# Potenzmittel und Spermienqualität: interaktiver Ratgeber

> Nach heutigem Studienstand verschlechtern Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra) die üblichen Spermienwerte bei den meisten untersuchten Männern nicht – auch nicht bei sechs Monaten täglicher Einnahme [5,7]. Eine Ausnahme ist ein häufigerer starker Konzentrationsabfall unter neun Monaten Tadalafil (12,6 % gegenüber 2,1 % unter Placebo) (H07) [6]. Dass Potenzmittel die Fruchtbarkeit verbessern, ist nicht belegt; bei einer Erektionsstörung können sie aber Geschlechtsverkehr und Probenabgabe ermöglichen [63].

Quelle: https://bosslevel.eu/potenzmittel.html · Stand: 2. Oktober 2026 · Redaktion: Bernd Peter (bosslevel.eu) · Grundlage: quellenkritische Literaturübersicht mit 96 ausgewerteten Studien und 144 Quellen. Zahlen in eckigen Klammern verweisen auf das Quellenverzeichnis am Ende, Kennungen wie (H07) auf die Studienmatrix.

## Das Wichtigste in Kürze

- Für Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil liefern kontrollierte Studien bei ausgewählten Männern überwiegend beruhigende Ergebnisse zu den üblichen Samenwerten [1, 5–7]. Das gilt für die untersuchten Dosen, Zeiträume und Ausgangsbefunde – nicht als Garantie für jeden einzelnen Mann.
- Wichtige Ausnahme: In der neunmonatigen Tadalafil-Studie trat ein deutlicher Konzentrationsabfall unter Tadalafil häufiger auf als unter Placebo (12,6 % gegenüber 2,1 %) (H07) [6].
- Einzelne kleine Studien berichten bessere Beweglichkeit. Das reicht nicht, um Potenzmittel als Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit zu empfehlen – ob dadurch mehr Kinder geboren werden, ist kaum untersucht [59–61].
- Bei einer Erektionsstörung kann die Behandlung Geschlechtsverkehr oder Samengewinnung ermöglichen. Dieser Nutzen ist klar – und etwas anderes als „bessere Spermien“ [44, 45, 63].
- Für Spermien-DNA, Epigenetik und die Gesundheit von Kindern fehlen ausreichende Studien: Ein Schaden ist weder bewiesen noch ausgeschlossen.
- Testosteron und Anabolika sind keine Potenzmittel im engeren Sinn – sie können die Spermienproduktion unterdrücken [71]. 81 % der geprüften „natürlichen“ Potenzprodukte enthielten versteckte Arzneistoffe [127].

## Die wichtigsten Langzeitstudien

| Studie | Teilnehmer | Wirkstoff, Dosis, Dauer | Ergebnis | Gewichtung |
|---|---|---|---|---|
| H05 Hellstrom 2003 [5] | 204 Männer ab 45 Jahren | Tadalafil 10 mg täglich, 6 Monate | Insgesamt beruhigend | Relativ tragfähig, sechsmonatige Samenwerte |
| H06 Hellstrom 2003 [5] | 217 Männer ab 45 Jahren | Tadalafil 20 mg täglich, 6 Monate | Insgesamt beruhigend | Relativ tragfähig, sechsmonatige Samenwerte |
| H07 Hellstrom 2008 [6] | 253 randomisiert, 191 Behandlung beendet | Tadalafil 20 mg täglich, 9 Monate | Nichtunterlegenheit; numerisches Konzentrationssignal | Relativ tragfähig mit wichtigen Vorbehalten |
| H08 Jarvi 2008 [7] | 200 Männer, 25–64 Jahre | Vardenafil 20 mg / Sildenafil 100 mg / Placebo täglich, 6 Monate | Keine klinisch relevanten Unterschiede | Relativ tragfähig, sechsmonatige Samenwerte |
| H18 Avanafil-Zulassungsdaten [65,76] | 181 randomisiert; 137 abgeschlossen und mit Samenproben | Avanafil 100 mg / Placebo täglich, 26 Wochen | Keine ungünstigen konventionellen Samenbefunde laut FDA | Relativ tragfähiges Design, Auswertung begrenzt |
| H19 Sikka 2014 [75] | 239 randomisiert: Placebo 117, Udenafil 122 | Udenafil 150 mg täglich, 26 Wochen | Nichtunterlegenheit; numerisches Konzentrationssignal | Begrenzt, Nichtunterlegenheitsendpunkt |

## Wirkstoffe im Einzelnen

### Sildenafil (z. B. Viagra, Generika)

Am häufigsten untersucht – vor allem mit Einzeldosen. Kontrollierte Studien finden bei ausgewählten Männern überwiegend keine nachteiligen Veränderungen konventioneller Samenwerte.

**Was die Studien zeigen:**
- Einzeldosis 100 mg bei gesunden Männern: keine signifikante Änderung von Motilität, Zahl, Konzentration, Morphologie, Vitalität oder Volumen (H01) [1]; bei fertilen Männern ebenfalls unverändert, nur die Refraktärzeit war kürzer (H02) [2].
- Sechs Monate täglich 100 mg (Vergleichsarm einer Placebostudie mit 200 Männern): keine klinisch relevanten Unterschiede (H08) [7].
- Bei Asthenozoospermie berichten unkontrollierte Akutstudien eine Stunde nach der Tablette mehr bewegliche Spermien (H16) [15] (H24) [101] – ohne Nachweis von mehr Schwangerschaften.
- Im Labor widersprechen sich die Befunde: Motilität steigt (L04), bleibt gleich (L06) oder sinkt (L05); teils steigt zugleich die vorzeitige Akrosomreaktion (L03) [19–22].
- Gemessen im Samen nach 100 mg: im Mittel 51,4 ng/ml nach 1,5 Stunden, 15,5 ng/ml nach vier Stunden – unter 0,0002 % der Dosis (H01) [1,66].

**Was offen bleibt:**
- Spermien-DNA, Chromatin, Epigenetik und die Gesundheit von Kindern sind nach oraler Einnahme nicht umfassend untersucht [62].
- Tierversuche mit hohen Dosen zeigen Hodenschäden (A02) (A03) [29,30] – die Übertragung auf die übliche Einnahme ist offen.

**Abbau im Körper:** Halbwertszeit etwa 4 Stunden [98]. Nach fünf Halbwertszeiten (rund 20 Stunden) bleiben rechnerisch etwa 3 % – eine Modellrechnung, keine im Samen gemessene Wartezeit und kein Grund, eine Zeugung aufzuschieben.

Beipackzettel im Wortlaut: https://bosslevel.eu/beipackzettel/viagra.html

### Tadalafil nach Bedarf (10 oder 20 mg, z. B. Cialis)

Zwei sechsmonatige Placebostudien mit über 400 Männern ab 45 Jahren fanden insgesamt keinen nachteiligen Einfluss – die offizielle Produktinformation erwähnt dennoch Abnahmen von Spermienzahl und Konzentration in zwei von drei Studien.

**Was die Studien zeigen:**
- Sechs Monate täglich 10 mg (204 Männer) beziehungsweise 20 mg (217 Männer) gegen Placebo: Samen- und Hormonprofile insgesamt unauffällig (H05) (H06) [5].
- Die Produktinformation beschreibt Abnahmen von Spermienzahl und Konzentration als „unwahrscheinlich klinisch relevant“ – das ist nicht dasselbe wie „immer unverändert“ [64].
- Akut 20 mg bei 18 jungen infertilen Männern: mediane progressive Motilität 21,5 % gegenüber 28,5 % vorher (H04) [4]; in einer anderen Akutstudie keine Änderung (H13) [12].

**Was offen bleibt:**
- Die großen Studien prüften täglich 10 oder 20 mg – das ist nicht das übliche Bedarfsschema und keine Empfehlung, diese Dosis täglich zu nehmen.
- DNA, Epigenetik und Nachkommen wurden nicht untersucht.

**Abbau im Körper:** Halbwertszeit etwa 17,5 Stunden – deutlich länger als bei den anderen Wirkstoffen [95]. Nach fünf Halbwertszeiten (rund 87 Stunden) bleiben rechnerisch etwa 3 % – eine Modellrechnung, keine Wartezeit.

Beipackzettel im Wortlaut: https://bosslevel.eu/beipackzettel/cialis.html

### Tadalafil täglich (2,5 oder 5 mg, Dauertherapie)

Für die Dauereinnahme gibt es die aussagekräftigste Langzeitstudie – mit einem Signal, das nicht verschwiegen werden darf: Ein deutlicher Konzentrationsabfall war unter Tadalafil häufiger als unter Placebo.

**Was die Studien zeigen:**
- Neun Monate täglich 20 mg: Ein Abfall der Konzentration um mindestens 50 % trat bei 12 von 95 Männern unter Tadalafil auf (12,6 %), unter Placebo bei 2 von 96 (2,1 %). Der vorab festgelegte Nichtunterlegenheitsendpunkt wurde trotzdem erfüllt (H07) [6].
- Sechs Monate nach dem Absetzen waren 8 dieser 12 Männer wieder auf ihrem Ausgangswert – eine Mehrheit, aber keine Garantie für alle [6].
- Mit 5 mg täglich über drei bis sechs Monate berichten kleine, meist unkontrollierte Studien bessere Werte bei Entzündung der Samenbläschen (MAGI) und bei Diabetes mit Neuropathie (H11) (H22) (H23) [10,84,85] – über verbesserte Entleerung der Drüsen, nicht über mehr Spermienproduktion.
- Bei täglicher Einnahme stellt sich nach etwa fünf Tagen ein gleichbleibender Spiegel ein, etwa 1,6-fach über der Einzeldosis [95]. „5 mg täglich“ ist deshalb keine kleine Version einer seltenen 20-mg-Tablette.

**Was offen bleibt:**
- Bei Beagle-Hunden beschreibt die Zulassung nach drei bis zwölf Monaten nicht reversible Hodenveränderungen; bei Nagern blieben sie aus [95]. Ein menschliches Risiko lässt sich daraus nicht berechnen – der Befund zeigt aber, dass Reversibilität nicht pauschal behauptet werden kann.
- Ein Rattenversuch über zwölf Wochen fand bei höheren Dosen schlechtere Beweglichkeit und Hodenhistologie (A18) [102].

**Abbau im Körper:** Halbwertszeit etwa 17,5 Stunden; gleichbleibender Spiegel nach etwa fünf Tagen [95].

Beipackzettel im Wortlaut: https://bosslevel.eu/beipackzettel/cialis.html

### Vardenafil (z. B. Levitra)

Eine sechsmonatige Placebostudie mit 200 Männern fand mit täglich 20 mg keine klinisch relevanten Unterschiede der Samenwerte und Hormone.

**Was die Studien zeigen:**
- Anteil mit mindestens 50 % Konzentrationsabfall: Differenz zu Placebo 0,07 Prozentpunkte, 95-%-Konfidenzintervall etwa −8,5 bis +8,4 (H08) [7]. Das Intervall zeigt die verbleibende Unsicherheit.
- Bei infertilen Männern berichten offene Kurzzeitstudien bessere Beweglichkeit (H10) [9] beziehungsweise bessere Werte zusammen mit dem Leydigzell-Marker INSL3 (H09) [8] – ohne Placebo und ohne Schwangerschaftsdaten.
- Vor dem Einfrieren zugesetzt, war eine mittlere Konzentration günstig, hohe Konzentrationen ungünstig (L08) [24].

**Was offen bleibt:**
- Ein Nutzen als Fruchtbarkeitstherapie ist nicht gesichert; DNA und Nachkommen sind nicht untersucht.

**Abbau im Körper:** Halbwertszeit etwa 4–5 Stunden [97].

Beipackzettel im Wortlaut: https://bosslevel.eu/beipackzettel/levitra.html

### Avanafil (z. B. Spedra)

Es gibt reproduktive Humandaten: In einer Placebostudie über 26 Wochen (181 Männer, 100 mg täglich) berichtet die FDA keine ungünstigen konventionellen Samenbefunde.

**Was die Studien zeigen:**
- 137 der 181 Männer wurden abgeschlossen ausgewertet; rund 24 % fehlen in dieser Analyse, die Gründe pro Gruppe sind nicht veröffentlicht (H18) [65,76].
- Eine kleinere Studie kombinierte Avanafil mit Mikronährstoffen und berichtet funktionelle Verbesserungen – ohne Placebo und ohne gesicherte Schwangerschaftsrate (H14) [13].

**Was offen bleibt:**
- Die vollständigen Gruppenergebnisse sind nicht öffentlich überprüfbar.
- Starke CYP3A4-Hemmer (etwa Ketoconazol) erhöhen die Avanafil-Exposition rund 13-fach und dürfen nicht kombiniert werden [96].

**Abbau im Körper:** Halbwertszeit etwa 5 Stunden [96].

Beipackzettel im Wortlaut: https://bosslevel.eu/beipackzettel/spedra.html

### Udenafil (in Europa nicht zugelassen)

Ein Kongressbericht beschreibt eine Placebostudie mit 239 Männern über 26 Wochen: Nichtunterlegenheit erreicht, ein halbierter Konzentrationswert war unter Udenafil aber numerisch häufiger.

**Was die Studien zeigen:**
- Mindestens 50 % Konzentrationsabfall bei 14,3 % unter Udenafil gegenüber 9,0 % unter Placebo; Motilität und Morphologie ohne Gruppenunterschied (H19) [75].
- Im Labor bei 50 ng/ml günstige, bei 100 ng/ml ungünstige Motilitätsbefunde (L12) [77].

**Was offen bleibt:**
- Nur ein Kongressabstract, keine vollständig geprüfte Fachpublikation.

### Mirodenafil, Lodenafil (regional verwendet)

Für diese Wirkstoffe wurde keine ausreichend überprüfte Studie zu Samen, Schwangerschaft oder Kindern gefunden.

**Was die Studien zeigen:**
- Aus fehlenden Daten folgt keine Unbedenklichkeit – und auch kein Schaden. Die Ergebnisse anderer PDE5-Hemmer lassen sich nicht ungeprüft übertragen [64–66].

**Was offen bleibt:**
- Praktisch alle reproduktiven Fragen.

### Injektion oder Harnröhren-Zäpfchen (Alprostadil, Papaverin, Phentolamin)

Hier gibt es fast nur Laborversuche, in denen die Stoffe direkt zu Spermien gegeben wurden – eine Schwellkörperinjektion ist aber keine Spermieninkubation.

**Was die Studien zeigen:**
- Alprostadil in der für die Harnröhrenanwendung diskutierten Konzentration: zwei Stunden ohne wesentliche Nachteile für Motilität, Vitalität und Membran (L11) [27].
- Papaverin wird als Laborzusatz zur Motilitätssteigerung und vor dem Einfrieren erforscht (L10) (L13) [26,80].
- Phentolamin: 20 µg/ml ohne Effekt, 200 µg/ml weniger Bewegung, 2.000 µg/ml nahezu vollständige Lähmung der Spermien – direkt im Labor zugegeben (L17) [141].

**Was offen bleibt:**
- Ein eigener klinischer Samen- oder Geburtenversuch zu Phentolamin wurde nicht gefunden.
- Bei lokalen Präparaten zählen auch Hilfsstoffe, pH-Wert und Gleitmittel, die mit der Probe in Kontakt kommen [72].

### Yohimbin / Yohimbe (Wirkstoff oder Rindenextrakt)

Die einzige erfasste Humanstudie betrifft die Sexualfunktion (29 Männer mit Orgasmusstörung), nicht die Spermien. Ein Mäuseversuch mit einem Yohimbe-Präparat fand reproduktionstoxische Veränderungen.

**Was die Studien zeigen:**
- Dosierter Wirkstoff und beliebige Rindenextrakte sind nicht dasselbe (A16) [43,58].

**Was offen bleibt:**
- Keine Daten zu Samenwerten oder Schwangerschaft beim Menschen.

### Apomorphin

Tierversuche an Ratten und Hunden über bis zu sechs Monate berichten keine nachteiligen reproduktiven Endpunkte (A15) [42].

**Was die Studien zeigen:**
- Daraus folgt keine klinische Fruchtbarkeits- oder Nachkommensgarantie für Menschen.

**Was offen bleibt:**
- Keine Humanstudie zu Samenwerten erfasst.

### Pflanzliche Potenzmittel (Maca, Ginseng, Tribulus, Tongkat Ali, Ashwagandha u. a.)

Es gibt einzelne günstige Messwertsignale, aber auch belastbare Nullbefunde – und kaum Daten zu Schwangerschaften. „Pflanzlich“ ist weder ein Wirksamkeits- noch ein Sicherheitsnachweis.

**Was die Studien zeigen:**
- Die größeren Placebostudien fanden keinen Nutzen: Safran bei 260 Männern (P10) [109] und die Rezeptur Wuzi Yanzong bei 253 Männern, auch nicht für natürliche Schwangerschaften (P15) [114].
- Maca: mal ein Konzentrationssignal (P03) [54], mal kein Vorteil gegenüber Placebo, das ebenfalls besser wurde (P04) [55].
- Ashwagandha: in einer Pilotstudie stieg die Konzentration von 9,6 auf 25,6 Mio./ml – gemessen am eigenen Ausgangswert, nicht als Effekt gegenüber Placebo (P07) [106].
- Tongkat Ali: von 350 Männern beendeten nur 75 den ersten Zyklus; die berichteten elf Schwangerschaften lassen sich ohne Vergleichsgruppe nicht dem Extrakt zuschreiben (P05) [56].
- Ingwer verbesserte in einer Placebostudie einen DNA-Messwert, nicht aber das übliche Spermiogramm (P13) [112].
- Bei Epimedium/Icariin stammen die Daten aus Tier- und Zellversuchen mit günstigen und ungünstigen Dosisbereichen; eine Arbeit wurde zurückgezogen (A13) (A14) [40,41,82].

**Was offen bleibt:**
- Zwei Produkte mit gleichem Namen können ganz verschiedene Mengen und Inhaltsstoffe enthalten [113].
- Ein Libido- oder Testosteronanstieg beweist keine bessere Zeugungsfähigkeit.

### Produkt mit unklarer Zusammensetzung (aus dem Internet, ohne Rezept)

In einer US-Untersuchung enthielten 74 von 91 Proben angeblich natürlicher Potenzprodukte (81 %) nicht deklarierte PDE5-Wirkstoffe oder deren Abwandlungen [127].

**Was die Studien zeigen:**
- Die FDA warnte auch 2026 vor Produkten mit verstecktem Sildenafil und Tadalafil [67].
- Für chemisch abgewandelte Analoga gibt es keine Samenstudien – die Daten der Originalwirkstoffe gelten für sie nicht [127].

**Was offen bleibt:**
- Welche Substanz in welcher Menge wirklich eingenommen wurde, lässt sich ohne Analyse nicht sagen.

### „Testosteron-Booster“, Testosteron, Anabolika (keine Potenzmittel im engeren Sinn)

Von außen zugeführtes Testosteron kann die eigene Spermienproduktion unterdrücken oder ganz zum Erliegen bringen – auch wenn Erektion und Libido besser werden.

**Was die Studien zeigen:**
- Die amerikanischen Fachgesellschaften AUA/ASRM raten bei aktuellem oder künftigem Kinderwunsch von einer Testosteron-Monotherapie ab [71].
- Im direkten Vergleich sank die Spermienproduktion unter Testosterongel, während sie unter Enclomiphen erhalten blieb [125].
- Nach hormoneller Unterdrückung dauerte es im Median 3,4 Monate bis zu 20 Mio./ml wieder erreicht waren [124]; nach Anabolikamissbrauch wurde die Erholung mit etwa einem Jahr beschrieben, nicht bei allen vollständig [129].
- Ein PDE5-Hemmer hebt diese Unterdrückung nicht auf [71].

**Was offen bleibt:**
- Frei verkäufliche „Booster“ sind weder eine geprüfte Hormontherapie noch automatisch fruchtbarkeitsfördernd.

## Situationen und Begleitmedikamente

### Erektionsstörung bei Kinderwunsch

Eine ärztlich verordnete PDE5-Behandlung kann Geschlechtsverkehr oder Samengewinnung überhaupt erst ermöglichen – ein unmittelbarer Nutzen für den Kinderwunsch, auch wenn sich das Spermiogramm nicht verändert [44,45,63].
Die Europäische Gesellschaft für Sexualmedizin (ESSM) empfiehlt PDE5-Hemmer für infertile Männer mit Erektionsstörung [63]. Aus den Daten folgt kein pauschaler Grund, ein solches Medikament wegen Kinderwunsch abzusetzen.

### Was bei Kinderwunsch belegt ist – und was nicht

Ob durch ein Potenzmittel mehr Kinder geboren werden, ist viel schlechter untersucht als die Frage, ob sich ein Spermiogramm verändert [59–61].
Für die Gesundheit von Kindern nach Einnahme durch den Vater fehlt eine ausreichend große Studie. Ein Schaden ist damit weder bewiesen noch ausgeschlossen. Eine feste Wartefrist lässt sich aus den Daten nicht ableiten.
Die Wirkstoffmenge im Ejakulat ist sehr gering (unter 0,0005 % der Dosis) – das spricht gegen eine Übertragung in der Größenordnung einer Tablette auf die Partnerin, ist aber keine direkte Messung [1,64,96].

### Potenzmittel als „Spermien-Booster“?

Die Studienlage rechtfertigt keine Einnahme von PDE5-Hemmern oder Pflanzenprodukten ohne entsprechende Indikation als Fruchtbarkeitsbehandlung. Welches Mittel „am besten für Spermien“ ist, lässt sich mit den vorhandenen Vergleichen nicht belastbar beantworten.
Die Dosen aus Studien sind keine Selbstbehandlungsdosen – insbesondere die täglichen Hochdosis-Sicherheitsstudien sind kein Einnahmeschema.

### Auffälliges Spermiogramm

Der Befund sollte unter vergleichbaren Bedingungen wiederholt und zusammen mit Anamnese und Untersuchung bewertet werden; ein einzelner Wert entscheidet nicht über die Fruchtbarkeit eines Paares [71,72].
Kleine Verbesserungen in Studien mit infertilen Männern ersetzen keine Ursachenabklärung bei Urologie oder Andrologie [71].
Ein zeitlicher Zusammenhang mit einer Einnahme ist ein Hinweis, aber noch kein Beweis. Ein Wechsel oder Absetzversuch gehört in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.

### Vor IUI, IVF oder ICSI

Bei Schwierigkeiten mit der Samengewinnung sollte das Kinderwunschzentrum frühzeitig einen Plan machen: Tablette, vorher eingefrorene Probe, operative Gewinnung oder Laboraktivierung lösen verschiedene Probleme [46].
Pentoxifyllin oder Theophyllin werden im Labor eingesetzt, um lebende, aber unbewegliche Spermien für ICSI zu finden (F04) (F05) [47,48] – das ist etwas völlig anderes als eine Tablette des Mannes.
Gleitmittel und gewöhnliche Kondome sind für die Probengewinnung nicht automatisch geeignet; im Labor unterschieden sich Beweglichkeit und Vitalität je nach Produkt deutlich [72,121].

### Ejakulationsstörung

Erektions- und Ejakulationsstörungen haben verschiedene Ursachen. Ein PDE5-Hemmer behebt keinen gestörten Ejakulationsreflex und keinen verschlossenen Samenweg [132].
Je nach Ursache kommen Vibrationsstimulation, Elektroejakulation oder operative Spermiengewinnung in Betracht [63,132].

### Warnung: Gegenanzeige: Nitrate und PDE5-Hemmer

PDE5-Hemmer dürfen nicht zusammen mit organischen Nitraten oder NO-Spendern eingenommen werden; auch Riociguat und Nicorandil sind ausgeschlossen. Es drohen gefährliche Blutdruckabfälle – unabhängig vom Kinderwunsch [73].
Das gilt auch für Produkte mit verstecktem Sildenafil oder Tadalafil.

### Alpha-Blocker

Zwei Ebenen: Blutdruckwechselwirkung mit PDE5-Hemmern einerseits, weniger Ejakulat andererseits. Unter 0,8 mg Tamsulosin hatten 35 % der gesunden Männer keinen antegraden Samenerguss [130].
Ein plötzlich kleineres Ejakulat bedeutet in dieser Kombination nicht automatisch weniger Spermienproduktion.

### SSRI

Unter fünf Wochen Paroxetin stieg die DNA-Fragmentation von 13,8 % auf 30,3 %, obwohl das übliche Spermiogramm unauffällig blieb [92]. Das gilt für genau diesen Wirkstoff und lässt sich nicht auf jedes Antidepressivum übertragen.
Eine notwendige psychiatrische Behandlung bitte nicht eigenmächtig absetzen – das ist Thema für ein ärztliches Gespräch.

### 5α-Reduktasehemmer

Über ein Jahr veränderten Finasterid 5 mg und Dutasterid Volumen, Gesamtzahl und Motilität; die Konzentration sank laut korrigierter Fassung nicht signifikant (−7,4 % bzw. −3,2 %) [93,94].
Tadalafil gleicht diese Effekte nicht nachweislich aus.

### Warnung: Testosteron unterdrückt die Spermienproduktion

Bessere Erektion bei gleichzeitig schlechterer Fruchtbarkeit ist unter Testosteron oder Anabolika möglich. Ein PDE5-Hemmer hebt die Unterdrückung nicht auf [71].
Bei Kinderwunsch: ärztliche Abklärung der Hormonachse; fertilitätserhaltende Alternativen sind diagnoseabhängig [125].

### Warnung: Starke CYP3A4-Hemmer

Ritonavir erhöhte die Sildenafil-Exposition etwa elffach, Ketoconazol die Avanafil-Exposition etwa 13-fach [96,98]. Avanafil darf mit starken CYP3A4-Hemmern nicht kombiniert werden.
Die Samenstudien an gesunden Männern bilden diese Situation nicht ab.

### Fruchtbarkeits-Supplemente

Große Placebostudien fanden keinen Nutzen: 5 mg Folsäure plus 30 mg Zink bei 2.370 Männern – Lebendgeburten 34 % gegenüber 35 %, die DNA-Fragmentation lag im Supplementarm sogar etwas höher [123]; auch die Antioxidantienstudien MOXI und SUMMER ohne Vorteil [122,135].
Ein nachgewiesener Mangel ist eine andere Situation als eine Einnahme „auf Verdacht“.

### Warnung: Produkte aus dem Internet

81 % der untersuchten angeblich natürlichen Potenzprodukte enthielten nicht deklarierte Wirkstoffe [127]. Dann weißt du nicht, was du nimmst – auch die Nitrat-Gegenanzeige kann unbemerkt greifen.
Für ein Arztgespräch Hersteller, Zusammensetzung, Charge und Menge notieren.

## Wie gut ist die Studienlage?

| Fragestellung | Urteil | Grund |
|---|---|---|
| Konventionelle Samenwerte bei ausgewählten Männern unter Sildenafil/Tadalafil/Vardenafil | Überwiegend beruhigend; mäßige, populationsgebundene Sicherheit | Kontrollierte Humanversuche, aber begrenzte Gruppen und Zeiträume |
| Avanafil und konventionelle Samenwerte | Beruhigender regulatorischer Nachweis; quantitative Detailbewertung begrenzt | Randomisierung und 181/137 Männer verifiziert; armbezogene Ausfälle und Effektschätzer offen |
| Udenafil und konventionelle Samenwerte | Vorläufig beruhigender Nichtunterlegenheitsbefund mit numerischem Konzentrationssignal | 239 randomisierte Männer, aber nur Kongressabstract und unvollständige Analysepopulation |
| Verbesserung von Motilität bei männlicher Infertilität | Möglich, klinischer Zusatznutzen unsicher | Kleine/heterogene Versuche und unterschiedliche Kontrollen |
| Morphologie als Therapieendpunkt | Keine allgemeine Wirkungsgarantie | Messstandards und Populationen variieren |
| DNA, Chromatin und Epigenetik nach oraler Einnahme | Unzureichend für ein umfassendes Urteil | Spezifische Endpunkte fehlen in wesentlichen Sicherheitsversuchen |
| Mehr Schwangerschaften oder Lebendgeburten durch orale PDE5-Therapie | Kein tragfähiger allgemeiner Wirksamkeitsnachweis | Samenparameter überwiegen, direkte Paarendpunkte begrenzt |
| Ermöglichung von Geschlechtsverkehr oder Samengewinnung bei ED | Klinisch plausibel und durch Anwendungsberichte gestützt | Funktioneller Nutzen; andere Fragestellung als Spermienverbesserung |
| Pflanzenprodukte als Fertilitätstherapie | Uneinheitlich und insgesamt unsicher | Kleine Studien, Extraktunterschiede, teils fehlende Kontrollen |
| Langfristige Gesundheit von Kindern nach väterlicher PDE5-Einnahme | Nicht ausreichend untersucht | Keine umfassende Expositions- und Nachkommensnachbeobachtung in dieser Evidenzbasis |

## Mythen-Check

- „Tadalafil verändert die Spermienzahl nie.“ – Stimmt so nicht. Zu absolut: In der 9-Monats-Studie war ein Konzentrationsabfall um mindestens 50 % unter Tadalafil häufiger (12,6 % gegenüber 2,1 %), und die Produktinformation nennt Abnahmen in zwei von drei Studien (H07) [6,64].
- „Für Avanafil gibt es keine Daten zu Spermien.“ – Stimmt so nicht. Falsch: Eine 26-wöchige Placebostudie mit 181 Männern ist Teil der Zulassungsunterlagen (H18) [65,76].
- „Negative Effekte treten nur bei extremen Tierdosen auf.“ – Stimmt so nicht. Auch Versuche mit menschlichen Spermien im Labor zeigen ungünstige Motilitäts- oder Funktionsbefunde (L05) (L03) [19,21].
- „Bessere Beweglichkeit der Spermien bedeutet bessere Fruchtbarkeit.“ – Stimmt so nicht. Nicht ausreichend: Akrosomfunktion, richtiger Zeitpunkt, die übrigen Spermienmerkmale und Faktoren der Partnerin zählen ebenso. Im Labor stieg teils die Beweglichkeit und zugleich die vorzeitige Akrosomreaktion (L03) [19].
- „Ein unverändertes Spermiogramm heißt: kein Risiko für DNA oder Kinder.“ – Stimmt so nicht. Das Spermiogramm prüft DNA, Chromatin und Epigenetik nicht. Unter Paroxetin etwa verdoppelte sich die DNA-Fragmentation bei unauffälligem Spermiogramm [92].
- „Pflanzlich ist sicherer.“ – Stimmt so nicht. Keine wissenschaftliche Schlussfolgerung: Extrakt, Dosis, Zusammensetzung und Qualitätskontrolle entscheiden. 81 % der geprüften „natürlichen“ Produkte enthielten versteckte Arzneistoffe [127].
- „Eine Stunde nach der Tablette sind mehr Spermien gebildet worden.“ – Stimmt so nicht. Die Spermienbildung dauert Wochen. Ein akuter Unterschied geht auf vorhandene Zellen, Drüsensekrete, Entleerung oder Probenaufbereitung zurück [72].
- „Ein Potenzmittel kann beim Kinderwunsch helfen, obwohl sich das Spermiogramm nicht ändert.“ – Stimmt. Ja: Wenn eine Erektionsstörung Geschlechtsverkehr oder die Probenabgabe verhindert, beseitigt die Behandlung genau diese Hürde [44,45,63].
- „Testosteron aus der Tube kann die eigene Spermienproduktion bremsen.“ – Stimmt. Ja: Über die hormonelle Rückkopplung kann die Spermienproduktion sinken oder ganz aussetzen; die Erholung dauert oft Monate [71,124].
- „Häufigerer Sex nach erfolgreicher Behandlung kann Laborwerte verändern.“ – Stimmt. Ja: Eine kürzere Abstinenz senkt meist Volumen und Konzentration – in einer Studie fiel zugleich die DNA-Fragmentation von 34,6 % auf 23,7 % [120]. Das muss in Studien mitgemessen werden.

## Häufige Fragen

### Schadet Viagra (Sildenafil) den Spermien?

Kontrollierte Studien finden bei ausgewählten Männern überwiegend keine nachteiligen Veränderungen von Konzentration, Beweglichkeit und Form der Spermien – auch nicht bei sechsmonatiger täglicher Einnahme von 100 mg. Laborversuche sind widersprüchlich, und DNA, Epigenetik sowie die Gesundheit von Kindern sind nicht umfassend untersucht.

### Beeinflusst Cialis (Tadalafil) die Fruchtbarkeit?

Zwei sechsmonatige Placebostudien mit über 400 Männern fanden insgesamt keinen nachteiligen Einfluss. In einer neunmonatigen Studie mit täglich 20 mg trat ein Konzentrationsabfall um mindestens 50 % aber häufiger auf als unter Placebo (12,6 % gegenüber 2,1 %); acht von zwölf dieser Männer erreichten sechs Monate nach dem Absetzen wieder ihren Ausgangswert.

### Kann man mit Viagra ein Kind zeugen?

Ja. Bei einer Erektionsstörung kann ein PDE5-Hemmer wie Viagra Geschlechtsverkehr oder die Samengewinnung überhaupt erst ermöglichen; die Europäische Gesellschaft für Sexualmedizin empfiehlt ihn infertilen Männern mit Erektionsstörung. Dass Viagra die Chance auf eine Schwangerschaft darüber hinaus erhöht, ist nicht belegt.

### Muss ich Viagra oder Cialis bei Kinderwunsch absetzen?

Aus den Studien folgt kein pauschaler Grund, eine ärztlich verordnete Behandlung einer Erektionsstörung wegen Kinderwunsch abzusetzen. Eine belegte Wartefrist gibt es nicht. Ein Wechsel oder Absetzversuch sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen und bei auffälligem Spermiogramm mit wiederholten Messungen begleitet werden.

### Gelangt der Wirkstoff ins Sperma und zur Partnerin?

In geringen Mengen: Nach 100 mg Sildenafil fanden sich im Samen im Mittel 51,4 ng/ml nach 1,5 Stunden, unter 0,0002 % der Dosis; bei Tadalafil weniger als 0,0005 %. Das spricht gegen eine Übertragung in der Größenordnung einer Tablette, eine direkte Messung der Aufnahme durch die Partnerin fehlt jedoch.

### Verbessern Potenzmittel die Spermienqualität?

Einzelne kleine Studien berichten bessere Beweglichkeit, vor allem kurz nach der Einnahme. Das reicht nicht, um PDE5-Hemmer als Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit zu empfehlen. Dass dadurch mehr Kinder geboren werden, ist nicht belegt.

### Wie lange ist Viagra oder Cialis im Körper?

Die Halbwertszeit beträgt bei Sildenafil etwa 4 Stunden, bei Vardenafil 4 bis 5, bei Avanafil etwa 5 und bei Tadalafil etwa 17,5 Stunden. Das beschreibt den Abbau im Blut; eine im Samen gemessene Wartezeit vor einer Zeugung lässt sich daraus nicht ableiten.

### Hilft Viagra bei der Probenabgabe für Spermiogramm oder IVF?

Ja, bei vorübergehenden Erektionsproblemen am Tag der Probenabgabe wird Sildenafil in Kinderwunschzentren eingesetzt; Fallberichte und eine Pilotstudie zeigen, dass die Gewinnung damit gelingt. Das Zentrum sollte frühzeitig einen Plan machen, etwa auch eine vorher eingefrorene Reserveprobe.

### Welche Medikamente darf man nicht mit Potenzmitteln nehmen?

PDE5-Hemmer wie Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil und Avanafil dürfen nicht mit organischen Nitraten oder NO-Spendern (auch „Poppers“), Riociguat oder Nicorandil kombiniert werden, weil der Blutdruck gefährlich abfallen kann. Starke CYP3A4-Hemmer wie Ritonavir oder Ketoconazol erhöhen die Wirkstoffmenge deutlich.

### Sind pflanzliche Potenzmittel besser für die Spermien?

Nein, das lässt sich nicht sagen. Es gibt einzelne günstige Messwertsignale, etwa zu Maca oder Ashwagandha, aber auch größere Placebostudien ohne Nutzen, etwa zu Safran (260 Männer) und zur Rezeptur Wuzi Yanzong (253 Männer). In einer US-Untersuchung enthielten 81 % angeblich natürlicher Potenzprodukte nicht deklarierte Arzneistoffe.

### Was ist mit Testosteron-Boostern?

Von außen zugeführtes Testosteron kann die eigene Spermienproduktion unterdrücken. Fachgesellschaften raten bei Kinderwunsch von einer Testosteron-Monotherapie ab; nach hormoneller Unterdrückung dauerte die Erholung im Median 3,4 Monate. Frei verkäufliche „Booster“ sind weder eine geprüfte Hormontherapie noch automatisch fruchtbarkeitsfördernd.

### Schadet ein Potenzmittel des Vaters dem Kind?

Das ist nicht ausreichend untersucht. Die Studien prüften überwiegend das übliche Spermiogramm und Hormone, nicht DNA, Epigenetik oder die Gesundheit von Kindern. Ein Schaden ist damit weder bewiesen noch ausgeschlossen; eine große Studie mit nachbeobachteten Kindern fehlt.

## Studienmatrix (96 Studien)

Ebenen: H = Humanstudie, L = Labor mit menschlichen Spermien, A = Tierversuch/nicht menschlich, F = Reproduktionsmedizin/Funktion, P = Pflanzen- und Naturprodukt. Die Befundrichtung beschreibt den gemessenen Endpunkt, nicht die Fruchtbarkeit insgesamt.

| ID | Quelle | Exposition | Befund | Richtung | Gewichtung |
|---|---|---|---|---|---|
| H01 | Purvis 2002 [1] | Sildenafil 100 mg einmalig, Crossover | Keine signifikante Änderung | kein Nachteil gefunden | Begrenzt, kontrollierte akute Samenwerte |
| H02 | Aversa 2000 [2] | Sildenafil 100 mg einmalig | Samenwerte unverändert | kein Nachteil gefunden | Begrenzt, akute Samen-/Sexualfunktion |
| H03 | du Plessis 2004 [3] | Sildenafil 50 mg einmalig gegen Placebo, Crossover | Kinematische/funktionelle Signale | gemischt | Begrenzt, akute Spermienfunktion |
| H04 | Pomara 2007 [4] | Sildenafil 50 mg / Tadalafil 20 mg einmalig | Unterschiedliche Motilitätsbefunde | gemischt | Begrenzt, akute Motilität |
| H05 | Hellstrom 2003 [5] | Tadalafil 10 mg täglich, 6 Monate | Insgesamt beruhigend | kein Nachteil gefunden | Relativ tragfähig, sechsmonatige Samenwerte |
| H06 | Hellstrom 2003 [5] | Tadalafil 20 mg täglich, 6 Monate | Insgesamt beruhigend | kein Nachteil gefunden | Relativ tragfähig, sechsmonatige Samenwerte |
| H07 | Hellstrom 2008 [6] | Tadalafil 20 mg täglich, 9 Monate | Nichtunterlegenheit; numerisches Konzentrationssignal | gemischt | Relativ tragfähig mit wichtigen Vorbehalten |
| H08 | Jarvi 2008 [7] | Vardenafil 20 mg / Sildenafil 100 mg / Placebo täglich, 6 Monate | Keine klinisch relevanten Unterschiede | kein Nachteil gefunden | Relativ tragfähig, sechsmonatige Samenwerte |
| H09 | Dimitriadis 2010 [8] | Vardenafil / Sildenafil / Carnitin / unbehandelt, 12 Wochen | Verbesserungen einzelner Werte | günstiges Signal | Begrenzt, Fertilitätsmarker |
| H10 | Rago 2012 [9] | Vardenafil 10 mg einmalig oder jeden zweiten Tag, 15 Tage | Motilität; im längeren Arm weitere Änderungen | günstiges Signal | Begrenzt, kurze Samenwertänderung |
| H11 | La Vignera 2013 [10] | Tadalafil 5 mg, 3 Monate | Nutzen in bestimmter Ultraschall-Untergruppe | günstiges Signal | Explorativ, krankheitsspezifische Entleerungs-/Samenbefunde |
| H12 | Corvasce 2015 [11] | Tadalafil 5 mg täglich, 12 Wochen | Einzelne Werte verbessert | günstiges Signal | Explorativ, Vorher-nachher-Samenwerte |
| H13 | Yang 2014 [12] | Tadalafil 20 mg / Sildenafil 100 mg akut | Keine signifikante akute CASA-/Akrosomänderung | kein Nachteil gefunden | Begrenzt, akute CASA-/Akrosomparameter |
| H14 | Tsounapi 2018 [13] | Avanafil / Mikronährstoffe / Carnitin / Kombination / unbehandelt; 90 Tage | Funktionelle Verbesserungen berichtet | günstiges Signal | Begrenzt, funktionelle Samenparameter |
| H15 | Lee und Yu 2024 [14] | Tadalafil 5 mg, Carnitin, Serenoa oder Kombination, 3 Monate | Mehrere Symptom-/Samenwerte verbessert | günstiges Signal | Begrenzt, Unterschiede aktiver Regime |
| H16 | Morales Martínez 2021 [15] | Sildenafil 100 mg, Probe nach 1 h; eigener Ausgangsvergleich | Mehr bewegliche Spermien nach Aufbereitung | günstiges Signal | Explorativ, Ausbeute nach Aufbereitung |
| H17 | Ali und Rakkah 2007 [16] | Sildenafil 100 mg, als chronisch beschrieben | Unterschiedliche Parameteränderungen | gemischt | Explorativ, diabetesbezogene Samenbefunde |
| H18 | Avanafil-Zulassungsdaten [65,76] | Avanafil 100 mg / Placebo täglich, 26 Wochen | Keine ungünstigen konventionellen Samenbefunde laut FDA | kein Nachteil gefunden | Relativ tragfähiges Design, Auswertung begrenzt |
| H19 | Sikka 2014 [75] | Udenafil 150 mg täglich, 26 Wochen | Nichtunterlegenheit; numerisches Konzentrationssignal | gemischt | Begrenzt, Nichtunterlegenheitsendpunkt |
| H20 | Zhang 2019 [78] | Sildenafil allein / plus Stellatumblockade | Beide verbessert, Kombination stärker laut Abstract | günstiges Signal | Begrenzt, Kombination bei sexueller Dysfunktion |
| H21 | Du 2021 [79] | Stoßwellen plus Tadalafil / zusätzlich Aspirin, 4 Wochen | Günstigere Samenwerte mit Aspirinzusatz | günstiges Signal | Explorativ, Zusatz von Aspirin |
| H22 | La Vignera 2017 [84] | Tadalafil 5 mg täglich, 6 Monate | Motilitätssignal in PVE-Untergruppe | günstiges Signal | Explorativ, spezifische MAGI-Untergruppe |
| H23 | La Vignera 2013, Diabetes [85] | Tadalafil 5 mg täglich versus 0,500 g L-Arginin, 3 Monate | Drüsenfunktion, Volumen/Gesamtzahl/Motilität verändert | gemischt | Explorativ, Diabetes/Neuropathie |
| H24 | Moreno Acosta 2021 [101], 28 subfertile Männer | Sildenafil 50 mg einmal / eigene Ausgangsproben | Akutes Motilitätssignal | günstiges Signal | Zusätzlicher klinischer Akutbefund |
| L01 | Burger 2000 [17] | Sechs normale und sechs infertile Spender | Keine klare Beeinträchtigung der geprüften Funktionen | kein Nachteil gefunden | Explorativ, direkte Spermienfunktion |
| L02 | Lefièvre 2000 [18] | Sildenafil an gewaschenen Spermien | Motilität/Kapazitation verändert, keine ausgelöste Akrosomreaktion | gemischt | Explorativ, Mechanismus |
| L03 | Glenn 2007 [19] | 57 Patientenproben, 0,67 µM | Motilität höher, Akrosomreaktion ebenfalls höher | gemischt | Explorativ, Motilität/Akrosom |
| L04 | Mostafa 2007 [20] | 85 asthenozoosperme Proben; Sildenafil-Lösungen | Konzentrationsabhängige Motilitätsstimulation | günstiges Signal | Explorativ, Konzentrationsabhängigkeit |
| L05 | Sousa 2014 [21] | 0,03 / 0,3 / 3 µM Sildenafil | Motilität geringer; Superoxid verändert | ungünstiges Signal | Explorativ, Motilität/Energie-/ROS-Marker |
| L06 | Song 2021 [22] | 32 Männer; Sildenafil/Tadalafil für bis 120 min | Keine signifikante Motilitäts-/Akrosomänderung | kein Nachteil gefunden | Explorativ, kontrollierte Laborparameter |
| L07 | Tardif 2014 [23] | Screening von 43 PDE-Hemmer-Verbindungen | Einige funktionell interessante Kandidaten | gemischt | Explorativ, Wirkstoffscreening |
| L08 | Lu 2018 [24] | 30 Spender, Vardenafil vor Kryokonservierung | Mittlere Konzentration günstiger, hohe ungünstiger | gemischt | Explorativ, Kryokonservierung |
| L09 | Kohzadi 2024 [25] | 30 asthenozoosperme Proben; fünf Bedingungen | Schutzsignale nach Gefrieren/Auftauen | günstiges Signal | Explorativ, Kryoprotektion |
| L10 | Ibis 2021 [26] | 20 Proben; Papaverin | Labor-Motilitätsstimulation untersucht | günstiges Signal | Explorativ, Papaverin-Motilität |
| L11 | Hellstrom 1998 [27] | Zehn Spender; Alprostadil/Prazosin, 2 h | Bei untersuchten Konzentrationen überwiegend unauffällig | kein Nachteil gefunden | Explorativ, lokale Expositionshypothese |
| L12 | Efremov 2013 [77] | 182 Spender, geteilte Proben; vier PDE5-Hemmer, 1/3 h | Dosis-/zeitabhängig positive und negative Motilitätsbefunde | gemischt | Explorativ, vier Wirkstoffe in geteilten Proben |
| L13 | Papaverin 2025 [80] | 30 asthenozoosperme Proben, 100 µM, 30 min vor Gefrieren | Günstigere post-thaw Funktions-/Stressmarker | günstiges Signal | Explorativ, Papaverin/Kryokonservierung |
| L14 | Kohzadi 2023 [86] | 30 asthenozoosperme Proben, frisch/gefroren/gefroren plus Sildenafil | DNA-/Protaminmarker günstiger, Akrosomintegrität ungünstiger | gemischt | Explorativ, DNA/Chromatin bei Kryokonservierung |
| L15 | Gruber 2022 [87] | Spenderspermien, Screening etwa 17.000 Substanzen, 6,25 µM/10 min | Sildenafil/Vardenafil keine positiven Motilitätstreffer | kein Nachteil gefunden | Mechanistisch informativ, Motilitätsscreening |
| L16 | Mostafa 2007 [134], 70 Proben | Zugegebene Tadalafil-Lösungen / geteilter Kontrollansatz | Konzentrationsabhängig günstig oder ungünstig | gemischt | Gepaarte menschliche Laboransätze |
| L17 | Andrade 2000 [141], USA | Sildenafil und Phentolamin direkt in menschlichen Proben; 30 Minuten | Hohe Konzentrationen vermindern Motilität | ungünstiges Signal | Explorativ, direkte Laborzugabe |
| L18 | Huang 2014 [142], China | Icariin an oxidativ geschädigten menschlichen Spermien | Schutzsignal in Raman-Spektren | günstiges Signal | Explorativ, Laborschutzsignal |
| A01 | Glenn 2009 [28] | Männchen erhielten 0,06 mg in 0,05 ml per Magensonde | Weniger Befruchtung und entwickelte Embryonen | ungünstiges Signal | Explorativ, Fertilisation/Embryo im Mausmodell |
| A02 | Sildenafil-Überdosierung 2011 [29] | 0/1/3/6/9 mg/kg täglich, vier Wochen | Histologische Hodenschäden | ungünstiges Signal | Explorativ, Kaninchenhistologie |
| A03 | Nna 2017 [30] | Sildenafil/Tadalafil je 10 mg/kg, Tramadol 20 mg/kg; 8 Wochen plus 8 Wochen Erholung | Histologische Schäden; Erholung unvollständig | ungünstiges Signal | Explorativ, Histologie/Erholung |
| A04 | El-Sheikh 2021 [31] | Sildenafil 4,5/9 mg/kg, Clomipramin 2,25 mg/kg oder Kombination; 8 Wochen plus 4 Wochen Erholung | Negative Samen-/Hormonbefunde; Erholung nach Sildenafil | ungünstiges Signal | Explorativ, Samen/Hormone/Erholung |
| A05 | Sildenafil/Antibiotika 2012 [32] | Sildenafil, Isoniazid, Streptomycin | Teilweise günstige Spermien-/Hodenbefunde | günstiges Signal | Explorativ, Arzneimittelschädigungsmodell |
| A06 | Vardenafil 2009 [33] | 1 mg/kg intraperitoneal während Ischämie | Weniger Zellschädigung | günstiges Signal | Explorativ, Schutz nach Torsion |
| A07 | PDE5-Hemmer bei Torsion 2008 [34] | Sildenafil/Vardenafil | Keimzellapoptose/NOS untersucht | ohne klare Richtung | Explorativ, Apoptose/NOS |
| A08 | Tadalafil/Arginin 2017 [35] | Einzel- und Kombinationsbehandlung | Schutz histologischer/oxidativer Endpunkte berichtet | günstiges Signal | Explorativ, Ischämie/Reperfusion |
| A09 | Tadalafil/Darbepoetin 2018 [36] | Einzel-/Kombinationsbehandlung | Schutzsignale | günstiges Signal | Explorativ, Ischämie/Reperfusion |
| A10 | Tadalafil/Verapamil 2018 [37] | Untersuchung nach Reperfusion | Günstigere oxidative/funktionelle Befunde | günstiges Signal | Explorativ, Ischämie/Reperfusion |
| A11 | Kim 2022 [38] | Tadalafil 0,3/1 mg/kg, einmalig oder vier Wochen | Günstigere Histologie/Spermatogenese im Schädigungsmodell | günstiges Signal | Explorativ, vierwöchige Spermatogenesehistologie |
| A12 | Yetemen 2026 [39] | 1 mg/kg täglich, 75 Tage | Motilität besser, Apoptose geringer | gemischt | Explorativ, Varikozelenmodell |
| A13 | Icariin 2014 [40] | 0/50/100/200 mg/kg, 35 Tage | Dosisabhängig günstige/ungünstige Befunde | gemischt | Explorativ, Icariin-Reproduktion |
| A14 | Icariin 2024, ZURÜCKGEZOGEN [41,82] | Ursprünglicher Tierversuchsbericht | Ergebnisse wegen Rückzug nicht zur Synthese verwendet | zurückgezogen | Von der Ergebnissynthese ausgeschlossen |
| A15 | Youssef 1999 [42] | Subkutan; bis 13 Wochen Ratte bzw. 6 Monate Hund | Keine nachteiligen reproduktiven Endpunkte berichtet | kein Nachteil gefunden | Explorativ für Menschen, direkte Tier-Reproduktionstoxikologie |
| A16 | Yohimbe 2006 [43] | Pflanzenpräparat | Zytologische/reproduktive Toxizität berichtet | ungünstiges Signal | Explorativ, Extrakttoxikologie |
| A17 | Silva 2024 [83] | Tadalafil 0,9/1,8 mg/kg intraperitoneal; Messung Tag 7/15/30 | Frühe Histologiesignale, kein anhaltender Läsionsschutz; Testosteron ungünstig | gemischt | Explorativ, thermisches Schädigungsmodell |
| A18 | Tadalafil-Rattenstudie 2016 [102], 60 Tiere | Drei orale Tagesdosen / Kontrolle, 12 Wochen | Höhere Dosen ungünstig für Hoden/Spermien | ungünstiges Signal | Mehrere Dosen, strukturelle und funktionelle Tierendpunkte |
| A19 | Andric 2009 [103], Mäuse | Sildenafil 25 mg/kg, 4 Wochen | Leydigzell-/Hormonsignal | günstiges Signal | Präklinischer Mechanismushinweis |
| A20 | Sheweita 2020 [104,105] | Rücknahme 13.04.2026 | Aus Ergebnissynthese ausgeschlossen | zurückgezogen | Für Integritätsprüfung relevant |
| A21 | Gray 2016 [143], USA | Ginseng an Eberspermien außerhalb des Körpers | Akrosom- und Chromatinreaktionen verändert | gemischt | Explorativ, nicht menschliche Proben |
| A22 | Jin 2026, online 2025 [144], China | Icariin an Maus-Spermatogonien in Zellkultur | Proliferations- und Signalmarker verändert | günstiges Signal | Explorativ, Zellkultur |
| F01 | Tur-Kaspa 1999 [44] | Sildenafil bei temporärer ED während ART; Fallbericht | Samengewinnung ermöglicht | Sexualfunktion / Probengewinnung | Explorativ, Samengewinnung |
| F02 | Jannini 2004 [45] | 50 mg Sildenafil bei belastender Infertilitätsdiagnostik | Sexualfunktion/Compliance | Sexualfunktion / Probengewinnung | Explorativ, Sexualfunktion/Compliance |
| F03 | Chinesische ART-Strategien [46] | Retrospektiv 93 Fälle temporärer ED am Entnahmetag | Verschiedene Gewinnungs-/Konservierungsstrategien | Sexualfunktion / Probengewinnung | Explorativ, Strategie am Entnahmetag |
| F04 | Ebner 2011 [47] | Theophyllin an aufgetauten Hodenspermien; 65 Patienten | Auswahl, Befruchtung und Schwangerschaft | günstiges Signal | Begrenzt, Laboraktivierung und ICSI-Ergebnisse |
| F05 | Pentoxifyllin 2000 [48] | Lebende unbewegliche Nebenhoden-/Hodenspermien | Auswahl für ICSI; Geburten berichtet | günstiges Signal | Explorativ, ICSI mit vitalen unbeweglichen Zellen |
| F06 | Kovačič 2006 [49] | 1,76 mM Pentoxifyllin für 20 min; 47 behandelte Zyklen | Bewegung in 45/47 Proben ausgelöst | günstiges Signal | Begrenzt, Aktivierung/ICSI |
| F07 | Pentoxifyllin 2014 [50] | Prospektiver Crossover-Versuch bei Asthenozoospermie | ICSI-Ergebnisse untersucht | ohne klare Richtung | Begrenzt, ICSI nach Laborzusatz |
| F08 | Pentoxifyllin 2024 [51] | Retrospektive ICSI-Daten mit statistischem Matching | Schwangerschafts-/Neugeborenenparameter | kein Nachteil gefunden | Begrenzt, beobachtete Schwangerschafts-/Neugeborenenwerte |
| F09 | Boorjian 2007 [119], 30 Männer | Sildenafil, unkontrollierte Behandlung | Sexualfunktion verbessert | Sexualfunktion / Probengewinnung | Funktioneller Nutzen in einer Infertilitätspopulation |
| P01 | Park 2016 [52] | Koreanischer roter Ginseng; 80 Männer mit Varikozele, vier Gruppen, 12 Wochen | Einzelne Samenwerte verbessert | günstiges Signal | Begrenzt, Ginseng/Samenwerte |
| P02 | Melnikovova 2015 [53] | Maca 1,75 g täglich; 20 gesunde Männer, Placebo, 12 Wochen | Pilotdaten | ohne klare Richtung | Begrenzt, Maca-Pilot |
| P03 | Alcalde/Rabasa 2020 [54] | Maca 2 g täglich; 69 Männer, Placebo, 12 Wochen | Konzentrationssignal, andere Größen ohne klare Unterschiede | gemischt | Begrenzt, Maca/Samenwerte |
| P04 | Melnikovova 2021 [55] | Maca 2,8 g täglich; Placebo, 16 Wochen | Kein gesicherter Vorteil | kein Nachteil gefunden | Begrenzt, Maca/Samenwerte |
| P05 | Eurycoma longifolia 2010 [56] | Standardisierter Extrakt 200 mg täglich; unkontrollierte Beobachtung | Verbesserungen und Schwangerschaften berichtet | günstiges Signal | Explorativ, Eurycoma/Samen-/Schwangerschaftsbefunde |
| P06 | Roaiah 2017, online 2016 [57] | 30 Männer; 750 mg täglich, drei Monate | Kein signifikanter Vorher-nachher-Unterschied | kein Nachteil gefunden | Explorativ und vorläufig, Tribulus |
| P07 | Ambiye 2013 [106], 46 Männer | Ashwagandha 675 mg täglich / Placebo, 90 Tage | Günstige Samen-/Hormonsignale | günstiges Signal | Randomisierte Placebopilotstudie |
| P08 | Azgomi 2018 [107], 100 Männer | Withania-Wurzel 5 g / Pentoxifyllin 800 mg täglich, 90 Tage | Änderungen innerhalb der Gruppen; kein signifikanter Gruppenunterschied | ohne klare Richtung | Randomisierter aktiver Vergleich |
| P09 | Heidary 2008 [108], 52 Männer | Safran 50 mg dreimal wöchentlich, 3 Monate | Motilität/Morphologie günstiger | günstiges Signal | Hypothesengenerierender Verlauf |
| P10 | Safarinejad 2011 [109], 260 Männer | Safran 60 mg täglich / Placebo, 26 Wochen | Kein signifikanter Samen-/Antioxidantiennutzen | kein Nachteil gefunden | Größerer kontrollierter Nullbefund |
| P11 | Shukla 2010 [110], 60 belastete infertile Männer | Mucuna-Samenpulver 5 g täglich, 3 Monate | Günstige Stress-/Samenbefunde | günstiges Signal | Stressbezogene klinische Beobachtung |
| P12 | Kolahdooz 2014 [111], 68 Männer | Nigella-Öl 2,5 ml zweimal täglich / Paraffin, 2 Monate | Günstige Samenparameter | günstiges Signal | Placebokontrollierter kleiner Versuch |
| P13 | Hosseini 2016 [112], 100 Männer | Ingwer 250 mg zweimal täglich / Placebo, 3 Monate | DNA-Endpunkt günstiger; konventionelle Parameter nicht signifikant verschieden | gemischt | Kontrollierter spezifischer DNA-Befund |
| P14 | Furosap 2017 [113], 50 Männer | Fenugreek-Extrakt 500 mg täglich, 12 Wochen | Samen-/Hormonänderungen berichtet | günstiges Signal | Explorative Produktuntersuchung |
| P15 | Li 2025 [114,115], 253 rekrutiert, 230 vollständig nachbeobachtet | Modifiziertes Wuzi Yanzong / Placebo, 3 Monate | Kein Nutzen der Samenparameter oder natürlichen Konzeption | kein Nachteil gefunden | Kontrolliertes Ergebnis mit ITT-Angabe |
| P16 | Mao 2017 [116], 216 Männer, 108/108 | Qilin / Wuzi Yanzong, 12 Wochen | Günstigere Parameter unter Qilin berichtet | günstiges Signal | Chinesischer randomisierter aktiver Vergleich |
| P17 | Biswas 2010 [118], 35 aufgenommen, 28 abgeschlossen | Verarbeitetes Shilajit, 90 Tage | Samenänderungen unter Abschließenden | günstiges Signal | Klinischer Verlauf eines verarbeiteten Produkts |
| P18 | Yijingfang 2017 [117], 450 Männer, 300/150 | Rezeptur / Wuzi Yanzong plus L-Carnitin, 3 Monate | Unterschiede einzelner Samenendpunkte | ohne klare Richtung | Größerer randomisierter Vergleich laut Abstract |
| P19 | Gonzales 2001 [136], Peru | Neun Abschließende; Maca 1,5 oder 3 g/Tag, vier Monate | Samenparameter günstiger, Hormone unverändert | günstiges Signal | Explorativ, Maca/Samenwerte |
| P20 | Salvati 1996 [137], Italien | Abstract nennt 66 Personen und drei Gruppen | Günstige Samen- und Hormonsignale | günstiges Signal | Explorativ, Ginseng/Samen- und Hormonwerte |
| P21 | Sellandi 2012 [138], Indien | Randomisiert, doppelblind, Gokshura- oder Placebogranulat, 60 Tage | Verbesserungen in beiden Armen | ohne klare Richtung | Begrenzt, Tribulus mit Placebokontrolle |
| P22 | Salgado 2017 [139], Brasilien | 65 Männer; Androsten mit 250 mg Tribulus-Extrakt je Kapsel | Konzentration und Motilität günstiger berichtet | günstiges Signal | Explorativ, Tribulus-Präparat |
| P23 | Ahmad 2010 [140], Indien | 75 infertile und 75 fertile Vergleichspersonen | Samen-, Hormon- und oxidative Marker günstiger | günstiges Signal | Explorativ, Ashwagandha/Samen- und Oxidationsmarker |

## Grenzen

Breit angelegte, quellenkritische Literaturübersicht, kein vollständiges systematisches Review nach PRISMA; keine eigene Metaanalyse. Für Spermien-DNA, Epigenetik, Schwangerschaft, Lebendgeburt und die Gesundheit von Kindern nach väterlicher Einnahme fehlen ausreichende Studien. Kein Ersatz für ärztlichen Rat; keine Dosierungs- oder Absetzempfehlung.

## Quellen

1. Purvis K et al. The effects of sildenafil on human sperm function in healthy volunteers. Br J Clin Pharmacol. 2002;53 Suppl 1:53S–60S. DOI: 10.1046/j.0306-5251.2001.00033.x. PMID: 11879260. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC1874253/
2. Aversa A et al. Effects of sildenafil (Viagra) administration on seminal parameters and post-ejaculatory refractory time in normal males. Hum Reprod. 2000;15(1):131–134. DOI: 10.1093/humrep/15.1.131. PMID: 10611201. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10611201/
3. du Plessis SS, de Jongh PS, Franken DR. Effect of acute in vivo sildenafil citrate and in vitro 8-bromo-cGMP treatments on semen parameters and sperm function. Fertil Steril. 2004;81(4):1026–1033. DOI: 10.1016/j.fertnstert.2003.09.054. PMID: 15066459. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15066459/
4. Pomara G et al. Alterations in sperm motility after acute oral administration of sildenafil or tadalafil in young, infertile men. Fertil Steril. 2007;88(4):860–865. DOI: 10.1016/j.fertnstert.2006.12.019. PMID: 17544419. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17544419/
5. Hellstrom WJG et al. Tadalafil has no detrimental effect on human spermatogenesis or reproductive hormones. J Urol. 2003;170(3):887–891. DOI: 10.1097/01.ju.0000081053.97792.da. PMID: 12913723. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12913723/
6. Hellstrom WJG et al. An evaluation of semen characteristics in men 45 years of age or older after daily dosing with tadalafil 20mg … Eur Urol. 2008;53(5):1058–1065. DOI: 10.1016/j.eururo.2007.09.046. PMID: 17945409. Titel gekürzt; neunmonatige Studie. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17945409/
7. Jarvi K et al. Daily vardenafil for 6 months has no detrimental effects on semen characteristics or reproductive hormones in men with normal baseline levels. J Urol. 2008;179(3):1060–1065. DOI: 10.1016/j.juro.2007.10.077. PMID: 18206950. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18206950/
8. Dimitriadis F et al. Effects of phosphodiesterase 5 inhibitors on Leydig cell secretory function in oligoasthenospermic infertile men: a randomized trial. BJU Int. 2010;106(8):1181–1185. DOI: 10.1111/j.1464-410X.2010.09243.x. PMID: 20184572. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20184572/
9. Rago R et al. Effect of vardenafil on semen parameters in infertile men: a pilot study evaluating short-term treatment. J Endocrinol Invest. 2012;35:897–900. DOI: 10.3275/8368. PMID: 22522672. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22522672/
10. La Vignera S. Seminal vesicles of infertile patients with male accessory gland infection: ultrasound evaluation after prolonged treatment with tadalafil … Andrologia. 2013;45:386–391. DOI: 10.1111/and.12027. PMID: 23116230. Titel gekürzt. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23116230/
11. Corvasce A et al. Once-a-day Tadalafil administration improves the spermogram parameters in fertile patients. Arch Ital Urol Androl. 2015;87(3):210–213. DOI: 10.4081/aiua.2015.3.210. PMID: 26428642. https://www.pagepressjournals.org/aiua/article/view/aiua.2015.3.210
12. Yang Y et al. Effect of acute tadalafil on sperm motility and acrosome reaction: in vitro and in vivo studies. Andrologia. 2014;46:417–422; online 2013. DOI: 10.1111/and.12097. PMID: 23581543. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23581543/
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