine Effektzahlen im Abstract.

Ali et al. 2014 [s205]. In vitro: Die Halogenessigsäuren Iodessigsäure, Bromessigsäure und Chloressigsäure schädigten die DNA menschlicher Lymphozyten und Spermien (Comet-Assay); BHA und Katalase verringerten den Schaden; Konzentrationen im Abstract nicht genannt.

Clemmensen et al. 2022, Nitrat im mütterlichen Trinkwasser [s93]. FEPOS-Kohorte, 985 junge dänische Männer; Nitrat im Trinkwasser der Mutter während der Schwangerschaft (Median 2 mg/L, weit unter dem WHO-Richtwert von 50 mg/L); keine Hinweise auf schädliche Wirkungen auf Samenparameter, Hodenvolumen oder Reproduktionshormone der erwachsenen Söhne. Stärke: große Kohorte mit objektiven Wasserdaten. Schwäche: sehr niedrige Exposition.

Tierversuche mit Leitungs- und Rohwasser. Zhao et al. 2009 [s242]: Mäuse tranken 90 Tage Rohwasser aus dem Jangtse; Körper- und Organgewichte unverändert, aber Verschiebungen in den Keimzellpopulationen (mehr primäre Spermatozyten, weniger elongierte Spermatiden), erhöhter Anteil abnormer Spermien, Hodenhistopathologie mit erweitertem Interstitium und weniger Leydig-Zellen. Zhang et al. 2014 [s214]: Mäuse mit Reinwasser, Leitungswasser oder Rohwasser aus Nanjing über 90 Tage; gelöste Gesamtmetalle (ICP-OES) und halbflüchtige organische Stoffe gemessen; Unterschiede nur im Leberkoeffizienten, korreliert mit gelösten Metallen; kein signifikanter Unterschied der Rate abnormer Spermien (Negativbefund für Leitungswasser). Wu et al. 2010 [s237]: In-vitro-Versuch mit 286-fach angereicherten organischen Verbindungen aus Oberflächenwasser von Trinkwasserquellen; Sertoli- und Spermatogenese-Zellen verloren Membranintegrität und Viabilität, mehr apoptotische Sertoli-Zellen, die Testosteronproduktion der Leydig-Zellen sank. Zhao et al. 2002 [s265]: Mäuse mit magnetisiertem Trinkwasser; nach zwei und sechs Monaten signifikant weniger Spermatogonien und Spermien als bei Kontrollen.

Wasseranalysen ohne Humanbezug. Memiş und Altınkale Demer 2011 [s229] (türkisch; Originaltitel „Isparta il merkezinde içme sularının farklı florür içeriklerinin incelenmesi", deutsch: Untersuchung der unterschiedlichen Fluoridgehalte des Trinkwassers im Stadtzentrum von Isparta): Das Stadtgebiet wurde in vier Zonen eingeteilt; die Stadt mischte Wasser, um Bereiche über dem Grenzwert von 1,5 mg/l zu senken, einzelne Zonen fielen dadurch unter 0,5 mg/l, was die Autoren für die Zahngesundheit als ungünstig ansehen. Güner Onur und Tokatlı 2020 [s144]: Trinkwasser an 30 Stationen im Ergene-Flussbecken (Thrakien), Fluorid zwischen 0,246 ppm und 1,460 ppm, keine Station über 1,5 ppm. Beide Arbeiten wurden unter dem Blickwinkel der Zahngesundheit erhoben, nicht für Spermienfragen.

Nanopartikel: Menschliches Material, Nanoplastik und Übersichten

Belastbare epidemiologische Studien zur Samenqualität des Menschen in Abhängigkeit von Nanopartikelexposition wurden nicht gefunden. Die Humanbezüge beschränken sich auf In-vitro-Versuche an Spermien und einige Messungen in Samen und Follikelflüssigkeit.

Santonastaso et al. 2019 [s160]. Menschliche Spermien in vitro mit TiO₂-Nanopartikeln (1 und 10 µg/L) über unterschiedliche Zeiten; Comet-Assay: signifikanter Verlust der DNA-Integrität nach 30 Minuten; TUNEL: erhöhte DNA-Fragmentation nach 30 Minuten; signifikanter Anstieg intrazellulärer reaktiver Sauerstoffspezies. Santonastaso et al. 2020 [s150]: Cadmium allein verminderte die Integrität der Spermien-DNA und erhöhte Fragmentation und oxidativen Stress (Inkubation 15 bis 90 Minuten); die Ko-Exposition mit TiO₂-Nanopartikeln war weniger genotoxisch als Cadmium allein; das zeigt, dass Nanopartikel die Verfügbarkeit anderer Schadstoffe verändern können. Préaubert et al. 2018 [s172]: Sehr niedrige Konzentrationen (0,01 bis 10 mg/L) von Ceroxid-Nanopartikeln verursachten im Comet-Assay signifikante DNA-Schäden an menschlichen Spermien ohne Verlust der Vitalität; die Genotoxizität war umgekehrt proportional zur Konzentration; TEM zeigte keine Aufnahme der Partikel in die Spermien. Barkhordari et al. 2013 [s216]: Samenproben von 15 gesunden Männern mit ZnO-Nanopartikeln (10, 100, 500, 1.000 µg/mL) über 45, 90 und 180 Minuten (MTT-Test); die maximale Zelltodrate betrug 20,8 %, 21,2 % und 33,2 % nach 45, 90 und 180 Minuten; dosis- und zeitabhängig; Kurzbericht, kleine Stichprobe. Bitounis et al. 2018 [s166]: Methodenarbeit zum Nachweis von Gold-Nanopartikeln (60 nm) in menschlichem Samen und Follikelflüssigkeit; über 50 % (Follikelflüssigkeit) und über 70 % (Samenflüssigkeit) des zugesetzten Goldes wurden im niedrigen µg/mL-Bereich wiedergefunden; Ergebnisse der kleinen Patientenkohorte stehen nicht im Abstract. Esmeryan et al. 2023 [s76]: Ruß-Nanopartikel veränderten nach 270 Minuten Inkubation Enzymaktivitäten (AST, ALT, CK, LDH, GGT) im Seminalplasma von zehn Patienten gegensinnig zur Spermienmotilität; ein Methodenversuch, kein Toxizitätsbefund.

Nanoplastik beim Menschen. Wang et al. 2025 [s35]: Mit Pyrolyse-GC/MS wurden im menschlichen Samen Polypropylen (0,19 bis 33,85 µg/mL), Polyethylen (3,53 bis 865,55 µg/mL) und PET (305,74 µg/mL) nachgewiesen; Polyethylen bei 0,5 und 1 mg/mL verminderte signifikant Viabilität, Motilität, Penetrationsfähigkeit und mitochondriales Membranpotenzial und erzeugte oxidativen Stress; PET bei 1 mg/mL verminderte Motilität, Penetration und Membranpotenzial, aber nicht Viabilität oder ROS; Polypropylen zeigte bei samenrelevanten Konzentrationen keine nachteiligen Effekte. Kong et al. 2025 [s28]: 51 IVF-Paare; Polyethylen und PVC waren die am häufigsten nachgewiesenen Nanoplastiken, im Seminalplasma lagen die Mittelwerte bei 3,02 µg/g (PE) und 2,67 µg/g (PVC); die PVC-Konzentration war mit verminderter Spermienmotilität verbunden (p für Trend = 0,044); in der Follikelflüssigkeit waren höhere PE- und PVC-Konzentrationen mit niedrigeren Befruchtungsraten verbunden (PE p = 0,0003 und p = 0,007; PVC p = 0,009 und p = 0,008); weder Einnistung noch klinische Schwangerschaft zeigten signifikante Assoziationen; kleine Stichprobe, viele Vergleiche.

Systematische Übersichten und Übersichtsarbeiten. Klein et al. 2022 [s104]: systematische Übersicht („Impact of Nanoparticles on Male Fertility: What Do We Really Know?"); Nanopartikel erreichten den Hoden im Allgemeinen in kleinen Mengen und verblieben dort über Monate, unabhängig vom Expositionsweg; es gebe jedoch nicht genügend Belege, dass sie die Blut-Hoden-Schranke überwinden; die Mehrzahl habe eine geringe direkte Toxizität für den Hoden, einige könnten als endokrine Disruptoren wirken; die Wirkung auf die Spermatogenese bei Erwachsenen sei „generell schwach und reversibel", mit Ausnahmen; methodische und analytische Verzerrungen hätten in einigen Studien zu einer Überschätzung der Reproduktionstoxizität geführt. Zahlenwerte stehen nicht im Abstract. Dantas et al. 2022 [s94]: systematische Übersicht zu anorganischen Nanopartikeln (Ag, Au, Eisenoxid, ZnO, TiO₂, Ni) in Nagetiermodellen der letzten zwölf Jahre; strukturelle und funktionelle Veränderungen in Sertoli-, Leydig-, Keim- und Spermienzellen wurden häufig beobachtet, oxidativer Stress, Apoptose und/oder Nekrose waren die häufigsten Befunde; die Ergebnisse seien stark variabel wegen fehlender Standardisierung (Größe, Dosis, Applikationsweg). Vassal et al. 2021 [s134]: viele In-vitro- und In-vivo-Studien deuteten auf oxidativen Stress als Hauptmechanismus der Keimzelltoxizität von Metalloxid-Nanopartikeln hin; zugleich gebe es Berichte über schützende Wirkungen. Maciejewski et al. 2022 [s108]: 298 Artikel der letzten 30 Jahre zu essenziellen Spurenelementen und metallischen Nanopartikeln; die Autoren halten die Hypothese, dass Störungen im Spurenelementstoffwechsel zur Infertilität beitragen, für „unzweifelhaft bestätigt" (Wortlaut des Abstracts, ohne eigene Wertung; Effektgrößen nicht angegeben). Zhu et al. 2025 [s39]: Nanomaterialien zeigten duale Effekte; Selen- und Ceroxid-Nanopartikel ahmten SOD und Katalase nach und verbesserten Motilität, Membranintegrität und DNA-Stabilität, Silber- und Silica-Nanopartikel setzten Metallionen frei und lösten Fenton-Reaktionen, Lipidperoxidation, DNA-Fragmentation und Apoptose aus. Habas et al. 2021 [s127]: Nanopartikel könnten die Blut-Hoden-Schranke überwinden und männliche Keim- und Somazellen schädigen; die Wirkung hänge von Zusammensetzung, Oberflächenmodifikation, Konzentration, Agglomeration und Applikationsweg ab. Li et al. 2022 [s105], Lan et al. 2012 [s222], Minghui et al. 2023 [s81], Greco et al. 2015 [s196]: Übersichten; Nanomaterialien könnten über das Blut den Hoden erreichen und die Sertoli-Zell-Barriere passieren (Mechanismus der Barrierepassage ungeklärt [s222]); nano-TiO₂ reichere sich in Fortpflanzungsorganen an [s81]; Greco et al. (französisch; Originaltitel „[Toxicity of nanoparticles on reproduction]", deutsch: Toxizität von Nanopartikeln für die Fortpflanzung) betonen die fehlende Rückverfolgbarkeit der Nanopartikel-Verwendung. Gegenposition: Klein et al. [s104] und Klein 2015 [s200] kommen zu einer zurückhaltenden Bewertung; sie stehen im Spannungsfeld zu den Hochdosisbefunden der Tierversuche.

Nanopartikel: Tierversuche

Titandioxid. Gao et al. 2013 [s217]: Mäuse, 2,5, 5 und 10 mg/kg intragastral über 90 Tage; Partikel erreichten den Hoden, Läsionen, Spermienfehlbildungen, veränderte Hormone, 70 hoch- und 72 herunterregulierte Gene. Hong et al. 2015 [s197]: Mäuse, 2,5 bis 10 mg/kg über 60 Tage; verminderte Konzentration und Motilität, mehr abnorme Spermien, LDH −11,59 % bis −39,84 %, SDH −27,04 % bis −57,85 %, ROS +16,15 % bis +110,62 %, MDA +38,96 % bis +118,07 %. Tassinari et al. 2014 [s211]: Ratten, 1 und 2 mg/kg über fünf Tage; kein allgemeiner Toxizitätsbefund, Testosteron stieg bei hochdosierten Männchen, T3 sank. Ogunsuyi et al. 2020 [s149]: Mäuse, TiO₂ und ZnO einzeln und gemischt, 9,38 bis 75 mg/kg über fünf Wochen intraperitoneal; Spermaparameter und Hormone verändert, die Mischung mit synergistischer Wirkung (Zahlenwerte im Abstract beschädigt). Miura et al. 2017 [s179]: C57BL/6J-Mäuse, TiO₂ 0,1, 1, 2 und 10 mg/kg intravenös einmal wöchentlich über vier Wochen; Körper- und Organgewichte unverändert, keine Leberschädigung, doch sanken Spermienbeweglichkeit und Spermienzahl in der Cauda epididymidis, bei Titan-Anreicherung in der Leber, aber nicht im Hoden, und unveränderten Sexualhormonen. Miura et al. 2019 [s159]: einmalige intravenöse Gabe von 10 und 50 mg/kg; die Beweglichkeit sank schon ab Tag 1 und blieb bei 10 mg/kg bis Tag 9 niedriger, die Spermienzahlen sanken nicht; in vitro verminderten Nanopartikel Beweglichkeit, [³H]-Thymidin-Einbau und ATP; zweiphasige Wirkung nach Deutung der Autoren. Miura et al. 2023 [s86]: japanischer Symposiumsbeitrag (Originaltitel „酸化チタンナノ粒子と精巣機能障害", deutsch: Titandioxid-Nanopartikel und Hodenfunktionsstörung); Beweglichkeit und Zahl signifikant niedriger, verminderte Beweglichkeit als möglicher Biomarker; ohne Zahlen. Arslan et al. 2022 [s88]: Mäuse, je zehn pro Gruppe, 5 mg/kg TiO₂ oder Silber intravenös im Abstand von drei Tagen; beide gelangen ins Hodengewebe, Silber veränderte Hodengewicht, Hodenindex und Spermienparameter nicht, TiO₂ störte die mitochondriale Dynamik (Drp1 erhöht). Halawa et al. 2022 [s96]: 150 mg/kg täglich (1/80 LD50) oral über 14 Tage mit Chitosan; Lipidperoxidation, oxidativer Stress, apoptotische und entzündliche Gene, veränderte Histologie. Shahin und Mohamed 2017 [s181]: 50 mg/kg täglich über ein, zwei und drei Wochen; StAR, c-kit, Testosteron und Spermienzahl sanken, nach zwei und drei Wochen mehr Missbildungen. Said et al. 2022 [s117]: 32 Ratten, TiO₂ (50 bis 100 nm) 100 ppm intraperitoneal täglich über 60 Tage; mehr Spermienanomalien, weniger bewegliche Spermien, gesenkte Sexualhormone. Шарафутдинова et al. 2018 [s176] (Originaltitel „Морфофункциональная характеристика семенников крыс на фоне воздействия наночастиц диоксида титана", deutsch: Morphofunktionelle Charakteristik der Rattenhoden unter Einwirkung von Titandioxid-Nanopartikeln; Volltext gelesen): 38 Wistar-Ratten, 50 mg/kg oral, Tötung an Tag 14 und 30; Samenepitheldicke 106,71 ± 2,18, 86,19 ± 1,44 und 82,31 ± 1,51 µm (Kontrolle, 14 Tage, 30 Tage), Kanälchendurchmesser 262,5 ± 5,57, 239,04 ± 2,69 und 245,64 ± 1,95 µm, Kernfläche der Leydig-Zellen 29,94 ± 0,73, 25,14 ± 0,71 und 27,42 ± 1,02 µm²; an Tag 30 fehlten reife Spermatiden; keine Spermiogramme und Hormone, nur eine Dosis.

Zink, Silber, Gold, Silica, Nickel, Gadolinium. Kong et al. 2020 [s146]: 50 Mäuse, 50-nm-ZnO per Schlundsonde über 90 Tage; FSH, LH, Testosteron und Östradiol sanken, die Samenqualität war in der 160-mg/kg-Gruppe signifikant vermindert. Ahmed et al. 2025 [s17]: 32 Ratten, ZnO oder ZnO-Nanopartikel (40 und 70 nm) 50 mg/kg täglich oral über 50 Tage; Körper- und Hodengewicht, Spermienzahl, Beweglichkeit, LH und Testosteron sanken, Anomalien stiegen; die Nanopartikel waren toxischer als die Makroform, die 70-nm-Partikel stärker als die 40-nm-Partikel. Goma et al. 2020 [s143]: 30 Ratten; ZnO-NP-1 (5 mg/kg) verbesserte Sexualverhalten, Samenmerkmale und Nachkommenleistung gegenüber der Bulk-Form; 10 mg/kg möglicherweise schädlich. Chen et al. 2023 [s74]: SD-Ratten, ZnO oral; Einzelzelltranskriptom von mehr als 28.000 Zellen; stärkste Wirkung auf Spermatogonien, Sertoli-Zellen und Makrophagen, Erschöpfung des Reservoirs undifferenzierter Spermatogonien. Hong et al. 2022 [s98]: SD-Ratten, ZnO oral (Eltern und männliche Nachkommen); 350 mg/kg senkten Nebenhodengewicht, Spermienbeweglichkeit und Hormonwerte, beeinträchtigten die Fertilität der Elterntiere aber nicht; bei männlichen Nachkommen sanken Reproduktions- und Entwicklungsleistung, die Hodenstruktur war deutlicher geschädigt. Jo et al. 2013 [s219]: Ratten, ZnO unter 100 nm 500 mg/kg ab zwei Wochen vor der Paarung bis Tag 4 nach der Geburt; weniger geborene Junge, geringeres Geburtsgewicht, mehr Fruchtresorptionen; Hodenendpunkte nicht berichtet. Mathias et al. 2015 [s201]: präpubertäre Wistar-Ratten, 15 oder 30 µg/kg/Tag Silber-Nanopartikel oral von Tag 23 bis 58, Entnahme an Tag 102; Akrosom- und Plasmamembranintegrität sowie mitochondriale Aktivität sanken, Anomalien stiegen, die Pubertät war verzögert, Verhalten und Hormonspiegel unverändert. Saeki et al. 2024 [s58, s69]: ICR-Mäuse, orale 10-nm-Silber-Nanopartikel über zwei Wochen; Silber in Blut und Hoden nachgewiesen, keine allgemeinen toxischen Effekte, keine Unterschiede bei Zahl, Gewicht und Größe der Nachkommen nach Verpaarung (japanischer Tagungsbeitrag [s69], Originaltitel „銀ナノ粒子曝露による雄性生殖能に対する毒性の評価", deutsch: Bewertung der Toxizität einer Silbernanopartikel-Exposition für die männliche Fortpflanzungsfähigkeit). Yoisungnern et al. 2015 [s203]: in vitro; Silber-Nanopartikel wurden in Mausspermien aufgenommen, Vitalität und Akrosomreaktion sanken dosisabhängig, Befruchtungsrate und Blastozystenbildung sanken. Gouda et al. 2026 [s04]: 21 Ratten, 15-nm- und 40-nm-Gold-Nanopartikel über 28 Tage; FSH stieg, Testosteron sank, MDA stieg, GSH sank (p ≤ 0,05) in beiden Gruppen; Spermienzahl, atrophische Kanälchen und Keimepithelhöhe nur bei 15 nm verändert. Abdulhaq et al. 2024 [s43]: 60 Ratten, Gold-Nanopartikel (13 ± 4 nm) 570 µg/kg täglich intraperitoneal über 28 Tage mit 30 und 60 Tagen Erholung; weniger Körper- und Hodengewicht, Testosteron, Spermienzahl, Beweglichkeit und Spermatogenese-Score, mehr Anomalien; nach einem Monat teilweise, nach zwei Monaten deutliche Rückbildung. Azouz et al. 2023 [s72]: 30 Ratten, Silica-Nanopartikel 500 oder 1.000 ppm im Trinkwasser über 30 Tage; nur bei 1.000 ppm höhere Mikrokernhäufigkeit, mehr MDA, weniger Katalase und GSH, mehr Caspase-3 und iNOS; 500 ppm erzeugte keine signifikanten Veränderungen. Adiguzel und Karaboduk 2024 [s44]: 42 Wistar-Ratten, Nickeloxid als Mikro- oder Nanopartikel oral (150 mg/kg), intraperitoneal (20 mg/kg) oder intravenös (1 mg/kg) über 21 Tage; Nano-NiO (besonders intravenös) wirkte stärker als Mikro-NiO. Новиков et al. 2025 [s41] (Originaltitel „Экспериментальная оценка гонадотоксичности нанокомпозита гадолиния", deutsch: Experimentelle Bewertung der Gonadotoxizität eines Gadolinium-Nanokomposits; Volltext gelesen): zehn Tage intragastral, 500 und 5.000 µg/kg, Auswertung direkt danach und nach sechs Monaten; Zerstörung des Keimepithels in beiden Dosen, ohne Dosisabhängigkeit und nach sechs Monaten nicht zurückgebildet; die Tierzahl ist widersprüchlich angegeben (96 gegenüber 64); Gadolinium gehört nicht zu den abgefragten Metallen.

Kupfer-, Mangan- und Aluminiumoxid-Nanopartikel. Shaoyong et al. 2024 [s61]: Mäuse, CuO-Nanopartikel oral über 35 Tage plus 35 Tage ohne Exposition; Anreicherung im Hoden, oxidativer Stress, gestörte Spermatogenese und Kapazitation, Asthenozoospermie, männliche Nachkommen mit Embryonalentwicklungsstörungen, verminderte H3K9me3-Werte in väterlichen Spermien; Mechanismus: gestörte Selbsterneuerung der Spermatogonienstammzellen über GDNF/PI3K/AKT. Nicy et al. 2022 [s110]: Mäuse, Kupfer-Nanopartikel 10, 100 und 200 mg/kg oral über 70 Tage; Spermienqualität, Hormone und Antioxidanzien sanken, Hodenschäden, oxidativer Stress und Apoptose stiegen, AR und ERα waren herunterreguliert; am stärksten bei 200 mg/kg. Chen et al. 2022 [s92]: Ratten, Nano-Kupfer 44, 88 und 175 mg/kg/Tag über 28 Tage; Spermienqualität, Fruktose und Geschlechtshormone sanken, oxidativer Stress und Fehlbildungsrate stiegen, Signalweg AKT/mTOR. Zheng et al. 2023 [s85]: C57BL/6-Mäuse, CuO-Nanopartikel 0, 10 und 25 mg/kg/Tag oral von Tag 22 bis 35; Hodengewicht und Leydig-Zellzahl sanken, Steroidogenese-Gene und Serumsteroide sanken; in TM3-Zellen ERK1/2-vermittelte Apoptose und Zellzyklusarrest; präpubertale Exposition. Mohamed et al. 2025 [s31]: 70 Ratten, CuO-Nanopartikel 1 oder 4 mg intraperitoneal täglich über 14 Tage, Olivenöl als Schutz; dosisabhängig verminderte Körpergewichte, verzerrte Basalmembranen, Degeneration von Samenzellen. Al-Musawi et al. 2022 [s87]: 30 BALB/c-Mäuse, 25 und 35 mg/kg CuO-Nanopartikel oder Kupfersulfat oral über 14 Tage; Gewichte von Hoden, Nebenhoden und Samenblasen sanken, Caspase-3 und MDA stiegen, Ki-67 sank; die Verpaarung der mit Kupfersulfat behandelten Männchen führte laut Text zu keiner einzigen Geburt, nach CuO-Nanopartikeln gab es weniger Embryonen und Fehlbildungen bei Neugeborenen; die Hypothese „Nano ist giftiger" stützt diese Arbeit nicht. De et al. 2020 [s141]: Swiss-Mäuse, Al₂O₃-Nanopartikel 15, 30 oder 60 mg/kg oral über fünf Tage; hohe Aluminiumretention in Gehirn, Leber, Milz, Niere und Hoden, histopathologische Läsionen vor allem in Gehirn und Leber, erhöhte Lipidperoxidation und DNA-Schäden; Spermienparameter wurden laut Abstract nicht berichtet. Behairy et al. 2022 [s90]: siehe Tabelle im dritten Abschnitt. Mn₃O₄ [s155] und MnO₂ [s163, s33]: siehe Mangan.

Alle Kapitel und Anhänge (26)
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Aufbau und Methodik dieser Studie
  3. Hintergrund
  4. Studienlage: Metaanalysen und Übersichten
  5. Überblick und Lesart bis Mangan beim Menschen
  6. Kupfer beim Menschen
  7. Metallgemische und Mehrelementstudien
  8. Berufsgruppen und belastete Wohnregionen bis Gesamtbewertung der Beobachtungsstudien
  9. Wie die Evidenz hier gelesen wird bis Aluminium: Studien am Menschen und In-vitro-Versuche
  10. Aluminium: Tierversuche bis Kupfer: Tierversuche und Zellversuche
  11. Mehrelement-Studien mit Aluminium, Mangan und Kupfer bis Nanopartikel: Tierversuche
  12. Mechanismen und biologische Plausibilität
  13. Dosis-Wirkung, Subgruppen und Reversibilität
  14. Englisch bis Koreanisch
  15. Russisch bis Türkisch
  16. Widersprüche und ihre mögliche Erklärung
  17. Limitationen der Evidenz
  18. Offene Forschungsfragen
  19. Praktische Einordnung
  20. Glossar
  21. Quellenverzeichnis (Teil 1 von 2)
  22. Quellenverzeichnis (Teil 2 von 2)
  23. Diagramme
  24. Quellen s01–s139
  25. Quellen s140–s280
  26. Prüfprotokoll der Quellenkontrolle